Kundgebung gegen Militärtagung: Krieg beginnt hier! Kriegsprofiteuren das Handwerk legen!
Krieg beginnt hier! Kriegsprofiteuren das Handwerk legen!
Vom
31. Januar bis zum 2. Februar 2012 findet in Berlin ein Treffen von
VertreterInnen der Rüstungsindustrie, der Bundeswehr und ThinkTanks
statt. Ganz ungestört sollen im Hotel Maritim pro-Arte neue Methoden der
Kriegsführung, neue Waffensysteme und militärische
Ausrüstungsgegenstände angepriesen werden. Wir lassen den
Kriegsstrategen und Kriegsprofiteuren keine Ruhe!
Kundgebung gegen Militärtagung
Mittwoch | 1. Februar 2012 | 18 Uhr
Hotel Maritim proArte | Friedrichstraße 151
Organisiert wird die Konferenz von der Deutschen Gesellschaft für
Wehrtechnik (DWT), einer Lobbyorganisation der deutschen
Rüstungsindustrie, das Verteidigungsministerium unterstützt die
Konferenz.
Bei der International Urban Operations Conference werden Vorträge
über neue Kriegstechniken und insbesondere über Kriegshandlungen in
städtischen Gebieten gehalten. Die Liste der Sponsoren und Aussteller
der Konferenz liest sich wie das Who’s Who der deutschen und
europäischen Rüstungsunternehmen. Zu nennen sind beispielsweise das
europäische Rüstungsunternehmen MBDA, das sich zum weltweit
umsatzstärksten Lieferanten für Lenkflugkörpersysteme entwickelt hat.
Weitere teilnehmende Rüstungsunternehmen sind unter anderem
Krauss-Maffei Wegmann, Rheinmetall und Dynamit Nobel Defence. Das
Geschäft der Rüstungsindustrie boomt angesichts der zunehmenden
Militäreinsätze weltweit. Angesichts »wachsender Urbanisierung in
Entwicklungsländern « sehen die Veranstalter der Konferenz »eine
sinkende Stabilität in großen städtischen Gebieten, die von Terroristen
oder politischen Gegnern genutzt werden könnten, um Kontrolle über das
jeweilige Land zu bekommen«. Dies zeigt, dass Kriegshandlungen in
Großstädten für die Rüstungsunternehmen, Militärs und Politiker auf der
Tagesordnung stehen.
Peter Makowski vom Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in Letzlingen bei
Magdeburg wird bei der Konferenz die Vortragsreihe zu Training für Urban
Operations leiten. Das GÜZ ist Europas modernstes Übungszentrum für
Bodentruppen. Dort werden BundeswehrsoldatInnen unmittelbar auf laufende
Militäreinsätze, darunter auch alle zukünftigen Interventionskriege,
vorbereitet. Es ist für viele SoldatInnen die letzte Station vor dem
Auslandseinsatz. Aktuell befindet sich die Bundeswehr mit über 7000
SoldatInnen in acht Einsätzen. Militärische Interventionen dienen in
erster Linie der Sicherung von Energieressourcen, Handelswegen und
Absatzmärkten.
Der Kapitalismus produziert mit seiner ausschließlich auf Profit
ausgerichteten Wirtschaftsweise eine wachsende Menge an
Ausgeschlossenen. Weltweit leben Menschen am Existenzminimum, sterben an
Hunger oder heilbaren Krankheiten. Die soziale Spaltung der
Gesellschaft kann weltweit in zunehmendem Maße nur noch militärisch
gesichert werden. Dieses System, das auf Gewalt beruht und immer mehr
Gewalt hervorbringt, hat keinerlei Lösungen für die dringenden Probleme
der Menschheit. Eine Alternative zu Konkurrenz, Profitstreben und der
Militarisierung der Gesellschaft kann nur in der Perspektive eines
radikalen Gegenentwurfes zur bestehenden kapitalistischen
Klassengesellschaft liegen. Für eine sozialistische Gesellschaft, in der
die kollektiven menschlichen Bedürfnisse und nicht der Profit oberstes
Ziel sind, organisieren wir uns. Der Kampf für diese Perspektive beginnt
hier und jetzt. Überlassen wir nicht den KriegstreiberInnen,
ProfiteurInnen und TechnokratInnen unsere Zukunft!
Kundgebung gegen Militärtagung
Mittwoch | 1. Februar 2012 | 18 Uhr
Hotel Maritim proArte | Friedrichstraße 151
Berliner Bündnis gegen Krieg und Militarisierung
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BAK AuF: An die Macht und in den Krieg auf dem Rücken der syrischen und iranischen Bevölkerung
Den Schlächtern dienen
An die Macht und in den Krieg auf dem Rücken der syrischen und iranischen Bevölkerung
Erklärung des Bundesarbeitskreises Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF)
Als
Karl Liebknecht 1914 dem deutschen Kaiser und den Kriegskrediten seine
Stimme verweigerte, war er der einzige Abgeordnete, der dies im
damaligen Reichstag tat. Bereits vorher hatten sich die
sozialdemokratischen PatriotInnen offen gezeigt: Nationale Reden
signalisierten Unterstützung im „Verteidigungsfalle“, Bebel stimmte der
Kostendeckung der Heeresvorlage zu und die Meinung linker
antimilitaristischer KritikerInnen wurde öffentlich als „Einzelmeinung“
von der Parteiführung diffamiert. Schon damals verbreiteten die
deutschen Eliten die Mär vom „Verteidigungskrieg“. Von heute aus
betrachtet, hätten sie ergänzen müssen: „zum Schutz des russischen
Volkes“. Das hätte den kriegswilligen SozialdemokratInnen vielleicht den
Verrat am eigenen Programm und das Überlaufen noch erleichtert.
Liebknechts eigene (sozialdemokratische) Fraktion hatte den
nationalen Pakt mit der herrschenden Klasse einer klassenkämpferischen
Position gegen den Krieg und die UnterdrückerInnen im eigenen Land
vorgezogen und war schließlich, berauscht von der Anerkennung durch den
einstigen Klassenfeind, in den Krieg gezogen. An die „Sicherheit“
Deutschlands oder an die Solidarität mit dem angegriffenen Schlächter im
russischen St. Petersburg (Petrograd) verschwendete Liebknecht hingegen
zurecht keinen Gedanken. Warum auch? Schließlich sollten die deutschen
und die russischen ArbeiterInnen Seite an Seite gegen ihre herrschenden
Klassen kämpfen. Ein Krieg verschlechterte die Kampfbedingungen aber
grundlegend.
Nun hat jede Analogie ihre Grenzen. Wir gehen nicht davon aus, dass
ein Angriff der NATO auf den Iran und/oder Syrien einen Weltkrieg
auslöst. Ein Flächenbrand wäre aber unvermeidlich.
Um diesen Punkt geht es aber in der Debatte um die Antikriegsposition
einiger linker Bundestagsabgeordneter auch gar nicht. Die derzeitige
Hexenjagd auf Dieter Dehm, Ulla Jelpke, Sevim Dagdelen, Heike Hänsel,
Annette Groth und Eva Bulling-Schröter wegen ihrer Unterschrift unter
den Aufruf „Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität
mit den Völkern Irans und Syriens!“ hat andere Gründe. In einer Zeit der
ideologischen und militärischen Mobilmachung für mögliche
Angriffskriege á la Irak (Iran) und Libyen (Syrien) ist es nur
unterstützenwert, dass Bundestagsabgeordnete der LINKEN sich öffentlich
für den Frieden und eine friedliche Beilegung zweier internationaler
Konflikte – und damit gegen die imperialistische und kriegsvorbereitende
Interessenpolitik Deutschlands und der anderen NATO-Staaten –
aussprechen. Sie nehmen das jüngst verabschiedete Parteiprogramm der
LINKEN in diesem Punkt ernst und setzen es praktisch um. Das gemeinsame
Sperrfeuer der bürgerlichen Medien, des BAK „Shalom“ und einiger
sozialdemokratischer LINKEN-Funktionäre gegen die sechs ist die
konsequente Folge unterschiedlicher Interessen. Die einen kämpfen mit
dem Rücken zur Wand gegen den Krieg, die anderen dienen sich den
SchlächterInnen der Feldzüge im Irak, in Pakistan und Afghanistan oder
des Gazakriegs an und liefern ihnen die gewünschten Stichworte, um
Propaganda gegen KriegsgegnerInnen zu machen. Bei möglichen
Unzulänglichkeiten und der Kürze des Aufrufes: Anlass, sich als Linke/r
gegen ihn zu positionieren, hat er inhaltlich nicht geboten.
Wer sich in der momentanen Situation nicht solidarisch mit den
GenossInnen zeigt, die den Aufruf unterschrieben haben und sie nicht vor
Angriffen in Schutz nimmt, macht sich gemein mit den bürgerlichen
Medien und den regierenden Parteien, die sich trotz ihrer Verstrickung
in internationalen Waffenhandel, Ölgeschäfte mit Diktatoren und ihrer
Ignoranz gegenüber schwersten Menschenrechtsverletzungen durch
„verbündete“ Diktaturen erdreisten, auf aufrechte AntimilitaristInnen
einzuschlagen. Weshalb tragen Abgeordnete aus der eigenen Fraktion wie
Jan Korte und Dagmar Enkelmann eine Kampagne gegen den Aufruf, dessen
Inhalt bewusst verkürzt wiedergegeben wird, mit, anstatt sich hinter
ihre GenossInnen zu stellen und sich klar gegen Angriffskriege gegen
Syrien und den Iran zu positionieren?
In der LINKEN darf man den Krieg gegen Afghanistan ablehnen, in
Teilen der Partei den Krieg gegen den Iran aber offensichtlich nicht.
Wer sich als Koalitionär bewähren und im Lager der Grünen- und
SPD-WählerInnen fischen will, kann sich dies auch nicht erlauben. Das
Großreinemachen in den eigenen Reihen beginnt selbstverständlich mit
denjenigen, die den Weg der Aufweichung linker Positionen nicht mitgehen
wollen. Das Papier, auf dem das Parteiprogramm niedergeschrieben wurde,
ist unterdessen bis zur Regierungsbeteiligung geduldig. Entscheidend
ist die reale Politik. Bei den Grünen war man schließlich auch
pazifistisch bis zum Kosovokrieg.
Dass ein möglicher Krieg gegen den Iran von der NATO vorbereitet
wird, haben wir und andere bereits vor Wochen detailliert dargelegt.
Dass auch Israel sich daran beteiligt, haben die Mainstream-Medien
mehrfach gemeldet. An beidem besteht kein Zweifel. Anders als Korte und
Co stehen die US-amerikanischen und israelischen Eliten auch offen zu
ihrer „Rote-Linien“-Politik. Ihre Motive sind hinlänglich bekannt und
können in den NATO-Papieren nachgelesen werden: Verfügung über
ökonomische Ressourcen wie Öl und Gas, die Kontrolle einer
geostrategisch bedeutsamen Region, die Entfernung des letzten
ernstzunehmenden machtpolitischen Widersachers im Nahen Osten usw.
Die sozialdemokratischen LINKEN lösen ihr Ticket für eine
Regierungsbeteiligung und für ihre Akzeptanz bei den deutschen Eliten,
indem sie de facto der herrschenden Klasse des Westens für die nächsten
Schritte auf dem Weg in einen neuen Krieg Rückendeckung aus der LINKEN
geben. Für jene sind die Schandtaten der Assads, Husseins, Mubaraks,
Schahs, Könige usw. vollkommen belanglos, solange sie ihr nutzen. Die
Leidtragenden von Sanktionen und Kriegspolitik sind erwiesenermaßen eben
nicht die Diktatoren, sondern die Bevölkerungen und die Kampffähigkeit
linker und progressiver Kräfte in den jeweiligen Staaten.
Kriege und die imperialistische Politik der Embargos, Sanktionen usw.
helfen niemandem außer den herrschenden Klassen in den USA,
Deutschland, Frankreich, Israel usw. Sie sorgen für humanitäre
Katastrophen für den Großteil der Zivilbevölkerung und schwächen
progressive und emanzipatorische Kräfte innerhalb der Länder- oder
lassen sie gleich ganz verschwinden. Damit wird den westlichen Mächten
auch die Chance gegeben, in absehbarer Zeit evtl. ihre nächsten
Marionetten zu installieren, die dann freie Hand erhalten, mit allen
anderen politischen Bewegungen so umzugehen, wie es die Könige in
Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait usw. schon seit Jahrzehnten unter
Billigung derselben Kräfte tun dürfen, die momentan
Menschenrechtsverletzungen im Iran und in Syrien beklagen. Die linke
syrische und iranische Opposition, die derzeit (gewollt oder ungewollt)
von den KriegstrommlerInnen als KronzeugInnen herangezogen werden,
werden dann das Bauernopfer sein, das sofort erbracht wird, sobald sie
den Interessen des Westens nicht mehr nutzen.
Für uns gibt es daher auch keine Gründe, der herrschenden Politik nur
einen einzigen Millimeter weder moralisch noch politisch über den Weg
zu trauen. Wir haben – auch aus der linken – Geschichte gelernt. Der
Hauptfeind steht im eigenen Land. Krieg dem Kriege!
Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF)
26. Januar 2012
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NaturFreunde: Keine neue deutsche Waffenproduktionsanlage in Saudi-Arabien
Opfer von Waffengewalt müssen Waffenproduzenten endlich verklagen können
Berlin,
20. Juli 2011 – „Dass in Saudi-Arabien eine neue komplette
Produktionsanlage für deutsche Sturmgewehre gebaut werden soll, ist eine
Schande“, kritisiert das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands Uwe Hiksch die aktuellen Pläne des Rüstungsunternehmens
Heckler & Koch. „Mit dem ebenfalls geplanten Panzer-Deal ist klar:
Deutsche Waffen sollen die Golfregion systematisch aufrüsten, auf
Menschenrechte und demokratische Bestrebungen in der Bevölkerung wird
keinerlei Rücksicht genommen.“
Für neue Profite würden alle menschenrechtlichen Sonntagsreden zur
Seite geschoben und in einer der letzten absoluten Diktaturen der Welt
eine hochmoderne Waffenschmiede gebaut, so Hiksch. Saudi-Arabien sei
bereits seit vielen Jahrzehnten ein Produktionsstandort für Waffen von
Heckler & Koch. So werde dort das Sturmgewehr G3 in Lizenz
produziert und von Saudi-Arabien aus direkt für die Aufrüstung der
Diktaturen in den Golfstaaten eingesetzt.
In einer Pressemitteilung hatte Heckler & Koch bekannt gegeben,
dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2010 erneut gesteigert und damit
der „erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahre“ fortgesetzt
werden konnte. Für die NaturFreunde eine zynische Aussage, schließlich
ist dieser „Wachstumskurs“ die Grundlage für Waffenlieferungen in viele
Regionen der Welt. „Kleinwaffen und Handfeuerwaffen sind die
Massenvernichtungsmittel der heutigen Zeit. Es sterben viel mehr
Menschen durch diese hochmodernen Kleinwaffen als durch Großwaffen“,
erklärt Uwe Hiksch.
NaturFreunde fordern Waffenexportverbot im Grundgesetz
Die NaturFreunde fordern ein Waffenexportverbot im Grundgesetz. Zudem
müssten Opfer und Angehörige der Opfer von Waffengewalt das Recht
erhalten, auch die Hersteller von Waffen zu verklagen. „Wenn diese
Firmen von den Angehörigen der Millionen Opfer endlich verklagt werden
könnten, wäre der Profit mit dem Tod innerhalb kürzester Zeit beendet“,
empfiehlt Hiksch.
Im Jahr 2010 hat Heckler & Koch einen Umsatz von 247 Millionen
Euro erzielt. Der operative Gewinn lag mit 51,8 Millionen Euro um rund
30 Prozent über 2009. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Heckler &
Koch GmbH“ am Kapitalmarkt eine Anleihe mit einem Volumen von 295
Millionen Euro platziert. Diese Anleihe wird mit jährlich 9,5 Prozent
hochprofitabel verzinst und hat eine Laufzeit bis 2018. Gezeichnet wurde
diese Anleihe vor allen von internationalen institutionellen Anlegern,
also Banken, Versicherungen und Pensions-Fonds.
NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.

Die NaturFreunde unterstützen die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“:
www.aufschrei-waffenhandel.de
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Pax Christi: Parlament muss U-Boot Subvention stoppen
pax christi fordert Bundesregierung zu politischer Konfliktlösung statt Waffenhilfe auf
„Jetzt ist das Parlament gefragt. Der Deutsche Bundestag kann und
muss die deutsche Subventionierung eines weiteres U-Bootes für Israel
verhindern. Mit der Ablehnung des “Einzelplan 60″ im Haushaltsentwurf
für 2012 können alle Fraktionen beweisen, ob parlamentarische Kontrolle
den deutschen Rüstungsexport stoppen kann.”, erklärt pax
christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann heute in Berlin.
„Mit dieser U-Boot Lieferung an Israel setzt die Bundesregierung
weiter auf Aufrüstung und heizt damit den Konfliktherd Naher Osten an.
Israel will Besatzungsmacht bleiben und zeigt sich immer uneinsichtiger,
an einer politischen Konfliktregelung mitzuwirken. Die israelische
Regierung setzt auf militärische Dominanz. Statt sich für eine Lösung
einzusetzen, die beiden Völkern Perspektive bietet, leistet die
Bundesregierung Waffenhilfe. Die Atommacht Israel kann dieses U-Boot mit
atomaren Raketen bestücken und damit die Rüstungsspirale in der Region
weiter treiben.”, kommentiert pax christi-Vizepräsidentin Wiltrud
Rösch-Metzler.
Spiegel-Online berichtete gestern über die Pläne der Bundesregierung,
ein weiteres U-Boot für Israel mit 135 Millionen Euro zu
subventionieren. Dort heißt es, im Entwurf des Bundeshaults 2012 werde
die Ausgabe als “Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für
Israel” im Einzelplan 60 (“Allgemeine Bewilligungen”) aufgeführt.
Information:
Christine Hoffmann ist ebenfalls eine von drei Sprechern der Kampagne
“Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel”. Mehr zur Kampagne finden
Sie im Internet unter www.aufschrei-waffenhandel.de
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10 Jahre Krieg in Afghanistan: Truppen abziehen – sofort und bedingungslos!
Auf Anregung der Friedenskoordination hat sich ein
Arbeitsbündnis zusammen gefunden, das bisher dreimal tagte und diesen
Aufruf erarbeitete, sowie die Aktion entwickelte. Geplant ist eine
Umzingelung des Bundeskanzleramtes. Die Aktion wird am Samstag, 08.
Oktober 2011 in Berlin stattfinden.
Aufruf:
10 Jahre Krieg in Afghanistan
Truppen abziehen –
sofort und bedingungslos!
Vor 10 Jahren überfielen die USA und ihre Verbündeten Afghanistan.
Der Anschlag am 11. September 2001 diente als Vorwand für diesen
Angriff. Sie nennen ihn „Krieg gegen den Terror“. In Wirklichkeit ist es
ein Krieg, um die Öl- und Gasquellen und Transportwege im Nahen und
Mittleren Osten zu kontrollieren. Seit zehn Jahren stehen deutsche
Truppen am Hindukusch und sind auch an Kriegsverbrechen, wie z.B. in
Kundus, beteiligt.
Die Bilanz des Krieges ist eindeutig: Jahr für Jahr steigende
Opferzahlen, insbesondere unter der afghanischen Zivilbevölkerung,
zerstörte Infrastruktur, verseuchte Gebiete durch den massiven Einsatz
von Uranmunition, Armut und wachsende Gewalt gegen Frauen. Immer mehr
Soldaten werden verletzt und getötet.
Die Fortsetzung des Kriegseinsatzes wird von der Bundesregierung mit
„ziviler Aufbauhilfe“ gerechtfertigt. Doch wer profitiert? Die
afghanische Wirtschaft wurde zerstört. 90 % der „Aufbauhilfe“ wandern in
die Taschen westlicher „Wiederaufbaukonzerne“.
„Die NATO sät täglich neuen Hass“, schreibt der
Politikwissenschaftler Dr. Matin Baraki. „Würden die Menschen in den
NATO- Ländern nur einen Bruchteil dessen wissen, was die westliche
Soldateska am Hindukusch verursacht, so würde eine Antikriegsbewegung
wie in der Zeit des US-Krieges gegen Vietnam entstehen.“
Während nach Berechnung des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung der Einsatz der Bundeswehr bei einem Abzug ab 2013
die Steuerzahler 36 Milliarden Euro kostet (zur Freude der
Rüstungsindustrie), treibt die neoliberale Wirtschafts- und
Finanzpolitik immer mehr Menschen in die Armut. Diejenigen, die im
eigenen Land Menschrechte durch Sozial- und Demokratieabbau immer
massiver einschränken, erdreisten sich, anderen Ländern
“Menschenrechte”, “Demokratie” und “Freiheit” zu predigen.
In den neuen verteidigungspolitischen Richtlinien steht: „Die
Bundeswehr soll den freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien
Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen ermöglichen.“ Das
ist die Freiheit, die sie meinen! Und diese Freiheit droht der
“Verteidigungs”minister de Maizière bald auch anderen Ländern zu
bringen; mögliche Einsatzgebiete seien: Pakistan, Jemen, Somalia oder
Sudan. Und weil sie dazu immer mehr freiwillige Soldaten benötigen,
wirbt die Bundeswehr immer massiver in Job-Centern, Schulen und selbst
schon in Kindergärten!
Bundeswehr raus aus Afghanistan!
Militär raus aus den Schulen!
Keinen Euro mehr für Krieg und Militär!

Die Unterstützerunterschriften sendet bitte an die Friko-mail
friko-berlin@gmx.de oder schriftlich an meine Anschrift: Laura v.
Wimmersperg, Hauptstr. 37, 10827 Berlin. Sie sollte wie immer Name der
Organisation, Name des Absenders und seine Unterschrift enthalten.
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Schulen ohne Militär: Das Robert-Blum-Gymnasium
Die Schulkonferenz des Robert-Blum-Gymnasiums hat am Donnerstag, den 24.3. 2011 mit 7:1 Stimmen
den Antrag “Schule ohne Militär” angenommen.

Robert-Blum-Gymnasium – Schule ohne Militär
Die Schulkonferenz des
Robert-Blum-Gymnasiums lehnt eine Zusammenarbeit im Bildungsbereich mit
der Bundeswehr grundsätzlich ab. Hierzu gehören z.B.:
- Kooperationsverträge mit der Bundeswehr
- Einladen von Bildungsoffizieren in den Unterricht oder zu schulischen Veranstaltungen
- Werbung für Praktika in Bundeswehreinrichtungen
- Exkursionen zu Bundeswehreinrichtungen oder von der Bundeswehr durchgeführten Veranstaltungen
- Werbung für Ausbildungsgänge bei der Bundeswehr oder für ein Studium an einer Bundeswehrhochschule
- Teilnahme der Schule an Wettbewerben, Jugendmessen, Arbeitsplatzbörsen, die von der Bundeswehr ausgestaltet werden.
- Das Verteilen von Werbematerialien der Bundeswehr
Begründung:
Das vermeintliche Lösen von Konflikten mit militärischer Gewalt
widerspricht der an unserer Schule gepflegten Kultur und unseren
Erziehungsidealen. Wie sollen wir Jugendliche zum gewaltfreien Lösen von
Konflikten erziehen, wenn das Vertreten von Wirtschafts- oder
Länderinteressen mit militärischen Mitteln von uns mit unterstützt wird?
Dies widerspricht dem in Paragrafen 1 des Schulgesetzes formulierten
Erziehungsziel der friedlichen Verständigung der Völker.
§ 1
Auftrag der Schule
Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und
Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an
Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muss die
Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der
Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft
strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das
staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie,
des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der
Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu
gestalten. Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung
gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt
werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen, von
der Achtung vor jeder ehrlichen Überzeugung und von der Anerkennung der
Notwendigkeit einer fortschrittlichen Gestaltung der gesellschaftlichen
Verhältnisse sowie einer friedlichen Verständigung der Völker.
Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung
zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen
gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden.
Bereits
im laufenden Schuljahr sind an unsere Schule unaufgefordert
Werbematerialien geschickt worden. Mit dem Aussetzen der allgemeinen
Wehrpflicht ist mit einer verstärkten Aktivität der Bundeswehr an den
Schulen zu rechnen. Erfahrungen belegen dies bereits jetzt.
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NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!
Berlin,
8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach
Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin
und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:
Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über
55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien
stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner
fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft
sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung,
Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder
einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was
für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der
Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und
Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der
arabischen Halbinsel bei.
Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung
auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine
Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein
Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur
unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen
Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen
hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.
Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000
Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien
soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp
wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt
werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu
unterdrücken!
Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und
Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen,
wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten
Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen
Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der
deutschen Rüstungsindustrie.
Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen
Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am
weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher
Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika
(12%).
Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009
wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im
Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den
„Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009
wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im
Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen
unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen,
Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen,
Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme
genehmigt.

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des
letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche
Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.
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PAXX 2: Peace Action Trainings 2012
Einladung zu Infotreffen, 18. Juli, 18 Uhr, Heidelberg
Wir brauchen Eure Kreativität für die zweite PAXX-Aktionskonferenz für Friedens-, Umwelt- und BürgerInnenbewegungen 2012!

Liebe Freundinnen und Freunde,
Vor einem guten halben Jahr, vom 29. Oktober bis 1. November 2010,
fand im Volkshaus Neckarau in Mannheim eine intensive und kreative
Aktionskonferenz statt: die Peace Action Trainings.
Neben der Hauptinitiatorin Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) – insbesondere der Landesverband
Baden-Württemberg – waren auch das Heidelberger Party-Kollektiv “Party
& Activism“, die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, das
Friedensplenum Mannheim und der Bund für Soziale Verteidigung aktiv
beteiligt.
Die Idee war, frischen Wind in die Friedensbewegung zu bringen: neue
(und alte) Aktionsformen (wieder) kennenzulernen und einzuüben und mit
friedenspolitischen Themenzu verknüpfen (z.B. Zivile
Konfliktbearbeitung; Bundeswehr und Schule; Atomwaffen;
Rüstungsindustrie; Konversion und Militärbasen). An den Vormittagen
wurden durchgehend Aktionsformen wie Ziviler Ungehor-sam, Rebel Clowns,
Straßentheater und Großpuppenbau angeboten. Bekannte Clowns- oder
Straßentheater-TrainerInnen wie Captain Chamäleon oder Anita Bertolani
und Shiva Grings führten die super-motivierten jungen und älteren
Akteure zu kreativen Höchstleistungen, die dann während der
Abschlussaktion der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ein echter
„Hingucker“ (Mannheimer Morgen, 2.11.2010) waren die drei Meter hohen
„Schreibtischtäter“ bzw. „Schreibtischtöter“, die unter der Anleitung
von Larry Swingle an drei Tagen gebaut wurden. Diese Großpuppen
sym-bolisierten die Verknüpfung von Militärverwaltung, Politik und
Rüstungsindustrie und wurden seitdem schon mehrfach bei Demonstrationen
und Aktionen verwendet.
Die 60 bis 70 Teilnehmenden der Aktionskonferenz waren zwischen 16
und 80 Jahre – sie alle zeigten sich sehr zufrieden mit der
Veranstaltung: Sie haben tolle Leute kennen gelernt, viel Spaß gehabt,
neue MitstreiterInnen gefunden , ein klasse Essen genossen und
schließlich vielfältige Aktionsanregungen und Ermutigung mitgenommen.
Daran will das Organisationsteam anknüpfen und für 2012 PAXX 2 auf
den Weg bringen. Wichtig ist uns dabei, in die Vorbereitung viele
regionale und überregionale Gruppierungen nicht nur aus der
Friedensbewegung anzusprechen sondern auch Aktive aus anderen Bewegungen
wie attac, Anti-AKW-Gruppen, BUND, Naturfreundejugend, Parkschützer.
Denn aktive Friedensarbeit gegen Rüstung und Krieg ist auch
Engagement für eine nachhaltige Umwelt- und gerechte
Globalisierungspolitik. Kreative Aktionen sind nicht maßgeblich an
bestimmte Themen gebunden.
Gerne laden wir Euch deshalb zu einem Infotreffen am Montag,
18. Juli, 18 Uhr, in den Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, nach Heidelberg
ein. Das PAXX-Orga-Team berichtet dabei multimedial von den Peace
Action Trainings 2010 und stellt erste neue Ideen für PAXX 2012 vor.
Für das PAXX Orgateam
Roland Blach, DFG-VK Landesgeschäftsführer, Stuttgart, ba-wue@dfg-vk.de
Stephan Brües, Bund für Soziale Verteidigung, Wiesloch, Stephan.Bruees@gmx.de
Hanne Langenbacher, DFG-VK Heidelberg, Weinheim, Johanna.Langenbacher@t-online.de
Hedwig Sauer-Gürth, Friedensplenum Mannheim, Hedwig.Sauer-Guerth@urz.uni-heidelberg.de
Renate Wanie, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, Heidelberg, buero.heidelberg@wfga.de
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DIE LINKE: Konversion von Militärstandorten Für eine konstruktive Wirtschafts- und Friedenspolitik
Truppenabbau und Konversion
Für die Vorbereitung auf Krieg und Militärinterventionen werden weltweit
jährlich mehr als 1,5 Billionen Euro ausgegeben. In Deutschland sind es
mit etwa 32 Mrd. € mehr als 10% der Staatsausgaben oder 1,5% des BIP.
Diese Investitionen sind damit Teil einer weltweiten Aufrüstungsspirale
und leisten einen Beitrag, die Welt unsicher zu machen. Dieser
Teufelskreis muss durchbrochen werden um eine Friedens- und
Abrüstungspolitik zu ermöglichen. Eines der wichtigsten Instrumente
hierfür ist die Konversion militärischer und rüstungsindustrieller
Kapazitäten in zivile wirtschaftlich produktive Faktoren.
Die jetzige Reform der Bundeswehr bietet eine Chance für den Einstieg in
eine tragfähige Abrüstungs- und Konversionspolitik. Die Sparvorgaben
der Bundesregierung in Höhe von 8,3 Mrd. € zwingen das
Verteidigungsministerium ohnehin zu strukturellen Veränderungen.
Sowohl der Personalumfang als auch die Zahl der militärischen
Liegenschaften wird zwangsläufig reduziert werden müssen. DIE LINKE hält
diese Schritte für längst überfällig:
Die Bundeswehr war mit 250.000 Soldatinnen und Soldaten für Aufgaben der
Landesverteidigung überdimensioniert. Die knapp 400 Standorte der
Bundeswehr können reduziert werden. Entscheidend ist allerdings, dass
dieser Abrüstungsprozess im Rahmen eines nachhaltigen und solide
finanzierten Konversionsprogrammes stattfindet. Damit wird auch
vermieden, dass die Gemeinden und Kommunen untereinander in einen
ruinösen Wettstreit um die Beibehaltung „ihrer“ Standorte treten und die
Chance verspielen, langfristig tragfähige und ökonomisch sinnvolle
Nutzungskonzepte zu entwickeln.
Zum Motor für den Politikwechsel werden
Derzeit spielt das Verteidigungsministerium auf Zeit. Frühestens im
Herbst soll das neue Standortkonzept vorgestellt werden. DIE LINKE ist
gefragt, offensiv, d.h. im Sinne des Motors für den Politikwechsel,
schon jetzt zukunftsweisende Antworten zu liefern.
Die Vorstellung, dass Bundeswehrstandorte Arbeitsplätze schaffen oder
sichern und für Kommunen eine wesentliche und unwiederbringliche
Steuerquelle und somit Überlebenschance sind, ist bis heute
vorherrschend. Allerdings ist diese Sichtweise verengt. Richtig ist,
dass die Abhängigkeit mancher Städte und Kreise von den dort
befindlichen Militäreinrichtungen groß ist; viele Arbeitsplätze würden
durch Standortschließungen gefährdet.
Aber militärische Standorte stellen nur in begrenztem Umfang einen Wirtschaftsfaktor dar.
Konversionen ist für die Kommunen ein Gewinn
Die Standortschließungen der vergangenen zwei Jahrzehnte und damit
einhergehende Konversionsprogramme beweisen, dass Kommunen auf
vielfältige Weise davon profitieren können, sei es durch
privat-ökonomische Nutzung (Ansiedlung von produzierendem oder
dienstleistendem Gewerbe), sei es durch kommunale Nutzung (Kultur- und
Bildungseinrichtungen) oder sei es durch Schaffung von Naturreservaten,
ggf. verbunden mit Öko-Tourismus.
Zu nennen sind in diesem Zusammenhang fünf erfolgreiche Konversionsprojekte:
- So wurde der militärisch genutzte Flugplatz Drewitz (Brandenburg) im
Jahre 2000 zu einem zivilen Flugplatz umgewandelt und wird nun
privatwirtschaftlich betrieben.
- Der Truppenübungsplatz Dauban (Sachsen) wurde 1997 zu einem Biosphärenreservat („Oberlausitzer Heide“) umgewandelt.
- Das Munitionslager Hemau (Bayern) wurde 2002 von einem Unternehmen
erworben. Das Gelände wird seitdem für einen Solarpark genutzt.
- Die Gebäude und die Fläche der Hindenburg- und Wittich-Kaserne in
Kassel (Hessen) wurden in 44 Einzelverkäufe an Gewerbebetriebe
veräußert. Zahlreiche Firmen siedelten sich in dem neuen sogenannten
„Technologiepark Marbachshöhe“ an.
- Die Gebäude und die Fläche der Prinz-Albrecht-Kaserne in Hannover
wurden zwischen 1996 und 1998 an Einzelerwerber und Investoren verkauft.
127 Einfamilienhäuser wurden errichtet. Altenwohnungen und Behinderten-
sowie Gemeindebedarfseinrichtungen wurden geschaffen.
Alle genannten Beispiele dokumentieren erfolgreiche und nachhaltige
Konversionsprojekte, die den Kommunen wirtschaftliche und steuerliche
Vorteile gegenüber den Bundeswehrliegenschaften brachten.
