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NaturFreunde: Brandenburger Landesregierung muss Energiepolitik an Klimaschutz ausrichten

Zur aktuellen Diskussion über die Energie ‐ und Klimapolitik in Brandenburg erklären der Vorsitzende der NaturFreunde Brandenburg, Rüdiger Herzog, und der stellvertretende Vorsitzender der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:

Brandenburger Landesregierung muss Energiepolitik an Klimaschutz ausrichten
‐ Neubau eines Kohlekraftwerks Jänschwalde ist klimapolitisch nicht zu verantworten –

Energiepolitik für Brandenburg muss sich konsequent an einer Politik des Klimaschutzes und des Umbaus der Brandenburger Energieerzeugung ausrichten. Hier hat die rot‐rote Landesregierung durchaus erste Vorschläge unterbreitet, die von den NaturFreunden begrüßt werden. Gleichzeitig bleiben diese Vorschläge aber energiepolitisch unzureichend, wenn es um die Zukunft der Braunkohle in Brandenburg geht. Teile der Landesregierung machen hier den selben Fehler, wie Landesregierungen in Nordrhein‐Westfalen, die glaubten, mit einer Konservierung von Kohleabbau, die Zukunftsfähigkeit des Landes voranzubringen. Hier wurden über Jahrzehnte Fördergelder falsch eingesetzt, die wesentlich sinnvoller für die Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien eingesetzt werden konnten. Heute haben sich die erneuerbaren Energien zu einen Jobmotor entwickelt, in dem mehr als 370 000 Menschen Arbeit gefunden haben.

Hier sollte das Wirtschaftsministerium in Brandenburg konsequent ansetzen und seine Politik darauf ausrichten, die Ansiedlung von Industrien im Bereich der erneuerbaren Energien noch mehr als bisher zu fördern. Für die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie müssen rasch Ersatzarbeitsplätze geschaffen und die Förderung der Braunkohle schnellstmöglich beendet werden. Die Braunkohle hat in Brandenburg in Zukunft keinen Platz mehr im Rahmen einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Wenn jetzt innerhalb der Brandenburger Landesregierung über den Neubau eines Kohlekraftwerkes im Jahr 2020 und später gestritten wird, hat ein Teil der Landesregierung nicht verstanden, dass dies mit einer Klimapolitik, die sich an klaren Klimaschutzzielen orientiert, nicht zu vereinbaren ist.

Die NaturFreunde fordern ein energiepolitisches Leitbild für Brandenburg, das dezentrale, regenerative Energieerzeugung fördert und die Energieverteilung zurück in kommunale Hände verlagert. Großkonzerne wie Vattenfall, e.on oder RWE müssen der Vergangenheit angehören. Aus diesem Grund unterstützen die NaturFreunde das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ und werben für einen Wechsel der Stromverbraucherinnen und Stromverbraucher zu Ökostromanbietern.

Auch das Verbauen großer landwirtschaftlicher Flächen für Solarparks sehen die NaturFreunde skeptisch, solange Menschen auf der Welt hungern müssen und landwirtschaftliche Flächen durch solche Mega‐Solar‐Parks verloren gehen. Vielmehr setzen die NaturFreunde auf eine Politik der Energieeinsparung und der konsequenten Förderung von dezentralen Solaranlagen auf den Dächern von öffentlichen Einrichtungen und Wohnsiedlungen.

Die NaturFreunde Berlin und Brandenburg unterstützen die intensive Diskussion über eine neue Energiepolitik. Eine nachhaltige Energiepolitik für Brandenburg setzt jedoch einen schnellen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung voraus. Die derzeitige Kohlepolitik für das Land Brandenburg ist weder regionalpolitisch noch energiepolitisch zu verantworten. Riesige Landstriche Brandenburgs werden für die kurzfristige Nutzung einer klimaschädlichen Energieerzeugung zerstört.

Ganze Regionen müssen umsiedeln, um den Gewinninteressen Vattenfalls Platz zu machen. Der Braunkohletagebau in der Lausitz ist rückwärtsgewandt und mit den Notwendigkeiten einer offensiven Klimapolitik nicht zu vereinbaren.

Die NaturFreunde Berlin und Brandenburg unterstützen alle Kräfte in der Landesregierung, die sich gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes aussprechen. Die NaturFreunde werden den Widerstand gegen solche Pläne aktiv unterstützen und alle rechtlichen Möglichkeiten zur Verhinderung eines solchen Kraftwerks ausschöpfen. Jeder Versuch durch CCS‐Technologien oder neue Tagebaue eine solche Politik zu konterkarieren werden die NaturFreunde kritisch begleiten.

Rückfragen:
Uwe Hiksch, NaturFreunde Berlin Tel. 0176/62015902
Rüdiger Herzog, NaturFreunde Brandenburg 0174/6955569


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NaturFreunde-Fotowettbewerb: nachhaltiger Tourismus

NaturFreunde-Fotowettbewerb: nachhaltiger Tourismus
Bis 1. September 2012 Aufenthalte in nachhaltigen Tourismusregionen gewinnen

Wien/Berlin, 5. Dezember 2011 – Der NaturFreunde-Fotowettbewerb 2012 „Nachhaltiger Tourismus“ ruft Fotografinnen und Fotografen weltweit dazu auf, touristische Wechselwirkungen fotografisch einzufangen und bis spätestens 1. September 2012 als Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Denn in insgesamt vier Wettbewerbssparten können hochwertige Preise gewonnen werden, etwa mehrtägige Aufenthalte in nachhaltigen Tourismusregionen. Der Wettbewerb wird organisiert von der NaturFreunde Internationale (NFI), Kooperationspartner sind die NaturFreunde Deutschlands (NFD) und Österreichs (NFÖ).

 

Mit diesem internationalen Fotowettbewerb wollen die NaturFreunde die Bewusstseinsbildung für den sowie die Entwicklung des Nachhaltigen Tourismus fördern. Schließlich stehen die NaturFreunde unter anderem für die sozialökologische Gestaltung von Tourismus- und Freizeitangeboten sowie den Schutz und die aktive Vermittlung unseres Natur- und Kulturerbes – Grundvoraussetzungen für eine Nachhaltige Entwicklung.

 

Nachhaltiger Tourismus bedeutet auch: Verantwortung übernehmen

Tatsächlich kann der Tourismus zu mehr Wohlstand und mehr kulturellem Zusammenhalt in einer Region führen. Allerdings hängt dieser Prozess stark von der Art und Weise des Reisens sowie des „Bereist-Werdens“ ab. Für den Aufbau eines sozial, kulturell, ökologisch und wirtschaftlich langfristig tragfähigen Tourismus, der positive Entwicklungen auch für die Menschen vor Ort ermöglicht, sind intakte Natur- und Landschaftsräume, Rücksichtnahme auf lokale Kulturen und eine geschickte Vernetzung des touristischen Angebots mit weiteren regionsspezifischen Wirtschaftszweigen notwendig. Dazu gehört aber auch, dass Reisende und Reiseveranstalter Verantwortung übernehmen für die Auswirkungen ihrer touristischen Aktivitäten auf Menschen und Natur der bereisten Region.

 

Urlaube in Island, Litauen, Österreich und Deutschland zu gewinnen

Die in diesem Sinne aussagekräftigsten digitalen Bilder, die in vier Wettbewerbssparten eingereicht werden können, werden prämiert unter anderem mit mehrtägigen Aufenthalten in nachhaltigen Tourismusregionen. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk European Destinations of Excellence (EDEN) bieten etwa die Wohlfühlregion Oberes Innviertel „Seelentium“ und die Urlaubsregion Biosphärenpark Großes Walsertal in Österreich sowie die isländischen Westfjorde, die litauische Region Plunge gemeinsam mit dem Nationalpark Zemaitija und der kroatische Nationalpark Sjeverni Velebit mehrtägige Aufenthalte in herausragenden Tourismusregionen an, die bereits als Vorreiter für einen nachhaltigen Tourismus von EDEN ausgezeichnet wurden. Weitere Wochenendaufenthalte führen in Europas wildes Herz, der deutschen Nationalparkregion Bayerischer Wald. Zudem sponsert „LEBENSART – Das Magazin für Nachhaltige Lebenskultur“ spannende Abonnements und auch das Hightech-Fotolabor „Cyberlab“ unterstützt den internationalen Fotowettbewerb.


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NaturFreunde: Europa braucht eine neue Finanzmarktarchitektur


NaturFreunde rufen zur Teilnahme an der Demonstration „Banken in die Schranken“ auf

 

Berlin, 10. November  2011 – Zu den Demonstrationen „Banken in die Schranken“ am 12. November 2011 in Frankfurt und Berlin erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

 

Gemeinsam mit den Organisationen attac und campact organisieren die NaturFreunde Deutschlands die Demonstrationen „Banken in die Schranken“, die am 12. November 2011 gleichzeitig das Bankenviertel in Frankfurt und das Regierungsviertel in Berlin umzingeln werden.

 

Wir sehen einen dramatischen Verlust der Demokratie. Das Sagen hat längst nicht mehr die Politik, die dafür vom Volk legitimiert wurde. Das Sagen haben mittlerweile die flotten Gelddealer in den Banken. Und dagegen wehren wir uns“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller, der auch auf der Abschlusskundgebung der Berliner Demonstration sprechen wird.

 

Die NaturFreunde unterstützen die Aktionen für eine neue Wirtschafts- und Sozialpolitik und solidarisieren sich mit den weltweiten Protesten gegen die Politik der Finanzmärkte, deren Akteure sich immer mehr auf Kosten von Beschäftigten, Studierenden und Rentnern bereichern.

Mit den Demonstrationen solidarisieren sich die NaturFreunde auch ausdrücklich mit den Protesten der Menschen in Griechenland, die sich gegen das großflächige Sparprogramm wehren. Immer mehr der Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwächeren werden durch die massiven Kürzungen in die Armut getrieben. Diese Kürzungspolitik ist sozial nicht zu verantworten und ungerecht.

 

Durch diese Politik wird die Wirtschaft in Staaten wie Griechenland und Portugal ökonomisch erdrosselt. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Gewinner der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise auf, sich endlich auch an den Rettungspaketen zu beteiligen.

 

Zudem fordern die NaturFreunde Deutschlands die Parteien im Deutschen Bundestag auf, Initiativen zu ergreifen für:

 

> das Verbot von Leerverkäufen und ungedeckten Kreditausfallversicherungen;

> mehr soziale Gerechtigkeit: Eine neue Politik der Umverteilung von oben nach unten muss endlich die Armut und die soziale Ausgrenzung von immer mehr Menschen beseitigen;

> die Beteiligung von Banken und Versicherungen an der Finanzierung der Krise: Es ist höchste Zeit für die Einführung einer Bankenabgabe;

> eine gerechtere Besteuerung von Vermögen und hohen Einkommen, die zu einer echten Finanzierung der öffentlichen Haushalte beiträgt;

> die sofortige Einführung einer Finanztransaktionssteuer;

> die Stärkung der Sparkassen und genossenschaftlichen Banken: Die privaten Großbanken müssen in die öffentliche Hand überführt werden;

> die Schaffung einer öffentlichen europäischen Bank, die zinsgünstige Kredite an die Staaten vergibt und damit eine gerechte Staatenfinanzierung ermöglicht.

 

Alle Informationen zu den Demonstrationen auf: www.banken-in-die-schranken.de


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NaturFreunde Internationale: „Gemeinsam Natur (er)leben“: Neues „Migrationshandbuch“ der Naturfreunde erschienen

Presseaussendung | Naturfreunde Internationale

Das Nachmachen und Kopieren ist ausdrücklich erwünscht: Das Handbuch „Gemeinsam Natur (er)leben“ der Naturfreunde Internationale (NFI) stellt nicht nur Integrationsprojekte der Naturfreundebewegung und anderer Vereine aus insgesamt fünf Ländern vor, sondern möchte generell zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ermutigen, MigrantInnen aktiv anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.

Präsentiert wurde die Broschüre im Rahmen des Naturfreunde-Kongresses in Graz. Es geht darin um Grundsätze und Beispiele für interkulturelles Arbeiten im Umweltbereich. Sowohl die Nord-Süd-Partnerschaften der NFI als auch solidarisches Handeln in Europa werden vorgestellt.

„Dieses Handbuch soll Naturfreundinnen und Naturfreunde motivieren, über Zusammenhänge von Klimawandel und Migration zu diskutieren und sich aktiv für Integration zu engagieren. Deshalb haben wir Aktivitäten und Projekte ausgesucht, von denen man sich etwas abschauen kann“, erklärt Dr. Christian Baumgartner, Generalsekretär der NFI. „Wir stellen vor, wie Naturfreunde bereits in ihren Ortsgruppen Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen und gemeinsam Projekte verwirklichen“, so Dr. Margit Leuthold vom ExpertInnenbeirat.

Die Broschüre „Gemeinsam Natur (er)leben“ ist dreisprachig (D/E/F) erschienen und steht auf der NFI-Website als Download bereit: www.nf-int.org/migrationshandbuch

Rückfragen und Kontakt:

Karin Chladek

Naturfreunde Internationale (NFI)


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NaturFreunde: Atommüll in Morsleben gefährdet die gesamte Region

NaturFreunde fordern unverzügliche Rückholung des eingelagerten Atommülls

Berlin, 14. Oktober 2011 – Anlässlich der aktuellen Diskussion über die Zukunft des sogenannten „Atommüllendlagers Morsleben“ erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Die chaotischen Zustände in Morsleben zeigen wieder einmal deutlich, dass der Bevölkerung von der Atomlobby ein schier unlösbares Problem aufgeladen wurde. Die Politik versucht die Endlagerung des hochgiftigen Atommülls zu lösen, indem sie das Hunderttausende Jahre strahlende Material in völlig ungeeignete geologische Formationen wie etwa dem einstürzenden Salzstock in Morsleben einbetonieren möchte. Doch dadurch werden nur Risiken auf zukünftige Generationen verlagert. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die unverzügliche und sichere Rückholung des in Morsleben eingelagerten Atommülls.

Terminhinweis: Morsleben-Demonstration am 15.10.2011 in Magdeburg

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Demonstration „Atommüllkippe Morsleben stilllegen – ABER RICHTIG!“ am Samstag, dem 15. Oktober 2011 in Magdeburg. Das Programm beginnt um 11:00 Uhr vor dem Magdeburger Hauptbahnhof, die Demonstration um 12:05 Uhr.

Die zwischenzeitlich 37.000 Kubikmeter Atommüll in Morsleben lagern in einer geologischen Formation, für die bis heute keinerlei belastbarer Langzeitsicherheitsnachweis erbracht wurde. Dabei stammt nur der kleinere Teil des radioaktiven Materials aus der ehemaligen DDR. Der größte Teil wurde nach 1989 aus westdeutschen AKW eingelagert. Morsleben wurde als willkommenes Atomlager genutzt, um von den bestehenden chaotischen Verhältnissen der westdeutschen Atomwirtschaft abzulenken.

Betonsarkophag gegen mangelnde geologische Eignung

Geradezu zynisch sind die Planungen, die mangelnde geologische Eignung des völlig maroden und einstürzenden Salzbergwerks durch die Schaffung eines „Betonsarkophages“ zu ersetzen. Denn die Verantwortlichen hoffen darauf, dass dieses Betongrab einige Jahrzehnte durchhalten wird und sie so Zeit gewinnen können. Doch dieser Vorschlag ist mehr als fahrlässig: Er nimmt in Kauf, das zukünftige Generationen mit der massiven Gefahr einer Verseuchung leben und deren gesundheitliche Risiken tragen müssen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern:

· Die unverzügliche und sichere Rückholung von Atommüll aus dem bereits hochgradig ausgebeuteten Salzbergwerk in Morsleben. Dort wurden auf sieben Ebenen Hunderte von Kavernen, Stollen und Schächte in das Gestein getrieben und dadurch eine instabile Formation geschaffen. Bereits jetzt sind mehr als 2.000 Tonnen Deckengestein eingestürzt. Dies ist jedoch nur der Anfang.

· Die Aufgabe der Pläne für die Schaffung eines „Betonsarkophages Morsleben“, da durch den großflächigen Einsatz von Beton die bestehende sicherheitsgefährdende Lage nicht verbessert werden kann.

· Die Aufgabe der Idee von Morsleben als Atommüllendlager, da die geologische Formation ungeeignet ist, atomare Abfälle über Zehntausende von Jahren sicher zu lagern.

· Die Lagerung von Atommüll in Salzgesteinen muss grundsätzlich aufgegeben werden, da nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufgrund der sehr komplexen geologischen Verhältnisse im Salzgestein eine dauerhaft sichere Lagerung unmöglich ist.

· Jegliche Einlagerung von Atommüll muss rückholbar organisiert werden, um einen mindestens einigermaßen verantwortlichen Umgang mit den hochgiftigen Abfällen gegenüber zukünftiger Generationen sicherzustellen. Die bisherigen Erfahrungen mit den Lagern Morsleben und Asse lassen keine anderen Rückschlüsse zu.


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NaturFreunde: Nationaler Masterplan Maritime Technologien ist rückwärtsgewandt


Fokus auf Erdöl- und -Erdgasförderung im Tiefwasser ist ökologisch nicht zu vertreten

 

Berlin, 13. Oktober 2011 – Zum von der Bundesregierung vorgelegten „Nationalen Masterplan Maritime Technologien“ (Bundestags-Drucksache 17/6926: www.kurzlink.de/DBT-17-6926) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

 

Der einseitige Fokus der Bundesregierung auf die Meeresnutzung für ökonomische Zwecke ist ökologisch nicht zu vertreten und hat mit einem nachhaltigen Meeresschutz und einem ökologischen Umbau der Energieerzeugung wenig zu tun.

 

Im Nationalen Masterplan Maritime Technologien legt die Bundesregierung ihr Hauptaugenmerk darauf, wie deutsche Unternehmen ihre Weltmarktposition in der Meerestechnik zur Ausbeutung der Weltmeere weiter ausbauen können. Als zentrales Betätigungsfeld für die deutsche maritime Wirtschaft wird der „Weltmarkt Offshore Öl und Gas“ beschrieben. Völlig inakzeptabel ist dabei der Fokus der Bundesregierung auf die Erschließung von Tiefwasser-Erdöl- und -Erdgasfeldern in einer Tiefe zwischen 1.500 und 3.000 Metern, die als einer „der wesentlichen Trends für die zukünftige Entwicklung des weltweiten Offshore-Markts“ beschrieben wird.

 

Unfälle und Bohrschlämme verseuchen die Meere großflächig

Die intensive Exploration und der Transport von Öl auf den Weltmeeren haben negative Auswirkungen. Unfälle von Tankschiffen oder auf Ölplattformen sorgen für großflächige Verseuchungen. Auch durch die Ableitung des für die Ölförderung notwendigen Produktionswassers und den massenhaft anfallenden Bohrschlamm werden die Meere täglich stark verseucht. Denn dabei werden große Mengen von Chemikalien als notwendige Zusätze des Bohrvorgangs in die Weltmeere eingeleitet. Ölplattformen fördern ein Gemisch aus Öl, Wasser und Gas. Nachdem das Öl vom Wasser getrennt wurde, wird das benutzte Meerwasser als „Produktionswasser“ ins Meer eingeleitet – inklusive der Restmengen an Öl. Durch die verstärkte Exploration von Öl und Gas in immer größeren Meerestiefen wird das Risiko von Verschmutzungen aus dem laufenden Betrieb oder durch schwere Unfälle stark zunehmen.

 

Auch der Hinweis im Masterplan, dass „durch den Klimawandel die Eisdicken und die Eisausbreitung in der Arktis stark abgenommen haben“ und sich daraus „völlig neue Möglichkeiten, die dort lagernden Erdöl-, Erdgas- und andere Rohstoffvorkommen zu fördern und mit Eis brechenden Schiffen abzutransportieren“ ergeben, ist im Sinne einer nachhaltigen Klimapolitik nicht akzeptabel. Wir brauchen keinen Aktionsplan für die noch intensivere Exploration von Kohlendioxid produzierenden Ressourcen, sondern im Gegenteil eine Strategie zum Ausstieg aus der CO2-Verbrennung und zum Schutz der Arktis und der Weltmeere.

 

Positiv im Masterplan ist hingegen die Ausrichtung auf einen deutlichen Ausbau der Offshore-Windenergie. Aber auch hier fehlt ein Ansatz, die einseitig ausgerichtete zentralistische Großproduktion von Windstrom, der dann über ganz Europa verteilt werden soll, durch ein dezentrales System von nachhaltigem Strom zu ersetzen.

 

Für die Zukunft fordern die NaturFreunde von der Bundesregierung

>    Öl- und Gasförderungen in der Arktis und in der Tiefsee müssen verboten werden.

>    Aufgrund der hohen Risiken bei der Ölförderung in Tiefen unter 250 Metern ist ein weiterer Ausbau der Öl-Exploration in diesen Tiefen zu untersagen.

>    Die Öl- und Gasfirmen müssen verpflichtet werden, für mögliche Folgen der Exploration von Öl und Gas aufzukommen. Hierfür müssen ein internationaler Entschädigungsfonds und der verpflichtende Abschluss von Risikoversicherungen gesetzlich vorgeschrieben werden. Alle Firmen, die Gas und Öl explorieren, müssen in einen solchen Fonds einbezahlen. Aus diesem Fonds sind dann die Beseitigungskosten der Folgen von Unfällen zu bezahlen.

>    Für die Überwachung der Sicherheitsstandards auf den Offshore-Plattformen muss eine internationale Überwachungsbehörde gegründet werden, die Sicherheitsstandards regelmäßig kontrolliert und bei Verstößen Plattformen auch schließen kann.

 

Der „Nationale Masterplan Maritime Technologien“ ist ein Zeugnis einer rückwärtsgewandten Technologieausrichtung, die für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie keinen positiven Beitrag leisten wird. Stattdessen sollte die Bundesregierung endlich eine ökologisch verträgliche Industriepolitik entwickeln.


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NaturFreunde: Vietnamesische Agent-Orange-Opfer brauchen dringend Hilfe


Mehr als drei Millionen Menschen aus drei Generationen leiden bereits an den Folgen

Berlin, 10. Oktober 2011 – Anlässlich des Vietnambesuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die NaturFreunde Deutschlands die Bundeskanzlerin in einem Brief aufgefordert, auf ihrer Reise auch die Folgen des Einsatzes des Pflanzenvertilgungsmittels Agent Orange zu thematisieren sowie konkrete eigene Hilfen für die Opfer anzubieten.

 

Jetzt, 50 Jahre nach dem ersten Sprüheinsatz mit Agent Orange im Vietnamkrieg, müsse es endlich auch um die Menschen gehen, die dem Pflanzenvertilgungsmittel ausgesetzt gewesen seien, forderte die stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Regina Schmidt-Kühner: „Mehr als drei Millionen Menschen aus drei Generationen leiden noch heute unter den Folgen des Kontakts mit dem berüchtigten Dioxin.“

 

Agent Orange verändert Erbgut jetzt schon der dritten Generation

Die wohl schrecklichste Langzeitwirkung des Dioxins sei Schmidt-Kühner zufolge seine mutagene Wirkung. So gehörten die jüngsten Betroffenen in Vietnam bereits zur Generation der Enkel der Kriegsveteranen. Deformierte Gliedmaßen, Missbildungen des Gehirns, des Rückgrates sowie Krebs bedeuteten für die Opfer häufig ein Leben in Siechtum und Armut.

 

„Auch 50 Jahre nach dem Beginn der Agent-Orange-Katastrophe gibt es immer noch keine ausreichende medizinische Versorgung oder gar eine Rehabilitation,“ kritisierte Regina Schmidt-Kühner. Bis heute verweigern die USA sowie die Konzerne, die einst das Agent Orange lieferten, allen voran Dow Chemical und Monsanto, entsprechenden Schadenersatz und bestreiten jegliche Verantwortung für die Schäden durch Agent Orange.

 

„Die Betroffenen in Vietnam brauchen dringend Hilfe. Wir erwarten von der Bundeskanzlerin, dass sie sich vor Ort über die Folgen des Agent-Orange-Einsatzes informiert und die Bundesrepublik einen eigenen Beitrag zur Hilfe der betroffenen Menschen leistet“, erklärte die stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands.

 

Der Brief der NaturFreunde Deutschlands an Bundeskanzlerin Merkel als PDF-Download: www.kurzlink.de/NFD-zu-Agent-Orange


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NaturFreunde: SPD vergibt Chance für einen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau von Berlin

Koalitionsverhandlungen in Berlin gescheitert
SPD vergibt Chance für einen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau von Berlin

Berlin, 5. Oktober 2011 – Zu den vorerst gescheiterten Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch, folgendes:

 

Durch ihre unnachgiebige Haltung ist die SPD Berlin dabei, einen notwendigen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau der Stadt zu verhindern. Die Planungen für den Ausbau der A 100 gehen auf die 50er Jahre zurück, in denen die autogerechte Stadt als der Inbegriff der infrastrukturellen Modernität galten – die sind „Dinosaurier-Planungen“ einer längst vergangenen Zeit.

 

Die NaturFreunde Berlin erwarten von der SPD ihre unnachgiebige Haltung zur A 100 endlich aufzugeben und sich einer neuen verkehrspolitischen Entwicklung in Berlin zu öffnen. Dies bedeutet, dass ein gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr, der Ausbau der Straßenbahnen und des Fahrradverkehrs sowie eine menschengerechte Stadtplanung in den Mittelpunkt der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik gestellt werden.

 

Die NaturFreunde Berlin bitten die Mitgliederinnen und Mitglieder der SPD sich für eine verkehrspolitische Wende und ein Nein zum Ausbau der A 100 in ihrer Partei einzusetzen. Der Landesparteitag der SPD ist nur mit knapper Mehrheit für die Autobahnbefürworter entschieden worden. Diese knappe Mehrheit darf für Berlin nicht zu politischen Stillstand und einer Regierungsbeteiligung einer gesellschaftspolitisch rückwärtsgewandten CDU führen.


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NaturFreunde unterstützen Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“

Pressemitteilung der NaturFreunde in Baden-Württemberg

 

Naturfreunde unterstützen Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“

 

Der Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur untermauert sein Nein zum Milliardenprojekt „Stuttgart 21“

 

STUTTGART/KARLSRUHE. Getreu dem alten Sponti-Spruch, „Du hast keine Chance – also nutze sie!“, beteiligen sich die NaturFreunde in Baden-Württemberg am Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“, das bei der nun endgültig beschlossenen Volksabstimmung am 27. November das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ zu Fall bringen will. Ohne Gegenstimme hat der Vorstand des Verbands für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, der landesweit rund 25.000 Mitglieder zählt, in seiner jüngsten Sitzung diesen Beschluss gefasst.

Dass die Aussichten für einen S-21-Ausstieg beim Volksentscheid, aufgrund der hohen rechtlichen Hürden in Baden-Württemberg nicht allzu groß sind, wissen die NaturFreunde – wie das gewählte Motto zeigt – ganz genau. „Allerdings sehen wir auch die einmalige Gelegenheit auf dem Weg zur direkten Demokratie weiter zu kommen“, heißt es in einer Erklärung des Vorstandsgremiums. So mache der Konflikt um Stuttgart 21 die Mängel bei Volksbegehren und Volksabstimmungen in Baden-Württemberg überdeutlich. Abschrecken lassen sich die NaturFreunde davon indes nicht: ganz im Gegenteil.

Schon seit langem unterstützen viele NaturFreunde-Mitglieder sowie deren regionale Gliederungen aktiv den Kampf gegen „Stuttgart 21“ und setzen sich für die weit sinnvollere Alternative K 21 ein. Auch auf Landesebene hat sich der Verband bereits vor vielen Jahren entsprechend geäußert und positioniert. Jetzt sei es wichtig, „dass die anstehende Volksabstimmung einen großen Zuspruch in der Bevölkerung erfährt, damit Stuttgart 21 verhindert werden kann und für den Erhalt des Kopfbahnhofs votiert wird“. So würde unter anderem über die 191 Ortsgruppen und in den mehr als 140 NaturFreundehäusern im Land für eine Teilnahme am Volksentscheid und für den S-21-Ausstieg geworben, erklärt der NaturFreunde-Vorstand abschließend.

 

Für weitere Informationen:

NaturFreunde Geschäftsstelle Württemberg

Jochen Alber, Geschäftsführer

Neue Str. 150, 70186 Stuttgart

Tel.: 0711/481076


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NaturFreunde: Jörg Asmussen – der Bock als Gärtner


Berlin, 4. Oktober 2011 – Zur Ernennung von Jörg Asmussen zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) äußert sich Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands e.V. wie folgt:

 

Wie tief sich falsches Denken in die politischen Entscheidungen einnisten kann, zeigt der Aufstieg von Jörg Asmussen. Die 17 Finanzminister der Euro-Zone machten den Geldpolitiker zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Damit wird umgedreht, was lange Zeit selbstverständlich war: Geld darf nicht herrschen, sondern muss den Wirtschaftskreislauf stabilisieren. Ein Chefvolkswirt muss die Regeln einer guten Volkswirtschaftlehre bewahren.

 

Doch Asmussen gehört zu denjenigen, die seit Jahren die Deregulierung und Liberalisierung der Geldmärkte predigen. Er ist einer der Architekten in der Umsetzung der neoliberalen Ideologie, die nicht nur unser Land in die Finanzkrise geführt hat. Asmussen wird Chefvolkswirt, weil er politisch genehm ist, aber nicht, weil er fachlich gerechtfertigt ist. Die Entscheidung ist keine überzeugende Wahl – sie entspricht dem Zeitgeist, aber nicht der ökonomischen Vernunft!

 

Asmussen ist eine politische Entscheidung die Geldpolitik über die Volkswirtschaftslehre zu stellen. Mit ihm wird sich die Welt nicht aus der Krise befreien können: Denn bei dieser Personalentscheidung handelt es sich offenkundig um eine ideologische und keine vernunftbetonte.


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Naturfreunde Internationale: Radeln für Frieden und neue Energien

1 Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Teilnahme an der Friedensfahrt 2012 der Initiative „bike for peace” von Verdun nach Wolgograd auf. Die Naturfreunde Internationale wird gebeten, für die Aktivitäten zu werben.

 

Der Antrag wurde auf den Kongress der Naturfreunde Internationale am 01.10.11 in Graz beschlossen.


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Naturfreunde Internationale: EURATOM endlich auflösen!

EURATOM endlich auflösen! Für die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft zur Förderung erneuerbarer
Energien!

 

 

 

 

1 Seit vielen Jahrzehnten hat die Anti-Atom-Bewegung auf die Unverantwortlichkeit der Atomkraft hingewiesen. Naturfreunde sind Gründungsmitglied der Anti-Atom-Bewegung in vielen Ländern Europas. Mit ihrem Engagement haben sie deutlich gemacht, dass die Nutzung der Atomenergie unverantwortlich ist. Die Naturfreunde treten für den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergienutzung ein und fordern die massive Förderung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Energiegewinnung.

2 Atomkraft ist eine unbeherrschbare Risikotechnologie mit unabsehbaren Folgen für die Menschen und die Umwelt. Die Nutzung der Atomtechnologie setzt demokratische Grundrechte auf Spiel und gefährdet die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen.

3 Von Anfang an gab es keine absolute Trennung zwischen „ziviler“ und militärischer Nutzung der Nukleartechnologien. Vielmehr wurde die Forcierung der  Atomenergienutzung von vielen Staaten als Möglichkeit für den Einstieg in den Bau von Atombomben benutzt.

4 In vielen Ländern der Welt gibt es Anti-Atom-Initiativen. Die Naturfreunde Internationale wird die Stärkung und den Aufbau eines internationalen Netzwerkes gegen Atomenergie Förderung und aktiv unterstützen. Gemeinsam mit den Landesverbänden, die sich an einem solchen Netzwerk beteiligen wollen, wird sich die Naturfreunde Internationale in internationale Aktionen und Debatten zur Abschaffung der Atomenergie weltweit einbringen.

5 Tschernobyl, Harrisburg und Fukushima sind die bekanntesten Beispiele für die Risikotechnologie Atomkraft. Für Naturfreunde ist es völlig inakzeptabel, dass 25 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl und trotz der vielen Störfälle in der Geschichte der Kernenergienutzung, die Europäische Union weiterhin auf die Erforschung und den Ausbau der Kernenergienutzung setzt.

6 Alleine in der laufenden Förderperiode sind im Haushalt der Europäischen Union 7,8 Milliarden Euro für die Förderung der Kerntechnologie eingestellt worden. Über 3 Milliarden Euro werden alleine dafür aufgewandt, um die Fusionsforschung voranzutreiben und durch Kredite den Neubau und die Modernisierung von Atomkraftwerken zu fördern.

7 In den meisten Staaten der EU wird diese falsche Politik von den jeweiligen Regierungen unterstützt. Durch diesen Irrweg sind die Staaten der EU zu den führenden Erzeugern von Atomenergie auf der Welt geworden. Die Europäische Union ist die Region mit der größten Atomkraftwerksdichte in der Welt. In den 15 der 27 EU-Mitgliedstaaten werden insgesamt 145 kommerzielle Atomreaktoren betrieben.

8 Massiv zur Förderung der Atomtechnologie hat EURATOM beigetragen. Naturfreunde fordern seit vielen Jahrzehnten die seit 1957 bestehende Europäische Atomgemeinschaft (EAG, EURATOM) aufzulösen. Nie hat EURATOM dazu beitragen können, den Menschen in der EU ein hohes Maß an technischer Sicherheit von Kernkraftwerken zu garantieren – vielmehr wurde EURATOM dafür benutzt, die Atomtechnologie in möglichst vielen Ländern auf möglichst profitabler Basis zu fördern. Durch riesige Subventionierung der Atomtechnologie wurden der Ausbau und die Förderung von unbeherrschbarer Atomkraft seit vielen Jahrzehnten massiv vorangetrieben.

9 Einige EU-Mitgliedstaaten, wie beispielsweise Österreich, Schweden, die Niederlande und Belgien, haben Beschlüsse in Richtung eines Atomausstiegs auf nationalstaatlicher Ebene gefasst. Dennoch bleiben sie an ihren vertraglichen Pflichten gebunden und beteiligen sich weiterhin an der finanziellen Förderung der Atomenergie durch die EU und die EAG.

10 Es ist nicht akzeptabel, dass alle Staaten, die sich um einen Beitritt zur EU bewerben, durch die bisherigen Beitrittspraxis mit dem Vertrag über den EU-Beitritt jeweils auch den EURATOM-Vertrag mit unterzeichnen, unabhängig davon, ob sie selbst Atomenergie herstellen. Damit verpflichtet sich jeder künftiger EU-Mitgliedstaat, sich an der Subventionierung und Privilegierung der Atomenergie in der EU zu beteiligen.

11 Durch den Vertrag von Lissabon ist EURATOM strukturell aus den EU-Verträgen ausgegliedert. Trotzdem ist EURATOM durch den einheitlichen institutionellen Rahmen und durch den gemeinsamen Haushalt eng mit der EU verzahnt. Es ist an der Zeit, diese Verflechtung durch eine Vertragsänderung zu brechen, um den Austritt aus dem EURATOM für diejenigen Mitgliedstaaten, die das wollen, zu ermöglichen.

12 Die Naturfreunde unterstützen die Forderung nach einem einseitigen Ausstieg aus der Europäischen Atomgemeinschaft durch Länder, die keine Atomenergie wollen. Dies kann für die Naturfreunde jedoch nur ein erster Schritt zur vollständigen Auflösung von EURATOM sein. Erst die Beendigung des EURATOM-Vertrages wird ein unumkehrbarer Atomausstieg auf EU-Ebene und eine vollständige Umorientierung auf erneuerbaren Energien möglich machen.

13 Die Naturfreunde wollen EURATOM durch eine alternative „Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“ ersetzten.

14 Die Naturfreunde Internationale wird mit allen Landesverbänden, die sich für eine europaweite Initiative zur Auflösung von EURATOM engagieren wollen, eine europaweite Kampagne zum Atomausstieg starten. Hierbei soll eine Arbeitsgruppe über verschiedene Möglichkeiten für die Umsetzung einer solchen Kampagne Vorschläge ausarbeiten. Die Kampagne soll im Jahr 2012 begonnen werden.
15 Die Naturfreunde Internationale wird sich dafür einsetzen,

(a) dass EURATOM schnellstmöglich aufgelöst wird;
(b) dass ein neuer europäischer Vertrag geschlossen wird, auf dessen Grundlage eine alternative Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung eingerichtet wird;
(c) dass auf EU-Ebene eine Initiative für die Entflechtung der vertraglichen Grundlagen der EU und des EURATOM ergriffen wird. Zusammen mit den Landesverbänden wird sie Druck auf den jeweiligen Regierungen ausüben, damit die Mitgliedsstaaten der EU den EURATOM-Vertrag einseitig kündigen;
(d) dass die europäischen Verträgen so geändert werden, damit das Verbot der Nutzung von Atomtechnologien für militärische Zwecke sowie zur Energiegewinnung als Grundlage der Europäischen Union festgeschrieben wird;
(e) dass die nationalen Regierungen und die EU-Kommission sich bei den Vereinten Nationen entschieden für einen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie für militärische Zwecke sowie zur Energiegewinnung einsetzen und ein Moratorium für alle weltweit geplanten Neubauten von Atomanlagen für militärische Zwecke und zur Energiegewinnung durchgesetzt wird.

 

Der Antrag wurde auf dem Kongress der Naturfreunde Internationale am 01.10.11 in Graz beschlossen.


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NaturFreunde und Free Mumia Berlin: Die Hinrichtung von Troy Davis war ein staatliches Verbrechen


NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe: „Es gibt noch viele Troy Davis“

Berlin, 30. September 2011 – Zur morgigen Beerdigung des am 21. September durch die zuständige US-Gefängisbehörde hingerichteten Afroamerikaners Troy Davis erklären Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und die Aktiven der Kampagne  Free Mumia Berlin:

 

Die Hinrichtung von Troy Davis war ein staatliches Verbrechen. Am Tag der Beerdigung sind unsere Gedanken wieder bei Davis‘ Familie – und den Zehntausenden, die weltweit immer noch in den Todeszellen sitzen. Mit dieser Hinrichtung wurde eine gnadenlose und rassistisch motivierte US-Justiz offenbar. Seine Hinrichtung war ein barbarischer Akt, unvereinbar mit einem humanistischen und demokratischen Rechtssystem.

 

Denn die Todesstrafe negiert das elementarste Menschenrecht: das Recht auf Leben. Diese staatlich angeordnete Rache beruht auf niedrigsten Instinkten und ist eine durch kein Gesetz zu rechtfertigende Form grausamer und unmenschlicher Strafe.

 

Mehrheit der US-Bürger gegen die Todesstrafe

Mittlerweile gibt es aber auch in den USA eine Mehrheit, die sich gegen die Todesstrafe ausspricht. Bereits jetzt halten mehr als zwei Drittel aller US-Bürger die Todesstrafe in den USA für irrelevant bei der Bekämpfung von Verbrechen, wie eine entsprechende Untersuchung des Death Penalty Information Centers zeigte. Möglicherweise wird sich diese Ablehnung noch zu einem zentralen Faktor bei US-Wahlentscheidungen weiterentwickeln können, durch den dann die Politiker, die sich für die Todesstrafe aussprechen, nicht mehr gewählt werden.

 

Troy Davis wurde vorsätzlich zum Tode verurteilt, obwohl sieben Belastungszeugen im Laufe der Verhandlungen ihre belastenden Aussagen zurückgezogen hatten. Sie hatten dabei deutlich gemacht, dass sie von einer rassistisch motivierten Polizei zu Falschaussagen gedrängt worden waren und nur aufgrund von Einschüchterungen durch die Polizei ihre Aussagen gemacht hatten. Hinzu kommt, dass der Todesstrafe in den USA fast ausschließlich Menschen unterliegen, die selbst nicht in der Lage sind, eine angemessene Verteidigung zu bezahlen. Die sogenannte Pflichtverteidigung ist dabei lediglich ein Feigenblatt, mit der die Einschüchterung von armen Gesellschaftsteilen durch die Todesstrafe kaschiert wird.

 

Fall Troy Davis vor den Vereinten Nationen zur Sprache bringen

Die NaturFreunde und die Kampagne  Free Mumia Berlin fordern die Bundesregierung auf, den Fall Troy Davis vor den Vereinten Nationen zur Sprache zu bringen. Von US-Präsident Obama erwarten wir, dass er endlich eine Initiative zur Abschaffung der Todesstrafe in den USA beginnt. Kein demokratisch denkender Mensch kann hier weiter schweigen. Kein Staat der Welt hat das Recht inhaftierte Bürger umzubringen. Mit der Negierung des Rechts auf Leben negiert ein Staat auch seine Schutzfunktion für alle Menschen, die in diesem Staat leben.

 

„Es gibt noch viele Troy Davis“

Die letzten von Troy Davis geschriebenen Worte an die Bewegung gegen die Todesstrafe werden wir in Erinnerung halten. Er schrieb uns noch am 10. September 2011: „Es gibt noch viele Troy Davis. Der Kampf zur Abschaffung der Todesstrafe wird durch mich nicht gewonnen oder verloren, sondern durch unsere Stärke und indem wir voranschreiten und jeden Unschuldigen retten, der irgendwo auf der Welt eingesperrt ist. Wir müssen dieses Unrechtssystem Stadt für Stadt, Staat für Staat und Land für Land beseitigen.“

 

Troy Davis hat die Herzen der Menschen erreicht. Wir werden alles dafür tun, dass die Menschen endlich aufwachen und die Abschaffung der Todesstrafe auch in ihrem Land durchsetzen.

 


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NaturFreunde: Der Tourismus verbindet Kulturen nicht automatisch


Anlässlich des Welttourismustages fordern die NaturFreunde einen stärker sozial- und umweltverträglich organisierten Tourismus

Wien/Berlin, 26. September 2011 – „Linking Cultures – Kulturen verbinden“ lautet das Motto des diesjährigen Welttourismustages am 27. September. Immer wieder wird behauptet, dass der Tourismus zu mehr Frieden und Demokratisierung beitragen könne. „Ja, aber …“ kommentieren die NaturFreunde Internationale (NFI) und die NaturFreunde Deutschlands (NFD) diese These: „… der Tourismus führt eben nicht wie von Zauberhand zu mehr Frieden und Demokratie.“ Denn für einen wirklich positiven gesellschaftlichen Effekt müsse der Tourismus viel stärker sozial- und umweltverträglich organisiert sein. Den NaturFreunden zufolge sei das in der Praxis jedoch äußerst selten der Fall.

Die offiziellen Feierlichkeiten zum diesjährigen Welttourismustag, der von der Welttourismusorganisation UNWTO initiiert wurde, finden statt im ägyptischen Assuan. „Ganz sicher sind diese Feierlichkeiten im postrevolutionären Ägypten, einem der wichtigsten und ältesten Reiseländer, ein positives Signal. Ob den Feiern und der parallel stattfindenden Konferenz, in deren Rahmen die Sozialverträglichkeit des Tourismus diskutiert werden soll, auch entsprechende Taten folgen, wird sich aber erst noch zeigen müssen“, dämpft der Generalsekretär die NaturFreunde Internationale Dr. Christian Baumgartner die Erwartungen.

Diffuse Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen

„Der globale Tourismus ist in erster Linie ein komplexer Wirtschaftssektor, der mit diffusen Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen kaum etwas gemein hat“, erklärt Karin Chladek von „respect“, der NFI-Marke für nachhaltige Tourismusentwicklung und ergänzt: „Die Annahme, dass der Tourismus automatisch die Welt verbessere, ähnelt ein wenig der These, dass die Marktwirtschaft automatisch zu mehr Demokratie führe.“
Auch lokale Bevölkerung muss von der Tourismusentwicklung profitieren

„Der Tourismus kann tatsächlich ein positiver Faktor sein, allerdings muss er dafür sozial- und umweltverträglich geplant und gestaltet werden. Zum Beispiel muss die Bevölkerung vor Ort in die Tourismusentwicklung eingebunden sein und davon auch wirtschaftlich profitieren“, betont Baumgartner und verweist in diesem Kontext auf gute Beispiele der NaturFreunde: „Mit langfristigen Projekten wie etwa der grenzüberschreitenden ‚Landschaft des Jahres’ arbeitet die internationale NaturFreunde-Bewegung daran, mit den Menschen in den jeweiligen Destinationen einen nachhaltigen Tourismus zu ermöglichen und weiter zu entwickeln. Ein sehr großes Potenzial haben auch unsere immer stärker genutzten interkontinentalen Austauschprojekte, beispielsweise zwischen NaturFreunden in Afrika und Europa.“

 

Sozialökologische Orte der lebendigen Begegnung

Auf eine sozialökologische Möglichkeit der deutsch-französischen Völkerverständigung etwa weist Eckart Kuhlwein, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, hin: „Deutsche und französische NaturFreunde haben jüngst eine grenzüberschreitende Radroute ‚Von der Saar zum Rhein‘ in handlichen Faltblättern beschrieben, die auch die Besonderheiten der durchfahrenen Naturschutzgebiete erklären.“ Dieser sogenannte Natura Trail (www.natura-trails.naturfreunde.de) führt immer wieder in deutsche und französische Naturfreundehäuser und damit an sozialökologische Orte der Begegnung, wo Freizeit und Freiheit kein Luxus sind. „In den Naturfreundehäusern lernen sich übrigens nicht nur Deutsche und Franzosen kennen“, so Kuhlwein.

 

Kennenlernen, um sich zu verstehen

„Menschen unterschiedlicher Kulturen müssen sich kennenlernen, um sich zu verstehen. Dann verbindet der Tourismus auch Kulturen. Ohne das Verständnis füreinander können aber weder Menschen noch Kulturen miteinander auskommen“, fasst Baumgartner zusammen.

 

 

Die NaturFreunde

Die NaturFreunde treten seit dem Jahr 1895 ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt. Sie orientieren sich traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in ihrer Projektarbeit wie auch in ihren Reise- und Freizeitangeboten um.

 

In Deutschland engagieren sich 75.000 NaturFreunde in rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die mehr als 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene und sozialökologische Stätten der Begegnung.

 

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.


