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BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist

Aller guten Dinge sind drei!

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, was viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und einer mangelnden Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.

Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.

„Sagen, was man tut und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim und Dresden geht uns alle an!

AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim!

Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.

Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit!

Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg.


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Samstag, 04.02.12: NPD-Landesparteitag in Berlin

https://www.antifa-berlin.info/auf-die-pelle-ruecken/images/npd_landesparteitag_banner1.jpg

Wie inzwischen bekannt wurde, plant die Berliner NPD für Samstag, den 4. Februar 2012, einen Landesparteitag in Berlin-Reinickendorf. Auf diesem haben die Berliner NPD-Delegierten die Möglichkeit, zu entscheiden, ob Uwe Meenen Vorsitzender bleibt, oder ob ihn Sebastian Schmidtke ablöst. Gegen diese Zusammenkunft der Berliner Neonazis sind Proteste angesagt.

 

Die Kandidaten
Vor einigen Tagen hatte der Berliner Neonazi Sebastian Schmidtke – Betreiber des Naziladens „Hexogen“ in Schöneweide und Aktivist des „Nationalen Widerstands Berlin (NW Berlin)“ – seine Kandidatur für den Berliner NPD-Landesvorsitz angekündigt. Schmidtke, der verantwortlich für die meisten Berliner Neonazi-Aufmärsche ist, kündigte in einem Interview an, den personell geschwächten und intern zerstrittenen Berliner Verband wieder zusammenführen zu wollen. Auch den Umgang mit Medien will er in Zukunft verbessern. Da Schmidtke aus den Reihen der „freien Kameradschaften“ stammt, wäre im Falle seines Sieges mit einer noch stärkeren Einflussnahme des Netzwerkes „NW Berlin“ auf die Berliner NPD zu rechnen. Expert_innen gehen davon aus, dass schon die letzten NPD-Aktionen ohne die „NW Berlin“-Aktivisten nicht zu meistern gewesen wären. Seine dahingestotterten Statements in verschiedenen Nachrichtensendungen der letzten Wochen lassen Schmidtke jedoch nicht als den charismatischen Anführer erscheinen, der er gerne wäre.

Dem Franken Uwe Meenen ist in den drei Jahren seiner Amtszeit keine Stärkung der Berliner NPD gelungen. Den zerstrittenen Neonazis gilt er als „Hinterzimmer-Intellektueller“. Auch die starken Stimmverluste bei der Berlin-Wahl im letzten Jahr werden seiner Strategie zugeschrieben, mit NS-Bezügen Skandale zu provozieren. Wahlplakate mit der Aufschrift „Gas geben“ und Kreuzworträtsel mit „Adolf“ als Lösungswort verschreckten Teile der potentiellen NPD-Wähler_innen, die nicht stramm neonazistisch und NS-nostalgisch denken. Ansonsten konnte Uwe Meenen nur Schlagzeilen damit produzieren, dass er von Unbekannten auf dem Weg zu einer NPD-Veranstaltung verprügelt wurde.

Der Landesparteitag
Neben der Wahl des Vorsitzenden werden die Delegierten am Samstag über weitere mehr oder weniger wichtige Beschlüsse abstimmen. Als Ort dafür haben sie eine Kneipe in der Residenzstraße in Reinickendorf ausgewählt. Dort ist der weitgehend inaktive NPD-Kreisverband Nord um die Neonazis Tibor Haraszti und Richard Miosga angesiedelt, dessen einzige Aktivität Kneipenabende ausmachen. Es werden mehrere dutzend Delegierte der acht Parteikreisverbände (Lichtenberg, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Nord, Spandau und Pankow) sowie der Jugendorganisation JN erwartet.

NPD? No Way!
Wo Neonazis in Berlin auftreten, sind wir schon da. Keine Veranstaltungen von „NW Berlin“ oder der NPD bleiben ohne Protest. Wir rufen deshalb alle Nazi-Gegner_innen dazu auf, am Samstag, dem 4. Februar 2012 gegen Mittag zum U-Bahnhof Residenzstraße zu kommen, um dort zusammen mit uns gegen die Neonazis und ihr Gedankengut zu protestieren.

 

04.02.2012
11.00 Uhr
Kreuzung Residenzstraße/ Emmentaler Str. (U-Bhf. Residenzstraße

Achtet auf weitere Ankündigungen, hier und auf www.antifa-berlin.info

Kein Raum für Rassismus!
Neonazis entgegentreten!


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Silvio-Meier-Demo in Berlin: Samstag am 19.11.2011

Berlin: Silvio-Meier-Demo 2011

Auch dieses Jahr wird es die Gedenk- und Antifa-Demo für Silvio Meier geben. Vor 19 Jahren wurde der Hausbesetzer und Antifaschist Silvio Meier von Neonazis im Berliner Stadtteil Friedrichshain ermordet. Das Thema Neofaschismus ist immer noch hochaktuell und die Auseinandersetzung damit dringend notwendig: Nazis versuchen linke Hausprojekte anzuzünden und überfallen Menschen. Im Lichtenberger Weitlingkiez in der Lückstraße 58 existiert ein fester Treffpunkt des »Nationalen Widerstand Berlin«.
Aber auch andere Themen sind wichtiger Teil linker Politik. Bullen räumen Häuser und schränken linke Freiräume immer weiter ein. Der Staat hört massenweise Handys ab, lässt Wohnungen durchsuchen und zerrt Antifaschisten und Antifaschistinnen vor Gericht.

Mehr Infos: Aufruf (ALB)Silvio-Meier-BündnisAktives Gedenken

Silvio-Meier-Demo in Berlin: Samstag | 19.11.2011
15 Uhr | U-Bhf Samariter Straße (U5)

Soliparty: Samstag | 19.11.2011 | 22 Uhr | K9 | Kinzigstraße 9
Mahnwache: Montag | 21.11.2011 | 17 Uhr | U-Bhf Samariter Straße (U5)


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Atomkraft abschalten – und zwar sofort!



Donnerstag 30.06.2011

* Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese
* Uhrzeit: 8.30 Uhr

Diesen Donnerstag entscheidet der Bundestag über den schwarz-gelben Atomausstieg. Nachdem auch die Grünen am letzten Wochenende ihre Zustimmung zu diesem beschlossen haben, wird er voraussichtlich mit breiter Mehrheit angenommen. Mit einer Aktion vor dem Bundestag wollen wir deutlich machen: Die Abschaltung von acht Reaktoren auf einen Streich ist ein Riesenerfolg der Anti-Atom-Bewegung. Doch gleichzeitig ist die Auseinandersetzung um die Atomkraft damit bei weitem nicht beendet.

Wo sie weitergeht – das wollen wir mit großen Ortsschildern zeigen: In Gorleben, Morsleben und der Asse, wo in den nächsten Monaten um die Endlagerung des Atommülls gerungen wird. An den acht Standorten der am Netz bleibenden Reaktoren, wo es weiter um die Sicherheit und die Abschaltung der Anlagen geht. Und in Gronau, wo der Export von Atommüll und die Urananreicherung beendet werden müssen.

Kommt zu der Aktion!

Zeit: Donnerstag, 30. Juni 2011, 8.30 bis 9.00 Uhr
Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese

Gemeinsam wollen wir mit campact, BUND, ausgestrahlt und NaturFreunden zeigen: Wir wollen den Atomausstieg – und zwar sofort!


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Niemand ist asozial! Antifaschistische OPEN_End-Filmnacht in Berlin-Rummelsburg Bezirk-Lichtenberg

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22. Juni 2010 – 20:00 Uhr
Platz auf dem ehemaligen Friedhof der Arbeitshäuser (Hauptstraße  Zwischen Hildgard-Marcusson-Straße und Georg- Löwenstein-Straße in Berlin-Lichtenberg
Anfahrt: Tram 21 bis Kosanke-Siedlung oder S-Bhf Rummelsburg (Fußweg ca.10 min) ****Ak marginalsiierte-gestern und heute**********

Hier Hintergund Info auch zum stöbern:
http://bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute/termine#events

Flyer Fließtext:

Diese Filmnacht soll das Anliegen des AK „Marginalisierte- gestern und heute“ unterstützen, einerseits die längst überfällige Anerkennung der Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer durch die Nazis als Verbechen des Nazi-Regimes sowie die Rehabilitierung und Entschädigung der Betroffenen einzufordert. Andererseits soll die Forderung zur Schaffung einer Erinnerungs- und Lernstätte zu Kontinuitäten und Brüchen sozialer Ausgrenzung mit Schwerpunkt zur „Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer durch das Nazi-Regime“ auf dem Gelände der Rummelsburger Arbeitshäuser als authentischem Ort bekräftigt werden. Ein erster Schritt dazu wäre ein sofortiger Privatisierungsstopp für die noch nicht durch Luxussanierung enthistorisierten Teile des Geländes sowie Probegrabungen auf dem ehemaligen Friedhof der Arbeitshäuser.
Diese Forderungen sollen in der BVV-Sitzung in Lichtenberg am darauffolgenden Tag während der Einwohnerfragestunde thematisiert werden. Bitte unterstützt diese Filmnacht, um unserem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

www.bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute

AntifAschistische OPen-enD-filmnAcht
niemand ist asozial!
22. Juni 2010 – 20:00 Uhr
Platz vor dem ehemaligen Friedhof der Arbeitshäuser (Hauptstraße  Zwischen Hildgard-Marcusson-Straße und Georg- Löwenstein-Straße in Berlin-Lichtenberg
Anfahrt: Tram 21 bis Kosanke-Siedlung oder S-Bhf Rummelsburg (Fußweg ca.10 min)

20:00 Uhr
Begrüßung
Filme:
20:25 Uhr
Arbeitsscheu- abnormal- asozial: Zur Geschichte der Berliner Arbeitshäuser , Dokumentarfilm von Andrea Behrendt 21:00 Uhr Ilse Heinrich, Zeitzeugin, Ein Gespräch anlässlich des 50.igsten Jahrestag des KZ Ravensbrück

22:25 Uhr
Gedenkveranstaltung vom 13.6.2010 Arbeitshaus Rummelsburg 22:30 Uhr Hommage an den Straßenmusiker Schauspieler Bruno S 22:40 Uhr Stroszek mit Bruno S. 1997 BRD, Werner Herzog. Bruno, Straßensänger in Berlin und Ex- Sträfling, sucht sein Glück. Herzogs Film bemüht sich um größte Natürlichkeit.
00:30 Uhr
Die Unwertigen von Renate Günther-Greene
01:55 Uhr
ad acta von Antje Hubert und Olga Schell BRD 2002 Der Dokumentarfilm erzählt von Menschen, die vom NS-Gesundheitssystem erfasst wurden und von der Rekonstruktion der eigenen – keineswegs abgeschlossenen – Geschichte.

03:20 Uhr
Was hat Hamburg mit euch Frauen gemacht? BRD 1992, Ein Film über staatliche Fürsor- ge und ihre Folgen von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart.
04:50 Uhr
Generalstreik das Leben lang
Zeitzeugnis über die Künstler der Landstraße und die Bruderschaft der Vagabunden 05:50 Uhr Die Verrufenen. Der fünfte Stand
Regie: Gerhard Lamprecht, D 1925: mit Zille, In „Die Verrufenen“ begibt sich der gerade 28-jährige Regisseur mitten hinein ins „Milljöh“: zu den sozial Deklassierten, den ehemaligen Zuchthäuslern, den Obdachlosen und Straßenmädchen.
07:10 Uhr
Könner in Lumpen
Zeitzeugnis über die Künstler der Landstraße und die Bruderschaft der Vagabunden.
08:10 Uhr
Der Vagabund
Österreich, 1929, Regie: Fritz Weiß Fachberatung: Georg Gog
08:59 Uhr
Gedenkspaziergang am 26.1. 2008
Film „AK Marginalisierte“
09:09 Uhr
Lebensunwert,
Film des Westfälischen Landesmedienzentrums, 2005 über Paul Brune, NS-Psychiatrie und ihre Folgen

Kontakt
AK „Marginalisierte – gestern und heute!“ c/o Stiftung Haus der Demokratie, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

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Solidarität mit den griechischen Kolleginnen und Kollegen!

28.06.2011

Erklärung des BundessprecherInnenrates der AG Betrieb & Gewerkschaft der LINKEN

Solidarität mit den griechischen Kolleginnen und Kollegen!

Wir erklären unsere Solidarität mit dem Generalstreik der arbeitenden griechischen Bevölkerung. Es ist ein notwendiger und gerechtfertigter Streik. Er richtet sich gegen die Strategie der Athener Regierung, der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds, die Hauptlasten der Krise den Beschäftigten, den Arbeitslosen und den Rentnerinnen und Rentnern aufzubürden.

Die jetzt im Athener Parlament zur Abstimmung gestellte sogenannte Mittelfristige Haushaltsstrategie setzt die Reihe von Programmen fort, die bereits in den vergangenen Monaten zu einschneidenden Kürzungen bei Sozialleistungen, Löhnen, staatlichen Investitionen und bei Gehältern im öffentlichen Sektor führten. Zusätzliche Belastungen werden die vorgesehenen Steuererhöhungen bringen. Die Mittelfristige Haushaltsstrategie trifft die Lohnabhängigen und sozial Schwachen im besonderen Maße. So sollen allein 23 Prozent des Einsparvolumens durch Kürzungen bei Sozialtransfers erreicht werden.

Mit der Vorlage eines Plans weitreichender Privatisierungen von Staatsbesitz in Höhe von 50 Milliarden Euro erfüllt die griechische Regierung eine zentrale Forderung der Europäischen Kommission sowie der deutschen und französischen Regierung. Dabei geht es um den geplanten Verkauf von Kernbestandteilen staatlicher Infrastruktur, um die Herausgabe von Häfen, Wasserbetrieben, Flughäfen und Autobahnen. Dieses Programm entspricht den Wünschen kerneuropäischer Metropolen. Sie fordern schon lange die Öffnung Griechenlands für weitreichende Privatisierungen. Der Streik gegen diesen Ausverkauf des Landes an die ausländischen Monopole ist damit auch ein Streik um die Bewahrung der nationalen Souveränität Griechenlands.

Die in der Mittelfristigen Haushaltsstrategie vorgesehenen Maßnahmen werden das Land nicht aus der Krise heraus, sondern nur weiter hinein führen. Die Wirtschaftsaktivität wird weiter schrumpfen, die Zahl der Arbeitslosen steigen, die Armut wachsen. Eine Erleichterung für die Situation Griechenlands ist nur von einem deutlichen Schuldenschnitt zu erwarten, der endlich auch Banken und Versicherungen angemessen an den Krisenkosten beteiligt, und damit jene, die für die entstandene Lage verantwortlich sind.

Wir fordern alle Mitglieder der LINKEN und GewerkschafterInnen auf, mit eigenen Erklärungen und Unterschriftensammlungen Solidarität in diesem Sinne zu üben.

BundessprecherInnenrat:

Barbara Borchardt * Gerald Kemski (V.i.S.d.P.)* Heidi Kloor * Mike Lätzsch * Michael Schlecht * Holger Vermeer * Ursula Weisser-Roelle * Sabine Wils


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Kein Ort für Neonazis – weder im Rathaus, noch anderswo!

Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow Köpenick
Kein Ort für Neonazis – weder im Rathaus, noch anderswo!

Am Samstag, dem 25.Juni 2011 will die NPD-Fraktion im Rathaus Treptow ab 15.00 Uhr eine Veranstaltung zum Berliner Wahlkampfauftakt machen.

Wir wollen das nicht kommentarlos hinnehmen. Es darf keine Gewöhnung an rechtsextreme Veranstaltungen und Positionen geben – jede von ihnen ist eine kalkulierte Provokation, ein Angriff auf die Demokratie. Das Bündnis für Demokratie will öffentlich deutlich machen, das sich die Zivilgesellschaft gegen jede Art von Rechtsextremismus innerhalb und außerhalb der Parlamente stellt.

Wir rufen auf zu einer Mahnwache am 25.Juni von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr vor dem Rathaus Treptow.

Erstunterzeichner dieses Aufrufs
Gabriele Schöttler, Bezirksbürgermeisterin (SPD)
Ines Feierabend, Bezirksstadträtin (Die Linke)
Michael Schneider, Bezirksstadtrat (Die Linke)
Dirk Retzlaff, Bezirksstadtrat (SPD)
Svend Simdorn, Bezirksstadtrat (CDU)
Rainer Hölmer, Bezirksstadtrat (SPD)
Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag (Die Linke)
Marko Tesch, Bezirksvorsitzender (Die Linke)
Philipp Wohlfeil, Fraktionsvorsitzender (Die Linke)
Karin Kant Bezirksverordnete (Die Linke)
Oliver Igel, Kreis- und Fraktionsvorsitzender(SPD)
Stefan Förster, Fraktionsvorsitzender (FDP)
Volker Thiel, Bezirksvorsitzender (FDP)
Peter Groos, Fraktionsvorsitzender (Bündnis90/Die Grünen)

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Keine Ruhe den NS-Kriegsverbrechern in unserer Nachbarschaft!

Kundgebung gegen NS-Kriegsverbrecher in Berlin am 25. Juni

Tatort: Norditalien, 1944.
Wohnort: Berlin, Weißensee / Reinickendorf, 2011.

Auch in Ihrer Nachbarschaft lebt ein verurteilter NS-Kriegsverbrecher: Gerade werden zwei Berliner Senioren vor dem italienischen Militärgericht in Verona in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie beteiligten sich als Angehörige der Wehrmachtsdivision „Hermann Göring” an Massakern in Nord-Italien, bei denen mehrere Hundert unbeteiligte ZivilistInnen ermordet wurden. Trotz der rechtskräftigen Verurteilung müssen die Verurteilten ihre Haftstrafe nicht antreten, da der deutsche Staat sie nicht ausliefert.

Dies hat Tradition: Die wenigsten NS-Täter wurden für ihre Taten bestraft. In Deutschland wird man nicht gerne daran erinnert, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus von Deutschen begangen wurden. Daher leben die Täter weiterhin ungestört in Ihrer Nachbarschaft, zwei Verurteilte auch in Weißensee und Reinickendorf.

Wir werden diese Verhältnisse ändern:
Deshalb gehen wir in die Nachbarschaft der NS-Kriegsverbrecher und zeigen ihnen, dass die ruhigen Zeiten vorbei sind! Nazi-Kriegsverbrecher aus der Anonymität holen!

Am Samstag, den 25. Juni 2011 rufen wir zu Kundgebungen in der Nähe der Wohnhäuser auf.
Wir fordern, dass NS-Mörder ausgeliefert werden und sich dem italienischen Gericht und den Angehörigen der Ermordeten stellen.

Kein Vergeben, kein Vergessen den NS-Verbrechen!

Kundgebungen am
Samstag, den 25. Juni 2011
12.00 Uhr Weißensee: Buschallee (Tram M4: Buschallee/Hansastr.)
14.00 Uhr Reinickendorf: Becherweg / Lübener Weg, Nähe U-Bhf. Paracelsus-Bad (U8)


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Von Nazis verfolgten und ermordeten „Asozialen“ ihre Würde und ihr Gesicht zurück geben!

Pressemitteilung:

Von Nazis verfolgten und ermordeten „Asozialen“ ihre Würde und ihr Gesicht zurück
geben!