Konversion ist machbar
Die positiven Erfahrungen im Bereich Konversion militärischer
Liegenschaften, die von Kommunen (besonders in standortstarken
Bundesländern wie NRW) im Zuge umfangreicher Standortschließungen in den
neunziger Jahren gemacht wurden, müssen nun aufgearbeitet und an
derzeit und künftig betroffene Kommunen weitergegeben werden, so dass es
zu einem fruchtbaren und zukunftsweisenden Lernprozess kommt. Solange
es kein gültiges Bundeskonversionsprogramm gibt, bleibt Konversion Sache
der Länder. Doch diese müssen angesichts massiver strukturpolitischer
Herausforderungen unterstützt werden. Deshalb fordert die LINKE:
- Konversion als gemeinschaftliche, aktive und überparteiliche Strukturpolitik zu begreifen
- Mechanismen einzuführen für eine direkte und kontinuierliche
Einbindung der Bevölkerung sowie aller anderen relevanten Akteure auf
der lokalen, regionalen und überregionalen Ebene in Planung und
Umsetzung der Konversionsmaßnahmen
- Entwurf eines Konversionsgesetzes zum Zwecke eines fairen,
dauerhaften Lastenausgleichs zwischen Bund und Ländern unter
Berücksichtigung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen
Problemen des Rüstungsabbaus.
- Aufhebung der derzeitigen Ressortvereinbarungen zwischen dem
Verteidigungsministerium und dem Finanzministerium über Erlöse aus
Liegenschaftsverkäufen.
- Ernennung eines Bundesbeauftragten für Konversion (zur Koordination
von Querschnittsaufgaben), dieses Amt sollte sich am Beispiel der
erfolgreichen Landesbeauftragten für Konversion orientieren.
- Erarbeitung eines langfristigen und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bundeskonversionsprogramms.
Eine durchdachte Konversionspolitik ist ein sozio-ökonomischer und
friedenspolitischer Zugewinn für die Menschen vor Ort sowie für
Deutschland.
Unterzeichner_innen:
Kristina Vogt, MdBB Bremen, Fraktionsvorsitzende DIE LNKE.
Bärbel Beuermann, MdL NRW, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE.
Willi van Ooyen, MdL Hessen, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.
Thomas Nord, MdB und Landesvorsitzender Brandenburg DIE LINKE.
Inge Höger, MdB, DIE LINKE. Abrüstungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.
Paul Schäfer, MdB, Verteidigungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE.
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Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!
Widerstand und Protest gegen Petersberg II / Bonn, Dezember 2011
Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!
Auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 reagierten die USA
sowie die NATO mit dem Krieg in Afghanistan. Im Dezember vor zehn Jahren
wurde auf der Petersberger Konferenz bei Bonn eine provisorische
Regierung für Afghanistan unter Präsident Karzai eingesetzt – wenige
Tage später beschloss der UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz. Nun lädt
die Bundesregierung für den 5. Dezember 2011 erneut auf den Petersberg
ein. Die kriegführenden Staaten werden hier zusammenkommen, um über die
Zukunft Afghanistans zu beraten. Delegierte aus 90 Ländern sowie NGO’s
sollen vorgeblich über „Friedensperspektiven“ diskutieren – doch die
Realität sieht anders aus:
Seit einem Jahrzehnt führt die NATO in Afghanistan unter dem Vorwand
der „humanitären Intervention“ und des „Krieges gegen den Terror“ einen
Krieg für wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Die Bilanz:
Jahr für Jahr steigende Opferzahlen, insbesondere unter der
Zivilbevölkerung, zerstörte Infrastruktur, massive Unterernährung,
unbehandelte Krankheiten, sinkende Lebenserwartung, wachsende Gewalt
gegen Frauen.
Trotz alledem werden Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Not
flüchten, mit Militär und Polizeieinheiten, wie z.B. FRONTEX mit Gewalt
von Europa ferngehalten.
Die Bundeswehr beteiligt sich an diesem Krieg und trägt Schuld an
Kriegsverbrechen, wie z.B. dem Massaker bei Kunduz. Der jährlichen
Verlängerung des parlamentarischen Mandates steht die mehrheitlich
ablehnende Haltung der Bevölkerung entgegen: Es mangelt der Bundeswehr
nicht nur an SoldatInnen, sondern auch an breiter Akzeptanz dafür, Krieg
als Mittel der Politik zu führen. Mit dem Ziel dieses zu ändern, wird
die Gesellschaft auf allen Ebenen zunehmend militarisiert. Die Reform
der Bundeswehr bedeutet, dass die Bundeswehr an Schulen Rekruten wirbt,
im Innern zum Einsatz kommt und zur Interventionsarmee umgestaltet wird.
Nun kündigt die Bundesregierung an, bei der zweiten
Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg über „politische
Lösungen“ und „Truppenabzug“ diskutieren zu wollen – eine reine Farce.
De Facto sollen in Zukunft vermehrt afghanische Militärs und Polizisten
ausgebildet werden, um stellvertretend für die NATO den Krieg
fortzusetzen, den Großteil der Opfer zu stellen und, weiterhin von der
NATO kontrolliert, selbst für „Sicherheit“ zu sorgen.
Gleichzeitig will die NATO als „Krisenmanagement“ die
Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) forcieren – die enge Integration
politischer, militärischer, wirtschaftlicher, humanitärer und
polizeilicher Instrumente. Was früher zivil war, wird heute
militärischen Zielen untergeordnet. So wird z.B. auch
„Entwicklungshilfe“ zum Bestandteil der NATO-Strategie.
Wir lassen uns nicht täuschen: Was wie eine „Friedensperspektive“
klingt, soll der Fortsetzung internationaler militärischer
Interventions- und Besatzungspolitik dienen. Krieg bedeutet immer: Tod,
Folter, Vergewaltigungen, Menschenrechtsverletzungen – so aktuell auch
in Libyen.
Die Regierungen der Kriegsallianz wollen den Krieg in Afghanistan
weiterführen und beraten nun über das Wie – die Antikriegs- und
Friedensbewegung will den Krieg beenden! Wir fordern die umgehende
Einstellung aller Kampfhandlungen und den umfassenden Abzug der Truppen
aus Afghanistan! Die frei werdenden Gelder (im Jahr 2011 sind allein im
Bundeshaushalt rund 1,1 Milliarde Euro für den Krieg vorgesehen) müssen
ab sofort für den Wiederaufbau und die Verbesserung der
Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen
eingesetzt werden! Nur so kann in Afghanistan ein Frieden entstehen, der
seinen Namen auch verdient.
Die Antikriegs- und Friedensbewegung ruft zu gemeinsamen und vielfältigen Aktivitäten in Bonn auf. Vom 3. bis zum 5. Dezember 2011 wollen wir mit einer bundesweiten Demonstration und auf einer internationalen Konferenz Zeichen gegen die menschenfeindliche Politik des Krieges setzen. Stellt Euch quer und beteiligt Euch an Aktionen Zivilen Ungehorsams!
Die Aufstände im arabischen Raum und die wiedererstarkte Anti-Atom
Bewegung hierzulande lassen uns optimistisch sein, dass soziale Bewegung
die Welt verändern und auch wir gemeinsam ein kraftvolles Zeichen gegen
den Krieg setzen können!
Kommt nach Bonn!
UnterstützerInnen – die Bezeichnung in den Klammern dient zur
Erklärung, in welchen Organisationen und Zusammenhängen sich die Aktiven
engagieren (Stand: 29.06.2011)
Wilhelm Achelpöhler (Grünen Friedensinitiative), Reiner Braun (IALANA),
Uli Cremer (Grünen Friedensinitiative), Peter Delis (Bundesausschuss
Friedensratschlag), Kristian Golla (Netzwerk Friedenskooperative Bonn),
Lühr Henken (Bundesausschuss Friedensratschlag),
Uwe Hiksch (NaturFreunde Deutschland), Christine Hoffmann (pax christi),
Matthias Jochheim (IPPNW), Werner Rätz (Attac–Deutschland),
Oberstleutnant a.D. Jürgen Rose (Darmstädter Signal), Monty Schädel (DFG-VK),
Mani Stenner (Netzwerk Friedenskooperative Bonn),
Peter Strutynski (Bundesausschuss Friedensratschlag),
Hannelore Tölke (Abgeordnete in der Stadtversammlung Bonn),
Jürgen Wagner (Informationsstelle Militarisierung)
Laura von Wimmersperg (Gruppen der Berliner Friedenskoordination)
Lucas Wirl (NaturwisschaftlerInneninitiative)
Für DIE LINKE haben Gesine Lötzsch und Oskar Lafontaine unterschrieben.
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Rüstungsexportkampagne kritisiert Bundesregierung wegen geplanter Waffenlieferungen für Libyen-Krieg
Berlin/Stuttgart/Freiburg – Mit scharfer Kritik reagierten
Christine Hoffmann, Jürgen Grässlin und Paul Russmann, die
Sprecher/innen der Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den
Waffenhandel!“, auf die Ankündigung von Waffenlieferungen für den
Libyen-Krieg. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU)
hatte geäußert, eine entsprechende Anfrage der zuständigen
NATO-Logistikagentur „positiv zu beantworten”.
„Aufgrund der hemmungslosen Genehmigungspolitik führen die drei
Konfliktparteien in Libyen bereits heute Krieg mit deutschen Waffen und
Rüstungsgütern“, erklärte der Freiburger Rüstungsexperte und
Kampagnensprecher Jürgen Grässlin. „Wenn die Bundesregierung jetzt
weitere Waffenexporte für den Libyen-Krieg genehmigt, gießt sie erneut
Öl ins Feuer dieses Krieges und macht sich mitschuldig. Sie nimmt
sehenden Auges weitere Opfer in der Zivilbevölkerung in Kauf.“
„Wenn Verteidigungsminister de Maizière Bauteile für Bomben und
Präzisionsmunition an kriegsführende Staaten der NATO liefern will,
verstößt er gegen das Gebot des Grundgesetzes, dem Frieden in der Welt
zu dienen“, sagte Paul Russmann, Stuttgarter Sprecher der Kampagne
Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! „Mit Waffenlieferungen in den
Libyen-Krieg mutiert de Maizière vom Verteidigungs- zum
Kriegsminister.“
„Wer, wie die Bundesregierung, zuerst den Kampfeinsatz der Bundeswehr in Libyen ablehnt,
danach aber Waffen liefert, macht sich trotz aller schönen Worte zur
Kriegspartei“, sagte die Berliner Kampagnensprecherin Christine
Hoffmann. „Wir dürfen keinerlei Waffen nach Libyen, in kriegsführende
Staaten und an menschenrechtsverletzende Regime liefern. Die
Aufschrei-Kampagne fordert einen grundsätzlichen Stopp des Waffenhandels
und eine friedliche Beilegung des Libyen-Krieges auf dem
Verhandlungswege.“
Infos bei: http://www.aufschrei-waffenhandel.de/
Info: Die im Sommer 2011 gegründete Kampagne „Aktion Aufschrei:
Stoppt den Waffenhandel!“ ist das bislang breiteste Bündnis gegen den
Export von Waffen und Rüstungsgütern aus Deutschland. Ziel ist die
Ergänzung von Artikel 26 (2) des Grundgesetzes, wonach der Export von
Waffen und Rüstungsgütern grundsätzlich verboten werden soll.
Trägerorganisationen:
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF) • Bund der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ) • Provinzleitung der Deutschen Franziskaner und Kommission Gerechtigkeit – Frieden –
Bewahrung der Schöpfung • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFGVK)
• Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e. V. (IPPNW)
Deutschland • JuristInnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA) Deutsche
Sektion • pax christi – Internationale katholische Friedensbewegung Deutsche Sektion • Ohne Rüstung
Leben (ORL) • RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) • Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden (WfGA)
Aktionsbündnis: • Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung • Ev.
Französisch-Reformierte Gemeinde • Friedenszentrum Braunschweig •
Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit • Kooperation für den
Frieden • medico international • Naturfreunde Deutschlands
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100 Tage Krieg gegen Libyen: Immer mehr zivile Opfer
Pressemitteilung
100 Tage Krieg gegen Libyen: Immer mehr zivile Opfer
Friedensbewegung verlangt Waffenruhe und Verhandlungen
Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
Berlin, Kassel, 27. Juni 2011 – Seit 100 Tagen und Nächten wird gegen
Libyen Krieg geführt. Damit dauert dieser NATO-Krieg schon 22 Tage
länger als jener um das Kosovo 1999. Ein Ende ist jedoch nicht in Sicht.
In einer Erklärung des Bundesausschusses Friedensratschlag gehen dessen
Sprecher Lühr Henken und Peter Strutynski auf die Hintergründe des
Kriegs ein und fordern ein sofortiges Ende der Angriffe.
Von Anfang an haben sich die Interventionsmächte Frankreich,
Großbritannien und USA (seit dem 31. März: die NATO) nicht an das
UN-Mandat aus Resolution 1973 gehalten, wonach die Zivilbevölkerung zu
schützen und eine “sofortige Waffenruhe” herbeizuführen wäre. Die
Intervention richtete sich einseitig gegen das Regime in Tripolis und
unterstützte die Kampftätigkeit der Rebellen. Allein im Zeitraum vom 31.
März bis zum 24. Juni wurden 12.500 Einsätze geflogen, darunter
befanden sich 4.700 Kampfangriffe. Sie machen – wie mittlerweile bekannt
wird – auch vor zivilen Einrichtungen (Infrastruktur, Kraftwerke,
Wohnhäuser) nicht Halt und fordern immer häufiger Opfer unter der
Zivilbevölkerung. Die Zahl der Flüchtlinge hat sich seit Beginn des
Krieges auf über eine Million Menschen vervielfacht.
Wer es mit der behaupteten “Schutzverantwortung” ernst meint, muss nach Ansicht des Friedensratschlags den Krieg sofort beenden.
Der Krieg wird nach Auffassung der Friedensbewegung nicht zum Schutz
der libyschen Bevölkerung, sondern aus ökonomischen und geostrategischen
Interessen des Westens geführt. Der Friedensratschlag nennt fünf
Gründe:
Erstens: Mit der Beseitigung Gaddafis könnten auch dessen Öl- und
Gasverträge geändert werden, die bisher dem libyschen Staat
durchschnittlich 89 Prozent der Einnahmen garantiert haben. Zweitens
besteht für westliche Wasserkonzerne die Aussicht, sich an der Nutzung
und Vermarktung der gewaltigen Frischwasserreserven unter der libyschen
Wüste zu beteiligen. Drittens verschwände mit Gaddafi ein wichtiger
Motor der afrikanischen Einigung, die nach Unabhängigkeit von
Petrodollars und vom Internationalen Währungsfonds strebt. Viertens: Auf
dem libyschen Schlachtfeld kämpft der Westen auch gegen den zunehmenden
Einfluss Chinas in Afrika (Libyen ist für China ein bevorzugter
Investitionsplatz). Und fünftens bestünde bei einem Sieg der Rebellen
für den Westen wieder die Möglichkeit in Libyen Militärstützpunkte
einzurichten.
All diesen Zielen steht Gaddafi im Weg. Das macht ihn nicht zu einem
Freund der Friedens- oder Menschenrechtsbewegung. Er bleibt ein mit
diktatorischen Befugnissen ausgestatteter Machthaber. Nur: Das darf nach
dem geltenden Völkerrecht kein Grund für eine kriegerische Intervention
sein.
Daher fordert der Bundesausschuss Friedensratschlag 100 Tage nach
Beginn des Krieges dessen sofortige Beendigung. Der Westen muss die
Rebellen dazu drängen, einem Waffenstillstand zuzustimmen (was diese
bisher immer abgelehnt haben). Die Vereinten Nationen und die
Afrikanische Union (die schon mehrmals ein Ende der Kämpfe gefordert
hat) sollten sich als Vermittler für Verhandlungen zur Verfügung
stellen. Und schließlich soll die Bundesregierung bei ihrem NEIN zu
einer Kriegsteilnahme bleiben und den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat im
Juli zu einer diplomatischen Friedensinitiative nutzen.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Berlin
Peter Strutynski, Kassel
Bei Rückfragen:
L. Henken, mobil: 0160 40 666 30
P. Strutynski, mobil: 0160 97628972
Informationen zum Libyen-Krieg erhalten Sie auf den Sonderseiten der AG Friedensforschung:
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/Welcome.html
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Friedensbewegung: Palästina als Staat anerkennen!
Palästina als Staat anerkennen!
Friedensbewegung richtet dringenden Appell an den Deutschen Bundestag
Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
Kassel, Berlin, Frankfurt, 29. Juni 2011 – Zwei Tage vor der Debatte
im Deutschen Bundestag über die Anerkennung Palästinas als
vollberechtigtes UN-Mitglied erklärte Peter Strutynski für den
Bundesausschuss Friedensratschlag:
Mit einem dringenden Appell an die Abgeordneten des Deutschen
Bundestags wollen Friedensaktivisten aus verschiedenen Organisationen
dafür werben, Palästina endlich als eigenen Staat anzuerkennen.
Die Vertreter der Palästinenser im besetzten Westjordanland und im
abgeriegelten Gazastreifen hatten sich vor wenigen Wochen auf ein
gemeinsames Vorgehen gegenüber den Vereinten Nationen geeinigt. Im
September d.J. soll in der UN-Generalversammlung der Antrag auf
Vollmitgliedschaft gestellt werden. Obwohl es keinen Zweifel gibt, dass
dafür eine große Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten stimmen wird, kommt es
auch darauf an, die Unterstützung wichtiger westlicher Länder zu
erhalten. Die Bundesregierung hat sich bisher gegen eine Anerkennung
Palästinas ausgesprochen und den Schritt in die UN-Generalversammlung
als “einseitig” kritisiert, betont aber bei jeder Gelegenheit, dass sie
sich für eine Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen
Konflikt einsetzt. Dafür wäre jetzt ein positives Zeichen zu setzen.
Der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung wären gut beraten,
den Palästinensern in ihrem Bemühen entgegen zu kommen. Im vergangenen
November appellierten zahlreiche elder Statesmen an die Regierungen der
EU, die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen doch endlich
“als Angelegenheit an die internationale Gemeinschaft weiterzuleiten”,
d.h. sie den Vereinten Nationen zu übergeben. Zu den Unterzeichnern
gehörten Altkanzler Helmut Schmidt, Altbundespräsident Richard von
Weizsäcker, der ehemalige „Mr. GASP“ Javier Solana, der ehemalige
EU-Kommissionspräsident Romani Prodi, um nur einige zu nennen. Und vor
drei Wochen haben 24 ebenso honorige ehemalige europäischer Staatschefs
und Außenminister in einem Offenen Brief, der überschrieben ist mit:
„Frieden mit Israel ist ohne Unterstützung durch Hamas nicht möglich“,
die Aussöhnung von Hamas und PLO begrüßt und als wichtiges Signal zu
einem Fortschritt auf dem Weg zum Frieden im Nahen Osten bezeichnet.
Unterzeichner waren u.a. Shlomo Ben-Ami, ehemaliger Außenminister
Israels, Dries van Agt: ehemaliger Ministerpräsident der Niederlande,
und Hubert Védrine, ehemaliger Außenminister Frankreichs.
Hinter solche Stimmen und Initiativen sollte der Deutsche Bundestag
nicht zurückfallen. Wer es ernst meint mit der Zwei-Staaten-Lösung und
wer die festgefahrene Situation Im Nahostkonflikt auflösen möchte,
sollte dem Wunsch der Palästinenser entsprechen und mit der großen
Mehrheit der Staatengemeinschaft die Staatlichkeit Palästinas in den
Grenzen von 1967 anerkennen.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)
Bei Rückfragen:
mobil: 0160 976 28 972
Für die Zwei-Staaten-Lösung – Palästina endlich anerkennen!
Um Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden, politischer
Unabhängigkeit, nationaler Sicherheit und in wirtschaftlichem Wohlstand
zu ermöglichen, ist eine Anerkennung beider Staaten erforderlich. Im
Sommer wird die palästinensische Regierung beim UN-Sicherheitsrat
und/oder bei der Vollversammlung die Anerkennung eines souveränen
Staates Palästina in den Grenzen von 1967 beantragen und um die
Aufnahme in die Vereinten Nationen als Vollmitglied ersuchen.
Die Vereinten Nationen werden voraussichtlich den Staat der
Palästinenser anerkennen. Ob Israel den Beschluss akzeptiert, hängt
entscheidend von der Haltung der USA und der führenden EU-Staaten ab.
Wir fordern Bundestag und Bundesregierung auf, die Initiative zu einer
Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten zu unterstützen und in der EU sowie
in den UN-Gremien dafür einzutreten.
Unterzeichner/innen (sowohl Personen als auch Organisationen möglich):
Hanne Adams, Erfurt * Rainer Butenschön, Hannover * Peter Delis,
Berlin * DIDF (Föderation Demokratischer Arbeitervereine) * Joachim
Dillinger, Berlin * Ursula Forner, Köln * Alfred Fritz, Berlin * Victor
Grossmann, Berlin * Harri Grünberg, Vorsitzender Netzwerk Kuba * Lühr
Henken, Berlin * Uwe Hiksch, Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands * Wieland von Hodenberg, Bremen * Willi Hoffmeister,
Dortmund * Dr. Elvira Högemann, Köln * Helga Hörning, Berlin * Dr.
Marianne Hornung-Grove, Kassel * Wiebke Jöhrens, Kassel * Christoph
Krämer, IPPNW * Wolfgang Kuhlmann, Friedensforum Düsseldorf * Ekkehard
Lentz, Bremer Friedensforum * Ulrike Linde * Walter Listl, Münchner
Bündnis gegen Krieg und Rassismus * Barbara Majd Amin, Berlin * Birgit
Malzahn, Kassel * Karin Matußek * Bernd Michl, Münchner Friedensbündnis
* Wolfgang Mix, Berlin * Willi van Ooyen, MdL, Frankfurt a.M. * Elfi
Padovan, Münchner Friedensbündnis * Barbara Römer, Kasseler
Friedensforum * Prof. Dr. Werner Ruf, Edermünde * Ulrich Sander,
Bundessprecher der VVN-BdA * Dr. Sabine Schiffer, Erlangen * Dr. Bärbel
Schindler-Saefkow, Deutscher Friedensrat * Sonja Schmid, Sozialforum
München * Prof. Dr. Ursula Schumm-Garling, Berlin * Brigitte
Semmelmann, Berlin * Helmut Semmelmann, Berlin * Hans C. von Sponeck,
Beigeordneter UNO-Generalsekretär a.D. * Sigrun Steinborn, Berlin * Dr.
Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag * Nurda Tazegül,
Berlin * terre des hommes, Kassel * Horst Trapp, Friedens- und
Zukunftswerkstatt Frankfurt a.M. * Rolf Wekeck, Kassel * Grietje
Willms, Berlin * Laura von Wimmersperg, Moderatorin der FRIKO Berlin *
Elisabeth Wissel, Berlin
* Helmut Woda, Karlsruhe * Elke Zwinge-Makamizile, Berlin
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NaturFreunde fordern sofortiges Verbot von Investitionen in Streumunition
Das „Riestern“ mit dem Tod muss beendet werden
Berlin, 23. Juni 2011 – Zur Diskussion über Investitionen
in die Herstellung von Streumunition durch deutsche Finanzinstitute
erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands
Uwe Hiksch:
Seit
dem 1. August 2010 ist das internationale Abkommen zur Ächtung von
Streumunition in Kraft. Es wurde im vergangenen Jahr von 108 Ländern
unterschrieben. Trotzdem geht die Produktion von Streumunition weiter.
Das Sterben durch diese mörderische Munition hat noch nicht aufgehört.
Antipersonenminen, Streubomben, Streumunition und Landminen gehören
zu den perversesten Waffen aus den Arsenalen der Militärs dieser Welt.
Sie sind besonders heimtückisch, da ein hoher Anteil dieser Sprengsätze
beim Aufprall nicht sofort explodiert. Noch Jahre nach Ende eines
militärischen Konflikts können diese Waffen Menschen verstümmeln und
töten. Weltweit wird die Zahl der Opfer von Streumunitionsblindgängern
auf fast 100.000 Menschen geschätzt. Einer Studie von Handicap
International zufolge sind 98 Prozent der Opfer Zivilisten.
Perverse Alterssicherung
Nach aktuellen Recherchen des Bündnisses „FACING FINANCE“ und
„urgewald“ betrugen alleine die Investitionen, Kredite und Anleihen
deutscher Banken in diesem Sektor in den vergangenen zwei Jahren etwa
1,3 Milliarden Euro. Besonders unverständlich ist, dass mindestens 21
Anbieter von öffentlich geförderten Riesterprodukten mit rund 500
Millionen Euro an Herstellern dieser völkerrechtswidrigen Waffen
beteiligt sind.
Die NaturFreunde halten es für inakzeptabel und pervers, dass sich
Alterssicherungssysteme an Waffenfabriken und Rüstungskonzernen
beteiligen. Niemand dürfte nachvollziehen können, warum sich die
Anbieter von öffentlich geförderten Altersversorgeprodukten in
Deutschland an Streubomben herstellenden Rüstungsfirmen beteiligen
dürfen, obwohl Deutschland das internationale Abkommen zur Ächtung von
Streumunition unterschrieben hat.
Tödliche Renditen durch Streumunition
Anbieter solcher „Riester-Renten“ mit tödlichen Renditen sind zum
Beispiel die Aachen/Münchner Versicherung, Allianz, Alte Leipziger,
AXA, Basler Versicherungen, Deutscher Ring, Signal Iduna oder der
Volkswohlbund. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von diesen
Versicherungen eine sofortige Beendigung ihres Engagements im Bereich
von Streumunitionsherstellung und fordern den Deutschen Bundestag auf,
ein solches Engagement gesetzlich zu verbieten.
Zwar hat Deutschland mit dem Beitritt zum internationalen Abkommen
zur Ächtung von Streumunition diese geächtet, davon unbetroffen sind
aber die profitablen Anlagen und Geschäftsverbindungen vieler deutscher
Finanzinstitute, Versicherer und Fonds.
Milliarden in Aktien und Anleihen investiert
Spitzenreiter bei diesen tödlichen Investments ist die Deutsche
Bank: Sie hält entsprechende Aktien im Wert von 479.770.000 Euro,
erworbene Anleihen in Höhe von 53.570.000 Euro und darüber hinaus
ausgegebene Aktien im Wert von 675.590.000 Euro sowie ausgegebene
Anleihen und Kredite in Höhe von 42.000.000 Euro. Insgesamt hat alleine
die Deutsche Bank nach Untersuchungen von Profundo im Jahr 2010
Investments in diesem Bereich von 1.291.860.000 Euro unternommen. Die
Deutsche Bank Group ist mit mehr als 100 Investmentprodukten an
Herstellern von Streumunition beteiligt und besitzt insgesamt etwa 28
Millionen Aktien an solchen Unternehmen. Zudem hält die Deutsche Bank
Group Aktien von fast allen führenden Streumunitionsherstellern, etwa
General Dynamics (1,5 Millionen Aktionen im Wert von 94,2 Millionen
Dollar), L-3 Communications (1,1 Millionen Aktion im Wert von 82,4
Millionen Dollar), Lockheed Martin (2,8 Millionen Aktien im Wert von
219 Millionen Dollar), Raytheon (1,5 Millionen Aktien im Wert von 73
Millionen Dollar).
Weitere Großinvestoren in diesen Bereich sind die Commerzbank mit
einer Investitionssumme von etwa 41 Millionen Euro, die DekaBank mit
etwa 43,5 Millionen Euro, die Norddeutsche Landesbank mit 1,7 Millionen
Euro und die UniCredit/HVB, die Aktien in Höhe von 298,5 Millionen
Euro hält. Darüber hinaus halten auch die öffentlichen Landesbanken
BayernLB und die LBBW Aktien von Herstellern von Streumunition.
Streumunition wurde zum Beispiel durch die NATO-Staaten im
Jugoslawien-Krieg eingesetzt. Hier wurden nach Angaben der NATO 1.392
Streubomben mit 289.536 sogenannter Submunition an 333 Orten
abgeschossen. Auch in Afghanistan und im Irakkrieg wurden fast eine
Million Streubomben eingesetzt. Israel verwendete im Libanon-Feldzug im
Jahr 2006 Streubomben mit insgesamt mehr als vier Millionen
Sprengsätzen.
In Libyen wird Streumunition eingesetzt
Auch nach Libyen wurde Streumunition exportiert: etwa im Jahr 2007
im Wert von 3,8 Millionen Euro. Die spanische Regierung genehmigte in
jenem Jahr ausdrücklich Exporte der Munition vom Typ MAT-120 der
spanischen Rüstungsfirma Instalaza S.A. an das Regime von Gaddafi. Ein
Teil dieser Bomben wurden vor wenigen Wochen bei den blutigen Kämpfen
um die libysche Stadt Misrata eingesetzt.
Bundestag muss Investitionen in Streumunition verbieten
Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein sofortiges Verbot von
solchen Investments und bitten den Deutschen Bundestag, aktiv zu
werden. Staaten wie Belgien, Irland, Luxemburg oder Neuseeland haben
der Finanzindustrie das Investment in die Produktion dieser Waffen
bereits gesetzlich untersagt. Die NaturFreunde erwarten, dass der
Deutsche Bundestag schnellstmöglich ein Gesetz verabschiedet, dass
jedwedes Investment in Streumunitionshersteller verbietet.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern zugleich alle Kundinnen und
Kunden der betroffenen Finanzinstitute auf, bei diesen Banken und Fonds
zu protestieren. Es darf kein Cent in die Herstellung dieser
völkerrechtswidrigen Waffen fließen. Gleichzeitig erwarten die
NaturFreunde, dass solche Waffenhersteller weltweit geächtet und ihre
Manager zur Rechenschaft gezogen werden.

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NaturFreunde: Rüstungsexporte müssen weltweit gestoppt werden
Rüstungskonzerne profitieren von leeren Munitionslagern durch Krieg in Libyen
Berlin, 15. Juni 2011 – Zur aktuellen Veröffentlichung der
US-amerikanischen Rüstungsexporte durch die Defense Security Cooperation
Agency (DSCA) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der
NaturFreunde Deutschlands: „Es ist eine der zynischen Folgen des Krieges
in Libyen, dass die USA in diesem Jahr eine Steigerung ihrer
Rüstungsexporte um fast 50 Prozent auf mehr als 46 Milliarden Dollar
erreichen werden. 2010 lagen diese noch bei 32,1 Milliarden Dollar.“
Alle
US-amerikanischen Rüstungsexporte müssen durch die DSCA genehmigt
werden, die direkt dem Pentagon untersteht und jetzt aktuelle Zahlen
veröffentlichte. Dabei gab DSCA-Chef Wiliam Landy offen zu, dass diese
Steigerungen vor allem auf das Bedürfnis der an der Bombardierung
Libyens beteiligten Staaten zurückzuführen seien, ihre Munitionslager
wieder aufzufüllen. Um eine schnellere Lieferung von solchen
Rüstungsgütern zu ermöglichen, setzt sich die DSCA dafür ein, das
US-amerikanische Genehmigungsverfahren von Rüstungsexporten zu
beschleunigen.
Diese Zahlen zeigen deutlich, wie große Rüstungskonzerne von den
Kriegen in der Welt profitieren. Vor nicht ganz zehn Jahren lagen die
Rüstungsexporte der USA noch bei etwa zehn Milliarden Dollar. Die
jüngsten Kriege führten jedoch zu einer Verfünffachung der
Waffenexporte. Die USA als global größter Waffenexporteur haben einen
Weltmarktanteil von etwa 30 Prozent. Allein sieben der zehn größten
Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA.
USA rüsten arabische Staaten auf
Dabei betätigen sich die USA auch weiterhin als Aufrüster der
arabischen Welt. So sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate der
derzeit größte Kunde der US-amerikanischen Rüstungsunternehmen, obwohl
sich die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten als direkte
Unterstützer der Despoten in der Region auszeichnen. Allein der
US-amerikanische Rüstungsgigant Raytheon liefert für 3,3 Milliarden
Dollar Patriot-Raketen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch wird
mit Saudi Arabien das größte Waffengeschäft in der Geschichte der USA
geplant. Unter anderem sollen 84 neue Kampfjets vom Typ F-15 geliefert
werden. Das Gesamtvolumen der Rüstungsexporte alleine an Saudi Arabien
wird bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Weltweit spricht die DSCA
übrigens von mehr als 13.000 Rüstungsverträgen mit 165 verschiedenen
Ländern. Diese Verträge haben einen Gesamtwert von 327 Milliarden
Dollar.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Ende der Aufrüstung. Einige
Rüstungskonzerne verdienen etwa mit den Konflikten in den arabischen
Staaten Milliarden. Dabei gehen diese Waffenexporte in eine Region mit
Massenarbeitslosigkeit, Armut und despotischen Herrschaftsstrukturen.
NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.

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Aufruf der Friedensbewegung zum Aktionsherbst 2011
10 Jahre Krieg in Afghanistan:
Truppen abziehen – sofort und bedingungslos
Aufruf der Friedensbewegung zum Aktionsherbst 2011
Am
7. Oktober 2011 jährt sich zum zehnten Mal der Beginn des US-Kriegs in
Afghanistan, dem sich die Bundesrepublik Deutschland im November
desselben Jahres angeschlossen hat. Im Dezember vor zehn Jahren wurde
auf der Konferenz in Petersberg bei Bonn eine provisorische Regierung
für Afghanistan eingesetzt; wenige Tage später beschloss der
UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz zur „Stabilisierung“ des
Karsai-Regimes. Der anfängliche „Krieg gegen den Terror“ hatte sich bald
zu einem umfassenden Krieg um die Kontrolle über das zentralasiatische
Land entwickelt – mit zunehmender Gewalt und einer wachsenden Zahl
ziviler Opfer.
Auch nach der Liquidierung des mutmaßlichen Drahtziehers der
terroristischen Anschläge vom 11. September 2001, Osama bin Laden, geht
der Krieg am Hindukusch weiter.
Im Dezember 2011 werden Staats- und Regierungschefs, Außenminister
und Verteidigungsminister aus den Staaten der NATO-Kriegsallianz in Bonn
zusammenkommen, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Man
braucht wenig Phantasie um vorherzusagen, was dort beabsichtigt ist: Der
Krieg soll so lange weiter geführt werden, bis die Afghanen für ihre
eigene „Sicherheit“ selbst sorgen können. Garniert wird diese
Kriegsverlängerung mit der Ankündigung, parallel dazu den zivilen Aufbau
des Landes zu verstärken.
Doch dieses Programm ist schon bisher vollkommen gescheitert. Wer
Krieg führt, kann nicht gleichzeitig die Folgen des Krieges beseitigen.
Solange über Afghanistan Bomben abgeworfen und Raketen und
Marschflugkörper eingesetzt werden, kann das Land nicht aufgebaut
werden.
Daher sagen wir: Afghanistan und seine geschundene Bevölkerung
brauchen einen sofortigen Waffenstillstand sowie den unverzüglichen und
bedingungslosen Abzug der fremden Truppen. Tod und Zerstörung würden
gestoppt, Ressourcen der Kriegskoalition könnten für den Wiederaufbau
des Landes eingesetzt werden. Damit würden wichtige Voraussetzungen für
Frieden und Entwicklung geschaffen.