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Bundesweite Aktionen zur 2. Ökostrom-Wechselwoche

Pressemitteilung vom 20. September 2011

 

Bundesweite Aktionen zur 2. Ökostrom-Wechselwoche
Große Bereitschaft, sich weiter gegen Atomkraft und für die Energiewende zu engagieren – höhere Beteiligung als im Vorjahr – Atomkonzerne provozieren Protest mit Klage gegen Uransteuer Berlin, 20. September 2011 – Noch bis zum 24.9. findet die zweite bundesweite „Ökostrom-Wechselwoche“ statt. Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ ruft dazu auf, für Ökostrom und die Energiewende aktiv zu werden. Mehr als 90 Aktionsgruppen und Privatpersonen haben sich bereits angemeldet. Wer sich beteiligen möchte, findet auf der Internetseite www.atomausstiegselber-machen.de Informationen über Ökostrom und kann kostenlos Material bestellen, auch für die Zeit nach der Aktionswoche.
„Ich bin schon jetzt überwältigt von der Bereitschaft, sich weiter zu engagieren. Zur zweiten Ökostrom-Wechselwoche gibt es sogar mehr Anmeldungen als im letzten Jahr“, sagt Florian Noto, Koordinator von Atomausstieg selber machen. Noto nennt mehrere Gründe für das Engagement:
„Viele Menschen lehnen den Weiterbetrieb von neun Atomkraftwerken ab und möchten sich für die Energiewende einsetzen. Der Wechsel zu einem Ökostromversorger ist das einfachste Mittel, die Macht der Atomkonzerne einzugrenzen und die Energiewende zu beschleunigen.“
Die Atomkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW blockieren weiterhin die Energiewende, beispielsweise mit Klagen gegen die Brennelementesteuer und Investitionen in Atomkraftwerke im Ausland. Am Montag hatte der Atomkonzern E.ON mit einer Klage vorläufigen Erfolg. Wenn das Urteil bestand hat, entgehen dem Bundeshaushalt Milliardenbeträge, die für die Beseitigung von Schäden des Atommüll-Lagers Asse eingeplant waren. Dies sei ein zusätzliches Motiv für alle AKWGegnerinnen und -Gegner, die „Geschäftsbeziehungen zu den Atomkonzernen zu beenden“, so Noto.
Beispielhafte Aktivitäten im Rahmen der Ökostrom-Wechselwoche sind:

  • Ein Aktivist aus Schleswig-Holstein hat bei seinem Fahrradurlaub einige hundert Ökostrom-Flugblätter im Gepäck, die er an Geschäfte und Passanten verteilt.
  • In Berlin hat das Bündnis „Tschüss Vattenfall Berlin“ am Wahlsonntag (18.9.) im Mauerpark für die Abwahl von Vattenfall an der privaten Steckdose geworben.
  • In Göttingen geben die Studierendengruppe der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) und die Greenpeace-Gruppe Tipps für die Kündigung beim Atomkonzern E.ON.
  • Auf den internationalen Anti-Atom-Demos am 17.9. in Belgien und Frankreich wurde über saubere Alternativen zu RWE, EnBW & Co. informiert.
  • Viele Engagierte nutzen den weltweiten Klimaaktionstag am 24.9., um für Ökostrom zu werben.

Atomausstieg selber machen empfiehlt insbesondere vier Stromversorger, die unabhängig von den Atomkonzernen sind und Ökostrom bundesweit anbieten: Die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom handeln seit 12 Jahren ausschließlich mit Ökostrom und setzen sich in besonderem Maße für die Energiewende und den Atomausstieg ein. Insgesamt beliefern die vier Unternehmen fast eine Million Haushalte und Unternehmen in Deutschland mit Ökostrom.
Atomausstieg selber machen ist ein Bündnis von 23 Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen. Die Trägerverbände sind: .ausgestrahlt, BBU, BI Lüchow-Dannenberg, BUND, Bund der Energieverbraucher, Campact, DNR, Deutsche Umwelthilfe, Forum Umwelt und Entwicklung, genanet, Greenpeace, Grüne Liga, IPPNW, Jugendbündnis Zukunftsenergie, KLAR, Mütter gegen Atomkraft, NABU, NaturFreunde, Robin Wood, TEMA, UfU, urgewald und WWF.
Alle Aktionsorte sind auf der Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de verzeichnet.


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NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe

NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe
Bundesregierung sollte zum Tode verurteilten Troy Davis Asyl gewähren

 

Berlin, 20. September 2011 – Zur heutigen Ablehnung des Gnadengesuchs für den zum Tode verurteilten Afroamerikaner Troy Davis durch den Gnadenausschuss des US-Bundesstaats Georgia erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

In den letzten Wochen haben sich über eine Million Menschen weltweit für das Überleben von Troy Davis eingesetzt. Auch jetzt dauern die Proteste und Kundgebungen in den USA noch an. Nachdem die zuständige Gefängnisbehörde die Hinrichtung von Troy Davis für Mittwoch, den 21. September angesetzt hatte, fanden am vergangenen Freitag weltweit erneut mehr als 300 Protestveranstaltungen gegen die geplante Hinrichtung statt. Die NaturFreunde Berlin etwa haben gemeinsam mit der „Free Mumia“-Bewegung vor der US-amerikanischen Botschaft in Berlin für das Leben von Troy Davis und die endgültige Abschaffung der Todesstrafe in den USA demonstriert.

 

Bei einer erneuten Beweisaufnahme im Troy-Davis-Fall vor zwei Jahren hatten Belastungszeugen zu Protokoll gegeben, dass sie von der Polizei unter Druck gesetzt worden waren, gegen Troy Davis auszusagen. Sieben der neun Belastungszeugen hatten ihre Aussage gegen Troy Davis zurückgezogen und deutlich gemacht, dass Troy Davis unschuldig sei. Trotzdem wurde der Afroamerikaner zum Tode verurteilt.

 

Für sein Leben hatte sich unter anderen Ex-FBI-Chef William S. Sessions eingesetzt, der die Behörden in Georgia aufforderte, die Hinrichtung auszusetzen. Gegen die Hinrichtung hatten sich auch Ex-US-Präsident Jimmy Carter, der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu sowie der Papst ausgesprochen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, alles in ihrer Kraft Stehende zu tun, damit die geplante Hinrichtung von Troy Davis nicht durchgeführt wird. Die NaturFreunde schlagen der Bundesregierung zudem vor, den US-Behörden anzubieten, Troy Davis in Deutschland Asyl zu gewähren. Die Behörden in Georgia fordern wir auf: „Machen Sie Schluss mit dem Morden! Schaffen sie die Todesstrafe endlich ab!“

 

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit Jahrzehnten gegen die Todesstrafe. Die Todesstrafe ist barbarisch und mit einem humanistischen Rechtssystem unvereinbar. Sie setzt Vergeltung vor Versöhnung und beruht auf niederen Racheinstinkten.

 

Für Mittwoch, den 21. September 2011 um 19:00 Uhr laden die NaturFreunde Berlin und die Free-Mumia-Bewegung zu einer Protestveranstaltung auf den Pariser Platz vor der US-amerikanische Botschaft unter dem Motto: „Freiheit für Troy Davis – Abschaffung der Todesstrafe weltweit!“


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NaturFreunde sagen Nein zur Todesstrafe

Globaler Aktionstag gegen die Hinrichtung von Troy Davis am 21. September 2011
Berlin, 15. September 2011 – Zum globalen Aktionstag am 21. September gegen die geplante Hinrichtung des Afroamerikaners Troy Davis erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

Amnesty International hat für Freitag, den 21. September zu einem globalen Aktionstag für das Leben des Afroamerikaners Troy Davis aufgerufen. Aus diesem Anlass findet in Berlin bereits am 16. September um 18:00 Uhr eine Protestkundgebung vor der US-Botschaft auf dem Pariser Platz (Brandenburger Tor) statt, zu der auch die NaturFreunde Deutschlands einladen.
An der Veranstaltung sprechen werden unter anderem Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die einen Antrag zur Rettung des Lebens von Troy Davis in den Deutschen Bundestag eingebracht hat, sowie ein Vertreter der „Campaign to End the Death Penalty“ (CEDP).

Der Afroamerikaner Troy Davis soll nach Aussagen der zuständigen US-Gefängnisbehörde am 21. September hingerichtet werden. Das Urteil wurde ohne greifbare Schuldbeweise gefällt. Durch weltweite Proteste konnte die Hinrichtung von Troy Davis bereits dreimal in buchstäblich letzter Minute unterbunden hatten.

In den USA werden zurzeit fast täglich Hinrichtungen durchgeführt. Noch am vergangenen Wochenende bekräftigte etwa der Republikaner und Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Rick Perry, dass er die Todesstrafe für ein wichtiges „Rechtsgut“ der USA halte. Selbst das Hinrichten Unschuldiger oder höchst umstrittener Fälle stellt für ihn offensichtlich kein Problem dar, wie mehrere Hinrichtungen in dieser Woche unter seiner Regie als Gouverneur im
Bundesstaat Texas wieder deutlich machten.
Wer die Todesstrafe zu einem „Rechtsgut“ erklärt, handelt nach Überzeugung der Organisatoren der Kundgebung inhuman, da die Todesstrafe mit einer humanistischen Grundeinstellungen einer Gesellschaft nicht vereinbar ist. Die Todesstrafe ist eine Form besonders unmenschlicher, grausamer und erniedrigender Behandlung von Menschen.


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NaturFreunde: Jetzt aus der Atomenergie aussteigen!


NaturFreunde Deutschlands laden morgen zur Protestkundgebung vor der französischen Botschaft in Berlin

 

Berlin, 12. September 2011 – Zum Unfall in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

Die Verantwortlichen wollen nichts dazulernen: Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima sollten für die Regierenden eigentlich genug mahnende Katastrophen sein, um endlich einzusehen, dass die Atomenergie eine unverantwortliche, weil todbringende Energieerzeugungsart ist.

 

Die Explosion in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule hat erneut gezeigt, dass auch vom gesamten Verarbeitungsprozess von Nuklearmaterial eine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Doch die Verantwortlichen versuchen alles wie gewohnt herunterzuspielen. Der Unfall macht aber deutlich: Die französische Regierung spielt seit vielen Jahren leichtsinnig mit dem Leben und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger Europas. Für die Profite weniger Menschen wird die Verseuchung ganzer Regionen bewusst in Kauf genommen.

 

Es gibt keine sichere Nutzung von Atomenergie. Wer den Einsatz von Atomenergie weiterhin als Teil der Energieversorgung toleriert, nimmt in Kauf, dass sich auch mitten in Europa eine ähnliche Katastrophe wie in Tschernobyl oder Fukushima ereignen kann.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Regierungen Europas auf, jetzt aus der Atomenergie auszusteigen. Auch Deutschland darf nicht erst zum Jahr 2022 aus der Atomenergie aussteigen, sondern muss jetzt mit dieser unverantwortlichen Art der Energieerzeugung Schluss machen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern zudem ein sofortiges Ende von EURATOM. Es dürfen nicht weiterhin Steuergelder für die Entwicklung der menschenverachtenden Atomtechnologie eingesetzt werden.

Die NaturFreunde Deutschlands werden sich zusammen mit Anti-Atom-Aktiven auch aus anderen Ländern massiv gegen alle Planungen zum weiteren Ausbau der Atomenergie, etwa in Polen, Tschechien oder der Slowakei wehren. Wir werden nicht hinnehmen, dass Europa in eine strahlende Wüste verwandelt wird.

 

Die NaturFreunde Deutschlands laden für morgen, den 13. September 2011, 17:00 Uhr zu einer Mahn- und Protestkundgebung vor der französische Botschaft in Berlin (Pariser Platz 5, 10117 Berlin) unter dem Motto: Nach dem Atomunfall in Frankreich: Atomausstieg sofort – und zwar weltweit!


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Atomausstieg selber machen: ÖKOSTROM-WECHSELWOCHE VOM 17. BIS 24. SEPTEMBER

Pressemitteilung vom 9. September 2011

ÖKOSTROM-WECHSELWOCHE VOM 17. BIS 24. SEPTEMBER

Umweltverbände rufen auf, für die Energiewende aktiv zu werden und Strom
nicht länger bei den großen Atom- und Kohlekonzernen zu beziehen

Berlin, 9. September 2011 – Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ ruft zur zweiten Ökostrom-Wechselwoche auf, die bundesweit vom 17. bis 24. September stattfindet. Acht Tage vor Beginn der Wechselwoche haben schon über 50 Gruppen und Privatpersonen in ganz Deutschland ihre Beteiligung angekündigt. Auf der Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de erhalten Interessierte Informationen über Ökostrom, Aktionsvorschläge und kostenloses Aktionsmaterial.

„Der Wechsel zu einem Ökostromversorger ist das einfachste Mittel, die Energiewende zu beschleunigen und nicht länger die Kassen der Atomkonzerne zu füllen. Wer gute Erfahrung mit dem Wechsel gemacht hat, erzählt das gern im Bekanntenkreis weiter“, meint Florian Noto, Koordinator von Atomausstieg selber machen. „E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall spielen sich als Opfer der Energiewende auf, haben aber jahrelang alle Innovationen blockiert und verdienen weiterhin prächtig an den neun noch laufenden Atomkraftwerken.“

Bei ihren Auslandsaktivitäten hielten sie weiter an der Atomenergie fest, und im Inland verfolgten sie mit dem Weiterbetrieb der AKW und dem Neubau von Kohlekraftwerken unverändert ihr risikoreiches und klimafeindliches
Geschäftsmodell. Der Ökostromanteil liege bei den Konzernen nach wie vor weit unter dem nationalen Durchschnitt und sei „insgesamt beschämend gering“, sagte Noto.

Stromkundinnen und -kunden sollten daher darauf achten, einen Stromversorger zu wählen, der ausschließlich mit Ökostrom handelt und nicht mit den großen vier Energiekonzernen verflochten sei, empfiehlt Noto. Besonders glaubwürdig und engagiert seien die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom.

Atomausstieg selber machen ist ein Bündnis von 23 Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen. Die Trägerverbände sind: .ausgestrahlt, BBU, BI Lüchow-Dannenberg, BUND, Bund der Energieverbraucher, Campact, DNR, DUH, Forum Umwelt und Entwicklung, genanet, Greenpeace, Grüne Liga, IPPNW, Jugendbündnis Zukunftsenergie, KLAR, Mütter gegen Atomkraft, NABU, NaturFreunde, Robin Wood, TEMA, UfU, urgewald und WWF.

An die Redaktion:
Kontakt: Florian Noto, Tel. 030-297732-86,
florian.noto@atomausstieg-selber-machen.de
Eine Übersicht der Aktivitäten finden Sie auf
www.atomausstieg-selber-machen.de.
Gern vermitteln wir Kontakte zu regional aktiven Gruppen in ganz Deutschland.


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NaturFreunde Sachsen unterstützen die Initiative „Pro Weltnaturerbe Sächsisch-Böhmische Schweiz“ am 10.09.2011

Pressemitteilung


Am 10.09.2011 findet zum 6. Mal die Wanderung der Initiative „Pro Weltnaturerbe Sächsisch-Böhmische Schweiz“ statt. Mit dieser Veranstaltung soll die Aufnahme des Elbsandsteingebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze zum Weltnaturerbe unterstützt werden. Ein Anliegen, welches die NaturFreundeDeutschlands/Sachsen e.V. unterstützen. Die Elbe mit ihrer einzigartigen Flusslandschaft und das Elbsandsteingebirge mit den wundervollen großflächigen Tafelbergen und Schluchten stellt ein Stück unberührte Natur dar. Das obere Elbtal muss in seiner einzigartigen Form auch künftigen Generationen erhalten bleiben und darf zum Beispiel nicht durch weitere Elbestaustufen zerstört werden. Der Mensch hat sich im Interesse künftiger Generationen der Natur anzupassen.

 

Hier die wichtigsten Infos: Treffpunkt 09:00 Uhr in Schöna an der Fähre. Mit der Fähre übersetzen
nach Hrensko. Von hieraus beginnt dann die Wanderung bis zum Prebischtor. 13:15 Uhr Abwanderung nach Hrensko und mit der Fähre übersetzen zum Bhf. Schöna. Während der Wanderung informieren Experten zum Stand “Weltnaturerbe” und über Flora und Fauna. Die Strecke der Wanderung beträgt etwa 10 Kilometer.

 

 

Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)


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NaturFreunde Berlin reden bei Beats against Racism

 

 

Gestern bei Beats against Rassim in Kreuzberg:

 

 

 

 

Der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch, forderte die Teilnehmer_innen auf, sich aktiv gegen Rassismus in jeglicher Form zu wehren. Pro Deutschland und die Partei Die Freiheit sind nur einige Schattierungen des Alltagsrassismus in der Gesellschaft. Antiziganismus, Gewalt gegen Migrant_innen und eine rassistisch motivierte Migrationspolitik ist Teil des gesellschaftlichen Diskurses in der Mitte der Gesellschaft.

 

Er bat die Anwesenden sich aktiv gegen die Restriktiven Gesetze gegen Migranten, die Abschiebung von Mitgliedern der Roma-Gemeinschaften nach Kosovo und den Versuch von rechtspopulistischen Politiker_innen verschiedener Parteien, den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts zu verschieben zu engagieren.

Ausdrücklich dankte er dem Bündnis “Zusammen Handeln” und dem Bündnis “Rechtspopulismus stoppen!” für ihre Arbeit.

 

 

 

Vielen Dank an ‘kappa photo’ für die Bilder.


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NaturFreunde: Die Ursachen der Krisen liegen im Finanzkapitalismus


Medien sollten der computergesteuerten Börsenspekulation keine Bühne mehr geben

 

Berlin, 26. August 2011 – Vor dem Hintergrund der weiterhin schwelenden Finanzkrise fordern die NaturFreunde Deutschlands erneut, dass die Börsenberichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei ungleich kritischer gestaltet wird. Die Politik dürfe sich nicht von den Spekulanten in die Enge treiben lassen, doch die große mediale Aufmerksamkeit erwecke in der Gesellschaft den Eindruck einer ungeheuren Relevanz des Börsenhandels. „Die täglichen Kursschwankungen haben aber nur noch eine Aussagekraft für wenige Spekulanten, für das reale Wirtschaftsgeschehen sind sie irrelevant“, erklären Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, und Prof. Gerhard Scherhorn, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

 

„Die Wertpapierbörsen haben ihre volkswirtschaftliche Funktion längst verloren, die Wirtschaft mit Eigenkapital zu versorgen“, ergänzt Prof. Scherhorn. Scherhorn verweist darauf, dass sich die börsennotierten Unternehmen heute mehr über Anleihen und eigene Gewinne als über die Ausgabe von Aktien finanzieren: „Tatsächlich kaufen sie sogar mehr eigene Aktien zurück, als sie neue ausgeben.“ Die Börsen seien laut Prof. Scherhorn zum Spiegelbild einer computergesteuerten Spekulation verkommen, in der es nur noch darauf ankomme, um Sekundenbruchteile schneller zu sein als andere.

 

Michael Müller verweist auf das Schlusswort des früheren US-Finanzministers Henry Morgenthau auf der Konferenz von Bretton Woods: Eine Welt ohne Krisen und Kriege werde es nur geben, wenn wir die Geldhändler aus den Tempeln der Finanzwelt werfen, so Morgenthau schon im Jahr 1944. Damals seien noch vor allem die britischen und amerikanischen Verhandlungsführer, unter anderem John Maynard Keynes, davon überzeugt gewesen, dass die Welt nur dann prosperieren könne, wenn der Realwirtschaft der Vorrang vor der Finanzwirtschaft gegeben werde: Die Finanzinstitute müssten dabei die Rolle eines Dieners übernehmen.

 

„Doch Anfang der 1980er Jahre drehte sich dieses Verhältnis“, erläutert Michael Müller. „Nach einer Phase außerordentlich hohen Wachstums in der Nachkriegszeit stagnierten die Volkswirtschaften, verbunden mit Inflation. Um zu hohen Wachstumsraten zurückzukehren, wurde einer börsengetriebenen Ökonomie der Boden bereitet, indem man durch Deregulierung der Finanzmärkte die unkontrollierte Geldvermehrung erleichterte und diese mit billigem Zentralbankgeld noch weiter aufputschte. Die Rechnung dafür präsentieren die Krisen unserer Zeit.“ Neben den ökologischen Folgen dieser Wachstumspolitik seien es besonders die dramatischen Verschuldungstendenzen. Denn das Wachstum sei zum großen Teil kreditfinanziert gewesen: „ein Aufschwung auf Pump, eine Auszehrung der Zukunft“, so Müller. „Und trotzdem ist es Unsinn, die Verschuldung zum Grund der Krisen zu machen. Die Ursachen der Krisen liegen vielmehr im Finanzkapitalismus selbst.“

 

Finanzkapitalisten orientieren sich nicht am Wohl der Gesellschaft

Laut Müller ist es die Aufgabe der Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Natur in ein dauerhaftes Gleichgewicht zu bringen und so das Wohl der Menschen zu mehren – nicht aber, einer „verkommenen Marktideologie“ zu frönen. „Was für einen Unsinn redet zum Beispiel Bundeskanzlerin Merkel, wenn sie ‚das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen‘ möchte. Finanzkapitalisten orientieren sich nun mal nicht am Wohl der Gesellschaft. Wie tief sind auch die Medien gesunken, wenn sie permanent über die Börsenlage berichten, wenn die Nachrichten, ob nun im Radio oder im Fernsehen, der Spekulation immer wieder eine Bühne geben“, empört sich Müller.

 

Der Umfang der Shows der Spekulanten stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zu deren eigentlicher Bedeutung für die Realwirtschaft, so Müller. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb erneut, dass die Börsenberichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei ungleich kritischer gestaltet wird, etwa durch Sondersendungen über die Spekulation auf Nahrungsmittel und deren Folgen für das Überleben der Menschen in den Entwicklungsländern.

 

Sozialer Sprengstoff in den Ballungsgebieten

„Die Spekulanten spielen mit Erwartungen. Die Realwirtschaft besteht aber eben nicht nur aus Psychologie und Erwartungen, sondern in erster Linie aus handfesten Investitionen und Innovationen. Darum sollte es auch in den Medien gehen und nicht um das Fingerzucken der flotten Gelddealer in den Tempeln der Finanzwelt von London und New York“, mahnt Michael Müller und ruft auf: „Es wird Zeit, die Tatsachen wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.“

 

„Die Politik muss der Vermögensinflation eine höhere Aufmerksamkeit widmen. Die Inflationsgefahr bildet sich heute weniger in den Konsumgüterpreisen als vielmehr im Steigen der Preise für reale Vermögenswerte wie Immobilien und Rohstoffe ab“, erläutert Prof. Scherhorn. Die Politik habe es aber nicht geschafft, die Gewinner der Finanzkrise an den Kosten zu beteiligen. So sei der weltweite Geldüberhang virulent geblieben, den die Politik durch die Deregulierung der Finanzmärkte ermöglicht habe.

 

„Heute drängt das viele Geld in reale Werte und bläht dort die Kurse auf. Die so entstehende Vermögensinflation bewirkt bereits steigende Mieten in den Ballungsgebieten. Hier kündigt sich sozialer Sprengstoff an, der dringend entschärft werden muss“, warnt Prof. Scherhorn.


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NaturFreunde: Unkritische Börsenberichterstattung verunsichert Gesellschaft


Börsengeschäfte haben eigentlich nur eine geringe Bedeutung für die Realwirtschaft

 

Berlin, 18. August 2011 – „Stoppt endlich das alltägliche Casino im Fernsehen,“ fordert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die Intendanten der Fernsehanstalten auf. „Die zahlreichen TV-Börsenformate tragen mit dazu bei, dass die Gesellschaft immer stärker verunsichert wird. Dabei spiegeln die Börsen nur eine künstliche Wirklichkeit, ihre Bedeutung für die Realwirtschaft ist gering. Allein die massive und unkritische Berichterstattung wirkt sich letztlich auf das realwirtschaftliche Geschehen aus“, warnt Müller.

 

Realwirtschaftlich hätten die Börsengeschäfte nur noch eine vergleichsweise geringe Bedeutung, so Müller. Aber sie prägten die Wirtschaft durch Stimmungen, Spekulationen und ungerechtfertigte Überhöhungen. Große Unternehmen finanzierten sich dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands zufolge in der Regel nicht über die Börse, kleine und mittlere träten dort erst gar nicht auf. „Um der eigentlichen realwirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden, würde es auch reichen, monatlich über das Börsengeschehen zu berichten“, erklärt Müller.

 

Überhöhung der ominösen Nervosität der Märkte

„Die Überhöhung der Börsengeschäfte hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass die Gesellschaft der ominösen Nervosität der Märkte und den Temperaturmessungen der flotten Gelddealer eine größere Aufmerksamkeit schenkt als der tatsächlichen Wirtschaftskraft und Investitionstätigkeit. Auch durch diese Entwicklung ist der Wirtschaftskreislauf instabil geworden“, so Michael Müller.

 

Den Finanzalchemisten die Möglichkeit der medialen Selbstdarstellung verweigern

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Intendanten der Fernsehanstalten auf, den Finanzalchemisten die Möglichkeit zur ständigen medialen Selbstdarstellung zu verweigern. „Mit ihren falschen Ratschlägen der letzten Jahre haben die marktlibertären Spekulanten die heutigen Krisen mitverursacht. Sie sollten nicht auch noch empfehlen dürfen, was heute zu deren Lösung zu tun ist“, empfiehlt Michael Müller.


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Deutscher Naturschutzring und NaturFreunde fordern Zivilisierung der Finanzmärkte

Stoppt die Entmündigung der Demokratie!

 

Berlin, 16. August 2011 – Die Regulierung der Finanzmärkte, der ökologische Umbau der Wirtschaft und die Wende zu einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzpolitik sind nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR) jetzt überfällig. „Die Welt befindet sich in der härtesten Krise der Nachkriegszeit. Die Situation ist mit dem historischen Jahr 1989 vergleichbar. Deshalb müssen die Kräfte der Zivilgesellschaft gestärkt werden. Obwohl für die Banken und den Finanzsektor milliardenschwere Rettungsschirme aufgespannt wurden, spitzt sich die Krise zu, auch weil nach wie vor den Finanzexperten die Bewältigung der vom Finanzsystem ausgelösten Krise überlassen wird. Bekämpft werden die Folgen, aber nicht die Ursachen“, erklärte Michael Müller, Präsidiumsmitglied des DNR und Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands.

 

Mehr als ein Jahrzehnt lang haben aus Sicht des DNR die Politiker alle Forderungen nach demokratischer Kontrolle der Finanzmärkte und ökologischer Modernisierung der Wirtschaft ignoriert. „Damit Banken und Finanzmärkte an der Tilgung der Staatsschulden, am Umbau der Wirtschaft, an der Bekämpfung der Armut und beim Klima- und Umweltschutz beteiligt werden, ist eine zunächst europäische Finanztransaktionssteuer von 0,05 Prozent auf den Handel mit Devisen, Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Derivaten einzuführen“, forderte DNR-Präsidiumsmitglied Sebastian Schönauer.

 

Mehr Steuern auf Vermögen statt Kürzungen im sozialen oder Umweltbereich

Zur Überwindung der Staatsschulden darf es nach Meinung des DNR keine Kürzungspolitik im sozialen oder Umweltbereich geben, wie jetzt in den USA geplant. Stattdessen sind, so der DNR, neue Quellen für Staatseinnahmen durch Steuern auf Kapitalerträge, Vermögen und höchste Einkommen zu erschließen.

Wie der DNR fordert auch Professor Gerhard Scherhorn, früheres Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass die Finanzmärkte zivilisiert werden: „Sie dürfen nicht länger Herren der Welt sein, sondern müssen auf ihre eigentliche Aufgabe zurückgeführt werden: als Diener der Wirtschaft den Geldkreislauf zu sichern.“

 

Die heutige Krise ist, so der DNR, nicht vom Himmel gefallen, sondern hat eine längere Vorgeschichte, die in die 1970er Jahre zurückreicht. Damals wurde, als die Wachstumsraten vor allem in den USA und Großbritannien zurückgingen, die Weichen für Neoliberalismus und Finanzkapitalismus gestellt. Die Macht über wirtschaftliche Entwicklungen wurde Zug um Zug den Investmentbanken übertragen. Die Haupttäter dieser Entmoralisierung der Wirtschaftsordnung hießen nach Meinung des DNR Margret Thatcher und Ronald Reagan. „Sie haben als Erste die Kapitalmärkte dereguliert und liberalisiert, damit sie die Unternehmen ‚aufmischen‘ und die Wirtschaft zu höheren Wachstumsraten antreiben und damit ihre Länder neue Stärke erreichen“, so die DNR-Vertreter.

 

Finanzkapitalismus mit seinen hemmungslosen Raffkes darf keine Zukunft haben

„Der Finanzkapitalismus machte mit seiner Finanzgier Wettbewerbswirtschaften zu hemmungslosen Raffkes. Der ehemalige IWF-Direktor und Bundespräsident Horst Köhler nannte die Investmentbanken ‚Monster‘, die alle zivilisatorischen Grenzen missachten. Von daher geht es nicht nur um einzelne Korrekturen. Der Finanzkapitalismus darf keine Zukunft haben. Die Politik läuft den ökonomischen Umbrüchen atemlos hinterher, das Krisenmanagement der Bundesregierung, der Eurostaaten oder der USA kann nicht überzeugen. Es ist Zeit für einen fundamentalen Kurswechsel, weg vom Diktat der Wall Street und des Finanzzentrums London, die nicht länger die Regeln der Wirtschaft zum eigenen Vorteil diktieren dürfen. Das erfordert mehr als eine Politik, die nur die schlimmsten Folgen abzuwenden sucht und letztlich bei nationalen Egoismen bleibt“, betonten die Vertreter des DNR.

 

Aus Sicht von DNR und NaturFreunden sind die vier wichtigsten Ziele für eine Neuordnung:

  1. Die Finanzmärkte müssen der Wirtschaft und Gesellschaft dienen, sie dürfen nicht länger über sie herrschen.
  2. Der Umbau in eine nachhaltige Ordnung muss mit Nachdruck vorangetrieben werden, die Grundlage dafür ist eine grüne Wirtschaft.
  3. Die Europäische Union muss zur Nachhaltigkeitsunion werden.
  4. Wir brauchen mehr Demokratie, um aus der Geiselhaft des Finanzkapitalismus herauszukommen und die kreativen Potenziale der Gesellschaft zu nutzen.

 

Zur Bewältigung der Finanzkrise hat der DNR ein ausführliches Sieben-Punkte-Papier zum Download gestellt auf: www.kurzlink.de/DNR-zur-Finanzkrise.


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NaturFreunde: Ohne das Primat der Politik über den Finanzkapitalismus droht die soziale Spaltung

Berlin, 9. August 2011 – „Ging es auf den Märkten nicht einmal um Wertschöpfung“, fragt vor dem Hintergrund der aktuellen Verwerfungen der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Die Demokratien sind den Märkten nicht ausgeliefert, das Geld darf nicht die Organisation unserer Gesellschaften übernehmen. Nicht weniger als die Demokratie ist gefährdet, wenn die Folgen der Finanzgier der Politik überlassen werden, sie von den Heuschrecken aber gleichzeitig geschwächt und delegitimiert wird“, so Müller.

 

Franz Müntefering hatte vor einigen Jahren den Aufstieg des Finanzkapitalismus mit der Ausbreitung von Heuschrecken verglichen. Dann kam mit dem Zusammenbruch der Investment Bank Lehman Brothers die große Finanzkrise. Die Politik spannte gewaltige Rettungsschirme auf und kündigte Reformen an. Doch es blieb bei den Ankündigungen, geschehen ist nur wenig. Die Heuschrecken fallen weiter über die Volkswirtschaften her.

 

Unruhen wie in London können sich ausweiten

Über diese Landplage wird kaum gesprochen, über die Folgen aber schon. Dabei sind die Ursachen der Krisen nicht beseitigt. Manchmal bedarf es, wie etwa bei den nächtlichen Unruhen in London, nur eines Anlasses, und schon kommt es zur Explosion. Das soziale Konfliktpotenzial ist über Jahre gewachsen, besonders in Großbritannien, dem „Mutterland“ des Finanzkapitalismus. Der erste Vorfall im Londoner Stadtteil Tottenham war ein Streichholz. Und die Reibfläche sind die modernen Informationstechniken, die heute für eine blitzschnelle Verbreitung des Protests sorgen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands warnen, dass sich diese Unruhen vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrisen auf immer mehr Länder übertragen können. Spanien, Griechenland, auch Italien: Die Konflikte weiten sich solange aus, wie den Heuschrecken nicht Einhalt geboten wird.

 

Scheinwirklichkeit der Gelddealer hat dramatische Auswirkungen auf den Alltag

Die einseitige Bewertung der Welt durch Finanzmanager und Gelddealer muss beendet werden. Ihre Geschäfte werden in einer Scheinwirklichkeit abgewickelt, die aber auf das alltägliche Leben dramatische Auswirkungen hat. Die Politik wurde nicht auf Gedeih, wohl aber auf Verderb in Geiselhaft genommen. Legitimiert wird das Irreale mit den angeblich unantastbaren Regeln der Märkte, die auf die zunehmende Staatsverschuldung mit Börsencrashs, Wirtschaftskrisen oder Inflation reagieren.

 

Gewaltige Rettungspakete werden geschnürt mit der Begründung, die „Anleger“ seien nervös. Was soll eigentlich der Unsinn, diese Scheinwelt Ernst zu nehmen. Und warum geben die Fernsehanstalten den Geld- und Börsendealern auch noch immer mehr Raum für deren Bewertung der Lage? Tatsächlich sind es dieselben Akteure, die uns erst in den Finanzkapitalismus geführt hatten. Als Brandstifter haben sie kein Recht, die Feuerwehr zu spielen.

 

Die Wünsche der Spekulanten sind unwichtiger als der Zusammenhalt der Gesellschaft

Wer heute eine Rücksicht auf die Märkte anmahnt, der meint nicht die Realwirtschaft, also die Leistungskraft der großen Unternehmen, sondern die Geldinteressen großer Fonds und Anleger. Die Wünsche der Spekulanten dürfen aber nicht wichtiger sein als die Stabilität und der Zusammenhalt der Gesellschaft. Wenn sich die Demokratie ernst nimmt, dann muss sie diesen Unsinn endlich stoppen.

 

Das Geld soll kursieren, nicht aber die Organisation unserer Gesellschaft übernehmen. Denn das ist eine politische Aufgabe. Nicht weniger als die Demokratie ist gefährdet, wenn die Folgen der Finanzgier der Politik überlassen werden, sie von den Heuschrecken aber gleichzeitig geschwächt und delegitimiert wir
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NaturFreunde: Die Politik in Geiselhaft der Märkte


Statt der Folgen der Krisen müssen endlich die Ursachen bekämpft werden

 

Berlin, 8. August 2011 – „Entscheidende Ursachen für die heutigen Krisen liegen in der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte durch neoliberale Kräfte“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „In das aktuelle Desaster führten die Politik des billigen Geldes und eine hemmungslose Spekulation. Das wird so bleiben, bis die Politik die Kraft hat, die Unlogik des Finanzkapitals zu durchbrechen und die Banken wieder zu Dienern von Wirtschaft und Gesellschaft macht.“

 

Schon 1944 erklärte der damalige US-Finanzminister Henry Morgenthau in seinem Schlusswort auf der Konferenz von Bretton Woods, auf der immerhin die Weltwirtschaftsordnung der Nachkriegszeit beschlossen wurde, dass es nur dann eine Welt ohne Krisen und Konflikte geben könne, wenn die Geldhändler aus den Tempeln der Finanzen geworfen würden.

 

Tatsächlich gelang es so bis Ende der siebziger Jahre, das Finanzkapital halbwegs in seine Grenzen zu weisen. Doch dann hat auf Initiative Großbritanniens und der USA der Neoliberalismus die Finanzmärkte durch eine Strategie der Liberalisierung und Deregulierung „befreit“. Ohne politische Rahmensetzung spielten sich mit der Globalisierung die Finanzinstitute gleichsam zu Herrschern der Welt auf und übernahmen das Kommando über die Märkte. Hierin liegen entscheidende Ursachen für die heutigen Krisen.

 

Atemlos läuft die Politik immer neuen Krisen hinterher

Dieses kurzsichtige Experiment zur Förderung des Wachstums hat in den letzten zwei Jahrzehnten die Entwicklung der Welt geprägt, bis es 2008 schließlich zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers kam, der die tiefste Krise seit der großen Depression von 1929 auslöste. In dieses Desaster führten die Politik des billigen Geldes und eine hemmungslose Spekulation. Seitdem läuft die Politik atemlos immer neuen Krisen hinterher, um zu retten, was innerhalb der Logik des Finanzkapitalismus zu retten ist. Zu wirksamen Reformen kam es jedoch bis heute nicht.

 

Ob Obama, Merkel oder Sarkozy: Sie alle wollen die ominösen Märkte beruhigen, geraten dabei aber immer tiefer in die Geiselhaft des Finanzkapitals, denen sie nicht auf Gedeih, wohl aber auf Verderb ausgeliefert sind. Das wird so bleiben, bis die Politik die Kraft hat, die Unlogik des Finanzkapitals zu durchbrechen. Sie muss dafür sorgen, dass die Banken wieder Diener der Wirtschaft werden. Deren eigentliche Aufgabe ist es, den Geldkreislauf zu sichern – und nicht der Wirtschaft und Gesellschaft zu diktieren, wie sie sich zu verhalten haben.

 

Die derzeitige Entwicklung setzt alle Regierungen unter Handlungszwang. Deshalb sollte die Situation nicht nur genutzt werden, um nationale Interessen zu verfolgen, sondern in erster Linie, um zu einer wirklich durchgreifenden internationalen Lösung zu kommen.

 

Steueroasen ächten, Spekulation besteuern, Transparenz schaffen

Dazu gehören insbesondere ein Verbot von Leerverkäufen und Derivaten, eine Ächtung von Offshore-Finanzzentren und Steueroasen, die Begrenzung von Leverage-Geschäften und eine Einschränkung der Spekulation durch steuerliche Maßnahmen. Vor allem aber muss Transparenz geschaffen werden, was auf den Finanzmärkten geschieht und wer die eigentlichen Akteure sind.

 

Insgesamt geht es darum, den Finanzkapitalismus so schnell wie möglich zu beenden.

Nur das zählt und daran wird die Politik gemessen.


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NaturFreunde: Die Krisen kehren zurück


Berlin, 5. August 2011 – Zu den sich weiter verschärfenden Krisen an den internationalen Märkten erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

Die Börsen spielen verrückt, die Märkte sind instabil, die Weltwirtschaft schwächt sich deutlich ab, die bisher führende Wirtschaftsmacht USA kippt weg und die asiatischen Staaten werden ihre neue Macht für ihre nationalen Interessen zu nutzen wissen. Europa droht auf die Verliererstraße zu geraten.

 

Dabei käme es ganz entscheidend auf Deutschland an, ob die EU weiterhin eine ernst zu nehmende Kraft ist oder nicht. Doch die jetzige Bundeskanzlerin kann nicht mehr von der Vorarbeit ihres Vorvorgängers Gerhard Schröder profitieren. Denn mittlerweile heißt die Vorgängerin von Bundeskanzlerin Merkel: Bundeskanzlerin Merkel. Sie hat in den letzten zwei Jahren keine der Reformen durchgesetzt, die dringend notwendig gewesen wären: die Neuordnung der Weltwirtschaft, die Kontrolle der Finanzwirtschaft und die Stärkung Europas.

 

Die Neuordnung der Weltwirtschaft ist über einige Ankündigungen der G 20 kaum hinausgekommen, die Macht der Rating-Agenturen und Kreditmärkte ist nahezu ungebrochen und die Europäische Union steckt in einer tiefen Krise. Die Bundesregierung redet zwar permanent über Verantwortung, übernimmt sie aber nicht. Sie spricht von Nachhaltigkeit, handelt aber nur auf kurze Sicht.

 

Dabei dürfte spätestens Ende des Jahres klar sein, dass sich auch unser Land nicht in Ruhe wiegen darf. Keine der großen Herausforderungen ist bewältigt, die Krisen bauen sich immer deutlicher vor uns auf, die Stürme kehren zurück. Aber weder ist die Bundesregierung darauf vorbereitet, noch hat das Regierungsduo Merkel/Rösler die Kraft, Kompetenz und Kreativität, die heute für einen Gegenkurs gebraucht würden.

 

Drei erste Schritte sind unverzichtbar:

>      Erstens müssen die Finanzmärkte wieder der Wirtschaft dienen, sie dürfen sich nicht länger als die Herren der Welt aufspielen. Dafür muss die EU die Kooperation mit den USA suchen. Für beide geht es um ihre künftige Rolle in der Weltwirtschaft.

>      Die Realwirtschaft muss gestärkt werden. Der ökologische New Deal ist dafür der richtige Weg, denn hier handelt es sich um die wichtigsten Zukunftsfelder.

>      Und schließlich brauchen wir ein starkes Europa, dass sich vor allem als soziale und ökologische Union präsentiert.


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NaturFreunde: Nichts ist gut in Fukushima

Obwohl die Strahlung wieder steigt, steht der japanische GAU im medialen Abseits

 

Berlin, 4. August 2011 – „Warum wird über Fukushima in den Medien kaum noch berichtet“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Aus der Atomruine tritt immer mehr Radioaktivität aus. Zwischen den explodierten Reaktorblöcken 1 und 2 wurde jetzt eine tödliche Strahlung von mehr als 10 Sievert pro Stunde gemessen. Das ist die höchste Belastung seit dem Beginn der japanischen Atomkatastrophe im März 2011. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Bestrahlung zu überleben, liegt bei deutlich unter 50 Prozent“, so Müller.

 

Bekannt gemacht wurden die Strahlungswerte von der japanischen Regierung – und nicht vom AKW-Betreiber TEPCO. Auch fünf Monate nach dem GAU hätten weder der Betreiber noch die Behörden die Lage im Griff, so Müller, der bis 2009 auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium war. Erneut werde ein Extremereignis vertuscht, generell noch immer viel zu wenig gemessen und nur unzureichend informiert, warnt Müller.

 

„Die Meldungen über Fukushima sind sehr alarmierend, aber sie werden – wenn überhaupt – kaum noch zur Kenntnis genommen. Dabei hätte die jetzt gemessene Strahlung an die Spitze der Nachrichten gehört, ein Brennpunkt wäre eigentlich selbstverständlich gewesen. Doch die internationale Öffentlichkeit interessiert sich immer weniger für den japanischen GAU. Fukushima steht im medialen Abseits“, kritisiert Michael Müller.

 

Erneut zeige sich, dass der mediale Betrieb nur noch auf spektakuläre Einzelereignisse ausgerichtet sei. „Fukushima ist ‚abgefrühstückt‘. Es gibt kein vorher, aber auch kein nachher. Deshalb muss die Zivilgesellschaft selbst für mehr Kontinuität sorgen“, empfiehlt Müller.

 

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit rund 40 Jahren im Kampf gegen die Atomenergie. „Unser Kampf geht solange weiter, bis dieses unselige Kapital beendet ist“, erklärt Müller und stellt fest, dass in dieser Sache auch vom Bundesumweltminister nichts zu hören sei. Herr Röttgen sei ein typischer Minister des Zeitgeistes und es verwundere nicht, dass die Umweltpolitik immer mehr an Boden in der ohnehin schon schwachen Bundesregierung verliere.

 

„Wo bleibt der Klimaschutz? Wo bleibt eine Kreislaufwirtschaft? Wo bleibt ein Effizienzgesetz? Wo bleibt der Biodiversitätsschutz? Wo bleibt die Idee der Nachhaltigkeit? Zu all‘ diesen Fragen kommt aus der Bundesregierung einfach nichts“, kritisiert Michael Müller.


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no pasaran: NaturFreunde Berlin spenden 150 Euro für Falken Neuköln

 

Am 27.06.2011 wurde durch einen faschistischer Brandanschlag das Falken Jugendzentrum „Anton –Schmaus-Haus“ (ASH) schwer beschädigt und kann zurzeit nicht mehr genutzt werden.
Auf unserer letzten Landesausschusssitzung am 18.07.2011 haben wir spontan Geld gesammelt, um unsere Solidarität mit den Falken zum Ausdruck zu bringen.
Von den Mitgliedern der NaturFreunde wurden 100 Euro spontan beim Landesausschuss gespendet. Zusätzlich hat die Ortsgruppe Skiklub Berlin weitere 50 Euro gesammelt, die wir den Falken auf ihr Spendenkonto überwiesen haben.
Bitte Link anklicken: http://www.falken-berlin.de/show/4352730.html


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NaturFreunde kritisieren geplanten Uranabbau in Tschechien


Berlin, 22. Juli 2011 – „Dass die Uran-Industrie in der Tschechischen Republik den Abbau von Natur-Uran massiv ausweiten möchte, ist ein energiepolitischer Irrweg“, erklärt Tilmann Schwenke, Vorsitzender der NaturFreunde Sachsens und stellvertretender Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. „Die tschechische Regierung geht energiepolitisch den falschen Weg, wenn sie eine positive Energiezukunft mit der Atomenergie sucht“, warnt Schwenke. „Und sie vergibt Chancen am Arbeitsmarkt: Schließlich wurden im Bereich der regenerativen Energieerzeugung in Deutschland mehr als 300.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze alleine in den letzten Jahren geschaffen.“

 

In der Tschechischen Republik werden rund 110.000 Tonnen Uran vermutet. Allein in Nordböhmen, Westmähren und der Umgebung der mittelböhmischen Stadt Přibram gibt es ergiebige Uranvorkommen mit einem Uranerzanteil von etwa 0,1 Prozent. Die Uran-Industrie hat nun ihr Interesse angemeldet – zum Vorteil ihrer Profite und zum Nachteil von Mensch und Natur in den potenziellen Abbaugebieten. Diese liegen nur wenige Kilometer von der bayerischen und sächsischen Grenze entfernt liegen.

 

Die tschechische Regierung möchte in den nächsten Jahrzehnten die Anzahl ihrer Atomreaktoren von aktuell sechs auf dann neun erweitern. Die NaturFreunde haben bereits ihren Widerstand angekündigt und werden sich gemeinsam mit tschechischen Anti-Atom-Initiativen gegen diesen energiepolitischen Irrweg engagieren.

 

„Die tschechischen Stromkonzerne irren sich, wenn sie auf Atomstromexporte nach Deutschland setzen“, so Schwenke. „Denn Deutschland wird durch den Atomausstieg kein Energieimporteur. Im Gegenteil: Durch den Ausbau der regenerativen Energieträger wird Deutschland auch weiterhin genug Energie für den eigenen Bedarf produzieren – und bei starken Winden sogar massiv Energie in die europäischen Nachbarländer exportieren“.

 

Der Uranabbau in Tschechien hat eine schreckliche politische Vergangenheit. In den Uranminen der früheren Tschechoslowakei mussten mehr als 40.000 politische Häftlinge arbeiten. Mehr als 500 kamen dabei ums Leben, viele weitere erkrankten an Krebs.

 

Auch war der Uranabbau in der früheren Tschechoslowakei mit massiven Umweltbelastungen verbunden. Im sogenannten „Lösungsbergbau“ wurde das Uran direkt im Gestein ausgelaugt. Dabei wurde flüssige Schwefelsäure in das Erz gepumpt, um das radioaktive Material herauszulösen. Riesige Wassermengen wurden so kontaminiert.

 

Alleine in den ehemaligen Minen des früheren Kurorts Stráž pod Ralskem wurden rund fünf Millionen Tonnen Säure in die Erde gepumpt, was zur radioaktiven Verseuchung von mehr als 370 Millionen Kubikmetern Trinkwasser führte. Die im Jahr 1996 begonnenen Säuberungsarbeiten werden noch bis nach 2040 dauern und mehr als zwei Milliarden Euro kosten – aufgebracht vom Steuerzahler.

 

„Wenn die Atomreaktoren weltweit nicht abgeschaltet werden, kommt der nächste GAU bestimmt. Die NaturFreunde werden sich weiter dafür engagieren, dass sich menschgemachte Katastrophen wie der japanische GAU nicht wiederholen können. Auch deshalb treten die NaturFreunde für einen schnellstmöglichen weltweiten Atomausstieg ein“, erklärt Schwenke.

 

Die NaturFreunde Deutschlands setzen sich dafür ein, dass Deutschland keinen Atomstrom mehr importieren darf und fordern, das Grundgesetz entsprechend zu ändern. Denn die Stromproduktion mit Atomkraftwerken ist weder umwelt- noch sicherheitspolitisch vertretbar.