Der AK „Marginalisierte- gestern und heute“ hat sich gestern mit einem Offenen Brief an die
Abgeordneten des Bundestages und des Berliner Senats sowie die Bezirksverordneten der BVV
Lichtenberg gewandt, um die Anerkennung der von den Nazis verfolgten, gequälten und ermordeten
sogenannten Asozialen als Opfer des Nazi-Regimes einzufordern. Dass wäre auch die Vorraussetzung,
um eine Rehabilitierung sowie Entschädigungen möglich zu machen.

Der Arbeitskreis empfindet die Diskussion, ob die sogenannten Asozialen „spezifische“ Opfer der
Nazis gewesen sind oder Opfer schon vorher begonnenen Unrechts als entwürdigend und beschämend.

Sie ignoriert nicht nur die Radikalisierung der Ausgrenzungspolitik bis hin zur Ermordung
sogenannter Asozialer durch die Nazis, sondern soll offensichtlich nur dazu dienen, den Betroffenen
ihre längst überfällige Rehabilitierung und Entschädigung vorzuenthalten.

Darüber hinaus garantiert, die so suggerierte nachträgliche Legitimierung der Verfolgung und
Ermordung der unter dem Stigma „asozial“ gezielt zusammengefassten „Unnützen“, „Unwertigen“,
„Unangepassten“ und „Gemeinschaftsfremden“, die Aufrechterhaltung von Kontinuitäten und
Brüchen der sozialen Ausgrenzung bis hin zu Sanktionen und Zwangsmaßnahmen im heutigen Alltag.
Ursachen sowie Verursacher_innen und Profiteur_innen von sozialer Ausgrenzung werden
verschleiert.

Es wird Zeit, dass der Bundestag, der Berliner Senat und die Bezirksverordneten ihrer historischen
Verantwortung für Unrecht, aus dem diese Institutionen während der Nazidiktatur ebenfalls Kapital
geschlagen haben, gerecht werden. Auch ihre Rolle will der AK aufarbeiten und fordert dafür einen
würdigen Gedenk-, Lern- und Forschungsort auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitshauses
Rummelsburg in Berlin- Lichtenberg. Die weit fortgeschrittene ökonomische Entsorgung von
authentischen Orten dieser Nazi-Verbrechen durch Luxussanierung muss gestoppt werden. Damit
könnte ein Beitrag gegen die derzeitige Individualisierung, Kulturalisierung und Ethnisierung sozialer
Problem geleistet und dem Ungleichwertigkeitsdenken a la Sarrazin in Politik, Gesellschaft und
Medien Aufklärung entgegengesetzt werden.

Am 22. Juni ab 20.00 Uhr wird der AK „Marginalisierte- gestern und heute“ nach der symbolischen
Besetzung und Absperrung eines der wenigen noch nicht privatisierten Teile der ehemaligen Arbeitshäuser
Rummelsburg am 31. Mai, dem Friedhof, ebenda eine „Antifaschistische OPEN-END-Filmnacht“ unter
dem Motto: „Niemand ist asozial“ folgen lassen. Diese soll unser Anliegen unterstützen und zur
Vorbereitung der BVV-Sitzung in Lichtenberg am 23. Juni dienen. Dort werden wir versuchen in der
Einwohnerfragestunde das Thema Gedenk-, Lern- und Forschungsort auf dem Gelände der ehemaligen
Arbeithäuser zu thematisieren und einen Stopp der Privatisierung zu erreichen.


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Den Nazis keinen Fußbreit!

 


Am 17. Juni 2011 will die NPD um 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus abhalten. Unter dem Motto „Arbeiter wehrt euch“ will sie das Gedenken an den 17. Juni 1953 in der DDR für ihre menschen-verachtenden Zwecke missbrauchen. Der geplante Ort der Kundgebung ist zudem eine gezielte Provokation. So hat der Berliner NPD-Aktivist Jörg Hähnel bereits mehrfach die Ermordung Rosa Luxemburgs gerechtfertigt und gutgeheißen. Die unmittelbare Nähe zur Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE ist zudem eine Provokation gegen die vielen Engagierten der LINKEN, die sich immer wieder gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen.

 

Wir rufen dazu auf, der Öffentlichkeit und den Nazis deutlich zu zeigen, dass wir keine Nazis im öffentlichen Raum wollen und schon gar nicht vor diesem Haus, das 1933 von den Nazis besetzt in Horst-Wessel-Haus umbenannt wurde. Die demokratische Zivilgesellschaft Berlins darf diesen Platz nicht den Rechten überlassen! Schon mehrmals haben breite gesellschaftliche Bündnisse gezeigt, was gemeinsamer zivilgesellschaftlicher Widerstand erreichen kann – wir haben den Nazis für ihre rassistischen und völkischen Parolen nicht die Straße überlassen. Zeigen wir auch dieses Mal gemeinsam mit Anderen, dass Berlin eine bunte, weltoffene Kulturmetropole ist, in der Neonazis nicht toleriert werden.

 


Kommt am 17. Juni um 17.30 Uhr vor das Karl-Liebknecht-Haus und verteidigt das antifaschistische Erbe an diesem historischen Ort!

 

Caren Lay und Werner Dreibus, Klaus Lederer
Bundesgeschäftsführer/in Landesvorsitzender

 

Berlin, 16. 6.2011


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Donnerstag (16.6) – Kundgebung gegen Pro Deutschland am Rathaus Charlottenburg

Bündnis gegen Rechts Charlottenburg-Wilmersdorf

Donnerstag (16.6) – Kundgebung gegen Pro Deutschland am Rathaus Charlottenburg


Am 16. Juni möchte die rechtspopulistische „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ im Rathaus Charlottenburg ihr Wahlprogramm für die kommende Abgeordnetenhauswahl in Berlin präsentieren. Wir möchten das nicht unkommentiert lassen und rufen dazu auf, sich an unserer Kundgebung gegen Rassismus und Rechtspopulismus zu beteiligen.

Seit Sarrazins Thesen über die „untergehende Kulturnation“ sind islamfeindliche und rechtspopulistische Positionen salonfähig. Mit „Pro Deutschland“ und „Der Freiheit“ versuchen bei der kommenden Wahl gleich zwei Parteien die Nische zwischen rechtem Flügel der CDU und der neonazistischen NPD zu füllen und durch die anhaltende rassistischen Debatten über den Islam bei der Wahl im September ins Abgeordnetenhaus und die Bezirksparlamente einzuziehen.

Seit Jahren versuchen rechtspopulistische Gruppierungen, wie auch „Pro Deutschland“, sich als „Interessensvertretung des kleinen Mannes“ zu etablieren und so gesellschaftlich Stimmung gegen Menschen mit Migrationshintergrund und Minderheiten zu machen Dabei stammen viele Funktionäre und Mitglieder von „Pro Deutschland“ aus dem extrem rechten bis neonazistischen Milieu. Rassistische Stigmatisierung und Diskriminierung von Minderheiten prägen ihr Programm. Unter dem Deckmantel der „Islamkritik“ hetzt „Pro Deutschland“ vorwiegend gegen muslimische Menschen mit Migrationshintergrund und will Ängste vor einer vermeintlich drohenden „Islamisierung“ Deutschlands und Europas schüren. Gesellschaftliche Auseinandersetzungen sollen dabei so rassistisch aufgeladen, dass ganze Minderheiten als „faul“, „integrationsunwillig“ oder „fremd“ angesehen werden sollen. Wir möchten eine tolerante Gesellschaft; in dieser ist kein Platz für Ausgrenzung, Rassismus und rechtspopulistische Hetze.

Kommt mit uns am 16. Juni (Donnerstag) um 17:30 Uhr zum Rathaus Charlottenburg. Zusammen gegen „Pro Deutschland“, zusammen gegen Rassismus und Diskriminierung.


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Pro Asyl: Gegen die unmenschliche Abschottungspolitik an Europas Grenzen

Mitmachen. Protestieren. Weiterleiten.

Gegen die unmenschliche Abschottungspolitik an Europas Grenzen


Unterstützen Sie unseren Appell an den Präsidenten des Europäischen Rates, Herman von Rompuy!


Liebe Freundinnen und Freunde von PRO ASYL

Mai 2011: Vor der libyschen Küste sinkt ein Flüchtlingsschiff. 600 Menschen ertrinken. Der junge Somali Abdelrachman überlebt. Jetzt sitzt er in der Wüste im Flüchtlingslager “Choucha” an der tunesisch-libyschen Grenze fest – ohne Lebensperspektive. Er ist einer von 11.000 Flüchtlingen, für die der UNHCR händeringend ein Aufnahmeland sucht. Meist vergeblich: Deutschland und andere EU-Staaten haben bis heute nicht reagiert. Statt den Flüchtlingen zu helfen, schottet sich Europa ab.

Obwohl alle Möglichkeiten bestehen, Bootsflüchtlinge zu retten, werden die Menschen auf dem Meer gnadenlos ihrem Schicksal überlassen Über 1.600 Schutzsuchende sind seit Anfang des Jahres im Mittelmeer gestorben – am 1. Juni kamen über 150 Bootsflüchtlinge ums Leben. Abdelrachman will trotzdem wieder in eines der maroden Schiffe nach Europa steigen. “Nach Somalia zurück kann ich nicht. Hierbleiben auch nicht. Lieber sterbe ich.”

Wir bitten Sie: Protestieren Sie mit uns gegen die unmenschliche Abschottungspolitik.

Fordern Sie den EU-Ratspräsidenten Herman van Rompuy auf, sich beim Treffen des europäischen Rates am 24. Juni für die Aufnahme der im tunesisch-libyschen Grenzgebiet festsitzenden Flüchtlingen einzusetzen und sich der Abschottungspolitik der Europäischen Union entschieden entgegenzustellen.


Unterstützen Sie unseren Appell an den Präsidenten des Europäischen Rates, Herman von Rompuy!


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Friedrichshain-Kreuzberg gegen Rassismus

AUFRUF
Bunt statt Braun
Friedrichshain-Kreuzberg gegen Rassismus

 


Für einen interkulturelles und vielfältiges Friedrichshain-Kreuzberg, für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus!
Das Verwaltungsgericht hat uns verpflichtet, den Rechtspopulisten von Pro Deutschland am 30.06.2011 den BVV-Saal im ehem. Rathaus Kreuzberg für eine Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.


Unser Bezirk ist vielfältig und interkulturell. Gemeinsam stellen wir uns gegen die Hetze und Ausgrenzung von Pro Deutschland.


Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ versuchen, gesellschaftliche Auseinandersetzungen rassistisch aufzuladen. Wir nehmen ihre Propaganda als das, was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft. Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.


Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Friedrichshain-Kreuzberg und ein weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer Vergangenheit gelernt hat.

 

Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung aktiv, friedlich, entschlossen und präsent zu begleiten.

Termin: Donnerstag, 30.06.2011 von 19:00 bis 22:00
Treffen der Initiativen, Vereine etc.: ab 16:00
Ort.: Yorckstr. 4 – 11, ehem. Rathaus Kreuzberg, 10965 Berlin

Kein Platz für Pro Deutschland in Friedrichshain-Kreuzberg
Deshalb:
Friedrichshain-Kreuzberg zeigt Gesicht!
Unter dem Motto: „Miteinander statt gegeneinander: Wir lassen uns von niemandem aufhetzen!“ treffen sich Initiativen und Institutionen des Bezirkes im ehem. Kreuzberger Rathaus und machen deutlich: in Friedrichshain-Kreuzberg wird niemand ausgegrenzt.
Eine wunderbare Gelegenheit, die Vielfalt des Bezirkes kennen zu lernen, sich zu vernetzen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Projekte auszubrüten.


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Kampagne Abolish! – Aktionstage in Berlin, 09. – 11.06.

Kampagne Abolish! – Aktionstage in Berlin, 09. – 11.06.

Die Kampagne Abolish! – Diskriminierende Gesetze gegen Flüchtlinge abschaffen! kämpft nach einem Aktionstag am 22.03. in 28 Städten in ganz Deutschland weiter für die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes und anderer Sondergesetze gegen Flüchtlinge.

Vom 09. bis 11. Juni finden im Rahmen der Kampagne daher Aktionstage in Berlin statt. Dabei wird eine Konferenz von Flüchtlingen, eine Pressekonferenz, verschiedene dezentrale Aktionen und eine bundesweite Demonstration am Samstag, den 11.06. geben. Die Demonstration wir um 13 Uhr am Pariser Platz / Brandenburger Tor beginnen.

ABOLISH! Rassistische Sondergesetze abschaffen!

Täglich setzen sich Flüchtlinge in ganz Deutschland gegen den institutionalisierten Rassismus und die Isolation, gegen die Verletzung ihrer Würde, zur Wehr, die sie hier erleben müssen. Durch den Aufruf der Flüchtlinge zur Selbstbefreiung von der deutschen rassistischen Verfolgung gibt es Kämpfe in vielen Lagern. Getragen von der Vernetzung der Selbstorganisation und von der Solidarität zwischen aktiven Flüchtlingen und anderen Aktivist_innen haben sich Flüchtlinge in Protestaktionen, Hungerstreiks, Boykotts und zivilen Ungehorsam engagiert. „Wir haben letzten Winter gestreikt, weil wir in unserem Lager in Niederbayern so isoliert leben, dass wir bald verrückt werden. Hier ist nichts außer Wald. Wir können nicht arbeiten, wir können nicht von hier weg. Ich kann noch nicht einmal mein Essen selbst kaufen. Jeder Tag ist gleich, ohne Veränderung und ohne Hoffnung. Aber wir wollen als Menschen leben – das steht uns genauso zu wie den Deutschen. Darum müssen jetzt die Gesetze, die uns unmenschlich behandeln, abgeschafft werden”, betont Suldan Abdallah aus Somalia, der in einem Lager in Böbrach im Bayerischen Wald untergebracht ist. Für dieses Ziel müssen wir gemeinsam aufstehen!

Darum sind Flüchtlinge und diejenigen, die ihre Solidarität mit dem Kampf der Flüchtlinge zeigen wollen, dazu eingeladen, vom 9. bis zum 11. Juni nach Berlin zu kommen. Beteiligt euch an drei Tagen Aktion und Flüchtlingskonferenz, setzt ein starkes Zeichen gegen rassistische und diskriminierende Gesetze!

Weitere Informationen: http://www.kampagne-abolish.info


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VVN-BdA: Zivilcourage gegen rechts ist für uns keine leere Worthülse sondern dringend notwendig! Mehr denn je!

Pressemitteilung 19. 05. 2011

Die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten erklärt:

Zivilcourage gegen rechts ist für uns keine leere Worthülse sondern dringend
notwendig! Mehr denn je!

Demonstration am 21. Mai, 17.00 Uhr vom Kottbusser Tor zum Mehringdamm und Platz
der Luftbrücke!

Die Berliner VVN-BdA unterstützt den Aufruf des Bündnisses „Kreuzberg für grenzenlose
Solidarität“ und ruft ebenfalls zur Teilnahme an der Demonstration unter dem Motto „ Den Antifaschistischen Selbstschutz organisieren! Kampf dem Rassismus überall!“ auf. Damit unterstreichen, erneuern und verstärken wir unsere Forderungen nach glaubhaften
Konsequenzen für die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes für ihr völlig distanzloses Verhalten gegenüber den aufmarschierenden Neonazis, dass Menschen in Gefahr bringt, verunsichert und dem „Kampf um die Straße“ der Neonazis in die Hände spielt.

Dass die Berliner Polizei und Verfassungsschutz angeblich völlig unvorbereitet und unwissend den Gewaltausbrüchen von Neonazisstrukturen gegenüber gestanden haben wollen, ist nicht nur hinsichtlich der Erklärung des Präsidenten des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm im April 2011, dass gerade die gewaltbereite Neonazi-Szene im vergangenen Jahr noch einmal deutlich stärker geworden sei, fragwürdig, sondern auch wegen den sich in der Vergangenheit häufenden extrem rechts motivierten Übergriffen auf linke Projekte und Antifaschist_innen. Zu denen gehörten vermutlich auch die aktuellen Angriffe von vorgestern Nacht in Neukölln und Kreuzberg. Über 140 durch Neonazis und RassistInnen ermordete Menschen seit 1990 sprechen zudem eine eigene Sprache.

Ein Teil der auch bundesweit angereisten Neonazis hatte außerdem, genauso wie der Anmelder Schmidtke ein NPD-Parteibuch in der Tasche. Die VVN-BdA fordert weiterhin das sofortige Verbot der NPD. Gründe dafür konnte man am Samstag genug sammeln – und das ganz ohne V-Leute.

Entwicklungen wie in Griechenland, wo zwischen dem 10. und den 18. Mai 2011 Neonazis
immer wieder Immigranten sowie Menschen die nicht in ihr Weltbild passen, angegriffen haben und teilweise erst, wenn diese sich verteidigten oder Gegenwehr leisteten, die Polizei einschritt, müssen wir rechtzeitig verhindern. Ein Mann aus Bangladesh starb dabei durch Neonazis. Auch hier wollen wir am kommenden Sonnabend Solidarität mit den angegriffenen MigrantInnen und AntifaschistInnen in Griechenland auf die Straße tragen.

Faschismus und Rassismus sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Berliner VVN-BdA e. V.


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Erklärung zur Kriminalisierung antifaschistischen Engagements

Erklärung zur Kriminalisierung antifaschistischen Engagements

Am Abend des 19. Februar stürmte die Polizei das Info- und Pressebüro des Bündnisses „Dresden Nazifrei“. Im April und Mai folgten großangelegte Razzien in Sachsen und Brandenburg. 20 Wohnungen von Antifaschist_innen wurden durchsucht. Grundlage dafür ist ein Ermittlungsverfahren nach §129 des Strafgesetzbuches. 17 Personen werden darin beschuldigt, kriminelle Vereinigungen gebildet zu haben, die für Angriffe auf Nazis sowie Sachbeschädigungen verantwortlich sein sollen. Zu den Durchsuchungen mobilisierte die Polizei Großaufgebote und zum Teil schwer bewaffnete Spezialeinsatzkommandos. Das martialischen Auftreten soll linke und antifaschistische Strukturen einschüchtern und in der Öffentlichkeit deren vermeintliche Gefährlichkeit vor Augen führen. Großzügige (Vorab-)Informationen für JournalistInnen, Bildmaterial von verletzten Nazis und Interviews von LKA-Chef und Innenminister über die
unterschätzte „Gefahr von links“ taten das Übrige für die erwünschten Schlagzeilen.
Diese Ermittlungen sind Ausdruck eines politischen Programms, dass die schwarz-gelbe Regierung Sachsens seit 2009 immer intensiver verfolgt. Auf der Grundlage einer Extremismus-Doktrin versuchen CDU und FDP antifaschistisches Engagement zu diskreditieren.

In einem Interview sprach Innenministers Markus Ulbig (CDU) vom Anstieg „linksextremer Gewalttaten“, von 89 im Jahr 2009 auf 130 im Folgejahr. Woraus der plötzliche Zuwachs resultiert, erörterte er nicht. Er beruht vor allem auf Großereignissen, wie den Protesten gegen die Naziaufmärsche am 13. und 14. Februar 2010 in Verbindung mit dem weit gefassten Gewaltbegriff der Statistik zur “Politisch motivierten
Kriminalität”. So fällt hierunter bereits “Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ – also zum Beispiel das aktive Stemmen gegen den Boden bei Räumung einer Sitzblockade.