Die Friedensbewegung ruft zu einem Aktionsherbst für die Beendigung des Afghanistankriegs auf:
- Der 1. September (Antikriegstag) und der 4. September (zweiter
Jahrestag des Kundus-Massakers) werden im ganzen Land genutzt, um auf
den Wahnsinn des Krieges, auf Kriegsverbrechen und die Unmöglichkeit
„humanitärer“ Kriegseinsätze hinzuweisen.
- Am 7. Oktober soll auf einer Veranstaltung in Berlin öffentlich
ANKLAGE gegen die Verantwortlichen des Afghanistankriegs erhoben werden.
- Am 7./8. Oktober wird es in Berlin und vielen anderen Städten
Protest-Aktionen, Mahnwachen, Demonstrationen u.ä. gegen den
Afghanistankrieg geben.
- Der Friedenspolitische Ratschlag in Kassel, der traditionell jeweils
am ersten Dezemberwochenende stattfindet, wird dieses Jahr eine Woche
vorher, am 26. und 27. November durchgeführt. Bilanz und Perspektiven
des Afghanistankrieges werden einen Schwerpunkt des Kongresses bilden.
- Aus Anlass des oben erwähnten Gipfels der Kriegsallianz wird die
Friedensbewegung vom 3. bis 5. Dezember in Bonn ebenfalls präsent sein
und mit geeigneten Mitteln (u.a. bundesweite Demo) gegen die
Kriegskonferenz der NATO demonstrieren.
Die Friedensbewegung bereitet einen ereignisreichen Aktionsherbst
2011 vor. Sie wird vielfältige Aktivitäten mit verschiedenen Gruppen und
Organisationen durchführen: lokal, regional und bundesweit. Durch
Argumente sollen viele Menschen dazu veranlasst werden, sich kritisch
mit der offiziellen Militär-und Außenpolitik auseinanderzusetzen. So
soll der Gewöhnung an Krieg und Gewalt entgegengewirkt werden. Die
Meinungsmehrheit gegen den Afghanistankrieg, aber auch gegen andere
Kriegseinsätze soll bestärkt und erweitert werden. Der politische Druck
auf die Regierenden zu einer Umkehr in der Außen- und Sicherheitspolitik
muss erhöht werden. Eine andere Politik ist möglich.
DEM FRIEDEN EINE CHANCE – TRUPPEN RAUS AUS AFGHANISTAN
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Nein zur Werbung für die Bundeswehr in Berliner S-Bahn
An die
S-Bahn Berlin GmbH Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Invalidenstraße 19 Holzmarktstraße 15-17
10115 Berlin 10179 Berlin
Berlin, den 08.06.2011
Offener Brief des Berliner Bündnis “Schule ohne Militär” und des Aktionsbündnis Freiheit statt Angst e.V.
- Keine Werbung für die Bundeswehr -
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Berliner Bündnis “Schule ohne Militär” und Aktion Freiheit statt
Angst e.V. haben mit Erschrecken festgestellt, dass in der Berliner S-
und U-Bahn für eine “Karriere” bei der Bundeswehr Werbung gemacht wird.
Dabei wird auch noch der Spruch “Zukunft gestalten” in den Vordergrund gestellt.
Welche Zukunft ist hier gemeint?
Handelt es sich um die statistisch gesehen verkürzte Zukunft des
Bewerbers, der bei der Bundeswehr die Möglichkeit erhält früher zu
sterben oder verstümmelt zu werden?
Oder ist es die Zukunft der Bewohner ferner Länder, die wir, wie in
Kunduz, durch Bombardierungen verkürzen? 1) Vielleicht handelt es sich
auch um die Zukunft derjenigen, die in Schlauchbooten versuchen Europa
zu erreichen und sich plötzlich hochgerüsteten FRONTEX Schnellbooten
gegenüber sehen. Sie erhoffen sich ein menschenwürdiges Auskommen zu
erlangen, nachdem in ihren Ländern kein Geld mehr vorhanden ist, weil
unsere “erfolgreiche Wirtschaft” 2) ihren korrupten Machthabern genügend
Gewehre, Geschütze und Militärtransporter aufgeschwatzt hat, wodurch
diese nebenbei, wie u. a.
in Tunesien und Ägypten, zu Milliardären aufstiegen. Vielleicht kommen
sie aber auch nur aus einem Land vor dessen Küste europäische oder
japanische Fischfabrikschiffe ihnen den letzten Fang weggefischt haben.
3)
Sie werden natürlich sagen, für die Verkehrsbetriebe ist Werbung ein
Geschäft. Da zählen Feingefühl und Moral nicht. Doch erst vor einiger
Zeit hatten sich die Berliner Verkehrsbetriebe bei der Werbekampagne
atheistischer Verbände “Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” ganz anders
verhalten und die Werbeeinnahmen aus politischen Gründen in den Wind
geschlagen. 4)
Es bleibt dabei: Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es
auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale”
Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur
Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989
erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege
(Jugoslawien, Somalia, Afghanistan,..), die mit dem grundgesetzlichen
Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.
Ein mutiges ziviles(!) Engagement für die gegen ihre (von uns
jahrelang ausgehaltenen und hofierten) Despoten kämpfende arabische
Zivilgesellschaft wäre ehrenwert, ist aber weder der wankelmütigen, um
deutsche Wirtschaftsinteressen besorgten Kanzlerin abzunehmen, noch der
französischen Regierung, die in Libyen nur ihre Ölinteressen sieht und
die zuvor von ihnen selbst dorthin gelieferten Waffen und Flugzeuge
zerstört und nebenbei “kollateral” Menschen tötet. Ein Stück weiter
östlich liefern dafür die USA Saudi Arabien über 100 neue Flugzeuge 5),
während dieses Land gerade die Demonstranten im Nachbarland Bahrain
zusammenschießt.
Die eigene Karriere mit diesen “Partnern” gemeinsam zu gestalten kann
weder langfristig gesund noch moralisch vertretbar sein. Mit der
Werbung für den Kriegsdienst bei der Bundeswehr in S- und U-Bahnen
positionieren Sie sich für die Neuausrichtung der Bundeswehr als
weltweit agierende Interventionsarmee. Das ist nicht nur
verfassungsrechtlich umstritten.
Sie helfen aktiv dabei mit, einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand –
Krieg und die dazu gehörenden Handlungen- als normal darzustellen, und
die Bevölkerung auf diesen permanenten Ausnahmezustand vorzubereiten.
Somit übernehmen Sie dann auch die Funktion, mit einer Werbekampagne
der Bundeswehr, in der Kriegsführung als normale Berufausübung
dargestellt wird, Jugendliche zu täuschen und die Öffentlichkeit an die
Alltgäglichkeit einer Aussenpolitik zu gewöhnen, die sich ausdrücklich
zu Krieg als Mittel zur Durchsetzung auch ihrer wirtschaftlichen
Interessen “bekennt”. 6)
Unsere Forderungen sind deshalb:
* keine Werbung für militärische Konfliktlösungen
* keine Werbung für ein persönliches Engagement in militärischen Verbänden
* stattdessen Einsatz für zivilgesellschaftliches Engagement zur Lösung von Problemen auf der Welt
Wir fordern die Verantwortlichen bei den Berliner Verkehrsbetrieben
und bei der S-Bahn Berlin auf, in ihren Zügen und auf ihrem Gelände
zukünftig keine weitere Werbung für die Bundeswehr zu gestatten.
Mit freundlichen Grüssen
Sigrun Steinborn Dr. Rainer Hammerschmidt
Bündnis “Schule ohne Militär” Aktion Freiheit statt Angst e.V.

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DFG-VK: Antimilitaristisches Aktionscamp in Nordschweden, 22.-29. Juli 2011
JETZT VERBINDLICH ANMELDEN – Anreisen organisieren!
Liebe FreundInnen und Freunde,
seit
Beginn des Jahres haben wir auf unterschiedlichen Wegen auf das
Antimilitaristische Aktionscamp verschiedener Gruppen der europäischen
Antikriegs- und Friedensbewegung vom 22.-29. Juli 2011 im Norden
Schwedens hingewiesen und zum Mitkommen eingeladen.
Wenn Ihr mehr über das Camp wissen wollt, schaut auf www.schwedencamp.dfg-vk.de
Ebenso findet Ihr dort einen Film der Gruppe ofog zum Hintergrund des
Camps an einem der größten Versuchsgelände der europäischen
Rüstungsindustrie.
Mit dieser E-Mail und den abgefragten Informationen wollen wir jetzt
unsere Planungen konkretisieren, um so die Anreise für möglichst alle
die mit nach Nordschweden wollen, zu organisieren. So wollen wir
versuchen die Kosten (auch für den/die Einzelne) möglichst gering zu
halten.
Die Kosten für die Anreise sind von den Teilnehmenden grundsätzlich
selbst zu tragen, sollen nach unseren Vorstellungen jedoch auch nicht
den Betrag von ca. 250 Euro wesentlich übersteigen. Auf Nachfrage können
wir im Rahmen unserer Haushaltsmittel zur Reduzierung des Eigenanteils
beitragen.
Um die vorhandenen Mittel möglichst effektiv und für alle
Reisefreudigen zum Vorteil einzusetzen, bitten wir jetzt DRINGEND, uns
bis zum 10.06.2011 verbindlich mitzuteilen, ob und unter welchen
Bedingungen Ihr Eure Anreise geplant habt bzw., wenn ihr Euch noch immer
nicht entschieden habt, wie Ihr Anreisen wolltet.
Bisher ist die individuelle Anreise, je nach Zeitplanung und
Interesse, per Flugzeug, Auto oder Kleinbus geplant. Die Anreise mit
Kleinbussen oder einem größeren Bus ab Hamburg/Rostock, wird sich JETZT
nach den verbindlichen Anmeldungen richten!
BITTE JETZT ANMELDEN und die Organisation erleichtern!
Anmeldungen bitte an schwedencamp@dfg-vk.de mit den nachfolgenden Angaben.
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Neue Richtervereinigung: Osama bin Laden und die beschämende Freude über seinen gewaltsamen Tod
Pressemitteilung vom 03. Mai 2011
Osama bin Laden und die beschämende Freude über seinen gewaltsamen Tod
Ob sich Osama bin Laden wirklich gewaltsam einer beabsichtigten Festnahme widersetzte
oder ob er nicht Opfer einer gezielten extralegalen Tötung wurde, bleibt zu klären. So oder
so – die Neue Richtervereinigung verurteilt auf jeden Fall die beschämende, ausdrücklich
und öffentlich ausgesprochene Freude über seinen gewaltsamen Tod seitens
der Bundeskanzlerin, des Bundespräsidenten und des
Bundesinnenministers.
Osama bin Laden war einer der gewalttätigsten Verbrecher nach den
Weltkriegen. Die Erklärung eines schmutzigen Krieges durch
Terrororganisationen vermag es aber nicht zu legitimieren, auf derselben
Ebene zu agieren. Wie jeder Verbrecher hätte er vor Gericht gestellt
werden müssen. Dies ist ein Eckstein der Zivilisation. Bin Laden in
einem rechtsstaatlichen Verfahren zur Verantwortung für seine Taten zu
ziehen, hätte daher eine große Stunde für die Rechtsstaatlichkeit werden
können. Sollten die USA sich für den barbarischen Weg einer gezielten
extralegalen Tötung entschieden haben, wäre dies eine große Niederlage
für die Zivilisation.
Die international zu ächtende Todesstrafe hätte im Rahmen der
Werteordnung des Grundgesetzes gegen ihn weder verhängt, noch
vollstreckt werden dürfen. Selbst in den USA hat einer Hinrichtung ein
Strafverfahren voraus zu gehen, das mit einem Todesurteil endet. Sollte
bin Laden aber schlicht exekutiert worden sein, wäre dies ein
extralegaler und barbarischer Akt, der als solcher von deutschen
Politikern benannt und verurteilt werden müsste. Wer stattdessen, wie
Frau Merkel, Herr Wulff oder Herr Friedrich als oberste/r
Staatsrepräsentant/in bedenkenlos seine Freude über den Tod Bin Ladens
ausspricht, handelt nicht nur unethisch, sondern verrät zugleich die
Grundprinzipien des modernen Rechtsstaats, für den sie / er zu allererst
stehen sollte.
“Der gewaltsame Tod eines Menschen ist immer ein Unglück. Statt den
Tod eines Menschen ohne jegliche Skrupel zu begrüßen und damit die
Barbarei auch bei uns einkehren zu lassen, sollten sich unsere Politiker
daran erinnern, dass sich eine Zivilisation gerade dadurch auszeichnet,
wie sie mit ihren Gegnern umgeht. Hier zeigt sich einmal mehr, dass der
respektvolle Umgang mit dem Rechtsstaat in Zeitendes
Anti-Terror-Krieges noch nicht einmal mehr ein Lippenbekenntnis ist”,
kommentiert Martin Wenning-Morgenthaler, Sprecher der Neuen
Richtervereinigung.
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NaturFreunde: Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Forderung nach nuklearer Abrüstung gilt für die militärische und die zivile Nutzung
Berlin, 22. April 2011 – 25 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl wird
der Ostermontag zum bundesweiten Tschernobyl-Aktionstag. „Die Nutzung
der Kernkraft begann in unserem Land. Und wir werden alles tun, dass
sie schnell wieder enden wird – in unserem Land und mit dem
erfolgreichen Beispiel dann auch überall. Denn wir haben eine besondere
Verantwortung für den Ausstieg aus dieser lebensfeindlichen Energie,
und das nicht erst nach Hiroshima und Nagasaki, nach Harrisburg,
Tschernobyl und Fukushima“, erklärt der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den besonderen Charakter der
diesjährigen Ostermärsche. Am 25. April 2011 werden an vielen
Standorten von Atomkraftwerken und Atommüll-Zwischenlagern Kundgebungen
und Demonstrationen gegen die Atomkraft organisiert.
Alle Aktionen des Tschernobyl-Aktionstages: www.tschernobyl25.de
Historische und aktuelle Anti-Atom-Fotos der NaturFreunde Deutschlands:
www.kurzlink.de/NFD-1959-Atomtod
www.kurzlink.de/NFD-1982-Frieden
www.kurzlink.de/NFD-2011-Abschalten
Die Atomkraft, „die schwarze Wolke“, wie der Lyriker Erich Fried sie
nannte (siehe unten), ist ein Meister des Todes aus Deutschland. So
charakterisierte Paul Celan unser Land wegen des Holocaust. Die erste
Kernspaltung gelang nach Vorarbeit von Lisa Meitner im Dezember 1938
Otto Hahn und Fritz Strassmann im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für
Chemie. Sie leitete eine ganz neue Dimension von Gewalt ein, den
atomaren Holocaust. Nicht nur Hiroshima und Nagasaki, auch Tschernobyl
und jetzt Fukushima wurden zu Orten großer politischer und moralischer
Katastrophen.
Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung
Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der
Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich
seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen und werben so für Frieden
und nukleare Abrüstung. Seit den 70er und 80er Jahren ist in Deutschland
der Widerstand gegen Aufrüstung und Atomenergie eng miteinander
verzahnt. Das ist eine Erklärung dafür, warum sich in unserem Land, das
in der zweigeteilten Welt von der Atombombe besonders bedroht war, so
viele Menschen für Abrüsten und Abschalten einsetzen. Wir haben eine
besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung, wie Erich Fried
sie beschrieb: „Die Wolke darf gar nicht erst steigen. Und steigt sie,
so hat auch dein Schweigen ihr Gewalt verliehen.“
Eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn
Die Geschichte der Atomkraft ist eine fatale Mischung aus
menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer
Macht und wirtschaftlichen Interessen. Zusammen mit dem ungarischen
Wissenschaftler Léo Szilárd warnte Albert Einstein bereits im August
1939 in einem Brief an US-Präsident Franklin D. Roosevelt vor einer
„Bombe neuer Zerstörungskraft“. Nach Hitlers Überfall auf Polen begann
dann ein Wettlauf der Besessenen. Bei den einen, um den Krieg zu
gewinnen, bei den anderen, um ihn zu beenden.
Auch um von der furchtbaren Zerstörungskraft der Atombombe
abzulenken, kündigte US-Präsident Dwight D. Eisenhower am 8. Dezember
1953 vor den UN das Programm „Atoms for Peace“ an: „Amerika will
Vereinbarungen, keine Kriege zwischen den Nationen, […] um den Weg zu
finden, mit dem der wundersame Erfindungsreichtum der Menschen nicht dem
Tod gewidmet, sondern dem Leben geweiht wird.“ Tatsächlich steckt in
einem Hühnerei Uran 235 so viel Energie wie in 65 Tanklastern Öl oder
fast 100 Güterwaggons mit je 30 Tonnen Steinkohle.
Deutschland muss die Atomkraftwerke abschalten
Bei diesen Visionen wurden aber die Gefahren verdrängt. Obwohl der
Entsorgungsnachweis für Atommüll eine zentrale Grundlage für die
Genehmigung von Atomkraftwerken ist, wurde er seit mehr als 50 Jahren
nirgendwo erbracht. Und der Größte Anzunehmende Unfall (GAU), die
Kernschmelze, die als „hypothetisches Restrisiko“ abgetan wurde, ist
innerhalb nur eines Vierteljahrhunderts zweimal eingetreten. Ob Atome
für den Krieg oder Atome für den Frieden: An ihrem lebensfeindlichen
Charakter ändert sich nichts.
Jetzt tragen wir die Auseinandersetzung um die Abschaltung der
Atomkraftwerke an die AKW-Standorte und fordern neben der atomaren
Abrüstung auch die Stilllegung aller Atomanlagen – und zwar sofort. Das
ist keine utopische Forderung, sondere eine der politischen Vernunft:
Die alternativen Erzeugungskapazitäten sind da. Und die Umsetzung der
Forderung ist möglich, wenn wir Ausstieg und Umbau miteinander verbinden
und nicht länger darauf setzen, die AKW-Laufzeiten zu verlängern.
Deutschland muss seiner Verantwortung endlich nachkommen und die Atomkraftwerke abschalten.
DIE (SCHWARZE) WOLKE (von Erich Fried)
Eine Wolke zieht über die Zukunft
Eine Wolke so schwarz wie die Nacht
Und wer hat die Wolke geschaffen
Und wer hat sie hergebracht?
Und sagen sie dort „Sozialismus“
Und hier „unsre freie Welt“
Die Wolke hört nicht und fragt nicht
Auf wen ihr Regen fällt
Und willst du noch leben bleiben
Und hast du noch Kinder zuhaus
Dann musst du die Wolke vertreiben
Sonst ists mit dem Leben aus
Die Wolke darf gar nicht erst steigen
Die Wolke darf gar nicht erst ziehen
Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen
Ihr Gewalt verliehen
Geht hin wo sie Wolken brauen
Geht hin aber bald muss es sein
Geht hin alle Männer und Frauen
Und wascht euren Himmel rein
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NaturFreunde fordern sofortiges Exportverbot von AKW- & Atombombentechnologie
Weiterhin Hermesbürgschaften für Exporte von Atomtechnik
NaturFreunde fordern sofortiges Exportverbot von AKW- & Atombombentechnologie
Berlin, 14. April 2011 – Die Bundesregierung sichert den Export von
Atomtechnologie weiterhin mit sogenannten Hermesbürgschaften ab – trotz
der Atomkatastrophe von Fukushima und trotz des darauffolgenden
Geredes von einer historischen Zäsur. Das hat die Beantwortung einer
Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE durch den
Parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Ernst
Burgbacher ergeben und „macht mehr als deutlich, dass die
Bundesregierung in atompolitischen Fragen extrem unglaubwürdig bleibt“,
erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands
Uwe Hiksch.
Laut Hiksch dürfe es in keiner Weise akzeptiert werden, dass die
Bundesregierung nur wenige Wochen nach dem japanischen GAU feststelle,
dass für entsprechende Exporte „die OECD-Umweltleitlinien als alleiniger
Maßstab für die Umweltprüfung heranzuziehen sind.“ In der Beantwortung
der Kleinen Anfrage habe die Bundesregierung auch mitteilt, dass die
OECD-Leitlinien „keinen Ausschluss der Förderung für bestimmt
Technologien vorsehen“ und dies der im schwarz-gelben Koalitionsvertrag
von 2009 festgelegte Maßstab sei.
„Damit zeigt sich wieder einmal, dass alle bisherigen Aussagen der
Bundesregierung zur Katastrophe in Fukushima nur Rhetorik bleiben und
bei konkreten Themen keinerlei Umdenken der bisherigen Politik sichtbar
wird“, so Uwe Hiksch.
Seit dem Jahr 2009 wurden 16 Anträge für Exportkreditgarantien im
Zusammenhang mit Nukleartechnologie mit einem Volumen von rund 1,4
Milliarden Euro eingereicht. Hierbei hat die Bundesregierung 11
Exportkreditgarantien für Lieferungen im Zusammenhang mit
Nukleartechnologien im Wert von 35 Millionen Euro endgültig übernommen.
Exportiert wurde nach China, Frankreich, Südkorea, Litauen, Russland,
Rumänien und Slowenien. „Die Aufzählung der Länder macht deutlich, dass
die Bundesregierung ganz bewusst die Ausrüstung von Schrottreaktoren
durch Exportkreditabsicherungen unterstützt“, erklärt Uwe Hiksch.
Zudem teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort mit, dass seit dem
Jahr 2009 acht Anträge zu Lieferungen für Neubauten von Atomkraftwerken
mit einem Volumen von 1,38 Milliarden Euro für Projektstandorte in
Brasilien, China, Frankreich und Russland eingereicht wurden. „Doch
keiner dieser geplanten Reaktoren entspricht auch nur ansatzweise den
Sicherheitsstandards, die in Deutschland zugrunde gelegt werden müssen“,
kritisiert Uwe Hiksch. Tatsächlich rechtfertige die Bundesregierung
ihr Handeln damit, dass „das atomaufsichtsrechtliche
Genehmigungsverfahren und die Betriebsführung einer kerntechnischen
Anlage generell in nationaler Verantwortung liegen“. Laut Hiksch
entledige sich die Bundesregierung damit jeglicher Verantwortung für
die Ausrüstung der Schrottreaktoren in Ländern wie Litauen, Russland,
Rumänien oder Slowenien.

„Geradezu zynisch wird die Bundesregierung in der Beantwortung der
Kleinen Anfrage aber, wenn sie zum Schluss auch noch mitteilt, dass ‚im
Übrigen Exportkreditgarantien der Absicherung von Exporten gegen
Zahlungsausfälle und nicht dem Zweck, Kernkraftwerke in Betrieb zu
halten‘ dienen“, erläutert Hiksch. „Mit derartigen Positionen
diskreditiert sich die Bundesregierung selbst. Die Antwort aus dem
Wirtschaftsministerium macht mehr als deutlich, dass die Bundesregierung
in atompolitischen Fragen extrem unglaubwürdig bleibt“.
Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Forderungen nach einem
grundsätzlichen Exportverbot von Technologien, die zur Herstellung von
Atombomben oder Atomreaktoren verwendet werden sollen.
Die derzeitige Praxis der Vergabe von Hermesbürgschaften zur
Exportrisikenabsicherung für deutsche Unternehmen beim Export von
Atomtechnologie muss sofort beendet werden.
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Hände weg von Côte d’Ivoire – Wider dem Neokolonialismus!
Initiativantrag BAG FIP Bochum 10.4.2011 – Einstimmig angenommen.
Hände weg von Côte d’Ivoire – Wider dem Neokolonialismus!
In Côte d’Ivoire tobt ein Bürgerkrieg. Hintergrund des aktuellen
Bürgerkrieges sind die Wahlen im November vergangenen Jahres. Beim
ersten Wahlgang, am 31. Oktober 2010, erreichte keiner der Kandidaten
die notwendige absolute Mehrheit. Ein zweiter Urnengang fand am 28.
November 2010 statt. Gemäß der ivorischen Verfassung war die Unabhängige
Wahlkommission (IEC) verpflichtet, innerhalb von 72 Stunden dem
Verfassungsrat vorläufige Endergebnisse zu übermitteln. Die
Wahlkommission ist dieser Verpflichtung nicht nachgekommen. Im Gegensatz
dazu begab sich der Leiter der Wahlkommission direkt ins Wahlbüro des
Herausforderers Alassane Quattara, der sich im französischen Fernsehen
(mit 54 Prozent aller Stimmen) zum Sieger der Präsidentschafts-Wahl
erklärte. Kurz darauf wandte sich der Verfassungsrat im Einklang mit der
ivorischen Verfassung -nach der Prüfung aller ihm vorliegenden
Dokumente- an die Öffentlichkeit und erklärte unter Hinweis auf massive
Wahlfälschungen im Norden von Côte d’Ivoire, woher Ouattara stammt, mit
51 Prozent den bisherigen Amtsinhaber Laurent Gbagbo zum Präsidenten.
Trotz internationaler Kritik ist der Verfassungsrat das einzig
verfassungsrechtlich ermächtigte Organ, um die Endergebnisse zu
verkünden. Dieses Verfahren wurde auch im ersten Wahlgang eingehalten
und nicht beanstandet.
Trotz Berichten über Unregelmäßigkeiten während der Wahl durch den
Vorsitzenden der Beobachter-Mission der AU, Joseph Kooky Koffigoh, und
dem unabhängigen West-Afrikanische Beobachter Team der Societe Civile
Africaine pour la Democratie et l’Assistance Electoral (OSCADA), wonach
zahlreiche Unregelmäßigkeiten in über 70 Wahllokalen festgestellt worden
wären und der Vergleich der manuellen Auszählung mit einer
elektronischen Auszählung ergeben habe, dass in 2200 von insgesamt rund
20.000 Wahlbüros mehr Wähler gewählt hatten, als eingetragen waren, hat
sich die sog. internationale Gemeinschaft das Wahlergebnis der
Wahlkommission zu Gunsten Ouattaras, zu eigen gemacht und Outtara zum
international anerkannten Präsidenten erklärt.
Die Parteinahme der sog. Internationalen Gemeinschaft auf die
Anerkennung des Herausforderers Ouattara als Sieger der Wahlen stellt
eine politische Entscheidung der sog. internationalen Gemeinschaft zur
Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten unter Missachtung
der dort geltenden Rechtslage dar und widerspricht zusätzlich der
UN-Charta. Die Ignoranz der sog. internationalen Gemeinschaft und von
Ouattara gegenüber Vermittlungsversuchen und dem Vorschlag für eine
Untersuchungskommission, um die Wahlergebnisse für beide Kandidaten
bindend zu untersuchen, hat die einseitige Festlegung auf eine
militärische Lösung des Konfliktes mit befördert.
Seit dem 4. April bombardieren französische Soldaten der Licorne und
Soldaten der UNOCI mit Kampfhubschraubern in der Großstadt Abidjan mit
dem Ziel eines Regime Changes zugunsten von Allassane Ouattara, dessen
Truppen, die FRCI (Republikanische Streitkräfte der Côte d’Ivoire),
zeitgleich eine Offensive auf Abidjan begangen. Die FRCI
(Republikanische Streitkräfte der Côte d’Ivoire), die mit Zustimmung der
USA und Frankreichs und toleriert durch die UNOCI von Nigeria und
Burkina Faso mit Waffen ausgerüstet wurde, ist laut Interntaionalem
Roten Kreuz und der Caritas für das Massaker in Duékoué und Umgebung
verantwortlich, wo mehr als 800 Menschen durch Macheten und Schusswaffen
getötet wurden. Die UN und Frankreich tragen deshalb mit Schuld an den
zahlreichen Toten dieses Bürgerkrieges und den Massakern in Duekoue.
Laut unabhängigen Berichten ist die Konrad-Adenauer-Stiftung an dem
schleichenden Putsch in Côte d’Ivoire durch Offiziersnetzwerke
beteiligt. Für die KAS ist Gbagbo ein „Sozialist“ und dagegen Ouattara
als ehemaliger Leiter der Afrika-Abteilung des IWF und der
westafrikanischen Zentralbank der bevorzugte Präsident.
Die BAG FIP der Partei DIE LINKE. lehnt die einseitige Festlegung der
UN hinsichtlich der Wahlen in Côte d’Ivoire ab. Besonders angesichts
des bewaffenten Angriffs auf Libyen mit Hilfe der
UN-Sicherheitsresolution 1973 stellt die Eskalation des Konfliktes in
Côte d’Ivoire die aktuelle Rolle der Vereinten Nationen nochmals in
Frage. Der Sicherheitsrat hat wieder unter Missachtung bestehender
Verhandlungsoptionen zur friedlichen Beilegung des Konfliktes nicht
beigetragen, sondern sich vorschnell auf eine militärische Option nach
Kapitel VII der UN Charta festgelegt, um einen gewaltsamen Regime-Change
durchzusetzen.
Wir verurteilen, dass die ehemalige Kolonialmacht Frankreich wie
zuvor bei den Militärinterventionen in der DR Kongo, in Somalia oder im
Tschad auch in der Elfenbeinküste verlorenen Boden gegenüber den USA und
China gutzumachen versucht. Das Schicksal der Afrikanerinnen und
Afrikaner darf nicht wie zu Zeiten des Kolonialismus in Paris
entschieden werden. Das Schicksal der Afrikanerinnen und Afrikaner darf
auch nicht zum Spielball der Großmächte im UN-Sicherheitsrat werden. Das
Schicksal der Afrikanerinnen und Afrikaner muss von den Afrikanerinnen
und Afrikanern selbst entschieden werden.
Wir halten fest an dem Gewaltverbot in den internationalen
Beziehungen der UN-Charta, um den Weltfrieden zu schützen. Die
territoriale Integrität und Souveränität der afrikanischen Länder ist zu
wahren. Wir warnen davor, das Völkerrecht zu missachten und die
Gründungsidee der Vereinten Nationen durch den fortschreitenden
Imperialismus und zunehmenden Neokolonialismus ins Gegenteil zu
verkehren.
Forderungen der BAG FIP DIE LINKE.:
- sofortiger Waffenstillstand
- sofortiger Abzug der ausländischen Truppen aus Côte d’Ivoire
- Aufhebung der UN- und EU-Sanktionen
- Humanitäre zivile Soforthilfe, um die Versorgung zu sichern
- Unterstützung der Afrikanischen Union und des Vorschlags zur
friedlichen Konfliktbeilegung durch afrikanische Vermittler und zur
Einleitung eines Versöhnungsprozesses
- Internationale unabhängige Untersuchung der Massaker in Duékoué
- Untersuchung der Rolle der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in dem aktuellen Konflikt in Côte d’Ivoire
Wir fordern die Bundestagsfraktion DIE LINKE. auf, sich zu Côte
d’Ivoire in diesem Sinne zu positionieren und parlamentarisch
Initiativen zu ergreifen, um eine politische Lösung zu unterstützen. Wir
fordern die Bundestagsfraktion DIE LINKE. auf, Initiativen zu
ergreifen, um über die Rolle der KAS in Westafrika und speziell in Côte
d’Ivoire aufzuklären. Wir begrüßen die Resolution der GUE/NGL Fraktion
im Europaparlament zu Côte d’Ivoire.
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FRIKO Berlin: Das libysche Öl und die NATO: Humanität als Vorwand – Krieg als Mittel
Das libysche Öl und die NATO
Humanität als Vorwand – Krieg als Mittel
Vortrag von Lühr Henken*
Friedenskoordination Berlin, 3.4.2011
Seit Donnertag (31.3.) führt die NATO Krieg in Libyen. Sie hat ihn
von einer „Koalition der Willigen“ übernommen, die, angeführt von
Frankreich, Großbritannien und den USA, am 19.3. den Angriff mit über
100 Tomahawk-Marschflugkörpern, Kampfflugzeugen und B2-Tarnkappenbombern
begannen. Sie beruft sich dabei auf die Resolution 1973 des
UN-Sicherheitsrats vom 17. März.
Diese Resolution wurde vom Libanon als Vertreterin der Arabischen
Liga eingebracht und mit 10 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen angenommen.
Sie beinhaltet im Wesentlichen Folgendes: Sie „verlangt eine sofortige
Waffenruhe, und ein vollständiges Ende der Gewalt und aller Angriffe und
Missbrauchshandlungen gegen Zivilpersonen“; in Punkt 4 ermächtigt sie
„die Mitgliedsstaaten, […] die einzelstaatlich oder über regionale
Organisationen [..] tätig werden, alle notwendigen Maßnahmen zu
ergreifen , […] um von Angriffen bedrohte Zivilpersonen und von der
Zivilbevölkerung bewohnte Gebiete in Libyen, einschließlich Bengasis, zu
schützen, unter Ausschluss ausländischer Besatzungstruppen jeder Art in
irgendeinem Teil libyschen Hoheitsgebiets.“ Und 6. „beschließt“ sie,
„ein Verbot aller Flüge im Luftraum Libyens zu verhängen, um zum Schutz
der Zivilpersonen beizutragen.“ Darüber hinaus wird das bestehende
Waffenembargo bekräftigt, Reiseverbote gegen die libysche Führung werden
erlassen sowie die Vermögenswerte von libyschen Banken im Ausland und
der großen Nationalen Ölgesellschaft NOC werden eingefroren.
Also erlaubt diese Resolution den ausländischen Mächten „zum Schutz
der Zivilpersonen“ militärisch eigentlich alles unterhalb einer
Besatzung des Landes und die direkte Tötung Gaddafis. Das Gaddafi-Regime
wird ökonomisch isoliert.
Was war der UN-Resolution voraus gegangen?
