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BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist
Aller guten Dinge sind drei!

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, was viele für
unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden
erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit
einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu
stellen, nicht erreichen.
Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren
an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den
damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen.
Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und
einer mangelnden Entschlossenheit großer Teile der Dresdner
Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch
mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche
ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen
Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die
mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.
Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und
neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche
Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher
werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen,
um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.
„Sagen, was man tut und tun, was man sagt“ – durch dieses
Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns
eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern.
Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir
sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei
keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns
das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.
„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo
der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus
Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften,
Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen
weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht:
Blockaden sind legitim und Dresden geht uns alle an!
AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit
staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen,
politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden
uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der
Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen.
Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere
Blockaden sind legitim!
Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in
Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und
einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip
der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu
schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir
zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung
unserer Bürgerrechte.
Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die
Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie
wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist.
Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss
unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde
in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit!
Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!
Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg.
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Samstag, 04.02.12: NPD-Landesparteitag in Berlin

Wie inzwischen bekannt wurde, plant die Berliner NPD für Samstag, den
4. Februar 2012, einen Landesparteitag in Berlin-Reinickendorf. Auf
diesem haben die Berliner NPD-Delegierten die Möglichkeit, zu
entscheiden, ob Uwe Meenen Vorsitzender bleibt, oder ob ihn Sebastian
Schmidtke ablöst. Gegen diese Zusammenkunft der Berliner Neonazis sind
Proteste angesagt.
Die Kandidaten
Vor einigen Tagen hatte der Berliner Neonazi Sebastian Schmidtke –
Betreiber des Naziladens „Hexogen“ in Schöneweide und Aktivist des
„Nationalen Widerstands Berlin (NW Berlin)“ – seine Kandidatur für den
Berliner NPD-Landesvorsitz angekündigt. Schmidtke, der verantwortlich
für die meisten Berliner Neonazi-Aufmärsche ist, kündigte in einem
Interview an, den personell geschwächten und intern zerstrittenen
Berliner Verband wieder zusammenführen zu wollen. Auch den Umgang mit
Medien will er in Zukunft verbessern. Da Schmidtke aus den Reihen der
„freien Kameradschaften“ stammt, wäre im Falle seines Sieges mit einer
noch stärkeren Einflussnahme des Netzwerkes „NW Berlin“ auf die Berliner
NPD zu rechnen. Expert_innen gehen davon aus, dass schon die letzten
NPD-Aktionen ohne die „NW Berlin“-Aktivisten nicht zu meistern gewesen
wären. Seine dahingestotterten Statements in verschiedenen
Nachrichtensendungen der letzten Wochen lassen Schmidtke jedoch nicht
als den charismatischen Anführer erscheinen, der er gerne wäre.
Dem Franken Uwe Meenen ist in den drei Jahren seiner Amtszeit keine
Stärkung der Berliner NPD gelungen. Den zerstrittenen Neonazis gilt er
als „Hinterzimmer-Intellektueller“. Auch die starken Stimmverluste bei
der Berlin-Wahl im letzten Jahr werden seiner Strategie zugeschrieben,
mit NS-Bezügen Skandale zu provozieren. Wahlplakate mit der Aufschrift
„Gas geben“ und Kreuzworträtsel mit „Adolf“ als Lösungswort
verschreckten Teile der potentiellen NPD-Wähler_innen, die nicht stramm
neonazistisch und NS-nostalgisch denken. Ansonsten konnte Uwe Meenen nur
Schlagzeilen damit produzieren, dass er von Unbekannten auf dem Weg zu
einer NPD-Veranstaltung verprügelt wurde.
Der Landesparteitag
Neben der Wahl des Vorsitzenden werden die Delegierten am Samstag über
weitere mehr oder weniger wichtige Beschlüsse abstimmen. Als Ort dafür
haben sie eine Kneipe in der Residenzstraße in Reinickendorf ausgewählt.
Dort ist der weitgehend inaktive NPD-Kreisverband Nord um die Neonazis
Tibor Haraszti und Richard Miosga angesiedelt, dessen einzige Aktivität
Kneipenabende ausmachen. Es werden mehrere dutzend Delegierte der acht
Parteikreisverbände (Lichtenberg, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf,
Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Nord, Spandau und Pankow) sowie der
Jugendorganisation JN erwartet.
NPD? No Way!
Wo Neonazis in Berlin auftreten, sind wir schon da. Keine
Veranstaltungen von „NW Berlin“ oder der NPD bleiben ohne Protest. Wir
rufen deshalb alle Nazi-Gegner_innen dazu auf, am Samstag, dem 4.
Februar 2012 gegen Mittag zum U-Bahnhof Residenzstraße zu kommen, um
dort zusammen mit uns gegen die Neonazis und ihr Gedankengut zu
protestieren.
04.02.2012
11.00 Uhr
Kreuzung Residenzstraße/ Emmentaler Str. (U-Bhf. Residenzstraße
Achtet auf weitere Ankündigungen, hier und auf www.antifa-berlin.info
Kein Raum für Rassismus!
Neonazis entgegentreten!
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Silvio-Meier-Demo in Berlin: Samstag am 19.11.2011
Berlin: Silvio-Meier-Demo 2011
Auch dieses Jahr wird es die Gedenk- und Antifa-Demo für Silvio Meier
geben. Vor 19 Jahren wurde der Hausbesetzer und Antifaschist Silvio
Meier von Neonazis im Berliner Stadtteil Friedrichshain ermordet. Das
Thema Neofaschismus ist immer noch hochaktuell und die
Auseinandersetzung damit dringend notwendig: Nazis versuchen linke Hausprojekte anzuzünden und überfallen Menschen. Im Lichtenberger Weitlingkiez in der Lückstraße 58 existiert ein fester Treffpunkt des »Nationalen Widerstand Berlin«.
Aber auch andere Themen sind wichtiger Teil linker Politik. Bullen räumen Häuser und schränken linke Freiräume immer weiter ein. Der Staat hört massenweise Handys ab, lässt Wohnungen durchsuchen und zerrt Antifaschisten und Antifaschistinnen vor Gericht.
Mehr Infos: Aufruf (ALB) | Silvio-Meier-Bündnis | Aktives Gedenken
Silvio-Meier-Demo in Berlin: Samstag | 19.11.2011
15 Uhr | U-Bhf Samariter Straße (U5)
Soliparty: Samstag | 19.11.2011 | 22 Uhr | K9 | Kinzigstraße 9
Mahnwache: Montag | 21.11.2011 | 17 Uhr | U-Bhf Samariter Straße (U5)
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Atomkraft abschalten – und zwar sofort!

Donnerstag 30.06.2011
* Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese
* Uhrzeit: 8.30 Uhr
Diesen Donnerstag entscheidet der Bundestag über den schwarz-gelben
Atomausstieg. Nachdem auch die Grünen am letzten Wochenende ihre
Zustimmung zu diesem beschlossen haben, wird er voraussichtlich mit
breiter Mehrheit angenommen. Mit einer Aktion vor dem Bundestag wollen
wir deutlich machen: Die Abschaltung von acht Reaktoren auf einen
Streich ist ein Riesenerfolg der Anti-Atom-Bewegung. Doch gleichzeitig
ist die Auseinandersetzung um die Atomkraft damit bei weitem nicht
beendet.
Wo sie weitergeht – das wollen wir mit großen Ortsschildern zeigen:
In Gorleben, Morsleben und der Asse, wo in den nächsten Monaten um die
Endlagerung des Atommülls gerungen wird. An den acht Standorten der am
Netz bleibenden Reaktoren, wo es weiter um die Sicherheit und die
Abschaltung der Anlagen geht. Und in Gronau, wo der Export von Atommüll
und die Urananreicherung beendet werden müssen.
Kommt zu der Aktion!
Zeit: Donnerstag, 30. Juni 2011, 8.30 bis 9.00 Uhr
Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese
Gemeinsam wollen wir mit campact, BUND, ausgestrahlt und NaturFreunden zeigen: Wir wollen den Atomausstieg – und zwar sofort!
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Niemand ist asozial! Antifaschistische OPEN_End-Filmnacht in Berlin-Rummelsburg Bezirk-Lichtenberg
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22. Juni 2010 – 20:00 Uhr
Platz auf dem ehemaligen Friedhof der Arbeitshäuser (Hauptstraße Zwischen Hildgard-Marcusson-Straße und Georg- Löwenstein-Straße in Berlin-Lichtenberg
Anfahrt: Tram 21 bis Kosanke-Siedlung oder S-Bhf Rummelsburg (Fußweg
ca.10 min) ****Ak marginalsiierte-gestern und heute**********
Hier Hintergund Info auch zum stöbern:
http://bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute/termine#events
Flyer Fließtext:
Diese Filmnacht soll das Anliegen des AK „Marginalisierte- gestern
und heute“ unterstützen, einerseits die längst überfällige Anerkennung
der Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer durch die Nazis als
Verbechen des Nazi-Regimes sowie die Rehabilitierung und Entschädigung
der Betroffenen einzufordert. Andererseits soll die Forderung zur
Schaffung einer Erinnerungs- und Lernstätte zu Kontinuitäten und Brüchen
sozialer Ausgrenzung mit Schwerpunkt zur „Verfolgung und Ermordung
sogenannter Asozialer durch das Nazi-Regime“ auf dem Gelände der
Rummelsburger Arbeitshäuser als authentischem Ort bekräftigt werden. Ein
erster Schritt dazu wäre ein sofortiger Privatisierungsstopp für die
noch nicht durch Luxussanierung enthistorisierten Teile des Geländes
sowie Probegrabungen auf dem ehemaligen Friedhof der Arbeitshäuser.
Diese Forderungen sollen in der BVV-Sitzung in Lichtenberg am
darauffolgenden Tag während der Einwohnerfragestunde thematisiert
werden. Bitte unterstützt diese Filmnacht, um unserem Anliegen Nachdruck
zu verleihen.
www.bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute
AntifAschistische OPen-enD-filmnAcht
niemand ist asozial!
22. Juni 2010 – 20:00 Uhr
Platz vor dem ehemaligen Friedhof der Arbeitshäuser (Hauptstraße Zwischen Hildgard-Marcusson-Straße und Georg- Löwenstein-Straße in Berlin-Lichtenberg
Anfahrt: Tram 21 bis Kosanke-Siedlung oder S-Bhf Rummelsburg (Fußweg ca.10 min)
20:00 Uhr
Begrüßung
Filme:
20:25 Uhr
Arbeitsscheu- abnormal- asozial: Zur Geschichte der Berliner
Arbeitshäuser , Dokumentarfilm von Andrea Behrendt 21:00 Uhr Ilse
Heinrich, Zeitzeugin, Ein Gespräch anlässlich des 50.igsten Jahrestag
des KZ Ravensbrück
22:25 Uhr
Gedenkveranstaltung vom 13.6.2010 Arbeitshaus Rummelsburg 22:30 Uhr
Hommage an den Straßenmusiker Schauspieler Bruno S 22:40 Uhr Stroszek
mit Bruno S. 1997 BRD, Werner Herzog. Bruno, Straßensänger in Berlin und
Ex- Sträfling, sucht sein Glück. Herzogs Film bemüht sich um größte
Natürlichkeit.
00:30 Uhr
Die Unwertigen von Renate Günther-Greene
01:55 Uhr
ad acta von Antje Hubert und Olga Schell BRD 2002 Der Dokumentarfilm
erzählt von Menschen, die vom NS-Gesundheitssystem erfasst wurden und
von der Rekonstruktion der eigenen – keineswegs abgeschlossenen –
Geschichte.
03:20 Uhr
Was hat Hamburg mit euch Frauen gemacht? BRD 1992, Ein Film über
staatliche Fürsor- ge und ihre Folgen von der Weimarer Republik bis in
die Gegenwart.
04:50 Uhr
Generalstreik das Leben lang
Zeitzeugnis über die Künstler der Landstraße und die Bruderschaft der Vagabunden 05:50 Uhr Die Verrufenen. Der fünfte Stand
Regie: Gerhard Lamprecht, D 1925: mit Zille, In „Die Verrufenen“ begibt
sich der gerade 28-jährige Regisseur mitten hinein ins „Milljöh“: zu den
sozial Deklassierten, den ehemaligen Zuchthäuslern, den Obdachlosen und
Straßenmädchen.
07:10 Uhr
Könner in Lumpen
Zeitzeugnis über die Künstler der Landstraße und die Bruderschaft der Vagabunden.
08:10 Uhr
Der Vagabund
Österreich, 1929, Regie: Fritz Weiß Fachberatung: Georg Gog
08:59 Uhr
Gedenkspaziergang am 26.1. 2008
Film „AK Marginalisierte“
09:09 Uhr
Lebensunwert,
Film des Westfälischen Landesmedienzentrums, 2005 über Paul Brune, NS-Psychiatrie und ihre Folgen
Kontakt
AK „Marginalisierte – gestern und heute!“ c/o Stiftung Haus der Demokratie, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
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Solidarität mit den griechischen Kolleginnen und Kollegen!
28.06.2011
Erklärung des BundessprecherInnenrates der AG Betrieb & Gewerkschaft der LINKEN
Solidarität mit den griechischen Kolleginnen und Kollegen!
Wir erklären unsere Solidarität mit dem Generalstreik der arbeitenden
griechischen Bevölkerung. Es ist ein notwendiger und gerechtfertigter
Streik. Er richtet sich gegen die Strategie der Athener Regierung, der
Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des
Internationalen Währungsfonds, die Hauptlasten der Krise den
Beschäftigten, den Arbeitslosen und den Rentnerinnen und Rentnern
aufzubürden.
Die jetzt im Athener Parlament zur Abstimmung gestellte sogenannte
Mittelfristige Haushaltsstrategie setzt die Reihe von Programmen fort,
die bereits in den vergangenen Monaten zu einschneidenden Kürzungen bei
Sozialleistungen, Löhnen, staatlichen Investitionen und bei Gehältern im
öffentlichen Sektor führten. Zusätzliche Belastungen werden die
vorgesehenen Steuererhöhungen bringen. Die Mittelfristige
Haushaltsstrategie trifft die Lohnabhängigen und sozial Schwachen im
besonderen Maße. So sollen allein 23 Prozent des Einsparvolumens durch
Kürzungen bei Sozialtransfers erreicht werden.
Mit der Vorlage eines Plans weitreichender Privatisierungen von
Staatsbesitz in Höhe von 50 Milliarden Euro erfüllt die griechische
Regierung eine zentrale Forderung der Europäischen Kommission sowie der
deutschen und französischen Regierung. Dabei geht es um den geplanten
Verkauf von Kernbestandteilen staatlicher Infrastruktur, um die
Herausgabe von Häfen, Wasserbetrieben, Flughäfen und Autobahnen. Dieses
Programm entspricht den Wünschen kerneuropäischer Metropolen. Sie
fordern schon lange die Öffnung Griechenlands für weitreichende
Privatisierungen. Der Streik gegen diesen Ausverkauf des Landes an die
ausländischen Monopole ist damit auch ein Streik um die Bewahrung der
nationalen Souveränität Griechenlands.
Die in der Mittelfristigen Haushaltsstrategie vorgesehenen Maßnahmen
werden das Land nicht aus der Krise heraus, sondern nur weiter hinein
führen. Die Wirtschaftsaktivität wird weiter schrumpfen, die Zahl der
Arbeitslosen steigen, die Armut wachsen. Eine Erleichterung für die
Situation Griechenlands ist nur von einem deutlichen Schuldenschnitt zu
erwarten, der endlich auch Banken und Versicherungen angemessen an den
Krisenkosten beteiligt, und damit jene, die für die entstandene Lage
verantwortlich sind.
Wir fordern alle Mitglieder der LINKEN und GewerkschafterInnen auf,
mit eigenen Erklärungen und Unterschriftensammlungen Solidarität in
diesem Sinne zu üben.
BundessprecherInnenrat:
Barbara Borchardt * Gerald Kemski (V.i.S.d.P.)* Heidi Kloor * Mike Lätzsch * Michael Schlecht * Holger Vermeer * Ursula Weisser-Roelle * Sabine Wils
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Kein Ort für Neonazis – weder im Rathaus, noch anderswo!
Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow Köpenick
Kein Ort für Neonazis – weder im Rathaus, noch anderswo!
Am Samstag, dem 25.Juni 2011 will die NPD-Fraktion im
Rathaus Treptow ab 15.00 Uhr eine Veranstaltung zum Berliner
Wahlkampfauftakt machen.
Wir wollen das nicht kommentarlos hinnehmen. Es darf
keine Gewöhnung an rechtsextreme Veranstaltungen und Positionen geben –
jede von ihnen ist eine kalkulierte Provokation, ein Angriff auf die
Demokratie. Das Bündnis für Demokratie will öffentlich deutlich machen,
das sich die Zivilgesellschaft gegen jede Art von Rechtsextremismus
innerhalb und außerhalb der Parlamente stellt.
Wir rufen auf zu einer Mahnwache am 25.Juni von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr vor dem Rathaus Treptow.
Erstunterzeichner dieses Aufrufs
Gabriele Schöttler, Bezirksbürgermeisterin (SPD)
Ines Feierabend, Bezirksstadträtin (Die Linke)
Michael Schneider, Bezirksstadtrat (Die Linke)
Dirk Retzlaff, Bezirksstadtrat (SPD)
Svend Simdorn, Bezirksstadtrat (CDU)
Rainer Hölmer, Bezirksstadtrat (SPD)
Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag (Die Linke)
Marko Tesch, Bezirksvorsitzender (Die Linke)
Philipp Wohlfeil, Fraktionsvorsitzender (Die Linke)
Karin Kant Bezirksverordnete (Die Linke)
Oliver Igel, Kreis- und Fraktionsvorsitzender(SPD)
Stefan Förster, Fraktionsvorsitzender (FDP)
Volker Thiel, Bezirksvorsitzender (FDP)
Peter Groos, Fraktionsvorsitzender (Bündnis90/Die Grünen)
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Keine Ruhe den NS-Kriegsverbrechern in unserer Nachbarschaft!
Tatort: Norditalien, 1944.
Wohnort: Berlin, Weißensee / Reinickendorf, 2011.
Auch
in Ihrer Nachbarschaft lebt ein verurteilter NS-Kriegsverbrecher:
Gerade werden zwei Berliner Senioren vor dem italienischen
Militärgericht in Verona in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
Sie beteiligten sich als Angehörige der Wehrmachtsdivision „Hermann
Göring” an Massakern in Nord-Italien, bei denen mehrere Hundert
unbeteiligte ZivilistInnen ermordet wurden. Trotz der rechtskräftigen
Verurteilung müssen die Verurteilten ihre Haftstrafe nicht antreten, da
der deutsche Staat sie nicht ausliefert.
Dies hat Tradition: Die wenigsten NS-Täter wurden für ihre Taten
bestraft. In Deutschland wird man nicht gerne daran erinnert, dass die
Verbrechen des Nationalsozialismus von Deutschen begangen wurden. Daher
leben die Täter weiterhin ungestört in Ihrer Nachbarschaft, zwei
Verurteilte auch in Weißensee und Reinickendorf.
Wir werden diese Verhältnisse ändern:
Deshalb gehen wir in die Nachbarschaft der NS-Kriegsverbrecher und
zeigen ihnen, dass die ruhigen Zeiten vorbei sind! Nazi-Kriegsverbrecher
aus der Anonymität holen!
Am Samstag, den 25. Juni 2011 rufen wir zu Kundgebungen in der Nähe der Wohnhäuser auf.
Wir fordern, dass NS-Mörder ausgeliefert werden und sich dem italienischen Gericht und den Angehörigen der Ermordeten stellen.
Kein Vergeben, kein Vergessen den NS-Verbrechen!