Nach den auf Bundes- und Landesebene forcierten Warnungen vor dem unterschätzten „Linksextremismus“ mussten nun endlich “Tatsachen” aus dem Hut gezaubert werden. Dieses Ermittlungsverfahren mit seiner medialen Begleitung soll Argumente für eine repressive Politik gegen linke Strukturen liefern. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) bemühen sich sehr darum, das öffentliche Bild der
„linksextremen Schläger“ (SäZ) zu untermauern. Die Ermittlungen indes basieren auf einer fragwürdigen Grundlage. Der § 129 ist ein Gesinnungs- und Ermittlungsparagraf. Er wird nahezu ausschließlich im politischen Bereich angewendet, jedoch nur ausnahmsweise zur Anklage oder gar Verurteilung gebracht. Er gibt den Behörden weitreichende Instrumente an die Hand, etwa die Überwachung von Telekommunikation,
Observationen oder den Einsatz verdeckter Ermittler. Dieses Repertoire kann großzügig auf nahezu beliebige Personenzusammenhänge angewendet werden. Es genügt ein geringer Anfangsverdacht. Im vorliegenden Fall ist dieser mit Telefonaten gegeben, in denen über Veranstaltungen von Nazis informiert wurde.
Zusammenhänge zwischen den Beschuldigten und den vorgeworfenen Straftaten bleiben nebulös. Ganz real hingegen sind die empfindlichen Eingriffe in die Privatsphäre der Betroffenen und der materielle Schaden in Folge der Durchsuchungen, die neben vielen Privatwohnungen auch das „Haus der Begegnung“ betraf, in
dem sich im Februar das Büro von „Dresden Nazifrei“ befand.

“Das ist sächsische Demokratie.” (Wolfgang Thierse)

Politiker_innen oppositioneller, demokratischer Parteien von SPD über Bündnis ´90/Grünen bis hin zur Linkspartei wird immer wieder aufgrund ihres Engagements gegen Nazis zweifelhafte Verfassungstreue unterstellt. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelte wegen der Teilnahme an Blockaden des Nazigroßaufmarschs gegen den Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei André Hahn und sprang auch für die
Strafanzeige gegen Wolfgang Thierse (Bundestagsvizepräsident, SPD) aufgrund seiner Äußerungen zum Zustand der sächsischen Demokratie in die Bresche. Zivilgesellschaftliche Initiativen und Antidiskriminierungsvereine werden vom Freistaat immer stärker kontrolliert und an die Leine genommen. Sie sollen sich per Unterschrift zur FdGO bekennen und überprüfen, ob ihre Partner_innen „Extremisten“
sind. Hier wird auf Methoden autoritärer Regime zurückgegriffen. Schlussendlich wird repressiv gegen die außerparlamentarische Linke und Antifas vorgegangen.

Nicht mit uns!

Antifaschistisches Engagement ist und bleibt notwendig, solange diskriminierende und autoritäre Zustände existieren. Die Gleichsetzung von Links und Rechts, die mit der Extremismus-Doktrin behauptet wird, entbehrt jeder Grundlage. Rechte Gewalttaten auf Leib und Leben von Menschen, Naziveranstaltungen und diskriminierende Einstellungen sind das Problem, dem es zu begegnen gilt. Wir werden uns trotz staatlicher
Diffamierung, Gängelung und Kriminalisierungskampagnen auch in Zukunft gegen Nazis und rechte Einstellungen in der Mehrheitsgesellschaft einsetzen. Wir werden auch in Zukunft unsere Demonstrationsund Meinungsfreiheit wahrnehmen, um ohne staatliche Reglementierung gegen Nazis zu protestieren. Ziviler Ungehorsam ist dafür notwendig und legitim. Wir solidarisieren uns mit Menschen, Vereinen und Initiativen
die sich für eine offene, faire und gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen.

16. Mai 2011 – Kampagne zum Zustand sächsischer Demokratie || http://sachsens-demokratie.net

Wenn ihr diese Erklärung unterstützen wollt, schreibt an unterstuetzen@sachsens-demokratie.net


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NaturFreunde: Rassistische Einstellungen haben im Sport nichts zu suchen

Rassistische Einstellungen haben im Sport nichts zu suchen
NaturFreunde Deutschlands unterstützen Anti-Rassismus-Paragraphen in Stadionordnungen und Vereinssatzungen

Berlin, 13. April 2011 – Zum Antrag der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag „Rechtsextremistische Einstellungen im Sport konsequent bekämpfen – Toleranz und Demokratie nachhaltig fördern“ (Drucksache 17/5045) erklärt Wolfgang Spindler, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und Bundesfachbereichsleiter Natursport:

Rassistische Entwicklungen treten in allen gesellschaftlichen Bereichen in offener oder latenter Form auf. Auch Sportvereine und -verbände bleiben hiervon nicht verschont. Faschistische oder rassistische Gruppen und Parteien suchen so häufig Anknüpfungspunkte für ihre Vereinnahmungsversuche. Dem müssen sich alle sportlich Aktiven, Vereine und Verbände aktiv entgegenstellen.

In einer ganzen Reihe von Sportarten ist seit vielen Jahren feststellbar, dass sich bei einem Teil der Fans faschistische Tendenzen zeigen – etwa in manchen Fanblöcken. Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen deshalb die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, dass Verbände und Vereine auch in diesem Kontext unterstützt werden müssen und hierfür die Schaffung von dauerhaften Förderstrukturen für Initiativen im Bereich der Bekämpfung von faschistischen und rassistischen Einstellungsmustern notwendig ist.

Seit vielen Jahren arbeiten NaturFreunde auf verschiedenen Ebenen zusammen mit Fan-Initiativen wie etwa dem „Bündnis Aktiver Fußball-Fans“ (BAFF), einem bundesweiten Zusammenschluss von Fan-Initiativen und Fußballvereinen, um sich gegen den alltäglichen Rassismus zu wehren. Ein positives Beispiel für eine aktive antirassistische Arbeit im Sport sind auch die vielfältigen Initiativen der Naturfreundejugend. Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde die Einführung eines sogenannten Anti-Rassismus-Paragraphen in den Stadionordnungen oder Vereinssatzungen, um sich deutlich von rassistischen Vorkommnissen abzugrenzen.

Sport muss nach Ansicht der NaturFreunde Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und über nationale Grenzen bauen. Nur in einem Klima von Würde und Respekt, in dem Fairness und Toleranz im Mittelpunkt der Sportausübung steht, kann Sport eine humanistische Ausrichtung entfalten.

Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde auch alle Initiativen, die Verbände und Vereine, Funktionärinnen und Funktionäre und aktive Sportlerinnen und Sportler für jegliche Form von Rassismus sensibilisieren und alle am Sport Interessierten für einen aktiven Einsatz gegen Rassismus und faschistische Tendenzen gewinnen.

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Kommentieren Sie diesen Standpunkt hier: www.blog.naturfreunde.de


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Bürgermeister überlässt Rathaus Zehlendorf den Rassist_innen von „Pro Deutschland“!

Presseerklärung:

Bürgermeister überlässt Rathaus Zehlendorf den Rassist_innen von „Pro Deutschland“!

Nach den Rathäusern von Schöneberg und Neukölln räumen auch der Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) sowie das Bezirksamt von Steglitz-Zehlendorf das gesamte Rathaus für „Pro Deutschland“ frei. Der Verweis auf Sicherheitsbedenken, um jeden Protest aus dem Rathaus herauszuhalten sowie die Einschränkungen der Protestveranstaltungen durch die Polizei lässt zum wiederholten Male die Frage offen, ob hierbei die Anwesenheit von „Pro Deutschland“ im Rathaus als besonders gefährlich eingestuft wird oder die Proteste gegen diese Rassist_innen. Das so vermittelte Signal jedenfalls, ist fatal. Die Rassist_innen sitzen im Rathaus und die eingeforderte Zivilcourage steht auf der Straße vor der Tür. Dazu erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

“Wehret den Anfängen! Kein Rechtspopulismus in Steglitz-Zehlendorf!” ist die Resolution der BVV Steglitz-Zehlendorf überschrieben, unter der die Unterschriften aller Fraktionen zu finden sind. Darin wurden alle Bürger_innen gebeten, gemeinsam Gesicht gegen extrem rechte, rassistische, antisemitische oder antidemokratische Inhalte zu zeigen. Doch das reale Verhalten einiger politischer Akteur_innen in Steglitz-Zehlendorf lässt Zivilcourage zur bloßen Worthülse verkommen. Angedachte öffentliche Veranstaltungen im Rathaus wurden nach letzten Informationen bisher abgelehnt. Schon die Gewährleistung der Proteste in Sicht- und Hörweite zu den Eingängen des Rathauses musste gegen die ursprünglich vorgesehenen Einschränkungen durch die Polizei erstritten werden. Ob diese dann auch in vollem versammlungsrechtlichen Ausmaß gewährt werden oder wie bei ähnlichen bisherigen Veranstaltungen kurzfristig „deeskalierend“ durch die Polizei verändert werden, wird sich erst morgen Abend zeigen.

Wir werden uns aber weder von Einschränkungen durch das Bezirksamt noch durch die Versuche der Berliner Polizei Proteste einzuschränken und vorab zu kriminalisieren, beirren lassen. Rassismus ist keine Meinung und wird von uns nicht geduldet! Kommt daher zahlreich, um die Proteste wirksam möglich zu machen! Wo auch immer es sich morgen Abend in Steglitz-Zehlendorf ergibt!

Veranstaltungen:

1. 17.00 Uhr, Anhaltinerstrasse, Ecke Teltower Damm: Demo „Südwest stellt sich quer – Demonstration gegen Rechtspopulismus, Rassismus und Nationalismus“ (Jusos/ Grüne Jugend)

2. 17.30 Uhr, Teltower Damm, südl. Kirchstraße: Fest „Bunt und respektvoll“ (lokales Bündnis)

3. 17.30 Uhr, Teltower Damm, nördl. Kirchstraße: Kundgebung „Wahlkampf von „Pro Deutschland“ zum Wahlkrampf machen!“ (Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“)

4. 18.00 Uhr, Veranstaltung DIE LINKE Steglitz-Zehlendorf im Rathaus „Die Politik von ´Pro Deutschland´“ (bisher keine Zusage durch das Bezirksamt)


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Wahlkampf von “Pro Deutschland” zum Wahlkrampf machen! Vom Anfang bis zum Ende!

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Aufruf

Berlin, 27. 02. 2011

Wahlkampf von “Pro Deutschland” zum Wahlkrampf machen!
Vom Anfang bis zum Ende!
04. März ab 17.30 Uhr rund um das Rathaus Zehlendorf!

Am Freitag, den 04. März 2011 will der “Pro Deutschland Landesverband Berlin” ab 19.00 Uhr eine Mitgliederversammlung im Rathaus Zehlendorf durchführen. Als Anlass sollen die anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen im September 2011 in Berlin fungieren.

Das Bündnis “Rechtspopulismus stoppen” unterstützt die Proteste lokaler Parteien, Jugendorganisationen, Vereine, Organisationen und Initiativen aus Steglitz-Zehlendorf und ruft mit dazu auf, am 04. März ab 17.30 Uhr Gesicht gegen Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen zu zeigen. Mit unseren bisher nicht genehmigten Anmeldungen vor dem Rathauseingang Kirchstraße und Zehlendorfer Damm/ Ecke Kirchstraße wollen wir solidarisch mit den anderen Anmelder_innen und Unterstützer_innen rund um das Rathaus agieren. Gleichzeitig soll so den teilweise unterschiedlichen politischen, inhaltlichen und aktionsorientierten Ausrichtungen der Akteur_innen Rechnung getragen werden. Dabei gilt für uns der Aktionskonsens vom 13. und 19. Februar in Dresden, der auch die friedliche Protestform des zivilen Ungehorsams nicht ausschließt.

Laut Ankündigung von “Pro Deutschland” wird der schwedische Neonazi, angebliche Millionär und Begründer der extrem rechten “Kontinent Europa Stiftung” Patrik Brinkmann als zukünftiger Berliner Landesvorsitzender in Stellung gebracht werden. Auch seine Kandidatur für die Wahlen zur BVV Steglitz-Zehlendorf wurde neben der
Kreisverbandsgründung angekündet.

Die selbsternannte Bürgerbewegung “Pro Deutschland” hetzt u.a. gemeinsam mit rassistischen oder teils faschistischen Parteien wie Vlaams Beelang, Lega Nord, Front National, FPÖ, SVP, den Schwedendemokraten und der Dänischen Volkspartei sowie in einer Reihe mit Pax Europa, anderen Pro-Bewegungen und Freien Wählervereinigungen gegen Migrant_innen insbesondere Muslim_innen. Dabei fantasieren sie den Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei.

Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt mit rassistischen Argumenten darauf ab, über das Feindbild “Islam” Migrant_innen auszugrenzen.

Sozioökonomische und politische Aspekte werden als kaum zu überwindende kulturelle Modelle verschleiert und der Islam als eine Art Vehikel benutzt, um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitswahn mit dem Grundrechteabbau zu legitimieren.

Brinkmann selbst konstruiert Bedrohungsszenarien wie „Der Islam verhüllt seine Frauen und treibt europäische Frauen in die Prostitution.“ und schloss dieses mit den Worten: „Der in spätrömische Dekadenz verfallende Klaus Wowereit tut nichts dafür, um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden. Klar, er macht ja selbst mit. Er gehört genau aus dem Roten Rathaus verbannt, wie die Schwulenparaden aus der Stadt. Berlin darf nicht Sodom und Gomorrha werden.“ Schon Ende 2009 noch als Mitglied der DVU äußerte Brinkmann sich homophob in einem Interview zu einer Klage beim Verfassungsgericht gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften. Zuletzt fielen Patrick Brinkmann und /oder Manfred Rouhs mit “Pro Deutschland” durch das abstruse Wahlkampfthema, der Bildung eines “Bundeslandes Preußen mit Kerngebiet Berlin-Brandenburg” oder durch Flyeraktionen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sowie antiziganistische Sympathiebekundungen für Sarkozy´s Massenabschiebungen von Sinti und Roma und Nachahmungsempfehlungen für Berlin auf.

Derzeitiger Noch-Landesvorsitzender ist Manfred Rouhs, Mitglied im Kölner Stadtrat für die extrem rechte “Bürgerbewegung Pro Köln” sowie Mitglied der extrem rechten Vereinigung “Pro NRW”. Über die Jungen Nationaldemokraten (JN), die Republikaner und die Deutsche Liga für Volk und Heimat führte sein Weg zu “Pro Köln”, bevor er “Pro Deutschland” gründete und seine Aktivitäten nach Berlin verlegte.

Wir stellen uns diesen Rassist_innen und Rechtspopulist_innen entgegen und treten für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes, friedliches und diskriminierungsfreies Zusammenleben aller Menschen ein.

Deshalb:

Keinen Fußbreit den Nazis und Rassist_innen! Weder in Berlin noch sonst irgendwo!

Bisherige Anmeldungen:

1. Rathauseingang Kirchstraße oder Zehlendorfer Damm/ nördlich der Kirchstraße (Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen)
2. Zehlendorfer Damm/ südlich der Kirchstraße (lokales Bündnis Steglitz –Zehlendorf)
http://www.buntundrespektvoll.de/
3. Demo ab S-Bhf. Zehlendorf über Martin-Buber Str. bis Ecke Kirchstraße (Jusos)
Achtet auf aktuelle Ankündigungen! http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/)


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Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.

Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.

Am Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der Partei „Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im Rathaus Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die Kandidaten der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden. Der Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei Brinkmann für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.

Als Gast wird auch der Vorsitzende von „Pro Köln“ erwartet. Im Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als „rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht integrierbar dargestellt hat.“

Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments, Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft. Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.

Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.

Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf

Wir rufen alle auf:
Kommen Sie zur Kundgebung am 4. März 2011, um 18:00, vor dem Rathaus Zehlendorf.

Erstunterzeichner/ -innen:
Helgard Gammert, BALI-Kino
Ingrid Alberding, Geschäftsführerin Stadtteilzentrum Mittelhof e.V
Thomas Mampel, Geschäftsführer Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
Johannes Haerkötter, Fielmann
Caforio Leo, Trattoria Sotto Sopra
Iris Hoffmann, Tea Room
Jens Schmahljohann, Tam Tam Spielwaren
Ronald Böhmer, Wohltat’sche Buchhandlung, Filiale Teltower Damm
Harald Sommer, Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
Lukas Müller, Schulsprecher Droste-Hülshoff-Schule (Gymnasium)
Stephan Thies und Lukas Barker, Schulsprecher Schadow-Gymnasium
Rainer Brandt, Schauspieler
Ursula Heyer Schauspielerin
Johnny Strange, Culcha Candela
Klaus Abel, Zweiter Bevollmächtigter IG Metall Verwaltungsstelle Berlin,
Tobias Baur, Humanistische Union, LV Berlin-Brandenburg
Edith Pfeiffer, VVN-BdA
Dirk Stegemann, Rechtspopulismus Stoppen
Claus Kittsteiner, Sprecher Berliner Wassertisch
Norbert Kopp (CDU), Bürgermeister Steglitz-Zehlendorf

Autoren:

Benedikt Lux, MdA (GRÜNE), Ruppert Stüwe (SPD)

Unterzeichner / -innen:

Barabara Loth (SPD). Stadträtin für Wirtschaft und Gesundheit
Christa Markl-Vieto, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen
Eberhard Speckmann, LINKE Steglitz-Zehlendorf
Thomas Rudek u. Sabine Finkenthai Volksbegehren „Berliner Wasser“
Günther Schultze, Netzwerk Integration Südwest
Claus Gerwald, Piratenpartei Steglitz-Zehlendorf

Die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum Protest aufgeruf

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Berliner Polizei versucht Proteste am 04. März in Zehlendorf „präventiv“ zu kriminalisieren

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Berliner Polizei versucht Proteste am 04. März in Zehlendorf „präventiv“ zu kriminalisieren

Nach dem am vergangenen Freitag ergebnislos abgebrochenen Anmelder_innengespräch zu den geplanten Protesten am 04. März gegen „Pro Deutschland“ vor dem Rathaus Zehlendorf erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

„Wir werden weder widerstandslos auf das Recht verzichten, in Sicht- und Hörweite der Rassist_innen von „Pro Deutschland“ zu protestieren, noch die erneute Kriminalisierung von antifaschistischen und antirassistischen Protesten hinnehmen. Das Bündnis ´Rechtspopulismus stoppen´ ist sich in dieser Sache einig: Keinesfalls darf das nächste Rathaus in Berlin komplett durch Rassist_innen vereinnahmt werden!“

Da nun feststeht, dass „Pro Deutschland“ ihre geplante Veranstaltung im Rathaus Zehlendorf nicht öffentlich durchführen wird, dürfte sich auch die angekündigte Strategie der Berliner Polizei bestätigen. Diese sieht nicht nur die Verlegung der Proteste des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ fernab jeglicher Sicht und Hörweite vor das Finanzamt vor. Auch das Straßenfest des lokalen Bündnisses, welches sich ebenfalls aus Parteien, Organisationen, Vereinen und Initiativen zusammensetzt, soll vom ursprünglichen Anmeldepunkt südlich hinter die Eingänge zum Rathaus verlegt werden. Somit beabsichtigt die Berliner Polizei gleich alle drei Haupteingänge für „Pro Deutschland“ zu sichern, einzig zu Lasten der Versammlungsfreiheit der Anmelder_innen der Proteste.