Nach der Verhaftung eines Rechtsanwalts von Hinterbliebenen eines
unaufgeklärten Gefangenenmassakers von 1996, bei dem damals etwa 1.200
Gefängnisinsassen erschossen worden waren, in Benghasi am 15.2., kam es
anlässlich eines „Tages des Zorns“ am 17.2. in mehreren Städten
Ost-Libyens zu Demonstrationen. Gewaltsames Durchgreifen libyscher
Sicherheitskräfte führte zum Tod von 14 Demonstranten. Während der
Beisetzung in al-Beidha, feuerten Söldner „mit scharfer Munition direkt
in die Menge“ (NZZ 19.2.11). Die Proteste in mehreren Städten des Ostens
schwollen an. Auch in Benghasi wurde auf einen Trauermarsch am 18.2.
geschossen. Human Rights Watch sprach von 24 Toten. In mehreren Städten
erhoben sich Tausende von Menschen. Regimegegner hätten am 18.2. „in Al
Baida die Kontrolle übernommen“, (FAZ 19.2.11) berichtet die FAZ und:
„Der Osten des Landes wurde vom Regime in den vergangenen Jahrzehnten
vernachlässigt. Städte wie Al Baida und Bengasi sind Hochburgen der
Islamisten.“ Am 21.2. schreibt die FAZ: „Augenzeugen berichteten, dass
bei einem Trauermarsch in der Stadt Benghasi mit Maschinengewehren auf
Regierungsgegner geschossen worden sei. Nach Berichten der Opposition
wurden innerhalb von zwei Tagen mindestens 200 Personen getötet, doch
der Protest breite sich aus. Die internationale
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch teilte in London mit, ihr
seien mindestens 173 Todesfälle bekannt.“ (FAZ 21.2.11). Am selben Tag
notiert die NZZ: „Es gibt auch Berichte, wonach zumindest in al-Beidha
Einwohner den gewaltlosen Widerstand aufgegeben haben und dem Wüten der
Schergen Ghadhafis bewaffnet gegenübertreten.“ (NZZ 21.2.11) Tags
darauf, am 22.2., berichtet die NZZ: „Die bruchstückhaften Informationen
deuten in Benghasi und al-Baidha am Montag einen Umsturz an, wobei
breitere Teile der Bevölkerung zu den Aufständischen halten und die
Strassen dominieren, während die Sicherheitskräfte in ihren Kasernen
verschanzt sind. Seifulislam (Sohn Gaddafis, L.H.) hat eingeräumt, dass
dort Panzerfahrzeuge in den Händen der Bevölkerung sind [...]. Dabei
sind zweifellos auch islamistische Afghanistan-Veteranen am Werk, welche
endlich eine Gelegenheit für ihr Kriegshandwerk auf dem eigenen Boden
erspähen.“ (NZZ 22.2.11) Aus demselben Artikel möchte ich die
Einschätzung des sehr erfahrenen Nahost-Korrespondenten der NZZ, Victor
Kocher, wiedergeben. Kocher schreibt: „Hier zeichnet sich das
historische Selbstbewusstsein der Cyrenaika wieder ab, jenes Ostteils
des Landes, der ursprünglich das wahre Macht- und Wirtschaftszentrum
darstellte. Von dort stammte der Nationalheld und Unabhängigkeitskämpfer
Omar al-Mukhtar, der im Kampf gegen die italienischen Kolonisten
gefallen ist. Und dort sind die Wurzeln der Senussi-Dynastie, aus
welcher der letzte König Idriss stammte, den Ghadhafi 1969 stürzte. In
den Augen der Libyer aus der Cyrenaika ist das Ghadhafi-Regime eine
illegitime und zur effizienten Regierung unfähige Konstruktion aus
verspäteten Versatzstücken des Nasserismus.“ Ergänzend füge ich hier an:
Gaddafi hatte nach dem Sturz des Königs, der seit 1951 herrschte, 1970
die britischen und US-amerikanischen Militärstützpunkte räumen lassen.
„Ausländisches Kapital im Finanz-, Handels- und Dienstleistungssektor
sowie in der Landwirtschaft wurde verstaatlicht, ab 1971 der Erdölsektor
teilnationalisiert“ und die Macht der ausländischen Erdölgesellschaften
im Laufe der 70er Jahre in zähen Verhandlungen systematisch
zurückgedrängt. „Vor 1969 waren 42 ausländische Erdölgesellschaften in
Libyen tätig. Allein 22 US-amerikanische Gesellschaften vereinigten 87,5
% der gesamten libyschen Erdölförderung. [...] Seit 1973 müssen
sämtliche in Libyen tätigen Erdölkonzerne dem Staat eine mindestens
51%ige Beteiligung einräumen.“ (Länder der Erde; Köln 1981, 720 Seiten,
S. 383) Ende der 70er Jahre bereits kontrollierte die Nationale
Erdölgesellschaft NOC etwa zwei Drittel der Erdölproduktion. Ich komme
nachher noch einmal auf das Erdöl zurück.
Zurück zum Ablauf. Die FAZ meldet am 22.2.: „Der Sohn des
Revolutionsführers bestätigte Berichte von Demonstranten, nach denen sie
die Städte Benghasi und Al Baida im Osten des Landes unter ihre
Kontrolle gebracht hätten.“ (FAZ 22.2.11). Weitere Berichte über
gewaltsames Vorgehen gegen Unbewaffnete gab es bis dato nicht. Lokale
Ärzte in Bengasi gaben am 28.2. – nach dem Ende der Kämpfe – für die
700.000 Einwohner-Stadt Benghasi die Opferbilanz mit 256 Toten und rund
2.000 Verletzten an. (NZZ 1.3.11)
Am 27.2. rief die Opposition unter der Führung des ehemaligen
Justizministers Dschalil eine Übergangsregierung aus. Dschalil erklärte,
dass die Hauptstadt des Landes Tripolis bleibe. (NZZ 28.2.11). Das
heißt, das Selbstverständnis der Aufständischen ist ein Machtanspruch
auf ganz Libyen. „Ihre Parole war seit Beginn des Aufstands am 17.
Februar: ‘Ein Libyen ohne Gaddafi, ein einiges Libyen, ein Libyen mit
der Hauptstadt Tripolis.“ (sueddeutsche.de, 28.3.11)
Die zentrale Frage, die es im Hinblick auf das Zustandekommen der
UN-Resolution zu untersuchen gilt, ist die: Welche Belege gibt es für
Luftangriffe auf unbewaffnete Demonstranten oder Zivilisten? Dies sind
die von den Militärinterventionisten angegebenen zentralen Gründe für
die Einrichtung einer Flugverbotszone und den Schutz der
Zivilbevölkerung.
Dazu die FAZ: „Ob am Abend (des. 21.2., L.H.) tatsächlich
Luftangriffe auf Protestzüge Dutzende weitere Todesopfer forderten, wie
es im Sender Al Dschazira berichtet wurde, blieb unklar wie so vieles.“
Und an anderer Stelle: „Um zu verhindern, das das umfangreiche
Waffenarsenal (einer Militäranlage in der Nähe von Tripolis, L.H.) in
die Hand der Regimegegner fällt, hätten Flugzeuge damit begonnen, die
Anlage zu bombardieren.“ (FAZ 22.2.11) Später gab es lediglich ganz
allgemeine Meldungen, dass im Osten des Landes Luftangriffe geflogen
wurden. „Dabei seien Munitionsdepots bombardiert worden.“ (FAZ 1.3.11)
Weitere Meldungen gab es nicht. Am Morgen des 23.2. wartete dessen
ungeachtet der Luxemburgische Außenminister Asselborn mit der
dramatischen Darstellung auf: „in Libyen ereigne sich ein ‘Völkermord in
höchster Potenz.’“. Was nachweislich nicht stimmte. Der
UN-Sicherheitsrat verabschiedete am selben Tag die Resolution 1979 als
nicht bindende so genannte Presseerklärung, die von Deutschland,
Frankreich und Großbritannien auf Veranlassung des abtrünnigen libyschen
stellvertretenden UN-Botschafters entstanden war. Darin „verurteilte“
der Rat „die Anwendung von Gewalt gegen Zivilisten“ und „bedauerte den
Tod von Hunderten Zivilisten.“ (FAZ 24.2.11).
Daraufhin entspann sich eine Debatte über das Für und Wider von
Flugverbotszonen, die USA verlegten Kriegsschiffe vor die Küste Libyens,
und bauten damit eine Drohkulisse gegen Gaddafi auf, die die Opposition
in ihrem Vorhaben bestärkte. Evakuierungsmaßnahmen auch der Bundeswehr
liefen an und Susan Rice, UN-Botschafterin der USA, sagte, „Gaddafi
schlachte sein eigenes Volk ab. Zudem zeige die Behauptung Gaddafis
gegenüber westlichen Medien, es gebe keine Gewalt in Libyen, dass der
libysche Diktator ‘wahnhaft’ sei und die Verbindung zur Wirklichkeit
verloren habe. ‘Er ist nicht in der Lage, das Land zu führen’, sagte
Frau Rice“ am 1. März (FAZ 2.3.11). Das war die klare Ansage: Gaddafi
muss weg.
Am Tag danach machte US-Kriegsminister Gates eine Aussage, die
überhaupt nicht in den Rahmen einer Kriegsvorbereitung passte. Er
„sagte, dass das Pentagon keine Bestätigung dafür habe, das
Revolutionsführer Gaddafi seine Bevölkerung tatsächlich aus der Luft
habe beschießen lassen. Er habe das bisher nur Presseberichten
entnommen.“ (FAZ 3.3.11).
Zwischenzeitlich hatte es vielerorts Feuergefechte gegeben. Zwei Tage
später am 5.3. schreibt die NZZ: „Die Kampfparteien sind schwer zu
unterscheiden, weil die Rebellen erbeutetes Material aus den Zeughäusern
von Polizei und Armee verwenden. Spektakulär ist das Bild von einem
Bombenanschlag mit aufspritzender Stein- und Sandfontäne. Aber insgesamt
gab es in den letzten Tagen nur wenige Luftangriffe, und es ist unklar,
welche Ziele die Piloten trafen. Bei einem Angriff am Freitag (dem
4.3., L.H.) habe sie laut Agenturen auch ein Zeughaus der Rebellen
anvisiert, aber verfehlt. Von einer systematischen Luftkampagne kann bis
jetzt keine Rede sein.“ (NZZ 5.3.11)
Wie zweifelhaft die Aussagen über das angebliche Abschlachten oder
das Bombardieren von Zivilisten ist, macht die Wiedergabe der Ergebnisse
der Erkundungsreise eines leitenden Beamten des Auswärtigen Dienstes
der EU nach Libyen deutlich, die am 9.3. in der FAZ nachzulesen waren.
Er hatte die letzten verbliebenen acht Botschafter aus EU-Staaten
gesprochen: „Die EU-Botschafter [...] hätten dargelegt, dass sie von
Menschenrechtsverletzungen wüssten, aber nicht genau sagen könnten, wer
dafür verantwortlich sei. Ob Gaddafi die Bevölkerung systematisch
beschießen lasse, etwa aus der Luft, sei unklar; es könne auch nicht
genau gesagt werden, wer die Aufständischen seien und ob sie als Partner
für die EU in Frage kämen. Die Botschafter hätten angegeben, ihre
Informationen beruhten auf Medienberichten und Aussagen von Bürgern,
nötig sei eine sofortige unabhängige Untersuchung durch die Vereinten
Nationen. Diese Forderung erhob auch der libysche Diplomat, der mit dem
EU-Beamten redete.“ (FAZ 9.3.11) Dazu ist es nie gekommen.
Inzwischen hatte Venezuelas Präsident Chavez einen Plan vorgelegt,
wonach „eine Delegation aus Lateinamerika, Europa und dem Nahen Osten
versuchen (solle), eine Annäherung zwischen Gaddafi und den
Aufständischen auf dem Verhandlungswege herbeizuführen.“ Gaddafi stimmte
dem zu. (ftd.de 3.3.11) Die Aufständischen lehnten den Plan ab. „Die
Zeit für einen Dialog sei vorüber.“ (FAZ 4.3.11), sagten sie. Niemand
griff den Plan auf. Im Gegenteil: US-Präsident Obama forderte am 5.3.
erstmals den Rücktritt Gaddafis. Am 9. März bekräftigten er und der
britische Premier Cameron, „dass angesichts der Kämpfe in Libyen keine
Option außer Acht gelassen werde, um so schnell wie möglich der Gewalt
ein Ende zu bereiten und die Entmachtung Gaddafis herbeizuführen. Auch
die Errichtung einer Flugverbotszone werde weiter erwogen, teilte das
Weiße Haus mit. Die Ermächtigung müsse aber von den Vereinten Nationen
kommen.“ (FAZ 10.3.11) Also: Klares strategisches Ziel der größten
Militärmacht der Welt: „Regime Change“. Die UNO soll dafür den Weg
ebnen.
Die FAZ meldete am 10. März: „Der Aufstand hat nach Schätzungen schon
mehr als 1000 Todesopfer gefordert.“ Wer die Schätzungen vorgenommen
hat, wurde nicht mitgeteilt. Die Zahl war offensichtlich von
interessierter Seite aufgebauscht worden. Denn drei Wochen später gab
das britische Außenministerium exakt dieselbe Zahl 1.000 an. (NZZ.de
1.4.11).
Nachdem „Sarkozy in einer Fernsehansprache den Sturz Gaddafis als
Ziel“ (FAZ 10.3.11) nannte, erklärten die Staats- und Regierungschefs
der EU am 11.3. unisono, dass „Oberst Gaddafi die Macht unverzüglich
abgeben muss.“ (FAZ 12.3.11) Sarkozy hatte sich zuvor für gezielte
Luftschläge eingesetzt und erkannte die Gegenregierung an. Um eine
Flugverbotszone durchzusetzen, sei „eine breite Zustimmung der
arabischen Welt eine Voraussetzung“ (FAZ 10.3.11). Den Anfang machte der
Golf-Kooperationsrat, ein Zusammenschluss von sechs mehr oder weniger
despotischen Königreichen und Emiraten um Saudi-Arabien herum tags
darauf. Die Afrikanische Union hat sich gleichentags dagegen
ausgesprochen. Der herbei gewünschte Beschluss der Arabischen Liga ließ
nur zwei Tage auf sich warten und wurde postwendend von den USA begrüßt.
Unterdessen waren Gaddafis Truppen weiter auf dem Vormarsch und
eroberten verlorenes Terrain mit Hilfe von Artillerie und Panzern
zurück. Vereinzelt kam es auch zu Bombardements. So auf „den Ölhafen von
Ras Lanuf und die Stadt Al Brega“ am 10.3., wobei über die Schäden
nichts weiter bekannt wurde. (FAZ 11.3.11) Am 14.3. wurden in
Adschdabija Luftangriffe auf Waffenlager geflogen. (NZZ 15.3.11) „Am
Dienstag (dem 15.3.) haben Kampfflugzeuge und Helikopter von Muammar
al-Ghadhafi Adschdabija angegriffen, die letzte Stadt in Rebellenhand
vor der Hochburg der Aufständischen Benghasi. In der strategisch
wichtigen Ölstadt Brega wechselte die Kontrolle mehrfach. In den Ruinen
zerstörter Gebäude lieferten sich Rebellen Rückzugsgefechte mit den nach
Osten rückenden Regierungssoldaten,“ berichtet die NZZ am 16.3.. Auch
in den Kampf um Misrata im Westen griffen Gaddafis Truppen mit
Artillerie und Panzern ein.
Diese Eskalation ist bereits als ein Wettrennen um die Macht in
Libyen zu interpretieren, denn seit dem 14.3. beriet der
UN-Sicherheitsrat über die Errichtung einer Flugverbotszone, war aber
noch zu keiner Entscheidung gekommen, insbesondere deswegen, weil die
USA sich zögerlich präsentierten. Am Mittwoch, dem 16.3., kündigte das
Gaddafi-Regime an, „es wolle den Aufstand binnen zwei Tagen
niederschlagen.“ (FAZ 17.3.11) „Wie ein Sprecher der Aufständischen,
Mustafa Gheriani, erklärte, haben Gadhafis Kampfflugzeuge am
(Donnerstagmorgen (17.3.) den Flughafen von Bengasi sowie angrenzende
Wohngebiete bombardiert. Über die Zahl der Opfer gab es bis zum
Nachmittag keine gesicherten Informationen. […] An den
Weltsicherheitsrat appellierte Gherani, endlich eine Flugverbotszone
einzurichten sowie Panzer und Artillerie Gadhafis zu bombardieren.
‘Worauf warten Sie noch – Gadhafi führt Krieg gegen sein eigenes Volk,’
sagte er. Die Bewohner seien den Kriegswaffen des Diktators völlig
hilflos ausgeliefert, ‘es ist wie Tontaubenschießen.“ (zeit.de, 17.3.11)
Ob auf dieses Schreiben hin oder unabhängig davon, das lässt sich nicht
ermitteln, deutet sich am Donnerstagnachmittag (17.3.) ein Sinneswandel
bei den USA an. Laut Susan Rice zögen die USA Schritte in Betracht,
„die eine Flugverbotszone einschließen und vielleicht auch darüber
hinaus gehen.“ (zeit.de, 17.3.11). „Gaddafi kündigte für den Abend eine
Offensive seiner Regierungstruppen in Bengasi an. Diejenigen, die ihre
Waffen niederlegen würden, würden verschont, sagte Gaddafi in einer vom
libyschen Fernsehen übertragenen Audiobotschaft.“ (zeit.de, 17.3.11)
Wahrscheinlich ist dieselbe gemeint, von der focus.de berichtet: Gaddafi
sagte „am Donnerstagabend in einer telefonischen Ansprache im
Staatsfernsehen: ‘Die Stunde der Entscheidung ist gekommen.’
Aufständischen, die ihre Waffen niederlegten, werde er eine Amnestie
anbieten. Für diejenigen, die nicht kapitulierten, werde es dagegen
‘keine Gnade und kein Mitleid’ geben.“ (focus.de 17.3.11).
Am späten Abend kam es dann zum Beschluss über die UN-Resolution
1973, in der sich auch der Passus findet: „in Erwägung, dass die in der
Libysch-Arabischen Dschamahirija stattfindenden ausgedehnten und
systematischen Angriffe gegen die Zivilbevölkerung möglicherweise
Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“ […] tätig werdend nach
Kapitel VII der UN-Charta usw.
Der UN-Sicherheitsrat fasste also einen Beschluss, der nicht auf
verifizierten Fakten beruht, sondern auf Medienmeldungen und
Stellungnahmen einer Konfliktpartei. Eine Untersuchung der Vorwürfe
wurde nie eingeleitet. Verhandlungsangebote wurden ausgeschlagen.
Das brachte den Hamburger Rechtsphilosophen Professor Reinhard Merkel
zu einem bemerkenswerten Aufsatz im Feuilleton der FAZ. Er fragt: „Darf
man zum Schutz der Zivilbevölkerung eines anderen Staates gegen diesen
Staat Krieg führen? Ja, im Extremfällen darf man das – wenn sich nur so
ein Völkermord oder systematische Verbrechen gegen die Menschlichkeit
verhindern lassen, wie sie Artikel 7 des Statuts des Internationalen
Strafgerichtshofs beschreibt. […] Dass Gaddafi keinen Völkermord
begonnen oder beabsichtigt hat, ist evident,“ schreibt Merkel und fragt
weiter: „Haben Gaddafis Truppen systematisch Verbrechen gegen die
Menschlichkeit begangen oder doch als bevorstehend befürchten lassen?
Die Antwort lautet beide Male: nein.“ Das Nein begründet er dann. Das
überspringe ich hier mal. Er setzt sich dann mit folgendem Vorwurf
auseinander: „’Der Diktator führt Krieg gegen sein eigenes Volk,
bombardiert systematisch seine eigene Bevölkerung, massakriert die
Zivilbevölkerung seines Landes’ – ja, das alles in den vergangenen Tagen
tausendfach wiederholt, wären Beispiele für gravierende Verbrechen
gegen die Menschlichkeit. Aber Gaddafi führt Krieg gegen bewaffnete
Rebellen, die ihrerseits Krieg führen. Kämpfende Aufständische, und
wären sie Stunden zuvor noch Bäcker, Schuster und Lehrer gewesen, sind
keine Zivilisten. Dass Gaddafis Truppen gezielt Zivilisten töteten, ist
vielfach behauptet, aber nirgends glaubhaft belegt worden. Und jeder
nach außen legitimierte, also autonome Staat der Welt, darf – in
bestimmten Grenzen – bewaffnete innere Aufstände zunächst einmal
bekämpfen.“ (FAZ 22.3.11)
Klar ist, der Sicherheitsratsbeschluss ist illegitim, weil ihm die
faktische Grundlage fehlt. Die Kriegstreiber nahmen es also nicht so
genau mit der Beweislage. Offensichtlich ging es ihnen lediglich darum,
diese Legitimität zu erhalten, um das Ziel, Gaddafi loszuwerden legal in
Angriff nehmen zu können, ohne dass es in der Resolution erwähnt ist.
Westliche Geheimdienste auf Seiten der Rebellen
Denn, wie sich bald herausstellte, hatte Obama bereits – irgendwann
zwischen dem 10. und dem 17. März – „eine Genehmigung zur Unterstützung
der Rebellen durch den CIA unterzeichnet.“ (focus.de, 31.3.11) – Also
unmittelbar vor dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats. Die New York Times
berichtete, dass CIA-Spione „mögliche Ziele für Luftschläge
auskundschafteten und versuchten, Kontakte zu den Aufständischen zu
knüpfen.“ (welt.de, 31.3.11) Gleiches gilt für den britischen
Auslandsgeheimdienst MI6. Und die Briten waren möglicherweise in
geheimer Mission in Libyen noch vor den USA aktiv. Focus-online meldet
bereits am 19.3., dass „Sondereinheiten des britischen Militärs bereits
vor Wochen nach Libyen eingesickert“ seien. Dabei soll es sich laut
„Berliner Sicherheitskreise“ um „getarnte Teams des Special Air Service
(SAS) und des Special Boat Service (SBS) handeln“. Sie hätten
„strategische Ziele wie Militärflughäfen, Luftabwehrstellungen und
Kommunikationszentralen vermessen und für Bombenangriffe markiert.“
(focus.de, 19.3.) Wochen vorher bedeutet auch Wochen vor dem
UN-Sicherheitsratsbeschluss am 17.3.. Klarer Fall: Vor dem
UN-Sicherheitsratsbeschluss waren westliche Geheimdienste bereits auf
Seiten der Rebellen militärisch aktiv.
Aber das ist längst nicht alles. „Möglicherweise ist der
US-Geheimdienst aber noch wesentlich aktiver,“ schreibt die Frankfurter
Rundschau am 31.3. „So soll der Oberbefehlshaber der Rebellenarmee,
Oberst Khalifa Haftar, sehr gute Beziehungen zur CIA unterhalten. Erst
vor kurzem ist er aus dem Exil zurückgekehrt. Gelebt hat er angeblich in
der Nähe des CIA-Hauptquartiers in Langley. Haftar galt im Exil als
Chef der Untergrundbewegung Libysche Nationale Armee (LNA), die seit den
90er Jahren Gaddafis Regime bekämpft. Diese Anti-Gaddafi-Bewegung ist
der militärische Ableger der in der Nationalen Front für die Rettung
Libyens organisierten Exil-Opposition. Die LNA-Kämpfer und ihr Anführer
Haftar sollen in der Vergangenheit von den USA finanziert und
ausgebildet worden sein, heißt es in einem Bericht des
wissenschaftlichen Dienstes des US-Parlaments (CRS).“ Das schreibt die
Frankfurter Rundschau und fügt hinzu: „Schon seit Tagen wird berichtet,
dass die Rebellenführung über geheime Kanäle mit dem alliierten Kommando
in Kontakt steht.“ (fr-online.de, 31.3.11)
Neoliberale führen die Rebellenregierung
Dies ist nun der Zeitpunkt, um die wichtigsten Minister der am 23.
März gegründeten Übergangsregierung vorzustellen. Premierminister ist
der Wirtschaftswissenschaftler Mahmud Dschibril. Über ihn weiß die FAZ
zu berichten: „Nach dem Studium der Politik und
Wirtschaftswissenschaften in Kairo und Pittsburgh lehrte er in den
Vereinigten Staaten mehrere Jahre lang strategisches Planen und
Entscheidungsfindung. [...] Im Jahr 2007 kehrte Dschibril, der als ein
Neoliberaler gilt, in sein Heimatland zurück.“ Er übernahm die Leitung
des Nationalen Ausschusses für wirtschaftliche Entwicklung. „Dessen
Aufgabe war es, die Privatisierung der bisher staatlich gelenkten
Wirtschaft voranzutreiben. Was Dschibril in Libyen vorfand, muss ihn
jedoch sehr ernüchtert haben,“ konstatiert die FAZ. „Die Chancen, das
Wirtschaftssystem erfolgreich zu reformieren, habe er bald als gering
bezeichnet, heißt es. Zugleich half Dschibril auch amerikanischen und
britischen Firmen, in Libyen Fuß zu fassen. Besonders die Regierung in
Washington forderte er immer wieder dazu auf, sich stärker in Libyen zu
engagieren, wie aus geheimen Botschaftsdepeschen hervorgeht, welche die
Internetplattform Wikileaks veröffentlichte. Amerikanische Diplomaten
schätzten Dschibril demnach als einen ‘ernsthaften Gesprächspartner.’“
(FAZ 25.3.11). So weit die FAZ. Also ist Dschibril offenkundig ein Mann
der USA.
An der Spitze des Übergangsrats bleibt Abdul Dschalil, der von 2007
an unter Gaddafi Justizminister war, und wenige Tage nach Beginn des
Aufstands zur Opposition überlief. Er stellte, laut FAZ, in Aussicht,
„dass Libyen, wenn es in Freiheit vereint sei, sich daran erinnern
werde, wer im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ‘für uns’ gestimmt
habe.“ (FAZ 31.3.11)
Ein weiterer Mann der USA in einer Schlüsselstellung ist der neue
Wirtschafts- und Finanzminister „in den befreiten libyschen Gebieten“,
wie der NZZ neu definiert. Der 61-jährige Ali Tarhuni war seit 1973 in
den USA und kam erst im März zurück. Er ist Finanzfachmann und hat eine
Professur an der Washington-Universität in Seattle. Er machte bei der
libyschen Opposition im Exil mit. (NZZ 30.3.11) Als erstes leitete er
druckfrische libysche Banknoten im Wert von über einer Milliarde Euro in
den Osten um. (focus.de, 3.4.11) Diese sollten Ende Februar eigentlich
aus der Druckerei in Nordengland mit einem libyschen Flugzeug nach
Tripolis transportiert werden. Wegen der EU-Sanktionen gegen das
Gaddafi-Regime kam es nicht dazu. Tarhunis Verhandlungen waren
erfolgreich. Tarhuni ist auch für Öl zuständig. „Mit der Qatar Petroleum
Company hat er einen Vertrag unterzeichnet, das Rohöl des freien
Libyens zu vermarkten.“ (FAZ 30.3.11). „Früher hat Libyen 1,7 Millionen
Barrel Öl am Tag gefördert. Von den Ölfeldern, die unter Gaddafis Regime
stehen, fördert keines mehr Öl. Demgegenüber produzieren die Ölfelder
unter der Kontrolle der Rebellen 130.000 Barrel am Tag, sagt Tarhuni.
Das könne rasch auf 300.000 Barrel gesteigert werden,“ schreibt die FAZ
(30.3.11) Und weiter: „Innerhalb der kommenden Woche erwartet Tarhuni
den ersten Export von Rohöl. Verschifft werden wird es vom Hafen Tobruk
aus, dem einzigen Ölhafen Libyens, der in Betrieb ist.“ (FAZ 30.3.11)
Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die Rebellen „schon zu Beginn der
Revolution“ ihre eigene Öl-Gesellschaft Agoco gegründet, die sie von der
Nationalen Ölgesellschaft (NOC) abgespalten haben. „Agoco verfügt über
40 Prozent der Ölförderstätten des Landes.“ (focus.de, 2.4.11) Das
Vorhaben des Ölverkaufs wird von der Londoner Libyen-Konferenz am 30.
März, an der Vertreter von mehr als 40 Staaten teilnahmen, unterstützt.
„Dies sei eine Möglichkeit, Libyens oppositionellen Nationalen
Übergangsrat zu unterstützen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton.
‘Sie brauchen Geld, um voranzukommen,’ erklärte Clinton.“ berichtet die
Financial Times Deutschland (ftd.de, 30.3.11)
Libyens Öl: unter Gaddafi weitgehend nationalisiert
Dann schauen wir doch einmal, wie es um das Öl und Gas Libyens so
bestellt ist. Im Boden des Landes mit den größten nachgewiesenen
Lagerstätten Afrikas wurden 44,3 Milliarden Barrel ermittelt. (BP
Statistical Review of World Energy, June, 2010, 50 Seiten, S.6) Das
sind 3,3 Prozent der Weltreserven. Damit liegt Libyen auf Platz 8 in der
Welt. Aber das Potenzial wird als noch wesentlich höher eingeschätzt,
weil längst nicht die gesamte Fläche und das Offshore-Gebiet exploriert
sind. Bei einem gegenwärtigen Rohölpreis von 115 Dollar je Barrel
errechnet sich für Libyen ein Wert für die nachgewiesenen Ölressourcen
von über 5 Billionen Dollar. Die NOC belegt Platz 25 in den Top 100 der
größten Ölunternehmen der Welt. Der Wert der Erdgasvorkommen wird auf
500 Mrd. Dollar geschätzt.
Libyens Boden ist etwa zu einem Drittel konzessioniert. „Größter
ausländischer Akteur für die Exploration und Förderung von Erdöl und
Erdgas“ ist Eni. Die italienische Firma förderte vor dem Aufstand ca.
ein Viertel der gesamten Ölmenge. Andere Ölfirmen in Libyen sind Total
(Frankreich), Repsol (Spanien), BP (GB), ExxonMobil (USA), Statoil
(Norwegen), Royal Dutch/Shell (GB/NL), Gazprom (Russland), RWE und
Wintershall/BASF (Deutschland), CNPC (VR China), Waha Oil (ein Joint
Venture von NOC/Libyen mit Conoco/Phillips/Marathon/Hess/USA) und OMV
(Österreich). Lizenzen „erhielten auch ein algerisches, ein
brasilianisches, ein kanadisches und ein indonesisches Unternehmen.“
(NZZ 17.1.06) Die Verträge mit den Konzernen sind so abgefasst, dass
diese „bis zu 80 Prozent der Produktionserlöse […] an die staatliche
libysche Ölgesellschaft NOC liefern müssen. Die NOC kontrolliert die
Geschäfte mit den fossilen Ressourcen des Wüstenlandes und ist an
nahezu allen Fördervorhaben ausländischer Konzerne auf libyschem Boden
beteiligt.“ (heute.de, 26.3.11) In der FAZ war zu lesen, dass die NOC
„mehr als drei Viertel“ der landesweiten Ölförderung beisteuert. (FAZ
22.2.11)
Nach der Ankündigung des Vorsitzenden des Übergangsrats können die
ausländischen Ölkonzerne auf bessere Vertragsbedingungen hoffen, sobald
die Aufständischen ihre Macht über den Osten Libyens oder ganz Libyen
konsolidiert haben. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.
Waffenlieferungen an die Rebellen
Zunächst führten die alliierten Luftangriffe bereits nach fünf Tagen
zum Zusammenbruch der libyschen Luftwaffe. Neben Flugabwehrstellungen
und Kommandoeinrichtungen bombardierten westliche Kampfflugzeuge auch
Munitionsdepots, aber auch Panzer und Artilleriestellungen der
Gaddafi-treuen Truppen in diversen Landesteilen. Insbesondere der
Einsatz von speziellen US-Erdkampfflugzeugen jedoch brachte erst den
Durchbruch. Die „Gunships“ AC-130 und die „Warzenschweine“ A-10
richteten bereits in den Irakkriegen, in Somalia und in Afghanistan
insbesondere mit ihren Gatlingkanonen entsetzliche Schäden in der
Bevölkerung an. Das tief fliegende und wendige „Warzenschwein“ ist eine
Anti-Panzer-Waffe und setzt DU-Munition ein. Diese fürchterlichen
Kampfmaschinen schossen am Wochenende 26./27. März den Aufständischen
den Weg gen Westen frei. So konnten sie wieder die strategisch wichtige
Stadt Adschdabija und den Ölhafen Brega einnehmen und wurden erst etwa
100 km vor Gaddafis Geburtsstadt Sirte gestoppt. Norman Paech urteilte:
„Dieser Einsatz bewegt sich abseits des Mandats und ist deshalb
völkerrechtswidrig“, weil er der Eroberung den Weg ebne. (junge Welt,
30.3.11)
In den ersten 10 Tagen flogen die Westalliierten 735 Angriffe. Die
USA sind dabei „mit Abstand für die meisten Angriffe verantwortlich“
(FAZ 30.3.11) Objektiv wurden somit die westlichen Kampfflugzeuge zur
Luftwaffe der Aufständischen, obwohl sie eine Absprache in Abrede
stellten.
Als die Luftunterstützung wegen schlechten Wetters ausblieb,
eroberten Gaddafis Truppen das zuvor verlorene Terrain inklusive den
bedeutenden Ölhafen Brega zurück. Die Rebellen versuchen eine
Verteidigungslinie in Adschdabija zu errichten. (FAZ 1.4.11) Die
Situation wird als Patt charakterisiert. Die USA haben angekündigt, ihre
Erdkampfflugzeuge vorerst nicht mehr einzusetzen, selbst dann nicht,
wenn sich die Wetterverhältnisse bessern sollten. (FAZ 2.4.11)
Generalstabschef Mullen und Kriegsminister Gates sagten: „Künftig
sollten die Koalitionspartner die Hauptlast der Militäroperationen in
Libyen tragen.“ (FAZ 2.4.11) „Die USA wollten sich danach auf eine rein
unterstützende Rolle beschränken und nur auf besondere Bitten der
NATO-Führung wieder Angriffe auf Einheiten von Machthaber Gaddafi
fliegen.“ (dw-world.de, 1.4.11) Diese Entscheidung soll seit gestern
(2.4.) in Kraft sein. Inwiefern das Taktik ist, wird sich zeigen.
Aller Welt wurde überdeutlich, dass die Aufständischen der
Gaddafi-Truppe allein nicht gewachsen sind und ihr Ziel, die Eroberung
Tripolis, aus eigener Kraft nicht erreichen können. Mullen schätzt ein:
„Die Truppen und Milizen Gaddafis seien den Rebellen hinsichtlich
Mannschaftsstärke und Bewaffnung zehnfach überlegen.“ (FAZ 2.4.11).
Forderungen der Rebellen und von US-Außenministerin Clinton nach
Waffenhilfe wurden von NATO-Generalsekretär Rasmussen mit dem Hinweis
auf das umfassende Waffenembargo der UN-Resolution zurückgewiesen. Das
heißt nicht, dass es nicht bereits zum Unterlaufen des Waffenembargos
gekommen ist.
Gestern wurde bekannt, dass der französische Auslandsgeheimdienst DGSE
„die Aufständischen in Bengasi erstmals bereits vor mehr als drei Wochen
diskret beliefert hat: mit Panzerabwehr-Munition und Kanonen.“
(focus.de, 2.4.11) Vor mehr als drei Wochen, bedeutet: vor dem 12. März –
also noch vor dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats. Doch mit der
Ausrüstung sei es nicht getan gewesen, sagte ein französischer Diplomat
zu FOCUS online, die Franzosen schickten mindestens ein Dutzend
Ausbilder.