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NaturFreunde: Keine neue deutsche Waffenproduktionsanlage in Saudi-Arabien


Opfer von Waffengewalt müssen Waffenproduzenten endlich verklagen können

Berlin, 20. Juli 2011 – „Dass in Saudi-Arabien eine neue komplette Produktionsanlage für deutsche Sturmgewehre gebaut werden soll, ist eine Schande“, kritisiert das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch die aktuellen Pläne des Rüstungsunternehmens Heckler & Koch. „Mit dem ebenfalls geplanten Panzer-Deal ist klar: Deutsche Waffen sollen die Golfregion systematisch aufrüsten, auf Menschenrechte und demokratische Bestrebungen in der Bevölkerung wird keinerlei Rücksicht genommen.“

 

Für neue Profite würden alle menschenrechtlichen Sonntagsreden zur Seite geschoben und in einer der letzten absoluten Diktaturen der Welt eine hochmoderne Waffenschmiede gebaut, so Hiksch. Saudi-Arabien sei bereits seit vielen Jahrzehnten ein Produktionsstandort für Waffen von Heckler & Koch. So werde dort das Sturmgewehr G3 in Lizenz produziert und von Saudi-Arabien aus direkt für die Aufrüstung der Diktaturen in den Golfstaaten eingesetzt.

 

In einer Pressemitteilung hatte Heckler & Koch bekannt gegeben, dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2010 erneut gesteigert und damit der „erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahre“ fortgesetzt werden konnte. Für die NaturFreunde eine zynische Aussage, schließlich ist dieser „Wachstumskurs“ die Grundlage für Waffenlieferungen in viele Regionen der Welt. „Kleinwaffen und Handfeuerwaffen sind die Massenvernichtungsmittel der heutigen Zeit. Es sterben viel mehr Menschen durch diese hochmodernen Kleinwaffen als durch Großwaffen“, erklärt Uwe Hiksch.

 

NaturFreunde fordern Waffenexportverbot im Grundgesetz

Die NaturFreunde fordern ein Waffenexportverbot im Grundgesetz. Zudem müssten Opfer und Angehörige der Opfer von Waffengewalt das Recht erhalten, auch die Hersteller von Waffen zu verklagen. „Wenn diese Firmen von den Angehörigen der Millionen Opfer endlich verklagt werden könnten, wäre der Profit mit dem Tod innerhalb kürzester Zeit beendet“, empfiehlt Hiksch.

 

Im Jahr 2010 hat Heckler & Koch einen Umsatz von 247 Millionen Euro erzielt. Der operative Gewinn lag mit 51,8 Millionen Euro um rund 30 Prozent über 2009. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Heckler & Koch GmbH“ am Kapitalmarkt eine Anleihe mit einem Volumen von 295 Millionen Euro platziert. Diese Anleihe wird mit jährlich 9,5 Prozent hochprofitabel verzinst und hat eine Laufzeit bis 2018. Gezeichnet wurde diese Anleihe vor allen von internationalen institutionellen Anlegern, also Banken, Versicherungen und Pensions-Fonds.

 

NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

 

 

Die NaturFreunde unterstützen die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“:

www.aufschrei-waffenhandel.de


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NaturFreunde Deutschlands fordern grundlegende Reform der globalen Finanzarchitektur

Die Ursache der Krise ist der Finanzmarktkapitalismus
NaturFreunde Deutschlands fordern grundlegende Reform der globalen Finanzarchitektur

Berlin, 18. Juli 2011 – Zu der sich weiter zuspitzenden Krise an den Finanzmärkten erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

Die hohe Verschuldung von Griechenland, Portugal und Irland, die tiefe Krise des Euroraumes und der drohende finanzielle Kollaps in den USA verdeutlichen in aller Schärfe: Der Welt fehlt eine stabile Finanzarchitektur, die auf den Grundsätzen der Gegenseitigkeit und Zusammenarbeit beruht. Stattdessen haben in den letzten drei Jahrzehnten die Kapitalmärkte das Kommando über die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft übernommen.

 

Die flotten Gelddealer und die eiskalten Ratingagenturen, die ihre Büros vornehmlich in New York und der Finanzcity von London haben, setzen sich rücksichtslos über alle bewährten Formen des Wirtschaftens hinweg. Der Finanzmarktkapitalismus mit seinen spekulativen Exzessen ist die Ursache für die Krise, die nicht mit einzelnen Stützungsmaßnahmen, sondern nur mit einer grundsätzlich neuen Architektur zu lösen ist. Kurz: Die Finanzmärkte müssen wieder die Rolle eines Dieners der Wirtschaft einnehmen, sie dürfen sich nicht länger als Ersatz für eine fehlende Weltregierung aufspielen und dabei immer größere Finanzblasen aufpumpen.

 

Von daher kann es nicht darum gehen, immer neue Stützaktionen für ein marodes System zu fordern, sondern zu einer grundlegenden Reform der Finanzordnung zu kommen. Das aber ist etwas ganz anderes, als das, was Bundeskanzlerin Merkel und andere fordern. Wir erleben ein schreckliches Versagen der Politik. Es könnte noch korrigiert werden, aber die Zeit wird knapp.


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NaturFreunde: Lubminer Atom-Zwischenlager darf nicht größer werden


NaturFreunde Deutschlands kritisieren Pläne für Verlagerung von Berliner Atommüll in Urlaubsgebiete nahe der Ferieninsel Usedom

Berlin, 14. Juli 2011 – Zur Diskussion um die geplante Verlagerung von Atommüll aus dem Forschungsreaktor Wannsee in das Zwischenlager Nord in Lubmin erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Es ist ein Skandal, dass ein bundeseigenes Unternehmen versucht, die Ostseeregion um Lubmin zum ‚Atomklo‘ Deutschlands zu machen. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten vom Betreiber des Lubminer Atommülllagers dringend mehr Verantwortung für das Ostsee-Feriengebiet.“

 

Dass sich das Management der Energiewerke Nord (EWN) in Lubmin bei Greifswald für Atommüll aus dem Berliner Zwischenlager Wannsee interessiere, sei ja nicht verwunderlich, so Hiksch. Schließlich wolle die EWN wie jedes andere Unternehmen prosperieren. Die Interessen der Ostsee-Ferienregion um Lubmin spielten dabei jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

 

Zwischenlager fragwürdige Attraktion für Radtouren

„Weil es weiterhin kein deutsches Endlager für Atommüll gibt, versuchen nun EWN-Management und Bundesregierung Lubmin zu einem zentralen Aufnahmelager für Atommüll auszubauen“, kritisiert Hiksch. „Lubmin kann man schon jetzt getrost als langfristiges Zwischenlager für die nächsten Jahrzehnte einstufen – keine zwanzig Kilometer Luftlinie von Usedoms Stränden entfernt. Dass die touristische Zukunft um Lubmin bewusst zerstört wird, ist einfach nicht akzeptabel. Ein nachhaltiger Tourismus lässt sich nun mal nicht in unmittelbarer Nähe eines atomaren Lagers entwickeln. Da helfen auch keine Ausflugstipps in regionalen Zeitungen, die das Zwischenlager gar als Attraktion für Radtouren anpreisen. Durch die jetzige Politik von Management und Bundesregierung sind Tausende von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen in der gesamten Region bedroht.“

 

Die Bundesregierung müsse dem Gewinnstreben der EWN endlich einen Riegel vorschieben. Deren Aufgabe müsse endlich wieder auf die ursprüngliche Grundlage zurückgeführt werden: die Lagerung des atomaren Mülls aus den AKW der ehemaligen DDR.

 

Berlin muss sich entscheiden

Vom Berliner rot-roten Senat erwarten die NaturFreunde eine rasche Antwort, wie der Weiterbetrieb des Berliner Forschungsreaktors begründet werden solle, wenn keinerlei akzeptable Lagerung für den anfallenden Atommüll angeboten werden könne. Hier sei auch der Berliner Senat gefordert.

 

Im Berliner Zwischenlager Wannsee lagern mittlerweile 800 Kubikmeter komprimierter Atommüll, der seit 1973 entstanden ist. Da das Zwischenlager Wannsee in spätestens zwei Jahren an seine Kapazitätsgrenze stößt, suchen die Betreiber nun einen neuen Atommüllplatz. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Anti-Atom-Initiativen in der Ostseeregion in ihrem Engagement gegen das atomare Zwischenlager in Lubmin.

 


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NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!

 

Berlin, 8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:

 

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über 55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung, Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der arabischen Halbinsel bei.

 

Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.

 

Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000 Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken!

 

Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen, wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der deutschen Rüstungsindustrie.

 

Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika (12%).

 

Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009 wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den „Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009 wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen, Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen, Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme genehmigt.

 

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.


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NaturFreunde: Offener Brief an die SPD gegen Stuttgart 21

Offener Brief an die Genossinnen und Genossen der SPD.

Über viele Jahr hinweg haben Gegner des Projekts Stuttgart 21 neben ihrer Kritik am verkehrstechnischen, städtebaulichen und umweltpolitischen Nutzen und Schaden besonders auf die finanziellen Unwägbarkeiten von S21 hingewiesen.
Was in den letzten Tagen von Spiegel, Stern, ja sogar in der Stuttgarter Monopolpresse zu diesem Thema veröffentlicht wurde, bestätigt unsere Vermutungen:
Die Bahn AG und zahlreiche Politiker und S21-Befürworter haben über Jahre hinweg gegenüber Mandatsträger/innen und der Öffentlichkeit die tatsächlichen Kosten von S21 geschönt, Risiken klein gerechnet, Professionalität vorgetäuscht und Dilettantismus in der Praxis bewiesen.
Die Unterzeichnenden fordern Euch, den SPD-Landesvorstand, die Fraktion im Landtag, den Stuttgarter Kreisvorstand und insbesondere die Mitglieder der SPD-Gemeideratsfraktion auf, nun endlich die Reißleine zu ziehen und Eure Unterstützung für S21 zu beenden. Damit eröffnet sich auch für Euch eine  (letzte?) Gelegenheit, ein Stück an Glaubwürdigkeit im Umgang mit dem Projekt, den zahlreichen engagierten und vor allem sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern und (ehemaligen) SPD-Wählern/innen zurückzugewinnen.
Wann, wenn nicht jetzt?

Waldemar Grytz (Bezirksvorsitzender Naturfreunde Stuttgart) Peter Pipiorke (Naturfreunde Radgruppe Stuttgart) Karl Rehmann, Roland Schatz, Reinhold Burghoff (Naturfreunde Sillenbuch) Peter Grohmann (Autor & Anstifter) Annemarie Raab (Naturfreunde Zuffenhausen, Kreisvorsitzende GEW) Hans-Hermann Frese (Naturfreunde Degerloch)


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NaturFreunde Deutschlands fordern ein Nein zum CO2-Speicherungsgesetz (CCS)


Berlin, 4. Juli 2011 – Die deutschen NaturFreunde warnen die Fraktionen im Bundestag vor einer Verabschiedung des CO2-Speicherungsgesetzes (CCS) und fordern die Abgeordneten auf, in dieser Woche im Plenum dagegen zu stimmen. Wie der umweltpolitische Sprecher des Verbandes, Eckart Kuhlwein, in Berlin erklärte, sei diese Technologie nicht zukunftsfähig.

CCS könne wegen der ungünstigen Energieeffizienz und der verheerenden Folgen für unterirdische Bodenschichten keine Perspektive für die weitere Nutzung fossiler Brennstoffe in Kraft-werken sein. Zur Abscheidung und Lagerung von CO2 gebe es mehr offene Fragen als Antworten. Es sei außerdem ein Skandal, dass die Bundesregierung und die Europäische Union dabei mit erheblichen Summen die Energiemonopolisten subventionieren wollen.

 

Mit der CCS-Technologie soll das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe – vor allem Kohle – freigesetzt wird, aus dem Abgas abgeschieden, durch Pipelines transportiert und anschließend in unterirdischen Speichern “entsorgt” werden. Kuhlwein sieht darin in Übereinstimmung mit vielen Sachverständigen ein “teures Experiment, das nicht zukunftsfähig ist.”

 

In Deutschland komme eine Speicherung von Kohlendioxid nur in leeren Gasfeldern und tiefen Hohlräumen im Erdreich (saline Aquifere) in Frage. Die möglichen Kapazitäten – sie lägen vor allem in Norddeutschland und unter der Nordsee – seien jedoch begrenzt. Die Lagerung von Kohlendioxid würde außerdem mit anderen wesentlich zukunftsfähigeren Nutzungen wie der Geothermie und der Druckluftspeicherung von Windenergie konkurrieren. Auch die ökologischen Risiken seien schon heute absehbar. Es drohen ein plötzlicher oder schleichender Austritt von CO2 und zudem chemische Prozesse in der Erde, die zu Leckagen führen und das Grundwasser gefährden könnten. Kohlendioxid sei unsichtbar und schwerer als Luft und schon bei drei Prozent Anreicherung in der Atemluft gesundheitsschädlich, bei zehn Prozent drohe Atemstill-stand.

 

Für Milliarden teure Transportsysteme wie Pipelines wird es nach der Auffassung Kuhlweins keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Die Menschen hätten seit den Erfahrungen mit der Atomenergie “genug von technologischen Großexperimenten zu Lasten von Natur und Bevölkerung.“

 

Zudem ist das CCS-Verfahren auch unwirtschaftlich, sonst hätten die Energieversorger nicht nach staatlichen Subventionen gerufen. Für die NaturFreunde stehen Investitionen in die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Stromversorgung im Widerspruch zur offiziell verkündeten nach-haltigen Entwicklung. Kuhlwein: “Große Grundlastkraftwerke werden auch als Übergangstechnologie nicht mehr gebraucht. Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien, deren Ausbau nicht durch hoch subventionierte Kohlekraftwerke behindert werden darf.“.


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NaturFreunde bedauern grünes Ja zum Merkel-Atomausstieg


Berlin, 27. Juni 2011 – „Der Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen am Wochenende hat deutlich gezeigt, dass sich die Partei vor allem an der veröffentlichten Meinung ausrichtet. Im Rahmen des parlamentarischen Mainstreams wollen die Grünen Teil der Ausstiegskoalition bis 2022 sein. Wir bedauern dies außerordentlich“, erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch.


Zusammen mit vielen Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen hatten die NaturFreunde in den letzten Monaten bei Demonstrationen, Mahnwachen und Kundgebungen immer wieder darauf hingewiesen, dass sich eine Atomkatastrophe wie in Fukushima jederzeit in einem anderen Meiler wiederholen kann. Auch deutsche Atommeiler sind vor einem GAU nicht sicher.

 

„Die Mehrheit des Grünen-Parteitages hat bewusst das „Restrisiko“ hingenommen, dass deutsche AKW noch zehn weitere Jahre in Betrieb sein werden“, so Hiksch. Damit würden sich die NaturFreunde jedoch nicht abfinden, sondern sich weiterhin für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie engagieren und gemeinsam mit Standortinitiativen und Umweltverbänden für die Abschaltung jedes einzelnen Reaktors streiten.

 

Ausdrücklich begrüßt wird von den NaturFreunden die Ankündigung von Bündnis 90/Die Grünen, die „Energieinfrastruktur in den kommenden Jahren auf die vollständige Umstellung auf Ökostrom auszurichten“. An diesem Versprechen würden die NaturFreunde auch die rot-grünen Landesregierungen messen.

 

„Für Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erwarten die NaturFreunde zudem, dass schnellstmöglich ausreichende Vorrangflächen von mindestens zwei Prozent der Landesfläche für die Nutzung der Windenergie ausgewiesen werden“, erklärt Uwe Hiksch und ergänzt: „Von den rot-grünen Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen erwarten die NaturFreunde, dass auf die bereits im Bau befindlichen Steinkohlekraftwerke wie Datteln verzichtet wird.“

 

Die Grünen könnten vor allem auf Landesebene einen Beitrag dazu leisten, dass durch eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsauflagen für die nun zehn Jahre weiter laufenden AKW diese bestenfalls unwirtschaftlich würden, empfiehlt Uwe Hiksch.


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NaturFreunde: Griechenland braucht eine echte Chance


Solidarität und Zusammenarbeit sollten einen Neuanfang prägen

Berlin, 26. Juni 2011 – „Partnerschaft sieht anders aus“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den Umgang mit Griechenland und fordert einen echten Neuanfang. „Kaum einer denkt ehrlich und aufrichtig an Hilfe für die Menschen in Griechenland. Wie soll ein Neuanfang gelingen, wenn den Griechen nicht endlich Mut gemacht wird.“

„Keine Frage: Wirtschaftlich gravierende Fehler haben Griechenland und über den Euro auch die europäische Währungsunion in eine schwere Krise geführt“, stellt Michael Müller fest. Nun aber gerate die griechische Gesellschaft unter die Knute finanzwirtschaftlicher Ideologien, die dem Land kaum Chancen gäben. Getauscht würden neue Kreditversprechen gegen die Zusage sogenannter Reformen und weiterer Sparpakete. „Doch diese Operationen spiegeln über weite Strecken nur die Konzepte, die letztlich in die Finanzmarktkrise geführt haben. Aus Mangel an eigenständigen politischen Konzepten übernehmen immer stärker die Banken und die Rating-Agenturen das Kommando. Nachdem ihre eigenen Rezepte aber nicht mehr funktionieren, verlangen sie wieder einmal staatliche Hilfen“, kritisiert Müller.

Populismus und neoliberale Konzepte dominieren

Der Umgang mit Griechenland sei in mehrfacher Hinsicht doppelbödig. Einige Akteure bedienten mit nationalistisch-populistischen Behauptungen niederste Klischees. Einige redeten von Hilfe für Griechenland, meinten aber tatsächlich die Interessen der Banken und ihrer internationalen Kreditgeschäfte. Einige hielten unverändert an den neoliberalen Konzepten der letzten Jahrzehnte fest. Aber kaum einer denke ehrlich und aufrichtig an Hilfe für die Menschen in Griechenland.

„Wenn die Fehler der vergangenen Jahre aufgearbeitet werden, dann bitte auch und zuerst in Großbritannien, dem Mutterland des Finanzkapitalismus, von dem das ganze Elend ausgegangen ist. Und natürlich auch bei den falschen Stichwortgebern in Wirtschaftswissenschaften, Beratungseinrichtungen und Rating-Agenturen, die noch immer mit großem Selbstbewusstsein weitermachen, obwohl ihr Interesse allein den kurzfristig hohen Renditen gilt“, empfiehlt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands.

Griechen benötigen neuen Mut

Wenn es um einen Neuanfang gehe, dann müsse dieser auf beiden Seiten erfolgen. „Im Augenblick ist die Vereinigung der Finanzexperten und ihrer politischen Jünger unter der Führung von Bundeskanzlerin Merkel dabei, den Griechen die Würde zu nehmen. Der griechischen Gesellschaft wird mit restriktiven Auflagen die Luft zum Atmen genommen. Das darf nicht sein. Wie soll ein Neuanfang gelingen, wenn den Menschen nicht endlich Mut gemacht wird“, kritisiert Müller.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern einen neuen, einen fairen Umgang mit Griechenland. Nur so könne das Land die Kräfte entfalten, die für einen echten Neuanfang nötig seien. „Dann dürfen aber nicht die sogenannten Finanzexperten das Sagen haben. Die weitere Entwicklung muss stattdessen vom Geist der Solidarität und Zusammenarbeit geprägt sein“, fordert Michael Müller.


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NaturFreunde: Auch die SPD sollte den schwarz-gelben Atomfahrplan ablehnen


NaturFreunde Deutschlands fordern AKW-Stilllegung bis spätestens zum Jahr 2014

Berlin, 24. Juni 2011 – In einem Brief an den Parteivorstand und Parteirat der SPD haben die NaturFreunde Deutschlands den Sozialdemokraten empfohlen, bei den Entscheidungen in Bundestag und Bundesrat zu Atomausstieg und Energiewende mit Nein zu stimmen. „Nicht nur CDU/CSU und FDP, sondern auch die anderen Parteien müssen dazulernen“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. Fukushima habe erneut gezeigt, dass das hypothetische Risiko ein reales und eben nicht zu verantwortendes Risiko sei. Deshalb müsse der Maßstab eine inhärente Sicherheit sein. Wenn die Atomkraftbetreiber diese nicht nachweisen könnten, müssten ihre Atomkraftwerke abgestellt werden. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Stilllegung der verbliebenen AKW bis spätestens zum Jahr 2014 und die 2.000-Watt-Gesellschaft bis 2050.

 

Brief der NaturFreunde an den Parteivorstand der SPD: www.kurzlink.de/NaturFreunde-an-SPD

 

Weil gerade nach dem japanischen GAU das von der Bundesregierung vorgesehene Enddatum 31. Dezember 2022 für die Nutzung der Atomkraft in Deutschland nicht akzeptabel ist, hatten die NaturFreunde Deutschlands gemeinsam mit dem gesellschaftlichen Anti-Atom-Bündnis bereits Anfang dieser Woche auch die Delegierten der Bundeskonferenz der Bündnisgrünen aufgefordert, der schwarz-gelben Atompolitik keinen grünen Segen zu erteilen.

 

Zwar vollziehe die schwarz-gelbe Bundesregierung eine radikale Wende, wenn sie nun das nachhole, was bis zur Bundestagswahl 2009 noch Stand der Gesetzgebung war, heißt es in dem Brief an die SPD. Doch stelle sich auch die Frage, welche Schlussfolgerungen die Parteien zögen, die seit vielen Jahren weitergehende Beschlüsse hätten.

 

Ausstieg nur rechtssicher über Sicherheits- oder Entsorgungsfrage

Der gesellschaftliche Konsens von 2001 mit den vier Atomkonzernen bestehe heute nicht mehr. Fukushima sei ein berechtigter Grund, weitergehenden Forderungen zu vertreten, zumal die Atomkraftbetreiber erklärt hätten, gegen das Gesetz zu klagen und auch die Bundesregierung den ursprünglichen Konsens verlassen habe. Besonders wichtig sei, dass der Ausstiegsweg endlich rechtssicher werde. Aus Sicht der NaturFreunde Deutschlands gehe das nur über die Sicherheits- oder die Entsorgungsfrage – beträfe dann aber alle Atomkraftwerke in Deutschland.

 

Vor allem aber ließe der schwarz-gelbe Ausstiegsfahrplan keine klare Linie für die Energieversorgung der Zukunft erkennen, die aus Sicht der NaturFreunde Deutschlands auf dezentralen Strukturen aufbauen müsse, um auf dieser Basis effiziente und erneuerbare Energien zusammenzubringen.


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NaturFreunde fordern sofortiges Verbot von Investitionen in Streumunition

Das „Riestern“ mit dem Tod muss beendet werden

Berlin, 23. Juni 2011 – Zur Diskussion über Investitionen in die Herstellung von Streumunition durch deutsche Finanzinstitute erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

Seit dem 1. August 2010 ist das internationale Abkommen zur Ächtung von Streumunition in Kraft. Es wurde im vergangenen Jahr von 108 Ländern unterschrieben. Trotzdem geht die Produktion von Streumunition weiter. Das Sterben durch diese mörderische Munition hat noch nicht aufgehört.

 

Antipersonenminen, Streubomben, Streumunition und Landminen gehören zu den perversesten Waffen aus den Arsenalen der Militärs dieser Welt. Sie sind besonders heimtückisch, da ein hoher Anteil dieser Sprengsätze beim Aufprall nicht sofort explodiert. Noch Jahre nach Ende eines militärischen Konflikts können diese Waffen Menschen verstümmeln und töten. Weltweit wird die Zahl der Opfer von Streumunitionsblindgängern auf fast 100.000 Menschen geschätzt. Einer Studie von Handicap International zufolge sind 98 Prozent der Opfer Zivilisten.

Perverse Alterssicherung

Nach aktuellen Recherchen des Bündnisses „FACING FINANCE“ und „urgewald“ betrugen alleine die Investitionen, Kredite und Anleihen deutscher Banken in diesem Sektor in den vergangenen zwei Jahren etwa 1,3 Milliarden Euro. Besonders unverständlich ist, dass mindestens 21 Anbieter von öffentlich geförderten Riesterprodukten mit rund 500 Millionen Euro an Herstellern dieser völkerrechtswidrigen Waffen beteiligt sind.

 

Die NaturFreunde halten es für inakzeptabel und pervers, dass sich Alterssicherungssysteme an Waffenfabriken und Rüstungskonzernen beteiligen. Niemand dürfte nachvollziehen können, warum sich die Anbieter von öffentlich geförderten Altersversorgeprodukten in Deutschland an Streubomben herstellenden Rüstungsfirmen beteiligen dürfen, obwohl Deutschland das internationale Abkommen zur Ächtung von Streumunition unterschrieben hat.

Tödliche Renditen durch Streumunition

Anbieter solcher „Riester-Renten“ mit tödlichen Renditen sind zum Beispiel die Aachen/Münchner Versicherung, Allianz, Alte Leipziger, AXA, Basler Versicherungen, Deutscher Ring, Signal Iduna oder der Volkswohlbund. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von diesen Versicherungen eine sofortige Beendigung ihres Engagements im Bereich von Streumunitionsherstellung und fordern den Deutschen Bundestag auf, ein solches Engagement gesetzlich zu verbieten.

Zwar hat Deutschland mit dem Beitritt zum internationalen Abkommen zur Ächtung von Streumunition diese geächtet, davon unbetroffen sind aber die profitablen Anlagen und Geschäftsverbindungen vieler deutscher Finanzinstitute, Versicherer und Fonds.

Milliarden in Aktien und Anleihen investiert

Spitzenreiter bei diesen tödlichen Investments ist die Deutsche Bank: Sie hält entsprechende Aktien im Wert von 479.770.000 Euro, erworbene Anleihen in Höhe von 53.570.000 Euro und darüber hinaus ausgegebene Aktien im Wert von 675.590.000 Euro sowie ausgegebene Anleihen und Kredite in Höhe von 42.000.000 Euro. Insgesamt hat alleine die Deutsche Bank nach Untersuchungen von Profundo im Jahr 2010 Investments in diesem Bereich von 1.291.860.000 Euro unternommen. Die Deutsche Bank Group ist mit mehr als 100 Investmentprodukten an Herstellern von Streumunition beteiligt und besitzt insgesamt etwa 28 Millionen Aktien an solchen Unternehmen. Zudem hält die Deutsche Bank Group Aktien von fast allen führenden Streumunitionsherstellern, etwa General Dynamics (1,5 Millionen Aktionen im Wert von 94,2 Millionen Dollar), L-3 Communications (1,1 Millionen Aktion im Wert von 82,4 Millionen Dollar), Lockheed Martin (2,8 Millionen Aktien im Wert von 219 Millionen Dollar), Raytheon (1,5 Millionen Aktien im Wert von 73 Millionen Dollar).

 

Weitere Großinvestoren in diesen Bereich sind die Commerzbank mit einer Investitionssumme von etwa 41 Millionen Euro, die DekaBank mit etwa 43,5 Millionen Euro, die Norddeutsche Landesbank mit 1,7 Millionen Euro und die UniCredit/HVB, die Aktien in Höhe von 298,5 Millionen Euro hält. Darüber hinaus halten auch die öffentlichen Landesbanken BayernLB und die LBBW Aktien von Herstellern von Streumunition.

 

Streumunition wurde zum Beispiel durch die NATO-Staaten im Jugoslawien-Krieg eingesetzt. Hier wurden nach Angaben der NATO 1.392 Streubomben mit 289.536 sogenannter Submunition an 333 Orten abgeschossen. Auch in Afghanistan und im Irakkrieg wurden fast eine Million Streubomben eingesetzt. Israel verwendete im Libanon-Feldzug im Jahr 2006 Streubomben mit insgesamt mehr als vier Millionen Sprengsätzen.

In Libyen wird Streumunition eingesetzt

Auch nach Libyen wurde Streumunition exportiert: etwa im Jahr 2007 im Wert von 3,8 Millionen Euro. Die spanische Regierung genehmigte in jenem Jahr ausdrücklich Exporte der Munition vom Typ MAT-120 der spanischen Rüstungsfirma Instalaza S.A. an das Regime von Gaddafi. Ein Teil dieser Bomben wurden vor wenigen Wochen bei den blutigen Kämpfen um die libysche Stadt Misrata eingesetzt.

Bundestag muss Investitionen in Streumunition verbieten

Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein sofortiges Verbot von solchen Investments und bitten den Deutschen Bundestag, aktiv zu werden. Staaten wie Belgien, Irland, Luxemburg oder Neuseeland haben der Finanzindustrie das Investment in die Produktion dieser Waffen bereits gesetzlich untersagt. Die NaturFreunde erwarten, dass der Deutsche Bundestag schnellstmöglich ein Gesetz verabschiedet, dass jedwedes Investment in Streumunitionshersteller verbietet.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern zugleich alle Kundinnen und Kunden der betroffenen Finanzinstitute auf, bei diesen Banken und Fonds zu protestieren. Es darf kein Cent in die Herstellung dieser völkerrechtswidrigen Waffen fließen. Gleichzeitig erwarten die NaturFreunde, dass solche Waffenhersteller weltweit geächtet und ihre Manager zur Rechenschaft gezogen werden.

 

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NaturFreunde: Was passiert am AKW Fort Calhoun?


Hat US-Präsident Obama eine Nachrichtensperre verhängt?

Berlin, 23. Juni 2011 – Mit dem Hochwasser im US-Bundesstaat Nebraska steigt auch die atomare Gefährdungslage, denn auch zwei am Missouri gelegene AKW werden von den Fluten bedroht. Doch Informationen darüber gibt es kaum, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands und ehemalige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Michael Müller:

 

Am Ufer des Missouri steht der alte Druckwasserreaktor Fort Calhoun. Dieser seit 1973 aktive Meiler ist nicht ausreichend gegen Überschwemmungen geschützt, wie zuletzt im Jahr 2010 festgestellt wurde. Doch das AKW Calhoun ist schon jetzt rundum von Wasser umgeben, der Missouri führt seit Wochen Hochwasser. Zwar ist das Atomkraftwerk bereits seit April wegen einer Überprüfung abgeschaltet. Doch schon jetzt steht das Wasser bereits 50 cm höher als der Boden des AKW.

 

Zudem ist 110 Kilometer südlich der Stadt Omaha ein zweites AKW von Hochwasser bedroht: die 1974 in Betrieb gegangene Cooper Nuclear Station. Das AKW Cooper läuft aber voll weiter, Tausende Sandsäcke sollen es gegen das Wasser schützen.

 

Jegliche Transparenz fehlt

US-Präsident Barack Obama erklärte den Bundesstaat bereits zum Notstandsgebiet. Zudem hat die US-Luftfahrtbehörde ein Überflugverbot in einem Zwei-Meilen-Radius um die beiden Atomkraftwerke verhängt. Doch es fehlt jegliche Transparenz über das, was dort passiert. Die großen Nachrichtenagenturen der USA berichten kaum über die Vorgänge. Es macht den Eindruck, als gäbe es eine Nachrichtensperre.

Im AKW Calhoun gab es bereits ein Feuer im Schaltraum. In der Folge wurde die Kühlung der Brennstäbe für 90 Minuten unterbrochen, Pumpen versagten. Letzte Woche meldete die amerikanische Aufsichtsbehörde NRC ein neues ungewöhnliches Ereignis: Von einem Loch im Boden des AKW war die Rede.

 

Offenkundig sind auch in den USA Aufsichtsbehörden, Politik und Atomkraftbetreiber eng miteinander verflochten. Jedenfalls gibt es keine ausreichenden Informationen und das Misstrauen wird größer.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, jetzt Klarheit über das atomare Gefährdungspotenzial in Nebraska zu schaffen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) sollte nicht nur in Japan aktiv sein, sondern auch einen Bericht über die beiden AKW in Nebraska vorlegen. Dabei muss geprüft werden, wie sicher diese Altkraftwerke sind. Aufgrund der Aussagen der Betreiber, dass die beiden AKW nur unzureichend gegen Hochwasser geschützt sind, müssen sie abgeschaltet werden.


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Offener Brief an Sarkozy gegen Bau eines AKW-Park in Jaitapur, Indien

Liebe Leute,

unbeeindruckt von Fukushima soll in Jaitapur, Indien, ein AKW-Park gebaut werden, im wesentlichen von Areva, die dafür Bürgschaften von dem französischen Hermes-Pendant Coface haben wollen. Dazu gibt es einen internationalen NGO-Brief an Sarkozy.

 

Hier der Wortlaut:

 

Dear Mr. Sarkozy,
In the wake of the ongoing nuclear catastrophe in Fukushima, we are writing to you to
express our deep concern regarding the French Government’s upcoming decision on an
export guarantee for the Jaitapur Nuclear Power Project (NPP) in India.

Jaitapur is not only slated to become the world’s largest nuclear power complex, it is
sited in a “high risk” zone for earthquakes on India’s western coastline. Although three
tectonic faults transverse the area and an earthquake of over 6.3 on the Richter scale
took place only 17 years ago – killing some 9,000 people – these risks were ignored
during site selection for the NPP.

Currently, India has 19 operating nuclear reactors of which 17 are 220 MW reactors and
two are 540 MW reactors. The reactors proposed for Jaitapur are of an entirely different
scale (1,650 MW) and are designed to use high fuel burn-up, which places much higher
requirements on the quality of construction, maintenance and oversight. As India’s
safety record shows, however, even the management of its relatively small reactors has
been characterized by poor safety standards and immense technical problems – one of
the most extreme examples being the collapse of the Kaiga NPP containment in 1994.
In view of the four unit concurrent accident in Fukushima and the fact that regulators
have yet to evaluate lessons learnt here, it seems an extreme folly to support the
construction of one of the world’s largest nuclear complexes in a high risk earthquake
zone in a country with low nuclear safety standards, immense corruption problems, no
independent regulator and no experience with operating reactors of this magnitude.
While EU legislation requires that “member states shall ensure that the competent
regulatory authority is functionally separate from any other body or organization
concerned with the promotion or utilization of nuclear energy,” India’s Atomic
Regulatory Board (AERB) does not meet these requirements.

The AERB reports to the Department of Atomic Energy (DAE), which is responsible for
the promotion of nuclear power and is also the owner of NPCIL, the utility that wants to
build and operate Jaitapur. As stated by Dr. Gopalakrishnan, a former chairman of AERB,
this is a serious nuclear safety concern: “This dependency is deliberately exploited by
the DAE management to influence directly and indirectly, the AERB’s safety evaluations
and decisions. This interference has manifested itself in the AERB toning down the
seriousness of safety concerns, agreeing to the postponement of essential repairs (…)
and allowing the continued operation of installations when public safety considerations
would warrant their immediate shutdown and repair.” While the Indian Government
recently indicated its intention to create an independent and autonomous nuclear
regulatory authority sometime in the future, it has, however, not slowed down the
approval and preparation process for Jaitapur.

In this context, we would also like to point out that the units planned in Jaitapur show a
number of design weaknesses, which make them vulnerable to similar accident
scenarios as in Fukushima. Spent fuel ponds are for example located outside the
containment area, making them vulnerable to damage and a potential source of major
radiation releases into the environment; the control room is located close to the reactor,
making it inaccessible in case of serious radiation leakage; and the back-up diesel
generators are located close to the ground, making them susceptible to flooding.
As you are probably also aware, India is one of the very few countries that have refused
to sign the Nuclear Non-Proliferation Treaty. This makes it impossible to ascertain that
the acquired technology and nuclear material will not be used for military applications.
In addition, it should be noted that the environmental licensing process for Jaitapur has
violated both Indian law and the OECD common approaches for export credit agencies
by denying affected communities access to the Environmental Impact Assessment
Report and beginning forced acquisition of land without prior community hearings.
Accordingly, the project has already led to massive social conflicts and strong local
opposition. As recently as April 2011, a demonstrator was killed by the police and over
1,500 people were detained during protests against Jaitapur.

For all of the above reasons, the Jaitapur Project is extremely controversial.
The project’s seismic risks as well as the poor quality of management and safety
standards in the Indian nuclear sector make Jaitapur a prime candidate for a second
Fukushima. In the interest of nuclear safety, the undersigned organizations therefore
urge you to withhold export credit guarantees for this project.

We look forward to your reply and would welcome the chance to discuss this matter in
more detail in a meeting with your staff.

Sincerely,

First signatories :
Heffa Schücking, Urgewald (Germany)

Yann Louvel, BankTrack (International)

Elvira Pöschko, Antiatom Szene (Austria)

Sophia Majnoni, Greenpeace France

Juliette Renaud, Friends of the Earth France

Peer de Rijk, WI

Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands


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Offener Brief an die Grünen: Kein grüner Segen für diese Atompolitik!

Offener Brief an die Delegierten der außerordentlichen Bundesdelegierten­versammlung von Bündnis 90/Die Grünen am 25. Juni 2011 in Berlin.

“Kein grüner Segen für diese Atompolitik!” als PDF herunterladen

Der offene Brief ist eine gemeinsame Aktion von:


AG Schacht Konrad AK.W.ENDE .ausgestrahlt Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. Bündnis Anti-Atom-Ostwestfalen-Lippe Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe/Brunsbüttel Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. Campact! FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) NaturFreunde Deutschlands e.V. - Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur RobinWood Widerwelle Nordpfalz

“Liebe Delegierte,

die weiter andauernde Katastrophe von Fukushima hat in Deutschland und weit darüber hinaus zu einer starken Anti-Atom-Bewegung geführt. Die schwarz-gelbe Bundesregierung wurde dadurch gezwungen, die im letzten Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung zurückzunehmen und acht Reaktoren endgültig abzuschalten. Ein großer Erfolg, der ohne den unermüdlichen und breit getragenen Protest nicht möglich geworden wäre.

Doch die zweite Hälfte des “Ausstiegs” wird im Wesentlichen auf die Jahre 2021/2022 vertagt. Wie schon nach dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss sollen erneut zehn Jahre vergehen, die vor allem den Weiterbetrieb der Atomreaktoren sichern. So würde selbst das AKW Gundremmingen C, das fast baugleich mit Fukushima ist, bis 2021 weiterlaufen. Wieder ist der “Ausstieg” nicht unumkehrbar. Die Sicherheitsauflagen für die Betreiber sind sogar noch schwächer als zu Zeiten des rot-grünen “Atomkonsenses”. Zudem ist die angekündigte, bundesweite Endlagersuche völlig unverbindlich. Fakten werden weiterhin lediglich in Gorleben geschaffen, indem der Ausbau des Salzstocks zum Endlager fortgesetzt wird.

Wir sind enttäuscht, dass der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen dieser schwarz-gelben Mogelpackung im Bundestag und Bundesrat zustimmen und ihr damit einen grünen Segen verleihen will. Im März diesen Jahres, wenige Tage nach Fukushima, beschloss der Kleine Parteitag der Grünen mit breiter Mehrheit die Forderung, den Atomausstieg massiv gegenüber dem rot-grünen “Atomkonsens” zu beschleunigen und alle Reaktoren stufenweise bis 2017 abzuschalten. Jetzt droht dieser Beschluss bereits wieder Makulatur zu werden. So entsteht nicht Glaubwürdigkeit bei Wählerinnen und Wählern – sondern der Eindruck, aus Angst vor Kampagnen der politischen Konkurrenz grüne Kernpositionen zu räumen.

Mit einer Zustimmung zum vorliegenden Atombeschluss der Regierung würden Bündnis 90/Die Grünen sich an einen Ausstiegsplan fesseln, der ihnen jeden relevanten atompolitischen Gestaltungsspielraum im Falle einer Regierungsbeteiligung 2013 raubt. Damit wären sie gezwungen eine Politik zu verteidigen, die in der nächsten Legislaturperiode lediglich die Abschaltung eines Reaktors, des Kraftwerks Grafenrheinfeld, vorsieht. Konsequentes Handeln gegenüber den Atomkonzernen – etwa durch höhere Sicherheitsauflagen und Haftungsansprüche – verlöre nach vorheriger Zustimmung zu einem Ausstieg im Schneckentempo die Plausibilität. Wenn die Grünen dem schwarz-gelben Beschluss zustimmen, dann ist atompolitisch die Kiste zu.

Die Grünen müssen in der Offensive bleiben und dürfen das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben! Sie müssen mit der klaren Forderung nach einem Ausstieg innerhalb einer Legislaturperiode in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen – und gegebenenfalls mit dieser Bedingung in Koalitionsverhandlungen über eine grüne Regierungsbeteiligung treten! Dazu gehört auch ein klares Nein zu einem Endlager in Gorleben. Es braucht ein Endlagersuchgesetz das endlich ein vergleichendes Verfahren mit Bürgerbeteiligung und –rechten ermöglicht.

Die Grünen müssen nicht über das Stöckchen springen, das die Regierung hinhält! Sie müssen nicht einen Konsens mit der Regierung eingehen, nur weil diese damit das Thema Atomkraft von der politischen Tagesordnung abräumen will. Sie müssen nicht ihren politischen Spielraum einengen, nur weil die SPD dem Regierungsbeschluss vielleicht zustimmt. Sie müssen nicht einem Gesetz zustimmen, nur weil es auch begrüßenswerte Elemente wie die Abschaltung von acht Reaktoren enthält. Diese werden auch stillgelegt, wenn sie aus den genannten Gründen mit “Nein” stimmen.

Im Jahr 2000 haben Bündnis 90/Die Grünen mit einem völlig unzureichenden Ausstiegsbeschluss einen tiefen Graben zu den Umweltverbänden und der Anti-Atom-Bewegung aufgerissen. In den letzten Jahren haben wir diesen an vielen Stellen überbrückt, sind gemeinsam für das Ende der Risikotechnologie Atomkraft auf die Straße gegangen. Beginnen Sie jetzt nicht, diese Brücken wieder einzureißen! Streiten Sie mit uns für einen Ausstieg, der diesen Namen auch verdient!

Mit besten Grüßen

Peter Dickel, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad

Ingo Hoppe, AK.W.ENDE (AKW Biblis)

Jochen Stay, .ausgestrahlt

Wolfram Scheffbuch, Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar (AKW Neckarwestheim)

Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Bündnis Anti-Atom-Ostwestfalen-Lippe (AKW Grohnde)

Karsten Hinrichsen, Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe (AKW Brokdorf)

Wolfgang Ehmke, Kerstin Rudek, Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Christoph Bautz, Campact

Raimund Kamm, FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik (AKW Gundremmingen)

Ewald Feige, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)

Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands

Dirk Seifert, Robin Wood

Widerwelle (AKW Philippsburg)”


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NaturFreunde fordern die Abschaffung der Rating-Agenturen


Unsere Welt braucht internationale Solidarität statt neoliberale Herrschaftsverhältnisse

Berlin, 20. Juni 2011 – Zur aktuellen Diskussion um eine eigene europäische Rating-Agentur erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

Die Welt wird regiert von drei anonymen Rating-Agenturen mit Tunnelblick: Standard & Poor‘s,  Moody‘s und Fitch Ratings – alle mit Hauptsitz in New York. Obwohl ihre Macht demokratisch nicht legitimiert ist, spielen sie sich auf als Herren der Welt. Dabei sind sie ein Produkt des Finanzkapitalismus, das der Welt von der Wall Street aufgedrängt wurde. Die Stärke der Rating-Agenturen ergibt sich aus dem Umstand, dass die neoliberale Ideologie weltweit übernommen wurde, es aber keine wirksamen weltwirtschaftlichen Institutionen gibt.

 

Undemokratische Rating-Agenturen entscheiden über das Schicksal ganzer Länder

Diese drei Agenturen sind auf dem globalen Finanzmarkt mit weitem Abstand führend, sie fühlen sich als die „Master of the Universe“. Sie bewerten die Qualität von Unternehmen und Wertpapieren, aber auch die Kreditwürdigkeit von Staaten. Sie treiben die Wirtschaft vor sich her, entscheiden über das Schicksal ganzer Länder und bestimmen die Bedingungen der globalen Wirtschaft. Ihre Bewertungen entscheiden letztlich darüber, zu welchen Konditionen Konzerne, Banken oder auch Länder auf den Kapitalmärkten Geld leihen können: Je besser die Bewertung, desto niedriger die Zinsen.

 

Zuletzt hatten die Rating-Agenturen mit ihren Bewertungen von Griechenland, Spanien, Portugal und Italien ihre Macht gezeigt, selbst England und Frankreich mussten zittern. Deshalb fordern europäische Politiker, nun auch eine europäische Rating-Agentur aufzubauen. Was aber sollte eine europäische Agentur anders machen, wenn weiterhin der Neoliberalismus die Leitlinie der Entscheidungen ist?

 

Finanzinstitute müssen Diener, nicht Herr der Wirtschaft sein

Die richtige Forderung ist, die Finanzinstitute wieder auf ihre eigentlich Funktion zurückzuführen: Sie sollen ausreichend Geld für einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stellen und müssen Diener, nicht Herr der Wirtschaft zu sein. Zudem müssen die spekulativen Finanzinstrumente wie Leerverkäufe, Derivate, Wetten auf Kursänderungen etc. verboten werden.

 

Insofern fordern die NaturFreunde Deutschlands keine neue europäische Konkurrenz zu den US-Rating-Agenturen, sondern schlicht und einfach deren Abschaffung. Notwendig ist stattdessen vielmehr ein Bretton Woods II, das die Weltwirtschaft vernunftgeleitet regelt.

 

Die Vorherrschaft der Kapitalmärkte muss endlich beendet werden: Wir brauchen dringend eine Weltwirtschaft, die von der Solidarität aller mit allen ausgeht, statt einseitige Herrschaftsverhältnisse aufzubauen.


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NaturFreunde: Strombörse abschaffen – Spekulation eindämmen


Berlin, 17. Juni 2011 – „Darf die Strombörse in Leipzig (EEX) eine Zukunft haben, obwohl sie ein Instrument der Spekulation ist“, fragt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller anlässlich der aktuellen Behandlung zahlreicher Gesetze zur Energiepolitik in Bundestag und Bundesrat. „Die Spekulation mit den Strompreisen nimmt durch überschüssiges Kapital zu, die Folge sind zunehmend Preissteigerungen. Die Strombörse muss abgeschafft werden!“

Die Strombörse in Leipzig (EEX) ist ein organisierter Markt ähnlich einer Wertpapierbörse, gehandelt wird aber Strom. Theoretisch soll durch die Bündelung von Angebot und Nachfrage eine hohe Liquidität erreicht werden und der geregelte Handel ein Vergleichsinstrument schaffen, um Transaktionskosten zu senken.

 

Immer kurzfristigere Verträge

„Diese Strombörse ist eine Folge der Liberalisierung der europäischen Elektrizitätsmärkte“, so Müller. „Obwohl es statt langfristiger Bindungen immer mehr kurzfristige Verträge gab, ist die Bundeskanzlerin voll des Lobes, bezeichnet die EEX sogar als ‚Energiegeschichte‘. Erneut hat sie die Dimension spekulativer Prozesse nicht erkannt, die der Augsburger Juraprofessor Thomas Möllers eine „Aura der Gesetzlosigkeit“ genannt hat.“

Die dunkle Seite der Börse sei spätestens seit dem Enron-Skandal bekannt, führt Müller weiter aus. Durch manipulative Eingriffe kam es zu Kunstzahlen und schließlich zu Engpässen durch spekulative Strompreise. Auch in Deutschland habe es im Jahr 2005 Vermutungen gegeben, dass große Energiekonzerne die Preise an der EEX künstlich beeinflussen würden, schließlich unterliege diese Börse keiner behördlichen Aufsicht. Von daher habe es im Jahr 2007 ein Kartellverfahren gegen E.on gegeben, bis heute aber weder eine Verschärfung der Aufsicht, noch eine Verbesserung bei der Veröffentlichungspflicht.

 

Gravierende gesamtwirtschaftliche Folgen

„Tatsächlich ist die deutsche Stromspotbörse im Jahr 2009 ‚Offshore‘ gegangen und hat sich bei Stromlieferungen innerhalb Deutschlands der Aufsicht entzogen. Die Preisverzerrungen nehmen zu, die gesamtwirtschaftlichen Folgen sind gravierend, zumal sich die Preise der Strompreisspotbörse auch auf den außerbörslichen Stromhandel und die Terminmärkte auswirken. Diese Problematik ist der Bundeskanzlerin bekannt, aber sie reagiert nicht“, so Michael Müller, der in der letzten Legislaturperiode auch als Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium tätig war.