Als Begründung wird eine Gefahrenprognose konstruiert, die sich dieses Mal nicht nur auf die erneute Kriminalisierung des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ konzentriert, wobei außer den Protesten vor dem Rathaus Schöneberg im Juli vergangenen Jahres nun auch grundlos die vor dem Rathaus Neukölln erwähnt wurden. Darüber hinaus reicht der Polizei jetzt schon die bloße Gelegenheit, dass auch aus der Versammlung des lokalen Bündnisses vereinzelte Personen Straftaten begehen könnten, zu einer Einschränkung des Versammlungsrechtes. Einzig die Demonstration vom S-Bhf. Zehlendorf hinterm Rathaus entlang bis zur Ecke Kirchstraße wurde nicht eingeschränkt.

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ hat nun als Ausweichvariante eine Veranstaltung Teltower Damm oberhalb der Kirchstraße angemeldet, um die Sicht- und Hörweite für die Proteste einzufordern. Gegebenenfalls müssen die geplanten sowie eventuell noch folgenden weiteren polizeilichen Auflagen juristisch überprüft werden.

Dazu der Sprecher des Bündnisses, Dirk Stegemann weiter:

“Die Einschränkungen der Proteste sind nicht nur unverhältnismäßig, sondern komplett überflüssig. Die ursprünglichen Anmeldungen enthalten keinerlei Einschränkungen für die Veranstaltung der Rassist_innen im Rathaus Zehlendorf. Darüber hinaus sind jetzt auch das Bezirksamt und die sogenannten etablierten Parteien gefordert. Neben der Prüfung der Kündigung des Mietvertrages für eine jetzt der Öffentlichkeit nicht mehr zugängliche Veranstaltung in einem öffentlichen Raum, wodurch sich einzig der Propagandazweck der Ortswahl zu bestätigen scheint, können gleichzeitige Veranstaltungen im Rathaus einer kompletten Vereinnahmung durch „Pro Deutschland“ entgegen wirken.“

Kein Platz für Nazis und Rassist_innen! Nirgends in Berlin!


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Rechtspopulismus stoppen: „´Pro Deutschland´ Tugenden lehren!“

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Unter diesem Motto wird das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ am kommenden Freitag um 18.00 Uhr der sogenannten Mahnwache für Preußen durch „Pro Deutschland“ ein passendes Spektakel entgegensetzen und erklärt:

Es ist kein Witz. Brinkmann und die rassistische Organisation „Pro Deutschland“ fordern tatsächlich die Gründung eines Bundeslandes Preußen mit Kerngebiet Berlin-Brandenburg. Wir finden dagegen, es gab mehr als genug gute Gründe Preußen mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 abzuschaffen. Fast 250 Jahre “Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist” (Kontrollratsgesetz Nr. 46), waren ausreichend. Nicht von ungefähr sahen sich die Alliierten “Geleitet von dem Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit der Völker und erfüllt von dem Wunsche, die weitere Wiederherstellung des politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage zu
sichern” (ebenda) veranlasst, Preußen aufzulösen.

Mit ihrem geschichtsrevisionistischen Blick auf Preußen bringen Brinkmann & Co nun lediglich ihr Verständnis zu Intoleranz, Militarismus, Untertanengeist und Kadavergehorsam zum Ausdruck. Auch, dass mit keinem Wort die Verfolgung von u.a. Katholiken oder die antisemitischen Gesetze in Preußen Erwähnung finden, verwundert nicht. Dies würde nicht nur ihr vermitteltes Trugbild der Toleranz und Aufklärung zerstören, mit dem sie sich jetzt zu schmücken suchen, um dem Rassismusvorwurf zu entgehen.

Das wird ihnen jedoch nicht gelingen. Wir vergessen weder Preußens Geschichte, noch den Rassismus und Sozialdarwinismus von “Pro Deutschland” und werden parallel zu deren “Mahnwache” die Auflösung von Preußen feiern.

Wir laden Euch deshalb zu einem zwangsfreien Spektakel gegen die Mahnwache von Pro Deutschland am 25. Februar 2011 ab 18.00 Uhr vor der HU Berlin ein. Lasst uns lustig sein! Kostüme und buntes Allerlei sind ausdrücklich erwünscht.


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Demo gegen den Thor Steinar Laden in Friedrichshain

Demo gegen den Thor Steinar Laden in Friedrichshain

Zwei Jahre “Tromsö” sind zwei Jahre zuviel

“Tromsö” – der Laden der Bekleidungsmarke Thor Steinar, öffnete Ende Februar 2009 seine Türen nahe dem Frankfurter Tor in Friedrichshain. Thor Steinar bedruckt Pullover, Jacken und Outdoor-Klamotten mit Symboliken und Bildern, die sich positiv zum deutschen Nationalismus und Militarismus, sowie zur Kolonialgeschichte positionieren. Die Marke ist fester Bestandteil der rechten Szene und ihrem Lifestyle.
Den Laden ausgerechnet in Friedrichshain zu eröffnen, stellte eine Provokation des Herstellers dar. Seither sind zwei Jahre vergangen. Mehrere Demos, Aktionen, Veranstaltungen richteten sich im Friedrichshain gegen den Tromsö. Offensichtlich haben die Mitarbeiter im Tromsö verstanden, dass sie im Friedrichshain nicht willkommen sind. Man ist deshalb dazu übergegangen sich zu verschanzen. Aufgeben will der Betreiber den Laden aber nicht, obwohl dieser ein Verlustgeschäft ist. Die Shops an prominenten Orten sollen provozieren und signalisieren, dass sich Thor Steinar nicht einschüchtern lässt. Auch in der juristischen Auseinandersetzung mit dem Vermieter zeigt sich Thor Steinar renitent. Dieser sprach bereits im März 2009 die Kündigung aus. Im Dezember 2010 bestätigte das Landgericht Berlin die Kündigung. Doch die Rechtsmittel sind noch nicht ausgeschöpft. Ein Spiel auf Zeit. Solange der Rechtsstreit andauert, darf der Tromsö – juristisch betrachtet – bleiben.

Deshalb:

Demonstration am 26. Februar 2011 ab 14.00 Uhr

Treffpunkt: Boxhagener Platz


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Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus

Bunt und respektvoll

Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.

Am Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der Partei „Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im Rathaus Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die Kandidaten der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden. Der Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei Brinkmann für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.

Als Gast wird auch der Vorsitzende von “Pro Köln” erwartet. Im Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als „rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht integrierbar dargestellt hat.“

Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments, Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft. Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.

Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.

Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf

Die Kundgebung beginnt um 18:00 vor dem Rathaus Zehlendorf. Auch die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum Protest aufgerufen


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Bundesausschusses Friedensratschlag: Aufmarsch der Nazis verhindern Blockieren ist ein Menschenrecht

Aufmarsch der Nazis verhindern
Blockieren ist ein Menschenrecht

Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel/Dresden, 16. Februar 2011 – Zu den bevorstehenden Protesten gegen den Aufmarsch der Nazis am kommenden Samstag in Dresden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag:

Es bleibt für uns eine unerträgliche Situation, dass den Alt- und Neonazis erlaubt wird, das Gedenken an die Toten der Bombenangriffe von Dresden 1945 für ihre geschichtsrevisionistischen “Botschaften” zu missbrauchen. Es ist für uns unerträglich, dass sächsische Gerichte die Polizei auffordern, den Nazi-Aufmarsch dieses Mal besser zu schützen um den Geschichtsleugnern den Weg für ihren gruseligen Umzug frei zu kämpfen. Und es war unerträglich, dass am vergangenen Wochenende ein erster “Gedenk”-Marsch der Nazis genehmigt, ein antifaschistischer Stadtrundgang in der Dresdener Altstadt indessen verboten wurde.

Wer heute der deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs (der Gefallenen und bei der Offensive der Alliierten getöteten Zivilpersonen) und der kriegsbedingten Umsiedlung von Millionen Menschen gedenkt, muss die deutsche Verantwortung dafür und die deutsche Täterschaft benennen. Wir wollen nur an drei Wahrheiten erinnern:

1) Das Unglück des Zweiten Weltkriegs begann nicht erst mit den Angriffen der Antihitlerkoalition auf Ziele in Deutschland. Es begann am 1. September 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, setzte sich fort mit dem Feldzug im Westen und den Luftangriffen gegen Städte in Großbritannien (z.B. Coventry) und fand seinen Höhepunkt im Angriff auf die Sowjetunion 1941 und den Vernichtungskrieg im Osten.
Allein in der Sowjetunion starben 20 Millionen Menschen. Während des Krieges wurden sechs Millionen Juden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern von Auschwitz, Treblinka, Buchenwald, Sachsenhausen, Dachau, Majdanek u.a. systematisch ermordet – das größte Verbrechen, das die Menschheit bisher gesehen hat.

2) Zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs gehört die Machtübernahme Hitlers und der NSDAP am 30. Januar 1933. Innerhalb weniger Monate wurden die freien Gewerkschaften, alle oppositionellen Parteien verboten, Kommunisten, Sozialdemokraten, antifaschistisch und liberal gesinnte Demokraten aller Couleur verfolgt und ein autoritäres, verbrecherisches und aggressives Regime errichtet, das sich anschickte, nach der Wiedereingliederung des Saarlands, des „Anschlusses“ Österreichs und der Einverleibung des „Protektorats“ Böhmen und Mähren die „Kornkammern“ Osteuropas zu erobern, die slawischen „Untermenschen“ zu versklaven und ein „tausendjähriges“ Weltreich zu errichten.

3) Dass sich dagegen die Völker Europas und der Welt zur Wehr setzten und dass schließlich die Anti-Hitler-Koalition Nazi-Deutschland in einem verlustreichen Krieg niederrang, war ein Akt der Selbstverteidigung. Der Anti-Hitler-Koalition haben wir die Befreiung der noch überlebenden Häftlinge des KZ Auschwitz (27. Januar 1945) zu verdanken, ihr haben wir schließlich – am 8. Mai 1945 – die endgültige Befreiung Deutschlands von dem terroristischen Nazi-System zu verdanken.

Vor einem Jahr war es einem breiten demokratisch-antifaschistischen Bündnis gelungen, den Aufmarsch der Rechten zu stoppen. Neofaschisten mobilisieren europaweit, diese “Schmach” wieder auszuwetzen und wollen Dresden am Samstag wieder ihren braunen Stempel aufdrücken. Dem wollen wir uns entgegen stellen.

Die Friedensbewegung ist bekannt für ihre Gewaltlosigkeit. Sich den alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen, ist ein Akt präventiven Selbstschutzes, weil es den Aufmarsch der organisierten Nazi-Gewalt verhindern will. Eigentlich wäre das die Aufgabe der staatlichen Organe.
Vor einem Jahr, am 13. Februar 2010, war es den Demokraten gelungen, den Naziaufmarsch zu verhindern. Auch diesmal stellen wir uns quer.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat in einem Appell an die Friedensbewegung dazu aufgerufen, am 19. Februar nach Dresden zu kommen und sich dem Aufmarsch der Rechtsradikalen entschlossen entgegen zu stellen. (Den Aufruf “Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!” können Sie hier herunterladen


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Dresden nazifrei: Route der Nazis am 13.02. bekannt geworden!

Route der Nazis am 13.02. bekannt geworden!

Dresdner Verwaltungsgericht untersagt Proteste in Hör- und Sichtweite! Bündnis mobilisiert weiter zum Hauptbahnhof!

Das Verwaltungsgericht Dresden hat gestern die Auflagen des Ordnungsamtes Dresden bestätigt. Damit bleibt unser geplanter Mahngang „Täterspuren“ in der Innenstadt faktisch verboten. Wir sind nicht bereit uns dieser skandalösen Entscheidung zu beugen und haben Beschwerde vor dem sächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt. Wir rufen weiterhin alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu auf, sich mit uns auf die Spuren der Nazitäter zu begeben. Treffpunkt für den Mahngang ist um 11 Uhr der Comeniusplatz.

Desweiteren hat das Verwaltungsgericht die geplante Kundgebung am Friedrich-List-Platz untersagt und verweist uns auf die andere Elbseite, in die Dresdner Neustadt. Proteste in Hör- und Sichtweite wären damit unmöglich. Deshalb rufen wir weiterhin alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu auf, um 14 Uhr an den Dresdner Hauptbahnhof zu kommen. Neuer Treffpunkt ist die angemeldete Kundgebung an der Hochschulstraße, direkt vor der Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Inzwischen ist die geplante Route der Nazis bekannt geworden. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, sammeln sich die Nazis ab 15 Uhr am Hauptbahnhof (Bayrische Straße) und wollen dann über die Strehlener Straße, Ackermannstraße, Zellescher Weg, Fritz-Löffler-Straße zurück zum Hauptbahnhof marschieren.


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NaturFreunde Sachsen: Aufruf zum Protest gegen Nazi-Aufmarsch in Dresden

Im Februar planen Neonazis erneut Aufmärsche in Dresden. Bereits am 13. Februar soll ein Fackelmarsch stattfinden. Die Naturfreunde und die NaturFreundejugend Sachsen rufen dazu auf, sich an der Menschenkette unter dem Motto »Erinnern und Handeln. Für mein Dresden« zu beteiligen, um die Nazis zu stoppen. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt vor dem Eindringen Rechtsextremer schützen.

Auch wie im letzten Jahr wollen sich die NaturFreunde Sachsen und die NaturFreundejugend Sachsen aktiv an der Menschenkette beteiligen. Wir treffen uns am 13.02.2011, 12.30 Uhr vor dem Umweltzentrum (Schützengasse 18, 01067 Dresden), um gemeinsam zur Menschenkette zu gehen.

Die größere Nazidemonstration ist für den 19. Februar geplant. Alle Mitbürger sind aufgerufen, sich an dem friedlichen Protest gegen die geplanten Nazi-Aufmärsche zu beteiligen. Statt den Nazis eine Plattform zu bieten, soll so die demokratische und friedliche Gesinnung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung demonstriert werden.

Zur wahren Gesinnung der Nazis wird auf zwei Zitate aufmerksam gemacht.

“Die große Anzahl von Anträgen, die sich dagegen wehren, dass im ganzen Lande die Terrorakte überhand nehmen, die Akte der Brutalität, ausgeführt von Nationalsozialisten, beweisen, wie stark inzwischen, seit wir uns das letzte Male mit diesen Dingen beschäftigt haben, die die Verbrechergarde des Herrn Studentkowski geworden ist. Sie zeigen, dass wir in einer Situation sind, wo es höchste Zeit wird, dass die Regierung eingreift, die die Staatsgewalt in der Hand hat, die die Aufgabe hat, dafür zu sorgen, dass Sachsen ein Rechtsstaat ist, dass wir die Möglichkeit haben, unsere politische Auffassung zu sagen, dass jeder Mann sicher davor ist, dass er nicht von dem, der anderer Meinung ist, über den Haufen geknallt oder hinterrücks niedergestochen wird.”

Dieses Zitat stammt von Herrmann Liebmann, bis 1933 Abgeordneter der SPD im Sächsischen Landtag. Er hielt diese Rede zwei Mal. Das erste Mal im Sächsischen Landtag am 16.12.1931, das zweite Mal wurde er im März 1934 vom NSDAP Gauleiter Mutschmann im Konzentrationslager Hohenstein gezwungen, die Rede vorzutragen. Liebmann, der inzwischen erblindet war, starb an den Folgen der im Konzentrationslager erlittenen Misshandlungen am 06.09.1935.

Das zweite Zitat:

“Zum Schutz der Versammlungsfreiheit erwarten wir ferner, dass schon die Vorbereitung zu Krawallen unterbunden und deshalb das steuergeldfinanzierte Kriminellen-Nest am Bischofsplatz 6 in Dresden – das Bürgerbüro der Anwälte Lichdi und Jähnigen – ausgehoben wird! Politiker wie Herr Hahn, die öffentlich zu rechtswidrigen Blockaden aufrufen, gehören überdies nicht in den Landtag, sondern in Vorbeugegewahrsam genommen! Und wer seine parlamentarische Immunität wie Herr Hahn und Herr Lichdi als Leitwolf für kriminellen Pöbel nutzt, für den kann es nur heißen: Wasser Marsch – Gummiknüppel frei!“

Es handelt sich dabei um einen Auszug der Rede des NPD-Abgeordneten im Sächsischen Landtag Holger Apfel, welche er am 09.02.2011 im Sächsischen Landtag hielt.

Bedarf es noch eines Kommentars?

Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)


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KOMM NACH DRESDEN …UND BRING ZWEI MIT!

KOMM NACH DRESDEN …UND BRING ZWEI MIT!

Jedes Jahr im Februar findet in Dresden der größte Naziaufmarsch Europas statt. 2010 versammelten sich über 6000 Neonazis in der Stadt an der Elbe. Dabei gelang das Unglaubliche, der sogenannte Trauermarsch wurde zum ersten Mal durch Blockaden verhindert. Das war großartig und muss 2011 wieder geschafft werden! Unser Motto lautet: Bring 2! Die Idee: Alle, die im letzten Jahr den Naziaufmarsch verhindert haben, kommen wieder und jeder bringt noch zwei Freunde mit! Also: Beteiligt euch an der Mobilisierung, dreht Videos und macht Fotos für bringzwei.com! Fahrt am 19. Februar mit zwei Freunden nach Dresden und verhindert mit uns den Naziaufmarsch! Wir zählen auf Euch!

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Die Kampagne Bring 2 lebt von Deiner und Eurer Beteiligung.

Zeigt den Neonazis und der Stadt Dresden, dass dieses Jahr wieder zehntausende Menschen nach Dresden kommen und den Neonazi-Großaufmarsch blockieren werden.
Nur gemeinsam können wir es schaffen. Wir brauchen jede und jeden Einzelne/-n. Deshalb haben wir 2011 die Kampagne „Bring 2“ gestartet. Die Idee: Alle, die letztes Jahr in Dresden waren und blockiert haben, kommen dieses Jahr wieder. Und jede und jeder bringt noch zwei Personen mit. So sind wir auf der sicheren Seite und machen den Neonazis ihren letzten Großaufmarsch in Europa streitig.


Was ist das Ziel von „Bring 2“?

Das Ziel von „Bring 2“ ist es, möglichst viele Menschen im Februar 2011 nach Dresden zu mobilisieren. Um den Erfolg der Blockaden vom letzten Jahr wiederholen zu können, müssen wir mindestens genauso viele sein. Besser ist, wir sind doppelt oder dreifach so viele! Mach mit und bring auch du zwei Freunde, Kollegen, Mitschüler oder Bekannte mit nach Dresden!

Wie kann ich bei „Bring 2“ mitmachen?