Die FAZ berichtete am 1.4., dass die Autorisierung der CIA durch
US-Präsident Obama „auch die Lieferung von Waffen an die libyschen
Rebellen“ umfasse (FAZ 1.4.11). Das konservative Wall Street Journal
berichtete am 17. März (dem Tag der UN-Resolution): „Laut offiziellen
Vertretern der USA und der libyschen Rebellen hat das ägyptische Militär
damit begonnen, mit Wissen Washingtons Waffen für die Rebellen über die
Grenze nach Libyen zu senden. Die Lieferung umfasst meist
Kleinfeuerwaffen wie Sturmgewehre und Munition.“ (hintergrund.de,
Libysche Notizen von Peter Dale Scott, 31.3.11) Da die NATO die
Kontrolle des Waffenembargos nur auf See durchführt, bleibt der Landweg
über Ägypten sperrangelweit offen. Da die Übergangregierung der Rebellen
über Geld verfügt, und Obama den Bodentruppeneinsatz der USA (noch)
sehr deutlich ausgeschlossen hat, ist davon auszugehen, das die
Aufrüstung der Rebellen nunmehr massiv beschleunigt wird.
Dazu müssten westliche weitere Instrukteure und Ausbilder ins Land
kommen, die sowohl in die Handhabung der Waffen einweisen als auch die
Rekrutenausbildung systematisch übernehmen würden. Letzteres wäre sogar
durch die weit gefasste UN-Resolution gedeckt. Denn sie schließt alle
Kampfhandlungen unterhalb von Besatzungstruppen ein. Temporäre
Bodentruppen wären somit erlaubt.
Die Folge wäre ein lang anhaltender Krieg. Es sei denn, der Aderlass
der Gaddafi-Getreuen führt zu einer frühzeitigen Implosion des Regimes
oder ein Attentatsversuch auf Gaddafi gelingt.
Bundesregierung unterstützt den Krieg
Noch ein Wort zur Haltung der Bundesregierung zum Libyenkrieg.
Zweifelsohne ist die Enthaltung im UN-Sicherheitsrat und die Absage an
eine aktive Kriegsteilnahme der Bundeswehr in Libyen zu begrüßen.
Außenminister Westerwelle sagte am 16. März: „Wir wollen und dürfen
nicht Kriegspartei in einem Bürgerkrieg in Nordafrika werden. Wir wollen
nicht auf eine schiefe Bahn geraten, an deren Ende dann deutsche
Soldaten Teil eines Krieges in Libyen sind.“ (FAZ 30.3.11). Damit hört
es aber auch schon auf mit dem Lob. Nachdem es aus Kreisen der
Bellizisten wegen der Enthaltung in New York Kritik hagelte, wandelte
die Kanzlerin die Enthaltung kurzerhand in eine Zustimmung um. Sie sagte
am 19. März: „Diese Resolution gilt, und deshalb wollen wir auch, dass
sie erfolgreich durchgesetzt wird.“ (FAZ 30.3.11) Und dafür tut die
Regierung dann alles. Sie ließ es zu, dass die Luftangriffe vom
US-Kommando AFRICOM in Stuttgart-Möhringen aus geführt werden (Inklusive
der Anordnung der Flüge der Erdkampfflugzeuge). Sie entlastet die NATO
in Afghanistan, indem sie Soldaten für bis zu vier AWACS-Maschinen
abstellt, und hilft dadurch mit, das Bombardement Afghanistans zu
intensivieren und auszuweiten. Der NATO-Korrespondent der FAZ schreibt
aus Brüssel am 25.3.: „Verlässlichkeit suchen die Deutschen nicht nur
mit der Beteiligung am AWACS-Einsatz in Afghanistan zu demonstrieren,
sondern auch mit dem Hinweis, dass die Lufteinsätze der Koalition von
Ramstein aus geführt werden.“ (FAZ 25.3.11) Siehe da! Bleibt noch
festzuhalten, dass die Bundesregierung sämtlichen NATO-Beschlüssen zur
Kriegsführung in Libyen zugestimmt hat. Sie befürwortet in Wahrheit
diesen Krieg.
Ein Krieg, der durch die Intervention von außen eskaliert ist. Das
vorgebliche Ziel, die Zivilbevölkerung durch Krieg schützen zu wollen,
kann nicht erreicht werden. Dafür drei Beispiele. Der Vertreter des
Vatikans in Tripolis berichtet von mehr als 40 zivilen Opfern durch
NATO-Luftangriffe auf die Hauptstadt. (focus.de, 31.3.11) Ein Arzt aus
der im Westen gelegenen Hafenstadt Mistrata sagte, dass durch Kämpfe in
der vergangenen Woche „insgesamt 160 Menschen getötet worden seine, die
meisten von ihnen Zivilisten.“ (tagesschau.de, 3.4.11) Und aus einem an
die Öffentlichkeit gelangten Brief vom 24. März von vor allem russischen
Ärzten, die in Tripolis verharren, geht hervor, dass „NATO-Flugzeuge
und die USA die ganze Nacht (auf den 24. März, L.H.) über und den ganzen
Morgen einen Vorort von Tripolis, Tajhura, bombardiert haben (in dem
sich insbesondere Libyens Atomforschungszentrum befindet.“ […] Heute
seien Kasernen der libyschen Armee das Ziel der Bombenangriffe gewesen,
die sich in dicht besiedelten Wohngebieten befinden und in deren Nähe
das größte Herzzentrum Libyens liegt. Und wörtlich: „Die Scheiben des
Herzzentrums barsten, und auf der Wochenstation für schwangere Frauen
mit Herzkrankheiten brachen eine Wand und Teile des Daches zusammen. Die
Folge waren zehn Fehlgeburten, bei denen Babies starben; die Frauen
befinden sich auf der Intensivstation, Ärzte kämpfen um ihr Leben.“ (http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2011/04/augenzeugenbericht-auslibyen-nato.html) Die Ärzte fordern von Medwedjew und Putin, ihr Veto gegen den Krieg einzulegen.
Wie kann der Konflikt gelöst werden?
Eine militärische Lösung ist unter allen Umständen zu vermeiden. Die
kann es nicht geben. Es kann nur eine politische Lösung geben. Dazu ist
eine Waffenruhe die Voraussetzung. Um die zu erreichen, gibt es bereits
über die Initiative von Chavez hinaus, Bemühungen der Afrikanischen
Union. Sie hat einen Plan entwickelt. „Jean Ping, der Vorsitzende der
Afrikanischen Union, hat sich am 25.3. mit einer Delegation aus Libyen
getroffen. Wie er den Medien mitteilte, signalisierten diese glaubhaft
die Bereitschaft, den Fahrplan der AU anzunehmen und Gespräche mit den
Rebellen zu beginnen. Voraussetzung dafür sei allerdings die Beendigung
der militärischen Offensive der Alliierten. Die Zusage aus Libyen, den
Fahrplan der AU umsetzen zu wollen, liegt der afrikanischen
Staatengemeinschaft laut Aussage des Vorsitzenden Ping bereits in
schriftlicher Form vor. Verantwortliche aus der Fraktion der
Gaddafi-Gegner waren der Einladung der Afrikanischen Union nicht
nachgekommen.“ (afrika-travel.de, 26.3.11)
Da Rebellen und NATO ein und dieselbe Kriegspartei sind, und dabei
die NATO der bedeutend stärkere Partner ist, kann doch nur die NATO
unser Ansprechpartner sein. Da die Bundesregierung die NATO-Politik mit
trägt, und durch ihr Veto sämtliche NATO-Handlungen blockieren könnte,
fordere ich die Bundesregierung genau dazu auf. Legen Sie Ihr Veto im
NATO-Rat gegen den NATO-Angriffskrieg ein! Er ist völkerrechtswidrig und
verhindert Friedensgespräche.
*Lühr Henken, Berlin, ist einer der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag
————
Abkürzungen:
dw-world Deutsche Welle
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung
ftd Financial Times Deutschland
NZZ Neue Zürcher Zeitung
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Deutsche IALANA: Kampfhandlungen gegen Libyen sofort einstellen
Presseerklärung
Deutsche IALANA: Kampfhandlungen gegen Libyen sofort einstellen
Schutz der Zivilbevölkerung erfordert Waffenstillstand
Die Deutsche IALANA richtet sich in einem dringenden Appell an die
Bundesregierung, sich für eine sofortige Beendigung der Bombardierung
Libyens einzusetzen. Der Angriff mit Marschflugkörpern und die
Bombardierung durch Tarnkappenbomber und Jagdflugzeuge provoziert Opfer
unter der Zivilbevölkerung, die durch Sanktionen gegen die Regierung
Gaddafi gerade verhindert werden sollten.
Es erscheint auch höchst zweifelhaft, ob die Resolution 1973 des
UNSicherheitsrats mit der UN-Charta vereinbar ist, soweit darin für ein
militärisches Eingreifen grünes Licht gegeben wurde.
Hierzu ist zunächst daran zu erinnern, dass das Verhältnis der
Staatengemeinschaft zu einzelnen Staaten wie das Verhältnis zwischen den
Staaten durch den Grundsatz der souveränen Gleichheit nach Art.2 Ziffer
1 und durch das in Art. 2 Ziffer 3 der UN-Charta normierte Gewaltverbot
bestimmt wird. Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII der UN-Charta,
insbesondere in ihrer schärfsten Form von militärischen Sanktionen nach
Art 42 UN-Charta setzen die Feststellung einer Friedensgefährdung nach
Art. 39 der Charta voraus. Der Sicherheitsrat hat in der Resolution vom
17. März die Formulierung verwendet:
„…feststellend, dass die Situation in der Libysch-Arabischen
Dschamahirija auch weiterhin eine Bedrohung des Weltfriedens und der
internationalen Sicherheit darstellt,…“.
Nähere Ausführungen zur Begründung finden sich an dieser Stelle
nicht. Ohne Zweifel liegt kein Friedensbruch durch die Libysche
Regierung in Form eines Angriffs gegen einen anderen Staat vor. Auch
eine Aggression gegen einen „de facto“-Staat auf libyschem Territorium
ist nicht gegeben. Hierzu müsste die Oppositionsbewegung und der von ihr
gebildete Nationalrat eine dauerhafte faktische Herrschaft über einen
Teil des libyschen Territoriums im Sinne eines abgetrennten
Separatstaats errichtet haben. Der Nationalrat hat aber gerade mehrfach
versichert, dass die Bildung eines Separatstaats in der Cyrenaika für
ihn nicht in Betracht komme; Ziel sei die Verdrängung Gaddafis von der
Macht und die Eroberung der Herrschaft über ganz Libyen.
Es handelt sich somit um einen nichtinternationalen bewaffneten
Konflikt, einen Bürgerkrieg. Es ist aber ein feststehender Grundsatz,
abgeleitet aus der Achtung der nationalen Souveränität der Staaten und
dem Gewaltverbot sowie dem Gebot der Neutralität, dass Dritte sich nicht
in Bürgerkriege zugunsten einer der Konfliktparteien einmischen dürfen.
Dies hat der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den
Haag in seiner Nicaragua- Entscheidung vom 27.Juni 1986 ausdrücklich
klargestellt.
Soweit die Intervention auf humanitäre Gründe gestützt wird, gilt
folgendes: Zwar kann die Verletzung der Völkermord-Konvention zur
Feststellung eins Friedensbruchs und militärischen Zwangsmaßnahmen durch
den Sicherheitsrat führen. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte dafür
vor, dass das Gaddafi-Regime wie etwa in Ruanda systematisch Teile der
Bevölkerung aus ethnischen Gründen oder Gründen der Stammeszugehörigkeit
vernichten lässt.
Allerdings haben beide Bürgerkriegsparteien bei ihren bewaffneten
Aktionen die Regeln des humanitären Völkerrechts einzuhalten. Hierzu
gehört der allgemeine Grundsatz des Völkerrechts, wonach es verboten
ist, Angriffe gegen die Zivilbevölkerung als solche zu führen. Dieser
Grundsatz ist in Art 51 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Abkommen
vom 12.8.1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter
Konflikte normiert und auch von Bürgerkriegsparteien zu beachten.
Danach sind unterschiedslose Angriffe, die sich nicht gegen ein
bestimmtes militärisches Ziel richten, verboten, Art. 51 Abs.4a) 1.
Zusatzprotokoll, ebenso solche, bei denen damit zu rechnen ist, dass sie
auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbevölkerung, die
Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder
mehrere derartiger Folgen zusammen verursachen, die in keinem Verhältnis
zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil
stehen, Art. 51 Abs. 5b) 1. Zusatzprotokoll.
Diesbezüglich hält sich der Sicherheitsrat in seinem Beschluss etwas
bedeckt, soweit er in seinen Eingangsformulierungen feststellt, er
handele in der Erwägung, dass die in Libyen stattfindenden Angriffe auf
die Zivilbevölkerung „möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit
darstellen“.
In der Tat stellt sich die Faktenlage insofern bis jetzt äußerst ungesichert dar. Es ist Sache des bereits
angerufenen Internationalen Strafgerichtshofs, die Fakten zu ermitteln
und strafrechtlich zu bewerten. Jedenfalls besteht bis jetzt weder im
kodifizierten Völkerrecht noch im Völkergewohnheitsrecht ein Grundsatz,
der es erlaubt, militärische Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, um die
Verletzung von Verstößen gegen Art 51 des Zusatzprotokolls zu
unterbinden. Der Sicherheitsrat beschreitet damit Neuland und dieser
Schritt ist von den geltenden völkerrechtlichen Regeln nicht gedeckt.
Hinzu kommt, dass nach Artikel 42 UN-Charta die Verhängung
militärischer Sanktionen nur erlaubt ist, wenn Sanktionen ohne
Gewaltanwendung nach Art. 41 der Charta unzulänglich sein würden oder
sich bereits als unzulänglich erwiesen haben. Auch dies ist fragwürdig.
Zu Recht wies Außenminister Westerwelle nach Beginn der Angriffe darauf
hin, dass nun zunächst ein Handelsembargo für libysches Erdöl und Erdgas
verhängt werden solle und er dies als Hauptaufgabe der EU ansehe. Die
Verstopfung jeder Einnahmequelle wäre nach dem Einfrieren aller
Auslandskonten ein zunächst zu erprobendes Mittel gewesen, den
Gaddafi-Clan zum Einlenken zu bewegen.
Auch das wesentlich mächtigere Apardheit-Regime in Südafrika ist
schließlich auf Grund von Wirtschaftssanktionen und Isolation zur
Aufgabe gezwungen worden.
Es ist auch widersprüchlich, wenn die Bundesregierung sich einerseits
bei der Abstimmung über die Resolution 1973/2011 des UN-Sicherheitsrats
der Stimme enthält, andererseits aber erklärt, sie halte alle darin
formulierten Ziele für richtig und den USA erlaubt, den Krieg von
Stuttgart aus zu leiten. Dies widerspricht der Verpflichtung, die
Deutschland in dem 2+4 Vertrag von 1990 eingegangen ist, wonach von
deutschem Boden nur Frieden ausgehen darf.
Der massive militärische Einsatz ist auch politisch kontraproduktiv.
Er verschafft den Oppositionskräften im Osten des Landes möglicherweise
eine Atempause, birgt jedoch das große Risiko in sich, dass die Mehrheit
der Menschen im Land sich in der Stunde des Angriffs von außen um den
Gaddafi-Clan scharen wird. Damit werden die Kräfte in Libyen, die für
einen politischen Wechsel kämpfen, geschwächt. Geschwächt werden auch
die Oppositionskräfte im arabischen Raum insgesamt, denn ihnen wird
spätestens ab jetzt vorgehalten werden, sie stünden mit den USA,
Großbritannien und Frankreich im Bündnis und betrieben deren Geschäft.
Schließlich mangelt es der Militäraktion auch an Glaubwürdigkeit,
weil mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Oppositionskräfte im Jemen und
in Bahrein, die von ihren Despoten niedergeschossen werden, erhalten
keine vergleichbare Unterstützung. Im Gegenteil wird sogar die
Waffenhilfe von Katar in Anspruch genommen. Der dort herrschende Emir
Hamed al Chalifa vereinigt als absoluter Monarch Regierung, Gesetzgebung
und Rechtsprechung in einer Person. Parteien und ein Parlament gibt es
in seinem Land nicht. Die demokratischen Rechte und Freiheiten, für die
die Menschen in Libyen ihr Leben riskieren, enthält er seinen eigenen
Bürgern vor.
Erforderlich ist daher ein sofortiger Waffenstillstand und Verhandlungen aller Konfliktparteien über
eine friedliche Lösung für die Zukunft Libyens.
Otto Jäckel
Rechtsanwalt, Vorsitzender der deutschen Sektion der internationalen IALANA
Berlin, Wiesbaden, den 24.03.2011
Nachfragen:
Otto Jäckel, 0171-701 68 71
Reiner Braun (Geschäftsführer), 0172 231 74 75
---------------------------------------------------------------------------------Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen
Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen
Die Erhebung der Menschen in Nordafrika und anderen arabischen
Ländern gegen korrupte Regimes und antidemokratische Herrscher-Clans
werden von allen demokratischen Kräften unseres Landes unterstützt.
Die VVN-BdA hofft, dass es den Völkern gelingt, alte Machtstrukturen zu
beseitigen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
Durch militärische Einmischung von NATO-Staaten wurde jetzt die
Situation verschärft, ja sogar ein internationaler Krieg angezettelt.
Das findet unseren entschiedenen Widerspruch. Dieser Krieg ist kein
Krieg für Menschenrechte. Deutschland sollte sich auf die Verpflichtung
besinnen, sich jeder Kriegshandlung zu enthalten. Die Stimmenthaltung
Deutschlands im UN-Weltsicherheitsrat über die Frage des Kriegseinsatzes
gegen Libyen könnte ein Anfang zur Umkehr sein.
Wir fordern: Schluss mit dem deutschen Waffenexport!
Es sollte allen Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl im Bereich der EU
gewährt werden. Alle Bemühungen zu einer Verhandlungslösung sind zu
unterstützen. Wir fordern den sofortigen Schluss der kriegerischen
Intervention gegen Libyen.
Bundesausschuss der VVN-BdA, Magdeburg, 20.03.2011
---------------------------------------------------------------------------------Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzen
Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags:
Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzen
Beschluss des Deutschen Bundestages vom 26.03.2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Eine Welt frei von Atomwaffen ist keine Utopie, sondern eine
konkrete Verpflichtung der Unterzeichner des
Nichtverbreitungsvertrages!“ Dieses starke Bekenntnis für eine Politik
der weltweiten atomaren Abrüstung hat eine überwältigende Mehrheit des
Deutschen Bundestages beschlossen. Der Beschluss „Deutschland muss
deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen setzen“ vom
26.3.2010 ist ein wegweisendes Dokument, das viele Bürgerinnen und
Bürger in ihrem Engagement für den Abzug der taktischen Atomwaffen aus
Deutschland bestärkt.
Als Initiatoren und Träger der Kampagne „unsere zukunft ‑
atomwaffenfrei“ haben wir in den vergangenen Jahren die politische
Entscheidung hin zu einer Welt ohne Atomwaffen im Dialog mit vielen von
ihnen mitgestaltet und mit den Mitteln der Zivilgesellschaft begleitet.
Jetzt, ein Jahr nach dem richtungsweisenden Beschluss, betrachten wir
Erreichtes und erinnern an ausstehende politische Umsetzungsschritte.
Auf der Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages im Mai
vergangenen Jahres in New York ist es im internationalen Dialog
zumindest gelungen, die Perspektive von atomarer Abrüstung aufrecht zu
erhalten. Erneut ausgeblieben ist aber die Konkretisierung des seit über
40 Jahren in Artikel VI des Nichtverbreitungsvertrages zugesicherten
nuklearen Abrüstungsprozesses. Dies ist nicht nur eine vertane Chance,
sondern bedeutet auch den Bruch einer völkerrechtlich bindenden
Vereinbarung.
Die deutsche Initiative für den Abzug der verbliebenen taktischen
Atomwaffen aus Deutschland hat international große Aufmerksamkeit und
viel Unterstützung gefunden. Im neuen Strategischen Konzept der NATO
wurde eine Überprüfung der Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie und
der Waffenarsenale – also auch der Atomwaffen ‑ vereinbart. Im Sinne
des Beschlusses des Deutschen Bundestages ist die Bundesregierung nun
gefordert, erneut deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu
setzten. Die nächsten logischen Schritte sind der Verzicht auf die
nukleare Teilhabe, die Zusammenarbeit mit gleich gesinnten Ländern
Europas hin zur Schaffung einer atomwaffenfreien Zone Europa und
Gespräche mit Russland über die taktischen Atomwaffen.
Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die Bundesregierung „sich
weiterhin an der Diskussion über die verschiedenen, auch
zivilgesellschaftlichen Ansätze für eine vollständige nukleare Abrüstung
[…] wie beispielsweise an der Diskussion über den Vorschlag für eine
Nuklearwaffenkonvention zur Ächtung der Atomwaffen“ beteiligt. Der Kern
eines solchen vertraglichen Atomwaffenverbots ist die Festlegung
konkreter Fristen für Abrüstungsschritte. Verhandlungen über eine
Nuklearwaffenkonvention wurden zwar vom UN-Generalsekretär empfohlen und
auf der Überprüfungskonferenz debatiert, im Abschlussdokument wurde
diese Diskussion aber nur zur Kenntnis genommen. Unterstützung findet
die Forderung nach einer Konvention inzwischen von 118 Ländern der Welt,
darunter sämtlichen paktfreien Staaten. Von den europäischen Vertretern
haben sich bislang Bosnien-Herzegowina, Irland, Liechtenstein,
Norwegen, Österreich, San Marino, Schweden, die Schweiz und Serbien
dafür ausgesprochen. Mit diesem Instrument könnte der Durchbruch für
konkrete nukleare Abrüstung gelingen und die Blockade der
Atomwaffenstaaten überwunden werden. Deshalb bitten wir Sie, in Ihrer
Fraktion die Initiative zu ergreifen und Gelegenheiten für die
Diskussion des von den Fachorganisationen der Friedensbewegung IALANA,
INESAP, IPB und IPPNW entwickelten und bereits seit 1997 der
UN-Generalversammlung vorliegenden Modellentwurfs einer
Nuklearwaffenkonvention zu schaffen.
Gerne stehen wir zur Unterstützung solcher Initiativen zur Seite. Um
Ihre Arbeit unterstützen zu können, interessiert uns, welche Schritte
Sie jetzt planen, um den Beschluss des Deutschen Bundestages weiter mit
Leben zu füllen und um den Abzug der in Deutschland verbliebenen
Atomwaffen zu erreichen. Bitte schreiben Sie uns.
Gestatten Sie uns abschließend noch, angesichts der atomaren
Katastrophe in Japan und den Diskussionen hierzu kurz auf das
unheilvolle Zusammenspiel der zivilen und der militärischen Nutzung der
Atomenergie einzugehen. Der Nichtverbreitungsvertrag verbietet die
Proliferation von Atomwaffen und verspricht zugleich den Zugang zur
zivil genutzten Atomkraft. Wenn jetzt von einer Cäsur im Umgang mit der
Atomenergie gesprochen wird, erscheint es uns auch notwendig, auf diese
Problemstellung hinzuweisen.
Länder, die über die technischen Voraussetzungen für einen nuklearen
Brennstoffkreislauf verfügen, können nicht nur Atomenergie erzeugen,
sondern haben auch Zugriff auf den Stoff für den Bau von Atomwaffen.
Fortgeschrittene Atomtechnologie erhöht daher die Gefahr der nuklearen
Zerstörung der Menschheit wie des ganzen Planeten.
Aus unserer Sicht erscheint es daher unabdingbar: wer eine Welt ohne
Atomwaffen verfolgen will, muss sich auch für den Ausstieg aus der
Atomenergie und die Umstellung auf erneuerbare Energien einsetzen –
weltweit.
Wir sind gespannt, was Sie unternehmen wollen und freuen uns auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Blach, Kampagnenkoordinator, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Stuttgart
Regina Hagen, Redaktion Wissenschaft und Frieden, Darmstadt
Xanthe Hall, Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW), Berlin
Christine Hoffmann, Pax Christi, Berlin
Paul Russmann, Ohne Rüstung Leben, Stuttgart
Wolfgang Schlupp-Hauck, Pressehütte Mutlangen
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AStA kritisiert die Einrichtung des dualen Studiengangs ISEE
„AStA kritisiert die Einrichtung des dualen Studiengangs ISEE“
Kooperation mit Rüstungsfirmen / Einführung des Bezahlstudiums
Der Hochschulpolitische Referent des AStA, Alexander G. Keckel,
verurteilt die Entscheidung des AS: „Die Firmen mit denen eine
Kooperation angedacht ist, sind größtenteils solche Unternehmen die
Profite mit der Entwicklung und Produktion von Kriegsgeräten machen.
Auch wenn die Hochschule versichert, dass Studierende nicht direkt an
Rüstungsprojekten beteiligt sein werden – es bleiben Unternehmen die
mit dem Leid und dem Töten von Menschen Geld verdienen. Man kann die
Augen verschließen – aber die Verantwortung dafür müssen alle
Beteiligten tragen.“
Marc Renken, 2. AStA Vorsitzender, sieht darüber hinaus in der
Struktur des Studiengangs ein Problem. „Hier werden indirekt
Studiengebühren eingeführt. Neben dem dualen, kostenpflichtigen
Studiengang gibt es noch
einen grundständigen Elektrotechnik Studiengang. Welcher von beiden die
bessere Ausstattung haben wird, ist klar. Es ist doch nur eine Frage der
Zeit bis duale Studiengänge die grundständigen und unterfinanzierten
Studiengänge ablösen. Die zu befürchtende Abhängigkeit von Sponsoren konterkariert doch die Freiheit von Lehre und Forschung.“
Hintergrund:
In der Sitzung des Akademischen Senats (AS) der Hochschule Bremen vom
25.01.11 wurde die Einführung des dualen Studiengangs ISSE
(Elektrotechnik – Elektronische Systeme B.Sc.) beschlossen. Dieser
Studiengang soll als berufsbegleitender Studiengang konstruiert werden,
der in Kooperation mit Unternehmen wie z.B. Atlas, Rheinmetall, OHB etc.
durchgeführt wird. Da dieser Studiengang durch die Kooperation
kostenneutral ist, kann die Hochschule ohne Mehrkosten die
Studierendenzahlen von ISEE auf den Hochschulpakt II anrechnen.
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Friedensorganisationen kritisieren „aktuelle Verdoppelung der Waffenexporte an das diktatorische Regime in Ägypten“
Gemeinsame Pressemitteilung
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK),
Kampagne gegen Rüstungsexport bei Ohne Rüstung Leben (ORL)
und RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.)
vom 30. Januar 2011
Friedensorganisationen kritisieren „aktuelle Verdoppelung der Waffenexporte an das diktatorische Regime in Ägypten“
++ „Ägypten ist als Entwicklungsland bedeutendster Empfänger deutscher Waffen“ ++
++ Grässlin und Russmann fordern „sofortigen Rüstungsexportstopp für
Ägypten und alle anderen menschenrechtsverletzenden Staaten“ ++
Frankfurt / Freiburg / Stuttgart. In Ägypten ist seit dem Jahr 1981
die Notstandsgesetzgebung ununterbrochen in Kraft, die
Menschenrechtslage katastrophal.[#1] Mit der Waffengewalt staatlicher
Sicherheitskräfte, die selbst massiv an Menschenrechtsverletzungen
beteiligt waren und sind, konnte sich das diktatorische Regime in Kairo
drei Jahrzehnte lang an der Macht halten. Derzeit riskieren
Ägypterinnen und Ägyptern ihr Leben, indem sie ihren Protest gegen das
diktatorische Regime unter Hosni Mubarak öffentlich artikulieren.
Ägyptische Polizisten schießen auf weit überwiegend friedliche
Demonstranten, mehr als hundert Menschen sind bereits ums Leben
gekommen.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, „der Weg zur
Stabilität führt über die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte“.[#2]
Erklärungen wie diese „wirken heuchlerisch angesichts der Tatsache,
dass Deutschland zu den Hauptwaffenlieferanten der diktatorischen
Machthaber in Ägypten zählt“, sagte Jürgen Grässlin, Bundessprecher der
Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(DFG-VK) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Der
Freiburger Rüstungsexperte warf der Bundesregierung vor, dass sie 2009
gegenüber dem Vorjahr „mehr als eine Verdoppelung der Lieferungen von
Waffen und Rüstungsgütern an Ägypten genehmigt“ habe. So sei der
Genehmigungswert von 33,6 Millionen Euro (2008) auf 77,5 Millionen Euro
(2009) „dramatisch gesteigert worden“.
„Die Einzelgenehmigungen für ‚Kleinwaffen’ sind aufgrund der hohen
Opferzahlen besonders folgenschwer“, so Jürgen Grässlin. Die für ihre
rücksichtslose Vorgehensweise bekannte ägyptische Polizei verfüge über
Maschinenpistolen des Typs MP5, entwickelt von Heckler & Koch in
Oberndorf. Allein im Jahr 2009 habe Ägypten weitere 884
Maschinenpistolen und Bestandteile im Wert von 866.037 Euro
erhalten.[#3]
„Die Machthaber in Kairo erhielten Teile für Panzer, gepanzerte
Fahrzeuge, militärische Landfahrzeuge und Kommunikationsausrüstung“,
erklärte Paul Russmann, Sprecher der Kampagne gegen Rüstungsexport bei
Ohne Rüstung Leben (ORL). Insgesamt sei „Ägypten mittlerweile sogar das
bedeutendste Empfängerland in der Liste der aus Deutschland
belieferten Entwicklungsländer“.
Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) stufte
Ägypten in ihrem Rüstungsexportbericht 2009 als „problematisches“
Empfängerland ein. Die dortige Menschenrechtssituation sei laut Bericht
der beiden großen christlichen Kirchen „sehr schlecht“, die Gefahr der
Unverträglichkeit von Rüstung und Entwicklung sei „groß“.[#4]
„Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage hätte Ägypten unter
Diktator Mubarak niemals Waffen aus Deutschland und anderen Ländern
erhalten dürfen“, erklärte ORL-Sprecher Paul Russmann.
Grässlin und Russmann forderten die Bundesregierung auf, „mit
sofortiger Wirkung einen Rüstungsexportstopp gegenüber Ägypten und
allen anderen menschenrechtsverletzenden Staaten zu verhängen“.
Kontakt:
Jürgen Grässlin, Freiburg, Tel.: 0761-76 78 208, j.graesslin@gmx.de
Paul Russmann, Stuttgart, Tel.: 0176-28 04 45 23, orl-russmann@gaia.de
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Afghanistan-Krieg: Abgeordnete sollen NEIN sagen: 7 Gründe gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes
Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
Kassel,
26. Januar 2011 – Zwei Tage vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag
über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan haben viele
Gruppen und Organisationen der Friedensbewegung in Briefen und Eingaben
sowie mit Sprechstundenbesuchen bei Bundestagsabgeordneten gefordert,
Nein zum Krieg zu sagen. In einigen Städten haben auch Aktionen (von
Mahnwachen bis zu Kundgebungen) stattgefunden und werden noch
stattfinden. Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag fasste
die Erwägungsgründe gegen den Krieg noch einmal in sieben Punkten
zusammen.
1) Die Bundeswehr führt im Rahmen der NATO nun schon im zehnten Jahr
Krieg in Afghanistan. Die offiziellen “Kriegsziele” änderten sich im
Verlauf der Jahre ständig: Vom Kampf gegen den Terrorismus und der
Durchsetzung von Menschenrechten, insbesondere der Rechte von Frauen und
Mädchen, über die Einführung rechtsstaatlicher Verwaltungsstrukturen
und von Demokratie bis hin zum ökonomischen und sozialen (Wieder-)Aufbau
des Landes reichte die Palette der Gründe, in Afghanistan zu bleiben.
2) Keines dieser Kriegsziele wurde wirklich erreicht. Terroristische
Aktivitäten weltweit wurden nicht eingeschränkt, Menschen- und
Frauenrechte nicht erkämpft, die bisherigen Wahlen in Afghanistan
sprechen demokratischen Grundsätzen Hohn, von Wiederaufbau und
Entwicklung des Landes kann keine Rede sein. Das einzige, was heute
blüht in Afghanistan, sind der Mohnanbau und die Korruption.
3) Auch die Kriegsbilanz ist verheerend: Nach vorsichtigen
Schätzungen (USA und NATO geben keine Zahlen heraus) fielen dem Krieg
bisher mindestens 70.000 Menschen zum Opfer, der größere Teil davon
Zivilpersonen. Die NATO hat mehr als 2000 getötete Soldaten zu beklagen,
die Bundeswehr 45 Männer und Frauen. Die Wirtschaft des Landes liegt am
Boden, Landwirtschaft – der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes –
ist wegen der Millionen von Minen nur sehr eingeschränkt möglich. Ein
großer Teil der internationalen Hilfsgelder versickert in den Taschen
der korrupten Regierung oder in den aufwändigen Apparaten unseriöser
Hilfsorganisationen. Die Selbstmordrate unter Frauen ist in den letzten
Jahren gestiegen, die Analphabeten-Quote ebenfalls und die
Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen beträgt mittlerweile knapp 50
Prozent.
5) Weder die NATO noch die Bundesregierung haben bisher die wahren
Gründe für ihren aussichtslosen Krieg in Afghanistan genannt. Alle Welt
weiß aber, dass es um Rohstoffe, um Pipelines für das zentralasiatische
Öl und Erdgas sowie um geostrategische Positionen im Kampf um die
Weltmacht geht. Originalton Guttenberg: „Die Sicherung der Handelswege
und der Rohstoffquellen sind ohne Zweifel unter militärischen und
globalstrategischen Gesichtspunkten zu betrachten“. (In einer Rede am 9.
Nov. 2010 in Berlin.)
6) 70 Prozent der Bevölkerung hier zu Lande lehnen den
Afghanistan-Einsatz ab und fordern die Rückkehr der Bundeswehr – je eher
desto besser. Nach Auffassung der Friedensbewegung hier zu Lande und
nach Auffassung der Mehrheit der Zivilgesellschaft in Afghanistan muss
es in einem ersten Schritt zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu
einem sofortigen Beginn des Abzugs der NATO-Truppen Truppen kommen.
Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, hat in einer viel beachteten
Botschaft erklärt: “Wer den Einsatz in Afghanistan Krieg nennt, muss
auch den Mut haben, diesen Krieg umgehend zu beenden. Afghanistan
braucht Frieden.”