Kundgebungen am
Samstag, den 25. Juni 2011
12.00 Uhr Weißensee: Buschallee (Tram M4: Buschallee/Hansastr.)
14.00 Uhr Reinickendorf: Becherweg / Lübener Weg, Nähe U-Bhf. Paracelsus-Bad (U8)
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Von Nazis verfolgten und ermordeten „Asozialen“ ihre Würde und ihr Gesicht zurück geben!
Pressemitteilung:
Von Nazis verfolgten und ermordeten „Asozialen“ ihre Würde und ihr Gesicht zurück
geben!
Der AK „Marginalisierte- gestern und heute“ hat sich gestern mit einem Offenen Brief an die
Abgeordneten des Bundestages und des Berliner Senats sowie die Bezirksverordneten der BVV
Lichtenberg gewandt, um die Anerkennung der von den Nazis verfolgten, gequälten und ermordeten
sogenannten Asozialen als Opfer des Nazi-Regimes einzufordern. Dass wäre auch die Vorraussetzung,
um eine Rehabilitierung sowie Entschädigungen möglich zu machen.
Der Arbeitskreis empfindet die Diskussion, ob die sogenannten Asozialen „spezifische“ Opfer der
Nazis gewesen sind oder Opfer schon vorher begonnenen Unrechts als entwürdigend und beschämend.
Sie ignoriert nicht nur die Radikalisierung der Ausgrenzungspolitik bis hin zur Ermordung
sogenannter Asozialer durch die Nazis, sondern soll offensichtlich nur dazu dienen, den Betroffenen
ihre längst überfällige Rehabilitierung und Entschädigung vorzuenthalten.
Darüber hinaus garantiert, die so suggerierte nachträgliche Legitimierung der Verfolgung und
Ermordung der unter dem Stigma „asozial“ gezielt zusammengefassten „Unnützen“, „Unwertigen“,
„Unangepassten“ und „Gemeinschaftsfremden“, die Aufrechterhaltung von Kontinuitäten und
Brüchen der sozialen Ausgrenzung bis hin zu Sanktionen und Zwangsmaßnahmen im heutigen Alltag.
Ursachen sowie Verursacher_innen und Profiteur_innen von sozialer Ausgrenzung werden
verschleiert.
Es wird Zeit, dass der Bundestag, der Berliner Senat und die Bezirksverordneten ihrer historischen
Verantwortung für Unrecht, aus dem diese Institutionen während der Nazidiktatur ebenfalls Kapital
geschlagen haben, gerecht werden. Auch ihre Rolle will der AK aufarbeiten und fordert dafür einen
würdigen Gedenk-, Lern- und Forschungsort auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitshauses
Rummelsburg in Berlin- Lichtenberg. Die weit fortgeschrittene ökonomische Entsorgung von
authentischen Orten dieser Nazi-Verbrechen durch Luxussanierung muss gestoppt werden. Damit
könnte ein Beitrag gegen die derzeitige Individualisierung, Kulturalisierung und Ethnisierung sozialer
Problem geleistet und dem Ungleichwertigkeitsdenken a la Sarrazin in Politik, Gesellschaft und
Medien Aufklärung entgegengesetzt werden.
Am 22. Juni ab 20.00 Uhr wird der AK „Marginalisierte- gestern und heute“ nach der symbolischen
Besetzung und Absperrung eines der wenigen noch nicht privatisierten Teile der ehemaligen Arbeitshäuser
Rummelsburg am 31. Mai, dem Friedhof, ebenda eine „Antifaschistische OPEN-END-Filmnacht“ unter
dem Motto: „Niemand ist asozial“ folgen lassen. Diese soll unser Anliegen unterstützen und zur
Vorbereitung der BVV-Sitzung in Lichtenberg am 23. Juni dienen. Dort werden wir versuchen in der
Einwohnerfragestunde das Thema Gedenk-, Lern- und Forschungsort auf dem Gelände der ehemaligen
Arbeithäuser zu thematisieren und einen Stopp der Privatisierung zu erreichen.
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Den Nazis keinen Fußbreit!

Am
17. Juni 2011 will die NPD um 18 Uhr eine Kundgebung vor dem
Karl-Liebknecht-Haus abhalten. Unter dem Motto „Arbeiter wehrt euch“
will sie das Gedenken an den 17. Juni 1953 in der DDR für ihre
menschen-verachtenden Zwecke missbrauchen. Der geplante Ort der
Kundgebung ist zudem eine gezielte Provokation. So hat der Berliner
NPD-Aktivist Jörg Hähnel bereits mehrfach die Ermordung Rosa Luxemburgs
gerechtfertigt und gutgeheißen. Die unmittelbare Nähe zur
Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE ist zudem eine Provokation
gegen die vielen Engagierten der LINKEN, die sich immer wieder gegen
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen.
Wir rufen dazu auf, der Öffentlichkeit und den Nazis deutlich zu
zeigen, dass wir keine Nazis im öffentlichen Raum wollen und schon gar
nicht vor diesem Haus, das 1933 von den Nazis besetzt in
Horst-Wessel-Haus umbenannt wurde. Die demokratische Zivilgesellschaft
Berlins darf diesen Platz nicht den Rechten überlassen! Schon mehrmals
haben breite gesellschaftliche Bündnisse gezeigt, was gemeinsamer
zivilgesellschaftlicher Widerstand erreichen kann – wir haben den Nazis
für ihre rassistischen und völkischen Parolen nicht die Straße
überlassen. Zeigen wir auch dieses Mal gemeinsam mit Anderen, dass
Berlin eine bunte, weltoffene Kulturmetropole ist, in der Neonazis
nicht toleriert werden.

Kommt
am 17. Juni um 17.30 Uhr vor das Karl-Liebknecht-Haus und verteidigt
das antifaschistische Erbe an diesem historischen Ort!
Caren Lay und Werner Dreibus, Klaus Lederer
Bundesgeschäftsführer/in Landesvorsitzender
Berlin, 16. 6.2011
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Donnerstag (16.6) – Kundgebung gegen Pro Deutschland am Rathaus Charlottenburg
Am
16. Juni möchte die rechtspopulistische „Bürgerbewegung Pro
Deutschland“ im Rathaus Charlottenburg ihr Wahlprogramm für die kommende
Abgeordnetenhauswahl in Berlin präsentieren. Wir möchten das nicht
unkommentiert lassen und rufen dazu auf, sich an unserer Kundgebung
gegen Rassismus und Rechtspopulismus zu beteiligen.
Seit Sarrazins Thesen über die „untergehende Kulturnation“ sind
islamfeindliche und rechtspopulistische Positionen salonfähig. Mit „Pro
Deutschland“ und „Der Freiheit“ versuchen bei der kommenden Wahl gleich
zwei Parteien die Nische zwischen rechtem Flügel der CDU und der
neonazistischen NPD zu füllen und durch die anhaltende rassistischen
Debatten über den Islam bei der Wahl im September ins Abgeordnetenhaus
und die Bezirksparlamente einzuziehen.
Seit Jahren versuchen rechtspopulistische Gruppierungen, wie auch
„Pro Deutschland“, sich als „Interessensvertretung des kleinen Mannes“
zu etablieren und so gesellschaftlich Stimmung gegen Menschen mit
Migrationshintergrund und Minderheiten zu machen Dabei stammen viele
Funktionäre und Mitglieder von „Pro Deutschland“ aus dem extrem rechten
bis neonazistischen Milieu. Rassistische Stigmatisierung und
Diskriminierung von Minderheiten prägen ihr Programm. Unter dem
Deckmantel der „Islamkritik“ hetzt „Pro Deutschland“ vorwiegend gegen
muslimische Menschen mit Migrationshintergrund und will Ängste vor einer
vermeintlich drohenden „Islamisierung“ Deutschlands und Europas
schüren. Gesellschaftliche Auseinandersetzungen sollen dabei so
rassistisch aufgeladen, dass ganze Minderheiten als „faul“,
„integrationsunwillig“ oder „fremd“ angesehen werden sollen. Wir möchten
eine tolerante Gesellschaft; in dieser ist kein Platz für Ausgrenzung,
Rassismus und rechtspopulistische Hetze.
Kommt mit uns am 16. Juni (Donnerstag) um 17:30 Uhr zum
Rathaus Charlottenburg. Zusammen gegen „Pro Deutschland“, zusammen gegen
Rassismus und Diskriminierung.
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Pro Asyl: Gegen die unmenschliche Abschottungspolitik an Europas Grenzen
Mitmachen. Protestieren. Weiterleiten.
Gegen die unmenschliche Abschottungspolitik an Europas Grenzen
Unterstützen Sie unseren Appell an den Präsidenten des Europäischen Rates, Herman von Rompuy!
Liebe Freundinnen und Freunde von PRO ASYL
Mai 2011: Vor der libyschen Küste sinkt ein Flüchtlingsschiff. 600 Menschen
ertrinken. Der junge Somali Abdelrachman überlebt. Jetzt sitzt er in
der Wüste im Flüchtlingslager “Choucha” an der tunesisch-libyschen
Grenze fest – ohne Lebensperspektive. Er ist einer von 11.000 Flüchtlingen, für die der UNHCR händeringend ein Aufnahmeland sucht. Meist vergeblich: Deutschland und andere EU-Staaten haben bis heute nicht reagiert. Statt den Flüchtlingen zu helfen, schottet sich Europa ab.
Obwohl alle Möglichkeiten bestehen, Bootsflüchtlinge zu retten, werden die Menschen auf dem Meer gnadenlos ihrem Schicksal überlassen Über 1.600 Schutzsuchende sind seit Anfang des Jahres im Mittelmeer gestorben
– am 1. Juni kamen über 150 Bootsflüchtlinge ums Leben. Abdelrachman
will trotzdem wieder in eines der maroden Schiffe nach Europa steigen. “Nach Somalia zurück kann ich nicht. Hierbleiben auch nicht. Lieber sterbe ich.”
Wir bitten Sie: Protestieren Sie mit uns gegen die unmenschliche Abschottungspolitik.
Fordern Sie den EU-Ratspräsidenten Herman van Rompuy auf,
sich beim Treffen des europäischen Rates am 24. Juni für die Aufnahme
der im tunesisch-libyschen Grenzgebiet festsitzenden Flüchtlingen
einzusetzen und sich der Abschottungspolitik der Europäischen Union
entschieden entgegenzustellen.
Unterstützen Sie unseren Appell an den Präsidenten des Europäischen Rates, Herman von Rompuy!
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Friedrichshain-Kreuzberg gegen Rassismus
AUFRUF
Bunt statt Braun
Friedrichshain-Kreuzberg gegen Rassismus

Für einen interkulturelles und vielfältiges Friedrichshain-Kreuzberg,
für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und
Nationalismus!
Das Verwaltungsgericht hat uns verpflichtet, den Rechtspopulisten von
Pro Deutschland am 30.06.2011 den BVV-Saal im ehem. Rathaus Kreuzberg
für eine Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.
Unser Bezirk ist vielfältig und interkulturell. Gemeinsam stellen wir uns gegen die Hetze und Ausgrenzung von Pro Deutschland.
Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ versuchen, gesellschaftliche
Auseinandersetzungen rassistisch aufzuladen. Wir nehmen ihre Propaganda
als das, was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes
Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft.
Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger
ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein
und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.
Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes
Friedrichshain-Kreuzberg und ein weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt,
die die Menschenwürde schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie
aus ihrer Vergangenheit gelernt hat.
Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung aktiv, friedlich, entschlossen und präsent zu begleiten.
Termin: Donnerstag, 30.06.2011 von 19:00 bis 22:00
Treffen der Initiativen, Vereine etc.: ab 16:00
Ort.: Yorckstr. 4 – 11, ehem. Rathaus Kreuzberg, 10965 Berlin
Kein Platz für Pro Deutschland in Friedrichshain-Kreuzberg
Deshalb:
Friedrichshain-Kreuzberg zeigt Gesicht!
Unter dem Motto: „Miteinander statt gegeneinander: Wir lassen uns von
niemandem aufhetzen!“ treffen sich Initiativen und Institutionen des
Bezirkes im ehem. Kreuzberger Rathaus und machen deutlich: in
Friedrichshain-Kreuzberg wird niemand ausgegrenzt.
Eine wunderbare Gelegenheit, die Vielfalt des Bezirkes kennen zu lernen,
sich zu vernetzen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Projekte
auszubrüten.
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Kampagne Abolish! – Aktionstage in Berlin, 09. – 11.06.
Kampagne Abolish! – Aktionstage in Berlin, 09. – 11.06.
Die Kampagne Abolish! – Diskriminierende Gesetze gegen Flüchtlinge
abschaffen! kämpft nach einem Aktionstag am 22.03. in 28 Städten in ganz
Deutschland weiter für die Abschaffung des
Asylbewerberleistungsgesetzes und anderer Sondergesetze gegen
Flüchtlinge.
Vom 09. bis 11. Juni finden im Rahmen der Kampagne daher Aktionstage
in Berlin statt. Dabei wird eine Konferenz von Flüchtlingen, eine
Pressekonferenz, verschiedene dezentrale Aktionen und eine bundesweite
Demonstration am Samstag, den 11.06. geben. Die Demonstration wir um 13
Uhr am Pariser Platz / Brandenburger Tor beginnen.
ABOLISH! Rassistische Sondergesetze abschaffen!
Täglich setzen sich Flüchtlinge in ganz Deutschland gegen den
institutionalisierten Rassismus und die Isolation, gegen die Verletzung
ihrer Würde, zur Wehr, die sie hier erleben müssen. Durch den Aufruf
der Flüchtlinge zur Selbstbefreiung von der deutschen rassistischen
Verfolgung gibt es Kämpfe in vielen Lagern. Getragen von der Vernetzung
der Selbstorganisation und von der Solidarität zwischen aktiven
Flüchtlingen und anderen Aktivist_innen haben sich Flüchtlinge in
Protestaktionen, Hungerstreiks, Boykotts und zivilen Ungehorsam
engagiert. „Wir haben letzten Winter gestreikt, weil wir in unserem
Lager in Niederbayern so isoliert leben, dass wir bald verrückt werden.
Hier ist nichts außer Wald. Wir können nicht arbeiten, wir können nicht
von hier weg. Ich kann noch nicht einmal mein Essen selbst kaufen.
Jeder Tag ist gleich, ohne Veränderung und ohne Hoffnung. Aber wir
wollen als Menschen leben – das steht uns genauso zu wie den Deutschen.
Darum müssen jetzt die Gesetze, die uns unmenschlich behandeln,
abgeschafft werden”, betont Suldan Abdallah aus Somalia, der in einem
Lager in Böbrach im Bayerischen Wald untergebracht ist. Für dieses Ziel
müssen wir gemeinsam aufstehen!
Darum sind Flüchtlinge und diejenigen, die ihre Solidarität mit dem
Kampf der Flüchtlinge zeigen wollen, dazu eingeladen, vom 9. bis zum 11.
Juni nach Berlin zu kommen. Beteiligt euch an drei Tagen Aktion und
Flüchtlingskonferenz, setzt ein starkes Zeichen gegen rassistische und
diskriminierende Gesetze!
Weitere Informationen: http://www.kampagne-abolish.info
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VVN-BdA: Zivilcourage gegen rechts ist für uns keine leere Worthülse sondern dringend notwendig! Mehr denn je!
Pressemitteilung 19. 05. 2011
Die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten erklärt:
Zivilcourage gegen rechts ist für uns keine leere Worthülse sondern dringend
notwendig! Mehr denn je!
Demonstration am 21. Mai, 17.00 Uhr vom Kottbusser Tor zum Mehringdamm und Platz
der Luftbrücke!
Die Berliner VVN-BdA unterstützt den Aufruf des Bündnisses „Kreuzberg für grenzenlose
Solidarität“ und ruft ebenfalls zur Teilnahme an der Demonstration unter
dem Motto „ Den Antifaschistischen Selbstschutz organisieren! Kampf dem
Rassismus überall!“ auf. Damit unterstreichen, erneuern und verstärken
wir unsere Forderungen nach glaubhaften
Konsequenzen für die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes für ihr
völlig distanzloses Verhalten gegenüber den aufmarschierenden Neonazis,
dass Menschen in Gefahr bringt, verunsichert und dem „Kampf um die
Straße“ der Neonazis in die Hände spielt.
Dass die Berliner Polizei und Verfassungsschutz angeblich völlig
unvorbereitet und unwissend den Gewaltausbrüchen von Neonazisstrukturen
gegenüber gestanden haben wollen, ist nicht nur hinsichtlich der
Erklärung des Präsidenten des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm im April
2011, dass gerade die gewaltbereite Neonazi-Szene im vergangenen Jahr
noch einmal deutlich stärker geworden sei, fragwürdig, sondern auch
wegen den sich in der Vergangenheit häufenden extrem rechts motivierten
Übergriffen auf linke Projekte und Antifaschist_innen. Zu denen gehörten
vermutlich auch die aktuellen Angriffe von vorgestern Nacht in Neukölln
und Kreuzberg. Über 140 durch Neonazis und RassistInnen ermordete
Menschen seit 1990 sprechen zudem eine eigene Sprache.
Ein Teil der auch bundesweit angereisten Neonazis hatte außerdem,
genauso wie der Anmelder Schmidtke ein NPD-Parteibuch in der Tasche. Die
VVN-BdA fordert weiterhin das sofortige Verbot der NPD. Gründe dafür
konnte man am Samstag genug sammeln – und das ganz ohne V-Leute.
Entwicklungen wie in Griechenland, wo zwischen dem 10. und den 18. Mai 2011 Neonazis
immer wieder Immigranten sowie Menschen die nicht in ihr Weltbild
passen, angegriffen haben und teilweise erst, wenn diese sich
verteidigten oder Gegenwehr leisteten, die Polizei einschritt, müssen
wir rechtzeitig verhindern. Ein Mann aus Bangladesh starb dabei durch
Neonazis. Auch hier wollen wir am kommenden Sonnabend Solidarität mit
den angegriffenen MigrantInnen und AntifaschistInnen in Griechenland auf
die Straße tragen.
Faschismus und Rassismus sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Berliner VVN-BdA e. V.
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Erklärung zur Kriminalisierung antifaschistischen Engagements
Erklärung zur Kriminalisierung antifaschistischen Engagements
Am Abend des 19. Februar stürmte die Polizei das Info- und Pressebüro
des Bündnisses „Dresden Nazifrei“. Im April und Mai folgten
großangelegte Razzien in Sachsen und Brandenburg. 20 Wohnungen von
Antifaschist_innen wurden durchsucht. Grundlage dafür ist ein
Ermittlungsverfahren nach §129 des Strafgesetzbuches. 17 Personen werden
darin beschuldigt, kriminelle Vereinigungen gebildet zu haben, die für
Angriffe auf Nazis sowie Sachbeschädigungen verantwortlich sein sollen.
Zu den Durchsuchungen mobilisierte die Polizei Großaufgebote und zum
Teil schwer bewaffnete Spezialeinsatzkommandos. Das martialischen
Auftreten soll linke und antifaschistische Strukturen einschüchtern und
in der Öffentlichkeit deren vermeintliche Gefährlichkeit vor Augen
führen. Großzügige (Vorab-)Informationen für JournalistInnen,
Bildmaterial von verletzten Nazis und Interviews von LKA-Chef und
Innenminister über die
unterschätzte „Gefahr von links“ taten das Übrige für die erwünschten Schlagzeilen.
Diese Ermittlungen sind Ausdruck eines politischen Programms, dass die
schwarz-gelbe Regierung Sachsens seit 2009 immer intensiver verfolgt.
Auf der Grundlage einer Extremismus-Doktrin versuchen CDU und FDP
antifaschistisches Engagement zu diskreditieren.
In einem Interview sprach Innenministers Markus Ulbig (CDU) vom
Anstieg „linksextremer Gewalttaten“, von 89 im Jahr 2009 auf 130 im
Folgejahr. Woraus der plötzliche Zuwachs resultiert, erörterte er nicht.