„Bring 2“ lebt vom Mitmachen. Suche dir zwei Personen und verabrede dich mit ihnen, im Februar nach Dresden zu fahren und die Nazis zu blockieren. Dann macht einfach zusammen – also zu dritt – ein Foto oder ein kurzes Video von euch. Auf unserer Website findet ihr das Logo von „Bring 2“. Das könnt ihr natürlich verwenden oder euch selbst etwas ausdenken. Schreibt kurz dazu, weshalb ihr dieses Jahr wieder nach Dresden fahrt und zwei weitere Personen mitbringt. Oder sagt im Video einfach kurz, warum ihr am Start seid!.

Was ist besser: Video oder Foto?
Das ist vollkommen euch überlassen. Lasst eurer Kreativität beim Foto- oder Video-Motiv freien Lauf. Man kann sowohl auf Fotos als auch in Videos auf tausende verschiedene Arten zum Ausdruck bringen, dass wir den Neonazi-Aufmarsch in Dresden zusammen auch 2011 wieder zum Desaster machen!

Was muss ich technisch beachten?
Nicht viel. Schickt uns die Bilder oder Videos per Mail an info@bringzwei.com .Wir können alle gängigen Formate verwenden und auf der Homepage einbinden. Bei Videos, die ihr auf euren eigenen youtube-Kanal hochladen wollt, reicht es, wenn ihr uns den Link oder den embedded-code sendet. Wenn ihr Lust habt, schreibt doch eine kurze interessante, lustige oder kämpferische Anmerkung dazu. Auch das wird auf der Homepage erscheinen.

Muss ich mein Gesicht gegen Neonazis auf „Bring 2“ zeigen?
Du musst gar nichts, was Du nicht willst, bei „Bring 2“. Wer aus welchen Gründen auch immer keine Lust dazu hat, dass Neonazis sein oder ihr Gesicht sehen, dem oder der steht es in jeglicher Form frei, die eigene Identität zu verbergen. Verkleide, schminke, vermumme oder verstelle dich. Hauptsache, du machst mit bei „Bring 2“, bringst mindestens zwei weitere Personen mit nach Dresden und machst anderen Menschen Mut, gegen Neonazis auf die Straße zu gehen!

Wo werden meine Fotos und Videos zu finden sein?

Das Hauptportal von „Bring 2“ ist die Homepage bringzwei.com. Deine Fotos werden in den dazugehörigen flickr-account eingestellt und die Videos auf unseren youtube-Chanel. Unser Facebook-Account wird beim Eingang neuer Beiträge stets aktualisiert. Und über unseren twitter-Account wird eine Nachricht versendet.

Können auch Neonazis sich „Bring 2“ angucken?

Natürlich können sie das tun. Das Internet ist ein recht freier Ort und wir können niemandem verbieten, auf unsere Website zu schauen. Bilder und Videos, die im Internet auftauchen, können dort für sehr lange Zeit zu sehen sein. Bedenke das, wenn du bei „Bring 2“ mitmachst und sorge gegebenenfalls dafür, dass man dich nicht erkennt!

Hier die Seite von BRING ZWEI


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Dresden nazifrei: Blockadetermin steht fest!

Wir halten an unserem erklärten Ziel fest, Europas größten Naziaufmarsch endgültig Geschichte werden zu lassen, und rufen für den 19.02 bundesweit zur Verhinderung des Naziaufmarschs mittels Massenblockaden auf. Es hat sich abgezeichnet, dass die Nazis an diesem Tag ihr zentrales Event veranstalten wollen, was es für uns auf jeden Fall zu verhindern gilt! Tragt diesen Termin in Eure regionalen Vorbereitungskreise und Strukturen.

Für den 13. Februar mobilisieren die Nazis regional zu einem Fackelmarsch nach Dresden. Dieses Ereignis können und werden wir nicht unkommentiert lassen. Wir rufen vor allem die Dresdnerinnen und Dresdner und alle Menschen in der Region dazu auf, sich mit öffentlichkeitswirksamen und vielfältigen Aktionen diesem entgegenzustellen. Auch am 13. Februar werden wir es nicht bei einem symbolischen Protest belassen.

Genaueres ist in Planung und wird auf der Website unseres Bündnisses regelmäßig aktualisiert.


Spendenaufruf

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wer euch die heiße Suppe am Blockadetag in die Hand zaubert? Oder wer die schicken Plakate malt? Warum diese Website nicht mit Werbung zugemüllt ist?

Wahrscheinlich habt ihr es schon vermutet: Das ganze kostet Geld. Und das brauchen wir, damit die Blockaden ein voller Erfolg werden. Für die Mobilisierung und den Tag selber.

Also: Spendet für das Bündnis „Nazifrei! Dresden stellt sich quer“

Empfänger: Bund der Antifaschisten e.V.
Konto: 7431721010
BLZ: 85095004
Volksbank-Raiffeisenbank Meißen
Kennwort: Dresden Nazifrei

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2011 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist! Nazifrei – Dresden stellt sich quer!

2011 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist!
Nazifrei – Dresden stellt sich quer!

2010 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größten Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Grundlage unseres Erfolges war die Spektren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen. Mit unserer klaren Ankündigung, den Naziaufmarsch durch Blockaden zu stoppen, haben wir gemeinsam den Raum des symbolischen Protestes verlassen. Die Entschlossenheit tausender Menschen, sich mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams den Nazis in den Weg zu stellen, machten die Blockaden zu einem Erfolg.

Für 2011 haben die Nazis angekündigt, mehrere Veranstaltungen zum Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden durchzuführen. Seit Jahren versuchen die Nazis die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Nazis die Geschichte verdrehen und die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus verhöhnen. Wir lehnen jede Leugnung und Relativierung der deutschen Schuld an Vernichtungskrieg und Holocaust ab.

Wir sind uns bewusst, dass sich die Nazis ihr Großereignis nicht einfach nehmen lassen. Deshalb werden wir uns auch 2011 wieder den Nazis durch Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Massenblockaden entgegen stellen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Wir werden uns weiterhin bei Versuchen der Kriminalisierung solidarisch zueinander verhalten. Wir stellen uns gegen jeden Versuch, antifaschistischen Protest als „extremistisch“ zu bezeichnen.
2011 werden wir den Naziaufmarsch gemeinsam blockieren – bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!


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Nationale Befreiungsfront als Nachfolger der Freien Nationalisten Mitte?

Wahrscheinlich hat sich eine Nachfolgegruppe der offiziell aufgelösten “Freien Nationalisten Berlin-Mitte” gegründet. Als “Nationalistische Befreiungsfront aus Berlin” melden sie sich zurück.

Mit der gleichen Hetze und Geschmacklosigkeit wie die ehemaligen “Freien Nationalisten Berlin-Mitte” haben sie einen Blog aufgemacht und fallen als “große Heldentat” über einen Toten her. Wahrlich sehr mutig!

Aus ihrem Blog:

“Berlin/Mitte. Eine handvoll Aktivisten sammelte sich heute Vormittag am S-Bahnhof Gesundbrunnen um Flugblätter zu verteilen die unter anderem über die Umtriebe des Volksschädlings Silvio Meier informierten.”
Weiter schreiben sie, dass Silvio ein “asoziales Individuum” war, dem sie keine Träne hinterherweinten.

So etwas wie Anstand scheinen diese Herren nicht zu besitzen. Die Ehre eines ermordeten Menschen zu verletzen spricht mehr als tausend Worte über diese neue “Nationalistische Befreiungsfront”.

Ich hoffe, dass diese Herren auch jetzt bald wieder ihre Auflösung bekannt geben müssen!


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Genug getötet – Abzug aus Afghanistan

Genug getötet – Abzug aus Afghanistan

66.600 Unterschriften sind bereits gesammelt

Liebe Friedensfreundinnen und –freunde,

mit der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung fordert die Friedensbewegung den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan – je früher, desto besser, am besten sofort. 66.600 Unterschriften haben wir in den letzten Monaten gesammelt. Und wir sammeln weiter. Der Appell “Den Krieg in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” ist unser Protestruf. Es ist Krieg. Entrüstet euch! Zieht endlich ab aus Afghanistan. Genug getötet. Wir wollen keine weiteren Opfer.

Mit dem Appell fordern wir von Bundestag und Bundesregierung “den Stopp aller Kampfhandlungen, den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan, den Einsatz der frei werdenden Gelder zur Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen. So haben ein selbstbestimmter Friedensprozess und der zivile Aufbau in Afghanistan eine Chance.”

Ein kurzer Text, eine unmissverständliche Botschaft. Wenn sich am 7.
Oktober 2011 zum zehnten Mal der Kriegsbeginn jährt, wollen wir mit diesem Appell “Den Krieg in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” und mit möglichst vielen Unterschriften an die Öffentlichkeit.

Die große Mehrheit in Deutschland ist gegen diesen Krieg. Sprecht diese Menschen an, sammelt bei Großveranstaltungen und auf Wochenmärkten, nach dem Kirchgang oder dem Moscheebesuch, bei Konzerten, in Schulen und Hochschulen Unterschriften unter den Aufruf “Den Krieg in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” Dass Menschen diesen Appell gern unterschreiben, zeigen eigene Erfahrungen und Rückmeldungen von Friedensaktivistinnen und -aktivisten. Unterschriftenlisten bekommt ihr bei allen Friedensorganisationen.

Am 28. Januar, wenn der Bundestag über die Mandatsverlängerung abstimmt, werden Berliner Friedensgruppen und Organisationen in Sichtweite der Abgeordneten demonstrieren. Sie werden der Opfer gedenken, die dieser Krieg bereits gefordert hat und dagegen protestieren, dass Opfer weiterhin in Kauf genommen werden. In vielen Städten und Gemeinden sind ebenfalls Protestaktionen geplant oder werden spontan durchgeführt.

Ideenreichtum und Energie sind gefragt, um ein Ende des Krieges zu erzwingen.

Euer
Koordinationsausschuss Afghanistan:

Susanne Grabenhorst, Kooperation für den Frieden Klaus-Dieter Heiser, Friedenskoordination Berlin (Friko) Lühr Henken, Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Bundesausschuss Friedensratschlag Julia Hillebrand, Friedenskoordination Berlin (Friko) Wiltrud Rösch-Metzler, pax christi Monty Schädel, DFG-VK Jens-Peter Steffen, IPPNW Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag

Listen zum Ausdrucken findet ihr hier


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Kein Platz für Nazis in Neukölln !

Erstmalig für den 08.05.2010 hatte die NPD für eine Saalveranstaltung einen Mietvertrag für Räume des Bezirksamtes Neukölln im Natur- und Grünflächenamt erhalten. Gemeinsam wurde den Teilnehmer-innen aus der rechten Szene von Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft ver.di und anderen antifaschistischen Kräften am Hochspannungsweg in Buckow deutlich gezeigt, was wir von braunen Veranstaltungen im Bezirk Neukölln halten. Nämlich NICHTS!

Für den 17.06.2010 musste nun erneut auf der Grundlage des „Parteiengesetzes“ (die NPD ist bisher nicht verboten) dem Antrag zur Anmietung der Räume statt gegeben werden.

Unter dem Motto bunt statt braun

werden wir erneut gemeinsam mit anderen Antifaschisten deutlich machen, dass wir gegen Naziaktivitäten in Bezirksamtsräumen und auch anderswo sind !

Wir rufen deshalb alle Kolleginnen und Kollegen auf, Zeichen zu setzen gegen die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut !

Kommen Sie deshalb

am 17. Juni 2010, ab 17.00 Uhr

zum Buckower Damm 170 / Hochspannungsweg

in 12349 Berlin (Buckow) .

Die Aktion ist polizeilich angemeldet und wird unterstützt durch die Gewerkschaft ver.di Berlin. Wir freuen uns über die Teilnahme aller gleichgesinnten GewerkschafterInnen und Bürger.

Also, weitersagen, die Familie und Freunde mitbringen !

ver.di Betriebsgruppe im Bezirksamt Neukölln von Berlin

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Keinen Fußbreit den RassistInnen

Keinen Fußbreit den RassistInnen
2. Juni 2010

Unter dem Deckmantel von Islamkritik, Frauen- und BürgerInnenrechten versucht nun die selbsternannte Bürgerbewegung „pro Deutschland“ einen rassistischen Konsens in Berlin gesellschaftsfähig zu machen. “pro Deutschland“ – eine Koalition aus „geläuterten Nazis“, RassistInnen und SozialdarwinistInnen – will ihren Ableger „Pro Berlin“ bei ihrem Bundesparteitag in Berlin am 17. Juli in Startposition für die Abgeordnetenhauswahl 2011 bringen. Zum Frontmann soll der von der DVU zu „pro Deutschland“ gewechselte schwedische Multimillionär und Nazi Patrik Brinkmann, der seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt und gerade beim Wahlkampf in NRW unter dem Slogan „Abendland in Christenhand“ eine grandiose Bauchlandung hingelegt hat, gekürt werden. Unterstützen sollen ihn dabei Markus Beisicht, Vorsitzender von „pro Köln“ und „pro NRW“ sowie Manfred Rouhs, Vorsitzender von „pro Deutschland“, die beide früher unter anderem bei den Republikanern und der rechten Deutschen Liga für Volk und Heimat aktiv waren. Nahtlos reiht sich hier auch das neueste „prominente“ Mitglied Andreas Molau, Vorsitzender der rechten Gesellschaft für freie Publizistik und ehemaliges Mitglied der NPD sowie der DVU ein. Wie diese drei ist einer Reihe von FunktionärInnen und Mitgliedern der pro- Bewegungen eine frühere Mitgliedschaft in rechten Parteien und/oder Querverbindungen zu unterschiedlichsten rechten Gruppen und Parteien, bis hin zur NPD nachzuweisen.

Zusammen mit rassistischen Parteien wie Vlaams Beelang. Lega Nord, FPÖ sowie in einer Reihe mit Pax Europa, anderen Pro-Bewegungen und Freien Wählervereinigungen, mit MoscheegegnerInnen wie der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) hetzen sie gegen MigrantInnen und fantasieren den Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei.
Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt mit rassistischen Argumenten darauf ab, über das Feindbild Islam MigrantInnen auszugrenzen. Sozioökonomische und politische Aspekte werden als kaum zu überwindende kulturelle Modelle verschleiert und der Islam als eine Art Vehikel benutzt, um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitswahn mit dem Grundrechteabbau zu legitimieren.
Wir nehmen die Propaganda der RassistInnen als das was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft.

Deswegen ruft der Berliner VVN-BdA alle Berlinerinnen und Berliner auf:
Egal unter welchem Dach sich RassistInnen oder Nazis versammeln, ob im Rathaus Schöneberg oder anderswo – wir werden da sein! Wir wollen weder ihre Parteitage noch ihre Anwesenheit in Parlamenten in Berlin!


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Antifa: Schon wieder Zossen?!

Zossen, eine kleine Stadt bei Berlin, ist zu einem Tummelplatz von Nazis geworden. Diese treten aggressiv auf und sind überregional gut vernetzt. In den vergangenen anderthalb
Jahren drohten sie lokalen Antifaschist_innen mit Mord, beschädigten deren Häuser, schmierten Naziparolen und störten wiederholt antifaschistische Gedenkkundgebungen mit antisemitischen und nationalsozialistischen Parolen. Selbst vor Brandanschlägen schrecken sie nicht zurück – in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 2010 brannten sie das Zossener Haus der Demokratie nieder.

Als wäre all das nicht schon übel genug, geht nun auch noch die NPD in Zossen und Umgebung verstärkt auf Mitgliederfang.

Wir sind es leid, den nazistischen Aktivitäten tatenlos zuzusehen und organisieren deshalb am 12. und 13. Juni ein antifaschistisches Aktionswochenende mit Demo, Camp, Infoveranstaltungen und Konzert in Zossen, um ein deutliches Zeichen gegen Nazis zu setzen. Kommt zahlreich!

Das Wochenende soll zudem die Vernetzung von engagierten Leuten verbessern.

Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und kapitalistischem Verwertungszwang!

Informations- und Mobilisierungsveranstaltungen
Samstag, 29. Mai, 18 Uhr Jugendfreizeitheim, Erich-Weinert-Strasse 9, Königs-Wusterhausen
Dienstag, 1. Juni, 21 Uhr: F 54, Friedelstrasse 54, Berlin-Neukölln
Mittwoch, 2. Juni, 18 Uhr: KLAB, Beelitzer Tor 10, Luckenwalde
Dienstag, 8. Juni, 18 Uhr: Black Fleck, Zeppelinstrasse 26, Potsdam

Antifaschistisches Aktionswochenende

Vorläufiges Programm:

Camp auf der Wiese gegenüber vom ehemaligen Haus der Demokratie (Kirchstrasse),
mit Übernachtungsmöglichkeiten (Zelte vorhanden, Schlafsack mitbringen!)

Samstag, 12. Juni
13:00 Uhr: Vortrag und Diskussion. Dr. Rolf Gössner (Vizepräsident der Internationalen Liga
für Menschenrechte): Staatlicher Umgang mit Neonazismus und rechter Gewalt (verbieten,
unterwandern, verdrängen) im Konflikt mit antifaschistischen Grundsätzen und Aktionen

15:30 Uhr am Bahnhof Zossen: DEMONSTRATION: NS-Verherrlichung und Verharmlosung den Boden entziehen. Mit Techno-DJ-Wagen

18:00 Uhr: Umsonst & Draussen – Konzert: Drei gegen die Windmühlen, Antilopen Gang,
Dirk von Lowtzow (Tocotronic-Sänger), TURBOSTAAT

Sonntag, 13. Juni:
13:00 Uhr: Stadtführung mit der Bürgerinitiative Zossen zeigt Gesicht. Geschichte des
Antifaschismus und zu Jüdischen Leben in Zossen.
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www.linker-flaeming.de.vu
Gruppen im Bündnis: Linksjugend Solid Teltow-Fläming Nord, Jusos Teltow-Fläming, VVN/BdA Potsdam – Mittelmark – Fläming, JungdemokratInnen/Junge Linke Brandenburg, SJ – Die Falken Brandenburg, Autonome Antifa Teltow-Fläming, Soziale Unruhe Blankenfelde
Unterstützende Gruppen: Utopia e.V. Frankfurt (Oder), Die Linke Teltow-Fläming, Antifa AK Potsdam


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Freie Nationalisten Mitte versuchen mit Aktionen im Wedding aufzufallen

Eine Minigruppe die sich “Freie Nationalisten Mitte” nennt, versucht durch Schier- und Plakataktionen im Wedding aufzufallen. Bisher haben sie durch eine Reihe von Aktionen versucht, auf sich aufmerksam zu machen.

Diese Gruppe versucht in unserem Kiez Fuß zu fassen, was dieser Minigruppe aber sicher nicht gelingen wird.

Bisherige Aktivitäten der Freien Nationalisten Mitte:

Folgende Chronologie fasst uns bekannt gewordene regionale Aktivitäten der FN-Mitte, so wie Aktionen die ihnen zuzurechnen sind zusammen.

26. / 27. Januar 2010
An das linke Wohnprojekt “Groni 50” sprühen Neonazis den Schriftzug “Game over Antifa“ und den Schriftzug “9mm“, der eine klare Gewaltandrohung darstellt.

24. / 25. Februar 2010
Zwei vermummte Personen werfen die Schaufenster des linken Nachbarschaftsprojektes “Scherer 8” ein.