7) Ein Abzug der Truppen ist nicht gleichbedeutend mit einem Rückzug
aus der Verantwortung. Im Gegenteil: Parallel dazu muss die
ausschließlich zivile Hilfe verstärkt und verbessert werden. Das sind
wir dem geschundenen Volk in Afghanistan schuldig.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag geht davon aus dass die
NEIN-Stimmen im Bundestag zunehmen werden. Dies wird auch in den Reihen
der SPD-Fraktion der Fall sein, obwohl deren Führung abermals die
Kriegsverlängerung empfiehlt und Druck auf die Abgeordneten ausübt. In
der Mitgliedschaft und der SPD-Wählerschaft wird diese Haltung immer
weniger mitgetragen.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)
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Jubeldemo für mehr Krieg
von Heinz Eckel, veröffentlicht bei indymedia:
Einen
Tag vor der Bundestagsabstimmung über die erneute Verlängerung des
Afghanistan-Mandats der Bundeswehr forderte eine bunte Truppe in Berlin
mehr Geld, mehr Soldaten, mehr Blut, mehr Tote und noch mehr Krieg vom
unwilligen Volk und von der sehr willigen Regierung. Wirtschaft und
Aufschwung sollten durch mehr Investitionen in die Rüstungsindustrie
(beispielsweise die Produktion von Streubomben, an der die deutsche
Wirtschaft und die Banken und Versicherungen schon jetzt prächtig
verdienen) weiter in Schwung gebracht, Andersdenkende könnten am
Hindukusch entsorgt werden.
In einem unterhaltsamen Begleitprogramm des Zugs, der vom
Alexanderplatz zum Brandenburger Tor zog, gaben sich u.a.
Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg (der sich hier auch ganz
offiziell Kriegsminister nannte), ein rekrutenwerbender Jugendoffizier
der Bundeswehr, unsere Steffi (gleichfalls zu Guttenberg), Johannes
W(ehrmacht) Kerner, eine singende Soldatenmutter und ein Pfarrer ein
Stelldichein. Während der Pfarrer alles absegnete, trottete eine
Schafsherde hinter den Anführern hinterher und wusste nichts als “Mäh”
zu sagen. Die Soldatenmutter erfreute die nachfolgenden Patrioten mit
bewährtem deutschem Liedgut (”Junge, komm bald wieder”, “Lilly
Marleen”), Kriegerwitwen und halbtote Soldaten (im Rollstuhl und auf
Krücken) taten ihre Begeisterung für den immerwährenden Krieg kund. Auch
jugendliche SoldatInnen waren in ihrem Kriegsenthusiasmus und -geschrei
kaum noch zu bremsen, während sich Pharmaindustrie (Antidepressiva für
Kriegsheimkehrer!) und deutsche Wirtschaft schon für neue Aufgaben
rüsten. Alles in allem ein bedeutendes Signal für den wirtschaftlichen
Aufschwung, dauert der Krieg am Hindukusch doch gerade erst mal 10 Jahre
– und die Zustimmung des deutschen Bundestags zur Mandatsverlängerung
ist quer durch die Reihen von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen weiterhin
gewiss…Und damit dem Krieg auch wirklich nicht die Puste ausgeht, wurden
am Rande der Demo auch noch “Kriegsanleihen” und die Forderungen der
Kriegsbefürworter verteilt – darin heißt es:
Wir sichern unsere Weltmacht!!!
Wir sind ein verlässlicher Partner beim Aufbau einer neuen Welt nach unseren Vorstellungen!
Ein Grund zum Jubeln!!!
Wir haben es endlich geschafft! Die Deutsche Bundeswehrmacht ist die
mächtigste Friedensbewegung der Republik, der potenteste Arbeitgeber mit
Aufstiegschancen bis 2 m unter die Erde und auf dem Weg zum größten
Reiseveranstalter mit Abenteuerbonus!
Ihre Truppen sorgen in aller Welt für unseren Wohlstand! In Afghanistan vor allem. Große Aufgaben liegen noch vor ihr.
Codewort: Roter Mohn
Menschen dieses Landes, beteiligt euch an der Aufgabe wahrhaft nationaler Größe und fordert mit uns:
Gemeinsam erneuern wir die Welt und sichern unsere Rohstoffe – überall
Computer für alle! Wir holen uns das Lithium da, wo es wächst.
Deutsche Bundeswehrmacht – starker Partner der Industrie
Wir sichern Ihrem Kind einen Platz auf dem Bundeswehrehrenmal.
Wem der Hindukusch zu weit ist, der kann auch hier ins Gras beißen.
Statt sozialer Hängematte Dienst am Vaterland in Kundus.
Blühende Landschaften in Afghanistan. Der Mohnanbau bringt Farbe ins triste Leben.
Gegen den Hunger der Kinder und für die Sicherheit unserer Soldaten verteilen wir Äpfel auf den Minenfeldern in Afghanistan!
Für Nachhaltigkeit: Wir kennen kein Pardon! Aus Kindern werden neue Taliban!
70% meiner Rente für neue Offizierspatente!
Nationale Aufgabe der DHL (Deutsche Heeres-Logistik): Störungsfreie
Militärtransporte nach Afghanistan… und Päckchen, Päckchen, Päckchen für
unsere Soldaten!
Den Artikel findet Ihr hier
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DIE LINKE: Abzugsmandat statt Kriegsmandat
Abzugsmandat statt Kriegsmandat
Friedensplan der LINKEN für Afghanistan
In drei Schritten zum Frieden in Afghanistan
„Mittlerweile sind sich alle Akteure einig: Militärisch ist der
Konflikt in Afghanistan nicht zu lösen.“ So heißt es in dem im Dezember
2010 von der Bundesregierung veröffentlichten „Fortschrittsbericht
Afghanistan“. Und weiter: „Die stetig wachsende Militärpräsenz hat
bisher nicht zu einer signifikanten und nachhaltigen Verbesserung der
Sicherheitslage geführt.“
Trotzdem will die Bundesregierung das ISAF-Mandat und damit den Krieg
in Afghanistan ein weiteres Mal verlängern. Das Mandat leitet keinen
Abzug ein, sondern fördert eine Intensivierung der Kampfhandlungen.
Nicht einmal die Perspektive eines möglichen (Teil-)Abzugs wird
konkretisiert. Die Bundesregierung hält mit einem neuen Mandat am alten
Kurs, an den alten Fehlern fest. Die Verlegung von schwerem Kriegsgerät
(Panzer und Artillerie) sowie die Planungen für die Verlegung von
Tiger-Kampfhubschraubern 2012 zeigen, dass auch in Zukunft in erster
Linie auf die militärische Karte gesetzt werden soll. Mit der absehbaren
Erweiterung des ISAF-Mandats auf die militärische Überwachung des
afghanischen Luftraums durch AWACS-Flugzeuge ist in den nächsten Monaten
zudem noch mit einer personellen Ausweitung des Bundeswehrkontingents
zu rechnen.
Damit würde der Krieg in Afghanistan bald in seine zweite Dekade
gehen und länger dauern als die sowjetische Besetzung Afghanistans oder
der Vietnam-Krieg. Dass die Bundesregierung auch weit über 2014 in
Afghanistan militärische Präsenz der Bundeswehr anstrebt, wird auch im
„Fortschrittsbericht“ hervorgehoben.
Aus der realen Lage in Afghanistan, müssen genau gegenteilige
Schlüsse gezogen werden: Das ISAF-Mandat muss endlich gegen einen
zivilen Konfliktlösungsansatz ausgetauscht werden. DIE LINKE fordert vom
Bundestag statt einer Verlängerung des Kriegsmandats die Erteilung
eines Abzugsmandats.
DIE LINKE schlägt vor:
Erstens:
Die Bundeswehr muss unverzüglich aus Afghanistan abgezogen werden.
Nur wenn die Waffen schweigen, kann das Land tatsächlich aufgebaut
werden. Der Abzug der Bundeswehr sollte umgehend, das heißt ohne
schuldhaftes Verzögern, beginnen. Er ist an keine Vorbedingungen zu
knüpfen. Ab sofort wird die Bundeswehr nicht mehr an Kampfeinsätzen
teilnehmen. Die Spezialkräfte (KSK, Task Force 47 und andere) stellen
sofort ihre Arbeit ein und werden innerhalb eines Monats komplett aus
Afghanistan zurückgezogen.
Die NATO ist darüber zu unterrichten, dass Deutschland sich am
ISAF-Einsatz nicht mehr beteiligen wird. Deutschland wird ebenfalls in
der NATO die Aufhebung des Bündnisfalles betreiben. Mit dem Abzug der
Bundeswehr würde der Druck auf die anderen NATO-Partner erhöht, ihre
Truppen auch möglichst rasch zurück zu ziehen.
Angestrebt wird der Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens. Ein
Waffenstillstand ist der erste wichtige Schritt und Auftakt für einen
nationalen Friedens- und Aussöhnungsprozess. DIE LINKE strebt die
Unterstützung eines Friedens in Afghanistan an, der für die Menschen
sozialen Fortschritt, mehr Sicherheit, individuelle Rechte, Bildung und
Demokratie mit sich bringt. Auch in Afghanistan müssen Menschenrechte
und insbesondere Rechte der Frauen Bestandteil des Friedens sein. Der
Verhandlungsprozess in Afghanistan bedarf der internationalen Förderung,
aber keiner Einmischung von außen.
Statt einer Afghanisierung des Krieges soll eine Afghanisierung des
Friedens erreicht werden. Afghaninnen und Afghanen haben Mittel und
Methoden zur Initiierung von Friedens- und Aussöhnungsprozessen selbst
herausgebildet. DIE LINKE ist zuversichtlich, dass die afghanische
Kultur und Tradition einen Friedens- und Aussöhnungsprozess ermöglicht,
zum Beispiel durch afghanische Ratsversammlungen (Surgas und Jirgas).
Afghanistan muss und wird einen Weg zur Ahndung von Kriegsverbrechen,
aber auch zur Aussöhnung finden. Umgehend könnte dafür z.B. eine
Wahrheitskommission nach dem Vorbild anderer Länder gebildet werden.
Die erste Etappe des Friedensprozesses in Afghanistan könnte bis Ende
Mai 2011 abgeschlossen werden. Bis dahin könnten alle Kampfverbände der
Bundeswehr komplett aus Afghanistan abgezogen sein. Mit den
afghanischen Autoritäten ist bis dahin die Übergabe von militärischen
Einrichtungen, insbesondere von Bundeswehr-Feldlagern und des
Flugplatzes in Masar-i-Sharif, auszuhandeln.
Zweitens:
Die Bundesrepublik Deutschland sollte zivile, selbstbestimmte
Strukturen in Afghanistan unterstützen! Eine maßgebliche Teilhabe der
Bevölkerung ist die wichtigste Voraussetzung für einen friedlichen
Entwicklungsweg. Dazu gehört, neben dem sofortigen Ende der
militärischen Intervention, Nachhaltigkeit im Kampf gegen Hunger, Armut,
Gewalt und Unterentwicklung. Dazu gehören ebenso Selbstbestimmung und
die Beendigung der Bevormundung.
Es geht um die Stärkung der afghanischen Selbstbestimmung und die
Intensivierung des wirtschaftlichen und zivilen Aufbaus.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind kein Gegenstand
militärischer Intervention. Frauenrechte, humanitäre Hilfe, Demokratie
dürfen nicht zur Begründung des Krieges missbraucht werden. Für die
Entwicklungszusammenarbeit gilt: Eine weitreichende Entschuldung, neue
Mechanismen zum Schutz der afghanischen Wirtschaft, eine Landreform und
mehr direkte finanzielle Unterstützung sind wichtige Voraussetzungen für
eine nachhaltige positive Entwicklung des Landes.
Der Friedensprozess muss auch mit den Nachbarn Afghanistans durch den
Aufbau regionaler Sicherheitsstrukturen international abgesichert
werden. Dazu gehört neben der Verpflichtung auf Nichtintervention und
regionale vertrauensbildende Maßnahmen auch eine engere Zusammenarbeit
u.a. mit der Organisation der Islamischen Konferenz. Ein ausgehandeltes
Waffenstillstandsabkommen muss international unterstützt, garantiert und
kontrolliert werden. Das bedarf selbstverständlich der Zustimmung der
afghanischen Konfliktparteien.
Die Erfahrungen ziviler Konfliktbewältigung können auch in
Afghanistan helfen. Der zivile Friedensdienst in Afghanistan muss massiv
ausgebaut werden und entsprechend erfahrene NGOs der zivilen
Krisenprävention und –bearbeitung sind zu unterstützen. Den in
Afghanistan tätigen Entwicklungs- und Hilfsorganisationen ist umfassende
staatliche Unterstützung zu gewähren.
In dieser Etappe könnte der Abzug der Bundeswehr vollständig
abgeschlossen sein. Ab dem 30. September 2011 befände sich kein
Bundeswehrsoldat mehr in Afghanistan. Mit den afghanischen Autoritäten
sind bis dahin vertragliche Vereinbarungen über die Fortführung von
Entwicklungsprojekten, inklusive der Sicherheit des eingesetzten
Personals, abzuschließen. Die vertraglichen Vereinbarungen werden
veröffentlicht. Private Sicherheitsunternehmen werden aufgefordert, ihre
Arbeit in Afghanistan einzustellen.
Drittens:
Der Wiederaufbau ist auch nach dem Abzug der Bundeswehr finanziell
und personell zu unterstützen; Gelder sind vom Krieg in die Förderung
des Friedens umzuleiten. Deutschland wird keine Ausbildungshilfe für
Polizei und Militär leisten, die zur Flankierung von Militäreinsätzen
dienen bzw. den paramilitärischen Charakter der afghanischen Polizei
bestärken. Eine strikte Trennung von Militär und zivilen Aufbaumaßnahmen
ist unverzichtbar.
Die Rolle der Vereinten Nationen in Afghanistan muss sich
grundsätzlich verändern. Die UNO ist in Afghanistan ihrer Verantwortung
für den Weltfrieden nicht gerecht geworden. Sie muss den Frieden
unterstützen, den Abzug der ausländischen Truppen überwachen und die
internationale Unterstützung für den Friedensprozess und den
Wiederaufbau koordinieren. Zur Herbstvollversammlung der Vereinten
Nationen müsste der UN-Sicherheitsrat das ISAF-Mandat beenden und ein
neues Mandat beschließen, das ausschließlich auf den zivilen
Wiederaufbau gerichtet ist. Deutschland als nicht-ständiges Mitglied des
UN-Sicherheitsrats ergreift dazu Initiativen.
Der Schwerpunkt dieser letzten Etappe der Friedensvorschläge bis zum
30. November 2011 liegt in der Neustrukturierung des zivilen
Wiederaufbaus. Die für den November geplante Fortsetzung der
Petersberger Konferenz wird ausschließlich auf den zivilen Wiederaufbau
Afghanistans gerichtet und vollständig unter die Verantwortung der
Vereinten Nationen gestellt.
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A.M.O.K. – Satirisch zieht die Friedensbewegung gegen den Krieg
Codewort: Roter Mohn
Satirisch zieht die Friedensbewegung gegen den Krieg
Am 27. Januar um 17 Uhr vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor
Die AMOK Parade ist ein Teil der verschiedenen Aktivitäten, die die
Friedensbewegung anlässlich der diesjährigen Abstimmung im Bundestag
über die Mandatsverlängerung für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan
organisiert.
AMOK ist eine Satire-Demonstration. Aussagen und Handlungen der
Politiker und Politikerinnen werden überspitzt bis zu absurden
Gruppenbildern und Einzeldarstellungen. Überzeichnung und Ironie
verdeutlicht die Verlogenheit und den Wahnsinn der Kriegspolitik.
Entsprechend der Abstimmung im Parlament zur Verlängerung des
Afghanistan-Einsatzes, lautet das Code-Wort der diesjährigen AMOK-Parade
am Abend davor „Roter Mohn“.
In Anwesenheit des Kriegsministers von und zu Guttenberg und seiner
Frau Gemahlin, die der Bevölkerung das Kriegshandwerk als krisensicheren
Job näher bringen möchten, zieht eine Jubelparade vom Alexanderplatz,
über die Linden zum Brandenburger Tor. Im Zuge laufen
Rekrutierungstrupps, Jugendoffiziere, Opfer des Krieges, stolze Witwen
mit. Seine Exzellenz der Verteidigungsminister erklärt dem Volk den
Afghanistan Krieg und verleiht Orden an Lebende und Tote. Johannes B.
Kerner begleitet ihn auch hier und wird während der Parade Interviews
führen: mit einem Soldaten, einer Mutter, einem Jugendoffizier und
natürlich auch mit einem Schaf.
Das Anti-Militaristische-Oberjubel-K.O.M.I.T.E.E
Kontakt: Laura von Wimmersperg, Hauptstraße 37, 10827 Berlin – (030) 7 82 33 82
Mail: Laurawimmersperg@t-online.de
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Genug getötet – Abzug aus Afghanistan
Genug getötet – Abzug aus Afghanistan
66.600 Unterschriften sind bereits gesammelt
Liebe Friedensfreundinnen und –freunde,
mit
der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung fordert die Friedensbewegung
den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan – je früher, desto besser, am
besten sofort. 66.600 Unterschriften haben wir in den letzten Monaten
gesammelt. Und wir sammeln weiter. Der Appell “Den Krieg in Afghanistan
beenden – Zivil helfen!” ist unser Protestruf. Es ist Krieg. Entrüstet
euch! Zieht endlich ab aus Afghanistan. Genug getötet. Wir wollen keine
weiteren Opfer.
Mit dem Appell fordern wir von Bundestag und Bundesregierung “den
Stopp aller Kampfhandlungen, den sofortigen Beginn des Abzugs der
Bundeswehr aus Afghanistan, den Einsatz der frei werdenden Gelder zur
Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach
deren Bedürfnissen. So haben ein selbstbestimmter Friedensprozess und
der zivile Aufbau in Afghanistan eine Chance.”
Ein kurzer Text, eine unmissverständliche Botschaft. Wenn sich am 7.
Oktober 2011 zum zehnten Mal der Kriegsbeginn jährt, wollen wir mit
diesem Appell “Den Krieg in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” und mit
möglichst vielen Unterschriften an die Öffentlichkeit.
Die große Mehrheit in Deutschland ist gegen diesen Krieg. Sprecht
diese Menschen an, sammelt bei Großveranstaltungen und auf
Wochenmärkten, nach dem Kirchgang oder dem Moscheebesuch, bei Konzerten,
in Schulen und Hochschulen Unterschriften unter den Aufruf “Den Krieg
in Afghanistan beenden – Zivil helfen!” Dass Menschen diesen Appell gern
unterschreiben, zeigen eigene Erfahrungen und Rückmeldungen von
Friedensaktivistinnen und -aktivisten. Unterschriftenlisten bekommt ihr
bei allen Friedensorganisationen.
Am 28. Januar, wenn der Bundestag über die Mandatsverlängerung
abstimmt, werden Berliner Friedensgruppen und Organisationen in
Sichtweite der Abgeordneten demonstrieren. Sie werden der Opfer
gedenken, die dieser Krieg bereits gefordert hat und dagegen
protestieren, dass Opfer weiterhin in Kauf genommen werden. In vielen
Städten und Gemeinden sind ebenfalls Protestaktionen geplant oder werden
spontan durchgeführt.
Ideenreichtum und Energie sind gefragt, um ein Ende des Krieges zu erzwingen.
Euer
Koordinationsausschuss Afghanistan:
Susanne Grabenhorst, Kooperation für den Frieden Klaus-Dieter Heiser,
Friedenskoordination Berlin (Friko) Lühr Henken, Hamburger Forum für
Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Bundesausschuss
Friedensratschlag Julia Hillebrand, Friedenskoordination Berlin (Friko)
Wiltrud Rösch-Metzler, pax christi Monty Schädel, DFG-VK Jens-Peter
Steffen, IPPNW Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag
Listen zum Ausdrucken findet ihr hier
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Aufruf zur Afghanistan-Demo in Berlin: Bundeswehr und Nato raus aus Afghanistan!
Afghanistan-Demo in Berlin
am 22.01.2011 um 15 Uhr
ab Rathaus Neukölln
Bundeswehr und Nato raus aus Afghanistan!
Gemeinsam gegen Krieg, Besatzung und Rassismus
Wir rufen dazu auf, sich am 22. Januar 2011 an der Demonstration
gegen die Verlängerung des Mandats für den Kriegseinsatz der Bundeswehr
in Afghanistan zu beteiligen!
Ende Januar 2011 wird der Bundestag wieder über die Verlängerung des
Mandats für den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan abstimmen.
Obwohl sich ein großer Teil der Bevölkerung in Umfragen gegen den
Einsatz ausspricht, wird die Mehrheit der Abgeordneten wie in den
vergangenen Jahren, für die Verlängerung des Krieges und der Besatzung
Afghanistans stimmen. Neun Jahre dauert diese imperialistische
Aggression durch die Nato-Staaten mittlerweile an. Neun Jahre, die für
die afghanische Bevölkerung Leid, Tod und Zerstörung bedeuten. Tag für
Tag sterben Menschen durch die Folgen des Krieges, an Unterernährung,
mangelnder Krankenvorsorge, Bombardements und Anschlägen. Die Nato hat
öffentlich einen Abzug im Jahre 2014 vorgesehen. Ob dieser Plan
umgesetzt wird, ist jedoch stark zu bezweifeln. Der ISAF-Kommandant
Petraeus hat bereits geäußert, dass er nicht an einen baldigen Abzug
glaubt. Wir fordern den sofortigen und bedingungslosen Abzug aller
ausländischen Truppen aus Afghanistan! Jedes weitere Jahr Besatzung
verlängert das Leid der afghanischen Bevölkerung.
Die Besatzerarmeen sind mit den Warlords der Nordallianz verbündet
und stützen sich somit auf reaktionäre Kräfte. Linke und
fortschrittliche Gruppen und Initiativen, wie die Frauenorganisation
RAWA (Revolutionary Association of the Women of Afghanistan), kämpfen in
Afghanistan unter schwierigsten Bedingungen für Unabhängigkeit,
Gerechtigkeit und die Befreiung der Frauen. Sie kämpfen für ein
sofortiges Ende der Besatzung, da nur ohne die Besatzung und den
permanenten Kriegszustand eine Perspektive jenseits von Abhängigkeit,
Unterdrückung und Fundamentalismus zu erreichen ist. Solidarität mit den
fortschrittlichen Kräften in Afghanistan! Hoch die internationale
Solidarität!
Der Widerstand gegen die Nato-Truppen hat immer mehr an Bedeutung
gewonnen. Es finden wiederholt Angriffe der Aufständischen auf Laster
mit militärischem Material in Pakistan und Afghanistan statt. Die Nato
hat mittlerweile den Krieg auch auf Teile von Pakistan ausgeweitet. Sie
hat ihre Truppenstärke im Laufe der Jahre massiv erhöht. Trotzdem
schafft sie es nicht, Afghanistan unter ihre Kontrolle zu bekommen. Eine
weitere Strategie der Nato besteht nun in der Ausbildung und Aufrüstung
afghanischer Truppen. Zusätzlich zu den staatlichen Armeen sind auch
zunehmend Söldner von privaten Militärunternehmen in Afghanistan. Die
Nato-Staaten wollen mit allen Mitteln ihre Herrschaft über das Land
sichern. Afghanistan ist für sie von zentraler Bedeutung, weil das Land
in der Nähe von großen Öl- und Gasvorkommen liegt, es über eigene
Rohstoffe verfügt und als Einflussgebiet für die westlichen Staaten von
geostrategischem Interesse ist. Die Nato-Staaten konkurrieren,
insbesondere mit Russland und China, um die rohstoffreiche Region. In
den verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr wird deutlich
gesagt, dass die Sicherung von Märkten, Handelswegen und
Rohstofflieferungen die Gründe für Kriege sind. Für die Profitinteressen
von Konzernen wird gemordet, bombardiert, gefoltert, vertrieben und
unterdrückt. Gegen Krise, Krieg und Kapitalismus! Für eine solidarische
Gesellschaft!
Wir bekämpfen die deutsche Kriegspolitik und demonstrieren deshalb
gegen die Verlängerung des Mandats für die Bundeswehr. Gegen Krieg und
Besatzung zu kämpfen, heißt auch die Propaganda der Bundeswehr zu
stören. Die Bundeswehr versucht sich an Schulen als attraktiver
Arbeitgeber darzustellen. Im Zuge des Umbaus der Bundeswehr und der
geplanten Aussetzung der Wehrpflicht ab Juli 2011 wird die Bundeswehr
noch intensiver versuchen, in Schulen Rekruten zu werben. Auch an
Universitäten ist sie präsent. In zunehmendem Maße wird an deutschen
Hochschulen Forschung für den Krieg betrieben. Es gibt zum Beispiel an
der Universität Potsdam den, in Kooperation mit der Bundeswehr
durchgeführten, Masterstudiengang Military Studies. Der zunehmenden
Militarisierung der Gesellschaft und den weltweiten Kriegseinsätze von
Bundeswehr und Nato, muss unser entschlossener Widerstand
entgegengesetzt werden. Genauso bekämpfen wir die rassistische
Propaganda und Hetze gegen den Islam. Bundeswehr raus aus Schulen,
Arbeitsämtern und Unis! Gegen Rassismus und Islamophobie!
Afghanistan-Demo
am 22.01.2011 um 15 Uhr ab Rathaus Neukölln
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Selbstverständnis des Berliner Bündnisses „Schule ohne Militär“
In Berlin arbeiten seit letztem Jahr Organisationen und
Einzelpersonen aus der Berliner Friedensbewegung zusammen, um sich gegen
die zunehmende Präsenz von Bundeswehrsoldaten an den Berliner Schulen
zu wehren.
Hier die ausgearbeitete Erklärung des Berliner Bündnisses “Schule ohne Militär”:
Selbstverständnis des Berliner Bündnisses „Schule ohne Militär“
Seit vielen Jahren wird eine massive Militarisierung der Gesellschaft
vorangetrieben. Durch eine zunehmende Präsenz der Bundeswehr in der
Öffentlichkeit sollen Waffen und Krieg als Mittel der Konfliktlösung
als Normalzustand dargestellt und in der Gesellschaft ideologisch
verankert werden.
Die neuen Aufgaben des deutschen Militärs als Armee im weltweiten
Einsatz zur Sicherung von Rohstoffen, Handelswegen und Absatzmärkten und
die Umdeutung des verfassungsmäßigen Verteidigungsbegriffs sind
gesellschaftlich höchst umstritten. Das Bündnis Schule ohne Militär
betrachtet das frühzeitige Werben der Bundeswehr bei Kindern und
Jugendlichen auch als Werben um Akzeptanz für eine Militarisierung von
Politik und Gesellschaft, als Kriegserziehung gegen den Willen vieler
Eltern, Schüler_innen und Lehrer_innen. Durch die Präsenz von Militär an
Schulen sollen die Kinder und Eltern an die Normalität des Krieges
gewöhnt und die Schüler_innen als neue Soldat_innen geworben werden.
Dafür werden speziell geschulte Militärangehörige auf Jugendmessen, bei
öffentlichen Festen, Freizeitevents, an Hochschulen und sogar direkt im
Unterricht an Schulen eingesetzt.
Durch eine direkte Einflussnahme und die Gestaltung von
Unterrichtseinheiten, durch die Bereitstellung von Lehrmaterial für den
Unterricht und durch das Angebot von Seminaren für Schüler_innen und
Lehrer_innen wird intensiv für die Bundeswehr und das Militär geworben.
In einigen Bundesländern wurden auch Kooperationsvereinbarungen zwischen
Bundeswehr und Kultusministerien geschlossen.
Das Bündnis “Schule ohne Militär” wendet sich gegen diese
Militarisierung unserer Bildungseinrichtungen. Gemeinsam arbeiten die
Mitgliedsorganisationen und Gruppen gegen jeglichen Einfluss von Militär
auf Schulen und Bildungseinrichtungen
Das Bündnis „Schule ohne Militär“ besteht aus Gruppen, Organisationen
und Einzelpersonen, die sich auch aktiv in anderen Bereichen der
Antikriegsbewegung engagieren. Durch eine Schwerpunktsetzung auf den
Bereich Militarisierung der Schule will es einen Beitrag für eine
militärfreie Gesellschaft leisten.
Ziele des Bündnisses sind:
• Wir wollen erreichen, dass die Schulen und anderen
Bildungseinrichtungen grundsätzlich zu militärfreien Einrichtungen
werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Schulen sich jeglicher
Einflussnahme durch die Militärs verweigern.
• Wir unterstützen Schulen, Gewerkschaften, Schüler_innen, Lehrer_innen
und Elternvertretungen darin, sich öffentlich gegen eine Beteiligung von
militärischem Personal am Unterricht zu engagieren.
• Wir wollen jede Form von Kriegserziehung verhindern und erreichen,
dass der strikt zivile Charakter von Schule in jedes Schulprofil
aufgenommen wird.
• Wir wollen durch Informationsveranstaltungen die Schüler_innen,
Lehrer_innen, Elternvertretungen und Schulen erreichen, um ihnen
Informationen und rechtliche Beratung anzubieten, damit jegliche Präsenz
von Militärs an Schulen verhindert wird.
• Wir wollen durchsetzen, dass die Bundeswehr weder unmittelbar noch
mittelbar Lehr- und Unterrichtsmaterialien zur Verwendung an Schulen
erstellt. Die Schulen, Lehrer_innen, Schüler_innen und
Elternvertretungen wollen wir bestärken, dieses Material zurückzuweisen
und dies auch öffentlich bekanntzumachen.
• Wir fordern, jede Einbindung der Bundeswehr in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und Referendar_innen zu beenden.
• Wir setzen uns dafür ein, dass weder das Land Berlin noch einzelne
Bezirke in Berlin Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr
schließen und unterstützen Initiativen, die darauf abzielen, die
bestehenden Kooperationsvereinbarungen in anderen Bundesländern
aufzukündigen.
Die NaturFreunde Berlin sind Mitglied im Bündnis “Schule ohne Militär”
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Rüstungsinvestor will Hess Natur kaufen.
In der Advents- und Weihnachtszeit wird mit
Klinglöckchen, klingelingeling die ‘Heile Welt’ fast herbei geläutet.
Weihnachtsgeschenke für die Lieben werden besorgt und mancher
entscheidet sich bewusst für Produkte, die ökologisch und sozial
verträglich hergestellt wurden.
Jedoch kurz vor Jahresende ist zu befürchten, dass bei Hess Natur,
einem Vorreiter in Sachen Öko- und Sozialstandards bei Textilien,
künftig dieses Anliegen ad absurdum geführt werden könnte.
Die Kampagne für Saubere Kleidung sieht es mit Besorgnis, dass der
us-amerikanische Private-Equity-Fonds und Rüstungskonzern Carlyle
beabsichtigt Hess Natur zu kaufen. Es bleibt nicht nur die Frage, was
wird aus der ethischen Unternehmenspraxis, sondern jeder Euro für
Ökokleidung vermischt sich dann mit Gewinnen aus dem Verkauf von Panzer
und Minen.
Das sind ja friedliche Weihnachten.
Protestiere mit deiner Unterschrift gegen die geplante Übernahme des
Ökotextilunternehmens Hess Natur durch den Private Equity Fonds und
Rüstungskonzern Carlyle!
Hier kann mensch mit seiner Unterschrift widersprechen!
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Friedenspolitisches Aktionsprogramm 2011
Friedenspolitisches Aktionsprogramm 2011
Verabschiedet vom Bundesausschuss Friedensratschlag im Dezember 2010
Die Regierungen der reichen Staaten befestigen ihre Machtstellung
gegenüber den Rest der Welt. Dazu soll die NATO gestärkt, die
Europäische Union militarisiert und die Bundeswehr endgültig in eine
Interventionsarmee transformiert werden. Dagegen regt sich Widerstand in
vielen Teilen der Welt. Während große Kriege wie die in Afghanistan, in
Pakistan und viele bewaffnete Konflikte in Afrika, Asien und
Lateinamerika weiter geführt werden, besteht die Gefahr neuer Kriege
insbesondere im Nahen Osten (Iran) und im Sudan. Friedenspolitik muss
auf die Beendigung aller Kriege und auf die Verhinderung neuer Kriege
dringen. Abrüstung und die Achtung des Völkerrechts sind zwei notwendige
Voraussetzungen für eine andere, eine friedlichere Welt. Letztlich
setzt die internationale Friedensbewegung auf eine vorausschauende,
präventive Friedenspolitik, die weltweit auf Beseitigung der
Konfliktursachen gerichtet ist.
Schwerpunkte unserer friedenspolitischen Arbeit 2011 werden sein:
(1) Afghanistan-Krieg beenden: Der Kampf um die
Beendigung des Afghanistan-Krieges hat für die Friedensbewegung
weiterhin Priorität. Die Ergebnisse des Krieges sind desaströs. Ein
Abzug der Bundeswehr wäre ein ermutigendes Signal auch für andere
Staaten. Das entspräche auch dem Wunsch der übergroßen Mehrheit der
Bevölkerung in Deutschland. Die Friedensbewegung hat sich im Sommer 2010
auf den gemeinsamen Unterschriften-Appell „Den Krieg in Afghanistan
beenden – zivil helfen“ verständigt, für den weiter breit geworben wird.
(2) Atomwaffen abschaffen: Der Einsatz atomarer
Waffen und deren Ersteinsatz bleiben Teil der strategische Planung. Alle
Appelle an die Regierungen zur Einhaltung des Nichtverbreitungsvertrags
werden so lange wirkungslos bleiben, als nicht die Atomwaffen
besitzenden Staaten mit gutem Beispiel voran gehen und mit der Abrüstung
Ernst machen. Atomwaffenfreie Zonen, z.B. auch für den hochexplosiven
Nahen und Mittleren Osten, können geeignete Schritte auf dem Weg zu
einer atomwaffenfreien Welt sein. Als deutschen Beitrag zur atomaren
Abrüstung fordern wir den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und die
Beendigung der atomaren Teilhabe im Rahmen der NATO.