Er beruht vor allem auf Großereignissen, wie den Protesten gegen die
Naziaufmärsche am 13. und 14. Februar 2010 in Verbindung mit dem weit
gefassten Gewaltbegriff der Statistik zur “Politisch motivierten
Kriminalität”. So fällt hierunter bereits “Widerstand gegen
Vollstreckungsbeamte“ – also zum Beispiel das aktive Stemmen gegen den
Boden bei Räumung einer Sitzblockade.
Nach den auf Bundes- und Landesebene forcierten Warnungen vor dem
unterschätzten „Linksextremismus“ mussten nun endlich “Tatsachen” aus
dem Hut gezaubert werden. Dieses Ermittlungsverfahren mit seiner
medialen Begleitung soll Argumente für eine repressive Politik gegen
linke Strukturen liefern. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA)
bemühen sich sehr darum, das öffentliche Bild der
„linksextremen Schläger“ (SäZ) zu untermauern. Die Ermittlungen indes
basieren auf einer fragwürdigen Grundlage. Der § 129 ist ein Gesinnungs-
und Ermittlungsparagraf. Er wird nahezu ausschließlich im politischen
Bereich angewendet, jedoch nur ausnahmsweise zur Anklage oder gar
Verurteilung gebracht. Er gibt den Behörden weitreichende Instrumente an
die Hand, etwa die Überwachung von Telekommunikation,
Observationen oder den Einsatz verdeckter Ermittler. Dieses Repertoire
kann großzügig auf nahezu beliebige Personenzusammenhänge angewendet
werden. Es genügt ein geringer Anfangsverdacht. Im vorliegenden Fall ist
dieser mit Telefonaten gegeben, in denen über Veranstaltungen von Nazis
informiert wurde.
Zusammenhänge zwischen den Beschuldigten und den vorgeworfenen
Straftaten bleiben nebulös. Ganz real hingegen sind die empfindlichen
Eingriffe in die Privatsphäre der Betroffenen und der materielle Schaden
in Folge der Durchsuchungen, die neben vielen Privatwohnungen auch das
„Haus der Begegnung“ betraf, in
dem sich im Februar das Büro von „Dresden Nazifrei“ befand.
“Das ist sächsische Demokratie.” (Wolfgang Thierse)
Politiker_innen oppositioneller, demokratischer Parteien von SPD über
Bündnis ´90/Grünen bis hin zur Linkspartei wird immer wieder aufgrund
ihres Engagements gegen Nazis zweifelhafte Verfassungstreue unterstellt.
Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelte wegen der Teilnahme an
Blockaden des Nazigroßaufmarschs gegen den Fraktionsvorsitzenden der
Linkspartei André Hahn und sprang auch für die
Strafanzeige gegen Wolfgang Thierse (Bundestagsvizepräsident, SPD)
aufgrund seiner Äußerungen zum Zustand der sächsischen Demokratie in die
Bresche. Zivilgesellschaftliche Initiativen und
Antidiskriminierungsvereine werden vom Freistaat immer stärker
kontrolliert und an die Leine genommen. Sie sollen sich per Unterschrift
zur FdGO bekennen und überprüfen, ob ihre Partner_innen „Extremisten“
sind. Hier wird auf Methoden autoritärer Regime zurückgegriffen.
Schlussendlich wird repressiv gegen die außerparlamentarische Linke und
Antifas vorgegangen.
Nicht mit uns!
Antifaschistisches Engagement ist und bleibt notwendig, solange
diskriminierende und autoritäre Zustände existieren. Die Gleichsetzung
von Links und Rechts, die mit der Extremismus-Doktrin behauptet wird,
entbehrt jeder Grundlage. Rechte Gewalttaten auf Leib und Leben von
Menschen, Naziveranstaltungen und diskriminierende Einstellungen sind
das Problem, dem es zu begegnen gilt. Wir werden uns trotz staatlicher
Diffamierung, Gängelung und Kriminalisierungskampagnen auch in Zukunft
gegen Nazis und rechte Einstellungen in der Mehrheitsgesellschaft
einsetzen. Wir werden auch in Zukunft unsere Demonstrationsund
Meinungsfreiheit wahrnehmen, um ohne staatliche Reglementierung gegen
Nazis zu protestieren. Ziviler Ungehorsam ist dafür notwendig und
legitim. Wir solidarisieren uns mit Menschen, Vereinen und Initiativen
die sich für eine offene, faire und gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen.
16. Mai 2011 – Kampagne zum Zustand sächsischer Demokratie || http://sachsens-demokratie.net
Wenn ihr diese Erklärung unterstützen wollt, schreibt an unterstuetzen@sachsens-demokratie.net
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NaturFreunde: Rassistische Einstellungen haben im Sport nichts zu suchen
Rassistische Einstellungen haben im Sport nichts zu suchen
NaturFreunde Deutschlands unterstützen Anti-Rassismus-Paragraphen in Stadionordnungen und Vereinssatzungen
Berlin, 13. April 2011 – Zum Antrag der SPD-Fraktion im Deutschen
Bundestag „Rechtsextremistische Einstellungen im Sport konsequent
bekämpfen – Toleranz und Demokratie nachhaltig fördern“ (Drucksache
17/5045) erklärt Wolfgang Spindler, Mitglied im Bundesvorstand der
NaturFreunde Deutschlands und Bundesfachbereichsleiter Natursport:
Rassistische Entwicklungen treten in allen gesellschaftlichen
Bereichen in offener oder latenter Form auf. Auch Sportvereine und
-verbände bleiben hiervon nicht verschont. Faschistische oder
rassistische Gruppen und Parteien suchen so häufig Anknüpfungspunkte für
ihre Vereinnahmungsversuche. Dem müssen sich alle sportlich Aktiven,
Vereine und Verbände aktiv entgegenstellen.
In einer ganzen Reihe von Sportarten ist seit vielen Jahren
feststellbar, dass sich bei einem Teil der Fans faschistische Tendenzen
zeigen – etwa in manchen Fanblöcken. Die NaturFreunde Deutschlands
begrüßen deshalb die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, dass Verbände
und Vereine auch in diesem Kontext unterstützt werden müssen und
hierfür die Schaffung von dauerhaften Förderstrukturen für Initiativen
im Bereich der Bekämpfung von faschistischen und rassistischen
Einstellungsmustern notwendig ist.
Seit vielen Jahren arbeiten NaturFreunde auf verschiedenen Ebenen
zusammen mit Fan-Initiativen wie etwa dem „Bündnis Aktiver Fußball-Fans“
(BAFF), einem bundesweiten Zusammenschluss von Fan-Initiativen und
Fußballvereinen, um sich gegen den alltäglichen Rassismus zu wehren. Ein
positives Beispiel für eine aktive antirassistische Arbeit im Sport
sind auch die vielfältigen Initiativen der Naturfreundejugend.
Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde die Einführung eines
sogenannten Anti-Rassismus-Paragraphen in den Stadionordnungen oder
Vereinssatzungen, um sich deutlich von rassistischen Vorkommnissen
abzugrenzen.
Sport muss nach Ansicht der NaturFreunde Brücken zwischen Menschen
unterschiedlicher Herkunft und über nationale Grenzen bauen. Nur in
einem Klima von Würde und Respekt, in dem Fairness und Toleranz im
Mittelpunkt der Sportausübung steht, kann Sport eine humanistische
Ausrichtung entfalten.
Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde auch alle Initiativen, die
Verbände und Vereine, Funktionärinnen und Funktionäre und aktive
Sportlerinnen und Sportler für jegliche Form von Rassismus
sensibilisieren und alle am Sport Interessierten für einen aktiven
Einsatz gegen Rassismus und faschistische Tendenzen gewinnen.
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Kommentieren Sie diesen Standpunkt hier: www.blog.naturfreunde.de
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Bürgermeister überlässt Rathaus Zehlendorf den Rassist_innen von „Pro Deutschland“!
Presseerklärung:
Bürgermeister überlässt Rathaus Zehlendorf den Rassist_innen von „Pro Deutschland“!
Nach den Rathäusern von Schöneberg und Neukölln räumen auch der
Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) sowie das Bezirksamt von
Steglitz-Zehlendorf das gesamte Rathaus für „Pro Deutschland“ frei. Der
Verweis auf Sicherheitsbedenken, um jeden Protest aus dem Rathaus
herauszuhalten sowie die Einschränkungen der Protestveranstaltungen
durch die Polizei lässt zum wiederholten Male die Frage offen, ob
hierbei die Anwesenheit von „Pro Deutschland“ im Rathaus als besonders
gefährlich eingestuft wird oder die Proteste gegen diese Rassist_innen.
Das so vermittelte Signal jedenfalls, ist fatal. Die Rassist_innen
sitzen im Rathaus und die eingeforderte Zivilcourage steht auf der
Straße vor der Tür. Dazu erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:
“Wehret den Anfängen! Kein Rechtspopulismus in Steglitz-Zehlendorf!”
ist die Resolution der BVV Steglitz-Zehlendorf überschrieben, unter der
die Unterschriften aller Fraktionen zu finden sind. Darin wurden alle
Bürger_innen gebeten, gemeinsam Gesicht gegen extrem rechte,
rassistische, antisemitische oder antidemokratische Inhalte zu zeigen.
Doch das reale Verhalten einiger politischer Akteur_innen in
Steglitz-Zehlendorf lässt Zivilcourage zur bloßen Worthülse verkommen.
Angedachte öffentliche Veranstaltungen im Rathaus wurden nach letzten
Informationen bisher abgelehnt. Schon die Gewährleistung der Proteste in
Sicht- und Hörweite zu den Eingängen des Rathauses musste gegen die
ursprünglich vorgesehenen Einschränkungen durch die Polizei erstritten
werden. Ob diese dann auch in vollem versammlungsrechtlichen Ausmaß
gewährt werden oder wie bei ähnlichen bisherigen Veranstaltungen
kurzfristig „deeskalierend“ durch die Polizei verändert werden, wird
sich erst morgen Abend zeigen.
Wir werden uns aber weder von Einschränkungen durch das Bezirksamt
noch durch die Versuche der Berliner Polizei Proteste einzuschränken und
vorab zu kriminalisieren, beirren lassen. Rassismus ist keine Meinung
und wird von uns nicht geduldet! Kommt daher zahlreich, um die Proteste
wirksam möglich zu machen! Wo auch immer es sich morgen Abend in
Steglitz-Zehlendorf ergibt!
Veranstaltungen:
1. 17.00 Uhr, Anhaltinerstrasse, Ecke Teltower Damm: Demo
„Südwest stellt sich quer – Demonstration gegen Rechtspopulismus,
Rassismus und Nationalismus“ (Jusos/ Grüne Jugend)
2. 17.30 Uhr, Teltower Damm, südl. Kirchstraße: Fest „Bunt und respektvoll“ (lokales Bündnis)
3. 17.30 Uhr, Teltower Damm, nördl. Kirchstraße: Kundgebung
„Wahlkampf von „Pro Deutschland“ zum Wahlkrampf machen!“ (Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“)
4. 18.00 Uhr, Veranstaltung DIE LINKE Steglitz-Zehlendorf im
Rathaus „Die Politik von ´Pro Deutschland´“ (bisher keine Zusage durch
das Bezirksamt)
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Wahlkampf von “Pro Deutschland” zum Wahlkrampf machen! Vom Anfang bis zum Ende!
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Aufruf
Berlin, 27. 02. 2011
Wahlkampf von “Pro Deutschland” zum Wahlkrampf machen!
Vom Anfang bis zum Ende!
04. März ab 17.30 Uhr rund um das Rathaus Zehlendorf!
Am Freitag, den 04. März 2011 will der “Pro Deutschland
Landesverband Berlin” ab 19.00 Uhr eine Mitgliederversammlung im
Rathaus Zehlendorf durchführen. Als Anlass sollen die anstehenden
Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen
im September 2011 in Berlin fungieren.
Das Bündnis “Rechtspopulismus stoppen” unterstützt die Proteste
lokaler Parteien, Jugendorganisationen, Vereine, Organisationen und
Initiativen aus Steglitz-Zehlendorf und ruft mit dazu auf, am 04. März
ab 17.30 Uhr Gesicht gegen Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen
zu zeigen. Mit unseren bisher nicht genehmigten Anmeldungen vor dem
Rathauseingang Kirchstraße und Zehlendorfer Damm/ Ecke Kirchstraße
wollen wir solidarisch mit den anderen Anmelder_innen und
Unterstützer_innen rund um das Rathaus agieren. Gleichzeitig soll so den
teilweise unterschiedlichen politischen, inhaltlichen und
aktionsorientierten Ausrichtungen der Akteur_innen Rechnung getragen
werden. Dabei gilt für uns der Aktionskonsens vom 13. und 19. Februar in
Dresden, der auch die friedliche Protestform des zivilen Ungehorsams
nicht ausschließt.
Laut Ankündigung von “Pro Deutschland” wird der schwedische Neonazi,
angebliche Millionär und Begründer der extrem rechten “Kontinent Europa
Stiftung” Patrik Brinkmann als zukünftiger Berliner Landesvorsitzender
in Stellung gebracht werden. Auch seine Kandidatur für die Wahlen zur
BVV Steglitz-Zehlendorf wurde neben der
Kreisverbandsgründung angekündet.
Die selbsternannte Bürgerbewegung “Pro Deutschland” hetzt u.a.
gemeinsam mit rassistischen oder teils faschistischen Parteien wie
Vlaams Beelang, Lega Nord, Front National, FPÖ, SVP, den
Schwedendemokraten und der Dänischen Volkspartei sowie in einer Reihe
mit Pax Europa, anderen Pro-Bewegungen und Freien Wählervereinigungen
gegen Migrant_innen insbesondere Muslim_innen. Dabei fantasieren sie den
Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine
„schleichende Islamisierung“ Europas herbei.
Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt
mit rassistischen Argumenten darauf ab, über das Feindbild “Islam”
Migrant_innen auszugrenzen.
Sozioökonomische und politische Aspekte werden als kaum zu
überwindende kulturelle Modelle verschleiert und der Islam als eine Art
Vehikel benutzt, um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und
Sicherheitswahn mit dem Grundrechteabbau zu legitimieren.
Brinkmann selbst konstruiert Bedrohungsszenarien wie „Der Islam
verhüllt seine Frauen und treibt europäische Frauen in die
Prostitution.“ und schloss dieses mit den Worten: „Der in spätrömische
Dekadenz verfallende Klaus Wowereit tut nichts dafür, um diesen
unhaltbaren Zustand zu beenden. Klar, er macht ja selbst mit. Er gehört
genau aus dem Roten Rathaus verbannt, wie die Schwulenparaden aus der
Stadt. Berlin darf nicht Sodom und Gomorrha werden.“ Schon Ende 2009
noch als Mitglied der DVU äußerte Brinkmann sich homophob in einem
Interview zu einer Klage beim Verfassungsgericht gegen die
Gleichstellung homosexueller Partnerschaften. Zuletzt fielen Patrick
Brinkmann und /oder Manfred Rouhs mit “Pro Deutschland” durch das
abstruse Wahlkampfthema, der Bildung eines “Bundeslandes Preußen mit
Kerngebiet Berlin-Brandenburg” oder durch Flyeraktionen gegen die
Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sowie antiziganistische
Sympathiebekundungen für Sarkozy´s Massenabschiebungen von Sinti und
Roma und Nachahmungsempfehlungen für Berlin auf.
Derzeitiger Noch-Landesvorsitzender ist Manfred Rouhs, Mitglied im
Kölner Stadtrat für die extrem rechte “Bürgerbewegung Pro Köln” sowie
Mitglied der extrem rechten Vereinigung “Pro NRW”. Über die Jungen
Nationaldemokraten (JN), die Republikaner und die Deutsche Liga für Volk
und Heimat führte sein Weg zu “Pro Köln”, bevor er “Pro Deutschland”
gründete und seine Aktivitäten nach Berlin verlegte.
Wir stellen uns diesen Rassist_innen und Rechtspopulist_innen
entgegen und treten für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes,
friedliches und diskriminierungsfreies Zusammenleben aller Menschen ein.
Deshalb:
Keinen Fußbreit den Nazis und Rassist_innen! Weder in Berlin noch sonst irgendwo!
Bisherige Anmeldungen:
1. Rathauseingang Kirchstraße oder Zehlendorfer Damm/ nördlich der Kirchstraße (Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen)
2. Zehlendorfer Damm/ südlich der Kirchstraße (lokales Bündnis Steglitz –Zehlendorf)
http://www.buntundrespektvoll.de/
3. Demo ab S-Bhf. Zehlendorf über Martin-Buber Str. bis Ecke Kirchstraße (Jusos)
Achtet auf aktuelle Ankündigungen! http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/)
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Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.
Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.
Am Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der
Partei „Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im Rathaus
Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die Kandidaten
der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden. Der
Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch
zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie
durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die
Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die
Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei
Brinkmann für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.
Als Gast wird auch der Vorsitzende von „Pro Köln“ erwartet. Im
Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als
„rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen
Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder
Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht
integrierbar dargestellt hat.“
Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren
gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments,
Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was
sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes
Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft.
Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger
ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein
und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.
Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf
und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde
schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer
Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro
Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.
Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf
Wir rufen alle auf:
Kommen Sie zur Kundgebung am 4. März 2011, um 18:00, vor dem Rathaus Zehlendorf.
Erstunterzeichner/ -innen:
Helgard Gammert, BALI-Kino
Ingrid Alberding, Geschäftsführerin Stadtteilzentrum Mittelhof e.V
Thomas Mampel, Geschäftsführer Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
Johannes Haerkötter, Fielmann
Caforio Leo, Trattoria Sotto Sopra
Iris Hoffmann, Tea Room
Jens Schmahljohann, Tam Tam Spielwaren
Ronald Böhmer, Wohltat’sche Buchhandlung, Filiale Teltower Damm
Harald Sommer, Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
Lukas Müller, Schulsprecher Droste-Hülshoff-Schule (Gymnasium)
Stephan Thies und Lukas Barker, Schulsprecher Schadow-Gymnasium
Rainer Brandt, Schauspieler
Ursula Heyer Schauspielerin
Johnny Strange, Culcha Candela
Klaus Abel, Zweiter Bevollmächtigter IG Metall Verwaltungsstelle Berlin,
Tobias Baur, Humanistische Union, LV Berlin-Brandenburg
Edith Pfeiffer, VVN-BdA
Dirk Stegemann, Rechtspopulismus Stoppen
Claus Kittsteiner, Sprecher Berliner Wassertisch
Norbert Kopp (CDU), Bürgermeister Steglitz-Zehlendorf
Autoren:
Benedikt Lux, MdA (GRÜNE), Ruppert Stüwe (SPD)
Unterzeichner / -innen:
Barabara Loth (SPD). Stadträtin für Wirtschaft und Gesundheit
Christa Markl-Vieto, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen
Eberhard Speckmann, LINKE Steglitz-Zehlendorf
Thomas Rudek u. Sabine Finkenthai Volksbegehren „Berliner Wasser“
Günther Schultze, Netzwerk Integration Südwest
Claus Gerwald, Piratenpartei Steglitz-Zehlendorf
Die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum Protest aufgeruf
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Berliner Polizei versucht Proteste am 04. März in Zehlendorf „präventiv“ zu kriminalisieren
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Berliner Polizei versucht Proteste am 04. März in Zehlendorf „präventiv“ zu kriminalisieren
Nach dem am vergangenen Freitag ergebnislos abgebrochenen
Anmelder_innengespräch zu den geplanten Protesten am 04. März gegen „Pro
Deutschland“ vor dem Rathaus Zehlendorf erklärt das Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“:
„Wir werden weder widerstandslos auf das Recht verzichten, in Sicht-
und Hörweite der Rassist_innen von „Pro Deutschland“ zu protestieren,
noch die erneute Kriminalisierung von antifaschistischen und
antirassistischen Protesten hinnehmen. Das Bündnis ´Rechtspopulismus
stoppen´ ist sich in dieser Sache einig: Keinesfalls darf das nächste
Rathaus in Berlin komplett durch Rassist_innen vereinnahmt werden!“
Da nun feststeht, dass „Pro Deutschland“ ihre geplante Veranstaltung
im Rathaus Zehlendorf nicht öffentlich durchführen wird, dürfte sich
auch die angekündigte Strategie der Berliner Polizei bestätigen. Diese
sieht nicht nur die Verlegung der Proteste des Bündnisses
„Rechtspopulismus stoppen“ fernab jeglicher Sicht und Hörweite vor das
Finanzamt vor. Auch das Straßenfest des lokalen Bündnisses, welches sich
ebenfalls aus Parteien, Organisationen, Vereinen und Initiativen
zusammensetzt, soll vom ursprünglichen Anmeldepunkt südlich hinter die
Eingänge zum Rathaus verlegt werden. Somit beabsichtigt die Berliner
Polizei gleich alle drei Haupteingänge für „Pro Deutschland“ zu sichern,
einzig zu Lasten der Versammlungsfreiheit der Anmelder_innen der
Proteste.