17. April 2010
Gegen 22 Uhr verklebt eine fünf bis sieben köpfige Gruppe Neonazis im Umfeld der Scherer8 Aufkleber und Plakate. An der Bareingangstür des Gebäudes wurden die rechten Schriftzüge „C4″ und „NS jetzt“ angebracht. Außerdem wurden die Parolen „Linkes Gezetter, 9mm“, „1. Mai Antifafrei“, „C4 for Reds“, so wie „Israel – Völkermordzentrale“ und „Suicide gegen Rechts“.

19. April 2010
Gegen 10:40 fotografiert ein maskierter Mann die Vorderseite der Scherer8. In der Nähe der Schererstraße 3 wird eine Gruppe von sechs Neonazis in schwarz gesichtet, die mit einem Transparent, mit der Aufschrift:„1.Mai – seit 33 arbeitsfrei“, posieren.
Statement der Scherer8 zu Naziaktivitäten

26. April 2010
Die Freien Kräfte Mitte veranstalten zusammen mit NPD-Mitgliedern aus Berlin und Brandenburg im Wedding eine größer angelegte Plakat und Sprühaktion. Vorwiegend werden Werbeplakate für den 1.Mai-Aufmarsch der Freien Kräfte Berlin geklebt. Die Neonazis plakatieren unter anderem an der Osloer Straße und am Leopoldplatz. Eine Moschee und Hauswände werden mit rechten Parolen besprüht.

27. April 2010
Mitglieder der Freien Kräfte Mitte reißen in Moabit antifaschistische Plakate ab. Sie verkleben Plakate mit der Aufschrift „Nationaler Sozialismus jetzt!“ und sprühen Stencils mit der Losung „Sozial geht nur National“.

Ihre Aktionen werden im Wedding nichts bewirken. Eine breite solidarische Aktion von vielen unterschiedlichen Menschen und Organisationen wird nicht zulassen, dass im bunten Wedding Nazi-Schmierereien zu sehen sind.

Der Wedding ist bunt – und das wird auch so bleiben!

Uwe



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Lesen gegen das Vergessen am 10. Mai 2010

Zur Mahnung und Erinnerung an die Bücherverbrennung

Am 10. Mai 1933 wurden in 22 deutschen Universitätsstädten – beginnend mit dem Opern-, heute Bebelplatz, in Berlin – öffentlich zehntausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Schriftstellern konfisziert und verbrannt. Auf Einladung der Fraktion DIE LINKE werden auch in diesem Jahr Menschen unterschiedlichster Generationen Texte von Autorinnen und Autoren vorlesen, deren Bücher damals der faschistischen Barbarei zum Opfer fielen.

In diesem Jahr werden neben der fast hundertjährige Schriftstellerin Elfriede Brüning und der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Lala Süsskind, amerikanischen Studentinnen und Studenten sowie Berliner Schülerinnen und Schüler erstmalig die Schauspieler Walfriede Schmitt und Wolfgang Völz sowie die Fußballweltmeisterin Anja Mittag aus Büchern lesen, die 1933 verbrannt worden sind.

11 bis 13 Uhr
Bebelplatz, gegenüber der Humboldt-Universität


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Aufruf zur Demonstration gegen die Nazikneipe “Zum Henker“ am 30. April 2010 in Berlin-Schöneweide

Zum Führer mit „Zum Henker“

Aufruf zur Demonstration gegen die Nazikneipe “Zum Henker“ am 30. April 2010 in Berlin-Schöneweide

Du findest es zum Kotzen, dass Nazis in Ortsteilen durch ihre Infrastrukturen – wie zum Beispiel eigene Klamotten-Läden oder Kneipen – die Möglichkeit bekommen ein widerliches Klima zu erzeugen? Dich nervt die teilweise massive Präsenz von Rassist_innen und Antisemit_innen, die eine latente Bedrohung für all diejenigen darstellen, die deren Menschenbild ein Dorn im Auge sind? Du hast ein Problem mit saufenden Nazis, die in ihren Kneipen beste Möglichkeiten zur Vernetzung bekommen und in aller Ruhe ihre Treffen abhalten können?
Dann bist Du bei unserer Demonstration gegen die derzeit am stärksten frequentierte Nazikneipe in Berlin an der richtigen Adresse! Wir werden am Todestag von Adolf Hitler deutlich machen, dass wir dem andauernden Nazitreiben in Nieder- und Oberschöneweide nicht unwidersprochen zuschauen werden. Wir wünschen der Nazikneipe “Zum Henker“ das gleiche Schicksal, wie einst dem sogenannten Führer des nationalsozialistischen Deutschlands: Das schnelle Ende!

Dass der Treptow-Köpenicker Ortsteil Schöneweide von vielen Nazis als Homezone betrachtet wird, ist leider nichts Neues. Der Kiez ist eine Wohngegend einschlägig bekannter Nazis, aktuell u.a. Andreas Thürmann (JN Berlin), Ines Wegner (ehemals Kameradschaft Berliner Alternative Süd-Ost) und Sebastian Schmidtke (stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Berlin und regelmäßiger Anmelder von Aufmärschen). Zum anderen ist Schöneweide aber nicht zuletzt auch durch die Existenz der seit über einem Jahr existierenden Kneipe “Zum Henker“ in der Brückenstraße 14 zur Spielwiese von Nazis aus ganz Berlin und Brandenburg geworden. Die Kneipe wird von Paul Stuart Barrington betrieben, der für die Internetseite “www.SS88.de“ verantwortlich war und wegen deren Inhalten zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Hinterm Tresen stehen die schon erwähnte Ines Wegener und der Anti-Antifa-Aktivist Danny Leszinski.
Für Menschen, die von den Nazis als “undeutsch“ definiert werden, ist die Kneipe eine tägliche Belastung und permanente Gefahr. Da kann es schon mal vorkommen, dass im Anschluss an ein Rechtsrock-Konzert wie am 30. Oktober 2009 Passant_innen rassistisch angepöbelt und angegriffen werden. An besagtem Tag wurde nach einer “Halloweenparty“ in der Kneipe “Zum Henker“ ein Mann in der Brückenstraße von Nazis auf dem Heimweg erst beschimpft und dann mit einer abgebrochenen Glasflasche so schwer im Gesicht verletzt, dass dessen linkes Auge nun nur noch über geringe Sehkraft verfügt.
Ein weiteres Beispiel für die Aggressionen, welche von der Kneipe bzw. dem Publikum ausgehen, ist der gewalttätige Angriff auf eine Gruppe von Jugendlichen am S-Bahnhof Schöneweide im November letzten Jahres, bei dem ein Jugendlicher schwere Verletzungen am Kopf erlitt, nachdem er von ca. zehn Nazis zusammengeschlagen und -getreten wurde.


Kurze Zeit später, im Dezember 2009, attackierten die Gäste direkt aus der Kneipe heraus eine Gruppe von Jugendlichen, die aus einer nahegelegenden Diskothek kamen. Stunden vorher sind nach einem Naziaufmarsch in Königs Wusterhausen ca. 150 Berliner Nazis „Zum Henker“ gefahren und haben dort, unter den Augen von Beamten und Beamtinnen des lokalen Polizeiabschnittes, den ganzen Abend über Passant_innen in der Brückenstraße bedroht und eingeschüchtert.

Außer als Treffpunkt und Rückzugsort gewalttätiger Nazis, dient die Kneipe “Zum Henker“ diesen auch als Versammlungsort von Nazi-Gruppen. Eine Berliner Sektion der “Hilfsorganisation für nationale Gefangene“ (ein Verein, der inhaftierte Nazis im Gefängnis auf Linie hält) gründete sich dort im Juni 2009. Auch die inzwischen verbotene Kameradschaft “Frontbann 24“ hielt in der Kneipe ihre Treffen ab. Deren Name geht auf die 1924 gegründete Ersatzorganisation der nationalsozialistischen Sturmabteilung SA zurück.
So erfüllt die Kneipe mehrere Zwecke gleichzeitig und neben dem organisierten Nazi-Stammpublikum können natürlich auch Sympathisantinnen und Sympathisanten der Szene bei locker gehaltenen Feiern, wie zum Beispiel am Herrentag, zum Oktoberfest oder nach Fußballspielen, hier zusammen in für sie streng deutscher Atmosphäre den Schulterschluss üben.

Und warum demonstrieren wir noch mal am 30. April?
Nach wie vor nutzen Nazis Daten mit Bezug zum Nationalsozialismus für Aufmärsche und Feiern, weswegen wir den Todestag Adolf Hitlers, den 30. April, als Termin für unsere Demonstration gewählt haben. Unter dem Motto “Zum Führer mit “Zum Henker“ – Nazikneipen dicht machen!“ wollen wir mit euch, wie schon in der Vergangenheit, gegen die Infrastruktur von Nazis demonstrieren.
Nach nur zwei Jahren Laufzeit musste im Herbst 2006 die Nazikneipe “Spreehexe“ in der Schnellerstraße 24 in Niederschöneweide schließen. Das Ende dieses berlinweiten Nazi-Treffpunktes ist maßgeblich der Aufklärungsarbeit von Antifaschist_innen zu verdanken. Auch dort feierten Nazis am 20. April 2006 den Geburtstag Hitlers. Unter den Anwesenden befanden sich dieselben Nazis, die heute den „Henker“ betreiben.

Wir sind nicht der Meinung, dass Probleme mit Nazis sich durch ignorieren lösen. Wir wollen uns bei der Bekämpfung von Nazis nicht auf staatliche Behörden verlassen. Wir tragen unseren antifaschistischen Protest nicht nur anlässlich von Naziaufmärschen auf die Straße – wie beispielsweise am 1. Mai in Berlin – sondern auch an jedem anderen Tag im Jahr. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass in Treptow-Köpenick die NPD-­Bundeszentrale in der Seelenbinderstraße und die Nazikneipe “Zum Henker“ in der Brückenstraße dicht machen müssen!

Schöneweide ist unser Kiez! Zum Führer mit “Zum Henker“! Keine Toleranz für Nazis!

Antifaschistische Demonstration: 30. April 2010 | 17:00 Uhr | S-Bahnhof Berlin-Schöneweide

Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost [ABSO] im März 2010


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7 Thesen zur Verhinderung des Nazi-Aufmarsches am 13.02.2010 in Dresden

Hier sieben Thesen von der Internet-Seite von “dresden nazifrei”:

Wege entstehen beim Blockieren: 7 Thesen zur Verhinderung des Nazi-Aufmarsches am 13.02.2010 in Dresden
März 29th, 2010

Wir haben es geschafft! Zum ersten Mal konnte am 13. Februar 2010 der europaweit größte und wichtigste Naziaufmarsch durch entschlossene Massenblockaden in Dresden gestoppt werden. Ein grandioser Erfolg in der Geschichte antifaschistischer Proteste der letzten 20 Jahre. Über 6.000 Nazis wurden von mehr als 12.000 BlockiererInnen am Bahnhof Neustadt umzingelt. Trotz einer Ignoranz der bürgerlichen Medien gegenüber dem Bündnis und Repressionen durch die Dresdner Staatsanwaltschaft gelang uns eine bundesweit einzigartige Mobilisierung. Am 13. Februar fuhren in über 200 Bussen Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland nach Dresden. Seit dem frühen Morgen bis zum Abend harrten tausende Menschen an sechs Blockadepunkten bei Eiseskälte aus und machten so den Aufmarsch der Nazis unmöglich – eine herbe Niederlage in ihrem „Kampf um die Straße“.

Ziel der folgenden Thesen ist es, die Ursachen dieses Erfolges herauszuarbeiten und einige Erfahrungen aus der Kampagne für zukünftige antifaschistische Mobilisierungen nutzbar zu machen.

1. Grundlage des Erfolges war eine spektrenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen, Gewerkschaftsjugenden, Parteien und Jugendverbänden und zahlreichen weiteren Organisationen in dem Bündnis “Nazifrei – Dresden stellt sich quer!” Im vorangegangenen Jahr konnten die getrennten Aktionen von “Geh Denken” und “No Pasarán” zwar einen Mobilisierungserfolg verzeichnen, scheiterten aber an dem Ziel, dem Naziaufmarsch effektiv etwas entgegenzusetzen. Für erfolgreiche Gegenaktivitäten am 13. Februar 2010 wurde die Notwendigkeit einer Annäherung der Spektren und Aktionsformen deutlich. Einen Anfang stellte die Aktionskonferenz von “No Pasará́n” im November als Ort des Austausches und des Kennenlernens dar. Dies bedeutete konkret, sich für die Planungen der Proteste 2010 einige Schritte aufeinander zuzubewegen. Teile des zivilgesellschaftlich-bürgerlichen Spektrums brachten den Mut auf, aus dem Raum des Symbolischen herauszutreten und die Bereitschaft einen kollektiven Regelübertritt zu begehen. Das Antifa-Spektrum ließ sich auf eine gemeinsame Aktion ein, deren Charakter transparent gemacht wurde.

2. Wichtig war die klare Ankündigung blockieren zu wollen – und dieses auch ernsthaft, entschlossen und in aller Konsequenz vorzubereiten. Eine flexible Aktionsplanung mit einem mobilen Konzept hat uns in die Lage versetzt, auch bis zur letzten Minute zwischen verschiedenen räumlichen Szenarien handlungsfähig zu bleiben und damit für die Polizei nicht kontrollierbar zu sein. Die Festlegung auf einen sog. +1 Punkt am Albertplatz ermöglichte für unorganisierte und blockadeunerfahrene Menschen eine gute Einbeziehung in das Blockadekonzept. Durch das kulturell-politische Programm war dieser Platz auch ein guter Ort zur Erholung und zum Rückzug. Diese Flexibilität war nur möglich, weil das Aktionskonzept politisch breit getragen wurde. Wichtig war zudem die Einbindung vieler Busse in das Konzept.

3. Das Aktionsniveau der Blockaden wurde durch einen gemeinsam ausgehandelten Aktionskonsens bestimmt. Dieser lautete: “Von uns wird keine Eskalation ausgehen. Unsere Blockaden sind Menschenblockaden. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.” Damit haben wir einen kalkulierbaren, kollektiven Regelverstoß für viele Menschen ermöglicht und uns zugleich bewusst einer Spaltung in “gute” und “böse” AntifaschistInnen verweigert.

4. Eine politische Auseinandersetzung über die Legitimität, Naziaufmärsche zu blockieren, trug zum Erfolg des Konzepts bei. Dies wurde von einer eigenen intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Die Staatsanwaltschaft Dresden versuchte, mit Durchsuchungen und Beschlagnahmung von Plakate den Protest zu kriminalisieren und TeilnehmerInnen einzuschüchtern. Doch diese Anstrengung scheiterte fulminant. Über 800 Organisationen und 2.000 Einzelpersonen, darunter unter anderem bekannte MusikerInnen, PolitikerInnen und Pfarrer, machten die Blockaden von Dresden zu ihrer eigenen Auseinandersetzung um die Legitimität von zivilem Ungehorsam gegen Naziaktivitäten. Dies übte einen starken Druck auf die politischen und polizeilichen Verantwortlichen aus. Der politische Preis einer gewaltsamen Räumung der Blockaden durch die Polizei wäre zu hoch gewesen. Die Verbote von antifaschistischen Kundgebungen auf der Neustädter Seite konnten ebenfalls nicht durchgesetzt werden.

5. Ein erhebliches Gefahrenpotential entstand durch die tausenden von der Polizei unbegleiteten Nazis. Dass es nicht zu mehr Überfällen auf Linke, MigrantInnen, Blockierende und AnwohnerInnen in der Neustadt und dem Hechtviertels kam, war dem Schutz der Blockaden durch zahlreiche Antifagruppen im Umfeld zu verdanken. Ohne diese Unterstützung wären die Blockaden einer Gefahr durch Naziangriffe ausgesetzt gewesen.

6. Wir haben es geschafft, den vorherrschenden Diskurs in Dresden zu beeinflussen. Der Tag wurde nicht durch geschichtsrevisionistische Parolen und die Verharmlosung des durch Nazi-Deutschland begangenen Vernichtungskrieges bestimmt, sondern von dem Erfolg einer entschlossenen Massenaktion gegen Nazis. Der in der Extremismustheorie angelegten Gleichsetzung von Linken und Nazis konnte eine Abfuhr erteilt werden. Nicht eine vermeintliche „Invasion der Extremisten“ bestimmte das Bild, sondern eine solidarische und spektrenübergreifende antifaschistische Manifestation. Dieser Tag wurde zu einem Fiasko für die Nazis. Die Demonstration in Dresden hat einen zentralen Stellenwert im Demonstrationskalender. Am 13. Februar kamen die sonst zerstrittenen Spektren der extremen Rechten zusammen. Dieser Aufmarsch diente zur Ausbildung einer kollektiven Identität und zur Einbindung von neuen Personen in die Szene. Dieses „Event“ haben wir ihnen genommen und ihnen damit eine empfindliche Niederlage zugefügt.

7. Dresden hat erneut gezeigt, dass Verlauf, Ausgang und Erfolg von antifaschistischen Interventionen in hohem Maße von den politischen Bedingungen abhängig sind, die im Vorfeld von uns geschaffen werden. Ohne die Bereitschaft vieler, mitzumachen, sich zu engagieren, ihr alltägliches Leben zurückzustellen, wäre dieser Kraftakt nicht möglich gewesen. Die Entschlossenheit und Kreativität im Vorfeld und bei den Blockaden am 13. Februar zeigen uns, dass kollektive Anstrengungen es möglich machen, wirksam politisch zu intervenieren und Erfolge zu erringen. Dies hat weit über den 13. Februar hinaus Bedeutung für alltägliche Auseinandersetzungen und weitere politische Konflikte.

Die Nazis werden versuchen ihre Niederlage wettzumachen. Wir werden an der solidarischen, spektrenübergreifenden Zusammenarbeit und dem erfolgreichen Konzept der Massenblockaden festhalten und auch im kommenden Jahr den Naziaufmarsch in Dresden verhindern. Wir laden alle Menschen ein, mit uns diesen Weg zu gehen und sich mit den Massenblockaden den Nazis effektiv in den Weg zu stellen.


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Endspurt: Auf nach Dresden!

10. Februar 2010 / 19:00 Uhr / Rosa-Luxemburg-Stiftung / Seminarraum 1/Franz-Mehring Platz 1, 10243 Berlin

mit

  • Hans Erxleben, DIE LINKE Berlin

zu den Berliner Erfahrungen mit Blockaden /Wie weit geht ziviler Ungehorsam?
In welchem rechtlichen Rahmen bewegen wir uns bei Blockaden? Wann lohnen sich Blockaden?