 

Zunehmend spekulative Preisbildung

„Insider gehen davon aus, dass zunehmend spekulative Elemente in die Preisbildung einfließen. Das darf nicht hingenommen werden. Gerade nach den Erfahrungen der Finanzkrise muss die Politik Konsequenzen ziehen und jede Form der Spekulation stoppen. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb, das Projekt Strombörse zu beenden. Sie ist ein Instrument des Neoliberalismus und darf keine Zukunft haben. Stattdessen muss verstärkt daran gearbeitet werden, die Spekulationen mit Energie, Rohstoffen und Nahrungsmitteln zu beenden. Die Abschaffung der Strombörse wäre ein guter Schritt in diese Richtung.“

 

 

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Naturfreunde fordern nachhaltigere Klimapolitik in und für Afrika

Wien, 20. Mai 2011

Im Rahmen der internationalen Konferenz „Klimawandel und Biodiversität – eine Zukunft für Afrika“ forderten am 14. Mai in Dakar/Senegal 200 Naturfreunde aus Senegal, weiteren westafrikanischen Ländern und Europa eine nachhaltigere Klimapolitik in und für Afrika.

Die Konferenz wurde im Zuge der alljährlich stattfindenden Präsidentenkonferenz des internationalen Naturfreundeverbandes erstmals in Afrika veranstaltet.

Afrika ist vom Klimawandel und vom Verlust der Biodiversität besonders betroffen. Die zunehmende Desertifikation führt zu weniger Agrarflächen und zu einem großflächigen Rückgang der Vegetation womit vor allem die Absorption des Klimagases Kohlendioxid weiter verringert und der Klimawandel beschleunigt wird. Zusätzlich reduziert die Überfischung der Meere die Klimaschutzfunktion der Meeresbiotope.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die TeilnehmerInnen, aus 9 afrikanischen und 12 europäischen Staaten, die Länder Afrikas sowie die internationale Gemeinschaft zu wirksamen Klimaschutzmaßnahmen auf:

  • Die Einrichtung und Ausweitung von Meeresschutzgebieten zur Erholung der Fischbestände
  • Einen ausgedehnten Schutz von Feuchtgebieten und Nationalparken als natürlicher CO2-Speicher und zur Sicherung wichtiger Wasserressourcen
  • Eine nachhaltige Tourismus- und Energiepolitik zur Reduktion des CO2-Ausstoßes
  • Die endgültige Integration des Flugverkehrs in den verpflichtenden Emissionshandel und eine effektivere Evaluierung vom Nutzen der Maßnahmen bei sogenannten CDM-Projekten (Clean-Development-Mechanism – Projekte für klimaschonende Maßnahmen in Entwicklungsländern)

Die Industriestaaten werden dringend aufgefordert Handlungen zu setzen um den Biodiversitätsverlust und Klimawandel in Afrika zu minimieren, anstatt durch Exportförderung billiger landwirtschaftlicher Produkte die kostenintensive Anpassung der afrikanischen Landwirtschaft an den Klimawandel zu erschweren, oder weiterhin die Überfischung der Meere durch riesige Fangflotten voranzutreiben.

„Der durch Überfischung und zunehmende Wüstenbildung verursachte Rückgang der Biodiversität ist nicht nur Turbo für den Klimawandel, sondern verursacht auch ein schwerwiegendes soziales Problem. In den nächsten Jahren werden mehr als 400 Millionen junge AfrikanerInnen auf den Arbeitsmarkt drängen, die eine Perspektive brauchen. Europa ist hier dringend zur Unterstützung aufgefordert, um eine Fortsetzung der sich bereits anbahnenden humanitären Katastrophen in Afrika zu verhindern“, betont Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale, in seinem Abschluss-Statement. „Europa muss jetzt in die Erhaltung der Natur und Umwelt in Afrika investieren, weil sonst der Flüchtlingsstrom aus Afrika noch mehr zunehmen wird. Die Mittel, die wir jetzt für eine verfehlte Exportförderung oder für den Aufbau der „Festung Europa“ ausgeben, wären besser direkt in Afrika angelegt.“ Die Investition in die Landwirtschaft und in den Naturschutz Afrikas ist eine Investition in den Klimaschutz, aber auch in eine gerechtere soziale Entwicklung.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
Weitere Informationen, Interviewpartner, Fotos in hoher Qualität sowie die Naturfreunde-Erklärung zur Konferenz auf Anfrage.


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NaturFreunde: Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg

 

Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg
8.6.2011 | Stellungnahme der NaturFreunde Deutschlands zur Änderung des Atomgesetzes

Stellungnahme der NaturFreunde Deutschlands bei der öffentlichen Anhörung des Ausschusses des Deutschen Bundestages für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit am 08.06.2011 zum Thema „Änderung des Atomgesetzes/Energiewende“

vorgetragen von Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands

Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg

Vorbemerkung:
Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig Jahren darauf hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare Risiken verbunden sind. Für die NaturFreunde Deutschlands stellt der Betrieb von Atomkraftwerken einen grundgesetzwidrigen Tatbestand dar. Schon weil die Entsorgung nicht gesichert ist, dürfte es für kein Atomkraftwerk eine Betriebsgenehmigung geben. Deshalb fordern wir den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Der Atomausstieg muss durch eine Änderung des Grundgesetzes abgesichert werden, indem im Grundgesetz ein verankerter Stichtag festgelegt wird, ab dem in Deutschland keine Kernkraftwerke mehr betrieben werden dürfen. Gleichzeitig muss auch der Export von Atomtechnik grundgesetzlich verboten werden.

Als Teil des Atomausstiegs sollte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung beauftragen, sich auf europäischer Ebene für die Auflösung des Vertrags zur Gründung der
Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) einzusetzen. Die NaturFreunde unterstützen die Forderung nach einem neuen europäischen Vertrag zur Einrichtung einer
„Europäischen Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“.

Positiv bewerten die NaturFreunde die geplante Festlegung eines befristeten festen Enddatums für die Nutzung der Atomenergie zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität in Deutschland. Das vorgesehene Enddatum zum 31. Dezember 2022 ist jedoch nicht akzeptabel. Die NaturFreunde fordern die sofortige und endgültige Stilllegung aller zurzeit abgeschalteter AKW und aller AKWs, die in erdbebengefährdeten Gebieten liegen. Die verbleibenden AKW können und müssen nach einem gesetzlich fixierten Stufenplan bis spätestens 2014 stillgelegt werden. Aufgrund der bestehenden Kraftwerksstruktur, ist ein vollständiger Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens zu diesem Zeitpunkt möglich.

Auch dieser Übergangszeitraum birgt hohe Gefahrenpotentiale, da weder die älteren noch die neueren Atomkraftwerke gegen den Absturz eine Passagierflugzeuges oder gar einem Terrorangriff geschützt sind.

 

*: Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg
Naturfreunde-Stellungnahme*: PDF-Download: 102,45 KB
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Entwurf für ein „Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes

§ 7 Absatz 1 a Satz 1 und 2:
Die im Entwurf für ein „Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“
in § 7 Absatz 1a Satz 1 und 2 in den Punkten 2 bis 6 aufgezeigten Berechtigungszeiträume „zum Leistungsbetrieb einer Anlage zur Spaltung von Kernbrennstoffen“  halten die NaturFreunde für nicht akzeptabel.

In Punkt 1 werden die AKWs Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser, Philippsburg 1 und Krümmel, mit Annahme des Gesetzes abgeschaltet. Dies begrüßen die NaturFreunde ausdrücklich.

In Punkt 2 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2015 für das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld die Abschaltung festgelegt. Diesen Zeitraum halten wir aufgrund der akuten Sicherheitsmängel von Grafenrheinfeld für nicht akzeptabel und fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks.

In Punkt 3
wird mit Ablauf des 31. Dezember 2017 für das Atomkraftwerk Gundremmingen B die Stilllegung vorgesehen. Diesen Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten, da Gundremmingen B in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt und fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes.

In Punkt 4
wird mit Ablauf des 31. Dezember 2019 für das Atomkraftwerk
Philippsburg 2 die Stilllegung vorgesehen. Diesen Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten, da Philippsburg 2 in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt und fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes.

In Punkt 5 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2021 für die Atomkraftwerke
Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf die Stilllegung vorgesehen. Diese Zeiträume halten wir für nicht zu verantworten. Gundremmingen C liegt  in einem erdbebengefährdeten Gebiet und ist deshalb sofort stillzulegen. Die Atomkraftwerke Grohnde und Brokdorf müssen spätestens 2014 stillgelegt sein.

In Punkt 6 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2022 für die Atomkraftwerke
Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 die Stilllegung vorgesehen. Diese Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten. Neckarwestheim 2 liegt  in einem erdbebengefährdeten Gebiet und muss deshalb sofort stillgelegt werden. Die Atomkraftwerke Emsland und Isar 2 müssen spätestens 2014 stillgelegt sein.

§ 7 Absatz 1e
Der vorgesehene Reservebetrieb eines in Absatz 1a Satz 1 Nummer 1 genannten Atomkraftwerke halten die NaturFreunde für nicht akzeptabel und sicherheitstechnisch nicht verantwortbar. Der vorgesehene Reservebetrieb ist aus dem Gesetzesentwurf zu streichen.

Begründung:
Die Behauptung, „auch nach den schwerwiegenden Ereignissen in Japan ist es zum jetzigen Zeitpunkt aus Gründen der Versorgungssicherheit, des Klimaschutzes und einer preiswürdigen Energieversorgung nicht möglich, sofort gänzlich auf die Nutzung der Kernenergie zu verzichten“ ist falsch.

Ein endgültiger Ausstieg aus der Atomenergieerzeugung bis 2014 ist ohne technische Probleme möglich. In Deutschland gibt es derzeit völlig überdimensionierte Kraftwerkskapazitäten, die es möglich machen, elf der siebzehn Atomkraftwerke sofort stillzulegen. Hierdurch wird in keiner Weise die Versorgungssicherheit gefährdet oder eine preiswerte Energieversorgung erschwert. Die hierdurch wegfallenenden Erzeugungskapazitäten können durch die bestehenden Überkapazitäten, Reserven im Kraftwerkspark und die bereits geplante Kraftwerkszubauten den Ausstieg aus der Atomenergie im Ganzen kompensieren. Auch die Behauptung, dass durch einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie der Klimaschutz gefährdet würde, ist nicht haltbar. Die bisherige Planung der Stromversorgung wurde einseitig am Bau von fossilen Großkraftwerken orientiert. Eine solche Ausrichtung der Stromversorgung ist mit einer nachhaltigen Stromversorgung in Zukunft nicht mehr vereinbar. Vielmehr eröffnen abgeschaltete Atomreaktoren die Möglichkeit in den Verteilernetzen schneller und offensiver Strom aus erneuerbaren Energien aufzunehmen. So kann durch die Abschaltung der Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Unterweser notwendige Kapazitäten in den Verteilernetzen für die Einspeisung von Strom aus Offshore-Windparks geschaffen.

Auch die Behauptung, dass aus Gründen der Versorgungssicherheit ein weiterer Betrieb von Atomkraftwerken notwendig sei, ist falsch. Zurzeit sind im bestehenden Kraftwerkspark Kapazitäten von mindestens 8.700 MW verfügbar. Darüber hinaus können aus der „Kaltreserve“ innerhalb kürzester Zeit Kraftwerkskapazitäten von mehr als 2.500 MW für die
Stromproduktion verfügbar gemacht werden. Hierdurch kann die Abschaltung der ersten 11 Atomkraftwerke ohne technische Probleme und ohne Gefahren für die Versorgungssicherheit durchgeführt werden.

Gleichzeitig unterstützen die NaturFreunde die Forderung nach einem schnellstmöglichen Bau der bereits geplanten Offshore-Windparks und zur Sicherstellung einer schnell einsatzfähigen, flexiblen Stromerzeugung den Bau der geplanten Gas-Kraftwerke. Vordringlich halten die NaturFreunde jedoch einen Ausbau von dezentralen Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland für notwendig. In allen Bundesländern müssen ausreichende Vorrangflächen für die Nutzung der Windenergie von mindestens zwei Prozent der Landesfläche ausgewiesen werden. Genehmigte Windparks müssen auch unverzüglich gebaut werden, sonst muss die Genehmigung nach spätestens einem Jahr an andere Investoren übertragen werden können.

Nach den bereits genehmigten Plänen der Energieerzeugungsunternehmen sind bereits heute Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von über elf Gigawatt in Bau und gehen in den kommenden drei Jahren ans Netz. Nach jetzigen Planungen sollen in den nächsten Jahren zehn Offshore-Windparks und zwanzig neue Erdgaskraftwerke ans Netz gehen.

Würde in Kauf genommen, dass auch einige fossile Kraftwerke wenige Jahre länger als geplant am Netz bleiben, würden alleine durch diese Maßnahmen ein Netto-Zuwachs an Kraftwerkskapazitäten erzielt, der die Abschaltung der verbleibenden Atomkraftwerke in zwei Jahren möglich macht.

In Realität sind für einen Ausstieg aus der Atomenergie und für die Gewährleistung von Versorgungssicherheit jedoch weniger Kohlekraftwerke notwendig, als sich derzeit im Bau befinden. Besonders klimaschädliche Braunkohlekraftwerke wie Neurath und Boxberg dürfen deshalb nicht mehr ans Netz gehen. Auf die bereits in Bau befindlichen Steinkohlekraftwerke wie Moorburg und Datteln könnte verzichtet werden. Für eine Übergansperiode wäre eine Inbetriebnahme nur hinnehmbar, wenn bei Inbetriebnahme dieser Kraftwerke alte Kohlekraftwerke mit entsprechender Leistung stillgelegt werden. Diese wenigen Beispiele zeigen, dass ein Atomausstieg bis spätestens 2014 realisierbar ist.

Werden die Forderungen der Umweltverbände nach einer deutlichen Beschleunigung der Energiewende durch die Politik endlich umgesetzt, ist auch ein sofortiger Atomausstieg möglich. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist die schnelle und drastische Senkung des Stromverbrauchs.

Völlig inakzeptabel ist die Feststellung im Begründungstext des Gesetzesentwurfs: „Die Reaktor-Sicherheitskommission kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die deutschen Anlagen einen hohen Robustheitsgrad aufweisen und im Hinblick auf die Ereignisse in Fukushima hinsichtlich der Stromversorgung und der Berücksichtigung externer Überflutungsereignisse für deutsche Anlagen eine höhere Vorsorge festzustellen ist.“

So unzureichend die RSK-Prüfung in der kurzen Frist nur sein konnten, so belegt sie doch das ernsthafte Restrisiko der Folgen eines Flugzeugabsturzes mit dem Grundsatz „Sicherheit zuerst“ unvereinbar ist. Auch hat es allein in den deutschen Atomkraftwerken seit 1965 über 5.800 meldepflichtige Störfälle gegeben.

Fazit:
Die NaturFreunde unterstützen die Forderung, nach sofortiger und auf Dauer sichergestellter Stilllegung der sieben ältesten AKWs (Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Krümmel, Neckarwestheim 1, Philippsburg 1, Unterweser). Das AKW Neckarwestheim 2 sowie die AKWs Gundremmingen B und C sind sofort stillzulegen, da sie in erbebengefährdeten Gebieten liegen.

Alle Behauptungen, durch diese Stilllegung könnten Stromlücken entstehen, sind falsch. Die Jahreslastpläne zeigen deutlich, dass wir keine Stromlücke haben, wohl aber Regional- und Klimaprobleme, auch weil die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg den Ausbau der erneuerbaren Energie deutlich vernachlässigt haben. Deshalb brauchen wir neben dem Zubau der erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen auch flexible Gaskraftwerke von rd. 5.000 MW. Sie sollten eventuelle regionale Spitzenlasten für einen Übergangszeitraum auffangen. Die Forderung, eine Kaltreserve über Kernkraftwerke vorzuhalten ist technisch Unsinn und ethisch aufgrund wesentlich höherer Risiken nicht zu verantworten.

Ausblick:
Energieeinsparung und Energieeffizienz sind das Gebot der Stunde, unsere Gesellschaft sollte den Energieverbrauch pro Kopf auf weniger als ein Drittel der heutigen Verbrauchswerte senken.

Ein „Weiter so“ im Sinne der traditionellen Versorgungswirtschaft darf es nicht geben. Die Brücke ins Solarzeitalter ist die Effizienzrevolution. Sie ist möglich, denn energietechnisch betrachtet, weist der bisherige Verbrauch gewaltige Energieverluste auf. Sie belaufen sich auf rund 25 Prozent im Umwandlungssektor, auf ca. ein Drittel bei der Wandlung von der End- in die Nutzenergie, dort wiederum auf bis zu 35 Prozent. Nach den Gesetzen der Thermodynamik erreichen die Verluste bis zu 80 Prozent, vor allem im Wärmebereich, bei den Antriebstechniken und den Hochtemperaturprozessen.

Die entscheidende Voraussetzung ist die Anerkennung der Energie- und Ressourceneffizienz als Produktivitätsfaktor. Wenn sie gesteigert wird, sind Energiepreise und Energiekosten zwei Paar Schuhe. Höhere Energiepreise kommen dem Nachfrager bei einem sehr viel geringeren Verbrauch sogar insgesamt gesehen billiger.

Unsere Vision ist die 2.000-Watt-Gesellschaft, die wir in den nächsten Jahrzehnten bei einem Gewinn an Lebensqualität erreichen wollen. Derzeit liegt der Verbrauch in Deutschland im Schnitt bei mehr als 6.500 Watt. Die Umsetzung erfordert eine Vielzahl von Maßnahmen wie

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Fortentwicklung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz mit der Zielstellung, bis 2020 die Hälfte des Energieverbrauchs aus Erneuerbaren zu bestreiten;
> Ausbau der Windkraft mit Priorität auf Onshore statt Offshore;
> Erneuerbares Wärmegesetz mit einem massiven Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und ein Wärmenutzungsgebot;
> eine Kraftstoffstrategie und der Umbau des Verkehrssystems für ein „weg vom Öl“;
> dauerhafte Förderung der energetischen Sanierung des Gebäudebestands und eine Verdreifachung des Mittelansatzes;
> Schaffung eines Effizienzfonds;
> Einbringung eines Effizienz- und Einsparprogramms in allen Energienutzungsbereichen;
> Fortentwicklung der Öko-Steuer;
> Umsetzung eines fairen Netzzugangs und einer wirksamen Anreizregulierung;
> Ausstieg aus der Verbundwirtschaft und Umbau der Energieversorgung von zentraler auf dezentrale Energieerzeugung;
> Ausbau einer Bildungs- und Beratungsinfrastruktur für eine nachhaltige Energieversorgung.

Innovationen sind nicht nur ein ökonomischer, sondern immer auch ein gesellschaftlicher Vorgang. Auf allen Ebenen existieren große Möglichkeiten für eine intelligentere Nutzung von Energien und Rohstoffen, die aber nur in einer Gemeinschaftsanstrengung genutzt werden können.

Deshalb weist der Vorschlag der Ethikkommission zur Schaffung eines „Gemeinschaftswerkes“ in die richtige Richtung.

Schon mit bewährten Mitteln lassen sich die Kosten in kurzer Zeit um 20 bis 30 Prozent senken. Zugleich können im großen Umfang neue und qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Unser Land wäre führend bei der Basistechnologie des 21. Jahrhunderts.

Das ist eine große Vision der NaturFreunde. Die Steigerung der Energie- und Rohstoffeffizienz würde nicht nur den Druck auf die Lohnkosten senken, sondern Material, Kilowattstunden und Abfall arbeitslos machen und nicht Menschen.

Berlin, den 08.06.2011
NaturFreunde Deutschlands
Bundesvorstand
Hans-Gerd Marian
Bundesgeschäftsführer


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NaturFreunde: Rüstungsexporte müssen weltweit gestoppt werden


Rüstungskonzerne profitieren von leeren Munitionslagern durch Krieg in Libyen

Berlin, 15. Juni 2011 – Zur aktuellen Veröffentlichung der US-amerikanischen Rüstungsexporte durch die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Es ist eine der zynischen Folgen des Krieges in Libyen, dass die USA in diesem Jahr eine Steigerung ihrer Rüstungsexporte um fast 50 Prozent auf mehr als 46 Milliarden Dollar erreichen werden. 2010 lagen diese noch bei 32,1 Milliarden Dollar.“

 

Alle US-amerikanischen Rüstungsexporte müssen durch die DSCA genehmigt werden, die direkt dem Pentagon untersteht und jetzt aktuelle Zahlen veröffentlichte. Dabei gab DSCA-Chef Wiliam Landy offen zu, dass diese Steigerungen vor allem auf das Bedürfnis der an der Bombardierung Libyens beteiligten Staaten zurückzuführen seien, ihre Munitionslager wieder aufzufüllen. Um eine schnellere Lieferung von solchen Rüstungsgütern zu ermöglichen, setzt sich die DSCA dafür ein, das US-amerikanische Genehmigungsverfahren von Rüstungsexporten zu beschleunigen.

 

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie große Rüstungskonzerne von den Kriegen in der Welt profitieren. Vor nicht ganz zehn Jahren lagen die Rüstungsexporte der USA noch bei etwa zehn Milliarden Dollar. Die jüngsten Kriege führten jedoch zu einer Verfünffachung der Waffenexporte. Die USA als global größter Waffenexporteur haben einen Weltmarktanteil von etwa 30 Prozent. Allein sieben der zehn größten Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA.

 

USA rüsten arabische Staaten auf

Dabei betätigen sich die USA auch weiterhin als Aufrüster der arabischen Welt. So sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate der derzeit größte Kunde der US-amerikanischen Rüstungsunternehmen, obwohl sich die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten als direkte Unterstützer der Despoten in der Region auszeichnen. Allein der US-amerikanische Rüstungsgigant Raytheon liefert für 3,3 Milliarden Dollar Patriot-Raketen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch wird mit Saudi Arabien das größte Waffengeschäft in der Geschichte der USA geplant. Unter anderem sollen 84 neue Kampfjets vom Typ F-15 geliefert werden. Das Gesamtvolumen der Rüstungsexporte alleine an Saudi Arabien wird bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Weltweit spricht die DSCA übrigens von mehr als 13.000 Rüstungsverträgen mit 165 verschiedenen Ländern. Diese Verträge haben einen Gesamtwert von 327 Milliarden Dollar.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Ende der Aufrüstung. Einige Rüstungskonzerne verdienen etwa mit den Konflikten in den arabischen Staaten Milliarden. Dabei gehen diese Waffenexporte in eine Region mit Massenarbeitslosigkeit, Armut und despotischen Herrschaftsstrukturen.

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

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NaturFreunde: Italienische Volksabstimmung ist ein großer Erfolg für ein Europa ohne Atomenergie

Auch Italien stimmt gegen die Atomkraft
Italienische Volksabstimmung ist ein großer Erfolg für ein Europa ohne Atomenergie

Berlin, 14. Juni 2011 – Zum Ergebnis der Volksabstimmungen in Italien erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

94,6 Prozent der Italiener sprachen sich am Wochenende in einer Volksabstimmung gegen Italiens Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomenergie aus. Damit hat die italienische Bevölkerung nicht nur deutlich gezeigt, was sie von der Atomenergie hält, sondern Italien auch die Chance für eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung eröffnet. Das Referendum wurde initiiert von Umweltschutzgruppen und der linksgerichteten Opposition, auch die NaturFreunde Italiens (Gruppo Italiano Amici della Natura – G.I.A.N.) hatten das Referendum aktiv unterstützt.

 

Mit diesem historischen Sieg der italienischen Anti-AKW-Bewegung lehnt Italien als eines der wichtigsten Industrieländer der Europäischen Union die Atomenergie weiterhin aktiv ab. Nun muss auch die Europäische Union handeln. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Kündigung des EURATOM-Vertrages sowie die Schaffung einer „Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“. Damit auch in Deutschland der endgültige Ausstieg aus der Atomenergie unumkehrbar wird, fordern die NaturFreunde Deutschlands zudem ein im Grundgesetz verankertes Verbot der Atomenergienutzung.

 

Mit den Volksabstimmungen ist der fortschrittlichen Reformbewegung in Italien ein dreifacher Erfolg gelungen: Italien sagt endgültig Nein zur Atomenergie, die Privatisierung der Wasserversorgung wurde abgelehnt, gleichzeitig eine „Lex Berlusconi“ verworfen. Der Eindruck ist: Die Italiener wollen endlich wieder eine zukunftsfähige Politik für ihr Land.

 

Auch in Deutschland wird es in den nächsten Jahren darum gehen, die Leistungen der Daseinsvorsorge wieder in die kommunale und öffentliche Hand überzuführen. In vielen Städten beteiligen sich NaturFreunde an Initiativen zur Rekommunalisierung der Wasserversorgung, der Energieversorgung und des Öffentlichen Nahverkehrs. Die NaturFreunde sind dabei Teil einer breiten europäischen Bewegung gegen den Neoliberalismus, die sich für die Sicherung und den Ausbau des Sozialstaates einsetzen.

 

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IYNF: Born To Be Wild – 18-27 July 2011, Poland

 

Born To Be Wild

18-27 July 2011, Poland

Born To Be Wild is a youth exchange on sustainable lifestyle of young people. Its for 25 participants between 18-30 years of age from 5 different countries. Project is is organised from 18-27th of June in Poland. Working language is English.

Call for participants

International youth exchange on exploring people’s sustainable lifestyle and relation to nature, based on outdoor activities for all young Naturefriends.

Are you looking for a great summer activity and you’re not scared of a new challenge?

Are you between 18 and 30 years and want to meet interesting young people from around Europe?

Do you sometimes find life in the city too overwhelming? Would you like to try living outside? In the nature? As simple as possible? Wildly? Differently?

 

You don’t have to search any further for your summer activity! Here you’ll find the mind-blowing camp you are looking for.

 

We invite you to: “Born To Be Wild 2011″ : arrival 18th of July – departure 27th of July

 

“Born To Be Wild 2011″ you say?

Yes! It’s about…

8 days of living intensively in the wild: a lot of cool activities in nature: survival techniques, first aid, sleeping in tents in the meadow, cooking your own meals…

8 days of reflecting on your lifestyle: How eco/green are you? How connected to nature are you? Waste reduction. Decrease your environmental impact and learn how you can start having a more sustainable lifestyle.

8 days of living in tents together with 25 young people from Poland, Czech Republic, Germany, Portugal and Hungary! Moreover you’re invited to the unique Lemkos minority festival!

8 days of having lots and lots fun: you are invited to bring your enthusiasm, play games, share your experiences and learn from those of others!

 

To summarize: we will spend eight days in nature, trying to live more simply and reflect how we could change the way we live in the city.

There will also be plenty of time for calm thinking about how we live, if our lifestyle is ecological and if there is a way how to connect these 8 days spent in nature with everyday life.

And we won’t forget to play, sing (unless you really don’t want to), move, jump, be creative and have lots of  fun.

Whom is it for?

The activity is designed for young naturefriends from the IYNF network, who are ready to discover nature together, and are open to new adventures and learning by exploring and experiencing.

If you are between 18 and 30, coming from either Czech Republic, Poland, Germany, Portugal, and Hungary, able to communicate in English and willing to go through this green adventure with us, Born To Be Wild is being organised for you.

Where is it taking place?

Born To Be Wild will have its base camp in a beautiful countryside of Southern Poland, near Krakow. The camp base of our Polish member organisation is called Radocyna Base Camp. Away from civilization, in the middle of meadows, fields and forests. We will stay at a camp site, so be ready for rather natural conditions. No electricity and running water! Sleeping in tents! Be ready to be wild!

Want to come?

Please apply through the online application form http://www.iynf.org/obsah/take_part/activities.php

When applying, please pay attention to the questions, which are focused on your motivation to come to the project. They will serve as one of the factors according to which the team will be deciding upon the selection of the participants. These questions and answers will help the team to select/choose the participant

The registration deadline is Tuesday 21st of June and the selection of participants will be ready by Friday 24th June. All applicants will be informed about the outcomes (accepted/rejected/waiting list) by email to the address you provide in the application form (please make sure it is a correct one). Accepted applicants will receive an admission sheet with instructions for further action. In case you did not receive any email from us in the expected time, please contact us by email or phone.

 

What do we cover?

IYNF will provide travel reimbursement to all participants covering 70 % of total travel costs. The maximum reimbursed costs (70%) are:

  • 290 EUR for travels over 1000 km,
  • 250 EUR for travels not exceeding 1000 km,
  • 120 EUR for travels not exceeding 500 km and
  • 50 EUR for travels less than 300 km.

 

Please note that IYNF wants you to choose the most ecological travel means. To stimulate this we give the highest discount if you travel by bus and a lower discount if you travel by train. In case you need to take a plane you have to consult us to get permission for it.  You can read more about this in our travel regulation:

http://www.iynf.org/obsah/materials/documents.php?id_document=26

In case you are flying a CO2 compensation is obligatory, more information about that can be found in the practical infosheet.

 

Besides that food, accommodation and all material needed during the activity are included.

 

What is your contribution?

You are expected to cover 30% of your travel costs and pay the participation fee (according to the chart below). We offer this activity to you at a very affordable price, and ask for a small contribution to our costs in the form of a participation fee.

IYNF follows a policy of fair prices, dividing Europe into regions according to the different income levels. You pay the fee according to your country of residence. In addition, Students and Naturefriends (members of IYNF member or partner organisation) have a combinable discount and there is a special reduction rate for Registered IYNF Volunteers. You can find the price valid for you at the intersection of your region and your status in the tables below.

 

Participation fees (in EURO)



Basic fee NF fee Students NF students

% 100% 80% 90% 70%
other country 100% 63 50 57 44
GE 85% 54 43 48 37

60% 38 30 34 26
CZ, HU, PL, PO 50% 32 25 28 22

33% 21 17 19 15

 

Explanation: NF – Naturefriends

 

For being a student and / or a member of IYNF we would need a proof by sending a copy of your student or membership card by fax, post or a scan per mail. If you would like to know if you are a registered IYNF volunteer or not, please send an email to iynf@iynf.org.

 

Besides contributions mentioned above, we expect you to come with interest, passion and open mind towards exploration of how things are when you are Born To Be Wild!

 

And if you would like to come but cannot pay the fee?

We don’t want money to be an obstacle for anyone to participate to our activities; on the other hand we want committed and motivated participants, who value the opportunity. Therefore, we employ the principle ‘pay what you can, and a little bit more’. So do contact us if money is an issue, but you do want to come.

 

If you have any question about the project or the application, don’t hesitate to contact BTBW Project Coordinator Bert Aelter at aelterbert [@] hotmail.com in English, French, German, Spanish or Dutch.

 

Don’t forget the BTBW Face book page: http://www.facebook.com/#!/event.php?eid=205870539431623

We are looking forward to your registration and to spending 10 days in the Polish nature with you!

Born To Be Wild is organised by:


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NaturFreunde: AKW-Verbot muss im Grundgesetz verankert werden


Berlin, 10. Juni 2011 – Zur aktuellen Diskussion über den Ausstieg aus der Atomenergie erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Weil der Betrieb von Atomkraftwerken ethisch unverantwortbar ist, muss er verfassungsrechtlich auch verboten werden. Die NaturFreunde fordern, dass ein Verbot der Nutzung von Atomenergie im Grundgesetz festgeschrieben und als Teil der gesetzlichen Regelungen zum Atomausstieg im Deutschen Bundestag beschlossen wird.“

Gleichzeitig forderten die NaturFreunde, dass im Grundgesetz eine Pflicht zur unverzüglichen, sicheren und geordneten Beendigung des Betriebs der bestehenden Atomkraftwerke und ein Verbot der Planung, Errichtung und des Betriebs neuer kerntechnischer Anlagen festgeschrieben werde, so Hiksch. Auch der Export von Technologie zum Bau oder Unterhalt von Atomkraftwerken in andere Länder müsse grundgesetzlich verboten werden.

 

„Die NaturFreunde treten ein für einen sofortigen und endgültigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie. Denn die Atomtechnologie stellt eine unkalkulierbare Gefahr für Mensch und Umwelt dar, ihre Risiken sind nicht verantwortbar. Beim Absturz eines Flugzeuges auf ein Atomkraftwerk oder etwa einem terroristischen Angriff besteht die Gefahr eines radioaktiven GAU. Weil schon ein Unfall die Gesundheit und das Leben von Millionen Menschen gefährdet, ist die Atomkraft mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik unvereinbar. Das AKW-Verbot muss jetzt im Grundgesetz verankert werden“, fordert Uwe Hiksch für die NaturFreunde Deutschlands.

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NaturFreunde: Blockadekonzeption für Brokdorf voller Erfolg

NaturFreunde danken allen Beteiligten für die Vorbereitung der Aktionen

Berlin, 9. Juni 2011 – Zur Verschiebung der Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf durch die Betreiberfirma erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

Seit gestern Abend ist es amtlich:  Der Atomkonzern Eon hat die Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf auf den 15. Juni verschoben. Dabei ist völlig klar. Mit der kraftvollen Aktion der Anti-Atom-Bewegung, die in Zusammenarbeit von Block Brokdorf und X-tausendmal quer für die Pfingstfeiertage eine Massenblockade des AKW Brokdorf geplant hatte, haben wir Eon dazu gebracht, die Revision zu verschieden.

Dies ist wieder ein großer Erfolg in der Anti-Atom-Arbeit. Die Atomkonzerne sind zurzeit verunsichert und versuchen negative Schlagzeilen zu verhindern. Die angekündigten Massenblockaden sind der Anlass für die Verschiebung.

Doch verschoben wurde nicht nur die Revision, sondern auch die friedliche Blockade. Der Beginn ist nun für den 18. Juni geplant, das Aktionscamp öffnet aber schon am Donnerstag, dem 16. Juni.

Auch die NaturFreunde Deutschlands mobilisieren zur Blockade von Brokdorf. Mit eigenen Aktionen und Zelten wollen die NaturFreunde deutlich machen, dass sie einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken bis zum Jahr 2022 ablehnen. Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig Jahren darauf hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare Risiken verbunden sind und der Betrieb von Atomkraftwerken einen grundgesetzwidrigen Tatbestand darstellt. Schon weil die Entsorgung des Atommülls nicht gesichert ist, dürfte es für kein Atomkraftwerk eine Betriebsgenehmigung geben.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Auch in den nächsten Jahren werden die NaturFreunde aktiv dazu beitragen, dass mit Aktionen direkt an den Atomkraftwerken für die Abschaltung jedes einzelnen Atomreaktors gekämpft wird.
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NaturFreunde: Milliarden-Entschädigungen für nicht rechtssicheren Atomausstieg?

Berlin, 9. Juni 2011 – „Die NaturFreunde Deutschlands warnen die rot-grünen Parteien, sich in Mithaftung für einen nicht rechtssicheren Atomausstieg nehmen zu lassen, der möglicherweise noch größere Entschädigungsprobleme aufwerfen wird“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium a.D.. „Wer aus der Atomenergie raus will, braucht entweder einen Konsens mit den Betreibern oder klare gesetzliche Kriterien. Das Unionsproblem ist allerdings, dass diese dann für alle AKW gelten und dementsprechend alle AKW gleichzeitig abgeschaltet werden müssten.“

Im Unterschied zum Atomausstieg von 2000/2001 sei es heute höchst unklar, ob es zu einer konsensualen Lösung mit den Atomkonzernen EnBW, Eon, RWE und Vattenfall kommen werde, so Müller. Wenn nicht, drohten Klagen, schließlich sei es höchst schwierig bis unmöglich, unter dem Gesichtspunkt des Restrisikos Differenzierungen hinsichtlich einzelner AKW vorzunehmen.

 

Tatsächlich haben einige Atomkonzernen bereits Klagen angekündigt und fordern finanzielle Entschädigungen in Milliardenhöhe. „Diese den Atomkonzernen auch noch zu zahlen, wäre zwar ein bodenloser Skandal, aber eben darin begründet, dass ein gesetzlich klar begründeter Ausstiegsweg nicht gefunden wurde“, erläutert Michael Müller.

 

Im Jahr 2000 hätten sich die Beteiligten auf 32 Jahre AKW-Laufzeiten verständigt, weil sich die Kraftwerke dann amortisiert haben. Diese Regelung sei von den Konzernen akzeptiert worden, zumal auch sie dem andauernden Streit um die Atomenergie aus dem Wege gehen wollten – und wohl auch auf künftig andere politische Mehrheiten hofften.

 

„Wer aus der Atomenergie raus will, braucht entweder einen Konsens mit den Betreibern oder klare gesetzliche Kriterien. Das Unionsproblem ist allerdings, dass diese dann für alle AKW gelten und dementsprechend alle AKW gleichzeitig abgeschaltet werden müssten. Bei keinem der beiden entscheidenden Ausstiegsgründe, weder der Frage der Sicherheit noch der der Atommüllentsorgung, dürfen die Kriterien willkürlich sein. Die Bundesregierung läuft derzeit in eine mögliche Falle, in die ihr die anderen Parteien nicht auch noch folgen sollten“, so Müller.

 

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NaturFreunde: Atomausstieg – Rechnung ohne den Wirt?


Berlin, 6. Juni 2011 – Zu dem von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands e.V. und  Parlamentarische Staatssekretär a.D. im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Michael Müller, folgendes:

Der jetzt geplante Ausstieg ist, sofern er so kommt, nicht die Rückkehr zum Gesetz von 2001. Dies als historische Entscheidung zu feiern, ist falsch: Die letzten drei AKWs werden laut Beschluss erst ein Jahr später abgeschaltet und manche der Kraftwerke haben zudem längere Restlaufzeiten, als unter Rot-Grün vorgesehen. Wenn das Gesetz von 2001 nicht von der schwarz-gelben Kumpanei mit den vier Atomkonzernen unterlaufen worden wäre, hätten bis Anfang 2012 zehn Atomkraftwerke stillgelegt werden müssen: Mühlheim-Kärlich, Obrigheim, Stade, Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser und Philippsburg 1. Mit dem sicherheitstechnisch problematischen Krümmel wären es sogar elf Atomkraftwerke gewesen – ein AKW mehr als jetzt! Zudem wären die verbleibenden Reaktoren früher abgeschaltet worden. Bei Frau Merkel kommt erst 2015 mit Grafenrheinfeld das nächste AKW dran.

Das Wichtigste aber ist: 2001 gab es einen Konsens mit den Betreibern. Bisher haben EnBW, E.on, RWE und Vattenfall dem Plan von Frau Merkel nicht zugestimmt. Damals wurde der Konsens aus Angst vor Entschädigungen und vor einem schnellen Abschalten (Grundlastversorgung der Industrie) von Gerhard Schröder und Werner Müller, Joschka Fischer und Jürgen Trittin gesucht. Heute ist offen, ob es erneut zu einem Konsens kommt. Die vier Atomkonzerne haben angekündigt, das Abschalten ihrer AKWs nicht hinzunehmen. Was also ist, wenn es keinen Konsens gibt?

 

Rechtsfest gibt es drei Möglichkeiten für einen Ausstieg ohne Konsens:

1.     Anerkennung, dass das Restrisiko für alle AKWs existiert und in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland nicht zu vertreten ist.

2.     Alle Atomkraftwerke sind illegal in Betrieb, weil ihre Genehmigungsgrundlage u. a. ein Entsorgungsnachweis ist, der nirgendwo erfüllt wird.

3.     Die Übertragung der technischen Anforderungen im Atomgesetz von 1995 (unter der Verantwortung von Bundesumweltministerin Merkel) für die Genehmigung neuer AKWs – inhärente Sicherheit – auf alte Anlagen gemäß der Linie „Sicherheit zuerst!“. Diese Norm erfüllt kein Atomkraftwerk.

 

Diese drei Wege erfordern die schnelle Stilllegung aller Atomkraftwerke. Technisch ist das möglich, kann aber zu Problemen, vor allem in Süddeutschland, führen. Hier wurde bisher viel zu wenig für die Energiewende getan. Was aber bleibt dann, wenn es keinen Konsens gibt?

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung auch bei der Fortentwicklung der erneuerbaren Energien sehr einseitig auf die Förderung von Offshore setzt, andere Formen der Förderung vernachlässigt, ja sogar kürzt. Das ist ein verhängnisvoller Weg.

Insofern ist es falsch, einfach von einer Rückkehr zu Rot-Grün zu reden. Nicht einmal das wird getan, obwohl Frau Merkel von einer einzigartigen Energiepolitik spricht. Einzigartig sind Trickserei und Opportunismus.

 

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Merkels Atomausstieg: wieder nur ein Trick?

Berlin, 2. Juni 2011 – „Nachdem der Unionsentwurf für ein neues Atomgesetz jetzt vorliegt, drängt sich die Frage auf, ob die Bundeskanzlerin nicht erneut unsäglich trickst“, warnt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Die Behandlung der Restlaufzeiten der abgeschalteten AKW, einschließlich Mülheim-Kärlich und Stade, das ist doch alles eher abenteuerlich nach Fukushima.“

 

Bei einer vollen Übertragung aller Restlaufzeiten könnten faktisch alle anderen Kraftwerke bis zum gesetzlichen Endpunkt weiter laufen, so Müller, auch ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Für die Betreiber wäre das trotz allem ein bombiges Geschäft: Sie hätten mehr AKW-Laufzeiten, als noch im rot-grünen Ausstiegsgesetz vorgesehen und würden die verbliebenen Meiler wohl kaum schrittweise abschalten, sondern bis mindestens 2021 in Betrieb lassen.

 

„Auch nach Fukushima wird weiter getrickst und vertuscht“, so Müller. „Dieses Ausstiegsgesetz ist überhaupt nicht konstruktiv und klar, wie Bundesumweltminister Röttgen behauptet. Es hat mit einem geordneten Ausstieg nichts zu tun.“  Der Gesetzentwurf sei genauso dürftig wie die bis heute ausgebliebene klare Begründung für die Brennelementesteuer. Deren Berechtigung sei nicht etwas die knappe Haushaltslage, sondern die bisherige Steuerbefreiung von Uran im Gegensatz zu anderen Brennstoffen.

 

„Die aktuelle Atompolitik der Bundesregierung entspringt nicht einer durchdachten und in sich schlüssigen Strategie, sondern ist die mehr oder weniger halbherzige Reaktion auf den breiten Protest aus der Bevölkerung“, erklärt Michael Müller. „Jetzt wäre Klarheit in der Gesellschaft wirklich nötig. Aber die Bundesregierung bekommt es einfach nicht hin.“

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Dieser Atomausstieg ist noch lange keine Energierevolution

Berlin, 31. Mai 2011 – „Die größte Herausforderung in der Energiefrage ist nicht mangelndes Wissen, sondern unzureichendes Handeln“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller zur aktuellen Debatte über den Atomausstieg und die Energieversorgung der Zukunft. „Tatsächlich wird ein echter und zukunftsfähiger Umbau der Energiestrukturen nur möglich, wenn die heutige Verbundwirtschaft überwunden und beseitigt wird“, so Müller.

 

„Wer die aktuelle Debatte über den Atomausstieg aufmerksam verfolgt, der kann sich nur immer wieder fragen, ob eine Vielzahl der Kommentatoren in den letzten 20 Jahren auf einer anderen Welt gelebt hat. Es fehlt nur noch, dass sie beim Unionsfahrplan für den Atomausstieg in ihrer Uninformiertheit von einer Energierevolution reden. Alles, was derzeit in der Debatte ist, wird seit den 70er Jahren diskutiert und ist spätestens seit Ende der 80er Jahre gefestigt. Die größte Herausforderung in der Energiefrage ist nicht mangelndes Wissen, sondern unzureichendes Handeln“, wundert sich Michael Müller.

 

Die beiden eigentlichen Fragen würden hingegen nicht in der notwendigen Breite behandelt:

1. Warum ist es bis heute eigentlich nicht zu einer Effizienzrevolution gekommen?

2. Genügt es für eine solare Zukunft, die heutigen Energiestrukturen nur mit den erneuerbaren Energien zu verbinden?

 

In beiden Fragen komme laut Müller weder von der Bundesregierung, schon gar nicht von der Elektrizitätswirtschaft, aber auch nicht von großen Teilen der Medien, ein Anstoß für eine weiterführende Debatte. Tatsächlich werde ein echter und zukunftsfähiger Umbau der Energiestrukturen aber nur möglich, wenn die heutige Verbundwirtschaft überwunden und beseitigt würde.

 

„Denn mit dem zentralistischen Energiesystem ist eine Energierevolution nicht machbar: Weder werden so die großen Einsparpotenziale mobilisiert, noch der Raum für Innovationen geschaffen. Insofern bleiben alle energierelevanten Beschlüsse in den alten Strukturen und können keine echte und zukunftsfähige Lösung bilden“, erklärt Müller und gibt zwei Beispiele:

 

Erstes: „Sollte es bei den zentralisierten Energiestrukturen der Verbundwirtschaft bleiben, ist ein viel umfangreicherer Ausbau der 380-Kilovolt-Leitungen auf der Hochspannungsebene notwendig als bei dezentralen Strukturen. Dieser Ausbau ist nicht nur teuer, er trifft auch auf den Widerstand gerade jener Bürger, die eine Energiewende eigentlich befürworten. Ein dezentraler Umbau hingegen wäre auf diese gigantischen Investitionen nicht angewiesen.“

 

Zweites: „Gerne wird behauptet, die Vorteile der Atomenergie lägen in ihrer Klimafreundlichkeit. Doch die Fachdebatte stellt eine andere Frage: Unter welchen Bedingungen können die meisten Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Das expansive System der Verbundwirtschaft kann auch das nur begrenzt, denn die reinen Kondensationskraftwerke sind auf den Verkauf und die Verschwendung von Strom ausgerichtet und nicht das Energiesparen. Allein schon diese Strukturen fördern unnötige Kohlendioxid-Emissionen, zudem erreichen sie nur niedrige Effizienzgrade.“

 

Das Energiesystem der Zukunft müsse laut Michael Müller dezentral und flexibel sein. Das funktioniere nur über den Umbau der heutigen Großsysteme zu intelligenten und dezentralen Technologien und Strukturen. Dieser Umbau sei dringend geboten, auch wenn diese Einsicht bei der Bundesregierung noch nicht angekommen sei.

 

Friedliche Blockade des AKW Brokdorf 

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die ab dem 12. Juni von x-tausendmal quer geplante gewaltfreie Blockade des AKW Brokdorf und beteiligen sich daran. Wir werden nicht locker lassen, bis auch der letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!

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Fahrplan für den Atomausstieg ist eine große Enttäuschung
NaturFreunde unterstützen friedliche Blockade des AKW Brokdorf ab dem 12. Juni

Berlin, 30. Mai 2011 – „Kurz nach Fukushima wurde ein Elefant versprochen, am Ende aber war es nur ein Mäuschen“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller zum heute Nacht von der Bundesregierung beschlossenen Fahrplan für den Atomausstieg. „Die Anti-Atom-Bewegung ist enttäuscht und sieht sich in den Einschätzungen bestätigt, die sie seit den 1980er Jahren von Schwarz-Gelb hatte“, so Müller.

 

Wahrscheinlich komme beim schwarz-gelben Atomausstieg nicht einmal das heraus, was rechtskräftig war, bis vor wenigen Wochen das Gesetz über den geordneten Atomausstieg geändert wurde, fürchtet Michael Müller. Auf jeden Fall aber dauere der Atomausstieg nun ein Jahr länger als bei Rot-Grün (2022 statt 2021) und es gebe eine Revisionsklausel (2018), die den ewig Gestrigen eine Tür offen lässt. Selbst die sogenannte Ethik-Kommission müsse sich veralbert fühlen, ihre Vorschläge seien ja nur teilweise übernommen worden.