(3) Die NATO delegitimieren: Die NATO ist zu einem
Überbleibsel einer untergegangenen bipolaren Weltordnung geworden. Ihr
Fortbestand dient der militärischen Absicherung imperialistischer
Interessen gegen die Ansprüche der Völker der unterentwickelt gehaltenen
Welt und richtet sich gegen Mächte, die dem freien Fluss ausländischen
Kapitals nationale Schranken entgegen setzen wollen. Wir stellen die
NATO dar, als das was sie ist: Der größte Militärpakt der Erde, dessen
Mitgliedsstaaten drei Viertel der weltweiten Rüstungsausgaben auf sich
vereinen, und der bereit ist, seine imperialen Interessen nicht nur in
Afghanistan, sondern auch sonst in der Welt durchzusetzen. Die
Friedensbewegung arbeitet weiter an der Delegitimierung der NATO mit dem
Ziel ihrer Abschaffung.
(4) „Nein zur europäischen Militärunion“: Die
Europäische Union ist mit dem Lissabon-Vertrag endgültig zu einem
Militärbündnis geworden. Sie verfügt über eine eigene
Sicherheitsstrategie, über eigene militärische Fähigkeiten (z.B. die
bekannten Battle Groups) und eine europäische Rüstungsagentur, deren
Aufgabe es ist, die geforderte Verbesserung der militärischen
Fähigkeiten der EU (Aufrüstungsverpflichtung) zu vermitteln und zu
managen. Wie in der Kampagne gegen den Verfassungsvertrag muss es auch
heute für die Friedensbewegung heißen: „Ja zu Europa, Nein zur
europäischen Militärunion“.
(5) Keine Interventionsarmee Bundeswehr: Guttenbergs
Bundeswehrreform zielt auf weltweite Interventionsfähigkeit zur
Sicherung der wirtschaftlichen Interessen „Deutschlands“ ab. Die Devise
der Herrschenden lautet: Kleiner und feiner, effektiver und aggressiver!
Wir weisen darauf hin, dass die Bundeswehr gemäß dem Grundgesetz und im
Einklang mit dem Gewaltverbot der UN-Charta ausschließlich der
Verteidigung dient. Darüber hinaus fordern wir die Abrüstung der
Bundeswehr bis zu ihrer Abschaffung.
(6) Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr: Die
grundsätzliche Ablehnung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr gehört
zum festen Bestandteil der Friedensbewegung. Deutsche Soldaten haben
weder in Afghanistan, noch auf dem Balkan, noch am Horn von Afrika oder
im Sudan etwas zu suchen. Wo Menschen ihrer fundamentalen Rechte beraubt
werden, ist wirksame Hilfe nur mit zivilen, nicht-militärischen Mitteln
möglich. Jede Prävention, jede Form ziviler Konfliktbearbeitung, jeder
Einsatz politischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Mittel ist
das vernünftige Gegenteil von militärischer Intervention.
(7) Schluss mit den Rüstungsexporten: Die
Bundesrepublik Deutschland belegt seit Jahren einen der vordersten
Plätze im internationalen Rüstungsgeschäft. Geliefert wird in alle
Weltteile, in Spannungsgebiete und an Bürgerkriegsparteien. Wir fordern
ein Verbot jeglichen Rüstungsexports. Auch die sog. „Kleinwaffen“ dürfen
nicht weiter gegeben werden; Lizenzverträge mit anderen Staaten sind zu
verbieten.
(8) Rüstungsindustrie verstaatlichen und konvertieren:
Die privatwirtschaftlich organisierte Rüstungsindustrie ist am Gewinn
interessiert und kennt weder Moral noch politische Verantwortung. Alles
deutet darauf hin, dass die Rüstungsunternehmen ihre Produktion auch
über eine Ausdehnung des Exports steigern will. In der schwarz-gelben
Regierung haben sie einen wichtigen Förderer ihrer Anliegen. Wir setzen
dem entgegen: Die hoch gefährliche Rüstungsindustrie muss verstaatlicht
und gezielt auf die Produktion nützlicher ziviler Güter umgestellt
werden (Konversion). Der Staat als 100-prozentiger Abnehmer der
produzierten Waffen und militärischen Geräte trägt auch die
Verantwortung für die Umstellung der Rüstungsproduktion bei Erhalt der
Arbeitsplätze.
(9) Gegen die Militarisierung von Schule, Hochschule und Gesellschaft:
Die Regierung ist bestrebt, durch verstärkte Werbeanstrengungen – auch
unter arbeitslosen Jugendlichen – dem Schwund an Nachwuchs entgegen zu
wirken. Zugleich wird damit die innere Militarisierung vorangetrieben.
Diese Offensive setzt auf die Militarisierung der Bildung und des
Denkens und macht weder vor Schule, Hochschule und Arbeitsagenturen noch
vor Jahrmärkten und Volksfesten halt. Wir unterstützen alle Aktivitäten
die darauf abzielen, die ideologische Offensive der Bundeswehr
abzuwehren, die sich heute an Schulen, Messen („Karrieretreffs“),
Volksfesten oder bei Gelöbnissen und Zapfenstreichen manifestiert. Wir
unterstützen den Kampf der Studierenden für die Einführung von
„Zivilklauseln“.
(10) Völkerrecht einhalten und UNO demokratisieren: In
der UN-Charta sind die wesentlichen Prinzipien des Völkerrechts
verankert wie die Souveränität, Gleichberechtigung und territoriale
Integrität der Staaten, das unbedingte Gewaltverbot sowie das Verbot,
sich in die inneren Angelegenheiten von Staaten einzumischen. Die
militärische Dominanz der NATO-Staaten vermochte bereits dreimal nach
Ende der Blockkonfrontation durch Aggressionskriege (gegen Jugoslawien,
Irak und Afghanistan) sich über das Völkerrecht hinweg zu setzen. Obwohl
problematische und falsche Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats
nachträglich zu Legitimierungen dieser völkerrechtswidrigen
Angriffskriege geführt haben, bleibt das UNO-System ohne vernünftige
Alternative. In der UNO-Vollversammlung sowie in den meisten Gremien und
Untergliederungen stehen die große weltweite Mehrheit der
Mitgliedsstaaten gegen imperialistische Einmischung und Dominanz. Im
UN-Sicherheitsrat sind unterprivilegierte Staaten unterrepräsentiert.
Die UNO muss zu einem Anwalt der Schwachen werden. Es muss um eine
Demokratisierung – nicht um eine Marginalisierung der UNO gehen.
Anhang: Ausgewählte Termine für die Friedensbewegung 2011:
- Ende Januar/Anfang Februar: Aktionen gegen die Verlängerung des Mandats für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan
- 4./5. Februar : Aktionen gegen die NATO–Sicherheitskonferenz in München
- 19./20. Februar : Afghanistan-Konferenz der Friedensbewegung und VENRO in Hannover
- 15. bis 25. April : Ostermärsche
- 26. April: 25. Jahrestag Tschernobyl
- 1. Mai: Kundgebungen des DGB
- 8. Mai: Tag der Befreiung am 8. Mai
- 22. Juni: 70 Jahre Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion
- Juli/August: Sommerakademie des Friedensratschlags
- 6./9. August: Hiroshima-/Nagasaki-Tag
- 1. September: Antikriegstag/Weltfriedenstag
- 4. September: 2. Jahrestag des Massakers von Kundus
- 7. Oktober: 10. Jahrestag des Kriegsbeginns gegen Afghanistan (evtl. Afghanistan-Tribunal)
- 3./4. Dezember 18. Friedenspolitischer Ratschlag in Kassel
Bundesausschuss Friedensratschlag
Germaniastr. 14 34119 Kasse Tel.: 0561/93717974 begin_of_the_skype_highlighting 0561/93717974 end_of_the_skype_highlighting
Spenden: Friedensratschlag, Kt.Nr. 217 001 232; Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53
www.ag-friedensforschung.de
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FRIKO Berlin: Termine der Berliner Friedensbewegung
Unsere
Aktivitäten im Januar sind bestimmt von der jährlichen
Bundestagsabstimmung zur Verlängerung des Mandats der Bundeswehreinsätze
in Afghanistan, in diesem Jahr am 28. Januar 2011.
O9. 1. 2011, 10 Uhr, Frankfurter Tor
Im Zentrum des Gedenkens an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht steht für
die Friedensbewegung ihr Kampf gegen Krieg und Militarismus und ist
daher mehr als eine historische Würdigung. Wir haben auf dem
November-Plenum beschlossen, daß wir im Rahmen der
Luxemburg-Liebknecht-Demo nach Friedrichsfelde einen Afghanistan-Block
machen wollen. Wir hoffen, wir werden von vielen Menschen unterstützt.
Am 15.1. 2011, 12 Uhr, Kurfürstendamm / Ecke Joachimsthaler Straße
Wir gehen von dort zum Olof-Palme-Platz / Elefanten Tor zu einer kurzen
Kundgebung, um danach an den beiden Denkmälern im Tiergarten Blumen
niederzulegen.
Am 22. 1. 2011, 15 Uhr, Rathaus Neukölln
Demonstration unter dem Motto „Bundeswehr und NATO raus aus Afghanistan.“
Am 27. 1. 2011, 17 Uhr, Alexanderplatz
8. AMOK-Parade am Vorabend der Bundestagsabstimmung Code-Wort „Roter Mohn“.
In Anwesenheit des Kriegsministers von und zu Guttenberg und der
Kanzlerin Angela Merkel, die der Bevölkerung dass Kriegshandwerk als
krisensicheren Job näher bringen wollen, zieht eine hoffentlich
bitterböse Jubelparade über die Linden zum Brandenburger Tor. Im Zug
laufen Rekrutierungstrupps, Opfer des Krieges, stolze Krieger Witwen
u.a. mit. Guttenberg erklärt dem Volk den Afghanistan-Krieg und verleiht
Orden an Lebende und Tote.
Wir würden uns freuen, wenn uns viele Mitstreiterinnen und –streiter
unterstützen, entweder indem Ihr eine vorgegebene Rolle übernehmt (z.B.
Witwe, Schaf in der Schafherde der entmündigten Bundesbürger) oder mit
einer eigenen Idee zu einem Bild mitmacht.
Um dem Zug einen dramaturgischen Aufbau zu geben und das
Organisatorische zu besprechen, treffen wir uns am Di. 11. 1. 2011, 19
Uhr im PallasT. Wir brauchen dringend noch Akteure!!!
Am 28. 1. 2011, 8 Uhr 30, Bundestag Dorotheen-/Ecke Ebertstraße
Mahnwache zum Empfang der Abgeordneten auf ihrem Weg zur
Bundestagssitzung. Unterstützt von Vertretern verschiedener
demokratischer Bewegungen aus Afghanistan, Gäste der Partei DIE LINKE
auf dem nachstehend beschriebenen Kongress.
Am 28. und 29.1. 2011 im Bundestag
Kongress „Das andere Afghanistan“, organisiert von der Partei DIE LINKE.
Anmeldungen dafür per Email bei der Bundestagsfraktion.
(veranstaltung@linksfraktion.de)
So, nun hoffe ich, daß Euch dieses volle Programm nicht in die Flucht
schlägt, sondern wir gemeinsam mit einem sehr widerständigen ersten
Monat in das neue Jahr starten.
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NATO-Konzept: Interventionsbündnis auf Samtpfoten
NATO-Konzept: Interventionsbündnis auf Samtpfoten
NATO: Teuer und überflüssig
Friedensbewegung: NATO auflösen
Kassel/Hamburg/Berlin, 16. November 2010 – Zum bevorstehenden
NATO-Gipfel in Lissabon, erklärten die Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag in Kassel:
Wenn sich die NATO am kommenden Wochenende ein neues strategisches
Konzept gibt, wird es weder Überraschungen noch wirkliche Neuerungen
gegenüber dem bisherigen Programm, geschweige denn gegenüber der
bisherigen Praxis geben.
Seit Ende des Kalten Kriegs war klar, dass das alte
Bedrohungsszenario, das von einem großangelegten Angriff mit riesigen
Panzerheeren aus dem Osten ausging, der Vergangenheit angehört. Auf dem
Gipfel 1991 in Rom gab sich die NATO ein neues Konzept, das den
veränderten Realitäten Rechnung tragen sollte. Seither galten der Kampf
gegen den internationalen Terrorismus und gegen die Weiterverbreitung
von Massenvernichtungswaffen, die militärische Absicherung des freien
Welthandels und des Zugangs zu lebenswichtigen Rohstoffen sowie die
Sicherung der Energieversorgung zu den erklärten Zielen des
Militärbündnisses. Festgehalten wurde auch an der Doktrin der atomaren
Abschreckung einschließlich des Vorbehalts eines “Erstschlags”. Mit dem
Krieg um das Kosovo 1999 wurde zudem die strikte geografische
Eingrenzung des Aktionsradius der NATO auf den atlantischen Raum
(nördlich des Wendekreises des Krebses) aufgegeben. Im Afghanistan-Krieg
zieht die NATO – wie zuletzt Wikileaks aufgedeckt hat – alle Register
einer völkerrechtswidrigen Kriegführung.
Das neue strategische Konzept wird feststellen,
- dass die Hauptaufgabe des NATO-Bündnisses weiterhin die
Verteidigung gegen militärische Angriffe sein wird,
- dass die genannten “neuen Bedrohungen” noch um eine weitere ergänzt
- wird: um Cyber-Attacken, die sich gegen einzelne Mitgliedstaaten
oder gegen Einrichtungen der NATO richten können,
- dass die NATO sowohl in konventioneller als auch in nuklearer
Hinsicht zu weiteren Abrüstungsvereinbarungen bereit ist, wobei das Ziel
eines “Global Zero” für richtig, aber in absehbarer Zeit für nicht
realisierbar gehalten wird,
- dass die NATO Partnerschaften mit geeigneten Ländern und
Organisationen anstrebt, allen voran mit der EU und der UNO und eine
Aufrüstung der militärischen Fähigkeiten der EU unterstützt,
- dass die NATO in Europa ein Raketenabwehrsystem errichten wird, das
einen Schutzschirm gegen potentielle Angriffe aus dem Nahen oder
Ferneren Osten darstellen und Russland als Partner einbeziehen soll, und
- dass Fragen der Energiesicherheit und des Klimaschutzes, der
Armutsbekämpfung und der Entwicklung zu Angelegenheiten der NATO werden.
Das neue NATO-Konzept will den Anschein erwecken, als handele es sich
um ein Bündnis kollektiver Sicherheit, das den grundlegenden Werten von
Demokratie, Freiheit und der Wahrung von Menschenrechten verpflichtet
sei und auf der völkerrechtlichen Grundlage der UN-Charta operiere. Die
NATO kommt auf Samtpfoten daher, bleibt aber ein bis an die Zähne
bewaffneter Militärpakt, der 75 Prozent der weltweiten Rüstungs- und
Militärausgaben auf sich vereinigt und tendenziell alle Probleme der
globalisierten Welt “versicherheitlicht”, d.h. zu einem Gegenstand
militärischer Überlegungen und Antworten macht. Das jüngste Beispiel
sind Cyber-Attacken. Morgen (16. Nov.) beginnen unter dem Titel “Cyber
Coalition 2010″ dreitägige NATO-Übungen, in denen die Möglichkeiten der
Reaktion auf mehrfache, gleichzeitig vorgetragene Cyber-Attacken
durchgespielt werden sollen. Hierfür gibt es bereits einen NATO-Stab,
das “NATO Cyber Defence Management Board”.
Die Friedensbewegung wendet sich entschieden gegen alle Versuche, die
NATO als global agierende Sicherheitsagentur mit umfassenden
Kompetenzen zu etablieren und dafür von den Mitgliedstaaten steigende
Beiträge zu fordern. Die meisten Risiken, mit denen die NATO ihre
Existenz begründet, sind ziviler Natur und demnach auch nur zivil, also
nicht-militärisch zu lösen. Hierfür existieren mit den Vereinten
Nationen und mit der vernachlässigten OSZE zwei Organisationen, in deren
Rahmen die genannten Probleme verhandelt und gelöst werden können. Ein
Militärbündnis – das größte, das die Weltgeschichte je gekannt hat –
braucht es dafür nicht.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag wird seine Kampagne zur
Delegitimierung der NATO fortsetzen. Dabei ist zu zeigen,
- dass Militärpakte aufgrund des allgemeinen Gewaltverbots keine
Existenzberechtigung haben,
- dass kollektive Sicherheitssysteme, weil sie exklusiv wirken, nicht
zu mehr Sicherheit beitragen, sondern die davon Ausgeschlossenen
ihrerseits zu entsprechenden militärischen Vorkehrungen veranlassen,
- dass die NATO-Staaten heute rund 900 Milliarden US-Dollar für
Militär und Rüstung ausgeben, das sind 75 Prozent der weltweiten
Rüstungsausgaben,
- dass es ein Gebot der menschlichen Vernunft ist, die Auflösung
dieser sündhaft teuren Verschwendungs-Allianz zu fordern, damit die
Mittel zur Bekämpfung der dringendsten Menschheitsprobleme verwendet
werden können.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg/Berlin
Peter Strutynski (Kassel)
Bei Rückfragen:
L. Henken, Tel.: mobil: 0160 40 666 30
P. Strutynski, Tel.: mobil: 0160 976 28 972
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AntiKriegsKongress in Berlin
Freitag, 26. November 2010
| 18:00 |
Begrüßung |
| 18:30 |
Podium: Afghanistan
Matin Baraki: Wirtschaftsinteressen in Afghanistan
Gregor Schirmer: Widerrechtlichkeit des Afghanistan-Einsatzes
Jürgen Rose: Afghanistankrieg – die doppelte Agenda
Christine Buchholz: Zur aktuellen Lage in Afghanistan
Jürgen Wagner: Afghanistan – Lackmustest für die NATO? |
| 20:30 |
Film: Frieder Wagners „Deadly Dust“
über Uran-angereicherte Munition im Irak und Diskussion (Regisseur
anwesend) |
Samstag, 27. November 2010
| 10:00 |
Podium: Militarisierung der Außenpolitk
Lühr Henken: Nahost-Strategie der NATO
Ottfried Nassauer: Militärische Zukunftskonzepte und Technologie
Tobias Pflüger: Militarisierung der EU
Sabine Schiffer: Antimuslimischer Rassismus und Frauenrechte als
Kriegslegitimation
Christoph Hörstel: „Krieg gegen den Terrorismus“ |
| 12:00 |
Workshopphase
I |
| 14:00 |
Pause |
| 15:00 |
Podium: Militarisierung der Zivilgesellschaft
Dietrich Schulze: Kampf für Zivilklauseln und gegen
Rüstungsforschung
Schülerin von Klassenkampf Süd-West: Bundeswehrwerbung an Schulen
Sabine Schiffer: Rolle der Medien für die Kriegsakzeptanz
Rolf Gössner: Militärischer Heimatschutz. Neue
Sicherheitsarchitektur für den alltäglichen Ausnahmezustand? |
| 17:00 |
Workshopphase
II |
| 20:00 |
Aufführung: „Die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch“
(Berliner Compagnie) |
Sonntag, 28. November 2010
| 10:00 |
Podium/Diskussion: Wie weiter? Perspektiven für eine
stärkere Antikriegsbewegung
Hans-Christian Ströbele: Parlamentarische Mehrheiten gegen den Krieg
schaffen
Franziska Drohsel: Jugendorganisationen gegen den Krieg
Bernd Drücke: Perspektiven des libertären Antimilitarismus
Uwe Hiksch: Umweltbewegung trifft Friedensbewegung
Hanna Poddig (angefragt): Strategien des politischen Aktivismus |
| 13:00 |
Feedback und Abschluss |
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FRIKO Berlin: Im Gedenken an die Opfer von Kundus fordern wir: Bundeswehr raus aus Afghanistan
Im Gedenken an die Opfer von Kundus fordern wir:
Bundeswehr raus aus Afghanistan
Samstag, 04. September 2010
14.00 bis 16.00 Uhr
Pariser Platz (vor dem Brandenburger Tor)
Am 04. September 2009 wurden mehr als 140 Menschen bei einem von der Bundeswehr veranlassten Bombenangriff ermordet.
Während die Propagandamaschinerie der Bundesregierungen seit
Kriegsbeginn im Herbst 2001 mit allen Mitteln versucht, die Zerstörung
des Landes und die Verbrechen an der afghanischen Bevölkerung der
Öffentlichkeit zu verschweigen oder umzulügen, konnte dieses Massaker
in Kundus nicht verheimlicht werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt
musste die Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen, dass Deutschland im
Krieg ist und „Kundus“ ein grausamer Teil des Kriegsalltags gegen die
Zivilbevölkerung in Afghanistan ist.
Bis heute weigern sich jene Parteien im Deutschen Bundestag, die den
Krieg in Afghanistan zu verantworten haben, sich bei den Angehörigen
der Opfer zu entschuldigen oder sie zu entschädigen. Schließlich sehen
die bundesdeutsche Regierungen und mit ihr das Kapital es als ihr Recht
an, Afghanistan zu erobern und zu besetzen. „Die Deutschen Interessen
werden am Hindukusch verteidigt“, wurde von ihnen verkündet und danach
wird gehandelt.
Anlässlich des 1. Jahrestages des Massakers von Kundus gedenkt die Friedensbewegung allen Opfern des Krieges und fordert:
- sofortiger Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan
- Reparationszahlungen an die afghanische Bevölkerung
Veranstalter: Gruppen der Berliner Friedenskoordination
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Bundesausschusses Friedensratschlag: Hiroshima mahnt
Pressemitteilung
65 Jahre nach den Atombombenabwürfen: Nuklearwaffen bleiben größte Bedrohung der Menschheit
Friedensbewegung begeht Hiroshima-Gedenken – Regierung gefordert
Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
Kassel, Hamburg, Frankfurt, Berlin, 1. August 2010 – Anlässlich des
bevorstehenden weltweiten Gedenkens an die Atombombenabwürfe über
Hiroshima und Nagasaki erklärte der Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag in einer Stellungnahme in Kassel:
Vor 65 Jahren
Es waren nur wenige Wochen zwischen dem ersten Atomtest im
US-Bundesstaat New Mexico und dem ersten Praxistest in Hiroshima. Am
16. Juli war die im Manhattan-Projekt entwickelte Atombombe auf dem
Testgelände bei Alamogoro gezündet worden; ihre Sprengkraft betrug 21
Kilotonnen TNT. Die Explosion war erfolgreich, aber über die tödliche
Wirkung konnte der Test nichts Definitives aussagen. 20 Tage später
detonierte die 12,5-Kilotonnen-Bombe mit dem niedlichen Namen “Little
boy” in Hiroshima, drei Tage später eine weitere Bombe namens “Fat Man”
über Nagasaki. Die Wirkung der Bomben war kolossal: Zwischen 90.000 und
200.000 Menschen starben unmittelbar. Weitere 130.000 Menschen starben
bis Jahresende. Bis 1950 war die Zahl der Spätopfer in beiden Städten
auf insgesamt 230.000 gestiegen. Strahlenopfer sind auch heute noch in
der dritten Generation zu beklagen.
Die Friedensbewegung muss man nach den Motiven fragen für dieses
monströse Kriegsverbrechen. Japan war zu dieser Zeit militärisch
besiegt und stand kurz vor der Kapitulation. Doch die USA fürchteten,
dass ihr Kriegsallierter Sowjetunion – seit der Oktoberrevolution ein
politischer Gegner – den sowjetisch-japanischen Nichtangriffspakt
kündigen und in den letzten Kriegstagen noch in den Krieg gegen Japan
eintreten würde. Dies hätte bedeutet, dass die UdSSR ebenfalls Einfluss
auf die Nachkriegsordnung in Japan beanspruchen würde. Der
Atombombeneinsatz sollte die japanische Kapitulation beschleunigen und
so den sowjetischen Kriegseinsatz verhindern. Zugleich – und das war
das zynische Spiel mit der Massenvernichtungswaffe – sollten die
Atombomben den Sowjets als Mahnung gereichen: Seht her, wir verfügen
über die tödlichste Waffe seit Menschengedenken und wir sind bereit sie
auch einzusetzen. Demnach bestimmen wir, wer das Sagen hat im
Pazifischen Raum und in der übrigen Welt.
Kalter Krieg und danach
Doch die UdSSR zog bald nach. 1949 zündete sie ihre erste Atombombe,
1955 ihre erste Wasserstoffbombe. Das Gleichgewicht des Schreckens
etablierte sein zweifelhaftes Angstregime des “Kalten Krieges”.
Dazwischen etablieren sich Großbritannien, Frankreich und später die
Volksrepublik China als weitere offizielle Kernwaffenstaaten. Ihnen
folgten Indien, Pakistan und Israel sowie Nordkorea mit eigenen
größeren und kleineren nuklearen Potentialen – sozusagen außerhalb des
anerkannten Atomclubs der fünf erstgenannten Staaten.
Es werden in den nächsten Jahren unweigerlich neue Staaten dazu
kommen – wenn nicht endlich Ernst gemacht wird mit der Verpflichtung
aus dem Atomwaffensperrvertrag zur atomaren Abrüstung. Trotz
zahlreicher Sonntagsreden über “Global Zero” sind die Großmächte nicht
bereit, mit gutem Beispiel voran zu gehen und ihre Arsenale wirklich
auf null zu reduzieren. Um es klar zu sagen: Wer Angst hat vor der
iranischen Bombe, muss für einen atomwaffenfreien Nahen Osten antreten
– so wie es die Überprüfungskonferenz im Mai d.J. in New York gefordert
hat! Und wenn der Iran nur auf den Verdacht hin, er könnte den Besitz
von Nuklearwaffen anstreben, von der EU mit den schärfsten
Wirtschaftssanktionen bestraft wird – wie müssen dann die Sanktionen
gegen einen Staat wie Israel aussehen, der nachweislich seit Jahren
über mehr als 200 einsetzbaren Kernwaffen verfügt?!
Wofür die Friedensbewegung eintritt
Es führt kein Weg an der atomwaren Abrüstung vorbei, die zunächst
jene Staaten beschreiten müssen, die diese Waffen auch haben. Der 6.
und 9. August darf deshalb auch kein Tag des ritualisierten Gedenkens
werden, sondern muss Anstöße zur politischen Gegenwehr gegen die
Atommächte liefern. So versteht die Friedensbewegung ihre Aktionen zum
Hiroshimatag: weltweit und hier zu Lande. Über 90 Initiativen haben
dieses Jahr Veranstaltungen angekündigt: Sie reichen von einem
Fahrradmarathon (Heilbronn) über nächtliche Lichterdemonstrationen (in
den Nächten zum 6. August und 7. August) bis zu Aktionen auf
öffentlichen Plätzen und manchen Gedenkorten (z.B. Hiroshima-Park in
Kiel, Hiroshima-Ufer in Kassel).
Die Hauptforderung der Friedensbewegung an die Atomwaffenstaaten lautet demnach:
- Verhandelt endlich über eine Nuklearwaffenkonvention mit dem Ziel “Global Zero”!
Und an die Adresse der Bundesregierung heißt die Forderung:
- Verlangen Sie von Barack Obama ultimativ den Abzug der US-Atomwaffen von deutschem Boden!
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)
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FRIKO Berlin: Plenum am 4. Juli 2010
E i n l a d u n g
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
zum letzten Plenum vor den diesjährigen Sommerferien
am Sonntag, dem 4. Juli 2010
um 18 Uhr 30
im PallasT, Pallastr. 35, Ecke Potsdamer Str. (U7 Kleistpark, U2 Bülowstr, Autobusse M48, M85 A187),
lade ich Euch herzlich ein.
TOP:
* Termine, Ankündigungen, Kurzberichte
* Thema: “Die
US-Militär-Basen in Rumänien und Bulgarien – Basis für
Raketenstationierung und Infrastruktur für einen Krieg gegen den Iran?”
Referent: Martin Handtke, im Beirat der Informationsstelle Militarisierung IMI
* Bericht aus der Arbeitsgruppe Solidarität mit Gaza
* Beratung zum Umgang mit dem 4. Sept./Kundustag
* Verschiedenes
Im August machen wir kein Friko-Plenum.
Termine für wichtige Aktivitäten entnehmt bitte unserer Homepage.
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Proteste gegen Rekrutierungsversuche der Bundeswehr an der
Alfred-Wegener-Oberschule in Berlin am 28. Juni
Kick militarism out of the classroom!
Das Militär ist kein normaler Arbeitgeber!
Proteste gegen Rekrutierungsversuche der Bundeswehr an der
Alfred-Wegener-Oberschule in Berlin am 28ten Juni
Fährt der Panzer die neuen Rekrut_innen demnächst direkt vom
Schulhof in die Kaserne? Dies bleibt in unmittelbarer Zukunft zumindest
unwahrscheinlich, jedoch ist in letzter Zeit eine massive
Militarisierung der Bildungseinrichtungen sichtbar geworden. Ein
wichtiger Vorstoß derjenigen, die die Präsenz der Bundeswehr an Schulen
befürworten, stammt von der CDU-Fraktion der Steglitz-Zehlendorfer
Bezirksverordnetenversammlung (BVV):
Ihrer Meinung nach solle das Bezirksamt den Schulen empfehlen,
Informationsveranstaltungen mit Jugendoffizieren der Bundeswehr
regelmäßig durchzuführen (dem stimmten die Grünen in der BVV zu). Schon
der Name des Antrags vom 6ten Dezember lässt aufhorchen: “Bundeswehr an
die Schulen” ! Explizit ist die Rede von “Rekrutierung” des zukünftigen
“Führungspersonals” .
Am 28ten Juni sollen Schüler_innen der Alfred-Wegener-Oberschule
durch Jugendoffiziere über Berufsperspektiven informiert werden (so wie
insgesamt ca. 400.000 ihrer Mitschüler_innen in Deutschland im Jahr
2009) . Die Veranstaltung findet jährlich statt, über Details schweigt
sich die Schulleitung aus. In der Regel besteht bei derartigen
Veranstaltungen Anwesenheitspflicht!
Wir wollen beidem widersprechen, denn die alleinige Aufgabe von
Militärapparaten ist Vorbereitung auf, Bereitschaft zum und Durchführung
von Krieg, also der gewaltsamen Durchsetzung “nationaler” (z.B.
Ökonomischer) Interessen. Die Aufgabe von Jugendoffizieren wiederum ist
die Herstellung von Akzeptanz und Befürwortung von Bundeswehr und
Wehrpflicht (im Militärsprech: “Erhaltung und Festigung des Grundkonsens
über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands”) . Ein
solcher “Grundkonsens” existiert jedoch weder in den Ländern, in denen
Deutschland Krieg führt, noch an der “Heimatfront”!
Doch der Widerstand wächst und zeigt Wirkung: Am 26ten März folgten
über 100 Schüler_innen und Antimilitarist_innen unserem Aufruf und
demonstrierten vor dem Schadow-Gymnasium in Zehlendorf gegen eine
Werbeversuche eines Ex-Offiziers.
Eine für den 27ten Mai geplante Werbeveranstaltung am
Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium wurde von der Schulleitung aufgrund des
Drucks militärkritischer Schüler_innen abgesagt.
Die “Grünen” im Abgeordnetenhaus lehnen seit Neuestem die
Wehrdienstberatungen an berliner Schulen ab und der Haupvorstand der
Lehrer_innen-Gewerkschaft GEW wendet sich “entschieden gegen den
zunehmenden Einfluss der Bundeswehr auf die inhaltliche Gesatltung des
Unterrichts” .
Wir wollen der Bundeswehr am 28ten Juni erneut nicht das “Feld”
überlassen und rufen alle Schüler_innen, Bildungsaktivist_innen,
Lehrer_innen, Eltern, Friedensbewegte und Antimilitarist_innen zur
Teilnahme an einer Kundgebung vor der Schule und kreativen Störaktionen
auf. Beteiligt euch beim neu gegründeten berliner Bündnis gegen
Militärpräsenz an Bildungseinrichtungen!
gez.: unabhängige Schüler_innen-Initiative Klassen-Kampf Süd-West
(KKSW)
Helm ab, Hirn rein und dann raus aus Schule und Uni!
Montag, 28ter Juni, vorerst 10.00 Uhr (achtet auf
Ankündigungen)
Alfred-Wegener-Oberschule,
Im Gehege 6, 14195 Berlin (U-Bhf. Dahlem-Dorf)
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Bundeswehr raus aus der Schule!
Am 24. Juni soll ein Wehrdienstberater der Bundeswehr am
Melanchthon-Gymnasium die zukünftigen Abiturienten im Rahmen der Tage
der Studien- und Berufsberatung über die „Karriere- und
Studienmöglichkeiten in Uniform“ informieren.
Dazu sagen wir „Nein!“ Die Bundeswehr ist kein Arbeitgeber wie
andere. Töten und Getötet-Werden, andere Menschen zu verletzen oder
selbst verletzt zu werden ist nicht Bestandteil vieler anderer
Berufsbilder.
Gerade für eine Schule, die sich mit ihrem Namen auf den großen
Humanisten Melanchthon beruft, dessen reformatorisches Wirken immer auch
vom Bemühen um eine gewaltlose Lösung des Glaubenskonflikts geprägt
war, ist es unverständlich, warum sie ihren Absolventinnen und
Absolventen Gewalt als mögliches Berufsfeld präsentieren will.
Deshalb rufen wir auf,
am 24. Juni 2010, ab 12 Uhr vor der Melanchthon-Schule,
Adele-Sandrock-Straße 75, 12627 Berlin
gegen die Rekrutierung an Schulen zu demonstrieren.
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Kundus-Opferanwälte fordern Entschädigung und Fortführung des
Ermittlungsverfahrens
PRESSEMITTEILUNG
Kundus-Opferanwälte fordern Entschädigung und Fortführung des
Ermittlungsverfahrens
Berlin, 10. Juni 2010. Die Rechtsanwälte der Opfer und
Hinterbliebenen des Luftangriffs vom 4. September 2009 bei Kundus
(Afghanistan), Karim Popal, Bernhard Docke, Dr. Reiner Geulen, Dr. Remo
Klinger sowie Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des European Center for
Constitutional and Human Rights (ECCHR), haben auf einer Pressekonferenz
am 10. Juni 2010 in Berlin konkrete rechtliche Schritte angekündigt.
Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck hat beantragt, dass die strafrechtlichen
Ermittlungen gegen Oberst Klein, die die Bundesanwalt-schaft am 19.
April 2010 einstellte, von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden
fortgeführt werden.
Am 4. September 2009 bombardierten amerikanische F-15 Kampfjets zwei
von Talibankämpfern entführte Tanklastzüge, die in einem Flussbett nahe
der nordafghanischen Stadt Kundus feststeckten. Der Einsatzbefehl kam
vom deutschen Bundeswehr-Oberst Georg Klein und wurde den Piloten von
Hauptfeldwebel Markus Wilhelm übermittelt. Bei dem Angriff kamen über
100 Menschen ums Leben. Die meisten waren Zivilisten, darunter auch
Jugendliche und Kinder.