  • Jan Duscheck,  ver.di Jugend

warum und wo beteiligen sich die Gewerkschaften/ Vorstellung Blockade-Bündnis und weiterer Gegenaktivitäten in Dresden

  • Sasha Lewandowski, ALB

zum aktuellen Stand in Dresden/ Details zum Blockade-Konzept, Rechtslage, Fahrgelegenheiten…

  • Judith Demba – LAG Antifaschismus DIE LINKE Berlin – Moderation

Veranstalter_innen:  Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus DIE LINKE Berlin/ Antifaschistischen Linke Berlin (ALB) für den Berliner Koordinationskreis des Bündnisses „Nazifrei! Dresden stellt sich quer!“


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Blockieren ist gar nicht so einfach. Deshalb findet am 28. Januar ein öffentliches Probesitzen statt. Damit es sich schon ein bisschen anfühlt wie am 13. Februar in Dresden, treffen wir uns dazu vor der Sächsischen Landesvertretung in Berlin-Mitte. Da es auch genauso kalt sein wird, bringt Euch ein Sitzkissen und eine/n FreundIn mit! Für heiße Getränke sorgen wir.

Donnerstag, 28. Januar 2010 - Probesitzen aus sächsischem Gebiet
16-17 Uhr Sächsische Landesvertretung, Brüder-Straße 11/12 Berlin-Mitte
(U2, U-Bahnhof Spittelmarkt)

 

 

Probesitzen auf sächsischen Gebiet

Probesitzen // 28.01.2010 // 16:00 Uhr // Berlin // Sächsische Landesvertretung, Brüderstraße 11/12 Berlin-Mitte (U2, U-Bahnhof Spittelmarkt)


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Junge Freiheit hat Klage gegen Mark Seibert eingereicht

Hier die beiden Meldungen von Mark:

"Jetzt habe ich doch noch Post von einem Anwalt der Jungen Freiheit bekommen. Es geht dabei aber nicht um den Text, den das Womblog übernommen hatte und abgemahnt wurde, sondern um folgendes:

In dem Artikel “Junge Freiheit mahnt Blogger ab” (hier) stelle ich die – wie ich finde: zutreffende – Behauptung auf, dass die Junge Freiheit vor Gericht schon mal eine Schlappe hinnehmen musste, als sie gegen einen Staatssekretär klagte, der die JF in Zusammenhang mit der NPD-Jugendorganisation brachte.

Ohne Kostennote wird jetzt von mir verlangt, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben und nicht mehr zu behaupten:

Tatsächlich musste die Junge Freiheit in einem ähnlichen Fall schon mal eine Schlappe vor dem OLG Frankfurt/Main einstecken, als sie gegen einen Staatssekretär vorgehen wollte, der behauptete (…) ‘Die Junge Freiheit werde von der Jugendorganisation der NPD gelenkt’ (…).

Ich werde die Erklärung natürlich nicht abgeben. Der Anwalt der Jungen Freiheit unterstellt mir mit einer unglaublich windigen Begründung, eine unwahre Tatsachenbehauptung abgegeben zu haben. Dabei liegt mir das Urteil des OLG Frankfurt/Main vor. Und hier kann man es sich Dank Google immerhin noch anschauen. Dazu kommt, dass seinerzeit zahlreiche andere Blogs und sonstige Medien über den Prozess berichtet haben, den die Junge Freiheit verloren hat.

Als nächstes kommt wahrscheinlich Post von Anwalt der NPD, der will, dass man es unterlässt zu behaupten, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg verloren hat.

Rechtsanwalt Kay Füßlein vertritt mich jetzt, wie schon den Kollegen vom Womblog, gegen die Junge Freiheit. Haben wohl am Jahresende noch zu viel Geld in der Kasse."

Und hier die zweite Meldung:

"Pünktlich am 24. Dezember hatte ich einen gelben Brief vom Landgericht Berlin im Briefkasten. Der Inhalt: Eine Klage der Jungen Freiheit. Im Prinzip nehme ich gerne zur Kenntnis, dass die nicht in Hamburg klagen. Das wars dann aber auch schon.

Gegenstand der Klage ist nicht etwa die Frage, ob die JF eine NPD-Postille ist oder nicht (weswegen das Womblog sich juristisch mit dem Blatt auseinandersetzt), sondern die Frage, ob die Junge Freiheit vor dem OLG Frankfurt eine Schlappe hinnehmen musste. Zwar hängen die beiden Fragestellungen zusammen. Dennoch wundere ich mich, dass die Anwälte der JF gegen das Womblog wegen des Begriffs der NPD-Postille vorgehen, es aber uninteressant zu sein scheint, wenn das in meinem Blog steht, ich dafür jedoch eine Klage wegen eines anderen Nebenaspekts bekomme. Das ist alles sehr verwirrend, zumal das Prozessrisiko nicht gerade gering ist. Auf den Verlierer werden in der ersten Instanz Kosten über mehr als 2.000 Euro zukommen. Mich stört das ja nicht weiter. Aber wenn die JF nicht weiß, wohin mit der Kohle, soll es mir auch Recht sein.

Der Streitwert wurde übrigens vom Gericht auf 5.100 Euro festgelegt – deutlich geringer als von der Jungen Freiheit beantragt. Bei Gelegenheit sinniere ich mal darüber, wie solche Streitwerte überhaupt ermittelt werden und frage mich, wie viele Milliarden der Streitwert betragen muss, wenn man gegen die BILD-Zeitung klagt.

Das mache ich aber erst nach der Verhandlung, die am 25. Februar um 11.30 Uhr im Landgericht Berlin (Albau I / 143) stattfindet."

Hier der Blog von Mark

Ich hoffe, dass am 25. Februar viele Menschen Zeit haben um Mark vor Gericht zu unterstützen.

Uwe

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Nazifrei! Dresden stellt sich quer

Am 13. Februar 2010 werden wir zusammen mit tausenden von Menschen den größten Naziaufmarsch Europas in Dresden verhindern.

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Im Jahr 2009 marschierten fast 7000 Nazis durch unsere Stadt. Ihr Ziel ist es, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und Nazi-Deutschland zum eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges umzudeuten. Wir aber wissen: der verbrecherische Krieg ging von Nazi-Deutschland aus und kehrte 1945 nach Dresden zurück.

Im Jahr 2010 werden wir Dresdnerinnen und Dresdner gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften, aus den Gewerkschaften, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, der Friedens- und Umweltbewegung, der radikalen Linken, globalisierungskritischen Gruppen und gewaltfreien Aktionsgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet den Aufmarsch der Nazis verhindern. Nie wieder werden wir den AnhängerInnen des verbrecherischen Nazi-Regimes unsere Städte überlassen!

Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg!

Im letzten Jahr haben über 10.000 Menschen gegen den Naziaufmarsch demonstriert. In diesem Jahr wollen wir einen Schritt weitergehen. Wie in Jena, Köln und Berlin bereits erfolgreich durchgesetzt, werden wir uns auch in Dresden durch Aktionen des zivilen Ungehorsam mit Massenblockaden den Nazis entgegen stellen und sie blockieren. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Wir sind bunt und wir stellen uns dem braunen Mob in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Dabei sind wir solidarisch mit allen, die mit uns dieses Ziel teilen und dem Naziaufmarsch in Sicht und Hörweite entgegen treten wollen.

Unterstützt uns Dresdnerinnen und Dresdner und kommt am 13. Februar 2010 in unsere Stadt – gemeinsam werden wir die Nazis stoppen!

Hier könnt Ihr den Aufruf unterschreiben!

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Am 13. und 14. Februar 2009 wollen wieder tausende Nazis durch Dresden ziehen. Dieser Nazi-Pflichttermin, bei dem vorgeblich den Toten der alliierten Bombardierung Dresdens im Februar 1945 gedacht werden soll, ist der größte Aufmarsch dieser Art in Europa und der letzte regelmäßig stattfindende Großaufmarsch, der den extremen Rechten in der Bundesrepublik verblieben ist. Wir wollen und werden das nicht weiter hinnehmen. Deshalb rufen wir an diesem Wochenende alle AntifaschistInnen auf, gemeinsam in Dresden zu demonstrieren und mit vielfältigen Aktionen Stärke zu zeigen.


¡No pasarán!


Kein Ort für die Verdrehung der Geschichte!

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 14. Februar 2009 in Dresden

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Rockmusik als Einfallstor

von Uwe Hiksch


Rechte Bands befördern faschistische Ideologie

Über 1.000 Besucher wurden Ende Oktober in Mallentin bei einem Rechtsrock-Konzert gezählt. Gleichzeitig wurde in Bayern ein Rechtsrock-Konzert mit mehr als 100 Teilnehmern aufgelöst. Alltag in Deutschland. Musik ist für die rechte Szene zu einem wichtigen Werbefaktor und einem Einstiegstor für die Verbreitung von rechtem Gedankengut geworden. Rechte Musik ist heute schon lange keine Nischenmusik mehr. Rechtsrock hat sich zu einer eigenständigen Jugendkultur mit vielfältigen Anknüpfungspunkten an die Mainstreammusik entwickelt. Rechtsrock, auch als »RAC« (Rock Against Communism) bekannt, boomt. Der Wirtschaftsbereich Rechtsrock mit Dutzenden von Labels, Musikläden, Hunderten von Konzerten und florierenden Mailorders ist fest etabliert. In diesem Musikgenre werden Millionen Euro umgesetzt.

Rechtsrock ist heute nicht mehr nur die Musik der Skinhaeads mit ihren lauten aggressiven Beats und den brüllenden Stimmen. Heute haben sich in diesen Genre eine Reihe von Bands entwickelt, die ihr musikalisches Handwerk beherrschen. Bands wie Kraftschlag, Sturmwehr, Nordwind, Stahlgewitter oder Landser erreichen durchaus professionelle Qualität.

Als Stilrichtung ist der Hard-Rock weiterhin die dominierende Musikrichtung im Rechtsrock. Es gibt jedoch auch eine Reihe von Hatecore- oder Black-Metal-Bands. Die Musik der rechten Bands erinnert zum Teil an die traditionelle Rockmusik der frühen 80-er und 90-er Jahre. Ganz bewusst stellen sie sich als Erneuerer der Rockmusik dar, die nach deren Kommerzialisierung wieder authentische Musik anbieten. Ihre Texte reichen von offenen faschistischen und völkischen Aussagen bis zum Spiel mit Andeutungen. Nicht zuletzt hat das Verteilen der »Schulhof-CDs« durch NPD und freie Kameradschaften etlichen Bands zu größerer Bekanntheit unter Jüngeren verholfen. Bei diesem, im Jahre 2004 begonnenen Projekt, wurden CDs mit rechter Musik in Auflagen bis zu 50.000 Stück an Schulen verteilt.

Die Auflagenhöhe rechter CDs liegt heute zwischen einigen hundert und über 20.000. Durch die Möglichkeit, die Titel aus dem Internet herunterzuladen, hat sich rechte Rockmusik rapide verbreitet. Es gibt faktisch keine Titel und keine Band mehr, die nicht auf englischen oder US-amerikanischen Seiten zu finden sind. Selbst Stücke, die wegen antisemitischer oder rassistischer Inhalte in Deutschland verboten sind, lassen sich problemlos finden und herunter laden.

Rechtsrock ist heute auch ein Stück Mainstream. Auf Portalen wie »youtube« oder »last.fm« finden sich Bands wie »Deutsche Patrioten«, »die Lunikoff-Verschwörung«, »Division Germania«, »Noie Werte«, »Nordfront«, »Nordwind«, »Ragnaröck« oder »Sleipnir«. Viele Bands bestehen nur kurze Zeit oder werden immer wieder mit neuen Namen oder in veränderter Besetzung aktiv. Häufig umgehen sie damit staatliche Verbote. So ist »Lunikoff-Verschwörung« die neue Band von Michael Renger. Er war Sänger der als kriminelle Vereinigung verurteilten Band »Landser«.

Rechtsrock-Gruppen wie »Division Germania« glorifizieren in ihren Liedern den Zweiten Weltkrieg. »Nordfront« singt über »Autonome, Zecken und rote Ratten«. Gruppen wie »Hauptkampflinie«, »Sturmwehr« oder »Noie Werte« besingen Heldentum, Ehre, Treue und Nation. In den Texten dieser Bands werden Germanenkult und Elemente der völkisch-germanischen Mythologie glorifiziert. Es gibt inzwischen aber auch immer mehr Lieder, die gegen Kapitalismus und Globalisierung gerichtet sind. Zwischen 1990 und 2007 wurden mehr als 400 derartige Bands in Deutschland gegründet. Zusammen haben sie fast 1.400 CDs veröffentlicht. Anfang der 90er-Jahre vermarktete nur das Label Rock-O-Rama aus Köln rechte Musik. Heute konkurrieren über 50 Firmen, Vertriebe und Labels um den lukrativen Markt.

aus: antifa 11-12-2008

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Ganz schwarze Blöcke

von Uwe Hiksch


»Autonome Nationalisten« contra »bürgerliche Spießer« in der NPD

Mit den sogenannten »autonomen Nationalisten« hat sich im Rahmen der Neuen Rechten eine Strömung entwickelt, die in Aussehen und Aktionsformen versucht, die radikale Linke zu kopieren. Man trägt die Kleidung der Linken und ist bemüht, deren Symbole, Musik und Aktionen für die eigene Politik zu missbrauchen. Mit Che-Guevara-Shirt, Palästinensertuch und Musik von Rio Reiser oder den Ärzten gehen diese Gruppen daran, eine Form des rechten Antikapitalismus zu propagieren, der ihnen neue Zielgruppen erschließen soll. Ihr vermeintlich revolutionäres Pathos und ihr antibürgerlicher, provokativer Habitus zielen dabei vor allem auf unzufriedene Jugendliche. Mit der selbst gewählten Bezeichnung »Autonome Nationalisten« geben sie vor, Antikapitalisten und »nationale« Sozialisten zu sein. Mit Parolen wie »We will rock you« oder »Fuck the law!« versuchen sie, die Gefühle radikaler, junger Aktiver anzusprechen, um diese für die Rechte zu gewinnen.

Die Strategie des »schwarzen Blocks« innerhalb des rechten Spektrums ist allerdings umstritten. So erklärte die NPD für den Nazi-Aufmarsch am 4. April in Weimar ausdrücklich, dass die Bildung einen »schwarzen Blocks« nicht erwünscht sei. Sie kündigte sogar an, gegen autonome Nationalisten vorzugehen und sie gegebenenfalls aus der Demonstration zu schmeißen. Für den Aufmarsch wurden klare Regeln ausgegeben. So hieß es unter anderem: »Weiterhin sind das Auftreten in geschlossenen Blöcken und das Skandieren von Parolen in Kombination mit dem demonstrativen Heben der eigenen Faust strikt untersagt. Die Veranstalter wünschen keine Kopie von typischen Verhaltensformen der militanten Antifa. Es dürfen nur Parolen und Sprechchöre verwandt werden, die von Seiten des Lautsprecherwagens oder der Ordner vorgegeben werden, bzw. im Vorfeld (!) mit der Veranstaltungsleitung abgesprochen worden. Das willkürliche Rufen insbesondere von themenfremden Sprechchören ist untersagt. Die Demonstrationsleitung schließt sich ausnahmslos der Erklärung des NPD-Parteivorstandes hinsichtlich des Bildens und Auftretens sogenannter Schwarzer Blöcke an.«

Hintergrund dieses Streits ist die Frage, wie sich die militanten Rechten die Eroberung der kulturellen und politischen Hegemonie vorstellen. Am 10. September 2007 hatte das Parteipräsidium der NPD unter dem Titel »Unsere Fahnen sind schwarz unsere Blöcke nicht« eine Erklärung verabschiedet, die sich deutlich von den »nationalen schwarzen Blöcken« distanzierte. Darin legte das Präsidium der Partei fest, dass solche Blöcke innerhalb von Demonstrationen, die von der NPD organisiert werden, unerwünscht seien. Bereits 2002 waren die »Autonomen Nationalisten Berlin« vereinzelt in Erscheinung getreten, damals noch als loser Zusammenhang im Umfeld der Freien Kameradschaften. Am 1. Mai 2003 kam es dann in Berlin erstmals zu einem organisierten Auftritt eines sogenannten »nationalen schwarzen Blocks«. Dieser Teil der Nazis hat in seinem Demonstrationsaufruf 2004 seine Sicht der Dinge klar definiert: »Der nationalrevolutionäre schwarze Block unterscheidet sich nicht hauptsächlich durch sein Äußeres von den anderen Demonstrationsteilnehmern, sondern durch die revolutionären Inhalte und seine Aktionen.« Mit dieser Aussage machen die autonomen Nationalisten deutlich, wo sie sich selbst politisch einordnen: Sie sind in der Ideologie des Nationalsozialismus verankert und knüpfen zumindest in ihrer Rhetorik an die nationalrevolutionäre Tradition von Otto und Gregor Strasser an.

Zum einen gibt es also vor allem im Umfeld der NPD weiter eine Tendenz hin zu einer breiten Zusammenarbeit und zum Aufgreifen konkreter sozialer Probleme vor Ort unter Ausnutzung parlamentarischer Möglichkeiten. Dem steht auf der anderen Seite ein immer größer werdender Teil »freier Nationalisten » gegenüber, der sich dieser »verbürgerlichten Politik« verweigert und vor allen darum kämpft, offensiv und gewaltbereit die Straße zu erobern. Die Niederlagen von NPD und DVU bei den Wahlen in Niedersachsen, Hessen und Hamburg könnten die Gewichte innerhalb der Neonaziszene wieder stärker in diese Richtung verschoben haben.

aus: antifa 05-06-2008

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Was wollen wir trinken?

von Uwe Hiksch

Rechte Liedermacher okkupieren linke Traditionen

Auf Veranstaltungen der NPD kann man heute Lieder wie »Die Gedanken sind frei«, »Trotz alledem«, »Was wollen wir trinken« oder »Wehrt euch« hören. Frank Rennicke etwa trägt sie original oder mit leichten Veränderungen vor und stellt sie in einen nationalistischen Kontext. Auch Lieder wie »Andre die dies Land so sehr nicht liebten« nach dem Text des jüdischen Schriftstellers Theodor Kramer, das ursprünglich von Zupfgeigenhansel gesungen wurde, oder »Ein stolzes Schiff«, sowie die »Ballade vom Hexenhammer« von Walter Moßmann gehören inzwischen zum Standardrepertoire rechter Sänger.

Diese Form der Uminterpretation fortschrittlichen Liedguts geht vor allem auf Barden wie Frank Rennicke, Jörg Hähnel oder Annett Moeck zurück. Neben traditionellen Liedern der Wehrmacht und des 3. Reiches, sowie neuen Liedern gegen Ausländer und Asylsuchende oder fremde Lebensstile versuchen diese rechten Liedermacher zunehmend, eine Art »völkischer Folklore« zu erschaffen und bekannte Lieder und »Gassenhauer« für sich zu reklamieren. Sie wollen sich mit einem Nimbus des Widerständigen und Aufrührerischen umgeben, um auf der emotionalen Schiene ihre Botschaften an breitere gesellschaftliche Schichten herantragen zu können.

Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, das keineswegs nur in der Musik zu finden ist. Rechte Theoretiker versuchen seit vielen Jahren, an Gedanken und Kultur von Ökologiebewegung, Anti-Atom-Bewegung und Friedensbewegung anzuknüpfen. Genauso beteiligen sie sich an esoterischen, anthroposophischen und freiwirtschaftlichen Diskursen. Historische Lieder, vor allem des 19. Jahrhunderts, bieten rechten Sängern kulturelle Anknüpfungspunkte. Kulturelle Aspekte werden hier als strategischer Ansatz im Sinne einer »kulturellen Hegemonie von rechts« verstanden. Eben dieser Ansatz führte auch zu einer Veränderung der Modestile eines Teils des rechten Milieus. Mit Modelabels wie »Thor Steinar«, »Consdaple«, »Troublemaker« oder »Masterrace Europe« hat sich in der Neuen Rechten eine tragbare, jugendgerechte Mode etabliert. Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien: Palästinensertuch, Che-Guevara-Shirt und Kapuzenpulli gehören heute zum Bild beinahe jeder Nazidemo.