 

Wie Umweltminister Norbert Röttgen diesen Fahrplan auch noch konstruktiv und klar nennen könne, bleibe das Geheimnis verquer denkender Menschen. „Die Anti-Atom-Bewegung jedenfalls ist enttäuscht und sieht sich in den Einschätzungen bestätigt, die sie seit den 1980er Jahren von Schwarz-Gelb hatte. Die jetzige Regierungskoalition wird in die Geschichte eingehen als die Regierung, die einfach unfähig war, ihre Chancen zu nutzen“, so Müller.

 

Friedliche Blockade des AKW Brokdorf 

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die ab dem 12. Juni von x-tausendmal quer geplante gewaltfreie Blockade des AKW Brokdorf und beteiligen sich daran. Wir werden nicht locker lassen, bis auch der letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!


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NaturFreunde: Rassistische Einstellungen haben im Sport nichts zu suchen

Rassistische Einstellungen haben im Sport nichts zu suchen
NaturFreunde Deutschlands unterstützen Anti-Rassismus-Paragraphen in Stadionordnungen und Vereinssatzungen


Berlin, 13. April 2011 – Zum Antrag der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag „Rechtsextremistische Einstellungen im Sport konsequent bekämpfen – Toleranz und Demokratie nachhaltig fördern“ (Drucksache 17/5045) erklärt Wolfgang Spindler, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und Bundesfachbereichsleiter Natursport:

Rassistische Entwicklungen treten in allen gesellschaftlichen Bereichen in offener oder latenter Form auf. Auch Sportvereine und -verbände bleiben hiervon nicht verschont. Faschistische oder rassistische Gruppen und Parteien suchen so häufig Anknüpfungspunkte für ihre Vereinnahmungsversuche. Dem müssen sich alle sportlich Aktiven, Vereine und Verbände aktiv entgegenstellen.

In einer ganzen Reihe von Sportarten ist seit vielen Jahren feststellbar, dass sich bei einem Teil der Fans faschistische Tendenzen zeigen – etwa in manchen Fanblöcken. Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen deshalb die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, dass Verbände und Vereine auch in diesem Kontext unterstützt werden müssen und hierfür die Schaffung von dauerhaften Förderstrukturen für Initiativen im Bereich der Bekämpfung von faschistischen und rassistischen Einstellungsmustern notwendig ist.

Seit vielen Jahren arbeiten NaturFreunde auf verschiedenen Ebenen zusammen mit Fan-Initiativen wie etwa dem „Bündnis Aktiver Fußball-Fans“ (BAFF), einem bundesweiten Zusammenschluss von Fan-Initiativen und Fußballvereinen, um sich gegen den alltäglichen Rassismus zu wehren. Ein positives Beispiel für eine aktive antirassistische Arbeit im Sport sind auch die vielfältigen Initiativen der Naturfreundejugend. Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde die Einführung eines sogenannten Anti-Rassismus-Paragraphen in den Stadionordnungen oder Vereinssatzungen, um sich deutlich von rassistischen Vorkommnissen abzugrenzen.

Sport muss nach Ansicht der NaturFreunde Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und über nationale Grenzen bauen. Nur in einem Klima von Würde und Respekt, in dem Fairness und Toleranz im Mittelpunkt der Sportausübung steht, kann Sport eine humanistische Ausrichtung entfalten.

Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde auch alle Initiativen, die Verbände und Vereine, Funktionärinnen und Funktionäre und aktive Sportlerinnen und Sportler für jegliche Form von Rassismus sensibilisieren und alle am Sport Interessierten für einen aktiven Einsatz gegen Rassismus und faschistische Tendenzen gewinnen.

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NaturFreunde: Keine Hermesbürgschaften für brasilianisches AKW Angra 3

Keine Hermesbürgschaften für brasilianisches AKW Angra 3
Bundesregierung hat aus Reaktorkatastrophe in Fukushima nichts gelernt

Berlin, 1. April 2011 – Zur geplanten Hermesbürgschaft der Bundesregierung für den Bau des brasilianischen Atommeilers Angra 3 erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

In einer vertraulichen Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages argumentiert das Bundesfinanzministerium, dass einer Exportgarantie für die Firmen Siemens und Reva über mehr als 2,5 Milliarden Euro zum Bau des Atommeilers Angra 3 nichts entgegenstehe. Mit dieser Positionierung zeigt die Bundesregierung deutlich, dass sie aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima nichts gelernt hat und weiterhin für die Exportinteressen einiger weniger Großkonzerne bereit ist, das Leben und die Gesundheit von Millionen von Menschen aufs Spiel zu setzen.

Es ist nicht hinzunehmen, dass die Bundesregierung bei der Außenwirtschaftsförderung weiter macht wie bisher und weiterhin Hermesbürgschaften für Atommeiler zusichern will. Die NaturFreunde fordern seit vielen Jahren ein Exportverbot von Atomtechnologie aus Deutschland und den Ländern der Europäischen Union.

Angra 3 ist eine tickende Zeitbombe. Sowohl bei der Reaktorsicherheit, beim Katastrophenschutz und bei der Lagerung von radioaktiven Abfällen erfüllt der geplante Reaktor in keiner Weise internationale Standards. So soll der geplante Reaktor auch nicht gegen Auswirkungen von außen, etwa einem Flugzeugabsturz, abgesichert werden. Im Katastrophenschutzplan für die Menschen um Angra 3 ist lediglich vorgesehen, dass in einem Katastrophenfall Betroffene in einem Umkreis von fünf Kilometern evakuiert werden sollen. Angesichts der radioaktiven Katastrophe in Japan ist dies ein Hohn gegen die Menschen in Brasilien.

Die NaturFreunde Deutschlands werden in den nächsten Monaten eine Europäische Bürgerinitiative für die Kündigung der EURATOM-Verträge anregen, um auch auf europäischer Ebene eine Beendigung der Förderung von Atomenergie zu erreichen.

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Kletterschein Sportklettern in Berlin – Sicher Klettern mit den NaturFreunden

Kletterschein Sportklettern in Berlin
- Sicher Klettern mit den NaturFreunden

Ihr wollt selbstständig klettern? Aber euch fehlen die nötigen Kenntnisse und auch das Klettermaterial habt ihr noch nicht? Geschweige denn die richtigen Sicherungsgeräte.

Dann haben wir genau das richtige für euch: Wir bieten euch einen Kletteranfängerkurs an, der an drei Tagen a 3 Stunden stattfindet.

Hier lernt ihr alles, was ihr rund um das Thema Sichern und Klettern im Toprope in der Kletterhalle wissen müsst. Am letzten Termin werden wir Outdoor Klettern und ggf. auch die Sicherungstechnik des Vorstiegs kennenlernen.

Am Ende des Kurses bieten wir euch an, den Kletterschein „Basic- Toprope Indoor“ abzulegen.

Für den Kurs benötigt ihr ausschließlich bequeme Sportkleidung, Turnschuhe und Verpflegung.

Gurte, Seile und Sicherungsmaterial werden von uns gestellt. Kletterschuhe könnt ihr auch in der Kletterhalle ausleihen.

Unsere Anfängerkurse (Mindestalter 14 Jahre) sind nahezu für Jeden geeignet. Wenn ihr Bedenken bezüglich physischer oder psychischer Voraussetzungen (z.B. Gewicht, Behinderung, Höhenangst) habt, sprecht uns gerne an.

TERMINE
Wann: immer Sonntags am 8.Mai; 15.Mai und 28.Mai. 2011
Wo: 2x T-Hall (Neukölln, Thiemannstr.1-Tor 4, 12059 Berlin), 1x Monte Balkon
(Hohenschönhausen, Hohenschönhausener Weg / Ecke Ribnitzer Strasse)

Preis: 3 Kurse a 3 Stunden: Mitglieder: 25 Euro, Nichtmitglieder: 50 Euro

Inklusive: Seile, Gurte, Sicherungsgeräte, 2 x Eintritt T-Hall


Anmeldung bis Ende April

Weitere Informationen und Anmeldung
Sandra Haubold
sanihau@aol.com
015784721234


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NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf

Reaktorsicherheitskommission: Die Agenda heißt Röttgen
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf

Berlin, 31. März 2011 – „Man kann sich nur kneifen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Befürworter der Atomenergie neue Purzelbäume schlagen“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die heutige Vorstellung der Kriterien zur Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke während des AKW-Moratoriums. „Dass Bundesumweltminister Röttgen auch noch von einem notwendigen breiten gesellschaftlichen Konsens in der Atom- und Energiepolitik spricht, damit nicht nach jeder Bundestagswahl neu entschieden werden müsse, schlägt dem Fass einfach den Boden aus“, so Müller: „Wer hat denn eigentlich den Atomkonsens aufgekündigt, wenn nicht die schwarz-gelbe Bundesregierung?“

Wenn Herr Röttgen jetzt zum Beispiel herausstelle, man müsse die Sicherheit der AKW auch hinsichtlich der Folgen terroristischer Flugzeugabstürze neu bewerten, dann sei dies überhaupt nichts Neues: Darüber sei nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 längst geforscht worden, so Müller, der von 2005 bis 2009 auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium war.

Die damalige Bundesregierung hatte sich auf ein sogenanntes Vernebelungskonzept eingelassen, das einem gekaperten Flugzeug die exakte Ansteuerung eines AKW erschweren sollte. Die Umweltverbände hatten schon damals diese „Kinderei“ kritisiert, nicht nur weil sie durch Nutzung der GPS-Technik unwirksam ist.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hatte deshalb vor einigen Jahren vom Atomkonzern Vattenfall gefordert, schwere Seile um die dortigen AKW zu spannen, um ein Flugzeug abfangen zu können. „Norbert Röttgen war damals nur Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sodass er sich scheinbar mit diesen Fachfragen nie beschäftigt hat. Als Umweltminister aber hätte er dies längst nachholen müssen“, erklärte Michael Müller.

Dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde zufolge sei es müßig, Herrn Röttgen, Frau Merkel oder auch Herrn Brüderle mit ihren eigenen Aussagen zu konfrontieren. „Tatsächlich geht es schon lange nicht mehr um eine Prüfung der Risiken von Atomanlagen, denn die Fakten sind schon längst alle bekannt. Der einzige Maßstab, an dem die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung messen, heißt: Abschalten!“ betonte Müller.


Atomausstieg im Zentrum der Ostermärsche

Die NaturFreunde Deutschlands haben angekündigt, dass der Atomausstieg in diesem Jahr auch im Zentrum der Ostermärsche stehen wird. Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen, um für ihr Ziel zu werben, die nukleare Abrüstung durchzusetzen. Schon in den siebziger und achtziger Jahren gab es einen engen Zusammenhang zwischen Friedensbewegung und Anti-Atom-Bewegung, schließt eine friedliche Nutzung der Atomenergie doch immer auch das militärische Potenzial mit ein.

„Die NaturFreunde werden keine Ruhe geben, bis es zu einem Ausstieg aus der Atomenergie und zur atomaren Abrüstung kommt. Die diesjährigen Ostermärsche finden am 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt und werden keine nostalgischen Veranstaltungen werden, sondern sein starkes Zeichen für eine friedliche und atomfreie Welt“, erklärte Michael Müller in Berlin.

Mehr Informationen zu den Anti-Atom-Ostermärschen: www.tschernobyl25.de


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NaturFreunde Stuttgart: Nein zu Stuttgart 21 – Bau- und Vergabestopp muss durchgesetzt werden

Pressemitteilung:

Die Bezirkskonferenz der Stuttgarter Naturfreunde, die am 26. März 2011 im Naturfreunde Stadtheim Fuchsrain im Stuttgarter Osten stattfand, bekräftigte ihre Forderung von 1997, den Stuttgarter Kopfbahnhof zu erhalten und fordert insbesondere die SPD auf, sich für einen unverzüglichen Bau- und Vergabestop
einzusetzen.

Die Stuttgarter Naturfreunde unterstützen ferner das Bürgerbegehren, mit der Forderung die Energie- und Wasserversorgung wieder im kommunale Verantwortung zurückzuführen, setzen sich aktiv für eine Wende in der Energiepolitik ein und einen Wechsel zu atomstromfreien Anbietern. Seit längerem kooperieren die Naturfreunde in Württemberg mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) in Schwarzwald.

Neu in den Bezirksvortstand gewählt wurde Judith Vowinkel, Mitglied der SPD-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat.

Die Bezirkskonferenz vetritt ca. 1900 Stuttgarter Naturfreunde/innen-, die in 18 Ortsgruppen organisiert sind. Zum Bezirksverband gehören ferner die Naturfreunde-Skischule, die Naturfreunde Radgruppe, sieben
Naturfreundehäuser in Degerloch/Rosshau, am Killesberg/Steinbergle, am Büsnauer Rain/Vaihingen, im Fuchsrain/Buchwald, in Aidlingen, auf der Schwäbischen Alb/Römerstein und im Krummbachtal/Gerlingen.


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Michael Müller, NaturFreunde: Rede auf der Anti-Atom-Demonstration am 26. März 2011 in Berlin

Michael Müller
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands

Rede auf der Anti-Atomdemonstration am 26. März 2011 in Berlin

Die Atomkraft – ein Meister des Todes

Zuerst eine Korrektur, die ich gerne mache: Die Polizei hat 120.000 Menschen gezählt, die an unserer Demonstration teilnehmen. Das ist weit mehr als wir erwartet haben. Wir danken allen.

I.
Der großartige Paul Celan schrieb in der „Todesfuge“: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. Das gilt auch für die Kernspaltung, die 1939 von Otto Hahn und Friedrich Strassmann in dieser Stadt erforscht wurde und mit der eine ganz neue Dimension von Gewalt entstanden ist. Auch deshalb sehen wir eine besondere Verantwortung für unser Land, das Kapitel der Atomkraft zu beenden. Ganz gleich ob Atome für den Krieg oder Atome für den Frieden, das ändert nichts an dem lebensfeindlichen Charakter der freigesetzten Energie.

Die Atomkraft ist ein Meister des Todes. Deshalb sagen wir: Abschalten.

Am Anfang stand die Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki. Auch um davon abzulenken, begann 1953 die zivile Nutzung. Professor Karl Bechert forderte: „Wir wollen nicht, dass unsere Nachkommen uns verfluchen, weil wir dem Wahnsinn keinen Widerstand geleistet haben.“ Doch der Wettlauf der Besessenen begann.
Bis heute tun die Atombefürworter die Gefahren als rein hypothetisches Restrisiko ab. Doch dieses Restrisiko hat in der 55jährigen Geschichte der Atomenergie schon zweimal unfassliches Leid über die Menschheit gebracht. Tschernobyl und nun Fukushima – politische und moralische Katastrophen.
Wir wollen kein Moratorium – sondern: Abschalten. Und zwar sofort und für immer.

Dennoch machen die Unbelehrbaren weiter. Es ist Unsinn, wenn die BILD-Zeitung behauptet, ein beschleunigter Ausstieg sei nicht zu Ende gedacht. Die Umweltbewegung hat oft nachgewiesen, dass eine sichere und umweltverträgliche Energieversorgung ohne Atomkraft möglich ist. Noch dümmer die Behauptung von Helmut Kohl in der Bild-Zeitung: Wenn unser Land überhastet aus der Atomenergie ausstiege, würde dies, so der frühere Bundeskanzler, die Welt gefährlicher machen.

Noch gefährlicher als Fukushima? Welche Welt meint er? Unsere sicherlich nicht. Und was heißt überhastet? Wer ignoriert denn seit mehr als 30 Jahren, dass es in unserem Land eine Mehrheit gegen die Atomkraft gibt?
Nur der Ausstieg aus der Atomenergie und der Umstieg in eine solare und effiziente Energieversorgung machen eine Ökonomie des Überlebens möglich. Die Atomenergie ist jedenfalls nicht vereinbar mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bewahren.

Wenn immer mehr Menschen „Nein“ zur Atomenergie sagen, dann ist das nicht überhastet oder unüberlegt, sondern weil sie Verantwortung empfinden.

II.
Die Geschichte der Atomenergie ist eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer Macht und wirtschaftlichen Interessen. Albert Einstein hat Recht: Die Atomkraft hat die Welt verändert, aber noch lange nicht das Denken der Menschheit.

Verantwortungslosigkeit und Gier kommen zusammen. Abgeschriebene Atomkraftwerke sind Gelddruckmaschinen. Jedes Atomkraftwerk bringt EnBW, Eon, RWE und Vattenfall pro Tag rund 1 Million Euro. Darum geht es den Betreibern. Deshalb wollten CDU/CSU und FDP die Laufzeiten der AKWs verlängern – sogar bis zu irrwitzigen 60 Jahren. Mit einer sicheren Energieversorgung hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Nun behaupten die Brandstifter, sie seien die Feuerwehr. Ich bin nur noch wütend, wenn Herr Röttgen in den Tagesthemen sagt, er könne „in den Gesichtern der Kritiker die parteitaktische Freude über die Ereignisse in Japan erkennen“. Das ist infam. Ausgerechnet Herr Röttgen, der noch im Oktober 2010 „längere Laufzeiten als unbedingt notwendig“ bezeichnet hat.

- Fukushima wurde möglich, weil die Atomgefahren als „Restrisiko“ verharmlost wurden.
- Fukushima wurde möglich, weil wirtschaftliche und militärische Interessen wichtiger waren als die Sicherheit der Menschen.
- Fukushima wurde möglich, weil Verantwortungslosigkeit als technischer Fortschritt ausgegeben wurde.
Deshalb sagen wir Abschalten. Und zwar alle Atomkraftwerke und sofort.

Wir wollen kein Moratorium, keine neuen Kommissionen, schon gar keine Ethikkommission, keine leeren Versprechen vor Landtagswahlen, keine Bundesregierung, die trickst und täuscht. Wir wollen ein Ende der nuklearen Stromerzeugung. Der Ausstieg ist keine technische Frage, sondern eine Frage des Wollens.

III.
Auch der Atomkonsens aus dem Jahr 2001 war kein Konsens mit der Umweltbewegung, er war ein Konsens mit den Betreibern, die mit milliardenschweren Entschädigungsklagen gedroht haben. Mit Demokratie hat das nicht zu tun, aber viel mit Macht und Rücksichtslosigkeit. Doch auch nach diesem Ausstiegsgesetz hätten elf deutsche Atommailer bis Februar 2012 abgeschaltet werden können.

Aber auch hier hat Frau Merkel getrickst und mit ihrem Versprechen auf Laufzeitverlängerung die Betreiber ermutigt, alte AKWs durch ein Herunterfahren der Leistung über die Bundestagswahl von 2009 zu bringen, um sie dann länger laufen zu lassen. Frau Merkel, Sie kritisieren die Umweltbewegung als Dagegenbewegung. Doch getrickst und getäuscht haben Sie:

- Deutschland wäre lange raus aus der Atomkraft, wenn Sie die Interessen des Volkes und nicht die Interessen der Großwirtschaft vertreten hätten.
- Wenn der Grundsatz „Sicherheit zuerst“ gelten soll, dann hätte es längst zu einem Ausstieg aus der Atomenergie kommen müssen.
- Und ein erfolgreicher Ausstieg stärkt auch in anderen Ländern den Widerstand gegen die Atomenergie.
- Eine klimaverträgliche 2.000-Watt-Gesellschaft auf der Basis erneuerbarer Energien wird nur möglich, wenn es zu einem Ausstieg kommt. Hören Sie auf mit der falschen Horrorbehauptung, der Ausstieg aus der Atomkraft hieße Kohlekraftwerke und Importstrom.
- Auch der UN-Weltklimarat hat klar gemacht, dass Klimaschutz nur mit Einsparen, Effizienz und Erneuerbare Energien möglich wird, denn das Geschäftsmodell der Atomkraftwerke ist hoher Stromverkauf. Nur so rechnen sie sich. Mit Nachhaltigkeit hat das nichts zu tun.
- Und nichts ist teurer als die fossile und atomare Verschwendungswirtschaft. Hören sie auf, mit den hohen Kosten des Ausstiegs zu drohen.

IV.
Erich Fried schrieb: „Eine Wolke zieht über die Zukunft,
eine Wolke so schwarz wie die Nacht.
Aber wer hat die Wolke geschaffen,
wer hat sie hergebracht?“

Die Demonstrationen gegen die Atomkraft vertreiben die schwarzen Wolken. Deshalb machen wir weiter bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind.

Wir wollen eine Zukunft ohne Atomkraft und ohne Atombomben – für mehr Frieden, für Demokratie und für ein gutes und sicheres Leben.

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Erneuerbar statt atomar – NaturFreunde begrüßen Regierungswechsel in Baden-Württemberg

Berlin, 27. März 2011

Pressemitteilung von Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands:

Erneuerbar statt atomar – NaturFreunde begrüßen Regierungswechsel in Baden-Württemberg

Angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in Baden-Württemberg fordern die NaturFreunde den radikalen Umbau von EnBW

Erneuerbar statt atomar. Das wird jetzt erstmals möglich als neue Konzernpolitik eines Atomkonzerns in Deutschland. Ausgerechnet eine der letzten Amtshandlungen des heute gescheiterten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Mappus ermöglicht durch den Einstieg bei EnBW eine rasche Energiewende in Baden-Württemberg. Durch den so gestiegenen Einfluss einer neuen Landesregierung wird es möglich, den Atomkonzern EnBW umzubauen, Serviceleistungen für Energieeinsparung anzubieten, die Energieeffizienz zu steigern und endlich auch in Baden-Württemberg die erneuerbaren Energien auszubauen.

„Energieeinsparung und Erneuerbare müssen zum Markenzeichen einer neuen baden-württembergischen Regierungskoalition werden“, forderte Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands in Berlin. Dort hatten die NaturFreunde Deutschlands gestern mit 120.000 Menschen die größte Anti-Atom-Demonstration der deutschen Geschichte angemeldet und erstmals in einem Bündnis mit den Gewerkschaften durchgeführt. Mit Kundgebungen auch in Köln, München und Hamburg hatte das Anti-Atom-Bündnis mit bundesweit 250.000 Demonstranten für eine Energiewende geworben.

Die NaturFreunde führen seit Wochen über die Internetseite www.ade-enbw.de eine Kampagne, die auf den Umbau des Energieversorgers mit dem höchsten Atomstromanteil gerichtet ist.

Zur Kampagne der NaturFreunde: www.ade-enbw.de


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NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren Energien

NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren Energien

18.3.2011 | Resolution des 28. ordentlichen Bundeskongresses der NaturFreunde Deutschlands vom 18.-20. März in Hannover – einstimmig beschlossen

Fukushima ist nicht überall, aber schon morgen kann es überall zu einem GAU kommen. Der 11. März 2011 hat erneut gezeigt, dass die Nutzung der Nukleartechnologie ein Krieg gegen die Zukunft ist. Die Tragödie in Japan zeigt, dass selbst Hochtechnologieländer die Hochrisikotechnologie Atomkraft nicht beherrschen.

Wer nicht für ein schnellstmögliches Ende der Atomkraft plädiert, hat nicht verstanden, dass diese Technologie aufgrund ihres Schadensumfangs unverantwortbar ist. Sie setzt das Leben von Millionen Menschen aufs Spiel, macht die Bewohnbarkeit ganzer Landstriche für Jahrhunderte unmöglich und schädigte die natürlichen Lebensgrundlagen über Jahrtausende.

Es reicht nicht, in Deutschland ein paar Schrottreaktoren für drei Monate vom Netz zu nehmen. ABSCHALTEN ist das Gebot der Stunde. Die acht unsichersten AKWs sofort und dann alle zwei Monate einen Atommeiler.

Alle Argumente, die von den Lobbyisten für die Atomenergie vorgebracht werden, sind falsch:
> Unser Land kann schon heute auf Atomkraft verzichten, wenn wir die Möglichkeiten von Einsparen und Energieeffizienz nutzen. Allein der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung kann CO2 drastisch reduzieren. Kohlekraftwerke müssen nicht länger laufen als geplant.

> Bis zum Jahr 2050 ist eine CO2-freie Versorgung mit Strom und Wärme möglich. Das hat zuletzt der Sachverständigenrat für Umweltfragen nachgewiesen.

> Die Atomkraft ist kein Beitrag zum Klimaschutz. Sie erschwert sogar den Umstieg, denn sie rechnet sich nur bei einer hohen Stromnachfrage und blockiert Innovationen.

> Die Atomenergie ist nur „billiger“ als erneuerbare Energien, weil sie massiv subventioniert wurde, notwendige Nachrüstungen in die Sicherheit unterbleiben und die Folgekosten nicht eingerechnet wurden.

> Die Atomkraftwerke sind auch deshalb unwirtschaftlich, weil sie nicht reguliert werden können. Sie stehen deshalb in einem prinzipiellen Widerspruch zu einer flexiblen und dezentralen Energieversorgung der Zukunft.

„Deutschland hat die sichersten Atomkraftwerke der Welt“ behauptet die Bundeskanzlerin noch immer im Bundestag. Woher weiß sie das? Von ihren Freunden bei E.ON, RWE, EnBW oder Vattenfall? Hat ihr das Stefan Mappus geflüstert, der sich bei EnBW zugleich als Atomkonzernchef versucht und die Atomaufsicht über das eigene Unternehmen wahrnimmt?

Hat nicht auch der japanische Premier noch bis letzte Woche behauptet, Japan betreibe die sichersten Atomkraftwerke der Welt? Tatsächlich gibt es nicht nur in der Rhetorik bemerkenswerte Parallelen zwischen deutschen und japanischen Atomkraftwerken. Wir müssen diesen Wahnsinn generell beenden. Dafür treten die NaturFreunde als eine internationalistische Organisation ein.

In Frankreich steht das AKW Fessenheim in einem Erdbebengebiet, Siemens bemüht sich um einen Auftrag der Türkei, in dortigen Erdbebengebieten neue Atomkraftwerke zu errichten. In Bulgarien steht das AKW Belene in einer seismisch aktiven Region. Atomunfälle sind von Tricastin über Krümmel bis Sellafield auch in Europa die Regel, wenn auch bisher nicht mit einer Kernschmelze. Wollen wir tatsächlich warten, bis es zu einer solchen Katastrophe kommt? Lernen wir immer erst, wenn es zu spät ist?

Doch nicht nur bei Unfällen, auch im Regelbetrieb sind deutsche Atommeiler eine Gefahr für die Menschen: Verschiedene Studien, selbst Studien im Auftrag der Bundesregierung belegen, dass Männer, Frauen und Kinder in der Nähe von AKWs überdurchschnittlich häufig an Krebs erkranken und auch sterben. Verantwortlich Handeln heißt: Abschalten!

Europa hat sich im EURATOM-Vertrag der Regierungen zur Förderung der Atomkraft verpflichtet. Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht gefragt worden. Das wollen wir ändern.

Die NaturFreunde fordern statt des EURATOM-Vertrages ein europäisches Konzept zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien und zum Ausstieg aus der Atomtechnologie. Dazu wäre eine europäische Volksinitiative ein erster Schritt. Denn es ist klar, dass wir es mit knallharten Profitinteressen im Machtkartell der Atomkonzerne zu tun haben. Dagegen setzen wir eine starke Bewegung.

Kein Regierungsbesuch im Ausland findet statt, ohne dass Merkel oder Sarkozy nicht auch die Atomlobbyisten mit im Flugzeug hätten. In Deutschlands Atomaufsicht wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Gerald Hennenhöfer, der für die Atomkonzerne über den schrittweisen Atomausstieg mit der Regierung Schröder verhandelt hat, ist heute der höchste Beamte für Reaktorsicherheit bei Bundesminister Röttgen.

Will Siemens Atomtechnologie nach Brasilien liefern, dann verschafft dem deutschen Konzern die schwarz-gelbe Bundesregierung prompt eine Exportbürgschaft. Die Durchsetzung der Politik mit Atomlobbyisten muss ein Ende haben. Die NaturFreunde fordern ein Exportverbot für Atomtechnologie und eine Ächtung der Atomtechnologie in der deutschen Verfassung nach dem Vorbild Österreichs.

Der Exportweltmeister Deutschland macht auch beim Strom seinem Ruf alle Ehre: Allein in 2010 wurden so viel Strom exportiert, wie die acht ältesten Atomkraftwerke produzieren. Sogar Regierungsstudien belegen, dass bei einem mindestens gleichbleibenden Ausbau der erneuerbaren Energien, einer steigenden Energieeffizienz sowie intelligentem Energiesparen bis spätestens 2015 Atomkraft in Deutschland verzichtbar ist.

Angela Merkels Moratorium ist mehr der baden-württembergischen Landtagswahl gewidmet denn einer Umkehr in der Atompolitik. Der demokratische Druck auf die Regierung muss verstärkt werden.

Deshalb rufen die NaturFreunde zusammen mit vielen Bündnispartnern zu Massenkundgebungen unter dem Motto ABSCHALTEN am 26.03.2011 in Berlin, Hamburg, Köln, München und weiteren Städten auf. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt von uns, keine Ruhe mehr zu geben.

Japan ist das einzige Land, das sowohl von der militärischen wie der zivilen Gewalt der Atomkraft getroffen wurde. Der Bundeskongress der NaturFreunde in Hannover verneigt sich vor den Opfern der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und der Atomkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl.

Wir danken Herrn Prof. em. Dr. Hideto Sotobayashi, der als 16-jähriger Schüler in Hiroshima den Atombombenabwurf erlebte, für seine Bereitschaft, zu unserem Kongress zu sprechen.

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NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands

NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands

Berlin, 25. März 2011 – Mit den vier Großkundgebungen am morgigen Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München, die ein sofortiges Abschalten aller AKWS fordern, erwarten die NaturFreunde Deutschlands die größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Für Berlin kündigten mittlerweile auch Touristen aus dem Ausland ihre Teilnahme an der von den NaturFreunden angemeldeten Großkundgebung an.

Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde, sieht den nächsten notwendigen Schritt der Anti-Atom-Bewegung in der Begründung einer europäischen Volksinitiative, die in einem europäischen Volksentscheid gegen die Atomkraft münden könnte. Er begrüßte zudem den Vorschlag der österreichischen Regierung zu einem Aktionsplan für den Atomausstieg der EU.

Dass selbst der österreichische Bundeskanzler Faymann nun von den „Lügen der Atomlobby“ spreche, zeige, dass auch bei Regierungschefs Lernfähigkeit bestehe. Es gebe in Europa nicht nur die Brüderles und die Merkels.

www.anti-atom-demo.de

http://www.kurzlink.de/Anti-Atom-Demo-Maerz

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NaturFreunde fordern naturverträgliche Waldpolitik

NaturFreunde fordern naturverträgliche Waldpolitik
Wälder sind keine Kulisse für wirtschaftliche Interessen weniger Industriezweige

Berlin, 21. März 2011 – Anlässlich des heutigen Internationalen Tag des Waldes erklärt Mira Beinert, Bundesfachgruppenleiterin für Natur- und Umweltschutz der NaturFreunde Deutschlands:

Aufgrund einer verfehlten Waldpolitik steht der Wald in Deutschland heute am Rande seiner Belastbarkeit. Das deutsche Waldkulturerbe wird tagtäglich energie- und klimapolitischen Notwendigkeiten geopfert.

Der Wald in Deutschland leidet an einer übersteigerten Holznachfrage als Energie- und Rohstofflieferant, einer erhöhte Anfälligkeit durch den Klimawandel, saurem Luftschadstoffeintrag und einem wachsenden Druck durch Nutzungsänderungen für Infrastrukturmaßnahmen und Landwirtschaft.

Obwohl in der Summe die Waldfläche in Deutschland in den vergangenen Jahren zugenommen hat und ein Drittel der deutschen Landesfläche bewaldet ist, nehmen Qualität und Gesundheitszustand der Wälder in Deutschland seit Jahrzehnten ab. Intakte, alte Wälder sind in Deutschland die Ausnahme, forstwirtschaftlich durchgeplante Waldparzellen die Regel. Neuaufforstungen mit schnell wachsenden Hölzern verdrängen langfristig gewachsene Wälder. Gleichzeitig ist weniger als ein Prozent der bundesdeutschen Waldfläche Wildnisfläche, wo der Wald nicht genutzt und sich selbst überlassen wird.

Im Internationalen Jahr der Wälder 2011 sind die Wälder Deutschlands durch Rohstoffknappheit und Energiehunger extrem stark unter Druck gesetzt. Deutschland ist neben den USA Weltmeister im Verbrauch von Holz- und Papierprodukten. Experten rechnen mit einer Holzversorgungslücke bis zum Jahr 2020 von rund 30 Millionen Kubikmetern allein für Deutschland.

Der Wald in Deutschland kann seine vielfältigen Funktionen auch in Zukunft nur erfüllen, wenn auf der gesamten deutschen Waldfläche eine nachhaltige Waldbewirtschaftung oberste Priorität hat. Die von Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Waldstrategie 2020 ist ein Irrtum auf dem Weg zu einer zukunftsgerechten, nachhaltigen Waldpolitik. Eine Waldstrategie, die den deutschen Wald als Rohstofflager degradiert, schützt nicht das deutsche Waldkulturerbe sondern plündert die Wälder in Deutschland für kurzfristige Interessen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung daher auf, sich an die Selbstverpflichtungen aus der nationalen Biodiversitätsstrategie zu halten und die geplante Waldstrategie 2020 dahingehend zu überarbeiten.

In Deutschland müssen Wälder mit natürlicher Waldentwicklung von heute weniger als ein Prozent auf fünf Prozent der deutschen Waldfläche erweitert werden. Standortheimische Arten sollten Vorrang vor schnell wachsenden Baumarten wie Roteiche oder Douglasie haben. Zum großflächigen Erhalt der Buchenwälder in Deutschland sollten neue Schutzgebiete wie etwa der Nationalpark Steigerwald ausgewiesen werden.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, sich ihrer Verantwortung für die Wälder in Deutschland zu stellen und konsequent eine nachhaltige Waldpolitik zu betreiben. Die Wälder müssen auch in Zukunft für alle Menschen ein faszinierender Naturraum bleiben und nicht als Kulisse für die Wirtschaftsinteressen einiger weniger Industriezweige dienen.


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NaturFreunde: Rekordpreise für Nahrungsmittel: Drohen neue Hungerrevolten?

Rekordpreise für Nahrungsmittel: Drohen neue Hungerrevolten?
Auch in vielen schwarzafrikanischen Staaten bauen sich soziale Proteste auf

Berlin, 22. Februar 2011 – „Drohen neue Hungerrevolten“, fragt Michael Müller angesichts neuer Rekordpreise für Nahrungsmittel. Der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands erklärt: „Das Aufbegehren der Menschen in Nordafrika hat auch eine Ursache in den Rekordpreisen für Nahrungsmittel.“ Die Spekulation auf Nahrungsmittel müsse endlich verboten werden.

In vielen Bevölkerungen arabischer Länder wuchs die explosive Stimmung auch deshalb, weil immer mehr Menschen nicht nur unter Arbeits-, Perspektivlosigkeit und der Willkür ihrer Regenten leiden, sondern auch unter den sehr hohen Preisen für Grundnahrungsmittel. Diese übertreffen mittlerweile sogar die Rekordstände aus dem Jahr 2008, als es zu zahlreichen Hungerrevolten kam, auch bekannt als sogenannte Brotunruhen.

Nach Angaben der Weltbank sind die Lebensmittelpreise allein zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 um 15 Prozent gestiegen. Der Nahrungsmittelindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erreichte den höchsten Wert seit seiner Einführung im Jahr 1990. Die Gründe liegen in den steigenden Energiekosten, aber auch in der zunehmenden Spekulation um Nahrungsmittelpreise. Fast 50 Millionen Menschen zusätzlich sind in den letzten sechs Monaten in äußerste Armut gefallen.

Die Welt ist weit weg von den sogenannten Millenniumszielen aus dem Jahr 2000. Diese geben unter anderem vor, dass bis zum Jahr 2015 die Zahl der Hungernden halbiert werden soll. Nur noch eine halbe Milliarde Menschen soll bis dahin mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen müssen.

Doch das Gegenteil ist der Fall und erneut drohen Hungerrevolten. Die nackte Verzweiflung der Menschen verbindet sich mit der Wut auf korrupte, autokratische Regime und dem Verlangen nach Demokratie und Freiheit. Nicht nur die Maghreb-Region ist betroffen, auch in vielen schwarzafrikanischen Staaten bauen sich soziale Proteste auf. Die Unruhen werden meist von stark steigenden Preisen für Zucker, Speiseöl, Weizen und anderen Grundnahrungsmitteln ausgelöst. Auch die Vereinten Nationen (UN) weisen schon seit geraumer Zeit auf diese Entwicklung hin.

Die UN gehen davon aus, dass der Trend steigender Preise anhält und sich sogar noch verstärken wird. Dabei ist die Spekulation um Nahrungsmittel, Energie und Mineralien einer der stärksten Preistreiber. Sie nimmt weiter zu und lebt stark von der künstlichen Verknappung statt von einer natürlichen Knappheit. Tatsächlich werden heute Preise gehandelt, die in den letzten drei Jahrzehnten nicht bezahlt wurden. Und wieder einmal trifft es vor allem die Ärmsten der Armen. Sie werden sich wehren, es geht um ihr Überleben.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern, dass sich die nationale wie auch die europäische Politik mit dieser Thematik beschäftigt: Die Spekulation auf Nahrungsmittel muss endlich verboten werden und die internationalen Agrar- und Rohstoffmärkte müssen transparent und nachhaltig neu geordnet werden.


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NaturFreunde: ‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden

‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden
NaturFreunde Deutschlands warnen vor Verseuchung ganzer Landstriche

Berlin, 18. Februar 2011 – Vor einer Verseuchung ganzer Landstriche durch die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid durch die sogenannte CCS-Technologie (CCS: Carbon Dioxide Capture and Storage) warnen die deutschen NaturFreunde. „Bei der praktischen Umsetzung des von der Bundesregierung geplanten CCS-Gesetzes werden große unterirdische Giftmüllkippen entstehen, die sich weder beherrschen noch sanieren lassen“, erklärte der umweltpolitische Sprecher des Verbandes Eckart Kuhlwein. Die Bundesregierung müsse auf dieses ‚tödliche Experiment‘ verzichten.

Kuhlwein zufolge gehe es nicht allein um die Frage, ob und inwieweit die Bundesländer die Einlagerung von Kohlendioxid (CO2) in ihrem Gebiet selbst bestimmen könnten. Es gehe schlichtweg um das Prinzip. Die Bundesregierung mache den Bürgerinnen und Bürgern etwas vor, wenn sie in ihrem Gesetzentwurf behaupte, die „CCS-Technologien könnten zum Erreichen der Klimaschutzziele und zu einer möglichst sicheren, effizienten und umweltverträglichen Energieversorgung und Industrieproduktion beitragen“. Die CO2-Abscheidung und -Lagerung verbrauche gewaltige Mengen an Energie und sei ein ökologischer und ökonomischer Wahnsinn. Das hätten viele wissenschaftliche Institutionen wie etwa der Sachverständigenrat für Umweltfragen oder das Umweltbundesamt bestätigt.

Experten, wie etwa der nordfriesische Ingenieur Manfred Opel, hätten zudem ausgerechnet, dass mit dem flüssigen CO2 auch bis zu sechs Prozent hochgiftige Gase und Dämpfe mit verpresst würden. Zudem ließen sich das CO2 und seine „Begleiter“ nicht in der Region halten, sondern würden über mehr als 1.000 Kilometer verdriften. Dabei würden riesige Mengen Wasser verdrängt und dauerhaft verseucht. In großer Zahl würden überdies Leckagen entstehen, welche die Biosphäre und die Trinkwasservorräte irreparabel zerstörten.

Kuhlwein fordert die Bundesregierung auf, die CCS-Gesetzgebung jetzt ganz zu stoppen. Offenbar gehe es nur um das „Grünwaschen“ für die großen Stromkonzerne, welche gern die Abgaben für ihre CO2-Emissionen sparen wollten. Dies widerspreche in einem unerträglichen Ausmaß einer Politik der „nachhaltigen Entwicklung“ im Interesse künftiger Generationen, welche die Bundeskanzlerin in ihren Sonntagsreden gern verkünde.


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NaturFreunde: Mehr Klimaschutz statt medialer Show

Mehr Klimaschutz statt medialer Show
Obwohl sich die Alarmsignale mehren, bleibt die Erderwärmung nur ein Modethema

Berlin, 18. Februar 2011 – „Der Klimawandel wird immer noch so behandelt, als ob er nur ein mediales Ereignis sei, das eigentlich niemanden betrifft. So ist es aber nicht“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Müller ruft zu einer schnelleren und signifikanteren Reduktion von Treibhausgasen auf und empfiehlt die Einführung einer Kohlendioxid-Steuer.

Im Sommer 2010 schlug die Natur mit aller Härte zurück: gewaltige Überschwemmungen in Pakistan, brennende Wälder in Russland, extreme Kälte in den Andenstaaten, Hochwasser in Mitteleuropa. Die Extremereignisse kommen immer häufiger, zuletzt stand Australiens Bundesstaat Queensland unter Wasser, während der Nordwesten des Landes von Hitzewellen verbrannt wurde und in Brasilien litten ganze Landstriche unter Schlamm- und Wasserwellen.

Die globale Öffentlichkeit zeigt sich entsetzt, doch kaum werden die spektakulären Bilder durch andere abgelöst, erstirbt die Debatte. Dabei ist allein schon die Häufung der Extremereignisse alarmierend und ein weiterer Hinweis auf den längerfristigen Trend des dramatischen Klimawandels. Es bleibt nur noch wenig Zeit, um eine Katastrophe abzuwenden, immerhin hat die menschgemachte Erderwärmung einen langen Bremsweg. Doch der Klimawandel wird immer noch so behandelt, als ob er nur ein mediales Ereignis sei, das eigentlich niemanden betrifft. So ist es aber nicht.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte Deutschland eine internationale „Führungsrolle“ beim Klimaschutz eingenommen. Zwar beruht Deutschlands Erfolg bei der Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen auch auf dem Zusammenbruch der DDR-Industrie. Doch mehr noch haben politische Initiativen wie etwa das Erneuerbare-Energien-Gesetz für internationale Anerkennung der deutschen Klimaschutz-Bemühungen gesorgt.

Das ist vorbei. Weder hat der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Wetterextreme als bestätigende Begründung genutzt, für mehr und konsequenten Klimaschutz einzutreten. Auch auf der Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancún spielte Röttgen nur eine bescheidende Rolle. Nichts war beispielsweise zu hören vom groß angekündigten Ziel, die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in der EU um 30 Prozent bis zum Jahr 2050 zu reduzieren. Auch begründet der Bundesumweltminister die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz zuerst mit einem positiven Effekt für die heimische Wirtschaft. Kann dies das zentrale Argument sein? Mehr Klimaschutz ist zuerst im Interesse von Mensch und Natur notwendig.

Australien, dessen wirtschaftliche Kraft auch auf billiger Kohle beruhte, will nun Konsequenzen ziehen und eine Steuer auf Kohlendioxid einführen. Lange gehörte das Land zu den Bremsern in der internationalen Klimapolitik. Doch jetzt handelt es engagiert, während die Rolle der EU immer kraftloser wird.

Die Steuer auf Kohlendioxid, die ursprünglich auch die Klima-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages wollte, ist wirksam und unbürokratisch. Zudem ist sie dem Emissionshandel, der sich über die UN-Klimaverhandlungen in Europa durchsetzen konnte, deutlich überlegen. Denn eine derartige Steuer kann auch in den Bereichen eingesetzt werden, die heute vom Emissionshandel ausgenommen sind, etwa dem Verkehrssektor.

Der Prozess der Erderwärmung muss endlich ernst genommen werden. Er ist keine mediale Show, sondern betrifft direkt unsere Lebensgrundlagen. Die Emission von Treibhausgasen muss schneller und signifikanter reduziert werden. Wir dürfen mit weiteren Anstrengungen nicht warten, bis etwa 2013 der nächste Sachstandsbericht des IPCC kommt oder bis auch unser Land den Klimawandel in aller Härte spürt.


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NaturFreunde: Berliner Volksentscheid wichtiger Schritt zur rekommunalisierten Wasserversorgung

Öffentliche Daseinsvorsorge braucht demokratische Kontrolle
Berliner Volksentscheid wichtiger Schritt zur rekommunalisierten Wasserversorgung

Berlin, 14. Februar 2011 – „Mit der Annahme des Volksentscheids endet zumindest in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen Absprachen an private Investoren zu verhökern“, erklärt Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands zum Ausgang des Berliner Volksentscheids ‚Unser Wasser‘. „Die öffentliche Daseinsvorsorge muss vom Primat der privaten Gewinnmaximierung befreit und zurück in die demokratische Kontrolle von Parlamenten geführt werden.“

Mit einer Zustimmungsquote von 92,2 Prozent der abgegebenen Stimmen und insgesamt 665.713 Ja-Stimmen haben die Berlinerinnen und Berliner eindrucksvoll gezeigt, dass sie mit der bisherigen Wasser-Politik des Berliner Abgeordnetenhauses nicht einverstanden waren. Damit sind auch die intensiven Versuche der offiziellen Berliner Politik, den Volksentscheid zu boykottieren, gescheitert. Denn die Berlinerinnen und Berliner forderten eindeutig: „Gebt uns unser Wasser zurück!“

Die NaturFreunde Berlin haben sich aktiv am Bündnis beteiligt und mit mehr als 50.000 verteilten Flugblättern offensiv für die Teilnahme am Volksentscheid geworben. Mit der Annahme des Volksentscheids endet zumindest in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen Absprachen an private Investoren zu verhökern. Dieser Volksentscheid ist ein wichtiger Schritt zurück zu einer öffentlichen Daseinsvorsorge, die sicherstellt, dass alle Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge auch tatsächlich in öffentlicher Hand sind.

Die NaturFreunde werden sich zudem intensiv für Volksbegehren zur Rückübertragung der Gas-, Wasser- und Energieversorgung einsetzen. Auch Berlin braucht wieder öffentliche Betriebe, welche die wichtigen Bereiche der Daseinsvorsorge organisieren – und zwar demokratisch kontrolliert. Wasserversorgung, Energieerzeugung, und Gasversorgung haben nichts in der Hand von privaten Investoren zu suchen, sondern sind zentrale Grundpfeiler einer demokratisch organisierten Kommunal- und Landespolitik.

Von den Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus erwarten die NaturFreunde, dass sie das Ergebnis des Volksentscheids akzeptieren und sofort alle Dokumente veröffentlichen. Im nun folgenden Wahlkampf werden die NaturFreunde die Aussagen der Berliner Parteien daran messen, ob sie eine deutliche Aussage zur Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge in die jeweiligen Wahlprogramme aufnehmen und damit den Willen der Berlinerinnen und Berliner zum Ausdruck bringen.

Bundesweit engagieren sich NaturFreunde für die Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge. In Stuttgart zum Beispiel haben NaturFreunde gemeinsam mit anderen Initiativen und Verbänden das Bürgerbegehren „Energie- und Wasserversorgung Stuttgart“ begonnen, mit dem auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt die Gas-, Energie- und Wasserversorgung zurück in die öffentliche Hand geführt werden soll. Auch damit wollen die NaturFreunde Möglichkeiten für eine neue, demokratisch ausgerichtete Kommunalpolitik eröffnen, sodass bei den Kommunalwahlen auch über die Ausrichtung der kommunalen Infrastruktur mitbestimmt werden kann.

Die öffentliche Daseinsvorsorge muss vom Primat der privaten Gewinnmaximierung befreit und zurück in die demokratische Kontrolle von Parlamenten geführt werden.