Als Begründung wird eine Gefahrenprognose konstruiert, die sich
dieses Mal nicht nur auf die erneute Kriminalisierung des Bündnisses
„Rechtspopulismus stoppen“ konzentriert, wobei außer den Protesten vor
dem Rathaus Schöneberg im Juli vergangenen Jahres nun auch grundlos die
vor dem Rathaus Neukölln erwähnt wurden. Darüber hinaus reicht der
Polizei jetzt schon die bloße Gelegenheit, dass auch aus der Versammlung
des lokalen Bündnisses vereinzelte Personen Straftaten begehen
könnten, zu einer Einschränkung des Versammlungsrechtes. Einzig die
Demonstration vom S-Bhf. Zehlendorf hinterm Rathaus entlang bis zur Ecke
Kirchstraße wurde nicht eingeschränkt.
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ hat nun als Ausweichvariante
eine Veranstaltung Teltower Damm oberhalb der Kirchstraße angemeldet, um
die Sicht- und Hörweite für die Proteste einzufordern. Gegebenenfalls
müssen die geplanten sowie eventuell noch folgenden weiteren
polizeilichen Auflagen juristisch überprüft werden.
Dazu der Sprecher des Bündnisses, Dirk Stegemann weiter:
“Die Einschränkungen der Proteste sind nicht nur unverhältnismäßig,
sondern komplett überflüssig. Die ursprünglichen Anmeldungen enthalten
keinerlei Einschränkungen für die Veranstaltung der Rassist_innen im
Rathaus Zehlendorf. Darüber hinaus sind jetzt auch das Bezirksamt und
die sogenannten etablierten Parteien gefordert. Neben der Prüfung der
Kündigung des Mietvertrages für eine jetzt der Öffentlichkeit nicht mehr
zugängliche Veranstaltung in einem öffentlichen Raum, wodurch sich
einzig der Propagandazweck der Ortswahl zu bestätigen scheint, können
gleichzeitige Veranstaltungen im Rathaus einer kompletten Vereinnahmung
durch „Pro Deutschland“ entgegen wirken.“
Kein Platz für Nazis und Rassist_innen! Nirgends in Berlin!
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Rechtspopulismus stoppen: „´Pro Deutschland´ Tugenden lehren!“
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Unter diesem Motto wird das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ am
kommenden Freitag um 18.00 Uhr der sogenannten Mahnwache für Preußen
durch „Pro Deutschland“ ein passendes Spektakel entgegensetzen und
erklärt:
Es ist kein Witz. Brinkmann und die rassistische Organisation „Pro
Deutschland“ fordern tatsächlich die Gründung eines Bundeslandes Preußen
mit Kerngebiet Berlin-Brandenburg. Wir finden dagegen, es gab mehr als
genug gute Gründe Preußen mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25.
Februar 1947 abzuschaffen. Fast 250 Jahre “Staat Preußen, der seit jeher
Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist”
(Kontrollratsgesetz Nr. 46), waren ausreichend. Nicht von ungefähr sahen
sich die Alliierten “Geleitet von dem Interesse an der
Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit der Völker und erfüllt
von dem Wunsche, die weitere Wiederherstellung des politischen Lebens
in Deutschland auf demokratischer Grundlage zu
sichern” (ebenda) veranlasst, Preußen aufzulösen.
Mit ihrem geschichtsrevisionistischen Blick auf Preußen bringen
Brinkmann & Co nun lediglich ihr Verständnis zu Intoleranz,
Militarismus, Untertanengeist und Kadavergehorsam zum Ausdruck. Auch,
dass mit keinem Wort die Verfolgung von u.a. Katholiken oder die
antisemitischen Gesetze in Preußen Erwähnung finden, verwundert nicht.
Dies würde nicht nur ihr vermitteltes Trugbild der Toleranz und
Aufklärung zerstören, mit dem sie sich jetzt zu schmücken suchen, um dem
Rassismusvorwurf zu entgehen.
Das wird ihnen jedoch nicht gelingen. Wir vergessen weder Preußens
Geschichte, noch den Rassismus und Sozialdarwinismus von “Pro
Deutschland” und werden parallel zu deren “Mahnwache” die Auflösung von
Preußen feiern.
Wir laden Euch deshalb zu einem zwangsfreien Spektakel gegen
die Mahnwache von Pro Deutschland am 25. Februar 2011 ab 18.00 Uhr vor
der HU Berlin ein. Lasst uns lustig sein! Kostüme und buntes Allerlei
sind ausdrücklich erwünscht.
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Demo gegen den Thor Steinar Laden in Friedrichshain
Demo gegen den Thor Steinar Laden in Friedrichshain
Zwei Jahre “Tromsö” sind zwei Jahre zuviel
“Tromsö” – der Laden der Bekleidungsmarke Thor Steinar, öffnete Ende
Februar 2009 seine Türen nahe dem Frankfurter Tor in Friedrichshain.
Thor Steinar bedruckt Pullover, Jacken und Outdoor-Klamotten mit
Symboliken und Bildern, die sich positiv zum deutschen Nationalismus und
Militarismus, sowie zur Kolonialgeschichte positionieren. Die Marke
ist fester Bestandteil der rechten Szene und ihrem Lifestyle.
Den Laden ausgerechnet in Friedrichshain zu eröffnen, stellte eine
Provokation des Herstellers dar. Seither sind zwei Jahre vergangen.
Mehrere Demos, Aktionen, Veranstaltungen richteten sich im
Friedrichshain gegen den Tromsö. Offensichtlich haben die Mitarbeiter im
Tromsö verstanden, dass sie im Friedrichshain nicht willkommen sind.
Man ist deshalb dazu übergegangen sich zu verschanzen. Aufgeben will der
Betreiber den Laden aber nicht, obwohl dieser ein Verlustgeschäft ist.
Die Shops an prominenten Orten sollen provozieren und signalisieren,
dass sich Thor Steinar nicht einschüchtern lässt. Auch in der
juristischen Auseinandersetzung mit dem Vermieter zeigt sich Thor
Steinar renitent. Dieser sprach bereits im März 2009 die Kündigung aus.
Im Dezember 2010 bestätigte das Landgericht Berlin die Kündigung. Doch
die Rechtsmittel sind noch nicht ausgeschöpft. Ein Spiel auf Zeit.
Solange der Rechtsstreit andauert, darf der Tromsö – juristisch
betrachtet – bleiben.
Deshalb:
Demonstration am 26. Februar 2011 ab 14.00 Uhr
Treffpunkt: Boxhagener Platz
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Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus
Bunt und respektvoll
Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.
Am Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der
Partei „Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im
Rathaus Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die
Kandidaten der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden.
Der Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch
zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie
durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die
Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die
Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei
Brinkmann für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.
Als Gast wird auch der Vorsitzende von “Pro Köln” erwartet. Im
Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als
„rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen
Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder
Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht
integrierbar dargestellt hat.“
Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren
gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments,
Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was
sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes
Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft.
Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger
ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein
und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.
Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf
und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde
schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer
Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro
Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.
Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf
Die Kundgebung beginnt um 18:00 vor dem Rathaus Zehlendorf. Auch die
Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum
Protest aufgerufen
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Bundesausschusses Friedensratschlag: Aufmarsch der Nazis verhindern Blockieren ist ein Menschenrecht
Aufmarsch der Nazis verhindern
Blockieren ist ein Menschenrecht
Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
Kassel/Dresden, 16. Februar 2011 – Zu den bevorstehenden Protesten
gegen den Aufmarsch der Nazis am kommenden Samstag in Dresden erklärte
der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag:
Es
bleibt für uns eine unerträgliche Situation, dass den Alt- und Neonazis
erlaubt wird, das Gedenken an die Toten der Bombenangriffe von Dresden
1945 für ihre geschichtsrevisionistischen “Botschaften” zu missbrauchen.
Es ist für uns unerträglich, dass sächsische Gerichte die Polizei
auffordern, den Nazi-Aufmarsch dieses Mal besser zu schützen um den
Geschichtsleugnern den Weg für ihren gruseligen Umzug frei zu kämpfen.
Und es war unerträglich, dass am vergangenen Wochenende ein erster
“Gedenk”-Marsch der Nazis genehmigt, ein antifaschistischer
Stadtrundgang in der Dresdener Altstadt indessen verboten wurde.
Wer heute der deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs (der Gefallenen
und bei der Offensive der Alliierten getöteten Zivilpersonen) und der
kriegsbedingten Umsiedlung von Millionen Menschen gedenkt, muss die
deutsche Verantwortung dafür und die deutsche Täterschaft benennen. Wir
wollen nur an drei Wahrheiten erinnern:
1) Das Unglück des Zweiten Weltkriegs begann nicht erst mit den
Angriffen der Antihitlerkoalition auf Ziele in Deutschland. Es begann am
1. September 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen,
setzte sich fort mit dem Feldzug im Westen und den Luftangriffen gegen
Städte in Großbritannien (z.B. Coventry) und fand seinen Höhepunkt im
Angriff auf die Sowjetunion 1941 und den Vernichtungskrieg im Osten.
Allein in der Sowjetunion starben 20 Millionen Menschen. Während des
Krieges wurden sechs Millionen Juden in den nationalsozialistischen
Vernichtungslagern von Auschwitz, Treblinka, Buchenwald, Sachsenhausen,
Dachau, Majdanek u.a. systematisch ermordet – das größte Verbrechen, das
die Menschheit bisher gesehen hat.
2) Zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs gehört die Machtübernahme
Hitlers und der NSDAP am 30. Januar 1933. Innerhalb weniger Monate
wurden die freien Gewerkschaften, alle oppositionellen Parteien
verboten, Kommunisten, Sozialdemokraten, antifaschistisch und liberal
gesinnte Demokraten aller Couleur verfolgt und ein autoritäres,
verbrecherisches und aggressives Regime errichtet, das sich anschickte,
nach der Wiedereingliederung des Saarlands, des „Anschlusses“
Österreichs und der Einverleibung des „Protektorats“ Böhmen und Mähren
die „Kornkammern“ Osteuropas zu erobern, die slawischen „Untermenschen“
zu versklaven und ein „tausendjähriges“ Weltreich zu errichten.
3) Dass sich dagegen die Völker Europas und der Welt zur Wehr setzten
und dass schließlich die Anti-Hitler-Koalition Nazi-Deutschland in
einem verlustreichen Krieg niederrang, war ein Akt der
Selbstverteidigung. Der Anti-Hitler-Koalition haben wir die Befreiung
der noch überlebenden Häftlinge des KZ Auschwitz (27. Januar 1945) zu
verdanken, ihr haben wir schließlich – am 8. Mai 1945 – die endgültige
Befreiung Deutschlands von dem terroristischen Nazi-System zu verdanken.
Vor einem Jahr war es einem breiten demokratisch-antifaschistischen
Bündnis gelungen, den Aufmarsch der Rechten zu stoppen. Neofaschisten
mobilisieren europaweit, diese “Schmach” wieder auszuwetzen und wollen
Dresden am Samstag wieder ihren braunen Stempel aufdrücken. Dem wollen
wir uns entgegen stellen.
Die Friedensbewegung ist bekannt für ihre Gewaltlosigkeit. Sich den
alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen, ist ein Akt präventiven
Selbstschutzes, weil es den Aufmarsch der organisierten Nazi-Gewalt
verhindern will. Eigentlich wäre das die Aufgabe der staatlichen Organe.
Vor einem Jahr, am 13. Februar 2010, war es den Demokraten gelungen, den
Naziaufmarsch zu verhindern. Auch diesmal stellen wir uns quer.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat in einem Appell an die
Friedensbewegung dazu aufgerufen, am 19. Februar nach Dresden zu kommen
und sich dem Aufmarsch der Rechtsradikalen entschlossen entgegen zu
stellen. (Den Aufruf “Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!” können
Sie hier herunterladen
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Dresden nazifrei: Route der Nazis am 13.02. bekannt geworden!
Route der Nazis am 13.02. bekannt geworden!
Dresdner Verwaltungsgericht untersagt Proteste in Hör- und Sichtweite! Bündnis mobilisiert weiter zum Hauptbahnhof!
Das Verwaltungsgericht Dresden hat gestern die Auflagen des
Ordnungsamtes Dresden bestätigt. Damit bleibt unser geplanter Mahngang
„Täterspuren“ in der Innenstadt faktisch verboten. Wir sind nicht bereit
uns dieser skandalösen Entscheidung zu beugen und haben Beschwerde vor
dem sächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt. Wir rufen weiterhin
alle Dresdnerinnen und Dresdner dazu auf, sich mit uns auf die Spuren
der Nazitäter zu begeben. Treffpunkt für den Mahngang ist um 11 Uhr der
Comeniusplatz.
Desweiteren hat das Verwaltungsgericht die geplante Kundgebung am
Friedrich-List-Platz untersagt und verweist uns auf die andere Elbseite,
in die Dresdner Neustadt. Proteste in Hör- und Sichtweite wären damit
unmöglich. Deshalb rufen wir weiterhin alle Dresdnerinnen und Dresdner
dazu auf, um 14 Uhr an den Dresdner Hauptbahnhof zu kommen. Neuer
Treffpunkt ist die angemeldete Kundgebung an der Hochschulstraße, direkt
vor der Hochschule für Technik und Wirtschaft.
Inzwischen ist die geplante Route der Nazis bekannt geworden. Wie
mehrere Quellen übereinstimmend berichten, sammeln sich die Nazis ab 15
Uhr am Hauptbahnhof (Bayrische Straße) und wollen dann über die
Strehlener Straße, Ackermannstraße, Zellescher Weg, Fritz-Löffler-Straße
zurück zum Hauptbahnhof marschieren.
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NaturFreunde Sachsen: Aufruf zum Protest gegen Nazi-Aufmarsch in Dresden
Im
Februar planen Neonazis erneut Aufmärsche in Dresden. Bereits am 13.
Februar soll ein Fackelmarsch stattfinden. Die Naturfreunde und die
NaturFreundejugend Sachsen rufen dazu auf, sich an der Menschenkette
unter dem Motto »Erinnern und Handeln. Für mein Dresden« zu beteiligen,
um die Nazis zu stoppen. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt vor
dem Eindringen Rechtsextremer schützen.
Auch wie im letzten Jahr wollen sich die NaturFreunde Sachsen und die
NaturFreundejugend Sachsen aktiv an der Menschenkette beteiligen. Wir
treffen uns am 13.02.2011, 12.30 Uhr vor dem Umweltzentrum
(Schützengasse 18, 01067 Dresden), um gemeinsam zur Menschenkette zu
gehen.
Die größere Nazidemonstration ist für den 19. Februar geplant. Alle
Mitbürger sind aufgerufen, sich an dem friedlichen Protest gegen die
geplanten Nazi-Aufmärsche zu beteiligen. Statt den Nazis eine Plattform
zu bieten, soll so die demokratische und friedliche Gesinnung der
überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung demonstriert werden.
Zur wahren Gesinnung der Nazis wird auf zwei Zitate aufmerksam gemacht.
“Die
große Anzahl von Anträgen, die sich dagegen wehren, dass im ganzen
Lande die Terrorakte überhand nehmen, die Akte der Brutalität,
ausgeführt von Nationalsozialisten, beweisen, wie stark inzwischen, seit
wir uns das letzte Male mit diesen Dingen beschäftigt haben, die die
Verbrechergarde des Herrn Studentkowski geworden ist. Sie zeigen, dass
wir in einer Situation sind, wo es höchste Zeit wird, dass die Regierung
eingreift, die die Staatsgewalt in der Hand hat, die die Aufgabe hat,
dafür zu sorgen, dass Sachsen ein Rechtsstaat ist, dass wir die
Möglichkeit haben, unsere politische Auffassung zu sagen, dass jeder
Mann sicher davor ist, dass er nicht von dem, der anderer Meinung ist,
über den Haufen geknallt oder hinterrücks niedergestochen wird.”
Dieses Zitat stammt von Herrmann Liebmann, bis 1933 Abgeordneter der
SPD im Sächsischen Landtag. Er hielt diese Rede zwei Mal. Das erste Mal
im Sächsischen Landtag am 16.12.1931, das zweite Mal wurde er im März
1934 vom NSDAP Gauleiter Mutschmann im Konzentrationslager Hohenstein
gezwungen, die Rede vorzutragen. Liebmann, der inzwischen erblindet
war, starb an den Folgen der im Konzentrationslager erlittenen
Misshandlungen am 06.09.1935.
Das zweite Zitat:
“Zum Schutz der Versammlungsfreiheit erwarten wir ferner, dass schon
die Vorbereitung zu Krawallen unterbunden und deshalb das
steuergeldfinanzierte Kriminellen-Nest am Bischofsplatz 6 in Dresden –
das Bürgerbüro der Anwälte Lichdi und Jähnigen – ausgehoben wird!
Politiker wie Herr Hahn, die öffentlich zu rechtswidrigen Blockaden
aufrufen, gehören überdies nicht in den Landtag, sondern in
Vorbeugegewahrsam genommen! Und wer seine parlamentarische Immunität wie
Herr Hahn und Herr Lichdi als Leitwolf für kriminellen Pöbel nutzt, für
den kann es nur heißen: Wasser Marsch – Gummiknüppel frei!“
Es handelt sich dabei um einen Auszug der Rede des NPD-Abgeordneten
im Sächsischen Landtag Holger Apfel, welche er am 09.02.2011 im
Sächsischen Landtag hielt.
Bedarf es noch eines Kommentars?
Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)
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KOMM NACH DRESDEN …UND BRING ZWEI MIT!
KOMM NACH DRESDEN …UND BRING ZWEI MIT!
Jedes Jahr im Februar findet in Dresden der größte Naziaufmarsch
Europas statt. 2010 versammelten sich über 6000 Neonazis in der Stadt an
der Elbe. Dabei gelang das Unglaubliche, der sogenannte Trauermarsch
wurde zum ersten Mal durch Blockaden verhindert. Das war großartig und
muss 2011 wieder geschafft werden! Unser Motto lautet: Bring 2! Die
Idee: Alle, die im letzten Jahr den Naziaufmarsch verhindert haben,
kommen wieder und jeder bringt noch zwei Freunde mit! Also: Beteiligt
euch an der Mobilisierung, dreht Videos und macht Fotos für
bringzwei.com! Fahrt am 19. Februar mit zwei Freunden nach Dresden und
verhindert mit uns den Naziaufmarsch! Wir zählen auf Euch!
* Home
* Fotos
* Videos
* Mitmachen
* Material
* Kontakt
Die Kampagne Bring 2 lebt von Deiner und Eurer Beteiligung.
Zeigt den Neonazis und der Stadt Dresden, dass dieses Jahr wieder
zehntausende Menschen nach Dresden kommen und den Neonazi-Großaufmarsch
blockieren werden.
Nur gemeinsam können wir es schaffen. Wir brauchen jede und jeden
Einzelne/-n. Deshalb haben wir 2011 die Kampagne „Bring 2“ gestartet.