Auch wenn es uns nicht gefällt: Die historischen Volksbewegungen, auf die sich die politische Linke beruft, wurden schon in den faschistischen Bewegungen der 20er-Jahre als Teil der eigenen Tradition wahrgenommen: So wurde Florian Geyer von ihnen als Held der Deutschen im Kampf gegen Fremdherrschaft gefeiert. Dieser Fehlinterpretation von historischen Traditionen stellt sich die antifaschistische Linke viel zu wenig. Gerade die Freiheitskriege der Vergangenheit, von der Bundschuh-Bewegung über die Bauernkriege bis zur 48er-Revolution bieten Ansatzpunkte für völkische Interpretationen. Von den Rechten werden die emanzipatorischen und zum Teil sogar internationalistischen Aspekte dieser Bewegungen bewusst ausgeklammert. Schon in der 48er-Revolution waren den National-Liberalen Macht und Einheit Deutschlands wichtiger als die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. Denktraditionen, die bis heute weiter wirken.

Zurück zur Liedkultur. Bereits in den 20er-Jahren wurden linke Lieder zu rechten Balladen umgedichtet: Aus dem alten Arbeiterlied »Brüder zur Sonne zur Freiheit« wurde »Brüder in Zechen und Gruben«, »Roter Wedding« oder die »Internationale« wurden zu »Brauner Wedding« und »Nationale«. Die Strategie ist so alt ist wie der Faschismus selbst: Mit einer Art »Brauner Gegenkultur« sollen Lieder und kulturelle Bereiche besetzt und für die rechte Sache nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig will man so der politischen Linken Teile ihres tradierten Kulturgutes nehmen.

Gegenwärtig erscheint das Auftreten der Protagonisten der Neuen Rechten als ein Mix aus sehr unterschiedlichen Stilen und kulturellen Ausrichtungen. Ihre Liedermacherszene versucht einen Spagat zwischen Plagiat und neuer Interpretation historischen Materials. Dabei werden tradierte Auslegungen in Frage gestellt. Soziale Kämpfe deuten sie um in nationale Befreiungskämpfe. Dem Versuch, in der Vergangenheit fest in das Kulturrepertoire der politischen Linken integrierte Musik zu okkupieren, muss die Linke etwas entgegensetzten. Heute wie damals gibt es dafür nur einen Weg: Aufklärung, Aufklärung und noch einmal Aufklärung.

aus: antifa 11-12-2007

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»Rechte« Musik?

von Uwe Hiksch

Nicht nur Skinheadbands bestimmen inzwischen das Bild

Neurechte Musik ist heute in vielen Musikgenres anschlussfähig geworden. Nicht mehr grölende Nazi-Bands der Skinhead-Szene bestimmen die Musik der rechtsgerichteten Musikhörerinnen und Musikhörer, sonder eine breite, über viele Musik-Genres reichende, ausdifferenzierte Musik. Die Themenvielfalt reicht dabei von heidnischen und esoterischen Themen bis zur musikalischen und ästhetischen Umsetzung der Theorien der »Konservativen Revolution«.

Der Einfluss der Neuen Rechten auf die verschiedenen Musikstile ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt heute fast keine musikalische Strömung mehr in der sich nicht auch neurechte oder rechts orientierte Bands und Themenspektren finden. Die unterschiedliche Ausprägung in den verschiedenen Musikkulturen ist dabei vor allem auch von den unterschiedlichen kulturellen Ausdrucksformen der Musikrichtungen abhängig.

So finden sich in Musikrichtungen wie Death-Metal, Techno, Rock, Reggae, Ska, Electronic, Pagan/Ritual oder Neofolk rechte Ausläufer, die mehr oder weniger wahrnehmbar oder dominant sind. In den nächsten Ausgaben wollen wir uns diesen verschiedenen Musik-Stilen nähern und den Einfluss von neurechten Bands und Mitgliedern untersuchen.

Die Schwarze Szene erscheint für Außenstehende exotisch und befremdlich. Weiß geschminkte Gesichter, aufwendig frisierte Haare, schwarze Gewänder, Lack und Leder aber auch Military-Look bestimmen heute die modische Ausrichtung dieser Szene. Inhaltlich ist ein wichtiges Bindeglied eine kritische Reflexion auf die moderne Gesellschaft. Die Schwarze Szene greift menschliche Vergänglichkeit durch eine Inszenierung von Untergangs- und Todessehnsüchten auf. Zentral ist die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens. Irrationale und übersinnliche Themen wie Magie, Mystik und Naturreligionen, aber auch Mittelalter, Romantik, Krieg, Zerstörung und Leid werden in unterschiedlichen musikalischen und künstlerischen Formen aufgegriffen und umgesetzt.

Die Schwarze Szene ist eine heterogene, weit ausdifferenziert Szene. Von Anfang an war sie aber auch ein Anlaufpunkt für rechte Bands und Mitglieder der Neuen Rechten. So treten beim größten Szene-Event dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig regelmäßig Bands aus dem rechten Szene-Spektrum auf. Bands wie Kirlian Camera (2006), Sol Invictus (2005), Sonne Hagal (2005), Scivias(2004), Deutsch Nepal (2004)oder Camerata Mediolanense (2002) sind einige Beispiele für die Verzahnung von neurechter Musik und normaler Szene. Die Musiker und Bands der rechten Dark-Wave-Szene greifen vor allem die Themen der Konservativen Revolution und des italienischen Faschismus auf. Gerade im Neofolk, Industrial oder EBM (Electronic Body Musik) werden Texte von Theoretikern der Konservativen Revolution wie Oswald Spengler, Arthur Moeller van den Brück, Ernst Niekisch und Ludwig Klages künstlerisch verarbeitet. Auch Ernst Jüngers Schriften wie »In Stahlgewittern (1920) oder »Der Arbeiter« (1932) bildeten Ansatzpunkte für eine ästhetische Umsetzung in diesen Musikrichtungen. Martialische Bilder und Töne und das bewusste Aufgreifen faschistischer Ästhetik bilden den künstlerischen Rahmen für die Umsetzung einer Kritik an der Moderne. Auf der CD »Riefenstahl«, in Anlehnung an Leni Riefenstahl, finden sich dann Bands wie »Turbund Sturmwerk«, »Von Thronstahl«, »Allerseelen« oder »Death in June«.

Ein wichtiger Ideengeber für die Musik der Neuen Rechten ist Julius Evola. Seine Angriffe gegen die Moderne werden als eine Art ideologischer Steinbruch genutzt. Besonders seine Schreckensbilder der Moderne, gemischt mit einer religiös-okkulten Mischung aus Befreiung und Erlösung durch eine neue Herrenrasse werden Ansatzpunkte künstlerischer Verarbeitung in dieser Szene.

Innerhalb der Schwarzen Szene sind die rechten Tendenzen und Ausläufer hinlänglich bekannt. Jedoch fehlt in der Szene eine deutliche Abgrenzung von diesen Strömungen. Die »Gruftis gegen Rechts« haben in der Vergangenheit wichtige Aufklärungsarbeit innerhalb der Szene geleistet. Durch die deutliche Reduzierung ihrer Aktivitäten ist diese rückläufig. Unter dem vermeintlichen Deckmantel von Toleranz können sich Strömungen der avantgardistischen Rechten ausbreiten und frei bewegen. Hier liegt für Antifaschistinnen und Antifaschisten eine wichtige Aufklärungsfunktion.

aus: antifa 09-10-2007

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29.05.2008

Braunrote „Freiwirtschaft“
Heiko Langner und Uwe Hiksch

Angesichts der weltweiten Hegemonie des neoliberalen Turbokapitalismus und des weitgehenden Fehlens einer konkreten Gegenutopie findet so mancher Vorschlag aus der historischen Mottenkiste wieder neue Abnehmer. Ein solcher Fall ist das Comeback der obskuren „Freiwirtschaftstheorie“ von Silvio Gesell. Dahinter verbirgt sich eine wenig erfreuliche Mischung aus ungehemmtem Marktradikalismus und völkischer Sozialromantik mit dem Ziel, die vom modernen Kapitalismus entwurzelte Menschheit sowohl geistig-sittlich wie auch physisch regenerieren zu wollen. Also eine echte Heilslehre, über die eigentlich nicht geschrieben werden müsste, hätten inzwischen nicht auch einige Linke daran Gefallen gefunden.

Sicher muss die neue Linke, wenn sie sich selbst als demokratisch und pluralistisch begreift, offen für Anregungen für außen sein. Dennoch sollte der Blick geschärft bleiben, ob die neuen Ideen auch zu dem alten und richtigen Ziel einer gerechteren Gesellschaft passen. Im Fall der Freiwirtschaft lohnt sich ein genaueres Hinsehen.

Erfolgreiche Parteineugründungen wie die der LINKEN besitzen wegen ihrer Ressourcen- und Prestigegewinne eine enorme Anziehungskraft für manche kleine Splittergruppen wie die Freiwirtschaftsbewegung. Die Chancen steigen, wenn wie im Fall der LINKEN ein nahezu bedingungsloses pluralistisches Selbstverständnis besteht, das eine ungehemmte Dialogbereitschaft gegenüber (fast) allen Gruppen hervorruft. Das Resultat bildete vor einiger Zeit eine monatelange Debatte in der Zeitung des sächsischen Landesverbandes der LINKEN, bei der prominente Freiwirte ihre „Ideen“ unter das linke Parteivolk streuen durften.

Anders als Sozialist(inn)en und Kommunist(inn)en geht es den Freiwirtschaftlern allerdings nicht um die Beseitigung derjenigen Verhältnisse, in denen der Mensch ein verlassenes, geknechtetes Wesen ist, sondern um eine (hypothetisch) vom Kapitalismus befreite Marktwirtschaft. Ihr Feinbild ist der Zins, der als eigentliche Ursache für kapitalistischen Wachstumsfetisch und soziale Polarisierung gilt. Kapitalisten sind allerdings aus Sicht der Gesellianer nicht etwa die Unternehmer, sondern einzig die Zinskassierer, die Rentiers. Aus diesem Grund werden Methoden ers(p)onnen, um Zinsen als Ausdruck eines zirkulierenden Kapitalüberschusses nicht zuzulassen. Zu diesem Zweck soll ein umlaufgesichertes Geld (Schwund- oder Freigeld) eingeführt werden, das im Jahresverlauf fünf bis sechs Prozent seines Wertes einbüsst, damit der monetäre Kapitalüberschuss in gebührenfreie, produktive Anlageformen fließt. Der Topos ist bekannt und erfreut(e) sich in rechten Kreisen stets großer Beliebtheit. Die Trennung von schaffendem und raffendem Kapital bildete nicht zufälligerweise den zentralen Dreh- und Angelpunkt in der Wirtschaftsprogrammatik des sozialrevolutionären Flügels der NSDAP. Eigentliches Ziel dieser verkürzten Kapitalismuskritik war eine ökonomische Rechtfertigung für die Beseitigung jüdischen Eigentums. Die Abschaffung kapitalistischer Lohnarbeit bildete hingegen nie ein anzustrebendes Ziel der braunroten Gesinnungskameraden. Sozialrevolutionäre Nazis und Freiwirtschaftler kooperierten auch praktisch sehr eng, da nach der nationalsozialistischen Machtübernahme die bis dato bestehenden, unabhängigen Freiwirtschaftsvereine in die NSDAP integriert wurden. Sie bildeten kurzzeitig eine eigene parteiinterne Körperschaft, den „Roland-Bund“, dessen Existenzgrundlage jedoch im Zuge der Entmachtung Röhms und des sozialrevolutionären Flügels entfiel.

An echter Kapitalismuskritik hatten die selbsternannten Geldreformer noch nie Interesse. Vielmehr soll die kapitalistische Produktionsweise trotz ihrer kolossalen Ungerechtigkeit infolge ausbeuterischen Charakters von jeglichen, störenden Eingriffen des Staates befreit werden. Unter Beibehaltung der herrschenden Produktionsweise wird es jedoch kein nichtkapitalistisches Geld geben können. Es sind schlichtweg die Produktionsmethoden einer kapitalistischen Marktwirtschaft, die zur Entstehung eines Zinses führen, der nichts anderes als ein zukünftiges Gewinnversprechen aus der privaten Aneignung von gesellschaftlich erzeugtem Mehrwert darstellt. Das Leitbild der Freiwirtschaftler ist folglich nicht ein von kapitalistischen Verwertungszwängen befreites, autonomes Individuum, sondern ein sich selbst vermarktender Mensch, der im Zuge seines ökonomischen Überlebenskampfes zusätzlich die Weitergabe seiner besten Eigenschaften mittels Auswahl „gesunder“ Partner sichern soll. Dieses ideologische Gebräu eines neoliberalen Sozialdarwinismus wurde seinerzeit von Gesell pseudoemanzipatorisch verpackt, indem er die Einführung von Mutterschaftsrenten gestaffelt nach der Anzahl der Kinder empfahl. Was auf den ersten Blick wie eine Anerkennung der Erziehungsleistungen von Frauen klingt, entpuppt sich in Wahrheit als materieller Anreiz, um Frauen von der Teilnahme am Erwerbsleben abzuhalten. Es sollte eben alles beim Alten bleiben und das überkommene Gesellschaftsmodell mit seiner strikten Geschlechterrollentrennung konserviert werden. Nicht die Aufhebung der Klassenschranken bildet das Ziel, sondern die große Klassenversöhnung – freilich erst nach Ausschaltung des Zinses, versteht sich.

Dieses Festhalten an einer traditionellen, naturverbundenen Lebensweise macht das Freiwirtschaftskonzept heute bei sozialkonservativen Globalisierungskritikern sowie für esoterisch und lebensreformerisch angehauchte Teile der Ökobewegung attraktiv, jedoch auch für nationalkonservative Kreise. Da die erdverbundene (bodenständige) Lebensweise nicht autoritär vom Staat aufoktroyiert, sondern ganz „natürlich von unten“ gelebt werden soll, findet Gesells Konzept auch vermehrt Zuspruch in der jüngsten Entwicklungsströmung der politisch radikalen Rechten, dem nationalanarchistischen und rechtsautonomen Spektrum. Die Übergänge zwischen der „Braunzone“ aus radikalisiertem Kleinbürgertum, Nationalkonservativen und Neofaschisten waren hingegen seit jeher fließend. Heutige, prominente Freiwirtvertreter stammen oftmals aus der zwischenzeitlich aufgelösten, rechtslastigen „Freisozialen Union“ (FSU). Berührungspunkte zum äußersten rechten Rand gab es reichlich – beispielsweise in Gestalt von Vorträgen vor dem erst kürzlich vom Bundesinnenministerium verbotenen „Collegium Humanum“. Zum Vordringen in linke, grüne und sozialliberale Kreise war deshalb beizeiten eine Umetikettierung erforderlich – Freiwirtschaft nennt sich nunmehr meist „Humanwirtschaft“ oder gar „Fairconomy“.

Im Fall der Annäherung an das linke Spektrum gilt es zunächst die leicht belegbare Tatsache zu entkräften, dass Ideologievater Silvio Gesell Zeit seines Lebens bekennender Antimarxist und Antikommunist war und gegen das Streikrecht von Gewerkschaften wetterte. Neben einer formalen Distanzierung vom Antimarxismus Gesells unternehmen die gewendeten „Humanwirtschaftler“ häufig den Versuch, den vor allem in Gewerkschaftskreisen und linken Parteien recht beliebten „Keynesianismus“ für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Keynes bezog sich zwar positiv auf Gesells Gedanken einer investiven Kapitalverwendung, er verwarf jedoch sein inhaltliches Konzept vollends und erst recht den beschriebenen gesellschaftlichen Kontext, in dem es stehen sollte. Keynes entschied sich gegen die starre Geldumlaufsicherung und befürwortete stattdessen eine staatlich intendierte, flexible Zins- und Geldmengenpolitik, die den differenzierten (und zuweilen divergierenden) Steuerungserfordernissen einer voll entfalteten, kapitalistischen Produktionsweise weitaus besser entsprach. Ihm ging es in erster Linie um eine Eindämmung der antisozialen Auswüchse des Kapitalismus, die das marktradikale Freiwirtschaftskonzept mit seiner sozialbiologischen Auslese stattdessen noch potenziert hätte. Die praktische Unbrauchbarkeit der Freiwirtschaftslehre, die stets für sich in Anspruch nahm, eine über den Kapitalismus hinauszielende Wirtschaftstheorie zu sein, hinderte die verbliebenen Anhänger nicht, fortwährend die Nähe zu linken Parteien zu suchen. Zinskritik ist in linken Parteien allgemein en vogue und zusammen mit einer grundlegenden strukturellen Umwälzung der kapitalistischen Produktionsweise auch nicht weiter anrüchig. Und da letztlich jede evolutionäre Systemtransformation auf ihrem untersten Level mit kapitalismusimmanenten, sozialen Reformschritten startet, gelingt es Freiwirten von Zeit zu Zeit, mit ihren im Kern emanzipationsfeindlichen und wirtschaftlich unsinnigen Positionen in linke oder ökologiesensible Parteien vorzudringen oder deren Gehör zu finden. Beispielsweise existiert schon seit der Gründung der Grünen parteiintern ein sogenannter „liberalsozialer“ Arbeitskreis, der sich ausschließlich damit beschäftigt(e), die Grünen programmatisch auf eine vom Zins „befreite“ Marktwirtschaft à la Gesell zu trimmen.

Im Fall der LINKEN in Sachsen konnte größerer Schaden vorerst abgewendet werden. Ihr Dialog mit Freiwirten löste in Antifakreisen prompt offenen Widerspruch aus. Dabei war auf Seiten der LINKEN für die Diskussionsaufnahme von Anbeginn wohl weniger Sympathie für das inhaltliche Konzept ausschlaggebend, sondern vielmehr ihre unhinterfragte politische Offenheit gegenüber einer clever agierenden Gruppierung, die moderat auftrat und ihre eigentlichen Ziele mit links klingenden Sprechblasen kaschierte. Jeglicher antifaschistischen Aufklärungs- und Bildungsarbeit wird jedoch der Boden entzogen, wenn eine Partei mit sozialistischem Anspruch braunrote Freiwirtschaftler zu sich ins Haus einlädt. Hieraus erwächst die Gefahr, dass sich als nächstes rechte Sozialanthroposophen und noch stärker „Braungebrannte“ ermutigt sehen, ihre Fühler nach der LINKEN auszustrecken. Dies könnte nicht nur den von einigen Medien wiederholt vorgetragenen Vorwürfen der „Querfrontbildung“ neue Nahrung geben, sondern am Ende deren reale Entstehung tatsächlich begünstigen. Darauf wird nicht zuletzt in der anstehenden Programmdebatte besonders zu achten sein.