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IYNF organisiert GreenGames – ein Trainings-Kurs über Umweltbildung auf experienteller Weise

IYNF organisiert GreenGames – ein Trainings-Kurs über Umweltbildung auf experienteller Weise

Jugendarbeit mit jungen Menschen drinnen oder draußen?

Du möchtest über Umwelt Themen reden ohne deine Teilnehmer mit möglichen Umweltkatastrophen wegzujagen und anstatt dessen das Schätzen der Natur vermitteln?

Du möchtest mehr darüber wissen, wie man durch Spiele lernt und diese für Umweltbildung mit jungen Menschen benutzt?

Und du möchstest Erfahrung sammeln, wie man in einer internationalen Gruppe, in einer tollen Umgebung und in einer super Atmosphäre arbeitet?

Dann bewirb dich für den GreenGames Trainings-Kurs!

GreenGames ist ein Trainings-Kurs, der vom 28.3.-3.4. in Berlin stattfinden wird. Er ist organisiert von NFJD (Naturfreundejugend Deutschland) mit enger Zusammenarbeit mit IYNF (International Young Naturefriends). Die Zielgruppe sind Jugendleiter, Jugendarbeiter und Jugendausbilder aus Deutschland, Tschechien, Polen, Ungarn, Belgien und Portugal. Zusammen werden sie ihre Fähigkeiten in non-formeller und experienteller Bildung in Bezug auf Umwelt Themen weiterentwickeln. Während des Trainings werden die Teilnehmer einen ständigen Prozess des diskutierens, teilens und erlebens sowie das Potenzial dieser Methoden kennenlernen.
Warte nicht zu lange!

Für mehr Information und um sich zu bewerben folge diesem Link:
http://www.iynf.org/obsah/take_part/activities.php?id_activity=69

Anmeldeschluss ist Freitag, 11. Februar 2011.


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NaturFreunde rufen Berlinerinnen und Berliner auf: Gehen Sie zum Volksentscheid und stimmen Sie mit JA!

Zum Volksentscheid „Unser Wasser“ das am 13. Februar 2011 in Berlin stattfindet erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde, Uwe Hiksch:

NaturFreunde rufen Berlinerinnen und Berliner auf: Gehen Sie zum Volksentscheid und stimmen Sie mit JA!

Die intensiven Versuche der offiziellen Berliner Politik, den Volksentscheid „Unser Wasser“ zu boykottieren zeigen den NaturFreunden überdeutlich, dass mit diesem Volksentscheid wichtige Fragen für die zukünftige Berliner Politik aufgeworfen werden. Mit der Annahme des Volksentscheids endet in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen Absprachen mit privaten Investoren an diese zu verhökern. Für NaturFreunde ist dieser Volksentscheid ein wichtiger Schritt zurück zu einer öffentlichen Daseinsvorsorge, mit der sichergestellt sein muss, dass alle Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge im Land Berlin wieder in öffentlicher Hand sind. Aus diesem Grund werden sich die NaturFreunde – nach dem Volksentscheid – auch in Berlin intensiv für ein Volksbegehren zur Rückübertragung der Gas-, Wasser- und Energieversorgung in öffentlicher Hand stark machen. Auch Berlin braucht wieder öffentliche Betriebe, welche die wichtigen Bereiche der Daseinsvorsorge demokratisch kontrolliert organisieren. Wasserversorgung, Energieerzeugung, Gasversorgung und Wohnungsbau haben nichts in der Hand von privaten Investoren zu suchen, sondern sind zentraler Grundpfeiler einer demokratisch organisierten Kommunal- und Landespolitik.

Die NaturFreunde bitten alle Berlinerinnen und Berliner zur Abstimmung über den Volksentscheid zu gehen, da sie damit der offiziellen Politik einen klaren Auftrag für eine andere Politik zu geben. Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegung der Nebenabreden in den Geheimverträgen wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, geheime Gewinnzusagen für private Investoren zu geben, die zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden. Durch die gesetzliche Verpflichtung alle Nebenabreden und Verträge öffentlich zu machen, würde die Politik gezwungen, sich gegenüber den Bürgerinnen und Bürger für ihr Vorgehen auch zu verantworten.

Bundesweit engagieren sich die NaturFreunde für die Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge. In Stuttgart haben sie gemeinsam mit anderen Initiativen und Verbänden das Bürgerbegehren „Energie- und Wasserversorgung Stuttgart“ gestartet, mit dem die Gas-, Energie- und Wasserversorgung zurück in öffentliche Hand geführt werden soll. Damit wollen die NaturFreunde Möglichkeiten für eine neue, demokratisch ausgerichtete Kommunalpolitik eröffnen, bei der bei Kommunalwahlen auch über die Ausrichtung der kommunalen Infrastruktur mitbestimmt werden kann. Die öffentliche Daseinsvorsorge soll von der privaten Gewinnmaximierung zurück in die demokratische Kontrolle von Parlamenten geführt werden.

Der Volksentscheid „Unser Wasser“ in Berlin ist ein wichtiger Schritt in Richtung der Rekommunalisierung der Wasserversorgung in Berlin. Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger: Beteiligen Sie sich am Volksentscheid. Stimmen Sie mit JA!


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NaturFreunde Sachsen: Aufruf zum Protest gegen Nazi-Aufmarsch in Dresden


Im Februar planen Neonazis erneut Aufmärsche in Dresden. Bereits am 13. Februar soll ein Fackelmarsch stattfinden. Die Naturfreunde und die NaturFreundejugend Sachsen rufen dazu auf, sich an der Menschenkette unter dem Motto »Erinnern und Handeln. Für mein Dresden« zu beteiligen, um die Nazis zu stoppen. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt vor dem Eindringen Rechtsextremer schützen.

Auch wie im letzten Jahr wollen sich die NaturFreunde Sachsen und die NaturFreundejugend Sachsen aktiv an der Menschenkette beteiligen. Wir treffen uns am 13.02.2011, 12.30 Uhr vor dem Umweltzentrum (Schützengasse 18, 01067 Dresden), um gemeinsam zur Menschenkette zu gehen.

Die größere Nazidemonstration ist für den 19. Februar geplant. Alle Mitbürger sind aufgerufen, sich an dem friedlichen Protest gegen die geplanten Nazi-Aufmärsche zu beteiligen. Statt den Nazis eine Plattform zu bieten, soll so die demokratische und friedliche Gesinnung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung demonstriert werden.

Zur wahren Gesinnung der Nazis wird auf zwei Zitate aufmerksam gemacht.

“Die große Anzahl von Anträgen, die sich dagegen wehren, dass im ganzen Lande die Terrorakte überhand nehmen, die Akte der Brutalität, ausgeführt von Nationalsozialisten, beweisen, wie stark inzwischen, seit wir uns das letzte Male mit diesen Dingen beschäftigt haben, die die Verbrechergarde des Herrn Studentkowski geworden ist. Sie zeigen, dass wir in einer Situation sind, wo es höchste Zeit wird, dass die Regierung eingreift, die die Staatsgewalt in der Hand hat, die die Aufgabe hat, dafür zu sorgen, dass Sachsen ein Rechtsstaat ist, dass wir die Möglichkeit haben, unsere politische Auffassung zu sagen, dass jeder Mann sicher davor ist, dass er nicht von dem, der anderer Meinung ist, über den Haufen geknallt oder hinterrücks niedergestochen wird.”

Dieses Zitat stammt von Herrmann Liebmann, bis 1933 Abgeordneter der SPD im Sächsischen Landtag. Er hielt diese Rede zwei Mal. Das erste Mal im Sächsischen Landtag am 16.12.1931, das zweite Mal wurde er im März 1934 vom NSDAP Gauleiter Mutschmann im Konzentrationslager Hohenstein gezwungen, die Rede vorzutragen. Liebmann, der inzwischen erblindet war, starb an den Folgen der im Konzentrationslager erlittenen Misshandlungen am 06.09.1935.

Das zweite Zitat:

“Zum Schutz der Versammlungsfreiheit erwarten wir ferner, dass schon die Vorbereitung zu Krawallen unterbunden und deshalb das steuergeldfinanzierte Kriminellen-Nest am Bischofsplatz 6 in Dresden – das Bürgerbüro der Anwälte Lichdi und Jähnigen – ausgehoben wird! Politiker wie Herr Hahn, die öffentlich zu rechtswidrigen Blockaden aufrufen, gehören überdies nicht in den Landtag, sondern in Vorbeugegewahrsam genommen! Und wer seine parlamentarische Immunität wie Herr Hahn und Herr Lichdi als Leitwolf für kriminellen Pöbel nutzt, für den kann es nur heißen: Wasser Marsch – Gummiknüppel frei!“

Es handelt sich dabei um einen Auszug der Rede des NPD-Abgeordneten im Sächsischen Landtag Holger Apfel, welche er am 09.02.2011 im Sächsischen Landtag hielt.

Bedarf es noch eines Kommentars?

Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)

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Das Bürgerbegehren “Energie- und Wasserversorgung Stuttgart” ist am 9.2.2011 gestartet.


Initiator: ‘Aktion Stadtwerke Stuttgart’

Unterschreiben Sie, sammeln Sie mit!

Unterschriftenliste Download

Volle Listen im Rathaus abgeben, Zi 15
oder an die Vertrauensleute schicken.

Unser Ziel: neue Stuttgarter Stadtwerke müssen völlig unabhängig von EnBW ihre wichtigsten Aufgaben wahrnehmen können. Hierzu gehört der Betrieb und damit die Kontrolle unserer Wasserversorgung sowie die Lenkung der Energiepolitik vor Ort: weg von Atom und Kohle.

Dazu muss die Stadt die Konzessionen für EnBW zum 31.12.2013 kündigen und die neuen Konzessionen und den Betrieb der Netze für Wasser, Strom, Gas und Fernwärme zu 100 % auf neu zu gründende städtische Betriebe übertragen.

Die Aktion Stadtwerke ist ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen und Vereine:

► Frischluft für Cannstatt
► KUS – Klima- und Umweltbündnis Stuttgart
► Naturfreunde, Kreisverband Stuttgart
► Projektgruppe für ein zukunftsfähiges Stuttgart
► Stuttgarter Wasserforum


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NaturFreunde unterstützen Proteste gegen Castor-Transport nach Lubmin

Bundesweiter Castor-Streckenaktionstag am 12. Februar 2011
NaturFreunde unterstützen Proteste gegen Castor-Transport in das Atomklo Lubmin

Berlin, 10. Februar 2011 – Zu den anstehenden Anti-Atom-Demonstrationen gegen den Castor-Transport von Karlsruhe nach Mecklenburg-Vorpommern erklärt Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstandes der NaturFreunde Deutschlands:

Ab dem 16. Februar 2011 wird erneut ein Castor-Transport in das Zwischenlager Lubmin nahe Greifswald rollen. Damit macht die Bundesregierung Lubmin immer mehr zum Atomklo für ganz Deutschland. Denn mit ihrer Entscheidung, Atommüll aus der stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe in das Zwischenlager Nord in Lubmin zu verfrachten, baut die Bundesregierung Mecklenburg-Vorpommern immer weiter zum zentralen Atommülllager in Deutschland aus.

Die fünf Castor-Transportbehälter sind mit hoch radioaktivem Material beladen, das in Karlsruhe „aufbereitet“ wurde. In den Castor-Behältern befinden sich etwa 16 kg Plutonium und 500 kg Uran, das in Salpetersäure in Glaskokillen eingeschmolzen wurde.

Die NaturFreunde rufen ihre Mitglieder und alle Anti-Atom-Aktivisten dazu auf, sich am 12. Februar 2011 an den verschiedenen Aktionen entlang der möglichen Castor-Transportstrecken an den Widerstandsveranstaltungen zu beteiligen. Mit den Demonstrationen und Aktionen soll ein klares Zeichen gegen die Atomenergie und die unverantwortlichen Castor-Transporte quer durch Deutschland gesetzt werden.

Stets aktuelle Informationen und Veranstaltungen finden Sie auf der Internetseite: www.lubmin-nixda.de

Bisher sind folgende Demonstrationen und Aktionen geplant:

Greifswald

14:00 Uhr: Auftaktdemo für den Widerstand rund um Greifswald am Markt


Bernau

11:00 Uhr: Kundgebung am Bahnhofsvorplatz


Biesenthal

12:30 Uhr: Kundgebung vor dem EWE-Sitz in der Bahnhofstraße


Eberswalde

14:00 Uhr: Kundgebung vor dem EWE-Sitz am Marktplatz


Erfurt

14:00 Uhr: Demo am Fischmarkt


Friedberg

11:00 Uhr: Europaplatz: „Atommüll-Transport“ auf der Kaiserstraße


Halle

11:00 Uhr: Kundgebung mit Musik und Theateraktionen an der Ulrichskirche


Jüterbog

14:30 Uhr: Anti-Atomveranstaltung am Bahnhof


Karlsruhe

12:00 Uhr: Auftaktkundgebung am Markt, danach Aktionen in der Innenstadt

15:00 Uhr: Demo und Stromanbieterwechsel am Bahnhof Wilhelmshöhe


Teltow-Fläming

12:00 Uhr: Anti-Atom-Happening mit Überraschungsgast am Zossener Markplatz

14:00 Uhr: Streckenspaziergang ab B101 nahe Bahnhof Genshagener Heide

13:30 Uhr: Radeln gegen Atomkraft ab Bahnhof Blankenfelde

14:15 Uhr: Streckenspaziergang nach Diedersdorf ab Bahnhof Blankenfelde


Wittenberge

12:00 Uhr: Anti-Atom-Veranstaltung vor Kultur – und Festspielhaus

Rückfragen bitte an:

NaturFreunde Deutschlands

Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

Uwe Hiksch


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NaturFreunde: Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?

Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Merkels taktischer Machtpoker zulasten der Armutsbekämpfung

Berlin, 9. Februar 2011 – Zu den geplatzten Verhandlungen über eine Hartz-IV-Reform erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Nun sind die Verhandlungen geplatzt, die Union hat sie zusammen mit der FDP scheitern lassen. Zuletzt wurde gar nicht mehr ernsthaft verhandelt, obwohl es um eine Kernfrage für den inneren Frieden in unserem Land geht: die Bekämpfung der Armut.

Seit Wochen ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses über die Neuregelung von Hartz IV verhandeln, so wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte. Doch zuletzt gab es keine ernsthaften Beratungen mehr: Taktik war angesagt, die Bundeskanzlerin zog die Strippen.

Offenkundig will Frau Merkel kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt die dortige schwarz-rote Koalition platzen lassen. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen. Das Platzen der Koalition in einem Bundesland ist für die CDU-Vorsitzende die Karte, die sie zieht, um nicht durch sonst notwendige „Kompromisse“ Krach im eigenen Lager zu bekommen, vor allem mit ihrem Koalitionspartner FDP. Wieder einmal scheint die geistige und ideologische Verengung der Neokonservativen und Wirtschaftsliberalen der eigentliche Grund zu sein, warum unser Land nicht vorankommt.

Sicher wird Sachsen-Anhalt dafür mit einigen Projekten abgefunden. Wahrscheinlich beginnt jetzt auch die publizistische Vorbereitung, diesen Trick als großes politisches Geschick hinzustellen. Die Frage ist aber, ob Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), auf den es jetzt ankommt, bei diesem Schmierengeschäft mitmacht. Bisher hatte der Regierungschef in Magdeburg einen anständigen Eindruck gemacht. Mal sehen, ob er jetzt umkippt.

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NaturFreunde: Das Doppelspiel des Westens in der arabischen Krise

Das Doppelspiel des Westens in der arabischen Krise
Clinton, Merkel & Co. setzen auf Zeit, nicht auf demokratische Reformen

Berlin, 7. Februar 2011 – Zu den anhaltenden Protesten in vielen arabischen Ländern erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Demonstrationen mit Hunderttausenden unzufriedenen Menschen in den arabischen Ländern, in Tunesien musste der Präsident die Flucht ergreifen, in Ägypten wackelt der Thron von Mubarak, der – um sich zu retten – erst einmal die Parteiführung entlässt und mithilfe Amerikas auf Zeitgewinn hofft. Auch in Algerien, Jemen und Jordanien gibt es große Proteste, die aber nur in Jordanien friedlich verlaufen. Was geschieht da eigentlich in den arabischen Ländern?

In allen arabischen Ländern herrschen autoritäre Präsidenten, beziehungsweise Monarchen de facto auf Lebenszeit. Wahlen werden manipuliert, Unterdrückung ist die Regel, Korruption allgegenwärtig. Doch solange die arabischen Regierungen für Stabilität sorgen, wissen sie um die Zustimmung des Westens. So werden Despotismus und Unterdrückung abgesichert.

Der Ruf nach Demokratie und Freiheit wird lauter, zumal es sich um Gesellschaften mit sehr vielen jungen Menschen handelt, die sich nicht mehr unterdrücken lassen wollen. Oft ist der Auslöser für Proteste die schlechte wirtschaftliche Situation. Seit einiger Zeit steigen die Preise von Grundnahrungsmitteln und Kraftstoffen. Die Lage der Unterschicht, aber auch der unteren Mittelschicht, ist unerträglich, besonders für die Arbeitslosen.

Die Demonstranten glauben, dass eine demokratische Regierung ihre materielle Lage verbessern wird. Diese Hoffnung entlädt sich in schweren Unruhen. Eine besondere Rolle spielt die hohe Jugendarbeitslosigkeit. In Tunesien sind zwei Drittel der Bevölkerung unter 30 Jahre alt, davon rund 70 Prozent arbeitslos. In Ägypten ist zwar nur die Hälfte der Bevölkerung jünger als 30 Jahre, aber schon 90 Prozent der Arbeitslosen gehören zu dieser Gruppe. Viele wollen nach Europa.

Hinzu kommt das gewaltige Bevölkerungswachstum in diesen Ländern. Als Tunesien 1957 politisch unabhängig wurde, lebten dort fünf Millionen Menschen, heute elf Millionen. In Ägypten sind es 87 Millionen, die Bevölkerung wächst jährlich um 1,9 Prozent. Es gibt nicht genug Arbeitsplätze für alle, die soziale Lage spitzt sich zu.

Was macht der Westen? Erst hält er sich zurück, dann gibt er Erklärungen für die Demonstranten ab und nun will er vor allem Zeit gewinnen, um die Fäden in der Hand zu behalten, wie auch immer es in den Ländern weitergehen mag. Realpolitik nennt man das, was eigentlich nur knallharte Machtpolitik ist, verschleiert mit Behauptungen wie „notwendiger Aufbau der Demokratie“ oder „Warnung vor zu schnellen Wahlen“. Anders können die Aussagen von Hillary Clinton oder Angela Merkel auf der Münchener Sicherheitstagung nicht verstanden werden.

Man brauche erst einmal Zeit, um „den geordneten Übergang“ zu ermöglichen. Clinton, Merkel & Co. geht es nicht zuerst um die Freiheit. Es geht ihnen um strategische Ziele, um ihre geo- und ressourcenpolitischen Interessen. Diese Doppelmoral ist unanständig.

Im Zeitalter des Peak-Oil, bei steigenden Rohöl-, Erdgas- und Kohlepreisen, rücken die wirtschaftlichen Interessen des Westens noch stärker ins Zentrum. Die steigenden Energiepreise sind zudem ein Faktor, der auch die Lebensmittelpreise in die Höhe treibt. Auch das gilt als Argument, die Despoten zu stützen, statt die Ursachen, insbesondere die Spekulation zu bekämpfen.

Sie – Obama und Putin, Cameron, Sarkozy und Merkel – haben kein Konzept, mit den Herausforderungen der schnell zusammenwachsenden, aber ungleichen und krisenhaften Welt fertig zu werden. Das ist der wahre Grund, warum die Unterstützung der Demonstranten in den arabischen Ländern so halbherzig ist. Es geht ihnen um die eigenen Interessen, nicht um den Freiheitsdrang der Menschen.

Der Westen – wie auch der Osten – hat diese Länder bisher nur für die eigenen Interessen genutzt, um Freiheitsrechte ging es nicht. Eine Konsequenz daraus war und ist die enge Zusammenarbeit mit dem Militär, das fast überall nicht nur der stabilisierende, sondern auch der gehätschelte Faktor ist. Das soll so bleiben, einschließlich der Ausbildung in den USA.

Die arabischen Länder haben für die Versorgung mit natürlichen Ressourcen eine herausragende Bedeutung. Obama und Clinton, Merkel und Sarkozy wollen dort Ruhe und die Entwicklung beeinflussen können. Natürlich soll eine Entwicklung wie im Iran verhindert werden, aber auch daran waren die Großmächte nicht unschuldig, weil es fast immer um wirtschaftliche und strategische Interessen ging.

Der großen Mehrheit der Demonstranten aber geht es um Freiheit und Demokratie. Doch wenn sie keine wirkliche Hilfe erhalten, werden auch fundamentalistische Entwicklungen möglich, die einzelne Länder ins Mittelalter zurückwerfen können.

Deshalb: Für Taktierei darf jetzt kein Platz mehr sein.

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Europäischer Energiegipfel: Naturfreunde fordern intensivere Koordinierung anstelle von Liberalisierung

Europäischer Energiegipfel: Naturfreunde fordern intensivere Koordinierung anstelle von Liberalisierung

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Wien, 7. Februar 2011

Eine nachhaltige Energiepolitik zur Erreichung der europäischen Klimaziele stellt nach Ansicht der Naturfreunde Internationale (NFI), dem Dachverband der Naturfreundeverbände mit etwa 500.000 Mitgliedern, eine der größte Herausforderung der Europäischen Union dar. Der vergangene Energiegipfel des Europäischen Rates gab keine entsprechende Antwort auf diese Herausforderung: die weitere Liberalisierung des europäischen Energiemarktes wird zu keiner nachhaltigen Energiepolitik führen, wenn sie nicht mit einer besseren Regulierung und besseren Koordination der nationalen und europäischen Energie- und Klimapolitik ergänzt wird.

Derzeit gibt es keine koordinierte und abgestimmte Energiepolitik in Europa. Einige Mitgliedsstaaten setzen auf den Ausbau der Nuklearenergie, andere bauen weiterhin die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle aus – beides nicht kompatibel mit den Anforderungen der Klimapolitik in Europa. Viele Länder unterstützen den Ausbau von Erneuerbaren Energien mit Wind, Biomasse oder Photovoltaik ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass diese Erzeugung in einen europäischen Energiemarkt integriert werden muss, der durch das europäische Übertragungsnetz physikalisch eng vernetzt ist. Maßnahmen an einer Stelle des Netzes können direkte und manchmal unerwünschte Folgen im gesamten Stromsystem Europas bewirken. Die europäischen Entscheidungsträger sind offenbar der Auffassung, dass es genügt, teuere Investitionen in die Energieerzeugung und in die Energieinfrastruktur wie Stromleitungen oder Gaspipelines zu stimulieren. Aber es ist derzeit nicht abzusehen wo diese zusätzlichen Netze im dicht besiedelten Raum Europas errichtet werden sollen, was dazu führen wird, dass in nicht ferner Zukunft die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen mangels Transportmöglichkeiten eingeschränkt werden muss und damit zu einem ‘Stranded Investment‘ wird, für das die Steuerzahler dann gerade stehen müssen.

Die NFI fordert die EU und ihre Mitgliedsstaaten auf, rasch die Prioritäten im Bereich der Energiepolitik zu verändern um die Energiepolitik mit der Klimapolitik besser zu verzahnen, so dass die derzeitigen Klimaziele der EU erreicht oder sogar überschritten werden können:

  • Eine integrative Energie- und Klimapolitik zur Erreichung der 20-20-20 Klimaziele 2010 vor allem im Bereich der Energieeffizienz
  • Höchste Priorität dabei sollen Effizienzsteigerung und Energiesparen einnehmen, da ein weiteres Wachstum des Energieverbrauchs nicht nur zu weiteren Emissionen von Treibhausgasen führen wird, sondern auch zu enorm höheren Energiekosten, welche letztendlich vom Endverbraucher zu bezahlen sind
  • Eine europäische Koordination der gesamten Klima- und Energiepolitik unter Einbindung aller betroffenen Interessensgruppen
  • Die Förderung von innovativen Speichertechnologien und von Smart Grids, welche es ermöglichen erneuerbare Energien lokal zu speichern und zu verwenden und den Transport von Energie über weite Strecken und damit den Bau von tausenden Kilometern Leitungsverbindungen überflüssig machen
  • Die Förderung von Investitionen in die Wasserstofftechnologie, welche es ermöglicht Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne in ein speicherbares Gas umzuwandeln, welches auch für Transportzwecke oder Wärmeerzeugung eingesetzt werden kann.

Alle diese Maßnahmen werden jedoch nicht durch den weitgehend liberalisierten privaten Energiemarkt bereitgestellt, sondern erfordern eine intensive Koordinierung und Regulierung der Energiemärkte durch die Europäische Union in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green 10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.

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NaturFreunde: Der Ölpreis steigt – Die Spekulanten machen Kasse

Berlin, 2. Februar 2011: Der Ölpreis pro Barrel hat die 100 US-Dollar-Grenze überstiegen. Mit dem Argument der Unruhen in Tunesien und Ägypten wird weiter an der Preisschraube gedreht. Argument: Mögliche Lieferengpässe. Generell behaupten die Finanzanalysten in ihrer berufsmäßigen Kälte, dass sehr viel Geld auf den Märkten sei, das vor allem bei knapper Energie und knappen Rohstoffen Anlagemöglichkeiten sucht, um Gewinne mit absehbaren Preissteigerungen machen zu können. Deutsch heißt das: Die Spekulanten sind unterwegs, um hohe Gewinne zu machen.

Immer deutlicher wird, dass es „wandering bubbels“ gibt, die nach der Finanz- und Immobilienspekulation in den letzten Jahren nunmehr Energie, Metalle und Nahrungsmittel zum Ziel ihrer Begierde machen. Seit einem Jahr steigen die Preise mit leichten Schwankungen kontinuierlich auf den Rohstoffmärkten. Allein der Preisindex für Nahrungs-mittel schwankte in den letzten 12 Monaten um 81 Prozent. Die Knappheit der Güter wird ausgenutzt, nicht nur um auf steigende Preise zu setzen, sondern um auch die Preise gezielt hoch zu treiben.

Seit Ende der vierziger Jahre gab es immer wieder Debatten, die Preise für Energie und Rohstoffe einem internationalen Regime zu unterwerfen, um Spekulationen auszuschließen und wirtschaftliche Instabilität zu verhindern. Doch es geschieht nur wenig, um mehr Transparenz und einen funktionierenden Markt zu schaffen. Wenige Monopolunternehmen und Finanzinstitute haben weltweit das Sagen.

Besonders problematisch ist das Verhalten der großen Ölkonzerne. Sie nutzen jeden Anlass, um Preissteigerungen durchzusetzen, finanzgierig und rücksichtslos. Es wird Zeit, national und EU-weit öffentliche Gegengewichte aufzubauen. Denkbar ist ein europäischer Energiekonzern unter Kontrolle der EU, der nicht nur bei den herkömmlichen Energieträgern aktiv ist, sondern auch neue Technologien fördert und dort vergleichbare Fehlentwicklungen verhindert.


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NaturFreunde: Stromwechselkampagne „EnBW ade!“


Berlin/Stuttgart, 1. Februar 2011 – Die NaturFreunde Deutschlands starten eine Kampagne für Atomausstieg in Baden-Württemberg unter dem Motto „EnBW ade!“ mit einem Appell an die Landesregierung, den Konzern auf erneuerbare Energien auszurichten.

Wir können alles. Außer Erneuerbare? Diese Frage stellen die NaturFreunde und ihr Bundesvorsitzender Michael Müller, Staatssekretär a.D., an Baden-Württembergs Energiekonzern EnBW.

EnBW ist der Energieversorger mit dem höchsten Atomstromanteil im Energiemix. Nach Konzernangaben stammten 2009 mehr als 57% der von EnBW erzeugten Energie aus Atommeilern. Kohle und Gas brachten weiter 32%. Erneuerbare? Die mageren 11% stammen in erster Linie aus alten Wasserkraftwerken. Baden-Württemberg gerät bei den erneuerbaren Energien immer mehr zum Schlusslicht, eine Folge der Staatsintervention. Denn schon lange wird EnBW vor allem von der Politik gesteuert. Baden-Württembergs Regierung setzt auf Atomstrom. Nachdem sich Frankreichs Atomstromproduzent EDF aus dem Ländle und
seinem Versorger EnBW zurückgezogen hat, weil er die Zukunftsaussichten für Atomstrom in Deutschland negativ einschätzt, verstaatlicht Ministerpräsident Mappus den Konzern kurzerhand. Bis zu 6 Milliarden Steuergelder werden eingesetzt, damit die von CDU und FDP beschlossene Laufzeitverlängerung für die Atommeiler bis zur letzten Kilowattstunde ausgeschöpft werden kann.

In einem Appell fordern die NaturFreunde eine Energiewende in Baden-Württemberg. Die NaturFreunde rufen die Landesregierung in Baden-Württemberg auf, ihre „Dagegen-Politik` im Bezug auf die erneuerbaren Energien endlich aufzugeben und die Beteiligung an EnBW zu nutzen, um den Atomausstieg zu beginnen und eine dezentrale Energieversorgung auf der Basis von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu fördern und dadurch Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen.

Die NaturFreunde laden ein zum Stromwechsel zu Anbietern mit 100% erneuerbaren Energien. So kann jede Bürgerin und jeder Bürger den Atomausstieg selber beginnen. Mit einer Kampagne in den nächsten Monaten wollen sie die „Wechselstimmung“ unter den Bürgern erhöhen. Dazu haben sie eine Kampagnenseite http://www.ade-enbw.de geschaltet.

Die NaturFreunde mobilisieren zugleich für die Beteiligung an der für den 12.03.2011 von Stuttgart nach Neckarwestheim geplanten Menschenkette für den Atomausstieg.


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NaturFreunde: Aufstieg und Fall undemokratischer Staaten

Aufstieg und Fall undemokratischer Staaten
Welche Rolle spielt Europa im arabischen Umbruch?


Berlin, 31. Januar 2011 – Zu den Umbrüchen in der arabischen Welt und die Rolle der europäischen Staaten bei der Unterstützung der dort herrschende Diktatoren erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands, Michael Müller, folgendes:

Das wissen wir auch: Wenn Demokratie und Freiheit nicht mit sozialer Gerechtigkeit gefüllt sind, also mehr Chancen für die Menschen verwirklichen, sind auch sie bedroht. Natürlich besteht – zumal in arabischen Ländern – die Gefahr, dass Umbrüche und Veränderungen Stabilität und Berechenbarkeit zerstören. Doch ohne Demokratie und Freiheit kann auf Dauer keine Gesellschaftsordnung erfolgreich sein, auch wenn sie durch eine sich immer weiter ausbreitende Gewalt und Korruption ein enges Netz der Absicherung ihrer Macht aufgebaut hat. Das zeigt sich in den arabischen Ländern, die sich nicht mehr mit Einschüchterung, autoritärer Gewalt und totaler Überwachung still halten lassen oder in denen autokratische Verhältnisse nur durch viele Gas- oder Öldollars abgesichert werden.

Angst ist das Herrschaftsmittel versteinerter Despoten – mit Hilfe einschüchternder Bürokratien, willfähriger Polizei und kalter Militärs. Diese undemokratischen Regimes sind mit ihrem Machterhalt beschäftigt und verlieren gerade deshalb den Boden unter den Füßen. Das dauert, weil die Statik der Macht durch ihre Brutalität verfestigt ist, aber der Prozess der Erosion ist unaufhaltsam, selbst wenn westliche Regierungen diesen Zustand akzeptieren oder sogar unterstützen, wie das in Ägypten seit Jahrzehnten der Fall ist. Die Unzufriedenheit über die Spaltung und die Bevormundung des Volkes, die Blockade der Chancen und die Unterdrückung der Freiheit sind stärker als die Diktatur des Terrors.

Die arabische Welt ist im Umbruch, auch weil sie zu lange in verkrusteten Verhältnissen eingemauert war. Dieser Prozess zeigt sich überall. Vielen Potentaten bleibt nur die Alternative, entweder noch mehr Unterdrückung und Überwachung zu setzen oder den Weg für grundlegende Reformen zu öffnen, was aber meist gleichbedeutend mit ihren eigenen Ende wäre. Weil sich wenig ändert, bricht Unzufriedenheit auf und lehnt sich gegen die alten Systeme auf. Die Lage spitzt sich zu, die arabische Welt erlebt eine neue Phase der Instabilität.

Einer der Wurzeln des Konfliktes liegt in der bis 1989 zweigeteilten Welt, in der die Absicherung eigener Interessen wichtiger war, als sich für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen. Es ging um Verbündete, die auch dann gestützt wurden, wenn sie Reformen und Veränderungen unterdrückten. In den Ländern des nahen und mittleren Ostens, wo der Zugang zu den natürlichen Ressourcen das höchste In-teresse der Supermächte war und ist, existieren noch immer viele Relikte der untergegangenen Welt. Die Unruhen in Tunesien, Ägypten, Jemen und anderswo sind auch ein Erbe der puren Machtpolitik, die seit Jahrzehnten Diktaturen stützt, aber jetzt vor den Folgen des eigenen Versagens warnt und Angst vor den Folgen Bürgerrevolten hat.

Natürlich kann das Ergebnis fatal sein, wenn der Zusammenbruch überholter Ordnungen zum Rückfall in mittelalterliche Ideologien führt. Doch auch hier gibt es Ursache und Wirkung, weil westliche Werte durch eigenes Handeln diskreditiert wurden. Die Bilder aus Tunesien und Ägypten zeigen, dass es den Menschen in erster Linie um Freiheit geht. Wenn der Westen nicht Klarheit schafft, wie er es mit der Würde und den humanen Hoffnungen der Menschen hält, dann wächst auch die Wut auf eine verlogene Doppelmoral.

Die Welt wird neu geordnet. Von den großen Strategen in den europäischen Machtzentralen sind bisher nur austauschbare Floskeln zu hören. Sie warten ab und äußern hinter vorgehaltener Hand Angst vor islamistischen Kräften. Sie sollten sich vielmehr um die eigene Glaubwürdigkeit kümmern.

Was die NaturFreunde Deutschlands, ein Verband der aus der europäischen Solidaritätsbewegung entstanden ist, jetzt verlangen, ist weit mehr. Eine ebenso eindeutige wie auch selbstkritische Parteinahme der europäischen Regierungen für die Menschenrechte. Und eine Rolle Europas in der globalen Welt, die den Widerspruch zwischen Anspruch und Taten endgültig beendet. Bisher zeichnen sich Berlin, Paris und London wahrlich nicht darin aus, über den Tellerrand ihrer kurzfristigen Interessen hinauszuschauen.

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NaturFreunde: Für frei fließende Flüsse und umweltverträglichen Gütertransport

Für frei fließende Flüsse und umweltverträglichen Gütertransport


Die Naturfreunde beteiligen sich an der Aktion „Fackeln für Elbe und Donau“. Um 17 Uhr entzünden Naturschützer am 29.1.11 Fackeln entlang von Elbe und Donau, um ein Zeichen gegen die drohende Zerstörung der frei fließenden Flüsse zu setzen. Der Widerstand richtet sich insbesondere gegen das Staustufenprojekt bei Decin, gegen den geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals, gegen die Verengung und Vertiefung der Mittelelbe und Unterelbe sowie die Staustufenpläne für die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen. Es handelt sich dabei um jeweils fragwürdige Wasserstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit die NaturFreunde bezweifeln. Wir fordern hierzu für die Elbe eine Offenlegung sämtlicher relevanter Daten, damit eine ökologische, ökonomische und soziale Bewertung stattfinden kann. NaturFreunde, und nicht nur sie, wollen informiert sein, um die Naturverträglichkeit zu prüfen. Es ist insoweit zu begrüßen, dass nunmehr von der Tschechischen Republik weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, die im Zeitraum vom 28.01.2011 bis zum 11.02.2011 beim Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden, bei der Landesdirektion Dresden und beim Landkreis Sächsische Schweiz eingesehen werden können. Die Stellungnahmefrist wurde bis zum 28.02.2011 verlängert.

Die frei fließende Donau in Niederbayern ist ebenso wie die frei fließende Elbe ein einmaliges ökologisches Juwel in Mitteleuropa und Rückzugsgebiet vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. In Zeiten des Klimawandels mit seiner durch schwankende Niederschläge erhöhten Hochwassergefahr sind die unverbauten Flüsse als natürliches Rückhaltebecken wichtiger denn je. Durch die wechselnden Wasserstände sind Auwälder, Feuchtgebiete und Altwasser entstanden. Die geplanten Staustufen beeinträchtigen die biologische Vielfalt. Ein Donauausbau ist auch ohne Staustufen und Kanäle möglich, wie er vom deutschen Bundestag bereits 2002 beschlossen wurde, was allerdings seitdem von der bayerischen Landesregierung blockiert wird.

Kein umweltfreundlicherer Gütertransport durch Staustufen

Im Übrigen haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass ein Staustufenausbau nur unbedeutende Vorteile für den Güterverkehr im Donau- und Elbraum bringen würde. Nach den Zahlen des Ifo-Instituts (Studie von 2000) ist für die Autobahnen nur ein minimaler Entlastungseffekt zu erwarten. Bei der Energie- und Schadstoffbilanz schneidet das Binnenschiff entgegen früherer Einschätzungen schlechter ab als die Bahn, weil mit der starren Wasserstraße lange Umwege für den Güterverkehr in Kauf genommen werden müssen. Auch das Umweltbundesamt (UBA 2011, Die Elbe: Schifffahrt und Ökologie im Einklang?) stellt aktuell die Frage, ob in Zukunft unter den Bedingungen des Klimawandels und in Abwägung mit anderen Nutzungen – eine Schifffahrt auf der Elbe überhaupt aufrecht erhalten bleiben kann.

Bei dieser Sachlage ist es unverantwortlich, die einmalige Natur- und Kulturlandschaft der Donau und der Elbe privatwirtschaftlichen Interessen der Bau- und Energiewirtschaft zu opfern.

Rückfragen bitte an
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Tilmann Schwenke
( 0174) 3150296


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NaturFreunde: Doch keine Bürgerbeteiligung in Gorleben?

Doch keine Bürgerbeteiligung in Gorleben?
Union fürchtet die Konsequenzen der beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung


Berlin, 27. Januar 2011 – Kein großes Planungsvorhaben solle mehr ohne eine umfassende Bürgerbeteiligung stattfinden, hatten noch vor wenigen Wochen die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP versprochen. „Das war anscheinend nur ein taktisches Ablenkungsmanöver nach den Protesten gegen Stuttgart 21, eine Beruhigungspille vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Denn wie soll man sich sonst erklären, dass die CSU bei der Entsorgung von Atommüll, einem der wichtigsten Planungsvorhaben überhaupt, die Bürgerbeteiligung in Gorleben stoppen will?“

Die Motive sind offensichtlich: Die Union, die gerade erst die Verlängerung der Atomlaufzeiten durchgesetzt hat, fürchtet die Konsequenzen der beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung. Offensichtlich geht auch sie davon aus, dass ein ergebnisoffenes und transparentes Verfahren nicht nur die mangelnde Eignung von Gorleben feststellen wird, sondern möglicherweise sogar geeignetere Standorte in Bayern oder Baden-Württemberg empfiehlt.

Bürgerbeteiligung ja – aber nur solange die harten Interessen der CDU/CSU nicht berührt werden. Bei der Standortentscheidung für ein nationales Atomdepot wird das sicherlich der Fall sein. Deshalb erklärte Hans-Peter Friedrich, CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, auch schon, es habe genug Bürgerbeteiligung gegeben.

Da ist sie wieder, die Basta-Politik, vor der Heiner Geißler in Stuttgart gewarnt hatte. Die erste Bewährungsprobe nach der Stuttgarter Tafelrunde ist schon gescheitert. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte öffentlich erklärt, den Bürgern Beteiligungsrechte beim Planungsverfahren einräumen zu wollen. Die CSU behauptet aber, das sei nur eine Plattform für Protestierer, die von ihrer vorgefassten Meinung nicht abließen. Diese Behauptung ist dreist. Nach Aussage von Herrn Friedrich habe die bisherige Untersuchung des Standorts keine Erkenntnisse gebracht, die gegen Gorleben sprächen.

Den Untersuchungsausschuss Gorleben gibt es also gar nicht? Die vielen kritischen Einwände, alle Fiktion? Wo bleibt der Schlichter Heiner Geißler?

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NaturFreunde: Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen, doch die Politik reagiert nicht

Preise für Energie, Metalle und Nahrungsmittel steigen rasant
Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen, doch die Politik reagiert nicht


Berlin, 25. Januar 2011 – „Kommt nach der Finanzspekulation jetzt eine Nahrungsmittelspekulation“, fragt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller und warnt: „Seit Monaten steigen die Preise für Agrarrohstoffe, Metalle und Energie. Nach den Finanz- und Immobilienkrisen der letzten Jahre grasen die Heuschrecken nun die Rohstofffelder ab, ganz besonders dreist bei den Nahrungsmitteln. Der Umgang mit der Rohstoffknappheit ist eine Schlüsselfrage der nächsten Jahre. Bisher aber ist die Politik untätig.“

Seit den 1980er Jahren haben die Finanzinstitute das Kommando über die Wirtschaft übernommen. Die Welt ist seitdem geprägt von einer Arbitrage-Ökonomie, die mit den Unterschieden in Zeit und Raum spekuliert und nur noch den kurzfristigen Gewinn sucht. Nach den Folgen ihres Handelns fragt sie aber nicht.

Seit Monaten steigen die Preise für Agrarrohstoffe, Metalle und Energie. In den letzten zwölf Monaten stieg der Preis für Rohöl um knapp ein Drittel. Der Rohstoff-Preisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) erhöhte sich im Jahr 2010 um 41,3 Prozent. Doch die großen Anbieter tun weiter so, als sei der Rohstoffmarkt ein freier Markt. Etwa der freie Markt von Deepwater Horizon und einem überfluteten Australien?

Tatsächlich nimmt die Spekulation bei steigender Nachfrage und einem immer knapper werdenden Angebot zu. Der Rohstoffsektor wird zu einem kurzfristig orientierten Kasino. Die Rohstofffrage beginnt auch, den Finanzmarkt zu dominieren: Seit dem Jahr 2005 haben fachfremde Anleger und Banken, Broker und Spekulanten das Kommando übernommen. In vielen Bereichen liegen die reinen Finanztransaktionen schon um ein Vielfaches höher als die ihnen zugrunde liegenden Rohstoffmengen. Die „Wandering Bubbles“ pumpen eine neue Spekulationsblase auf, ein ökologischer Kolonialismus wird aufgebaut.

Die knappen globalen Ressourcen sind eine strategische Machtquelle, die immer bedeutender wird. Längst haben Kartelle, große Fonds und direkte Verträge zwischen einzelnen Staaten den Markt ersetzt. Bei den Nahrungsmitteln riecht es nach neuen globalen Wanderungsbewegungen, bei anderen Rohstoffen sogar nach Krieg. Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen.

Der Umgang mit der Rohstoffknappheit ist eine Schlüsselfrage der nächsten Jahre. Bisher aber ist die Politik untätig. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb die Bundesregierung auf, endlich zu einem vernünftigen Regime im Umgang mit den knappen Ressourcen zu kommen.

Wir erwarten Vorschläge für eine Ressourcensteuer, für ein Programm zur Kreislaufwirtschaft, für internationale Fonds, die mehr Verteilungsgerechtigkeit schaffen und für einen Grenzsteuerausgleich, damit sich Volkswirtschaften gegen Umweltdumping schützen können. Vor allem aber erwarten wir eine strikte Sanktionierung der Externalisierung von Kosten zulasten der Allgemeinheit.

Nur: Wann endlich handelt die Bundesregierung?

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NaturFreunde: Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden

Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden
Subventionen sollten an ökologische Zusatzleistungen gekoppelt werden


Berlin, 20. Januar 2011 – Auch die NaturFreunde Deutschlands „haben es satt“ und rufen gemeinsam mit einem breiten Aktionsbündnis zur Demonstration für eine nachhaltige Agrarpolitik am 22. Januar in Berlin auf. An diesem Tag treffen sich auf Einladung der Bundesregierung Landwirtschaftsminister und Agrarkonzerne aus aller Welt zur ‚Grünen Woche‘ in Berlin.

„Die Agrarpolitik in Deutschland und der Welt widerspricht allen international verabredeten Zielen für eine nachhaltige Entwicklung“, erklärte Eckart Kuhlwein, Naturschutzexperte des Verbandes. Nicht nur der aktuelle Dioxin-Skandal in Deutschland zeige, dass sich die Lage bereits dramatisch zugespitzt habe.

Die industrialisierte Landwirtschaft fördere den Hunger in der Dritten Welt, schädige das Klima, die biologische Vielfalt, die Böden, die Wasserversorgung und die Qualität der Lebensmittel, so Kuhlwein. Europa müsse endlich durch eine Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit gutem Beispiel vorangehen.

Nach Auffassung der NaturFreunde müsse die bisherige GAP zu einer ökologisch orientierten Agrarpolitik weiterentwickelt werden, indem die Verteilung von Subventionen eng an die Bereitstellung ökologischer Zusatzleistungen gekoppelt werde. Dafür gebe es schon sehr konstruktive Vorschläge des zuständigen rumänischen EU-Kommissars Dacian Cioloș. Jetzt gehe es darum, dass auch Deutschland und Frankreich ihren Kurs änderten und mit der Rücksichtnahme auf die Großbauern, Agroindustrie und Chemie endlich Schluss machten.

Letzten Endes müsse das Europäische Parlament, das seit dem Lissabon-Vertrag in der Agrarpolitik mitbestimmen könne, die Ausbeutung der Natur stoppen. Geschehe dies nicht, müsse mit einem gewaltigen Vertrauensverlust in der Bevölkerung gerechnet werden. Europas Steuerzahler seien nicht mehr bereit, eine zerstörerische Agrarpolitik mit jährlich fast 60 Milliarden Euro zu unterstützen. Die Agrarpolitik müsse endlich auch wichtige Aufgaben zur Erreichung längst akzeptierter Nachhaltigkeitsziele übernehmen.

Die NaturFreunde verlangten deshalb eine multifunktionale, bäuerlich-ökologische Landwirtschaft mit globaler Verantwortung. Es gehe um eine Lebensmittelerzeugung, die – flächendeckend betrieben – ökologisch intakte Kulturlandschaften präge, Arbeitsplätze schaffe und Anliegen des Tierschutzes ebenso ernst nehme wie die Herausforderungen der globalen Entwicklung und des Klimaschutzes.

Mehr Informationen und Treffpunkt für NaturFreunde: www.kurzlink.de/wir-haben-es-satt


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NaturFreunde: Geplanter griechischer Grenzzaun ist ein Armutszeugnis für die europäische Außenpolitik

Geplanter griechischer Grenzzaun ist ein Armutszeugnis für die europäische Außenpolitik


Wien, 20. Januar 2011
Die griechische Regierung plant, an der EU-Außengrenze zur Türkei einen Hochsicherheitszaun zu errichten. Dazu erklärt der Präsident der internationalen Naturfreundebewegung Manfred Pils: „Menschen, die aus Not ihre Heimat verlassen, dürfen nicht kriminalisiert werden. Nachdem wir 1989 endlich die letzte Mauer in Europa niedergerissen haben, errichten wir plötzlich neue Zäune und Mauern, anstelle die Ursachen der Migration in den Herkunftsländern zu bekämpfen und die Integration in Europa effizient zu gestalten – immerhin sind weite Teile der europäischen Wirtschaft, von der Alten- und Krankenpflege über den Tourismus oder die Landwirtschaft ohnehin bereits von MigrantInnen abhängig.“

Allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit werden für die nächsten 30 Jahre prognostiziert. Schon jetzt befinden sich mehr als zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden in benachbarten Ländern Asyl. Nicht mal ein Prozent dieser Flüchtlinge erreicht die EU. 2010 wurden in Griechenland etwa 35.000 Menschen festgenommen, die über die grüne Grenze in die EU zu kommen versuchten – von interessierten Politikern und Medien zu einem „Flüchtlingsstrom“ hochstilisiert. Dabei sind 35.000 Flüchtlinge für die rund 500 Millionen Europäer keine echte Herausforderung. Doch die seit vielen Jahren von den Staaten an den EU-Außengrenzen eingeforderte Lösung, Flüchtlinge im Rahmen von Kontingenten auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, wird von vielen europäischen Ländern strikt abgelehnt. Erst dadurch werden Probleme in den Randländern der EU faktisch erzeugt, die dann mit menschenverachtenden Methoden „bekämpft“ werden müssen.