Die Idee: Alle, die letztes Jahr in Dresden waren und blockiert haben,
kommen dieses Jahr wieder. Und jede und jeder bringt noch zwei Personen
mit. So sind wir auf der sicheren Seite und machen den Neonazis ihren
letzten Großaufmarsch in Europa streitig.
Was ist das Ziel von „Bring 2“?
Das Ziel von „Bring 2“ ist es, möglichst viele Menschen im Februar 2011
nach Dresden zu mobilisieren. Um den Erfolg der Blockaden vom letzten
Jahr wiederholen zu können, müssen wir mindestens genauso viele sein.
Besser ist, wir sind doppelt oder dreifach so viele! Mach mit und bring
auch du zwei Freunde, Kollegen, Mitschüler oder Bekannte mit nach
Dresden!
Wie kann ich bei „Bring 2“ mitmachen?
„Bring 2“ lebt vom Mitmachen. Suche dir zwei Personen und verabrede dich
mit ihnen, im Februar nach Dresden zu fahren und die Nazis zu
blockieren. Dann macht einfach zusammen – also zu dritt – ein Foto oder
ein kurzes Video von euch. Auf unserer Website findet ihr das Logo von
„Bring 2“. Das könnt ihr natürlich verwenden oder euch selbst etwas
ausdenken. Schreibt kurz dazu, weshalb ihr dieses Jahr wieder nach
Dresden fahrt und zwei weitere Personen mitbringt. Oder sagt im Video
einfach kurz, warum ihr am Start seid!.
Was ist besser: Video oder Foto?
Das ist vollkommen euch überlassen. Lasst eurer Kreativität beim Foto-
oder Video-Motiv freien Lauf. Man kann sowohl auf Fotos als auch in
Videos auf tausende verschiedene Arten zum Ausdruck bringen, dass wir
den Neonazi-Aufmarsch in Dresden zusammen auch 2011 wieder zum Desaster
machen!
Was muss ich technisch beachten?
Nicht viel. Schickt uns die Bilder oder Videos per Mail an
info@bringzwei.com .Wir können alle gängigen Formate verwenden und auf
der Homepage einbinden. Bei Videos, die ihr auf euren eigenen
youtube-Kanal hochladen wollt, reicht es, wenn ihr uns den Link oder den
embedded-code sendet. Wenn ihr Lust habt, schreibt doch eine kurze
interessante, lustige oder kämpferische Anmerkung dazu. Auch das wird
auf der Homepage erscheinen.
Muss ich mein Gesicht gegen Neonazis auf „Bring 2“ zeigen?
Du musst gar nichts, was Du nicht willst, bei „Bring 2“. Wer aus welchen
Gründen auch immer keine Lust dazu hat, dass Neonazis sein oder ihr
Gesicht sehen, dem oder der steht es in jeglicher Form frei, die eigene
Identität zu verbergen. Verkleide, schminke, vermumme oder verstelle
dich. Hauptsache, du machst mit bei „Bring 2“, bringst mindestens zwei
weitere Personen mit nach Dresden und machst anderen Menschen Mut, gegen
Neonazis auf die Straße zu gehen!
Wo werden meine Fotos und Videos zu finden sein?
Das Hauptportal von „Bring 2“ ist die Homepage bringzwei.com. Deine
Fotos werden in den dazugehörigen flickr-account eingestellt und die
Videos auf unseren youtube-Chanel. Unser Facebook-Account wird beim
Eingang neuer Beiträge stets aktualisiert. Und über unseren
twitter-Account wird eine Nachricht versendet.
Können auch Neonazis sich „Bring 2“ angucken?
Natürlich können sie das tun. Das Internet ist ein recht freier Ort und
wir können niemandem verbieten, auf unsere Website zu schauen. Bilder
und Videos, die im Internet auftauchen, können dort für sehr lange Zeit
zu sehen sein. Bedenke das, wenn du bei „Bring 2“ mitmachst und sorge
gegebenenfalls dafür, dass man dich nicht erkennt!
Hier die Seite von BRING ZWEI
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Dresden nazifrei: Blockadetermin steht fest!
Wir halten an unserem erklärten Ziel fest, Europas größten
Naziaufmarsch endgültig Geschichte werden zu lassen, und rufen für den
19.02 bundesweit zur Verhinderung des Naziaufmarschs mittels
Massenblockaden auf. Es hat sich abgezeichnet, dass die Nazis an diesem
Tag ihr zentrales Event veranstalten wollen, was es für uns auf jeden
Fall zu verhindern gilt! Tragt diesen Termin in Eure regionalen
Vorbereitungskreise und Strukturen.
Für den 13. Februar mobilisieren die Nazis regional zu einem
Fackelmarsch nach Dresden. Dieses Ereignis können und werden wir nicht
unkommentiert lassen. Wir rufen vor allem die Dresdnerinnen und Dresdner
und alle Menschen in der Region dazu auf, sich mit
öffentlichkeitswirksamen und vielfältigen Aktionen diesem
entgegenzustellen. Auch am 13. Februar werden wir es nicht bei einem
symbolischen Protest belassen.
Genaueres ist in Planung und wird auf der Website unseres Bündnisses regelmäßig aktualisiert.
Spendenaufruf
Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wer euch die heiße Suppe am
Blockadetag in die Hand zaubert? Oder wer die schicken Plakate malt?
Warum diese Website nicht mit Werbung zugemüllt ist?
Wahrscheinlich habt ihr es schon vermutet: Das ganze kostet Geld. Und
das brauchen wir, damit die Blockaden ein voller Erfolg werden. Für die
Mobilisierung und den Tag selber.
Also: Spendet für das Bündnis „Nazifrei! Dresden stellt sich quer“
Empfänger: Bund der Antifaschisten e.V.
Konto: 7431721010
BLZ: 85095004
Volksbank-Raiffeisenbank Meißen
Kennwort: Dresden Nazifrei
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2011 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist! Nazifrei – Dresden stellt sich quer!
2011 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist!
Nazifrei – Dresden stellt sich quer!
2010 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größten Naziaufmarsch
durch Massenblockaden zu verhindern. Grundlage unseres Erfolges war die
Spektren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen
Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und
Jugendverbänden sowie zahlreichen weiteren Organisationen und
Einzelpersonen. Mit unserer klaren Ankündigung, den Naziaufmarsch durch
Blockaden zu stoppen, haben wir gemeinsam den Raum des symbolischen
Protestes verlassen. Die Entschlossenheit tausender Menschen, sich mit
den Mitteln des zivilen Ungehorsams den Nazis in den Weg zu stellen,
machten die Blockaden zu einem Erfolg.
Für 2011 haben die Nazis angekündigt, mehrere Veranstaltungen zum
Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden durchzuführen. Seit
Jahren versuchen die Nazis die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu
instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur
anzuknüpfen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Nazis die Geschichte
verdrehen und die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus verhöhnen.
Wir lehnen jede Leugnung und Relativierung der deutschen Schuld an
Vernichtungskrieg und Holocaust ab.
Wir sind uns bewusst, dass sich die Nazis ihr Großereignis nicht
einfach nehmen lassen. Deshalb werden wir uns auch 2011 wieder den Nazis
durch Aktionen des zivilen Ungehorsams mit Massenblockaden entgegen
stellen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder
kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei keine Eskalation
ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen,
den Naziaufmarsch zu verhindern.
Wir werden uns weiterhin bei Versuchen der Kriminalisierung
solidarisch zueinander verhalten. Wir stellen uns gegen jeden Versuch,
antifaschistischen Protest als „extremistisch“ zu bezeichnen.
2011 werden wir den Naziaufmarsch gemeinsam blockieren – bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
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Nationale Befreiungsfront als Nachfolger der Freien Nationalisten Mitte?
Wahrscheinlich
hat sich eine Nachfolgegruppe der offiziell aufgelösten “Freien
Nationalisten Berlin-Mitte” gegründet. Als “Nationalistische
Befreiungsfront aus Berlin” melden sie sich zurück.
Mit der gleichen Hetze und Geschmacklosigkeit wie die ehemaligen
“Freien Nationalisten Berlin-Mitte” haben sie einen Blog aufgemacht und
fallen als “große Heldentat” über einen Toten her. Wahrlich sehr mutig!
Aus ihrem Blog:
“Berlin/Mitte. Eine handvoll Aktivisten sammelte sich heute Vormittag
am S-Bahnhof Gesundbrunnen um Flugblätter zu verteilen die unter
anderem über die Umtriebe des Volksschädlings Silvio Meier
informierten.”
Weiter schreiben sie, dass Silvio ein “asoziales Individuum” war, dem sie keine Träne hinterherweinten.
So etwas wie Anstand scheinen diese Herren nicht zu besitzen. Die
Ehre eines ermordeten Menschen zu verletzen spricht mehr als tausend
Worte über diese neue “Nationalistische Befreiungsfront”.
Ich hoffe, dass diese Herren auch jetzt bald wieder ihre Auflösung bekannt geben müssen!
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Genug getötet – Abzug aus Afghanistan
Genug getötet – Abzug aus Afghanistan
66.600 Unterschriften sind bereits gesammelt
Liebe Friedensfreundinnen und –freunde,
mit
der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung fordert die Friedensbewegung
den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan – je früher, desto besser, am
besten sofort. 66.600 Unterschriften haben wir in den letzten Monaten
gesammelt. Und wir sammeln weiter. Der Appell “Den Krieg in Afghanistan
beenden – Zivil helfen!” ist unser Protestruf. Es ist Krieg. Entrüstet
euch! Zieht endlich ab aus Afghanistan. Genug getötet. Wir wollen keine
weiteren Opfer.
Mit dem Appell fordern wir von Bundestag und Bundesregierung “den
Stopp aller Kampfhandlungen, den sofortigen Beginn des Abzugs der
Bundeswehr aus Afghanistan, den Einsatz der frei werdenden Gelder zur
Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach
deren Bedürfnissen. So haben ein selbstbestimmter Friedensprozess und
der zivile Aufbau in Afghanistan eine Chance.”
Ein kurzer Text, eine unmissverständliche Botschaft. Wenn sich am 7.
Oktober 2011 zum zehnten Mal der Kriegsbeginn jährt, wollen wir mit
diesem Appell “Den Krieg in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” und mit
möglichst vielen Unterschriften an die Öffentlichkeit.
Die große Mehrheit in Deutschland ist gegen diesen Krieg. Sprecht
diese Menschen an, sammelt bei Großveranstaltungen und auf
Wochenmärkten, nach dem Kirchgang oder dem Moscheebesuch, bei Konzerten,
in Schulen und Hochschulen Unterschriften unter den Aufruf “Den Krieg
in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” Dass Menschen diesen Appell gern
unterschreiben, zeigen eigene Erfahrungen und Rückmeldungen von
Friedensaktivistinnen und -aktivisten. Unterschriftenlisten bekommt ihr
bei allen Friedensorganisationen.
Am 28. Januar, wenn der Bundestag über die Mandatsverlängerung
abstimmt, werden Berliner Friedensgruppen und Organisationen in
Sichtweite der Abgeordneten demonstrieren. Sie werden der Opfer
gedenken, die dieser Krieg bereits gefordert hat und dagegen
protestieren, dass Opfer weiterhin in Kauf genommen werden. In vielen
Städten und Gemeinden sind ebenfalls Protestaktionen geplant oder werden
spontan durchgeführt.
Ideenreichtum und Energie sind gefragt, um ein Ende des Krieges zu erzwingen.
Euer
Koordinationsausschuss Afghanistan:
Susanne Grabenhorst, Kooperation für den Frieden Klaus-Dieter Heiser,
Friedenskoordination Berlin (Friko) Lühr Henken, Hamburger Forum für
Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Bundesausschuss
Friedensratschlag Julia Hillebrand, Friedenskoordination Berlin (Friko)
Wiltrud Rösch-Metzler, pax christi Monty Schädel, DFG-VK Jens-Peter
Steffen, IPPNW Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag
Listen zum Ausdrucken findet ihr hier
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Kein Platz für Nazis in Neukölln !
Erstmalig für den 08.05.2010 hatte die NPD für eine
Saalveranstaltung einen Mietvertrag für Räume des Bezirksamtes Neukölln
im Natur- und Grünflächenamt erhalten. Gemeinsam wurde den
Teilnehmer-innen aus der rechten Szene von Kolleginnen und Kollegen der
Gewerkschaft ver.di und anderen antifaschistischen Kräften am
Hochspannungsweg in Buckow deutlich gezeigt, was wir von braunen
Veranstaltungen im Bezirk Neukölln halten. Nämlich NICHTS!
Für den 17.06.2010 musste nun erneut auf der Grundlage des
„Parteiengesetzes“ (die NPD ist bisher nicht verboten) dem Antrag zur
Anmietung der Räume statt gegeben werden.
Unter dem Motto bunt statt braun
werden wir erneut gemeinsam mit anderen Antifaschisten deutlich
machen, dass wir gegen Naziaktivitäten in Bezirksamtsräumen und auch
anderswo sind !
Wir rufen deshalb alle Kolleginnen und Kollegen auf, Zeichen zu setzen gegen die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut !
Kommen Sie deshalb
am 17. Juni 2010, ab 17.00 Uhr
zum Buckower Damm 170 / Hochspannungsweg
in 12349 Berlin (Buckow) .
Die Aktion ist polizeilich angemeldet und wird unterstützt durch die
Gewerkschaft ver.di Berlin. Wir freuen uns über die Teilnahme aller
gleichgesinnten GewerkschafterInnen und Bürger.
Also, weitersagen, die Familie und Freunde mitbringen !
ver.di Betriebsgruppe im Bezirksamt Neukölln von Berlin
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Keinen Fußbreit den RassistInnen
Keinen Fußbreit den RassistInnen
2. Juni 2010
Unter dem Deckmantel von Islamkritik, Frauen- und BürgerInnenrechten
versucht nun die selbsternannte Bürgerbewegung „pro Deutschland“ einen
rassistischen Konsens in Berlin gesellschaftsfähig zu machen. “pro
Deutschland“ – eine Koalition aus „geläuterten Nazis“, RassistInnen und
SozialdarwinistInnen – will ihren Ableger „Pro Berlin“ bei ihrem
Bundesparteitag in Berlin am 17. Juli in Startposition für die
Abgeordnetenhauswahl 2011 bringen. Zum Frontmann soll der von der DVU zu
„pro Deutschland“ gewechselte schwedische Multimillionär und Nazi
Patrik Brinkmann, der seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt und gerade
beim Wahlkampf in NRW unter dem Slogan „Abendland in Christenhand“ eine
grandiose Bauchlandung hingelegt hat, gekürt werden. Unterstützen sollen
ihn dabei Markus Beisicht, Vorsitzender von „pro Köln“ und „pro NRW“
sowie Manfred Rouhs, Vorsitzender von „pro Deutschland“, die beide
früher unter anderem bei den Republikanern und der rechten Deutschen
Liga für Volk und Heimat aktiv waren. Nahtlos reiht sich hier auch das
neueste „prominente“ Mitglied Andreas Molau, Vorsitzender der rechten
Gesellschaft für freie Publizistik und ehemaliges Mitglied der NPD sowie
der DVU ein. Wie diese drei ist einer Reihe von FunktionärInnen und
Mitgliedern der pro- Bewegungen eine frühere Mitgliedschaft in rechten
Parteien und/oder Querverbindungen zu unterschiedlichsten rechten
Gruppen und Parteien, bis hin zur NPD nachzuweisen.
Zusammen mit rassistischen Parteien wie Vlaams Beelang. Lega Nord,
FPÖ sowie in einer Reihe mit Pax Europa, anderen Pro-Bewegungen und
Freien Wählervereinigungen, mit MoscheegegnerInnen wie der
Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) hetzen sie
gegen MigrantInnen und fantasieren den Untergang des
„christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende
Islamisierung“ Europas herbei.
Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt
mit rassistischen Argumenten darauf ab, über das Feindbild Islam
MigrantInnen auszugrenzen. Sozioökonomische und politische Aspekte
werden als kaum zu überwindende kulturelle Modelle verschleiert und der
Islam als eine Art Vehikel benutzt, um soziale Ausgrenzung,
Diskriminierung und Sicherheitswahn mit dem Grundrechteabbau zu
legitimieren.
Wir nehmen die Propaganda der RassistInnen als das was sie ist: einen
gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller
Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft.
Deswegen ruft der Berliner VVN-BdA alle Berlinerinnen und Berliner
auf:
Egal unter welchem Dach sich RassistInnen oder Nazis versammeln, ob im
Rathaus Schöneberg oder anderswo – wir werden da sein! Wir wollen weder
ihre Parteitage noch ihre Anwesenheit in Parlamenten in Berlin!
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Antifa: Schon wieder Zossen?!
Zossen, eine kleine Stadt bei Berlin, ist zu einem
Tummelplatz von Nazis geworden. Diese treten aggressiv auf und sind
überregional gut vernetzt. In den vergangenen anderthalb
Jahren drohten sie lokalen Antifaschist_innen mit Mord, beschädigten
deren Häuser, schmierten Naziparolen und störten wiederholt
antifaschistische Gedenkkundgebungen mit antisemitischen und
nationalsozialistischen Parolen. Selbst vor Brandanschlägen schrecken
sie nicht zurück – in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 2010 brannten
sie das Zossener Haus der Demokratie nieder.
Als wäre all das nicht schon übel genug, geht nun auch noch die NPD
in Zossen und Umgebung verstärkt auf Mitgliederfang.
Wir sind es leid, den nazistischen Aktivitäten tatenlos zuzusehen und
organisieren deshalb am 12. und 13. Juni ein antifaschistisches
Aktionswochenende mit Demo, Camp, Infoveranstaltungen und Konzert in
Zossen, um ein deutliches Zeichen gegen Nazis zu setzen. Kommt
zahlreich!
Das Wochenende soll zudem die Vernetzung von engagierten Leuten
verbessern.
Für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und
kapitalistischem Verwertungszwang!
Informations- und Mobilisierungsveranstaltungen
Samstag, 29. Mai, 18 Uhr Jugendfreizeitheim, Erich-Weinert-Strasse 9,
Königs-Wusterhausen
Dienstag, 1. Juni, 21 Uhr: F 54, Friedelstrasse 54, Berlin-Neukölln
Mittwoch, 2. Juni, 18 Uhr: KLAB, Beelitzer Tor 10, Luckenwalde
Dienstag, 8. Juni, 18 Uhr: Black Fleck, Zeppelinstrasse 26, Potsdam
Antifaschistisches Aktionswochenende
Vorläufiges Programm:
Camp auf der Wiese gegenüber vom ehemaligen Haus der Demokratie
(Kirchstrasse),
mit Übernachtungsmöglichkeiten (Zelte vorhanden, Schlafsack mitbringen!)
Samstag, 12. Juni
13:00 Uhr: Vortrag und Diskussion. Dr. Rolf Gössner
(Vizepräsident der Internationalen Liga
für Menschenrechte): Staatlicher Umgang mit Neonazismus und rechter
Gewalt (verbieten,
unterwandern, verdrängen) im Konflikt mit antifaschistischen Grundsätzen
und Aktionen
15:30 Uhr am Bahnhof Zossen: DEMONSTRATION:
NS-Verherrlichung und Verharmlosung den Boden entziehen. Mit
Techno-DJ-Wagen
18:00 Uhr: Umsonst & Draussen – Konzert: Drei
gegen die Windmühlen, Antilopen Gang,
Dirk von Lowtzow (Tocotronic-Sänger), TURBOSTAAT
Sonntag, 13. Juni:
13:00 Uhr: Stadtführung mit der Bürgerinitiative Zossen
zeigt Gesicht. Geschichte des
Antifaschismus und zu Jüdischen Leben in Zossen.