Die Anwälte der Opfer und Hinterbliebenen teilen die Auffassung des
Bundesministers der Verteidigung, dass das Bombardement vom 04.
September 2009 „unangemessen“ war. Inzwischen ist bekannt – und auch im
Wesentlichen unstrittig –, dass die Vertreter der Bundeswehr mit ihrem
Einsatz bei Kundus zwingende Einsatzregeln und völkerrechtliche
Grundsätze verletzt haben. Die Rechtsanwälte Geulen und Klinger haben
daher mit Schreiben vom 20. Mai 2010 gegenüber dem Bundesministerium der
Verteidigung substantiiert dargelegt, dass die Opfer und
Hinterbliebenen gegen die Bundesrepublik Schadensersatzansprüche,
insbesondere aus dem Staatshaftungsrechts geltend machen können, da sich
der Einsatz – jedenfalls rückblickend – als „unangemessen“ (und daher
rechtswidrig) erweist. Das Bundesministerium der Verteidigung hatte
zunächst im April 2010 die Verhandlungen mit den bisherigen
Rechtsvertretern der Opfer und Hinterbliebenen abgebrochen. Aufgrund der
dezidierten Darlegungen im Schreiben der jetzt (neben den
Rechtsanwälten Popal und Docke) vertretenden Rechtsanwälte Geulen und
Klinger vom 20. Mai 2010 hat das Ministerium jedoch in einem gestern
eingegangenen Schreiben einen neuen Gesprächstermin vorgeschlagen, den
die Anwälte angenommen haben; der Termin wird noch im Juni 2010
stattfinden. Die Rechtsanwälte Geulen und Klinger erklärten, das
bisherige Verhalten des Bundesministeriums der Verteidigung sei nicht
akzeptabel:
a) „Es ist zunächst scharf zurückzuweisen, dass das Bundesministerium
der Verteidigung die Verhandlungen mit den bisherigen Rechtsanwälten
der Opfer und Hinterbliebenen abgebrochen hat. In ihrem Schreiben vom
20. Mai 2010 haben die Rechtsanwälte Geu-len und Klinger im einzelnen
dargelegt, dass nach der gefestigten Rechtsprechung des
Bundesverfassungsgerichts die Bundesregierung (bzw. ein
Bundesministerium) die zwingende Verpflichtung hat, die Vertretung
Betroffener durch bevollmächtigte deutsche Rechtsanwälte zu
respektieren. In besonderem Maße gilt dies für ausländische Mandanten,
die im deutschen Recht nicht sachkundig sind. Hieraus folgt, dass es
rechtlich ausgeschlossen ist, dass das Bundesministerium der
Verteidigung versucht, unter Umgehung der bevollmächtigten Rechtsanwälte
mit den Opfern und Hinterbliebenen zu verhandeln.
b) Wir erklären hierzu, dass unsere Mandanten es nachdrücklich
abgelehnt haben und weiter ablehnen werden, mit dem Bundesministerium
der Verteidigung unmittelbar über Entschädigungsfragen zu verhandeln,
dass solche Verhandlungen auch bisher nicht stattgefunden haben und dass
insbesondere keinerlei Zahlungen oder Entschädigungen an die Opfer und
Hinterbliebenen geleistet worden sind.
c) Wir machen gegenüber dem Bundesministerium der Verteidigung bei
getöteten Personen die Forderungen geltend, die das Ministerium in der
Vergangenheit auch in anderen vergleichbaren Fällen (wie an
Straßensperren getöteten Personen) gezahlt hat. Dies sind 33.000 USD
(etwa 28.000,00 EUR); dieser Betrag ist bewusst maßvoll gewählt und
liegt an der unteren Grenze dessen, was nach deutschem Recht in einer
Schadensersatzklage zu fordern ist.“
Rechtsanwalt Dr. Klinger erklärte weiter:
„Sollten die jetzt wieder beginnenden Gespräche nicht zu einem
erfolgreichen Abschluss füh-ren, werden wir für die Opfer und
Hinterbliebenen umgehend Schadensersatzklagen gegen das
Bundesministerium der Verteidigung erheben und die Zahlung der
Schadensersatzforde-rungen gerichtlich durchsetzen. Wir sind uns eines
Klageerfolgs sicher. Denn anders als im Strafrecht kommt es im
Zivilrecht nicht darauf an, ob Oberst Klein schon in der Nacht des
Bombardements erkennen konnte, dass der Angriff Unschuldige töten wird.
Ausreichend ist, dass sich das Bombardement jedenfalls nachträglich als
„unangemessen“ darstellte. Dies hat der Verteidigungsminister selbst
bestätigt. Nach den Grundsätzen des deutschen Staatshaf-tungsrechts
geben wir dem Bundesministerium der Verteidigung in einem
Schadensersatzver-fahren keine Chancen.“
Rechtsanwalt Dr. Geulen sagte:
„Wir erwarten, dass bei den in Kürze zu führenden Verhandlungen die
Schadensersatzforde-rungen anerkannt werden und die Verhandlungen und
abschließenden Zahlungen umgehend abgeschlossen sind.“
In dem Strafverfahren gegen Oberst Klein hat Rechtsanwalt Wolfgang
Kaleck am 9. Juni 2010 bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die
Fortführung der Ermittlungen beantragt. Diese ist zuständig für
Straftaten nach dem Strafgesetzbuch, die Oberst Klein durch den
Luftangriff bei Kundus begangen haben könnte. Die Bundesanwaltschaft in
Karlsruhe war nur für Taten nach dem Völkerstrafrecht, namentlich
Kriegsverbrechen, zuständig. Da gegen die Einstellung dieser
Ermittlungen derzeit nicht vorgegangen wird, ist nunmehr ausschließlich
die Generalstaatsanwaltschaft Dresden zuständig.
Die Rechtsanwälte der Geschädigten werfen der Bundesanwaltschaft die
eklatante Missachtung grundlegender Opferrechte vor: Bis heute haben die
Anwälte trotz eines rechtlichen An-spruchs keinen förmlichen
Einstellungsbescheid erhalten, obwohl sie schon vor Monaten die
rechtliche Vertretung von Opfern und Hinterbliebenen angezeigt hatten.
Das erschwert ein rechtliches Vorgehen erheblich, denn die Gründe der
Einstellung werden lediglich in der Pressemitteilung der
Bundesanwaltschaft vom 19. April 2010 wiedergegeben. Diese ist in ihren
Ausführungen jedoch derart knapp gehalten, dass zum Teil nicht einmal
erkennbar ist, von welcher Faktenlage die Bundesanwaltschaft ausgegangen
ist. Mit wechselnden und noch dazu wenig überzeugenden Begründungen hat
die Bundesanwaltschaft den Rechtsanwälten bislang auch jede Einsicht in
die Verfahrensakten verweigert.
Die Rechtsanwälte werfen der Bundesanwaltschaft außerdem eine völlig
unzureichende Ermittlungsarbeit vor. So hat die Bundesanwaltschaft noch
keinen einzigen Geschädigten des Luftangriffs als Zeugen vernommen und
in ihrer Presseerklärung vom 19. April 2010 selbst ausgeführt, dass „zur
genauen Anzahl der Opfer des Luftangriffs … die hier zur Verfügung
stehenden Ermittlungsmöglichkeiten keine hinreichend sichere Aufklärung
bringen konnten“. Eine Liste der afghanischen Regierung, die belegen
soll, dass jedenfalls die meisten Opfer bewaffnete Kämpfer und damit
legitime Ziele des Angriffs waren, erweist sich in wesentli-chen Punkten
als falsch. Mit einer derart ungenauen Aufklärung des Sachverhalts
verletzt die Staatsanwaltschaft die rechtliche Pflicht, strafrechtlich
relevanten Tatsachen erschöpfend zu ermitteln.
Das European Center for Constitutional and Human Rights e.V. hat nun
ein Gutachten zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Oberst Klein
und Hauptfeldwebel Wilhelm veröffent-licht (abrufbar unter http://www.ecchr.eu/FALL_KUNDUS.html).
Angesichts der wenigen öffentlichen Informationen zum Luftangriff kann
es sich dabei nur um eine vorläufige Einschätzung handeln.
Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck sagte:
„Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden muss die strafrechtlichen
Ermittlungen im Fall Klein sorgfältig und umfassend führen. Dabei werden
die Untersuchungen der Anzahl und der Iden-tität der Opfer ergeben,
dass viele Zivilisten getötet wurden. Bereits unsere Analyse der
öffentlich zugänglichen Fakten ergibt genügend Anhaltspunkte für eine
Strafbarkeit von Oberst Klein wegen Mordes, zumindest aber wegen
Fahrlässiger Tötung.“
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Berliner Ostermarsch 2010 am Ostermontag, dem 5. April 2010
Auftaktkundgebung:
11:00 Uhr Potsdamer Platz
Abschlusskundgebung:
Unter den Linden 1
50 Jahre Ostermarsch in Deutschland
Vor 50 Jahren wurde in Deutschland der erste Ostermarsch der
Atomwaffengegner organisiert. Seitdem demonstrieren wir Ostern für eine
Welt ohne Atomwaffen, Armeen und Kriege.
Wir wehren uns gegen jegliche Militarisierung der Außen- und Innenpolitik.
Wir gehen auf die Straße, um Widerstand gegen die aggressive US-amerikanische, europäische und deutsche Außenpolitik zu leisten.
Sozial- und Bildungsabbau, Hartz IV, schlechte
Gesundheitsversorgung, zunehmende Armut und Einschränkung
demokratischer Rechte gehen einher mit wachsender Aufrüstung. Die
Ausgaben für Rüstung und Krieg würden mehrfach ausreichen, um Hunger
und Armut in der Welt zu beseitigen.
Wir rufen auf zu vielfältigen Aktionen gegen Militarismus, Sozialabbau und Krieg.
Wir stellen uns gegen Faschismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in jeglicher Form.
Wir unterstützen Kriegsdienstverweigerung und Widerstand von Soldatinnen und Soldaten.
Keine Familie sollte ihre Kinder für die Schlachtfelder der Welt zur
Verfügung stellen! Wir protestieren gegen die Werbung der Bundeswehr an
Schulen und Hochschulen. Wir erwarten von den Landesregierungen in
Berlin und Brandenburg, dass sie solche Auftritte der Bundeswehr in den
Bildungseinrichtungen untersagen
Rederinnen und Redner:
Victor Grossman, Deserteur aus dem Koreakrieg
Levent Gülfirat, DIDF Förderation türkischer Arbeitervereine
Gotthard Krupp, Initiative von Sozialdemokratinnen und Gewerkschafterinnen gegen den Krieg
Sarah Wahl, FU, Mitorganisatorin des Bildungsstreiks
Peter Kranz, Pfarrer, Ökumenisches Zentrum für Umwelt-, Frieden- und Eine-Welt-Arbeit
Unterstützerliste des Ostermarsches 2010
Achse des Friedens
Attac Berlin
Berliner Frauenfrühling
Freundschaftsgesellschaft Berlin – Kuba
BIGEDE – Verein zur Solidarität von ArbeiterInnen und Jugendlichen e.V.
Clof – CreativeLobby of Future e.V.
Deutscher Friedensrat e.V.
DGB-Jugend Berlin
DKP Landesverband Berlin
DIDF – Förderation der demokratischen Arbeitervereine
DIE LINKE Landesverband Berlin
DIE LINKE Bezirksverband Charlottenburg-Wilmersdorf
DIE LINKE Bezirksverband Neukölln
DIE LINKE Bezirksverband Tempelhof Schöneberg
DIE LINKE Basisorganisation Rote Panke
Europäisches Friedensforum
Deutsche Freidenker Landesverband Berlin
Friedensinitiative Wilmersdorf
Friedensinitiative Zehlendorf
Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V.
Großmütter gegen den Krieg
Hendrik-Kraemer-Haus e.V.
Initiative GewerkschafterInnen und SozialdemokratInnen sagen Nein zum Krieg
ISL (Internationale Sozialistische Linke)
Kommunistische Plattform der Partei DIE LINKE
LAG FIP Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und internationale Sicherheit
AK Marginalisierte – gestern und heute
Marxistisches Forum
Naturfreunde e.V. Landesverband Berlin
Naturfreunde e.V. Bundesvorstand
Ökumenisches Friedensforum Europäischer Katholiken
Okumenisches Friedenszentrum für Umwelt- Friedens- und Eine-Welt-Arbeit
SDS – Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband
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Bundesweite demonstrative Aktion
20. Februar 2010 - Berlin
Aufruf:
Kein Soldat mehr!
Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!
Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer in
Uniform. Die Bundeswehr tötet am Hindukusch. Nach dem Bombenabwurf in
Kunduz wissen das alle.
Heute sind über 100.000 ausländische Soldatinnen und Soldaten in
Afghanistan. Die Menschen in Afghanistan fühlen sich dadurch nicht
befreit, sondern besetzt. Das nährt den bewaffneten Widerstand.
Jetzt sollen noch 40.000 weitere Soldatinnen und Soldaten in
Afghanistan Krieg führen. Davon wahrscheinlich 2.000 aus Deutschland
Die Bundesregierung will im Bundestag beantragen: Truppenaufstockung
für Afghanistan.
Mit der Mehrheit der Bevölkerung sagen wir dazu Nein. Wir fordern
die Bundestagsabgeordneten auf: Stimmen Sie mit Nein! Schicken Sie
keine weiteren Truppen, sondern ziehen Sie diese ab! Nur dann hat der
Frieden eine Chance, können die humanitären Hilfsorganisationen
ungefährdet arbeiten.
Wir rufen auf: Protestiert am 20. Februar gemeinsam gegen den Krieg.
Macht den Abgeordneten klar: Gegen unseren Willen schickt die
Bundesregierung weitere Truppen an den Hindukusch. Gegen unseren Willen
werden weitere Milliarden für den Krieg ausgegeben. Gegen unseren
Willen werden neue Waffen eingesetzt. Afghanistan braucht zivilen
Aufbau, der verstärkt werden muss. Afghanistan braucht kein Geld für
den Krieg.
Deutschland steht erneut vor der Entscheidung. Mehr Soldatinnen und
Soldaten und mehr Waffen, damit mehr Tote und mehr Verletzte. Oder:
Waffenstillstand, Truppenabzug und zivile Hilfe. Dafür demonstrieren
wir. Dafür brauchen wir Unterstützung. Am 20. Februar und darüber
hinaus.
Keine Erhöhung der Truppen -
Frieden und Aufbau statt Unterstützung für den Krieg!
Am 20. Februar gemeinsam gegen den Afghanistan-Krieg!
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Fuldaer Erklärung
Im Oktober 2009 starb ein junger Mann aus der Region Fulda an den
schweren Verletzungen, die er mehr als ein Jahr zuvor als Soldat in
Afghanistan erlitten hatte. Wir sind bestürzt über die steigende Zahl
der Opfer, die der Krieg in Afghanistan fordert. Junge Menschen werden
in diesen Krieg geschickt, Töten und Sterben wird von den
verantwortlichen Politikern billigend in Kauf genommen.
Die NATO-Staaten Kanada und Niederlande haben für 2010/2011 den Abzug
ihrer Truppen angekündigt. Die Bundesregierung aber hält eisern am
Kriegsbündnis fest. Die Bundeswehr bringt keine Lösung des Konfliktes,
sie ist längst Teil des Problems. Nur zivile Hilfsprogramme können eine
Wende zum Positiven bringen. Die unabdingbare Voraussetzung für eine
friedliche Entwicklung in Afghanistan ist die Beendigung der
bewaffneten Kämpfe.
Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn alle ausländischen Truppen abgezogen werden.
Deshalb fordern wir:
- Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan statt weiterer Aufstockung der Kontingente
- Sofortige Einstellung aller Waffenlieferungen
- Keine logistische Unterstützung des Krieges
- Bereitstellung von Mitteln für den zivilen Wiederaufbau
- Zivile Berufsbildungsprogramme für Jugendliche und Bundeswehrangehörige
Erstunterzeichner:
DGB Kreisverband Fulda: Pia Hainer, Karin Masche; Frank Herrmann, DGB
Regionsvorsitzender Südosthessen; Hubert Barteska, DGB KV-Vogelsberg;
Michael Wahl, Kreistagsabgeordneter (Landkreis Fulda); Dr. Dieter Dehm,
MdB, Großentaft (Landkreis Fulda); Martin Uebelacker, Vorsitzender
ver.di OV Fulda im Fachbereich 8; Günter Kopaschinski, Betriebsrat
(Eichenzell); Sabine Barteska, Vorsitzende NaturFreunde Lauterbach; Dr.
Peter Strutynski, GEW, Bundesausschuss Friedensratschlag; Regina Hagen,
Trägerkreis Atomwaffen abschaffen, Darmstädter Friedensforum; Willi van
Ooyen, Friedens- und Zukunftswerkstatt, MdL, Fraktionsvorsitzender der
Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag; Dr. Ulrich Wilken, MdL,
Landesvorsitzender DIE LINKE Hessen; Wolfgang Gehrcke, MdB; Christine
Buchholz, MdB; Sabine Leidig MdB; Tobias Pflüger, Vorstand
Informationsstelle Militarisierung, ehemaliger Europaabgeordneter;
Monty Schädel, Politischer Geschäftsführer Deutsche
Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK);
Gregor Böckermann, Initiative Ordensleute für den Frieden (IOF)
Diese Petition wird auch unterstützt von:
Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands
NaturFreunde Berlin, Ortsgruppe Adelante
Jürgen Lambrecht, Vorsitzender NaturFreunde Hessens
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FRIKO Berlin: Protest- und Infoveranstaltung, 28.01.10, 17 – 19.00 Uhr
Presseinformation
Berliner Vorbereitungsgruppe der Friedensbewegung für die Kampagne
„Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!“
26.01.2010
Die Berliner Vorbereitungsgruppe der Friedensbewegung für die Kampagne „Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!“ ruft anlässlich der internationalen Afghanistan-Konferenz in London am 28. Januar zu einer Protest- und Informationsveranstaltung auf.
Die Aktion wird mit Informationsständen und einem „offenem Mikrofon“ am Donnerstag, dem 28. Januar 2010, von 17 bis 19 Uhr auf dem Hermannplatz in Neukölln stattfinden.
Bei der zeitgleich stattfindenden internationalen Afghanistan-Konferenz in London wird insbesondere über die Truppenaufstockung beraten. Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer in Uniform. Die Bundeswehr tötet am Hindukusch. Nach dem Bombenabwurf in Kunduz wissen das alle. Heute sind über 100.000 ausländische Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan. Die Menschen in Afghanistan fühlen sich dadurch nicht befreit, sondern besetzt. Das nährt den bewaffneten Widerstand. Jetzt sollen noch 40.000 weitere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan Krieg führen, auch aus Deutschland. Die Bundesregierung will im Bundestag beantragen:Truppenaufstockung für Afghanistan.
Deutschland steht erneut vor der Entscheidung. Mehr Soldatinnen und Soldaten und mehr Waffen, damit mehr Tote und mehr Verletzte. Oder: Waffenstillstand, Truppenabzug und zivile Hilfe. Dafür tritt die Friedensbewegung ein. Keine Erhöhung der Truppen – Frieden und Aufbau statt Unterstützung für den Krieg!
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Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
auch wenn sich die Bundesregierung noch ziert, ihre Pläne für die Fortsetzung des Afghanistan-Krieges offen zu legen, so pfeifen es mittlerweile die Spatzen von den Dächern: Es wird nach der Londoner Konferenz eine Erhöhung der Bundeswehrtruppe geben. Sie wird aller Voraussicht nach mit einem Paket "ziviler" Hilfsmaßnahmen garniert, wozu neben einer Aufstockung der Entwicklungshilfe auch die Erhöhung der Zahl der Polizeiausbilder gehören wird. All das wird verpackt und als "neue Strategie" für Afghanistan ausgegeben. Es muss damit gerechnet werden, dass der Bundestag über das neue Mandat Ende Februar abstimmen wird (in der SZ vom 16. Jan. wurde als wahrscheinlicher Termin für die BT-Sitzung der 26. Februar genannt).
Die Friedensbewegung hat daher auf einer Aktionsberatung am 16. Januar beschlossen, diesen Fahrplan der Bundesregierung mit bundesweiten Aktionen zu konterkarieren. Diese Aktionen münden in eine zentrale demonstrative Aktion (deren Einzelheiten weiter besprochen werden) in Berlin am Samstag vor der voraussichtlichen BT-Entscheidung, nämlich am 20. Februar 2010. (Siehe hierzu die Pressemitteilung unten im Anhang!)
Dabei waren sich die Teilnehmer/innen der Aktionsberatung darüber einig, dass es - wie immer - nicht leicht ist, zu einer größeren Aktion in Berlin zu mobilisieren. Zwei Wochen vorher findet eine Großdemo in München gegen die "Sicherheitskonferenz" statt (6. Feb.), eine Woche vorher eine Großaktion gegen die Nazis in Dresden (13. Feb.). Die Friedensbewegung hat aber keine andere Wahl, als auf die Provokation der Regierungskoalition rechtzeitig mit einer sichtbaren Aktion in Berlin zu reagieren. 71 Prozent der Bevölkerung sind für den Abzug der Truppen aus Afghanistan, lieber heute als morgen, sogar mehr als 80 Prozent lehnen die Aufstockung der Truppen ab. Dies muss der Öffentlichkeit, dies muss dem Bundestag deutlich gemacht werden.
Die Kampagne "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan"
hat folgenden Fahrplan zur Mobilisierung auf den 20. Februar:
- Eine Redaktionsgruppe erarbeitet bis zum 22. Jan. einen bundesweiten Aufruf;
- Der Arbeitsausschuss der Kampagne beschließt in einer Telefonkonferenz den endgültigen Aufruf;
- der Aufruf wird den Friedensgruppen und -organisationen zur Unterzeichnung vorgelegt; Rückmeldung bis zum 26. Jan.;
- die Friedensinitiativen und -bündnisse werden gebeten, nach Möglichkeit die Londoner Konferenz am 28. Januar sowie die Regierungserklärung der Kanzlerin (am 27. Jan.) zu dezentralen Aktivitäten zu nutzen;
- Zugleich bereitet der Arbeitsausschuss ein Konzept für die bundesweite
Aktion am 20. Februar vor;
- eine Flugblatt-Vorlage und ein Plakatentwurf könnten demnach bis zum 31. Januar fertig sein und dann abgerufen werden;
- am 4. Februar findet ein Gespräch zwischen Friedensorganisationen und Entwicklungshilfe-NGOs in Frankfurt a.M. statt, um eine längerfristige Verbreiterung der Afghanistan-Aktivitäten zu erreichen.
Über alles weitere informiert der Arbeitsausschuss der Kampagne bzw.
informieren die ihm angehörenden Friedensorganisationen laufend.
Ich hoffe, mit diesem Rundmail euer/Ihr Interesse geweckt zu haben, die so notwendige Kampagne zur Beendigung des Afghanistan-Krieges nach Kräften zu unterstützen. Worauf es jetzt ankommt, ist das beherzte Zupacken der Friedensinitiativen und anderer sozialer Bewegungen.
Mit besten Grüßen
Peter Strutynski, Kassel
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Käßmann und Guttenberg planen Gespräch über Afghanistan
Die neue Bischöfin Margot Käßmann war mit ihrer Kritik am Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan heftig kritisiert worden. Nun will die Bischöfin mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zusammentreffen. Als Termin nannte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) den 11. Januar. Frau Käßmann erklärte dazu, dass sie sich freue, dass der Verteidigungsminister ihrer Anregung zu einem persönlichen Gespräch sofort zugestimmt habe. Sie wolle mit dem CSU-Politiker über die friedensethische Position der evangelischen Kirche und die deutsche Afghanistanpolitik sprechen.
In ihrer Neujahrspredigt hatte Käßmann gesagt, in Afghanistan schafften Waffen «offensichtlich auch keinen Frieden». Aufgrund ihrer Aussagen in der Predigt gab es zum Teil scharfen Widerspruch. Käßmann erklärte daraufhin, sie habe nie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan verlangt.
Der katholische Bischof Stephan Ackermann fordert ebenfalls eine Neubewertung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. Er lehnt aber einen kurzfristigen Abzug ab. «Was ich für wichtig halte, ist eine offene Diskussion», sagte der Trierer Geistliche am Dienstag in einem Interview mit der Internet-Ausgabe der «Frankfurter Rundchau». Die Ziele des Einsatzes und die Lage müssten neu beurteilt und abgewogen werden. Ackermann: «Natürlich geht es dabei langfristig um eine Exit-Strategie.» Ganz in der Tradition der katholischen Kirche führte der Bischof weiter aus, dass wenn die Menschenrechte grundlegend bedroht seien, könnte der Einsatz von Waffen unter bestimmten Bedingungen das kleinere Übel sein. Bischof. Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission «Justitia et Pax», einem katholischen Dachverband von Friedensorganisationen.
Es ist zu unterstützen, dass in den beiden Großkirchen eine intensive Diskussion über den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan durch die mutige Predigt von Frau Käßmann begonnen wurde. Es ist zu hoffen, dass sich die Position von Frau Käßmann „Dass Waffen offensichtlich keinen Frieden schaffen“ durchsetzen wird.
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KSK Teil des Kundus-Luftangriffs? / Guttenberg unter Druck
(ard) - Die Bundeswehr-Elite-Einheit KSK war laut Bild-Zeitung maßgeblich an dem umstrittenen Luftangriff auf zwei Tanklastzüge nahe Kundus beteiligt. Im deutschen Feldlager Kundus wurde demnach der gesamte Einsatz vom ersten Hinweis eines afghanischen Informanten bis zur abschließenden Entscheidung zu bombardieren aus einem Kommandostand der geheimen Einheit Taskforce 47 geführt. Diese besteht zur Hälfte aus KSK-Elite-Soldaten. Und: Verteidigungsminister zu Guttenberg hat bereits Anfang November einen Bericht des Roten Kreuzes mit Angaben zum Luftangriff von Kundus gehabt. Das Ministerium bestätigte einen entsprechenden "Stern"-Bericht. Demnach erhielt der Minister den Report mit Angaben über zivile Opfer am 6. November wenige Stunden, bevor er den Angriff als "militärisch angemessen" bezeichnete.
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Bundesausschuss Friedensratschlag verabschiedet “Aktionsvorschläge”.
Im Folgenden dokumentieren wir die “Aktionsvorschläge 2010″, die der Bundesausschuss Friedensratschlag am 4. Dezember 2009 in Kassel verabschiedet hat.
Gegen Kapitalismus, Krise und Krieg – Den Kreislauf durchbrechen
Aktionsvorschläge 2010 des Bundesausschusses Friedensratschlag
Die gegenwärtige weltweite ökonomische Krise geht mit einer neuerlichen Aufrüstung einher. Die weltweiten Militärausgaben haben ein historisches Rekordhoch erreicht. Dieses geschieht in einer Zeit, da die Auseinandersetzung um eine neue globale Macht- und Ressourcenverteilung in vollem Gange ist. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die militärische Besatzung Afghanistans, die eine weitere Eskalation des Krieges zur Folge hat. Auf EU-Ebene ist jetzt durch den Lissabon-Vertrag die militärische Aufrüstung auch für Deutschland zur Staatsdoktrin erklärt worden. Für die Bundeswehr sollen Kriegseinsätze von der Ausnahme zur Regel werden. Damit stehen auch innenpolitisch die Zeichen auf weiterer Militarisierung.
Demgegenüber setzen wir auf eine vorausschauende Friedenspolitik, mit der Konflikte rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können, um den Kreislauf von Kapitalismus, Krise und Krieg zu durchbrechen. Dem Völkerrecht mit seinem wichtigsten Prinzip eines allgemeinen Gewaltverbots ist unbedingt Geltung zu verschaffen.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag versteht sich als Teil einer umfassenden sozialen und demokratischen Bewegung. Er trägt zu gemeinsamen Analysen, Reflexion und Verabredungen für friedenspolitische Positionen und Aktionen bei. In diesem Sinne haben wir für 2010 folgende Schwerpunkte festgelegt:
1. Intensivierung der Afghanistan-Kampagne
Das Jahr 2009 war nach 8 Jahren Krieg in Afghanistan nicht nur von einer Eskalation des Kriegsgeschehens und dessen Ausdehnung auf Pakistan gekennzeichnet, sondern auch von einer Intensivierung der Kontroversen hierüber. Mehr noch als in Deutschland hat diese Debatte in anderen NATO-Ländern und den USA zugenommen. Folgende Aufgaben werden wir angehen:
- Sensibilisierung der deutschen Bevölkerung gegen den Krieg, um aus der demoskopischen Mehrheit gegen den Krieg eine politisch aktive Kraft zu entwickeln
- direkte Ansprache von Abgeordneten derjenigen Bundestagsparteien, die mehrheitlich bzw. nach außen hin geschlossen den Kriegseinsatz befürworten
- verstärkte Kontakte zur Friedensbewegung in anderen Ländern, wo gleichfalls die Kritik am Kriegseinsatz in Afghanistan zunimmt
- Am 9. Jahrestag des Beginns des Afghanistan-Krieges werden wir uns an regionalen, und internationalen Aktivitäten der Friedensbewegung beteiligen.
2. Abrüstung statt Sozialabbau, gegen Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte
Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich die aktuelle Wirtschaftskrise und die damit verbundene soziale Frage in 2010 zuspitzen wird. Gleichzeitig zeigen sich Tendenzen, die Aufrüstung und Krieg als „Lösung“ der Krise erscheinen lassen. Wichtige Konzerne kompensieren Geschäfteinbrüche durch den Ausbau des Rüstungssektors. Wir wollen deshalb stärker herausarbeiten und in Aktionen einbringen:
- spürbare Kürzung der Rüstungs- und Militärausgaben zugunsten der Förderung sozialer und arbeitsmarktpolitischer Aufgaben
- die gigantischen Profite an der Rüstung sollen mit Forderungen nach Konversionsprojekten verbunden werden
- die Beteiligung an Kampagnen gegen die deutschen Rüstungsexporte, auch bei Kleinwaffen
3. Für Globale Gerechtigkeit und gegen Unterentwicklung
Unterernährung und fehlender Zugang zu lebensnotwendigen natürlichen Ressourcen haben weltweit im Jahr 2009 dramatisch zugenommen. Dadurch entstehen immer neue Konfliktherde, verbunden mit militärischen Interventionsstrategien von EU und NATO. Wir wollen deshalb verstärkt über solche Zusammenhänge aufklären und Katalysatoren dieser Entwicklungen benennen, wie
- die verheerende Rolle deutscher Rüstungsexporte in Krisen- und Kriegsregionen
- die neoliberale Ausbeutung von Ländern der Dritten Welt durch die EU-Handels- und Wirtschaftspolitik
- die Erzwingung politischen Wohlverhaltens von Staaten der Dritten durch wirtschaftliche und politische Erpressung
4. Für eine atomwaffenfreie Welt und gegen Atomwaffen in Deutschland
Im Jahr 1960 fand der erste deutsche Ostermarsch statt, der sich damals schwerpunktmäßig gegen US-Trägerraketen für Atomwaffen richtete. Im Jahr 2010 wollen wir die Tradition dieser kontinuierlichen Aktionsform mit der immer noch aktuellen Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt verknüpfen. Die NPT-Überprüfungskonferenz im Mai 2010 in New York muss genutzt werden, um die Atommächte zu substantiellen Abrüstungsschritten zu veranlassen. Als Ziele setzen wir uns:
bei den Ostermärschen die historische Kontinuität der Friedensbewegung aufzeigen, die auch unabhängig von zeitweiliger Massenmobilisierung vorhanden ist auf die Umsetzung der breiter gewordenen Forderung nach Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel hinwirken und damit auch die Beendigung der atomaren Teilhabe Deutschlands einfordern die breite Forderung nach weltweiter atomarer Abrüstung zu unterstützen mit unserer Forderung nach Initiativen der deutschen Bundesregierung.
5. Gegen Neofaschismus und Geschichts-Revisionismus Im Jahr 2010 begehen wir den 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus nach dem Sieg der Antihitlerkoalition im 2. Weltkrieg. Dieser Jahrestag fällt in eine Zeit zunehmender Geschichtsrevision. Wir unterstützen deshalb
- die Forderung nach Verbot und Auflösung der NPD und anderer nazistischer Organisationen den Kampf gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden
- den Kampf gegen den Geschichtsrevisionismus, der Ursachen und Wirkungen des 2. Weltkrieges verfälscht und leugnet
die Verbreitung historischer Wahrheiten wie die herausragende Rolle der Sowjetunion bei der Niederschlagung des deutschen Faschismus
die Forderung nach der Etablierung von Friedenserziehung an Schulen und Hochschulen (Bundeswehr raus aus der Schule!)
6. Für demokratische Grundrechte und gegen Militarisierung im Inneren
Einhergehend mit der aggressiveren Außenpolitik verschärft sich der Abbau demokratischer Grundrechte. Wir wollen deshalb verstärkt aufzeigen und bekämpfen:
- die Rolle staatlicher Überwachung und Grundrechtseinschränkungen bei der inneren Militarisierung die Gefahren des Ausbaus der zivil-militärischen Zusammenarbeit
- die zunehmende Bundeswehrpropaganda zur Rekrutierung, vor allem in Schulen und Arbeitsagenturen
Kalendarium (zu ergänzen):
27.01. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
28.01. Aktionen anlässlich der NATO-Afghanistan-Konferenz in London
05.02.-07.02. Münchner Sicherheitskonferenz
19.03.-21.03. Essen: Kongress “Friedenskultur.2010 – Unsere Zukunft atomwaffenfrei!”
20.03. Jahrestag des Beginns des Irakkrieges
24.03. Jahrestag des Beginns des Jugoslawienkrieges
02.04.-05.04. Ostermärsche
01.05. Maidemonstrationen
08.05. Tag der Befreiung vom Faschismus
01.05.-02.05. Großdemonstration und Internationaler Friedenkongress in New York aus Anlass der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages
14.06. Potsdam: Konferenz der deutschen Bürgermeister für den Frieden
01.07.-04.07. Europäisches Sozialforum in Istanbul
02.07.-29.08. Friedensradfahrt Paris – Moskau
Juli/August Beverungen: Sommerakademie des Bundesausschusses Friedensratschlag
6. und 9.08. Hiroshima und Nagasaki
01.09. Antikriegstag
08/09.10. Internationaler Aktionstag gegen den Afghanistan-Krieg (Jahrestag: 07.10.)
Nov. Tübingen: IMI-Konferenz
04./05.12. Kassel: 17. Friedenspolitischer Ratschlag
Nov./Dez.(?): Lissabon: Aktionen gegen den NATO-Gipfel