Anhaltelager, Abschiebegefängnisse, Polizeiboote und Hochsicherheitszäune mit Wärmebildkameras und Bewegungsmeldern sind die falsche Antwort auf die Herausforderung Migration – mit ihnen werden nur Schlepperorganisationen begünstigt, die den Flüchtlingen für den Weg in die EU tausende Euros abnehmen, obwohl viele dann wegen dieser Grenzsicherungsmaßnahmen ihr Leben lassen müssen. Sinnvoller für die EU wäre es, die eigentlichen Ursachen für die global zunehmende Migration zu bekämpfen durch eine Änderung der Agrar- und Fischereipolitik und die Förderung von Einkommensmöglichkeiten in den traditionellen Fluchtländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. So zerstören etwa die sogenannten „Europäischen Partnerschaftsabkommen“ (EPA) regionale Handelskreisläufe in Afrika und gefährden Hunderttausende Arbeitsplätze.

Auch die große EU-Fischfangflotte trägt dazu bei, dass die Weltmeere leergefischt werden und Zehntausende Fischerfamilien beispielsweise an den afrikanischen Küsten ihre Existenzgrundlage verlieren. Durch den massiven Kauf von seltenen Metallen aus illegalem Raubbau tragen europäische Konzerne zudem eine Mitschuld an Bürgerkriegen und Vertreibungen in vielen Regionen der Welt.

„Die internationalen Naturfreunde setzen sich mit ihren Landesverbänden für eine humane Migrationspolitik in Europa ein, die Flüchtlinge aktiv integriert und ihnen neue Lebenschancen bietet. Dazu gehört auch einer Verteilung der Lasten auf alle europäischen Länder“ so Pils abschließend.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.


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Immer mehr Wetterextreme: Wo ist eigentlich der Bundesumweltminister?

Immer mehr Wetterextreme: Wo ist eigentlich der Bundesumweltminister?


Berlin, 14. Januar 2011 – Die Wetterextreme nehmen weltweit zu, doch von Dr. Norbert Röttgen (CDU) ist schon lange nichts mehr zu hören. „Gerade jetzt müsste der Bundesumweltminister mehr Klimaschutz in Deutschland und Europa fordern, es gibt keinen besseren Anlass“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. „Was wir heute erleben, sind die Folgen der Treibhausgasemissionen vor Jahrzehnten. Diese sind allein im letzten Jahrzehnt nochmals um ein Drittel gestiegen. Die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht. Wir müssen uns viel stärker anstrengen.“

Rund um den Globus gerät das Klima aus dem Lot. Schon der Sommer 2010 war geprägt von Wetterextremen. Große Gebiete Pakistans gingen unter, weil die vom Gletschereis gespeisten Flüsse immer mehr Wasser aufnehmen mussten. In Russland brannte angesichts anhaltend hoher Temperaturen über Wochen der Wald. In Mitteleuropa gab es Hochwasser. Die Andenstaaten erlebten einen extrem kalten Winter.

Und nun leiden große Landstriche Australiens an den Folgen des Temperaturanstiegs in den ozeanischen Deckschichten und der Klimaschwankungen (Oszillation). Die Wassermassen haben eine Fläche so groß wie ein Drittel Westeuropas überflutet. Und auf der anderen Seite Australiens wütet die Hitze mit Waldbränden und Trockenheit. Auch Brasilien erlebt gerade extremes Hochwasser und gewaltige Erdrutsche.

Nach dem Jahr der Naturkatastrophen 2010 beginnt auch das neue Jahr mit Extremen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Folgen der steigenden Treibhausgasemissionen erst mehrere Jahrzehnte später sichtbar werden. Schon heute ist klar, dass sich der anthropogene Klimawandel beschleunigt. Viel Zeit wurde bisher verschwendet, um die Prozesse zumindest zu verlangsamen. Trotz des Kyoto-Vertrages stiegen die Treibhausgasemissionen im letzten Jahrzehnt um mehr als ein Drittel.

Und was sagt der Bundesumweltminister dazu? Welcher Anlass als die Zunahme weltweiter Wetterextreme wäre besser geeignet, mehr Klimaschutz in Deutschland und Europa zu fordern? Dies umso mehr, weil die von der Vorgängerregierung eingeleiteten Maßnahmen noch nicht ausreichen, um das beschlossene Ziel von minus 40 Prozent Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Doch von Dr. Norbert Röttgen (CDU), der sonst jede Gelegenheit nutzt, sich in den Medien zu platzieren, ist nichts zu hören.

Der Umweltminister ist für Umweltfragen zuständig, im Zentrum steht hierbei seit Anfang der neunziger Jahre der Klimawandel. Jetzt muss vielleicht gesagt werden: stand im Zentrum bei den Ministern Töpfer, Merkel, Trittin und Gabriel. Bis es zu Schwarz-Gelb kam.


Im Interesse der Sache:

Setzen Sie, Herr Dr. Röttgen, bitte den Schwerpunkt auf mehr Umwelt- und Klimapolitik in Berlin. Es ist Ihre Verpflichtung, die Stimme laut zu erheben, wenn das Klima verrückt spielt.


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NaturFreunde unterstützen die Initiative „Fackeln für Elbe und Donau“ am 29.01.2011

PM der Naturfreunde Deutschlands, Landesverbände Bayern, Sachsen – Anhalt und Sachsen e.V. vom 12.01.2011


NaturFreunde Bayern, Sachsen – Anhalt und Sachsen unterstützen die Initiative „Fackeln für Elbe und Donau“ am 29.01.2011

Eine bundesweite Aktion zum Schutz der Flüsse findet am 29. Januar 2011 statt. Die NaturFreunde Bayern, Sachsen und Sachsen – Anhalt rufen gemeinsam mit Bürgerinitiativen, Verbänden, Vereinen und Kirchen dazu auf, mit Lichtern und Fackeln an den Ufern der Elbe und Donau gegen Kanalisierung und Verbauung dieser in weiten Teilen noch verbliebenen naturnahen Flüsse zu protestieren. Der Widerstand richtet sich insbesondere gegen das Staustufenprojekt bei Decin, die Staustufenpläne für die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen, gegen den geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals und gegen die Verengung und Vertiefung der Mittelelbe und Unterelbe. Es handelt sich dabei um jeweils fragwürdige Wasserstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit die NaturFreunde hinterfragen. Wir fordern hierzu eine Offenlegung sämtlicher relevanter Daten, damit eine ökologische, ökonomische und soziale Bewertung stattfinden kann. NaturFreunde, und nicht nur sie, wollen informiert sein, um Prüfungen vornehmen zu können.

Eine Zubetonierung von frei fließenden Flüssen würde tote Flussrinnen hinterlassen, die dem europäischen Gedanken von vernetzten Naturlandschaften widerspricht. Es ist unverantwortlich, einmalige Kultur- und Naturlandschaften privatwirtschaftlichen Interessen der Bau-, Schifffahrt- und Energiewirtschaft zu opfern.



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NaturFreunde: Genehmigter Planfeststellungsbeschluss für A 100 überrascht nicht

Genehmigter Planfeststellungsbeschluss für A 100 überrascht nicht
NaturFreunde unterstützen Klagen gegen eine der teuersten Straßen Deutschlands


Berlin, 11. Januar 2011 – „Die Genehmigung des Planfeststellungsbeschlusses für den Weiterbau der Berliner A 100 vom Dreieck Neukölln zum Treptower Park ist ein weiterer verkehrspolitischer Schritt in die falsche Richtung“, erklärt Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. Hiksch empfiehlt: „Statt den motorisierten Individualverkehr zu fördern, wären die 420 Millionen Euro viel sinnvoller im Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes angelegt.“

Der Bau der A 100 zementiert die Ausrichtung der Investitionen auf den Autoverkehr und ist verkehrspolitisch falsch. Durch eine Politik der kleinen Schritte versucht die Berliner Senatsverwaltung Fakten für den unsinnigen Weiterbau der A 100 zu schaffen. Die Kleingärtner an der geplanten Trasse mussten bereits ihre Parzellen räumen, obwohl dies zum jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise notwendig gewesen wäre. 

Die NaturFreunde werden im anstehenden Wahlkampf für das Berliner Abgeordnetenhaus deutlich machen, dass sie eine Neuorientierung in der Verkehrspolitik verlangen. Die noch immer feststellbare Ausrichtung auf den motorisierten Individualverkehr in Berlin muss beendet werden. Stattdessen müssen Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr fließen. Die NaturFreunde lehnen den Bau der A 100 ab und fordern, die frei werdenden Mittel in einen Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes umzulenken.

Der Bau des 3,2 Kilometer langen Abschnitts der A 100 soll 420 Millionen Euro kosten. Die A 100 würde damit zu einer der teuersten Straßen Deutschlands und massiv Autoverkehr direkt in die Innenstadt von Berlin lenken, statt für eine notwendige Entlastung der Berliner City vom Autoverkehr zu sorgen.

Der Planfeststellungsbeschluss soll in der zweiten Januarhälfte öffentlich ausgelegt werden. Nach dem Ende der Einsichtsfrist können dann innerhalb eines Monats beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen eingereicht werden. Als Mitglied in der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz unterstützen die NaturFreunde die Klagen gegen diesen Planfeststellungsbeschluss.

Wenn vonseiten der SPD im Abgeordnetenhaus erklärt wird, dass „mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Verlängerung der A 100 eine wichtige Etappe für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Berlins absolviert wurde“, wird mehr als deutlich, dass innerhalb der SPD eine nachhaltige Verkehrspolitik für Berlin derzeit keine Mehrheit hat.

Insofern erwarten die NaturFreunde von den Parteien DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen, dass sie ihre Ablehnung gegen die A 100 im Wahlkampf klar vertreten und die Ablehnung des Weiterbaus der A 100 zu einer Sollbruchstelle für einen Koalitionsvertrag in Berlin erklären.

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NaturFreunde: Münchner Olympia-Bewerbung überzeugt nicht

Münchner Olympia-Bewerbung überzeugt nicht
Optimaler Umwelt- und Klimaschutz muss der Maßstab für Großveranstaltungen sein


Berlin, 10. Januar 2011 – In dieser Woche werden die Bewerbungsunterlagen für die 2018 in München geplanten Olympischen Winterspiele dem Internationalen Olympischen Komitee überreicht. „München wird zweifellos stärker als andere Bewerberstädte darauf achten, dass es ‚moderne‘ Winterspiele werden“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. Doch Müller warnt: „Der Maßstab der Bewertung darf nicht der Vergleich mit den anderen konkurrierenden Städten sein. Es geht bei der Münchner Olympia-Bewerbung um eine Großveranstaltung in den ökologisch äußerst sensiblen Alpen. Der Umwelt- und Klimaschutz muss heute der Maßstab für derartige Ereignisse sein.“

Die Befürworter von Olympia 2018 in München und Garmisch-Partenkirchen verweisen zwar auf die Vorteile der Olympischen Spiele für das Image der Bundesrepublik: fröhliche Spiele, weltweite Aufmerksamkeit, Auftrieb für den Wintersport, Förderung des Tourismus. Sie reden aber kaum über die andere Seite, die zunehmende Zerstörung der Alpen. Dabei ist es längst nicht mehr möglich, derartige Großveranstaltungen ohne eine fundierte ökologische Bewertung zu betrachten.

Der Schutz der Alpen steht noch immer nicht im Zentrum der Diskussion. Auch bei der jüngsten Werbeveranstaltung im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF am 8. Januar 2011 spielte dieses Thema keine Rolle. Dabei sind die Alpen eine durch den Klimawandel besonders gefährdete Region, die Erderwärmung ist hier weit stärker ausgeprägt als in anderen Gebieten Europas. Die Folgen sind sowohl für die biologische Vielfalt gravierend als auch für den Wasserkreislauf: Permazonen weichen auf, Hänge rutschen, Gletscher sterben. Die wunderbare Bergwelt der Alpen ist auch das Wasserschloss Europas und reguliert Flüsse und Grundwasser.

Der Schutz der Natur darf nicht nur am Rande behandelt werden: Für uns alle ist er lebenswichtig. Bisher ist das von der Bewerbergesellschaft vorgelegte Konzept nicht überzeugend. Die Bewerbergesellschaft greift das Thema zwar auf, klebt aber nur kleine Pflaster auf die nicht zuletzt selbst erzeugten Wunden.

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NaturFreunde: Jährlich 370 Tonnen neuer hoch radioaktiver Abfall in Deutschland

Jährlich 370 Tonnen neuer hoch radioaktiver Abfall in Deutschland
AKW müssen jetzt abgeschaltet werden, der Atommüll darf nicht weiter zunehmen


Berlin, 7. Januar 2011 – Jedes Jahr produzieren deutsche Atomkraftwerke etwa 370 Tonnen neuen hoch radioaktiven Abfall, teilte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit (www.kurzlink.de/immer-mehr-risiko). „Sie wissen zwar, wie viel Atommüll anfällt. Aber sie wissen immer noch nicht, wo sie ihn lassen sollen“, kritisiert das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch. „Die für die Ewigkeit gedachten sogenannten ‚sicheren Endlager’ sind nach nur drei Jahrzehnten bereits Ruinen. Für den kurzfristigen Profit der Atomkonzerne werden unzählige Generationen mit einer extrem gefährlichen Hypothek belegt. Der Atomwahnsinn muss jetzt aufhören.“

Bereits für dieses Frühjahr ist ein neuer Castortransport in das mecklenburg-vorpommersche Lubmin geplant. Das Zwischenlager in Lubmin wird von der Bundesregierung zum neuen „Atomklo“ Deutschlands ausgebaut. Diese Transporte müssen sofort aufhören, denn Atomkraftwerksbetreiber und die atomkraftbefürwortenden Bundesregierungen haben sich völlig verplant und in den letzten Jahrzehnten mit den sogenannten „Zwischen- und Endlagerkonzepten“ einen ökologischen und sicherheitstechnischen Irrweg eingeschlagen.

Schließlich gibt es nirgendwo auf der Welt einen sicheren Ort, an dem der hochgefährliche Atommüll für einen Zeitraum von bis zu einer Million Jahren zuverlässig von der Biosphäre abgeschirmt werden kann. Gescheitert sind auch die Versuche in Deutschland, schwach- und mittelradioaktiven Atomabfall unterirdisch in ehemaligen Salzbergwerken zu lagern. So muss jetzt das bereits abgesoffene Bergwerk Asse II unter Milliardenaufwand wieder geräumt werden, um größere Gefahren abzuwenden. Alle von den sogenannten Atomexperten abgegebenen Gutachten und Sicherheitsprognosen waren nur Makulatur. Die sogenannten „sicheren Endlager“ gibt es nicht.

Die tatsächliche Situation in den sogenannten „Endlagern“:

Asse II: Das 1967 als sogenanntes Versuchsendlager im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel in Betrieb genommene Endlager war von Anfang an für eine Lagerung von Atommüll nicht geeignet. Alle Bedenken und Hinweise von Anti-Atom-Initiativen wurden in den Wind geschlagen und das Lager in Betrieb genommen. Bis 1978 wurden von Atomkraftwerksbetreibern 126.300 Fässer mit Betriebsabfällen in das ehemalige Salzbergwerk gekippt. Großspurig wurde damals angekündigt, dass hiermit der Endlagernachweis erbracht worden sei. 30 Jahre später aber mussten die Atombetreiber zugeben, dass das Bergwerk absäuft. Jeden Tag fließen elf Kubikmeter Lauge ins Bergwerk. Das Risiko, dass dadurch Radioaktivität ins Grundwasser gelangt, ist enorm hoch.

Morsleben: Von Anfang an war bekannt, dass das ehemalige Salzbergwerk Morsleben in Sachsen-Anhalt nicht wasserdicht ist und Grundwasser in das Bergwerk gelangt. Trotzdem wurde es von der DDR ab 1971 als Endlager genutzt und nach der Wiedervereinigung weiter betrieben. Nach einem jahrelangen juristischen Kampf mussten die Betreiber im Jahr 1998 die Einlagerung von schwach radioaktiven Abfällen stoppen. Nur wenige Jahre später, im November 2001, stürzte ein 4.000 Tonnen schwere Gesteinsbrocken von der Grubendecke in das Bergwerk. Nun müssen aus Steuermitteln Kosten in Milliardenhöhe übernommen werden, um die Grube zu verfüllen.

Schacht Konrad: Ähnlich sieht es beim Schacht Konrad bei Salzgitter aus, einer stillgelegten Eisenerzgrube, die im Jahr 2002 von der SPD-Landesregierung in Niedersachsen als „Endlager“ genehmigt wurde. Auch hier lag keinerlei ausreichender Nachweis für die Sicherheit des ehemaligen Bergwerks vor. Die Genehmigung von Schacht Konrad als sogenanntes Endlager ist nichts weiter als der nächste Versuch der Atomlobby, eine Möglichkeit für das Vergraben von Atommüll zu finden, da Morsleben und Asse nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf die gesundheitlichen Risiken für Mensch und Natur wird dabei keine Rücksicht genommen.

Durch die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke nimmt die schwarz-gelbe Bundesregierung billigend in Kauf, dass mindestens 5.000 weitere Tonnen hoch radioaktiver Atommüll produziert wird. Auch dieser muss irgendwo gelagert und bewacht werden. Diese Mengen an Atommüll machen mehr als deutlich, dass der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie eine ökologisch und sicherheitstechnisch richtige Forderung ist. Der Gesellschaft werden immer neue langfristige Risiken und Kosten aufgebürdet – nur um den Atomkonzernen einen kurzfristigen Profit zu ermöglichen.

Die NaturFreunde werden sich weiter aktiv am Widerstand gegen die Castortransporte beteiligen, die nur dazu dienen, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke abzusichern.

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NaturFreunde: Geplanter griechischer Grenzzaun ist menschenverachtend


Berlin, 6. Januar 2011 – Die griechische Regierung plant, an der EU-Außengrenze zur Türkei einen Hochsicherheitszaun zu errichten. Dazu erklärt das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

„Die geplanten Grenzanlagen werden allein den Schlepperbanden mehr Profit bescheren, statt die in Not geratenen Flüchtlinge wirklich aufzuhalten. Sinnvoller für die EU wäre es, die eigentlichen Ursachen für die global zunehmende Migration zu bekämpfen. Schließlich ist die unsoziale Wirtschaftspolitik der EU mitverantwortlich für Armut, Flucht und Vertreibung in den Herkunftsstaaten der Flüchtlinge.“

Allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit werden für die nächsten 30 Jahre prognostiziert. Schon jetzt befinden sich mehr als zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden in benachbarten Ländern Asyl. Nicht mal ein Prozent dieser Flüchtlinge erreicht die EU.

2010 wurden in Griechenland etwa 35.000 Menschen festgenommen, die über die grüne Grenze in die EU zu kommen versuchten – von interessierten Politikern und Medien zu einem „Flüchtlingsstrom“ hochstilisiert. Dabei sind 35.000 Flüchtlinge für die rund 500 Millionen Europäer keine echte Herausforderung. Doch die seit vielen Jahren von den Staaten an den EU-Außengrenzen eingeforderte Lösung, Flüchtlinge im Rahmen von Kontingenten auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, wird von der Bundesregierung strikt abgelehnt. Das ist menschenverachtend und nicht akzeptabel.

Der Bau eines Hochsicherheitszaunes an der EU-Außengrenze stellt zudem einen Verstoß gegen die Menschenrechte dar. Mit diesem Grenzzaun, der mit Wärmebildkameras und Bewegungsmeldern gesichert werden soll, wird die EU immer weiter zu einer Festung ausgebaut.

Obwohl die EU durch ihre unsoziale Wirtschaftspolitik mitverantwortlich ist für Armut, Flucht und Vertreibung, versucht sie nicht, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Durch die einseitige Ausrichtung der EU-Handelspolitik auf die Exportbedürfnisse der europäischen Wirtschaft werden zum Beispiel in Afrika bewusst Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten zerstört. So zerstören etwa die sogenannten „Europäischen Partnerschaftsabkommen“ (EPA) regionale Handelskreisläufe in Afrika und gefährden Hunderttausende Arbeitsplätze.

Auch die große EU-Fischfangflotte trägt dazu bei, dass die Weltmeere leergefischt werden und Zehntausende Fischerfamilien beispielsweise an den afrikanischen Küsten ihre Existenzgrundlage verlieren. Durch den massiven Kauf von seltenen Metallen aus illegalem Raubbau tragen europäische Konzerne zudem eine Mitschuld an Bürgerkriegen und Vertreibungen in vielen Regionen der Welt.

Die Reaktion, den Auswirkungen dieser unsozialen Außenhandelspolitik auch noch mit Grenzzäune zu begegnen, ist geradezu zynisch und inhuman. Solche Grenzanlagen werden keinen Flüchtling, der in Not ist, davon abhalten, den Versuch zu unternehmen, die EU-Außengrenze zu überwinden. Sie werden aber dazu beitragen, dass Schlepperbanden, die Schleichwege zur Überwindung solcher Barrieren anbieten, noch mehr Profit von den Hilfesuchenden einstreichen können.

Die NaturFreunde Deutschlands werden sich dafür einsetzen, dass diese Grenzanlagen nicht gebaut werden dürfen. Solche Zäune sind mit einer humanitären Migrationspolitik nicht vereinbar. Gemeinsam mit migrationspolitischen und menschenrechtlichen Gruppen und Initiativen werden sich die NaturFreunde für eine humane Migrationspolitik in Deutschland und in der EU einsetzen, die Grenzen abbaut und in Not geratenen Flüchtlingen hilft.

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NaturFreunde: Der kalte Winter – kein Grund zur Entwarnung

Der kalte Winter – kein Grund zur Entwarnung
Wetterextreme sind Alarmzeichen für Klimawandel


Berlin, 30.12.2010 – Die Klimaskeptiker behaupten, dass der kalte Winter ein eindeutiger Beleg sei, dass es keinen Klimawandel gibt. Das Weltbild der (in der Regel) Herren, für die die Erde immer noch eine Scheibe ist, bleibt einfach. Bei dieser extremen Kälte ist die Erderwärmung die Behauptung einiger weniger „Deindustrialisierer“ und „Wohlstandsvernichter“, die mit dem Kohlendioxid gewaltige Geschäfte machen wollen.

Das Problem ist nur, dass dies mit wissenschaftlicher Seriosität nichts zu tun hat. Klimaforschung ist langfristig, während Wetter kurzfristig gebildet wird. Der Klimawandel geht von langfristigen Veränderungen aus, in den Anpassungsperioden nehmen vor allem die Wetterextreme zu. Insofern ist gerade das Jahr 2010 mit seiner Vielzahl von Extremen, die eine Spur rund um die Welt gezogen haben, ein alarmierendes Warnsignal, dass das Klimasystem aus dem Lot gerät.

Die Warnungen vor dem Klimawandel basieren auf drei Hauptsäulen:

  • der Paläoklimatologie, die ihre Erkenntnisse vor allem aus Eiskernen und Kalkablagerungen in der Tiefsee zieht;
  • Datenblättern aus den Wetteraufzeichnungen, insbesondere der letzten 150 Jahre;
  • Computersimulationsmodelle, die trotz unterschiedlicher Annahmen in höchst komplexen Rechnungen zu Ergebnissen kommen, die in den Erwärmungstendenzen nur geringfügig voneinander abweichen

Viele dieser Szenarien sind in den letzten Jahren von der Wirklichkeit sogar übertroffen worden. So sind wichtige Aussagen im 4. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) zu konservativ ausgefallen, zum Beispiel gilt das für den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels.

Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Auch die extreme Kälte in Europa passt ins Bild. Die Anstrengungen müssen im Gegenteil verstärkt werden, alles andere wäre die Welt als Scheibe zu beschreiben.

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NaturFreunde: Die Tricks der Energiekonzerne – höhere Preise zu Lasten der Verbraucher


Berlin, 29.12.2010 – Im Januar 2011 erhöht jeder zweite Stromanbieter im Schnitt um knapp sieben Prozent die Preise. In der Spitze belaufen sich die Preissteigerungen sogar auf 19 Prozent. Die rund 600 Nimmersatts nehmen sich was sie nur können, von einem durchschnittlichen Haushalt rd. 70 Euro pro Jahr. Geschätzt wird ein zusätzlicher Gewinn von rund 30 Milliarden Euro.

Um die Stromkosten zu steigern, ist den Energiekonzernen jedes Argument recht. Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken wurde damit begründet, dass der Strom dann billiger sei. Merkwürdig nur, dass der Preis in den beiden Atomländern Bayern und Baden-Württemberg höher als im Rest der Republik liegt.

Und seit Jahren behaupten sie, der Ausbau der erneuerbaren Energien treibt die Stromkosten in die Höhe. Dass sie ab-geschriebene Kraftwerke gegen Investitionen in neue Anlagen stellen, das wird natürlich nicht erwähnt.

Auch nicht, dass alle Studien zeigen, dass die neuen Energieanbieter in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden sind und die Preise weiter sinken, während die traditionellen Brennstoffe deutlich teurer geworden sind. Der Trend ist eindeutig, so dass viele erneuerbare Energien in wenigen Jahren preisgünstiger sein werden als Strom aus Kohle oder Atom.

Und auch die Vorteile, die sie beim Emissionshandel hatten, bei denen ihnen in Milliardenhöhe Zertifikate kostenlos zugewiesen wurden, wurden nicht einmal zu einem geringen Anteil für Preissenkungen genutzt.

Es fehlt auf dem Strommarkt an Transparenz und Wettbewerb. Das ermöglicht vor allem den vier großen Stromkonzernen – EnBW, E.on, RWE und Vattenfall, die rund 80 Prozent des Strommarktes beherrschen – die Preise zu diktieren, weil sie nicht am funktionierenden Markt gebildet werden. Alles, was sie in den letzten Jahren kriegen konnten, haben sie zu ihrem Vorteil genommen und kaum etwas an die Verbraucher weitergegeben. So auch jetzt.

Es wird Zeit, der Regulierungsbehörde mehr Macht und bessere Kontrollmöglichkeiten zu geben. Wer unter Markt-wirtschaft nur höhere Preise versteht, der darf sich nicht wundern, wenn die öffentliche Hand dieses miese Spiel nicht mitmacht, sondern die Preisbildung nicht länger allein den Vorstandsetagen überlässt. Wo bleiben eigentlich die zu-ständigen Minister Rainer Brüderle und Norbert Röttgen? Von beiden ist nichts zu hören. Ist das die Energierevolution, die sie so groß angekündigt haben?

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NaturFreunde: Castor-Proteste in Lubmin waren ein großer Erfolg



Für 12.3.2011 Anti-Atom-Menschenkette von Stuttgart nach Neckarwestheim geplant

Berlin, 17. Dezember 2010 – Zum Castortransport nach Lubmin erklärt das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Auch wenn die Demonstranten den Castortransport letztlich nur kurz aufhalten konnten, haben sie doch für weitere bundesweite Aufmerksamkeit für das nach wie vor ungelöste Atom-Endlager-Problem gesorgt. Und die Bewohner von Lubmin, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern haben gesehen, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich aktiv für eine gute Zukunft für alle engagieren. Das wird auch anderen Menschen Mut für eine Teilnahme an den nächsten Aktionen machen.“

Die Proteste gegen die Atomkraft sind kreativ und entschlossen. Dass sich auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die unverantwortliche Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung nicht einfach so gefallen lassen, hatten schon am 11. Dezember in Greifswald die rund 4.000 Teilnehmer der großen Demonstration gegen die Castortransporte ins Ostseebad Lubmin deutlich gemacht.

Viele kreative Proteste folgten: Lichter- und Menschenketten, Laternenumzüge und Mahnwachen, dann die gestrigen Sitzblockaden. Allen Teilnehmern, die sich trotz Kälte und Schnee dem Castortransport entgegen stellten, gebührt großer Respekt. Zwar konnten sie den Transport letztlich nur kurz aufhalten, doch sorgten sie für weitere bundesweite Aufmerksamkeit für das nach wie vor ungelöste Atom-Endlager-Problem.


Im Norden und im Süden: Der Widerstand geht weiter

Die Aktionen hatten auch einen wichtigen Effekt für die Bewohner von Lubmin, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern. Sie haben gesehen, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich aktiv für eine gute Zukunft engagieren. Das wird auch anderen Menschen Mut machen: Die für das Frühjahr 2011 geplanten nächsten Castortransporte nach Lubmin werden sicherlich von noch größeren Protesten begleitet werden. Gemeinsam mit dem mecklenburg-vorpommerschen Landesverband und der Greifswalder Ortsgruppe werden sich auch die NaturFreunde Deutschlands weiter im Widerstand gegen die Castortransporte engagieren.

Zudem sind für das nächste Jahr weitere große Proteste gegen die unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung geplant: am 12. März 2011 eine große Menschenkette von Stuttgart zum Atomkraftwerk Neckarwestheim und weitere Demonstrationen am 25. April 2011 (Ostermontag) anlässlich des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl.

Auch in den vielen Wahlkämpfen im nächsten Jahr werden sich die NaturFreunde dafür einsetzten, dass keine Stimmen an die Atomkraftparteien vergeben werden und die Wahlkämpfe mit einer klaren Forderung an die Parteien nach sofortigem Ausstieg aus der Atomenergie verbunden werden.

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Klimawandel verstehen: NaturFreund gewinnt Wissenschaftspreis

Klimawandel verstehen: NaturFreund gewinnt Wissenschaftspreis
Helmholtzgemeinschaft prämiert Vermittlung der Ursachen und Folgen des Klimawandels


Berlin, 16. Dezember 2010 – Das Umweltforschungszentrum der Helmholtzgemeinschaft hat Dr. Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands und Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands mit dem Preis „Wissenschaft verstehen“ ausgezeichnet. Sieger wurde der promovierte Didaktiker mit seiner anschaulichen Doktorarbeit zum Thema „Den Klimawandel verstehen“.

Niebert zeigt in seiner Arbeit anschaulich die drängende Herausforderung der Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Gesellschaft. „Wir müssen die vielen guten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bremsung des Klimawandels auch in das alltägliche Leben der Menschen übertragen. Nur so haben wir überhaupt eine Chance, den Klimawandel aufzuhalten“, erklärte Niebert. „Dabei reicht es längst nicht, nur erkannt zu haben, wie der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen bedroht. Wir müssen auch wissen, was jeder Einzelne dagegen tun kann.“

Die didaktische Arbeit Nieberts steht in der langen Tradition der NaturFreunde: Seit mehr als 100 Jahren führen die NaturFreunde Menschen in die Natur, um sich dort zu erholen und zu bilden und dann aktiv an der Gesellschaft teilhaben und diese auch mitgestalten zu können. Im Mittelpunkt des Engagements der NaturFreunde steht ein nachhaltiger und klimafreundlicher Lebensstil, um eine gute Zukunft für alle Menschen zu ermöglichen.

Dr. Kai Niebert arbeitet als Naturwissenschaftsdidaktiker an der Leibniz Universität Hannover und forscht dort über Alltagsvorstellungen zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen. Darüber hinaus engagiert er sich für eine generationengerechte Klimapolitik.

Zusatzinformationen zum Wettbewerb www.kurzlink.de/Klimawandelverstehen

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NaturFreunde: Klimadiplomatie im Bummelzug gegen die Erderhitzung


Berlin, 13. Dezember 2010 – „Ja, es gab Fortschritte in Cancún, aber wieder keinen Durchbruch“, fasst Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Mexiko zusammen. „Kaum einer glaubt noch daran, dass die globale Erderwärmung tatsächlich unter zwei Grad Celsius gehalten werden kann. Das ist schon ein unzureichender Wert, weil er bereits erhebliche Teile der Welt dem Klimawandel opfert. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass schon einmal von einer Erwärmungsobergrenze von 1,5 Grad Celsius die Rede war. Längst holen uns die Fakten ein, weil mehr geredet als gehandelt wird.“

Die Dekade 2001 bis 2010 war das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der direkten Wettermessungen von 1850. Sie war um 0,46 Grad Celsius wärmer als die Zeit zwischen 1961 und 1990. Tagtäglich erleben Millionen Menschen, dass sich ihre Lebensbedingungen radikal verändern, besonders in den Entwicklungsländern Bangladesch, Pakistan, Birma oder Honduras. Aber das Problem ist global: Auch die reichen Staaten Taiwan, Saudi-Arabien und Australien gehören zu den zehn Staaten, die derzeit am stärksten von immer häufigeren Wetterextremen betroffen sind. In den nächsten Jahrzehnten werden jedoch alle Länder die Folgen der Erwärmung zu spüren bekommen, die man besser Erderhitzung nennen sollte, weil so die dahinter stehende Dramatik besser zur Geltung kommt.

Ein neuer Geist der Zusammenarbeit: Jeder will mitmachen

Nach der Konferenzkatastrophe von Kopenhagen ging es in Cancún um Minimalziele, von Anfang an waren die Ansprüche zwei Nummern bescheidener. Dafür waren die Beratungen deutlich zielgerichteter und ein neuer Geist der Zusammenarbeit war zu spüren.

Sogar Fortschritte im Verhandlungsmarathon gab es: beim Waldschutz, bei der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und einem „grünen Fonds“ oder beim Zugang zu Öko-Techniken. Auch bewegt sich in vielen Staaten real etwas: Brasilien etwa will das Amazonasgebiet ernsthaft schützen, China setzt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Südafrika verfolgt ehrgeizige Umbauziele für eine umweltverträgliche Stromversorgung. Selbst Staaten, die anfangs noch völlig konträr zum Klimaschutz standen, wollen nun mitmachen, wenn auch nur mit grundsätzlichen Zusagen. Das ist alles durchaus bemerkenswert, aber eben kein Durchbruch.


Zusagen bleiben unverbindlich und werden nicht eingehalten

Die Zusagen bleiben weiterhin unverbindlich, geschweige denn, dass es eine Sanktionierung bei Nichteinhaltung geben soll. Denn die Einigung von Cancún wurde nur deshalb möglich, weil das Dokument nicht mit konkreten Reduktionszahlen für Länder wie China oder die USA unterlegt wurde.

Bei den Klimaverhandlungen geht weiter nicht nur nichts gegen die „gelähmten“ USA, sondern mittlerweile auch nichts gegen die selbstbewussten Schwellenländer Brasilien, China, Indien und Südafrika, deren empörtes Zurückweisen internationaler Verpflichtungen angesichts ihres rasanten wirtschaftlichen Aufholprozesses aber zunehmend zur Phrase wird. Und die EU verspielt kontinuierlich ihre Chance als Motor für den sozial-ökologischen Umbau – und damit auch Marktchancen. Weiterhin werden Zusagen gemacht, ohne sie einzuhalten. Deutschland ist hier auch kein Vorbild.

Zwar gibt es in vielen gesellschaftlichen Bereichen ein neues Denken und neue Akteure, zum Beispiel die aufblühende Industrie der erneuerbaren Energien. Aber noch immer dominieren die durch die Krise diskreditierten Wirtschaftsakteure, die das alte System angetrieben haben und kaum zu Veränderungen bereit sind. Gelernt wurde wenig daraus, denn ein globaler Investitionsplan würde starke wirtschaftliche Impulse setzen, Arbeitsplätze schaffen und das Klima schützen. Ein ökologischer New Deal wäre ein wichtiger Beitrag für wirtschaftliche Stabilität und den Klimaschutz.


Großer Durchbruch wieder einmal verschoben

Cancún machte die Flamme nicht aus, die Hoffnung lebt. Konkrete Entscheidungen und der große Durchbruch wurden jedoch wieder einmal verschoben. So soll nun die Weltklimakonferenz 2011 im südafrikanischen Durban erreichen, dass die Weltgemeinschaft 20 Jahre nach dem Erdgipfel von Rio endlich einen Anschlussvertrag hat.

Eine Klimadiplomatie im Bummelzug ist aber ein schlechtes Zeichen für die bereits von den Wetterextremen betroffenen Menschen. Für sie ist die Erderhitzung längst real, die immerhin einen Bremsweg von mindestens 40 Jahren hat.

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Naturfreundejugend Bayern für intakte Natur im Isental


Prestigeprojekt A94-Isentaltrasse führt nur zu mehr Schulden und Umweltzerstörung

Berlin, 9. Dezember 2010 – Am 24. November 2010 bestätigte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München die Zulässigkeit der sogenannten Isentaltrasse der Bundesautobahn A 94 durch das oberbayerische Isental. „Damit hat sich das Gericht dem Druck der oberbayerischen Regierung gebeugt, die das ökonomisch und ökologisch höchst fragwürdige Projekt seit 34 Jahren durchzusetzen versucht“, so Leonhard Seidl, Jugendbildungsreferent der Naturfreundejugend Bayerns.

Die Naturfreundejugend Bayern lehnt den Bau der A 94 durch das Isental strikt ab. Die sogenannte Isentaltrasse würde eine Schneise der Verwüstung schlagen durch eine der letzten nahezu unberührten Flusslandschaften in Bayern mit Resten eines ursprünglichen Auwaldes. Teile des Isentals sind geschützte Flora-Fauna-Habitate (FFH), die laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) einen klaren europäischen Schutzanspruch genießen, selbst wenn sie noch nicht förmlich in die Brüsseler Liste eingetragen wurden. Insofern halten wir die Urteilsbegründung des VGH, dass „erhebliche Beeinträchtigungen für die vom europäischen Naturschutzrecht geschützten Tier- und Pflanzenarten“ nicht gegeben seien, für nicht nachvollziehbar.

Als Vertreter der jungen Generation, die die Konsequenzen der horrenden Staatsverschuldung und der allgegenwärtigen Umweltzerstörung maßgeblich zu tragen hat, empfehlen wir dringend, die kostengünstigere und umweltverträglichere Alternative des Ausbaus der bereits bestehenden Bundesstraße B 12 zu wählen. Wie das renommierte Verkehrsberatungsbüro Vieregg-Rössler feststellte, das bereits die zu erwartenden Kosten für den ehemals geplanten Transrapid korrekt berechnet hatte, würde der Neubau der A 94 rund 400 Millionen Euro kosten, der Ausbau der bereits bestehenden Bundesstraße B 12 aber lediglich etwa 200 Millionen Euro. Selbst wenn die bayerische Staatsregierung von nur etwa fünf Prozent Mehrkosten für die Isentaltrasse ausgeht, bleibt das entscheidende Gegenargument der erwartete Umweltschaden, der monetär nicht aufzuwiegen ist.

Auch das Gericht hatte immer wieder betont, dass die Isentaltrasse nicht die bessere Trasse sei. Die ökologisch und finanziell sinnvollere Lösung bleibt der Ausbau der B 12. Damit könnte auch den leidgeprüften Anwohnern der B 12, den hohen Unfallzahlen und den nachfolgenden Generationen verantwortungsvoll begegnet werden.

Die Naturfreundejugend Bayern wird kein Prestigeobjekt im Sinne des rasenden, kapitalistischen Zeitgeistes unterstützen, sondern kämpft weiterhin für eine intakte Natur im Isental. Der Schutz der Natur hat für uns oberste Priorität. Wir werden unseren friedlichen, aber entschlossenen Widerstand gegen den Bau der A 94 weiter intensivieren, bis die schwarz-gelbe bayerische Landesregierung ihren verkehrspolitischen Kurs geändert hat.

Zusätzliche Informationen www.kurzlink.de/keonda-isentaltrasse

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NaturFreunde: Auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte: Allein die Schulden bleiben

Kommerzialisierung des Spitzensports schadet dem Breitensport

Auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte: Allein die Schulden bleiben


Berlin, 7. Dezember 2010 – Zu den Folgen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Nachdem der Weltfußballverband FIFA mit der WM 2010 etwa 3,3 Milliarden Euro verdient hat, sitzt Südafrika nun auf einem großen Schuldenberg. Allein die zehn Stadien, die extra für die WM gebaut oder modernisiert wurden, verursachen einen Kostenaufwand von jährlich 150 Millionen Euro. Der Spitzensport braucht einen radikalen Umbau, denn große Sportkonzerne und Verbände wie die FIFA verdienen an der Kommerzialisierung des Spitzensportes immense Milliardenbeträge, während der Breitensport immer mehr eingeschränkt werden muss.“

Würde man allein den Aussagen der FIFA glauben, war die Fußball-Weltmeisterschaft für Südafrika und den Fußballsport eine einzige Erfolgsgeschichte: Für die 64 WM-Spiele wurden 3,18 Millionen Eintrittskarten verkauft, die Bilder aus Südafrika waren harmonisch und schön.

Tatsächlich kann die FIFA mit den Ergebnissen der WM zufrieden sein: Sie machte mit der WM 2010 einen Profit von 3,3 Milliarden Euro, bei der WM 2006 in Deutschland lag der Gewinn noch bei etwa 1,9 Milliarden Euro. Für die FIFA war der Trip nach Südafrika also durchaus profitabel. Ein Skandal aber ist, dass von diesen enormen Gewinnen der Staat Südafrika keinen Cent erhält: Südafrika musste der FIFA bereits im Vorfeld der WM völlige Steuerfreiheit einräumen – wie andere Ausrichterstaaten auch.

An der WM gut verdient hat auch die deutsche Wirtschaft. Im Vorfeld der WM wurden Aufträge im Gesamtvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro an deutsche Unternehmen vergeben. Hier waren vor allem Großkonzerne wie Siemens (Ausbau der Energieversorgung), Daimler (neue Busse) oder die Architektengruppe „von Gerkan, Marg und Partner“ (gmp) aus Hamburg beteiligt. gmp hatte die Ausschreibungen für die Stadienentwürfe in Port Elizabeth, Durban und Kapstadt gewonnen.

Dies ist vom Prinzip nicht zu verurteilen. Nicht akzeptabel ist aber, dass die lokale Wirtschaft in Südafrika nicht im gleichen Maße von der Fußball-WM profitieren konnte. Stattdessen kosteten das Land Südafrika allein der Bau und die Modernisierung der Stadien rund 1,4 Milliarden Euro. Sehr viel Geld, das nun für andere Zwecke fehlt. Mit dieser Summe hätten in Südafrika für etwa 300.000 Menschen Sozialwohnungen gebaut werden können, um sie aus den erbärmlichen Lebensbedingungen der Slums zu holen.

Insgesamt 3,4 Mrd. Euro staatlicher Mittel wurden nach Angaben der südafrikanischen Regierung für die WM aufgewendet. Trotzdem wurden die Kosten unterschätzt, sodass Südafrika nun auf einem großen Schuldenberg sitzt. Die südafrikanische Regierung geht davon aus, dass allein die zehn Stadien, die extra für die WM gebaut oder modernisiert wurden, einen Kostenaufwand von jährlich 150 Millionen Euro verursachen werden.

Dass sich die FIFA eine „goldene Nase“ verdient, während die Ausrichterstaaten auf den Folgekosten sitzen bleiben, darf zukünftig nicht mehr hingenommen werden. Der Spitzensport braucht einen radikalen Umbau, denn große Sportkonzerne und Verbände wie die FIFA verdienen an der Kommerzialisierung des Spitzensportes immense Milliardenbeträge, während der Breitensport immer mehr eingeschränkt werden muss. Hier werden Angeboten gekürzt, auch weil Gelder für den Ausbau von Schwimmhallen und Turnhallen fehlen.

Megaereignisse wie die Fußball-WM werden immer stärker an Profitinteressen und immer weniger an den Bedürfnissen des „normalen“ Sports ausgerichtet. Diese Tendenz schadet dem Sport und darf nicht weiter gefördert werden.

Die NaturFreunde Deutschlands treten dafür ein, dass in einem ersten Schritt die Gewinne solcher Großereignisse in den jeweiligen Ländern bleiben müssen und für die Förderung des Breitensportes eingesetzt werden.

Breitensportangebote der NaturFreunde Deutschlands: www.natursport.naturfreunde.de

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NaturFreunde: Stuttgart 21- Chance vertan, eigentlicher Konflikt nicht gelöst

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 1. Dezember 2010:


Stuttgart 21: Chance vertan, eigentlicher Konflikt nicht gelöst

Berlin, 1. Dezember 2010 – „Es ist interessant, wie der ‚alte Fuchs‘ Heiner Geißler beim Stuttgarter Schlichtungsversuch noch versucht hat, die Kurve zu kriegen“, kommentiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den Abschluss der Schlichtung um Stuttgart 21. „Aber Geißler hat seine Chance nicht genutzt. Der eigentliche Konflikt ist mit dem Vorschlag „S 21 plus“ in der Sache noch längst nicht gelöst.“

Schon vor Beginn der Gespräche war klar, dass eine Schlichtung der falsche Begriff sein würde. In Stuttgart funktionierte nicht, wie Geißler anfangs unter Verweis auf seine Schlichtertätigkeit bei Tarifkonflikten sagte, dass die eine Partei acht Prozent fordere und die andere nur vier zugestehe, sodass ein Vorschlag von sechs Prozent eine Lösung bringe.

In der Debatte um Stuttgart 21 (S21) geht es vielmehr um den Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Denkweisen. Das Bahn-Konzept stammt noch aus dem Denken der achtziger Jahre, als die Bahn vor allem die großen Beschleunigungskonzepte zwischen den Metropolen verfolgt hat. Warum unter diesem ideologischen Dach nicht auch die Tieferlegung des Frankfurter Hauptbahnhofs gefordert wurde, ist wohl nur mit den hohen Kosten zu erklären.

Nun also hat Geißler ein Festhalten an S21 empfohlen und den Vorschlag aufgrund verschiedener und durchaus sinnvoller Auflagen „S 21 plus“ genannt. Nur ist der Konflikt in der Sache damit nicht gelöst. Fast drängt sich der Eindruck auf, Geißler wollte seinem Parteifreund Stefan Mappus helfen – zumal der baden-württembergische Ministerpräsident im Vorfeld schon davon sprach, nochmals bis zu 500 Millionen Euro draufzulegen, wenn S21 kommen sollte. Nun muss wiederum auch sein Parteifreund Peter Ramsauer mitmachen, denn die Mehrkosten gehen zu einem erheblichen Teil zulasten des Bundes und damit zulasten anderer verkehrspolitischer Projekte.

Heiner Geißler hat seine Chance nicht genutzt. Er hat das Thema verlagert auf die Demokratiefrage, weil unsere Zeit mit komplexen Entscheidungen und neuen Kommunikationsmöglichkeiten auch neue Formen der Willensbildung braucht. Das ist richtig – aber eben nur eine Seite. Geißler gibt keine Antwort auf die Ursachen des zunehmenden gesellschaftlichen Unbehagens über Megaprojekte und die herrschende Wachstumsideologie. Er antwortet mit neuen Formen, aber nicht mit neuen Inhalten. Das ist schade.

Wahrscheinlich waren die Schlichtungsgespräche zeitlich doch zu nah zur bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, sodass die Offenheit, die dieses Thema braucht, leider nicht gegeben war.