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www.linker-flaeming.de.vu
Gruppen im Bündnis: Linksjugend Solid Teltow-Fläming Nord, Jusos
Teltow-Fläming, VVN/BdA Potsdam – Mittelmark – Fläming,
JungdemokratInnen/Junge Linke Brandenburg, SJ – Die Falken Brandenburg,
Autonome Antifa Teltow-Fläming, Soziale Unruhe Blankenfelde
Unterstützende Gruppen: Utopia e.V. Frankfurt (Oder), Die Linke
Teltow-Fläming, Antifa AK Potsdam
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Freie Nationalisten Mitte versuchen mit Aktionen im Wedding
aufzufallen
Eine Minigruppe die sich “Freie Nationalisten Mitte”
nennt, versucht durch Schier- und Plakataktionen im Wedding aufzufallen.
Bisher haben sie durch eine Reihe von Aktionen versucht, auf sich
aufmerksam zu machen.
Diese Gruppe versucht in unserem Kiez Fuß zu fassen, was dieser
Minigruppe aber sicher nicht gelingen wird.
Bisherige Aktivitäten der Freien Nationalisten Mitte:
Folgende Chronologie fasst uns bekannt gewordene regionale
Aktivitäten der FN-Mitte, so wie Aktionen die ihnen zuzurechnen sind
zusammen.
26. / 27. Januar 2010
An das linke Wohnprojekt “Groni 50” sprühen Neonazis den Schriftzug
“Game over Antifa“ und den Schriftzug “9mm“, der eine klare
Gewaltandrohung darstellt.
24. / 25. Februar 2010
Zwei vermummte Personen werfen die Schaufenster des linken
Nachbarschaftsprojektes “Scherer 8” ein.
17. April 2010
Gegen 22 Uhr verklebt eine fünf bis sieben köpfige Gruppe Neonazis im
Umfeld der Scherer8 Aufkleber und Plakate. An der Bareingangstür des
Gebäudes wurden die rechten Schriftzüge „C4″ und „NS jetzt“ angebracht.
Außerdem wurden die Parolen „Linkes Gezetter, 9mm“, „1. Mai Antifafrei“,
„C4 for Reds“, so wie „Israel – Völkermordzentrale“ und „Suicide gegen
Rechts“.
19. April 2010
Gegen 10:40 fotografiert ein maskierter Mann die Vorderseite der
Scherer8. In der Nähe der Schererstraße 3 wird eine Gruppe von sechs
Neonazis in schwarz gesichtet, die mit einem Transparent, mit der
Aufschrift:„1.Mai – seit 33 arbeitsfrei“, posieren.
Statement der Scherer8 zu Naziaktivitäten
26. April 2010
Die Freien Kräfte Mitte veranstalten zusammen mit NPD-Mitgliedern aus
Berlin und Brandenburg im Wedding eine größer angelegte Plakat und
Sprühaktion. Vorwiegend werden Werbeplakate für den 1.Mai-Aufmarsch der
Freien Kräfte Berlin geklebt. Die Neonazis plakatieren unter anderem an
der Osloer Straße und am Leopoldplatz. Eine Moschee und Hauswände werden
mit rechten Parolen besprüht.
27. April 2010
Mitglieder der Freien Kräfte Mitte reißen in Moabit antifaschistische
Plakate ab. Sie verkleben Plakate mit der Aufschrift „Nationaler
Sozialismus jetzt!“ und sprühen Stencils mit der Losung „Sozial geht nur
National“.
Ihre Aktionen werden im Wedding nichts bewirken. Eine breite
solidarische Aktion von vielen unterschiedlichen Menschen und
Organisationen wird nicht zulassen, dass im bunten Wedding
Nazi-Schmierereien zu sehen sind.
Der Wedding ist bunt – und das wird auch so bleiben!
Uwe
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Lesen gegen das Vergessen am 10. Mai 2010
Zur Mahnung und Erinnerung an die Bücherverbrennung
Am 10. Mai 1933 wurden in 22 deutschen Universitätsstädten –
beginnend mit dem Opern-, heute Bebelplatz, in Berlin – öffentlich
zehntausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen
Schriftstellern konfisziert und verbrannt. Auf Einladung der Fraktion
DIE LINKE werden auch in diesem Jahr Menschen unterschiedlichster
Generationen Texte von Autorinnen und Autoren vorlesen, deren Bücher
damals der faschistischen Barbarei zum Opfer fielen.
In diesem Jahr werden neben der fast hundertjährige Schriftstellerin
Elfriede Brüning und der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Berlin,
Lala Süsskind, amerikanischen Studentinnen und Studenten sowie Berliner
Schülerinnen und Schüler erstmalig die Schauspieler Walfriede Schmitt
und Wolfgang Völz sowie die Fußballweltmeisterin Anja Mittag aus Büchern
lesen, die 1933 verbrannt worden sind.
11 bis 13 Uhr
Bebelplatz, gegenüber der Humboldt-Universität
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Aufruf zur Demonstration gegen die Nazikneipe “Zum Henker“ am 30. April 2010 in Berlin-Schöneweide
Zum Führer mit „Zum Henker“
Aufruf zur Demonstration gegen die Nazikneipe “Zum Henker“ am 30. April 2010 in Berlin-Schöneweide
Du findest es zum Kotzen, dass Nazis in Ortsteilen durch ihre
Infrastrukturen – wie zum Beispiel eigene Klamotten-Läden oder Kneipen
– die Möglichkeit bekommen ein widerliches Klima zu erzeugen? Dich
nervt die teilweise massive Präsenz von Rassist_innen und
Antisemit_innen, die eine latente Bedrohung für all diejenigen
darstellen, die deren Menschenbild ein Dorn im Auge sind? Du hast ein
Problem mit saufenden Nazis, die in ihren Kneipen beste Möglichkeiten
zur Vernetzung bekommen und in aller Ruhe ihre Treffen abhalten können?
Dann bist Du bei unserer Demonstration gegen die derzeit am stärksten
frequentierte Nazikneipe in Berlin an der richtigen Adresse! Wir werden
am Todestag von Adolf Hitler deutlich machen, dass wir dem andauernden
Nazitreiben in Nieder- und Oberschöneweide nicht unwidersprochen
zuschauen werden. Wir wünschen der Nazikneipe “Zum Henker“ das gleiche
Schicksal, wie einst dem sogenannten Führer des nationalsozialistischen
Deutschlands: Das schnelle Ende!
Dass der Treptow-Köpenicker Ortsteil Schöneweide von vielen Nazis
als Homezone betrachtet wird, ist leider nichts Neues. Der Kiez ist
eine Wohngegend einschlägig bekannter Nazis, aktuell u.a. Andreas
Thürmann (JN Berlin), Ines Wegner (ehemals Kameradschaft Berliner
Alternative Süd-Ost) und Sebastian Schmidtke (stellvertretender
Landesvorsitzender der NPD Berlin und regelmäßiger Anmelder von
Aufmärschen). Zum anderen ist Schöneweide aber nicht zuletzt auch durch
die Existenz der seit über einem Jahr existierenden Kneipe “Zum Henker“
in der Brückenstraße 14 zur Spielwiese von Nazis aus ganz Berlin und
Brandenburg geworden. Die Kneipe wird von Paul Stuart Barrington
betrieben, der für die Internetseite “www.SS88.de“ verantwortlich war
und wegen deren Inhalten zu sieben Monaten Haft auf Bewährung
verurteilt wurde. Hinterm Tresen stehen die schon erwähnte Ines Wegener
und der Anti-Antifa-Aktivist Danny Leszinski.
Für Menschen, die von den Nazis als “undeutsch“ definiert werden, ist
die Kneipe eine tägliche Belastung und permanente Gefahr. Da kann es
schon mal vorkommen, dass im Anschluss an ein Rechtsrock-Konzert wie am
30. Oktober 2009 Passant_innen rassistisch angepöbelt und angegriffen
werden. An besagtem Tag wurde nach einer “Halloweenparty“ in der Kneipe
“Zum Henker“ ein Mann in der Brückenstraße von Nazis auf dem Heimweg
erst beschimpft und dann mit einer abgebrochenen Glasflasche so schwer
im Gesicht verletzt, dass dessen linkes Auge nun nur noch über geringe
Sehkraft verfügt.
Ein weiteres Beispiel für die Aggressionen, welche von der Kneipe bzw.
dem Publikum ausgehen, ist der gewalttätige Angriff auf eine Gruppe von
Jugendlichen am S-Bahnhof Schöneweide im November letzten Jahres, bei
dem ein Jugendlicher schwere Verletzungen am Kopf erlitt, nachdem er
von ca. zehn Nazis zusammengeschlagen und -getreten wurde.
Kurze Zeit später, im Dezember 2009, attackierten die Gäste direkt aus
der Kneipe heraus eine Gruppe von Jugendlichen, die aus einer
nahegelegenden Diskothek kamen. Stunden vorher sind nach einem
Naziaufmarsch in Königs Wusterhausen ca. 150 Berliner Nazis „Zum
Henker“ gefahren und haben dort, unter den Augen von Beamten und
Beamtinnen des lokalen Polizeiabschnittes, den ganzen Abend über
Passant_innen in der Brückenstraße bedroht und eingeschüchtert.
Außer als Treffpunkt und Rückzugsort gewalttätiger Nazis, dient die
Kneipe “Zum Henker“ diesen auch als Versammlungsort von Nazi-Gruppen.
Eine Berliner Sektion der “Hilfsorganisation für nationale Gefangene“
(ein Verein, der inhaftierte Nazis im Gefängnis auf Linie hält)
gründete sich dort im Juni 2009. Auch die inzwischen verbotene
Kameradschaft “Frontbann 24“ hielt in der Kneipe ihre Treffen ab. Deren
Name geht auf die 1924 gegründete Ersatzorganisation der
nationalsozialistischen Sturmabteilung SA zurück.
So erfüllt die Kneipe mehrere Zwecke gleichzeitig und neben dem
organisierten Nazi-Stammpublikum können natürlich auch
Sympathisantinnen und Sympathisanten der Szene bei locker gehaltenen
Feiern, wie zum Beispiel am Herrentag, zum Oktoberfest oder nach
Fußballspielen, hier zusammen in für sie streng deutscher Atmosphäre
den Schulterschluss üben.
Und warum demonstrieren wir noch mal am 30. April?
Nach wie vor nutzen Nazis Daten mit Bezug zum Nationalsozialismus für
Aufmärsche und Feiern, weswegen wir den Todestag Adolf Hitlers, den 30.
April, als Termin für unsere Demonstration gewählt haben. Unter dem
Motto “Zum Führer mit “Zum Henker“ – Nazikneipen dicht machen!“ wollen
wir mit euch, wie schon in der Vergangenheit, gegen die Infrastruktur
von Nazis demonstrieren.
Nach nur zwei Jahren Laufzeit musste im Herbst 2006 die Nazikneipe
“Spreehexe“ in der Schnellerstraße 24 in Niederschöneweide schließen.
Das Ende dieses berlinweiten Nazi-Treffpunktes ist maßgeblich der
Aufklärungsarbeit von Antifaschist_innen zu verdanken. Auch dort
feierten Nazis am 20. April 2006 den Geburtstag Hitlers. Unter den
Anwesenden befanden sich dieselben Nazis, die heute den „Henker“
betreiben.
Wir sind nicht der Meinung, dass Probleme mit Nazis sich durch
ignorieren lösen. Wir wollen uns bei der Bekämpfung von Nazis nicht auf
staatliche Behörden verlassen. Wir tragen unseren antifaschistischen
Protest nicht nur anlässlich von Naziaufmärschen auf die Straße – wie
beispielsweise am 1. Mai in Berlin – sondern auch an jedem anderen Tag
im Jahr. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass in Treptow-Köpenick die
NPD-Bundeszentrale in der Seelenbinderstraße und die Nazikneipe “Zum
Henker“ in der Brückenstraße dicht machen müssen!
Schöneweide ist unser Kiez! Zum Führer mit “Zum Henker“! Keine Toleranz für Nazis!
Antifaschistische Demonstration: 30. April 2010 | 17:00 Uhr | S-Bahnhof Berlin-Schöneweide
Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost [ABSO] im März 2010
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7 Thesen zur Verhinderung des Nazi-Aufmarsches am 13.02.2010 in Dresden
Hier sieben Thesen von der Internet-Seite von “dresden nazifrei”:
Wege entstehen beim Blockieren: 7 Thesen zur Verhinderung des Nazi-Aufmarsches am 13.02.2010 in Dresden
März 29th, 2010
Wir haben es geschafft! Zum ersten Mal konnte am 13. Februar 2010
der europaweit größte und wichtigste Naziaufmarsch durch entschlossene
Massenblockaden in Dresden gestoppt werden. Ein grandioser Erfolg in
der Geschichte antifaschistischer Proteste der letzten 20 Jahre. Über
6.000 Nazis wurden von mehr als 12.000 BlockiererInnen am Bahnhof
Neustadt umzingelt. Trotz einer Ignoranz der bürgerlichen Medien
gegenüber dem Bündnis und Repressionen durch die Dresdner
Staatsanwaltschaft gelang uns eine bundesweit einzigartige
Mobilisierung. Am 13. Februar fuhren in über 200 Bussen Menschen aus
dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland nach Dresden. Seit dem frühen
Morgen bis zum Abend harrten tausende Menschen an sechs Blockadepunkten
bei Eiseskälte aus und machten so den Aufmarsch der Nazis unmöglich –
eine herbe Niederlage in ihrem „Kampf um die Straße“.
Ziel der folgenden Thesen ist es, die Ursachen dieses Erfolges
herauszuarbeiten und einige Erfahrungen aus der Kampagne für zukünftige
antifaschistische Mobilisierungen nutzbar zu machen.
1. Grundlage des Erfolges war eine spektrenübergreifende
Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen,
Gewerkschaftsjugenden, Parteien und Jugendverbänden und zahlreichen
weiteren Organisationen in dem Bündnis “Nazifrei – Dresden stellt sich
quer!” Im vorangegangenen Jahr konnten die getrennten Aktionen von “Geh
Denken” und “No Pasarán” zwar einen Mobilisierungserfolg verzeichnen,
scheiterten aber an dem Ziel, dem Naziaufmarsch effektiv etwas
entgegenzusetzen. Für erfolgreiche Gegenaktivitäten am 13. Februar 2010
wurde die Notwendigkeit einer Annäherung der Spektren und Aktionsformen
deutlich. Einen Anfang stellte die Aktionskonferenz von “No Pasará́n”
im November als Ort des Austausches und des Kennenlernens dar. Dies
bedeutete konkret, sich für die Planungen der Proteste 2010 einige
Schritte aufeinander zuzubewegen. Teile des
zivilgesellschaftlich-bürgerlichen Spektrums brachten den Mut auf, aus
dem Raum des Symbolischen herauszutreten und die Bereitschaft einen
kollektiven Regelübertritt zu begehen. Das Antifa-Spektrum ließ sich
auf eine gemeinsame Aktion ein, deren Charakter transparent gemacht
wurde.
2. Wichtig war die klare Ankündigung blockieren zu wollen – und
dieses auch ernsthaft, entschlossen und in aller Konsequenz
vorzubereiten. Eine flexible Aktionsplanung mit einem mobilen Konzept
hat uns in die Lage versetzt, auch bis zur letzten Minute zwischen
verschiedenen räumlichen Szenarien handlungsfähig zu bleiben und damit
für die Polizei nicht kontrollierbar zu sein. Die Festlegung auf einen
sog. +1 Punkt am Albertplatz ermöglichte für unorganisierte und
blockadeunerfahrene Menschen eine gute Einbeziehung in das
Blockadekonzept. Durch das kulturell-politische Programm war dieser
Platz auch ein guter Ort zur Erholung und zum Rückzug. Diese
Flexibilität war nur möglich, weil das Aktionskonzept politisch breit
getragen wurde. Wichtig war zudem die Einbindung vieler Busse in das
Konzept.
3. Das Aktionsniveau der Blockaden wurde durch einen gemeinsam
ausgehandelten Aktionskonsens bestimmt. Dieser lautete: “Von uns wird
keine Eskalation ausgehen. Unsere Blockaden sind Menschenblockaden. Wir
sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den
Naziaufmarsch zu verhindern.” Damit haben wir einen kalkulierbaren,
kollektiven Regelverstoß für viele Menschen ermöglicht und uns zugleich
bewusst einer Spaltung in “gute” und “böse” AntifaschistInnen
verweigert.
4. Eine politische Auseinandersetzung über die Legitimität,
Naziaufmärsche zu blockieren, trug zum Erfolg des Konzepts bei. Dies
wurde von einer eigenen intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
begleitet. Die Staatsanwaltschaft Dresden versuchte, mit Durchsuchungen
und Beschlagnahmung von Plakate den Protest zu kriminalisieren und
TeilnehmerInnen einzuschüchtern. Doch diese Anstrengung scheiterte
fulminant. Über 800 Organisationen und 2.000 Einzelpersonen, darunter
unter anderem bekannte MusikerInnen, PolitikerInnen und Pfarrer,
machten die Blockaden von Dresden zu ihrer eigenen Auseinandersetzung
um die Legitimität von zivilem Ungehorsam gegen Naziaktivitäten. Dies
übte einen starken Druck auf die politischen und polizeilichen
Verantwortlichen aus. Der politische Preis einer gewaltsamen Räumung
der Blockaden durch die Polizei wäre zu hoch gewesen. Die Verbote von
antifaschistischen Kundgebungen auf der Neustädter Seite konnten
ebenfalls nicht durchgesetzt werden.
5. Ein erhebliches Gefahrenpotential entstand durch die tausenden
von der Polizei unbegleiteten Nazis. Dass es nicht zu mehr Überfällen
auf Linke, MigrantInnen, Blockierende und AnwohnerInnen in der Neustadt
und dem Hechtviertels kam, war dem Schutz der Blockaden durch
zahlreiche Antifagruppen im Umfeld zu verdanken. Ohne diese
Unterstützung wären die Blockaden einer Gefahr durch Naziangriffe
ausgesetzt gewesen.
6. Wir haben es geschafft, den vorherrschenden Diskurs in Dresden zu
beeinflussen. Der Tag wurde nicht durch geschichtsrevisionistische
Parolen und die Verharmlosung des durch Nazi-Deutschland begangenen
Vernichtungskrieges bestimmt, sondern von dem Erfolg einer
entschlossenen Massenaktion gegen Nazis. Der in der Extremismustheorie
angelegten Gleichsetzung von Linken und Nazis konnte eine Abfuhr
erteilt werden. Nicht eine vermeintliche „Invasion der Extremisten“
bestimmte das Bild, sondern eine solidarische und spektrenübergreifende
antifaschistische Manifestation. Dieser Tag wurde zu einem Fiasko für
die Nazis. Die Demonstration in Dresden hat einen zentralen Stellenwert
im Demonstrationskalender. Am 13. Februar kamen die sonst zerstrittenen
Spektren der extremen Rechten zusammen. Dieser Aufmarsch diente zur
Ausbildung einer kollektiven Identität und zur Einbindung von neuen
Personen in die Szene. Dieses „Event“ haben wir ihnen genommen und
ihnen damit eine empfindliche Niederlage zugefügt.
7. Dresden hat erneut gezeigt, dass Verlauf, Ausgang und Erfolg von
antifaschistischen Interventionen in hohem Maße von den politischen
Bedingungen abhängig sind, die im Vorfeld von uns geschaffen werden.
Ohne die Bereitschaft vieler, mitzumachen, sich zu engagieren, ihr
alltägliches Leben zurückzustellen, wäre dieser Kraftakt nicht möglich
gewesen. Die Entschlossenheit und Kreativität im Vorfeld und bei den
Blockaden am 13. Februar zeigen uns, dass kollektive Anstrengungen es
möglich machen, wirksam politisch zu intervenieren und Erfolge zu
erringen. Dies hat weit über den 13. Februar hinaus Bedeutung für
alltägliche Auseinandersetzungen und weitere politische Konflikte.
Die Nazis werden versuchen ihre Niederlage wettzumachen. Wir werden
an der solidarischen, spektrenübergreifenden Zusammenarbeit und dem
erfolgreichen Konzept der Massenblockaden festhalten und auch im
kommenden Jahr den Naziaufmarsch in Dresden verhindern. Wir laden alle
Menschen ein, mit uns diesen Weg zu gehen und sich mit den
Massenblockaden den Nazis effektiv in den Weg zu stellen.
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Endspurt: Auf nach Dresden!
10. Februar 2010 / 19:00 Uhr / Rosa-Luxemburg-Stiftung / Seminarraum 1/Franz-Mehring Platz 1, 10243 Berlin
mit
- Hans Erxleben, DIE LINKE Berlin
zu den Berliner Erfahrungen mit Blockaden /Wie weit geht ziviler Ungehorsam?
In welchem rechtlichen Rahmen bewegen wir uns bei Blockaden? Wann lohnen sich Blockaden?
- Jan Duscheck, ver.di Jugend
warum und wo beteiligen sich die Gewerkschaften/ Vorstellung Blockade-Bündnis und weiterer Gegenaktivitäten in Dresden
zum aktuellen Stand in Dresden/ Details zum Blockade-Konzept, Rechtslage, Fahrgelegenheiten…
- Judith Demba – LAG Antifaschismus DIE LINKE Berlin – Moderation
Veranstalter_innen: Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus DIE LINKE Berlin/ Antifaschistischen Linke Berlin (ALB) für den Berliner Koordinationskreis des Bündnisses „Nazifrei! Dresden stellt sich quer!“
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Blockieren
ist gar nicht so einfach. Deshalb findet am 28. Januar ein öffentliches
Probesitzen statt. Damit es sich schon ein bisschen anfühlt wie am 13. Februar
in Dresden, treffen wir uns dazu vor der Sächsischen Landesvertretung in
Berlin-Mitte. Da es auch genauso kalt sein wird, bringt Euch ein Sitzkissen und
eine/n FreundIn mit! Für heiße Getränke sorgen wir.
Donnerstag,
28. Januar 2010 - Probesitzen aus sächsischem Gebiet
16-17 Uhr Sächsische Landesvertretung, Brüder-Straße 11/12 Berlin-Mitte
(U2, U-Bahnhof Spittelmarkt)
Probesitzen auf sächsischen Gebiet
Probesitzen
// 28.01.2010 // 16:00 Uhr // Berlin // Sächsische Landesvertretung,
Brüderstraße 11/12 Berlin-Mitte (U2, U-Bahnhof Spittelmarkt)
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Junge Freiheit hat Klage gegen Mark Seibert eingereicht
Hier die beiden Meldungen von Mark:
"Jetzt habe ich doch noch Post von einem Anwalt der Jungen Freiheit bekommen. Es geht dabei aber nicht um den Text, den das Womblog übernommen hatte und abgemahnt wurde, sondern um folgendes:
In dem Artikel “Junge Freiheit mahnt Blogger ab” (hier) stelle ich die – wie ich finde: zutreffende – Behauptung auf, dass die Junge Freiheit vor Gericht schon mal eine Schlappe hinnehmen musste, als sie gegen einen Staatssekretär klagte, der die JF in Zusammenhang mit der NPD-Jugendorganisation brachte.
Ohne Kostennote wird jetzt von mir verlangt, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben und nicht mehr zu behaupten:
Tatsächlich musste die Junge Freiheit in einem ähnlichen Fall schon mal eine Schlappe vor dem OLG Frankfurt/Main einstecken, als sie gegen einen Staatssekretär vorgehen wollte, der behauptete (…) ‘Die Junge Freiheit werde von der Jugendorganisation der NPD gelenkt’ (…).
Ich werde die Erklärung natürlich nicht abgeben. Der Anwalt der Jungen Freiheit unterstellt mir mit einer unglaublich windigen Begründung, eine unwahre Tatsachenbehauptung abgegeben zu haben. Dabei liegt mir das Urteil des OLG Frankfurt/Main vor. Und hier kann man es sich Dank Google immerhin noch anschauen. Dazu kommt, dass seinerzeit zahlreiche andere Blogs und sonstige Medien über den Prozess berichtet haben, den die Junge Freiheit verloren hat.
Als nächstes kommt wahrscheinlich Post von Anwalt der NPD, der will, dass man es unterlässt zu behaupten, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg verloren hat.
Rechtsanwalt Kay Füßlein vertritt mich jetzt, wie schon den Kollegen vom Womblog, gegen die Junge Freiheit. Haben wohl am Jahresende noch zu viel Geld in der Kasse."
Und hier die zweite Meldung:
"Pünktlich am 24. Dezember hatte ich einen gelben Brief vom Landgericht Berlin im Briefkasten. Der Inhalt: Eine Klage der Jungen Freiheit. Im Prinzip nehme ich gerne zur Kenntnis, dass die nicht in Hamburg klagen. Das wars dann aber auch schon.
Gegenstand der Klage ist nicht etwa die Frage, ob die JF eine NPD-Postille ist oder nicht (weswegen das Womblog sich juristisch mit dem Blatt auseinandersetzt), sondern die Frage, ob die Junge Freiheit vor dem OLG Frankfurt eine Schlappe hinnehmen musste. Zwar hängen die beiden Fragestellungen zusammen. Dennoch wundere ich mich, dass die Anwälte der JF gegen das Womblog wegen des Begriffs der NPD-Postille vorgehen, es aber uninteressant zu sein scheint, wenn das in meinem Blog steht, ich dafür jedoch eine Klage wegen eines anderen Nebenaspekts bekomme. Das ist alles sehr verwirrend, zumal das Prozessrisiko nicht gerade gering ist. Auf den Verlierer werden in der ersten Instanz Kosten über mehr als 2.000 Euro zukommen. Mich stört das ja nicht weiter. Aber wenn die JF nicht weiß, wohin mit der Kohle, soll es mir auch Recht sein.
Der Streitwert wurde übrigens vom Gericht auf 5.100 Euro festgelegt – deutlich geringer als von der Jungen Freiheit beantragt. Bei Gelegenheit sinniere ich mal darüber, wie solche Streitwerte überhaupt ermittelt werden und frage mich, wie viele Milliarden der Streitwert betragen muss, wenn man gegen die BILD-Zeitung klagt.
Das mache ich aber erst nach der Verhandlung, die am 25. Februar um 11.30 Uhr im Landgericht Berlin (Albau I / 143) stattfindet."
Hier der Blog von Mark
Ich hoffe, dass am 25. Februar viele Menschen Zeit haben um Mark vor Gericht zu unterstützen.
Uwe
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Nazifrei! Dresden stellt sich quer
Am 13. Februar 2010 werden wir zusammen mit tausenden von Menschen den größten Naziaufmarsch Europas in Dresden verhindern.
Im Jahr 2009 marschierten fast 7000 Nazis durch unsere Stadt. Ihr Ziel ist es, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und Nazi-Deutschland zum eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges umzudeuten. Wir aber wissen: der verbrecherische Krieg ging von Nazi-Deutschland aus und kehrte 1945 nach Dresden zurück.
Im Jahr 2010 werden wir Dresdnerinnen und Dresdner gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften, aus den Gewerkschaften, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, der Friedens- und Umweltbewegung, der radikalen Linken, globalisierungskritischen Gruppen und gewaltfreien Aktionsgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet den Aufmarsch der Nazis verhindern. Nie wieder werden wir den AnhängerInnen des verbrecherischen Nazi-Regimes unsere Städte überlassen!
Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg!
Im letzten Jahr haben über 10.000 Menschen gegen den Naziaufmarsch demonstriert. In diesem Jahr wollen wir einen Schritt weitergehen. Wie in Jena, Köln und Berlin bereits erfolgreich durchgesetzt, werden wir uns auch in Dresden durch Aktionen des zivilen Ungehorsam mit Massenblockaden den Nazis entgegen stellen und sie blockieren. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Wir sind bunt und wir stellen uns dem braunen Mob in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Dabei sind wir solidarisch mit allen, die mit uns dieses Ziel teilen und dem Naziaufmarsch in Sicht und Hörweite entgegen treten wollen.
Unterstützt uns Dresdnerinnen und Dresdner und kommt am 13. Februar 2010 in unsere Stadt – gemeinsam werden wir die Nazis stoppen!
Hier könnt Ihr den Aufruf unterschreiben!
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Am 13. und 14. Februar 2009 wollen wieder tausende Nazis durch Dresden ziehen. Dieser Nazi-Pflichttermin, bei dem vorgeblich den Toten der alliierten Bombardierung Dresdens im Februar 1945 gedacht werden soll, ist der größte Aufmarsch dieser Art in Europa und der letzte regelmäßig stattfindende Großaufmarsch, der den extremen Rechten in der Bundesrepublik verblieben ist. Wir wollen und werden das nicht weiter hinnehmen. Deshalb rufen wir an diesem Wochenende alle AntifaschistInnen auf, gemeinsam in Dresden zu demonstrieren und mit vielfältigen Aktionen Stärke zu zeigen.
¡No pasarán!
Kein Ort für die Verdrehung der Geschichte!
Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 14. Februar 2009 in Dresden
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Rockmusik als Einfallstor
von Uwe Hiksch
Rechte Bands befördern faschistische Ideologie
Über 1.000 Besucher wurden Ende Oktober in Mallentin bei einem Rechtsrock-Konzert gezählt. Gleichzeitig wurde in Bayern ein Rechtsrock-Konzert mit mehr als 100 Teilnehmern aufgelöst. Alltag in Deutschland. Musik ist für die rechte Szene zu einem wichtigen Werbefaktor und einem Einstiegstor für die Verbreitung von rechtem Gedankengut geworden. Rechte Musik ist heute schon lange keine Nischenmusik mehr. Rechtsrock hat sich zu einer eigenständigen Jugendkultur mit vielfältigen Anknüpfungspunkten an die Mainstreammusik entwickelt. Rechtsrock, auch als »RAC« (Rock Against Communism) bekannt, boomt. Der Wirtschaftsbereich Rechtsrock mit Dutzenden von Labels, Musikläden, Hunderten von Konzerten und florierenden Mailorders ist fest etabliert. In diesem Musikgenre werden Millionen Euro umgesetzt.
Rechtsrock ist heute nicht mehr nur die Musik der Skinhaeads mit ihren lauten aggressiven Beats und den brüllenden Stimmen. Heute haben sich in diesen Genre eine Reihe von Bands entwickelt, die ihr musikalisches Handwerk beherrschen. Bands wie Kraftschlag, Sturmwehr, Nordwind, Stahlgewitter oder Landser erreichen durchaus professionelle Qualität.
Als Stilrichtung ist der Hard-Rock weiterhin die dominierende Musikrichtung im Rechtsrock. Es gibt jedoch auch eine Reihe von Hatecore- oder Black-Metal-Bands. Die Musik der rechten Bands erinnert zum Teil an die traditionelle Rockmusik der frühen 80-er und 90-er Jahre. Ganz bewusst stellen sie sich als Erneuerer der Rockmusik dar, die nach deren Kommerzialisierung wieder authentische Musik anbieten. Ihre Texte reichen von offenen faschistischen und völkischen Aussagen bis zum Spiel mit Andeutungen. Nicht zuletzt hat das Verteilen der »Schulhof-CDs« durch NPD und freie Kameradschaften etlichen Bands zu größerer Bekanntheit unter Jüngeren verholfen. Bei diesem, im Jahre 2004 begonnenen Projekt, wurden CDs mit rechter Musik in Auflagen bis zu 50.000 Stück an Schulen verteilt.
Die Auflagenhöhe rechter CDs liegt heute zwischen einigen hundert und über 20.000. Durch die Möglichkeit, die Titel aus dem Internet herunterzuladen, hat sich rechte Rockmusik rapide verbreitet. Es gibt faktisch keine Titel und keine Band mehr, die nicht auf englischen oder US-amerikanischen Seiten zu finden sind. Selbst Stücke, die wegen antisemitischer oder rassistischer Inhalte in Deutschland verboten sind, lassen sich problemlos finden und herunter laden.
Rechtsrock ist heute auch ein Stück Mainstream. Auf Portalen wie »youtube« oder »last.fm« finden sich Bands wie »Deutsche Patrioten«, »die Lunikoff-Verschwörung«, »Division Germania«, »Noie Werte«, »Nordfront«, »Nordwind«, »Ragnaröck« oder »Sleipnir«. Viele Bands bestehen nur kurze Zeit oder werden immer wieder mit neuen Namen oder in veränderter Besetzung aktiv. Häufig umgehen sie damit staatliche Verbote. So ist »Lunikoff-Verschwörung« die neue Band von Michael Renger. Er war Sänger der als kriminelle Vereinigung verurteilten Band »Landser«.
Rechtsrock-Gruppen wie »Division Germania« glorifizieren in ihren Liedern den Zweiten Weltkrieg. »Nordfront« singt über »Autonome, Zecken und rote Ratten«. Gruppen wie »Hauptkampflinie«, »Sturmwehr« oder »Noie Werte« besingen Heldentum, Ehre, Treue und Nation. In den Texten dieser Bands werden Germanenkult und Elemente der völkisch-germanischen Mythologie glorifiziert. Es gibt inzwischen aber auch immer mehr Lieder, die gegen Kapitalismus und Globalisierung gerichtet sind. Zwischen 1990 und 2007 wurden mehr als 400 derartige Bands in Deutschland gegründet. Zusammen haben sie fast 1.400 CDs veröffentlicht. Anfang der 90er-Jahre vermarktete nur das Label Rock-O-Rama aus Köln rechte Musik. Heute konkurrieren über 50 Firmen, Vertriebe und Labels um den lukrativen Markt.
aus: antifa 11-12-2008
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Ganz schwarze Blöckevon Uwe Hiksch
»Autonome Nationalisten« contra »bürgerliche Spießer« in der NPD
Mit den sogenannten »autonomen Nationalisten« hat sich im Rahmen der Neuen Rechten eine Strömung entwickelt, die in Aussehen und Aktionsformen versucht, die radikale Linke zu kopieren. Man trägt die Kleidung der Linken und ist bemüht, deren Symbole, Musik und Aktionen für die eigene Politik zu missbrauchen. Mit Che-Guevara-Shirt, Palästinensertuch und Musik von Rio Reiser oder den Ärzten gehen diese Gruppen daran, eine Form des rechten Antikapitalismus zu propagieren, der ihnen neue Zielgruppen erschließen soll. Ihr vermeintlich revolutionäres Pathos und ihr antibürgerlicher, provokativer Habitus zielen dabei vor allem auf unzufriedene Jugendliche. Mit der selbst gewählten Bezeichnung »Autonome Nationalisten« geben sie vor, Antikapitalisten und »nationale« Sozialisten zu sein. Mit Parolen wie »We will rock you« oder »Fuck the law!« versuchen sie, die Gefühle radikaler, junger Aktiver anzusprechen, um diese für die Rechte zu gewinnen.
Die Strategie des »schwarzen Blocks« innerhalb des rechten Spektrums ist allerdings umstritten. So erklärte die NPD für den Nazi-Aufmarsch am 4. April in Weimar ausdrücklich, dass die Bildung einen »schwarzen Blocks« nicht erwünscht sei. Sie kündigte sogar an, gegen autonome Nationalisten vorzugehen und sie gegebenenfalls aus der Demonstration zu schmeißen. Für den Aufmarsch wurden klare Regeln ausgegeben. So hieß es unter anderem: »Weiterhin sind das Auftreten in geschlossenen Blöcken und das Skandieren von Parolen in Kombination mit dem demonstrativen Heben der eigenen Faust strikt untersagt. Die Veranstalter wünschen keine Kopie von typischen Verhaltensformen der militanten Antifa. Es dürfen nur Parolen und Sprechchöre verwandt werden, die von Seiten des Lautsprecherwagens oder der Ordner vorgegeben werden, bzw. im Vorfeld (!) mit der Veranstaltungsleitung abgesprochen worden. Das willkürliche Rufen insbesondere von themenfremden Sprechchören ist untersagt. Die Demonstrationsleitung schließt sich ausnahmslos der Erklärung des NPD-Parteivorstandes hinsichtlich des Bildens und Auftretens sogenannter Schwarzer Blöcke an.«
Hintergrund dieses Streits ist die Frage, wie sich die militanten Rechten die Eroberung der kulturellen und politischen Hegemonie vorstellen. Am 10. September 2007 hatte das Parteipräsidium der NPD unter dem Titel »Unsere Fahnen sind schwarz unsere Blöcke nicht« eine Erklärung verabschiedet, die sich deutlich von den »nationalen schwarzen Blöcken« distanzierte. Darin legte das Präsidium der Partei fest, dass solche Blöcke innerhalb von Demonstrationen, die von der NPD organisiert werden, unerwünscht seien. Bereits 2002 waren die »Autonomen Nationalisten Berlin« vereinzelt in Erscheinung getreten, damals noch als loser Zusammenhang im Umfeld der Freien Kameradschaften. Am 1. Mai 2003 kam es dann in Berlin erstmals zu einem organisierten Auftritt eines sogenannten »nationalen schwarzen Blocks«. Dieser Teil der Nazis hat in seinem Demonstrationsaufruf 2004 seine Sicht der Dinge klar definiert: »Der nationalrevolutionäre schwarze Block unterscheidet sich nicht hauptsächlich durch sein Äußeres von den anderen Demonstrationsteilnehmern, sondern durch die revolutionären Inhalte und seine Aktionen.« Mit dieser Aussage machen die autonomen Nationalisten deutlich, wo sie sich selbst politisch einordnen: Sie sind in der Ideologie des Nationalsozialismus verankert und knüpfen zumindest in ihrer Rhetorik an die nationalrevolutionäre Tradition von Otto und Gregor Strasser an.
Zum einen gibt es also vor allem im Umfeld der NPD weiter eine Tendenz hin zu einer breiten Zusammenarbeit und zum Aufgreifen konkreter sozialer Probleme vor Ort unter Ausnutzung parlamentarischer Möglichkeiten. Dem steht auf der anderen Seite ein immer größer werdender Teil »freier Nationalisten » gegenüber, der sich dieser »verbürgerlichten Politik« verweigert und vor allen darum kämpft, offensiv und gewaltbereit die Straße zu erobern. Die Niederlagen von NPD und DVU bei den Wahlen in Niedersachsen, Hessen und Hamburg könnten die Gewichte innerhalb der Neonaziszene wieder stärker in diese Richtung verschoben haben.
aus: antifa 05-06-2008
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Was wollen wir trinken?
von Uwe Hiksch
Rechte Liedermacher okkupieren linke Traditionen
Auf Veranstaltungen der NPD kann man heute Lieder wie »Die Gedanken sind frei«, »Trotz alledem«, »Was wollen wir trinken« oder »Wehrt euch« hören. Frank Rennicke etwa trägt sie original oder mit leichten Veränderungen vor und stellt sie in einen nationalistischen Kontext. Auch Lieder wie »Andre die dies Land so sehr nicht liebten« nach dem Text des jüdischen Schriftstellers Theodor Kramer, das ursprünglich von Zupfgeigenhansel gesungen wurde, oder »Ein stolzes Schiff«, sowie die »Ballade vom Hexenhammer« von Walter Moßmann gehören inzwischen zum Standardrepertoire rechter Sänger.
Diese Form der Uminterpretation fortschrittlichen Liedguts geht vor allem auf Barden wie Frank Rennicke, Jörg Hähnel oder Annett Moeck zurück. Neben traditionellen Liedern der Wehrmacht und des 3. Reiches, sowie neuen Liedern gegen Ausländer und Asylsuchende oder fremde Lebensstile versuchen diese rechten Liedermacher zunehmend, eine Art »völkischer Folklore« zu erschaffen und bekannte Lieder und »Gassenhauer« für sich zu reklamieren. Sie wollen sich mit einem Nimbus des Widerständigen und Aufrührerischen umgeben, um auf der emotionalen Schiene ihre Botschaften an breitere gesellschaftliche Schichten herantragen zu können.
Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, das keineswegs nur in der Musik zu finden ist. Rechte Theoretiker versuchen seit vielen Jahren, an Gedanken und Kultur von Ökologiebewegung, Anti-Atom-Bewegung und Friedensbewegung anzuknüpfen. Genauso beteiligen sie sich an esoterischen, anthroposophischen und freiwirtschaftlichen Diskursen. Historische Lieder, vor allem des 19. Jahrhunderts, bieten rechten Sängern kulturelle Anknüpfungspunkte. Kulturelle Aspekte werden hier als strategischer Ansatz im Sinne einer »kulturellen Hegemonie von rechts« verstanden. Eben dieser Ansatz führte auch zu einer Veränderung der Modestile eines Teils des rechten Milieus. Mit Modelabels wie »Thor Steinar«, »Consdaple«, »Troublemaker« oder »Masterrace Europe« hat sich in der Neuen Rechten eine tragbare, jugendgerechte Mode etabliert. Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien: Palästinensertuch, Che-Guevara-Shirt und Kapuzenpulli gehören heute zum Bild beinahe jeder Nazidemo.
Auch wenn es uns nicht gefällt: Die historischen Volksbewegungen, auf die sich die politische Linke beruft, wurden schon in den faschistischen Bewegungen der 20er-Jahre als Teil der eigenen Tradition wahrgenommen: So wurde Florian Geyer von ihnen als Held der Deutschen im Kampf gegen Fremdherrschaft gefeiert. Dieser Fehlinterpretation von historischen Traditionen stellt sich die antifaschistische Linke viel zu wenig. Gerade die Freiheitskriege der Vergangenheit, von der Bundschuh-Bewegung über die Bauernkriege bis zur 48er-Revolution bieten Ansatzpunkte für völkische Interpretationen. Von den Rechten werden die emanzipatorischen und zum Teil sogar internationalistischen Aspekte dieser Bewegungen bewusst ausgeklammert. Schon in der 48er-Revolution waren den National-Liberalen Macht und Einheit Deutschlands wichtiger als die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. Denktraditionen, die bis heute weiter wirken.
Zurück zur Liedkultur. Bereits in den 20er-Jahren wurden linke Lieder zu rechten Balladen umgedichtet: Aus dem alten Arbeiterlied »Brüder zur Sonne zur Freiheit« wurde »Brüder in Zechen und Gruben«, »Roter Wedding« oder die »Internationale« wurden zu »Brauner Wedding« und »Nationale«. Die Strategie ist so alt ist wie der Faschismus selbst: Mit einer Art »Brauner Gegenkultur« sollen Lieder und kulturelle Bereiche besetzt und für die rechte Sache nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig will man so der politischen Linken Teile ihres tradierten Kulturgutes nehmen.
Gegenwärtig erscheint das Auftreten der Protagonisten der Neuen Rechten als ein Mix aus sehr unterschiedlichen Stilen und kulturellen Ausrichtungen. Ihre Liedermacherszene versucht einen Spagat zwischen Plagiat und neuer Interpretation historischen Materials. Dabei werden tradierte Auslegungen in Frage gestellt. Soziale Kämpfe deuten sie um in nationale Befreiungskämpfe. Dem Versuch, in der Vergangenheit fest in das Kulturrepertoire der politischen Linken integrierte Musik zu okkupieren, muss die Linke etwas entgegensetzten. Heute wie damals gibt es dafür nur einen Weg: Aufklärung, Aufklärung und noch einmal Aufklärung.
aus: antifa 11-12-2007
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»Rechte« Musik?
von Uwe Hiksch
Nicht nur Skinheadbands bestimmen inzwischen das Bild
Neurechte Musik ist heute in vielen Musikgenres anschlussfähig geworden. Nicht mehr grölende Nazi-Bands der Skinhead-Szene bestimmen die Musik der rechtsgerichteten Musikhörerinnen und Musikhörer, sonder eine breite, über viele Musik-Genres reichende, ausdifferenzierte Musik. Die Themenvielfalt reicht dabei von heidnischen und esoterischen Themen bis zur musikalischen und ästhetischen Umsetzung der Theorien der »Konservativen Revolution«.
Der Einfluss der Neuen Rechten auf die verschiedenen Musikstile ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt heute fast keine musikalische Strömung mehr in der sich nicht auch neurechte oder rechts orientierte Bands und Themenspektren finden. Die unterschiedliche Ausprägung in den verschiedenen Musikkulturen ist dabei vor allem auch von den unterschiedlichen kulturellen Ausdrucksformen der Musikrichtungen abhängig.
So finden sich in Musikrichtungen wie Death-Metal, Techno, Rock, Reggae, Ska, Electronic, Pagan/Ritual oder Neofolk rechte Ausläufer, die mehr oder weniger wahrnehmbar oder dominant sind. In den nächsten Ausgaben wollen wir uns diesen verschiedenen Musik-Stilen nähern und den Einfluss von neurechten Bands und Mitgliedern untersuchen.
Die Schwarze Szene erscheint für Außenstehende exotisch und befremdlich. Weiß geschminkte Gesichter, aufwendig frisierte Haare, schwarze Gewänder, Lack und Leder aber auch Military-Look bestimmen heute die modische Ausrichtung dieser Szene. Inhaltlich ist ein wichtiges Bindeglied eine kritische Reflexion auf die moderne Gesellschaft. Die Schwarze Szene greift menschliche Vergänglichkeit durch eine Inszenierung von Untergangs- und Todessehnsüchten auf. Zentral ist die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens. Irrationale und übersinnliche Themen wie Magie, Mystik und Naturreligionen, aber auch Mittelalter, Romantik, Krieg, Zerstörung und Leid werden in unterschiedlichen musikalischen und künstlerischen Formen aufgegriffen und umgesetzt.
Die Schwarze Szene ist eine heterogene, weit ausdifferenziert Szene. Von Anfang an war sie aber auch ein Anlaufpunkt für rechte Bands und Mitglieder der Neuen Rechten. So treten beim größten Szene-Event dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig regelmäßig Bands aus dem rechten Szene-Spektrum auf. Bands wie Kirlian Camera (2006), Sol Invictus (2005), Sonne Hagal (2005), Scivias(2004), Deutsch Nepal (2004)oder Camerata Mediolanense (2002) sind einige Beispiele für die Verzahnung von neurechter Musik und normaler Szene. Die Musiker und Bands der rechten Dark-Wave-Szene greifen vor allem die Themen der Konservativen Revolution und des italienischen Faschismus auf. Gerade im Neofolk, Industrial oder EBM (Electronic Body Musik) werden Texte von Theoretikern der Konservativen Revolution wie Oswald Spengler, Arthur Moeller van den Brück, Ernst Niekisch und Ludwig Klages künstlerisch verarbeitet. Auch Ernst Jüngers Schriften wie »In Stahlgewittern (1920) oder »Der Arbeiter« (1932) bildeten Ansatzpunkte für eine ästhetische Umsetzung in diesen Musikrichtungen. Martialische Bilder und Töne und das bewusste Aufgreifen faschistischer Ästhetik bilden den künstlerischen Rahmen für die Umsetzung einer Kritik an der Moderne. Auf der CD »Riefenstahl«, in Anlehnung an Leni Riefenstahl, finden sich dann Bands wie »Turbund Sturmwerk«, »Von Thronstahl«, »Allerseelen« oder »Death in June«.
Ein wichtiger Ideengeber für die Musik der Neuen Rechten ist Julius Evola. Seine Angriffe gegen die Moderne werden als eine Art ideologischer Steinbruch genutzt. Besonders seine Schreckensbilder der Moderne, gemischt mit einer religiös-okkulten Mischung aus Befreiung und Erlösung durch eine neue Herrenrasse werden Ansatzpunkte künstlerischer Verarbeitung in dieser Szene.
Innerhalb der Schwarzen Szene sind die rechten Tendenzen und Ausläufer hinlänglich bekannt. Jedoch fehlt in der Szene eine deutliche Abgrenzung von diesen Strömungen. Die »Gruftis gegen Rechts« haben in der Vergangenheit wichtige Aufklärungsarbeit innerhalb der Szene geleistet. Durch die deutliche Reduzierung ihrer Aktivitäten ist diese rückläufig. Unter dem vermeintlichen Deckmantel von Toleranz können sich Strömungen der avantgardistischen Rechten ausbreiten und frei bewegen. Hier liegt für Antifaschistinnen und Antifaschisten eine wichtige Aufklärungsfunktion.
aus: antifa 09-10-2007
---------------------------------------------------------------------------------29.05.2008
Braunrote „Freiwirtschaft“
Heiko Langner und Uwe Hiksch
Angesichts der weltweiten Hegemonie des neoliberalen Turbokapitalismus und des weitgehenden Fehlens einer konkreten Gegenutopie findet so mancher Vorschlag aus der historischen Mottenkiste wieder neue Abnehmer. Ein solcher Fall ist das Comeback der obskuren „Freiwirtschaftstheorie“ von Silvio Gesell. Dahinter verbirgt sich eine wenig erfreuliche Mischung aus ungehemmtem Marktradikalismus und völkischer Sozialromantik mit dem Ziel, die vom modernen Kapitalismus entwurzelte Menschheit sowohl geistig-sittlich wie auch physisch regenerieren zu wollen. Also eine echte Heilslehre, über die eigentlich nicht geschrieben werden müsste, hätten inzwischen nicht auch einige Linke daran Gefallen gefunden.
Sicher muss die neue Linke, wenn sie sich selbst als demokratisch und pluralistisch begreift, offen für Anregungen für außen sein. Dennoch sollte der Blick geschärft bleiben, ob die neuen Ideen auch zu dem alten und richtigen Ziel einer gerechteren Gesellschaft passen. Im Fall der Freiwirtschaft lohnt sich ein genaueres Hinsehen.
Erfolgreiche Parteineugründungen wie die der LINKEN besitzen wegen ihrer Ressourcen- und Prestigegewinne eine enorme Anziehungskraft für manche kleine Splittergruppen wie die Freiwirtschaftsbewegung. Die Chancen steigen, wenn wie im Fall der LINKEN ein nahezu bedingungsloses pluralistisches Selbstverständnis besteht, das eine ungehemmte Dialogbereitschaft gegenüber (fast) allen Gruppen hervorruft. Das Resultat bildete vor einiger Zeit eine monatelange Debatte in der Zeitung des sächsischen Landesverbandes der LINKEN, bei der prominente Freiwirte ihre „Ideen“ unter das linke Parteivolk streuen durften.
Anders als Sozialist(inn)en und Kommunist(inn)en geht es den Freiwirtschaftlern allerdings nicht um die Beseitigung derjenigen Verhältnisse, in denen der Mensch ein verlassenes, geknechtetes Wesen ist, sondern um eine (hypothetisch) vom Kapitalismus befreite Marktwirtschaft. Ihr Feinbild ist der Zins, der als eigentliche Ursache für kapitalistischen Wachstumsfetisch und soziale Polarisierung gilt. Kapitalisten sind allerdings aus Sicht der Gesellianer nicht etwa die Unternehmer, sondern einzig die Zinskassierer, die Rentiers. Aus diesem Grund werden Methoden ers(p)onnen, um Zinsen als Ausdruck eines zirkulierenden Kapitalüberschusses nicht zuzulassen. Zu diesem Zweck soll ein umlaufgesichertes Geld (Schwund- oder Freigeld) eingeführt werden, das im Jahresverlauf fünf bis sechs Prozent seines Wertes einbüsst, damit der monetäre Kapitalüberschuss in gebührenfreie, produktive Anlageformen fließt. Der Topos ist bekannt und erfreut(e) sich in rechten Kreisen stets großer Beliebtheit. Die Trennung von schaffendem und raffendem Kapital bildete nicht zufälligerweise den zentralen Dreh- und Angelpunkt in der Wirtschaftsprogrammatik des sozialrevolutionären Flügels der NSDAP. Eigentliches Ziel dieser verkürzten Kapitalismuskritik war eine ökonomische Rechtfertigung für die Beseitigung jüdischen Eigentums. Die Abschaffung kapitalistischer Lohnarbeit bildete hingegen nie ein anzustrebendes Ziel der braunroten Gesinnungskameraden. Sozialrevolutionäre Nazis und Freiwirtschaftler kooperierten auch praktisch sehr eng, da nach der nationalsozialistischen Machtübernahme die bis dato bestehenden, unabhängigen Freiwirtschaftsvereine in die NSDAP integriert wurden. Sie bildeten kurzzeitig eine eigene parteiinterne Körperschaft, den „Roland-Bund“, dessen Existenzgrundlage jedoch im Zuge der Entmachtung Röhms und des sozialrevolutionären Flügels entfiel.
An echter Kapitalismuskritik hatten die selbsternannten Geldreformer noch nie Interesse. Vielmehr soll die kapitalistische Produktionsweise trotz ihrer kolossalen Ungerechtigkeit infolge ausbeuterischen Charakters von jeglichen, störenden Eingriffen des Staates befreit werden. Unter Beibehaltung der herrschenden Produktionsweise wird es jedoch kein nichtkapitalistisches Geld geben können. Es sind schlichtweg die Produktionsmethoden einer kapitalistischen Marktwirtschaft, die zur Entstehung eines Zinses führen, der nichts anderes als ein zukünftiges Gewinnversprechen aus der privaten Aneignung von gesellschaftlich erzeugtem Mehrwert darstellt. Das Leitbild der Freiwirtschaftler ist folglich nicht ein von kapitalistischen Verwertungszwängen befreites, autonomes Individuum, sondern ein sich selbst vermarktender Mensch, der im Zuge seines ökonomischen Überlebenskampfes zusätzlich die Weitergabe seiner besten Eigenschaften mittels Auswahl „gesunder“ Partner sichern soll. Dieses ideologische Gebräu eines neoliberalen Sozialdarwinismus wurde seinerzeit von Gesell pseudoemanzipatorisch verpackt, indem er die Einführung von Mutterschaftsrenten gestaffelt nach der Anzahl der Kinder empfahl. Was auf den ersten Blick wie eine Anerkennung der Erziehungsleistungen von Frauen klingt, entpuppt sich in Wahrheit als materieller Anreiz, um Frauen von der Teilnahme am Erwerbsleben abzuhalten. Es sollte eben alles beim Alten bleiben und das überkommene Gesellschaftsmodell mit seiner strikten Geschlechterrollentrennung konserviert werden. Nicht die Aufhebung der Klassenschranken bildet das Ziel, sondern die große Klassenversöhnung – freilich erst nach Ausschaltung des Zinses, versteht sich.
Dieses Festhalten an einer traditionellen, naturverbundenen Lebensweise macht das Freiwirtschaftskonzept heute bei sozialkonservativen Globalisierungskritikern sowie für esoterisch und lebensreformerisch angehauchte Teile der Ökobewegung attraktiv, jedoch auch für nationalkonservative Kreise. Da die erdverbundene (bodenständige) Lebensweise nicht autoritär vom Staat aufoktroyiert, sondern ganz „natürlich von unten“ gelebt werden soll, findet Gesells Konzept auch vermehrt Zuspruch in der jüngsten Entwicklungsströmung der politisch radikalen Rechten, dem nationalanarchistischen und rechtsautonomen Spektrum. Die Übergänge zwischen der „Braunzone“ aus radikalisiertem Kleinbürgertum, Nationalkonservativen und Neofaschisten waren hingegen seit jeher fließend. Heutige, prominente Freiwirtvertreter stammen oftmals aus der zwischenzeitlich aufgelösten, rechtslastigen „Freisozialen Union“ (FSU). Berührungspunkte zum äußersten rechten Rand gab es reichlich – beispielsweise in Gestalt von Vorträgen vor dem erst kürzlich vom Bundesinnenministerium verbotenen „Collegium Humanum“. Zum Vordringen in linke, grüne und sozialliberale Kreise war deshalb beizeiten eine Umetikettierung erforderlich – Freiwirtschaft nennt sich nunmehr meist „Humanwirtschaft“ oder gar „Fairconomy“.
Im Fall der Annäherung an das linke Spektrum gilt es zunächst die leicht belegbare Tatsache zu entkräften, dass Ideologievater Silvio Gesell Zeit seines Lebens bekennender Antimarxist und Antikommunist war und gegen das Streikrecht von Gewerkschaften wetterte. Neben einer formalen Distanzierung vom Antimarxismus Gesells unternehmen die gewendeten „Humanwirtschaftler“ häufig den Versuch, den vor allem in Gewerkschaftskreisen und linken Parteien recht beliebten „Keynesianismus“ für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Keynes bezog sich zwar positiv auf Gesells Gedanken einer investiven Kapitalverwendung, er verwarf jedoch sein inhaltliches Konzept vollends und erst recht den beschriebenen gesellschaftlichen Kontext, in dem es stehen sollte. Keynes entschied sich gegen die starre Geldumlaufsicherung und befürwortete stattdessen eine staatlich intendierte, flexible Zins- und Geldmengenpolitik, die den differenzierten (und zuweilen divergierenden) Steuerungserfordernissen einer voll entfalteten, kapitalistischen Produktionsweise weitaus besser entsprach. Ihm ging es in erster Linie um eine Eindämmung der antisozialen Auswüchse des Kapitalismus, die das marktradikale Freiwirtschaftskonzept mit seiner sozialbiologischen Auslese stattdessen noch potenziert hätte. Die praktische Unbrauchbarkeit der Freiwirtschaftslehre, die stets für sich in Anspruch nahm, eine über den Kapitalismus hinauszielende Wirtschaftstheorie zu sein, hinderte die verbliebenen Anhänger nicht, fortwährend die Nähe zu linken Parteien zu suchen. Zinskritik ist in linken Parteien allgemein en vogue und zusammen mit einer grundlegenden strukturellen Umwälzung der kapitalistischen Produktionsweise auch nicht weiter anrüchig. Und da letztlich jede evolutionäre Systemtransformation auf ihrem untersten Level mit kapitalismusimmanenten, sozialen Reformschritten startet, gelingt es Freiwirten von Zeit zu Zeit, mit ihren im Kern emanzipationsfeindlichen und wirtschaftlich unsinnigen Positionen in linke oder ökologiesensible Parteien vorzudringen oder deren Gehör zu finden. Beispielsweise existiert schon seit der Gründung der Grünen parteiintern ein sogenannter „liberalsozialer“ Arbeitskreis, der sich ausschließlich damit beschäftigt(e), die Grünen programmatisch auf eine vom Zins „befreite“ Marktwirtschaft à la Gesell zu trimmen.
Im Fall der LINKEN in Sachsen konnte größerer Schaden vorerst abgewendet werden. Ihr Dialog mit Freiwirten löste in Antifakreisen prompt offenen Widerspruch aus. Dabei war auf Seiten der LINKEN für die Diskussionsaufnahme von Anbeginn wohl weniger Sympathie für das inhaltliche Konzept ausschlaggebend, sondern vielmehr ihre unhinterfragte politische Offenheit gegenüber einer clever agierenden Gruppierung, die moderat auftrat und ihre eigentlichen Ziele mit links klingenden Sprechblasen kaschierte. Jeglicher antifaschistischen Aufklärungs- und Bildungsarbeit wird jedoch der Boden entzogen, wenn eine Partei mit sozialistischem Anspruch braunrote Freiwirtschaftler zu sich ins Haus einlädt. Hieraus erwächst die Gefahr, dass sich als nächstes rechte Sozialanthroposophen und noch stärker „Braungebrannte“ ermutigt sehen, ihre Fühler nach der LINKEN auszustrecken. Dies könnte nicht nur den von einigen Medien wiederholt vorgetragenen Vorwürfen der „Querfrontbildung“ neue Nahrung geben, sondern am Ende deren reale Entstehung tatsächlich begünstigen. Darauf wird nicht zuletzt in der anstehenden Programmdebatte besonders zu achten sein.