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NaturFreunde: Stuttgart 21 kein Ausgangspunkt für nachhaltige Stadtentwicklung

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 30. November 2010:


Stuttgart kein Ausgangspunkt für nachhaltige Stadtentwicklung

Unsere Gesellschaft wird weiterhin von Sachzwängen in Geiselhaft genommen

Berlin, 30. November 2010 – Zu Heiner Geißlers Schlichterspruch zum umstrittenen Milliardenprojekt „Stuttgart 21“ (S21) erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Die Rechnung von Mappus & Co., einen S21-Kritiker zu nehmen, um das eigene Anliegen durchzusetzen, ist aufgegangen. Heiner Geißler hat es genossen, wochenlang im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Doch als es darauf ankam, hat er zurückgezuckt.

Stuttgart hat es damit versäumt, zum Ausgangspunkt für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu werden. Selbst wenn S21 nun etwas sozialer, ökologischer und leistungsfähiger werden sollte, selbst wenn die neue Sprachregelung „S21 plus“ einen Mehrwert suggeriert: Auch Geißler hat bestätigt, dass ein erneuerter Kopfbahnhof realisierbar wäre und die Kritik der S21-Gegener berechtigt sei. Doch aufgrund der hohen Ausstiegskosten von mindestens einer Milliarde Euro – letztlich für nichts – und der mangelnden Bereitschaft der Bahn, die bereits erhaltene Baugenehmigung wieder zurückzugeben, sei eine Abkehr von S21 unrealistisch.

Da sind sie wieder, die scheinbaren Sachzwänge, die unsere Gesellschaft zunehmend in Geiselhaft nehmen. In Stuttgart geht es nicht nur um den Bau eines neuen Hauptbahnhofes. Es geht auch um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einer Wachstumsphilosophie, die längst an ihre Grenzen geraten ist. Das „Schneller, Höher, Weiter“ wird jetzt auch in der Mitte der Gesellschaft massiv angezweifelt.

Die Menschen haben deutlich gezeigt, dass sie nicht mehr mitmachen, wenn sie derartig teure Projekte und fragwürdige Prestigeobjekte nur noch abnicken sollen. Insofern waren und sind die Demonstrationen um S21 ein Zeichen der Hoffnung, ein Indiz für eine immer stärker werdende Opposition zum Beschleunigungs- und Wachstumswahn in unserer Gesellschaft.

Diese Gegenbewegung hat das Potenzial, eine breite gesellschaftliche Debatte über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der herrschenden Wachstumsideologie anzustoßen. Und spätestens bei der baden-württembergischen Landtagswahl im März 2011 haben auch wieder die Wähler das Wort.

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NaturFreunde: Erhöhte Krebsrate im Umfeld von ASSE weiteres Alarmsignal

Pressemitteilung des Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 28. November 2010:


Berlin, 28. November 2010 – Zur Häufung von Krebsfällen im Gebiet um das Atommülllager Asse erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller: „Selbst wenn es keine Kausalitätsbeweise gibt, nimmt doch die Plausibilität derartiger Warnungen immer stärker zu. Schon die sogenannte ‚KIK-Studie’ der Universität Mainz hatte festgestellt, dass die Erkrankungen von Kindern im Fünf-Kilometer-Umkreis von Atomkraftwerken um 120 Prozent höher liegen.“

Auf die deutlich erhöhte Krebsrate im Umfeld von Atomkraftwerken hatte in den letzten Monaten mehrmals der Vorsitzende der Naturfreundejugend Deutschlands Kai Niebert hingewiesen. Doch nicht nur der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Volker Kauder empörte sich über dessen Hinweise. In der Talk-Runde bei Maybrit Illner bezeichnete auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Aussagen als verantwortungslos. Und der selten sachkundige Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel wollte derartige Behauptungen sogar verbieten lassen.

Dabei war amtlichen Stellen seit einiger Zeit bekannt, dass auch im Umfeld des Atomlagers Assse eine deutlich höhere Krebsrate festgestellt worden ist: bei Männern eine doppelt so hohe Leukämierate, Frauen erkrankten dreimal mehr an Schilddrüsenkrebs.

Selbst wenn es keine Kausalitätsbeweise gibt, nimmt doch die Plausibilität derartiger Warnungen immer stärker zu. Schon die sogenannte „KIK-Studie“ der Universität Mainz hatte festgestellt, dass die Erkrankungen von Kindern im Fünf-Kilometer-Umkreis von Atomkraftwerken um 120 Prozent höher liegen als im bundesweiten Durchschnitt.

Vorsorge und Verantwortung verlangen es, diese alarmierenden Hinweise ernst zu nehmen. Warum aber ignoriert die Bundesregierung diese Fakten? Zwar gibt sie zu, dass Zusammenhänge nicht ausgeschlossen werden können. Das war es dann aber auch schon.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, den gefährlichen Irrweg der Atomenergie unverzüglich zu verlassen. Ansonsten muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, vorsätzlich gegen den Schutz der Umwelt und der Gesundheit zu handeln.


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NaturFreunde Deutschlands unterstützen Großdemonstration in Greifswald

Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, vom 26. November 2010:

Castor-Transporte nach Lubmin stoppen!

NaturFreunde Deutschlands unterstützen Großdemonstration in Greifswald


Berlin, 26. November 2010 – Zur Anti-Castor-Demonstration am 11. Dezember 2010 in Greifswald erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Demonstration am 11. Dezember 2010 in Greifswald unter dem Motto ‚Castor-Transporte nach Lubmin stoppen!‘ Laut Informationen der Anti-Atom-Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern werden in Lubmin schon für den 16. Dezember 2011 Castortransporte aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage Cadarache erwartet.“

Die NaturFreunde rufen Mitglieder und Freunde dazu auf, sich an der Demonstration für die ganze Familie am 11. Dezember 2010 in Greifswald zu beteiligen. Gemeinsam mit anderen Verbänden und Initiativen werden die NaturFreunde wieder mithelfen, Busse zu organisieren.

Die NaturFreunde unterstützen die Aufrufe der verschiedenen Standortinitiativen, entlang der Transportstrecke durch das Bundesgebiet ihren Widerstand und Protest zu manifestieren! Mit bunten Protesten und sichtbaren Zeichen werden wir an der Transportstrecke deutlich machen, dass die Bevölkerung keine Castor-Transporte durch Deutschland will.

Die NaturFreunde werden sich auch aktiv dafür einsetzen, den Protest innerhalb der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern zu verbreiten und um Lubmin eine Grundstimmung wie im Wendland zu schaffen. Wir wollen erreichen, dass sich die gesamte Region den Castor-Transporten entgegenstellt. Die Großdemonstration in Greifswald ist der Auftakt einer Reihe von weiteren Veranstaltungen in der Region.

Nun geht es darum, mit den verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Verbänden und Organisationen in der Region über gemeinsame Widerstandsformen ins Gespräch zu kommen und Landwirte, Gewerkschaften, Kirchen und Vereine der Region für den Widerstand zu sensibilisieren.

Auch in Lubmin wollen wir erreichen: Der Castor kommt nicht durch!

www.kurzlink.de/castor-lubmin


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NaturFreunde: Atommüllexporte nach Russland müssen verboten werden

Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, vom 24. November 2010:


Atommüllexporte nach Russland müssen verboten werden

NaturFreunde Deutschlands fordern Bundestag auf, Staatsvertrag mit Russland zu verhindern

Berlin, 24. November 2010 – Zu den beantragten Atommüll-Transporten vom nordrhein-westfälischen Atommüll-Zwischenlager Ahaus in die russische Atomanlage Majak erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Die russische Atomanlage Majak befindet sich in einem katastrophalen sicherheitstechnischem Zustand. Majak hat sich zu einem atomaren Zentrum entwickelt, in dem Atomschrott aus vielen Teilen der Welt in einer völlig veralteten Aufbereitungsanlage zu unvorstellbaren umweltpolitischen Bedingungen verarbeitet wird.

Dass 951 abgebrannte Brennelemente von Ahaus nach Majak transportiert werden sollen, ist völlig inakzeptabel. Die NaturFreunde Deutschlands fordern nicht nur die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, jegliche Atommüllexporte zu verbieten, sondern erwarten auch von der Bundesregierung, dass sie einen geplanten Staatsvertrag mit Russland, der Atommülltransporte nach Russland ermöglicht, nicht unterzeichnet.

Majak ist ein atomarer Ramschladen, der zu Dumpingpreisen Atomschrott aus aller Welt abnimmt und die Region immer weiter atomar verseucht. Viele Atomkonzerne der Welt „entsorgen“ so ihre Probleme auf Kosten der Umwelt und der Menschen in der Region um Majak. So lässt die völlig veraltete Aufbereitungsanlage radioaktives Wasser in den Fluss Tetscha ab. Durch künstliche Kanäle und Staustufen wird die radioaktive Fracht in den 240 Kilometer entfernten Irtjasch-See transportiert. An den Flussufern leben Menschen und bauen Lebensmittel auf atomar verseuchten Feldern an. Die Leukämie hat dort massiv zugenommen und viele Kinder leiden an Krebs. Die Region um Majak gilt zusammen mit der Region Tschernobyl als am stärksten radioaktiv verstrahlte Region der Erde.

Die Stadt Majak ist eine Festung. Zu Sowjetzeiten wurde dort Plutonium für das sowjetische Atomwaffenprogramm hergestellt. Es war eine „geheime Stadt“, auf keiner Landkarte eingezeichnet. Viele Unfälle haben die Gegend radioaktiv verstrahlt. Ohne Genehmigung darf niemand Majak betreten.

Deshalb ist es skandalös, dass bundesdeutscher Atommüll in diese verseuchte Region abgeschoben werden soll. Hier wird versucht, die Belastungen der Atomtechnologie auf eine andere Region zu übertragen. Die Verantwortlichen akzeptieren dabei, dass durch deutschen Atommüll die Gegend um Majak noch stärker verstrahlt wird. Selbst das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat darauf hingewiesen, dass der Atomkomplex in Majak sanierungsbedürftig ist.

Der Transport des Atommülls nach Majak wurde vom Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf beantragt. Der Verein hat sogar öffentlich erklärt, dass die Entsorgung in Russland vor allem aus Kostengründung durchgeführt werden soll. Beim geplanten Transport geht es um Atommüll aus dem früheren DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Das Land Sachsen hatte die 951 Brennelemente im Frühjahr 2005 mit 18 Castor-Behältern nach Ahaus bringen lassen, da Rossendorf als Zwischenlager für Atommüll nicht zugelassen ist.

Die NaturFreunde Deutschlands werden aktiv dazu beitragen, dass keine Atommülltransporte nach Russland stattfinden und den Widerstand gegen diese Transporte in den betroffenen Ländern unterstützen.

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Naturfreundejugend: Zombies am Brandenburger Tor

Zombies am Brandenburger Tor


Berlin, 23.11.2010: Mit einer kreativen Aktion haben politische Jugendverbände am Dienstag in Berlin gegen die schwarz-gelben Sparpläne demonstriert. Während im Bundestag über den Haushalt 2011 debattiert wurde, rissen zwei “Zombies” am Brandenburger Tor symbolisch ein Schwimmbad ein – ein Vorgeschmack auf reale Kürzungen in der Infrastruktur.

Touristen, Polizisten, Journalisten und Berliner auf dem Weg zur Arbeit staunten am Dienstag nicht schlecht, als eine von Jugendlichen errichtete Kartonmauer von zwei mit Schutzanzügen bekleideten und schwarz-gelbem Klebeband eingewickelten Gestalten eingerissen wurde. Doch wurde hier nicht etwa des Falls der Berliner Mauer gedacht oder einer der zahlreichen Blockbusterfilme mit Berlin als Kulisse gedreht. Eine Initiative aus verschiedenen Jugendverbänden wie der Grünen Jugend und der Jusos hatte unter dem Motto „Ändert DAS!“ zur medienwirksamen Protestaktion eingeladen.Auf den Kartons prangte das Bild eines Schwimmbades, das symbolisch eingerissen wurde. Die Veranstalter wollten auf mögliche Ergebnisse der Sparpolitik der Bundesregierung hinweisen, denn heute begannen in Berlin nicht nur die Zombies zu wüten, sondern auch der Bundestag mit seinen Haushaltsberatungen. „Schwarz-Gelb schädigt junge Menschen jetzt und in Zukunft“, sagte der Juso-Vorsitzende Sascha Vogt. „Studiengebühren, fehlende Ausbildungsplätze und Bibliotheken nehmen Jugendlichen heute die Bildungschancen. Schwarz-Gelb fördert den Fachkräftemangel!“

Die am Dienstag begonnene Kampagne hat verschiedene Schwerpunkte. „Vor allem die Themen Umwelt und Erneuerbare Energien spielen eine herausragende Rolle“, erläuterte Julia Römer, Mitglied der Bundesjugendleitung der BUNDjugend. Das Energiekonzept der Bundesregierung sei kein Beitrag zum Klimaschutz. „Innerhalb dieser Kampagne fordern wir gemeinsam mit unseren Bündnispartnern aktiven Klimaschutz und eine generationengerechte Perspektive ein.“
Gegen Rechts

Der Vorsitzende der Naturfreundejugend Kai Niebert kritisierte mit Kind auf dem Arm : „Die Bundesregierung stellt sich mit ihrer Energiepolitik konsequent gegen die Interessen von Kindern und Jugendlichen: Die Laufzeitverlängerung führt zu mehr Blutkrebs bei Kindern, mehr Atommüll und weniger Ausbildungsschancen im Bereich der Erneuerbaren. Deswegen fordern wir: Ändert das!“

Und auch der Kampf gegen Rechts spielt für die politischen Verbände eine wichtige Rolle. Gesine Agena, Bundessprecherin der Grünen Jugend, erklärte: „Wer sich aktiv gegen Nazis wendet, wird von der Bundesregierung verhöhnt.“ Im Mittelpunkt der Kritik steht die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, Links- und Rechtsextremismus künftig gleich behandeln zu wollen. Gesine Agena bezeichnet dies als „absurde Pläne“, denn sie untergrüben das demokratische Engagement vieler Jugendlicher gegen Rassismus und Nationalismus in ganz Deutschland. „Es darf nicht sein, dass das Einstehen für demokratische Werte kriminalisiert wird.“
Zustimmung aus Belgien

Unerwartete Unterstützung bekamen die jungen Leute aus dem Ausland. Mitten in ihre Aktion mischte sich eine Gruppe Senioren aus Belgien, die kurzerhand die Aussagen der jungen Aktivisten vom Reiseleiter übersetzt bekamen. Und siehe da: Auch in Belgien werden die Konsequenzen von Sparmaßnamen erkannt und verstanden. So erhielten die Aktivisten nicht nur Anerkennung für ihre tolle Aktion, sondern auch viel Applaus. Einige wurden sogar zum Motiv fürs Fotoalbum. „Die Probleme kennen wir in Belgien auch, aber dass die Jugendlichen etwas dagegen tun, nicht“, wusste der Reiseleiter zu berichten.


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NaturFreunde: Cancún: The same procedure as every year

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 23. November 2010:


Cancún: The same procedure as every year

Auch die UN-Klimakonferenz in Mexiko wird leer laufen

Berlin, 23. November 2010 – Diese Woche beginnen die ersten Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Cancún. „Es ist wie bei ‚Dinner for One‘, dem berühmten Sketch von Miss Sophie und ihrem Butler James. Bei den UN-Klimakonferenzen wiederholt sich stets derselbe Vorgang“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Erst werden die Klimakonferenzen mit gewaltigen Erwartungen aufgeladen, dann kommt es zu einem enttäuschenden Verlauf und schließlich muss dennoch das Ganze wieder schöner geredet werden – damit es weiter gehen kann, obwohl das Desaster längst offenkundig ist.“

Tatsächlich reihte sich bisher ein Scheitern der UN-Klimakonferenzen an das nächste. Und nachdem in Kopenhagen kein Anschluss für den Kyoto-Vertrag gefunden werden konnte, wird es in Cancún noch unerfreulicher werden: China hat schon erklärt, sich nicht auf ein verbindliches Ziel einzulassen und in den USA haben sich die politischen Verhältnisse gedreht – dort ist an ein Klimaschutzgesetz nicht mehr zu denken. Auch die EU erlebt einen schleichenden Abschied von den ökologischen Zielen, die deutsche Bundeskanzlerin hat längst die Seiten gewechselt.

Die Beratungen in Mexiko beginnen mit dem sogenannten Clean Development Mechanism (CDM). Damit „verkaufen“ die Industrieländer den Nicht-Kyoto-Ländern Klimaschutzmaßnahmen, die den Verkäufern angerechnet werden, wenn sie einen Zusatz zu ihren eigenen Klimaschutzmaßnahmen ergeben. Dieses Instrument war bei den Naturschutzverbänden von Anfang an umstritten und ist mittlerweile auch durch Missbrauch ins Gerede gekommen: weil die „Zusätzlichkeit“ oftmals fragwürdig ausgelegt wurde und dann Treibhausgase mit einer hohen Kohlendioxid-Wertigkeit reduziert wurden, die einen hohen Gewinn einbringen, obwohl ihr Einsatz gar nicht notwendig war. Beispielsweise sehr klimaschädliche Mittel in der Kältetechnik gehören hierzu.

Die verbindliche Festlegung auf eine globale Erwärmungsobergrenze von zwei Grad Celsius ist auch bei den weiteren Verhandlungen nicht zu erwarten. Wahrscheinlich wird es wieder bei Absichtserklärungen bleiben und Maßnahmen werden vorgeschlagen, die weit hinter der notwendigen Kohlendioxidsenkung zurückbleiben. Besondere Streitpunkte werden die Anrechnung von Wald- und Bodensenken sein, mit denen sich einige Länder von Reduktionspflichten freikaufen wollen. Ebenfalls umstritten sind die Finanzierungsmechanismen eines Klimafonds.

Bis zuletzt werden die Staaten nur an sich selbst denken – und an die Steigerung des Wachstums. Seit der Finanzkrise spielt die ökologische Modernisierung nur noch eine untergeordnete Rolle. Die historische Chance, die Finanzkrise für einen Umbau zu nutzen, wurde vertan.

So wird auch Cancún leer laufen – oder angelehnt an Miss Sophie: The same procedure as every year.

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NaturFreunde bei „Montagsdemonstration“ in Stuttgart

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 22. November 2010:


NaturFreunde bei „Montagsdemonstration“ in Stuttgart

Stuttgart, 22. November 2010 – Tag der Umweltverbände: An den „Montagsdemonstrationen“ gegen Stuttgart 21 werden heute unter anderem der Vorsitzende des BUND Prof. Hubert Weiger und der Vorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller teilnehmen.

Die NaturFreunde werden anschließend noch eine Veranstaltung im Gewerkschaftshaus unter dem Titel „Stuttgart 21 – Kathedrale einer untergehenden Zeit“ durchführen. Das Ziel ist es, die Positionen der Umweltverbände gegen die Philosophie des „Schneller – Höher – Weiter“ klarzumachen. Denn in Stuttgart geht es nicht nur um den Bau eines neuen Hauptbahnhofes und gewaltige Immobilieninteressen, es geht auch um eine Auseinandersetzung mit einer Wachstumsphilosophie, die heute an Grenzen gerät. In Stuttgart treffen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander, so dass auch der Begriff der Schlichtung falsch ist. Es geht in Wahrheit darum, ob wir fähig sind, den Anforderungen und bedrängenden Fragen einer veränderten Welt noch gerecht zu werden. Stuttgart steht für eine alte, niedergehende Welt, die Demonstrationen für den Versuch, uns aus der Sachzwanglogik zu befreien. Die Menschen machen zu recht nicht mehr mit, wenn sie derartig teure Projekte und fragwürdige Prestigeobjekte nur abnicken sollen.

Die NaturFreunde Deutschlands sehen in Stuttgart 21 die Chance, eine klärende Diskussion zu führen. Und über dieses Projekt muss letztlich ein Volksentscheid bestimmen, ob der Bahnhof kommt oder nicht.


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NaturFreunde: Einsatz der französischen Polizeisondertruppe ist verfassungswidrig


Zum Einsatz von Angehörigen der französischen „Compagnies Républicaines de Sécurité“ (CRS) während der Castor-Aktionen erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch:

Einsatz der französischen Polizeisondertruppe ist verfassungswidrig

– Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden –

Es ist völlig inakzeptabel, dass bei den Castor-Protesten im Wendland neben der Bundespolizei und der Landespolizei auch Einheiten der französischen CRS (Compagnies Républicaines de Sécurité) im Einsatz waren. Fotos belegen eindeutig, dass sich Mitglieder der CRS aktiv an einem Einsatz während der Räumung einer Schienenblockade im Wendland beteiligt haben. Auch zeigen die Bilder, dass von Seiten der französischen CRS-Mitglieder hier auch massiv gegen Demonstrierende vorgegangen wurde. Die Fotos von einem französischen CRS-Polizisten mit Teleskopschlagstock und Schusswaffe sind dabei eindeutig. Die NaturFreunde erwarten eine sofortige Aufklärung durch die zuständigen Innenministerien und Konsequenzen gegen die Verantwortlichen. Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass durch die schwarz-gelbe Innenpolitik das Grundgesetz immer weiter ausgehöhlt wird.

Wenn von Seiten des Innenministeriums anfangs behauptet wurde, die CRS-Mitglieder seien lediglich zur Beobachtung im Wendland gewesen, wurde hier glatt die Unwahrheit behauptet. Zwischenzeitlich geben die Verantwortlichen im Bundesinnenministerium zu, dass mindestens ein CRS-Polizist sich aktiv an einer Aktion beteiligt hat. In der offiziellen Stellungnahme des Bundesinnenministeriums wird behauptet: „Artikel 28 des Prümer Vertrages lässt Nothilfe durch ausländische Polizisten zu.“ Dabei zeigen die Bilder keinerlei Situationen, in denen es zu einer Situation gekommen wäre, die auch nur ansatzweise den Begriff der „Nothilfe“ rechtfertigt.

Schon aus verschiedenen Widerstandsaktionen in Frankreich ist bekannt, dass die kasernierten CRS-Einheiten, die eine faktisch paramilitärische Polizeitruppe darstellen, für ihre brutalen Einsätze gegen Demonstranten in Frankreich berüchtigt sind.

Es zeigt sich immer deutlicher, dass die offizielle Polizeitaktik, die vom niedersächsischen Innenministerium und vom Bundesinnenministerium durchgesetzt wurde, bewusst auf Konfrontation mit den Demonstrantinnen und Demonstranten angelegt wurde. Durch die Beteiligung der französischen Sondereinheiten an dem Einsatz wird versucht, den Polizeieinsatz gegen friedliche Demonstrierende zu internationalisieren und das Grundgesetz immer weiter auszuhöhlen.

Die Polizei wird hier als „Rammbock“ für unverantwortliche Politik missbraucht. Die NaturFreunde erwarten, dass die Verantwortlichen dieser nicht akzeptablen Politik zur Rechenschaft gezogen werden.


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NaturFreunde: Die Tricks der Bundesregierung


Die Tricks der Bundesregierung
Norbert Röttgen auch in der Atomfrage immer knapp neben der Wahrheit

Berlin, 8. November 2010 – “Es ist zwar falsch – aber legitim – wenn sich die Union für die Atomkraft einsetzt”, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vor dem Hintergrund der anhaltenden Castorporteste. “Fragwürdig, ja unakzeptabel ist jedoch, wenn Norbert Röttgen die Nutzung der Atomenergie verteidigt, obwohl sie mit den Grundsätzen und Prinzipien seines Amtes als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit nicht vereinbar ist”, so Müller weiter.

Aktuelle Informationen über die Castorproteste: www.kurzlink.de/castor-proteste

Natürlich ist sein Dilemma zu verstehen, dass er in einer Partei ist, die das Gegenteil von dem vertritt, was von ihm gefordert wird. Doch statt offen mit diesem Konflikt umzugehen, was ihm Unterstützung und Sympathie einbringen würde, trickst er und stellt Behauptungen auf, die mit der Wahrheit nichts zu tun haben.

In der Energiepolitik haben sich der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und die vier großen Verbundgesellschaften EnBW, Eon, RWE und Vattenfall durchgesetzt – aber Roettgen spricht von einer Energierevolution. Der Umweltminister lobt die Bundesregierung und sich selbst in höchsten Tönen für die angeblich ehrgeizigste Klimaschutzpolitik, obwohl es bis heute nicht eine neue Initiative gegeben hat.

Besonders dreist waren seine Interviews zu den Demonstrationen in Gorleben. Er hat mit seinen Unwahrheiten die Fronten verschärft. Denn:

1. Herr Röttgen behauptet, in den letzten 10 Jahren wären SPD und Grüne verantwortungslos mit der Entsorgungsfrage umgegangen, weil sie kein Konzept vorgelegt hätten. Das ist die Unwahrheit, denn das Konzept ist da. Weil es aber die Standortfrage ergebnisoffen behandelt, ist es von CDU/CSU (Herr Röttgen war als Parlamentarischer Geschäftsführer dabei) blockiert worden. Die Union fürchtete nämlich, dass auch Standorte in Bayern und Baden-Württemberg untersucht worden wären.

2. Herr Röttgen behauptet auch, SPD und Grüne hätten sich mit dem Moratorium zu Gorleben verantwortungslos verhalten, weil dadurch das Entsorgungsproblem auf die lange Bank geschoben wurde. Er sagt die Unwahrheit, denn tatsächlich war das Moratorium die Voraussetzung, um eine offene Standortsuche zu eröffnen.

3. Herr Röttgen hat bei einer Entmachtung des zuständigen, aber kritischen Bundesamtes für Strahlenschutz wieder Gorleben als Standort festlegt. Er behauptet, dadurch das Verfahren wieder zu öffnen. Stimmt nicht, denn er lässt keine Alternativen zu. Es geht nur um Gorleben.

4. Herr Röttgen behauptet, die Sicherheitsvorschriften für Atomkraftwerke dynamisch zu verschärfen, obwohl er das neue Kerntechnische Regelwerk, das zuvor vor allem die unionsgeführten Bundesländer abzuschwächen und zu blockieren suchten, außer Kraft gesetzt hat.

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NaturFreunde: NO PASARAN: Die Atompolitik der Regierung wird scheitern – Sie kommen nicht durch!

Zu den aktuellen Aktionen gegen die Castor-Transporte erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde, Uwe Hiksch:


NO PASARAN: Die Atompolitik der Regierung wird scheitern: Sie kommen nicht durch!

Wir erleben eine große, junge und aktionsorientierte Anti-Atom-Bewegung, die sich aktiv den Castor-Transportern entgegenstellt. Mit zehntausenden von Menschen, die sich bei Demonstrationen, Trecker-Blockaden, Sitzblockaden, Castor Schottern und anderen kreativen Widerstandsformen den Castor-Transport entgegenstellen, zeigt die Anti-Atom-Bewegung, dass sie sich nicht spalten läst.

Trotz zwischenzeitlich mehrmaliger harter Übergriffe durch die Polizei verhalten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten völlig im Rahmen des gemeinsam gefundenen Aktionskonsens und zeigen deutlich, dass die Gewalt durch die Politik des Atomstaates ausgeht. Erste Videos zeigen Polizisten, die Demonstranten bewusst in das Gesicht schlagen. Ein solches Vorgehen ist nicht hinnehmbar. Die betroffenen Polizisten müssen hierfür zur Rechenschaft gezogen werden. Überdeutlich zeigt sich auch hier wieder, dass endlich eine Kennzeichnungspflicht für alle Polizeibeamten gesetzlich vorgeschrieben wird.

Der Versuch der Atom-Politiker die Anti-Atom-Bewegung in „guten und bösen Widerstand“ zu spalten ist fehlgeschlagen. Die Anti-Atom-Bewegung hat im Wendland gezeigt, dass sie durch den kreativen und sehr unterschiedlichen Widerstand stärker geworden und kraftvoll gewachsen ist.

In den nächsten Stunden werden sich weiterhin tausende von Menschen den Castor entgegenstellen und zeigen, dass sie sich diese Atompolitik nicht mehr gefallen lassen. Der Widerstand gegen den Castor-Transport zeigt: Sie komme nicht durch mit ihrer Atompolitik!

NaturFreunde sagen Nein zur Atomkraft

Einstimmig haben sich die NaturFreunde am Freitag bei ihrer regulären Bundesausschusssitzung hinter den Widerstand gegen die Atomenergie gestellt und ein sofortiges Ende der menschenverachtenden Atomstromproduktion gefordert.


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NaturFreunde: Grundsatzpapier ist ein Angriff auf die Umwelt- und Klimapolitik

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 5. November 2010:

Rainer Brüderle ohne zukunftsfähiges Industriekonzept


Berlin, 5. November 2010 – „Das am Donnerstag von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vorgelegte Grundsatzpapier zur Industriepolitik kann nur als Angriff auf die Umwelt- und Klimapolitik gedeutet werden“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller und stellt fest: „Brüderles Konzept und der Umstand, dass er noch zu den starken Kräften in einem äußerst schwachen Kabinett gezählt wird, sagen aber auch alles über den Zustand der Regierung.

Brüderles Grundsatzpapier zur Industriepolitik: www.kurzlink.de/FDP-Industriepolitik

Im Grundsatzpapier zur Industriepolitik wird behauptet, dass die ökologische Modernisierung nur im internationalen Kontext möglich sei, stets die preiswerteste Maßnahme zu nehmen seien, der Klimaschutz hinter Wachstumsinteressen zurücktreten müsse, energieintensive Unternehmen selbstverständlich zulasten der Verbraucher zu schonen seien und schließlich das Ordnungsrecht hinter marktwirtschaftlichen Instrumenten zurückstehen müsse. Und natürlich begrüßt Brüderle die Atomenergie und das Nichtkonzept zur Energiepolitik.

Dass die konzeptionelle Schwäche des ehemaligen Wirtschaftsministers Michael Glos nicht mehr zu überbieten sei, war noch vor zwei Jahren gängige Meinung der Journalisten. Doch Rainer Brüderle schafft das locker.

Noch kein Minister zuvor hatte sich so offen gegen den Klimaschutz gestellt, mit dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eigentlich politisch profilieren wollte. Doch obwohl ihr FDP-Wirtschaftsminister ihre politischen Ziele infrage stellt, schweigt Angela Merkel. Erstaunlich ist auch, dass der Wirtschaftsminister für seine schrägen Thesen Zustimmung aus der CDU/CSU-Fraktion bekommt, namentlich vom wirtschaftspolitischen Sprechen Joachim Pfeifer.

Ist die Bundeskanzlerin so schwach, dass sie sich dazu nicht äußerst – oder ist es ihr egal, dass ihre Politik zerpflückt wird? Beruhigend ist zwar die Tatsache, dass Brüderle kein Mann der Tat ist, sondern ein Windmacher und Sprücheklopfer.

Aber seine Amtszeit ist eine verlorene Zeit für die ökologische Modernisierung.

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NaturFreunde: Mehr als 1.500 Berliner wollen den Castor stoppen

Mehr als 1.500 Berliner wollen den Castor stoppen

Anti-Atom-Mobilisierung ist voller Erfolg, weitere Aktionen folgen


Berlin, 3. November 2010 – Zur Mobilisierung für die anstehenden Castor-Proteste im Wendland erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin:

Die gemeinsame Mobilisierung für die anstehenden Castor-Proteste im Wendland durch verschiedene Berliner Gruppierungen und Parteien ist ein voller Erfolg. Am kommenden Wochenende werden sich mehr als 1.500 Berlinerinnen und Berliner auf den Weg ins Wendland machen, um gegen die anstehenden Castor-Transporte zu demonstrieren und sich mit sehr unterschiedlichen Widerstandsformen gegen die unverantwortliche Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung zu wehren. Die Berliner Atomgegner werden sich dabei etwa zur Hälfte auf die Kundgebung in Dannenberg sowie die Widerstandscamps im Wendland verteilen. Die NaturFreunde unterstützen aktiv die Organisation der Castor-Demonstration und auch der Busse, die ins Wendland fahren.

Durch die intensive Zusammenarbeit der sehr unterschiedlichen Initiativen, Organisationen und Verbände haben sich auch in Berlin erweiterte Möglichkeiten für den Widerstand gegen die Atomenergie eröffnet. Die Atomgegner werden sich auch in der Hauptstadt stärker gegen die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke engagieren. Wir nehmen es einfach nicht widerstandslos hin, dass etwa der Atomkonzern Vattenfall mit den zwei Schrottreaktoren Krümmel und Brunsbüttel die Gesundheit von Millionen Menschen bedroht. Bereits jetzt werben viele Organisationen dafür, dass alle Menschen, die „Nein“ zur Atomenergie sagen, Vattenfall die „Rote Karte“ zeigen und den Stromanbieter wechseln.

Die NaturFreunde rufen alle Mitglieder und Anti-Atom-Aktive auf, sich gegen den Castor zu wehren. Es zeigt sich heute überdeutlich, dass die Anti-Atom-Bewegung nicht nur eine kreative und bunte, sondern auch eine entschlossene Bewegung ist. Die Anti-Atom-Bewegung wird sich mit dem Verlängerungsbeschluss der schwarz-gelben Bundesregierung nicht abfinden und sich gegen die Atomkraft wehren, bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind.

Mehr Informationen über die Castorproteste: www.kurzlink.de/atom-castor

Atomausstieg selber machen: www.atomausstieg-selber-machen.de


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NaturFreunde für gentechnikfreie Zonen aktiv


Berlin, 1. November 2010 – Die NaturFreunde Deutschlands wollen sich stärker an Initiativen für die Schaffung gentechnikfreier Regionen und Kommunen in Deutschland beteiligen. „Vier von fünf Bürgerinnen und Bürgern lehnen den Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ab, eine klare Kennzeichnung von Gen-Produkten verlangen sogar 95 Prozent aller Konsumenten“, erklärte Eckart Kuhlwein, Mitglied des Bundesvorstandes der NaturFreunde Deutschlands auf einer Fachtagung der NaturFreunde im Steigerwald. Weder seien die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit hinreichend bekannt, noch die ökologischen Risiken der Agro-Gentechnik nur annähernd abschätzbar, so Kuhlwein.

Alle Landes-, Bezirksverbände, Ortsgruppen und Naturfreundehäuser sollen aufgefordert werden, in lokalen Bündnissen Aktionen für das Verwendungsverbot von gentechnisch veränderten Organismen oder daraus hergestellten Produkten einzutreten. Das sieht ein Antrag an den NaturFreunde-Bundeskongress 2011 in Hannover vor, der kürzlich auf einer Verbandstagung des Fachbereichs Umwelt- und Naturschutz, Sanfter Tourismus in Ebrach im Steigerwald beschlossen wurde. Damit werde auch eine Kampagne des BUND zur Schaffung gentechnikfreier Regionen in Deutschland (www.gentechnikfreie-regionen.de) unterstützt.

Denn das 2008 novellierte Gentechnikgesetz erleichtert es nicht nur Landwirten, die Gentechnik zu nutzen, sondern senkt auch das Schutzniveau für Landwirte, die Gentechnik ablehnen. Der Abstand eines Feldes etwa mit genmanipuliertem Mais zu konventionell bewirtschafteten Maisfeldern betrage nur 150 Meter, zu biologisch bewirtschafteten 300 Meter. Diese geringen Abstände führten regelmäßig und dauerhaft zur Kontamination des normalen Maises. Weil weder die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit hinreichend bekannt, noch die ökologischen Risiken der Agro-Gentechnik auch nur annähernd abschätzbar seien, lehnen die NaturFreunde den Anbau schon aus Gründen eines vorbeugenden Verbraucher- und Umweltschutzes ab.

Wohin die Reise auch in Europa gehen könne, machten die USA, Argentinien und Kanada vor, drei der Hauptanbauländer von genveränderten Pflanzen: Schon heute finde dort eine flächendeckende gentechnische Kontamination von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft statt, gentechnikfreie Produkte (Saatgut, Futtermittel, Lebensmittel) würden immer mehr vom Markt gedrängt. Von einer Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher, sich für Lebensmittel zu entscheiden, die bei der Herstellung nicht mit Gentechnik in Berührung gekommen sind, könne kaum noch die Rede sein.

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NaturFreunde: Längere AKW-Laufzeiten sind ein fundamentaler Angriff auf den inneren Frieden

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 28. Oktober 2010:


Heute ist ein schwarzer Tag, verlorene Jahre folgen

Längere AKW-Laufzeiten sind ein fundamentaler Angriff auf den inneren Frieden

Berlin, 28. Oktober 2010 – Heute peitscht die schwarz-gelbe Bundesregierung mit ihrer Mehrheit die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken durch den Bundestag. Dazu erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller: „Schon am 6. November werden die Castorproteste in Gorleben zeigen, was die Mehrheit dieses Landes von der verantwortungslosen Risikopolitik der Bundesregierung hält.“

CDU/CSU und FDP reißen die gesellschaftlichen Gräben wieder auf, die von der Regierung Schröder/Fischer im Jahr 2001 mit dem Konsens über die Beendigung der Atomkraft zugeschüttet worden waren. Die jetzige Regierungskoalition schafft damit ein Klima der Konfrontation und der Polarisierung, weil sie ideologisch verblendet ist und eine einseitige Politik im Interesse der vier großen Atomkonzerne macht.

Der Ausstiegsbeschluss von Rot-Grün war ein gesellschaftlicher Konsens mit der Atomwirtschaft. Doch die hatte nach dem Regierungswechsel Blut geleckt hat und will noch mehr Geld zu verdienen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung macht dieses schmutzige Geschäft mit. Sie stellt sich damit in den Dienst der Wirtschaft und verletzt ihren verfassungsmäßigen Auftrag, dem Volke zu dienen. Dass die Anträge der Regierungskoalition auch noch von EnBW-Lobbyisten Joachim Pfeffer (CDU) begründet wurden, ist wirklich kein Wunder.

Heute ist ein schwarzer Tag für Deutschland – nicht nur wegen der Rolle Rückwärts in der Energiepolitik. Der Verlängerungsbeschluss ist ein fundamentaler Angriff auf den inneren Frieden unseres Landes. Schon am 6. November werden die Castorproteste in Gorleben zeigen, was die gesellschaftliche Mehrheit dieses Landes von der verantwortungslosen Risikopolitik der Bundesregierung hält. Mit dem Castortransport beginnt der heiße Herbst.

Und der Verlängerungsbeschluss ist eine Pose, die höchstens noch drei Jahre hält – wenn nicht das Bundesverfassungsgericht den Beschluss schon vorher kippt. Es sind verlorene Jahre für Deutschland.

Mehr Informationen über die Castorproteste: www.kurzlink.de/atom-castor

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NaturFreunde: Die Wirtschaft darf bei der Ökosteuer nicht geschont werden

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 25. Oktober 2010:


Die Wirtschaft darf bei der Ökosteuer nicht geschont werden

Bundesregierung kombiniert antiökologische Politik mit sozialer Ungerechtigkeit

Berlin, 25. Oktober 2010 – Zu den Plänen der schwarz-gelben Bundesregierung, die Wirtschaft bei der sogenannten Ökosteuer weiter zu entlasten, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Seit 1999 kennt die sogenannte ökologische Finanzreform bestimmte Ausnahmetatbestände, insbesondere für die Großindustrie, die auch als Hilfen für besonders energieintensive Unternehmen bezeichnet werden. Genehmigt wurden diese von der Europäischen Kommission nur unter der Auflage, dass die Wirtschaft ihren Klimaschutzzielen nachkommen müsse.

Tatsächlich hat die Wirtschaft ihren Ausstoß an Treibhausgasen reduziert, doch blieb sie dabei hinter den gesetzten Zielen zurück. Trotzdem hat sich die Koalition darauf verständigt, dass energieintensive Unternehmen ihre Vergünstigungen bei der Ökosteuer zum Großteil behalten dürfen. Stattdessen soll die Tabaksteuer steigen.

Dabei galt lange als sicher, dass auch die schwarz-gelbe Bundesregierung die Ausnahmetatbestände schrittweise zurückführen würde. Schließlich sollten die Kosten zur Bewältigung der Klimakrise nicht nur von den Bürgern getragen werden, sondern auch von der energieintensiven Wirtschaft.

Doch nun kündigte die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger an, dass diese längst überfällige Korrektur nicht durchgeführt werden soll. Damit werden die energieintensiven Betriebe weiter geschont, obwohl sie eine Hauptverantwortung für den Klimawandel tragen.

Die Kosten für den Klimaschutz werden auf die Verbraucher abgewälzt. So sehr die ökologische Finanzreform auch von den NaturFreunden unterstützt wird: In der Praxis hat sie zu einer erheblichen Verschiebung der Lastenverteilung zulasten der Bürger geführt.

Wieder einmal haben sich die Akteure durchgesetzt, die eine antiökologische Politik mit sozialer Ungerechtigkeit verbinden. Wie so noch die Ziele zum globalen Klimaschutz erreicht werden sollen, bleibt im herbstlichen Nebel verborgen.

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NaturFreunde: Georg-Elser-Denkmal in Berlin war längst überfällig

Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin vom 18. Oktober 2010:

Georg-Elser-Denkmal in Berlin war längst überfällig

Der Hitler-Attentäter wird am Ort der ehemaligen Reichskanzlei gewürdigt

Berlin, 21. Oktober 2010 – Zum in der Berliner Wilhelmstraße geplanten Denkmal für den Widerstandskämpfer und NaturFreund Georg Elser erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin:

Mit seiner Initiative, in der Berliner Wilhelmstraße am Ort der ehemaligen Reichskanzlei ein Denkmal für Georg Elser aufzustellen, hat der Dramatiker Rolf Hochhuth ein wichtiges Zeichen gesetzt.

Auch wenn die Berliner Zeitung fragte, ob ein Elser-Denkmal denn in die Berliner Wilhelmstraße gehöre – oder doch besser in München aufgehoben sei, ist der Ort der Reichskanzlei tatsächlich der richtige Erinnerungsort. Der Hitler-Attentäter Georg Elser wollte das Zentrum der Macht treffen, was Hitler übrigens genauso bewertete. Er erklärte Elser zu seinem „persönlichen Gefangenen“ und wollte ihn in einem Schauprozess nach dem „Endsieg“ richten lassen. Hitlers Befehl vom 5. April 1945 zur Ermordung Elsers ist damit auch ein Dokument der Niederlage des Faschismus.

Am 8. November 1939 hatte der Schreiner Georg Elser versucht, Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller mit einer selbst gebauten Bombe zu töten. Doch der Anschlag schlug fehl, weil Hitler den Saal früher verließ als geplant. Noch am gleichen Abend wurde Georg Elser von den Nazis verhaftet, dann verhört und gefoltert. Viele Jahre saß er in den Konzentrationslagern in Sachsenhausen und Dachau, um nur wenige Tage vor Kriegsende, am 9. April 1945, in Dachau von SS-Oberscharführer Bongartz durch Genickschuss getötet zu werden. Elsers Leichnam wurde umgehend verbrannt, ein Grab gibt es nicht.

Bis in die 1990er Jahre würdigte die offizielle Erinnerungskultur der Bundesrepublik – im Gegensatz zu vielen anderen Widerstandskämpfern gegen den Faschismus – Georg Elser kaum. So ist es den vielen Basisorganisationen zu verdanken, die sich mehr als dreißig Jahre intensiv darum bemüht hatten, dass dieser mutige Widerstandskämpfer nicht in Vergessenheit geriet. Auch Rolf Hochhuths Gedicht „Johann Georg Elser“ erzählt davon:

„Nach drei Jahrzehnten nennt sein Heimatdorf

nach Johann Georg Elser eine Straße

– doch keine deutsche Stadt, nicht eine.“

Georg Elser war Mitglied der NaturFreunde Konstanz, wo er sich unter politisch Gleichgesinnten fühlte. Zwar war Georg Elser nie ein Freund großer Worte, doch aufgrund eines tief verwurzelten Gerechtigkeitssinns hielt der NaturFreund seine Meinung auch nicht zurück. Als entschiedener Gegner des Faschismus engagierte sich Elser auch im Roten Frontkämpferbund, der Kampforganisation der KPD.

Die NaturFreunde freuen sich, dass ihr ehemaliges Mitglied nun auch in Berlin die Würdigung erhält, die Georg Elser verdient hat. Die NaturFreunde werden sich an der Einweihung des Denkmals gerne beteiligen.

Die eingereichten Entwürfe für das Georg-Elser-Denkmal können noch bis zum 1. November in der Kreuzberger Marheineke-Markthalle eingesehen werden.

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NaturFreunde: Der globale Artenschutz ist ein Stiefkind

Der globale Artenschutz ist ein Stiefkind

Die EU verliert ihr ökologisches Profil, ihr Umweltrat versagt auch beim Klimaschutz


Berlin, 18. Oktober 2010 – Heute beginnt im japanischen Nagoya die UN-Biodiversitätskonferenz, auf der es eigentlich zu einem Durchbruch im internationalen Artenschutz kommen sollte. Doch schon im Vorfeld konnten sich die EU-Umweltminister nur auf reine Absichtserklärungen einigen. „Wenn selbst die EU nur heiße Luft produziert, wie soll sich dann erst die Weltgemeinschaft auf konkrete Ziele einigen“, mahnt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller.

Die NaturFreunde Deutschlands stellen fest: Die EU ist in ökologischen Fragen auf dem Abstieg, ohne Kraft, Ideen und Durchsetzungsmacht. Damit verspielt Europa die Chance, sich bei wichtigen Zukunftsthemen zu profilieren und in der Globalisierung eine bedeutende Rolle zu spielen. Auch das Versprechen der Bundeskanzlerin, dem Schutz der Arten mehr Ressourcen zu widmen, ist nichts anderes als eine Luftblase. Der globale Artenschutz ist noch immer ein Stiefkind, das sich gegen die mächtigen Wirtschaftsinteressen nicht durchsetzen kann.

Weil sich auf der Vorbereitungskonferenz der EU-Umweltminister in Luxemburg wieder mal die Bremser und Blockierer durchsetzen konnten, wird nicht nur die Biodiversitätskonferenz scheitern, sondern auch die Anfang Dezember im mexikanischen Cancún stattfindende Klimaschutzkonferenz. Doch dieses Mal können die Vertreter Europas nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Sie selbst haben eklatant versagt. Selbst Deutschland, das in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle in der europäischen Umweltpolitik einnahm, hat sich eine Auszeit genommen: Von Umweltminister Röttgen war auch in Luxemburg wenig zu hören.

Die EU-Umweltminister schrieben zudem nur das alte Ziel fest, die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent bis zum Jahr 2005 gegenüber 1990 zu reduzieren. Obwohl eine Minderung um 30 Prozent eine unbestrittene Mindestvoraussetzung ist, um den Klimawandel auf eine globale Erwärmung von 2° Celsius zu begrenzen. Obwohl auch die EU das Zwei-Grad-Ziel vertritt. Und obwohl im Vorfeld der EU-Umweltministerkonferenz der französische, der britische und der deutsche Umweltminister ein Reduktionsziel von 30 Prozent ausgegeben hatten. Offenkundig hatten die drei stärksten EU-Staaten Frankreich, Großbritannien und Deutschland nicht viel zu sagen.

Der Widerspruch zwischen Wissen und Handeln nimmt weiter zu. Die konservative Welle, die über Europa hinwegschwappt, wirft alle Reformansätze zurück. Das ist verhängnisvoll. Es erklärt aber auch, warum in Europa die gesellschaftlichen Proteste zunehmen. Sie werden erst enden, wenn es wieder zu einer Politik der sozialen und ökologischen Reformen kommt.

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NaturFreunde Deutschlands

Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur


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NaturFreunde: Wer schlichtet zwischen Geißler und Mappus?

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 12. Oktober 2010:


Wer schlichtet zwischen Geißler und Mappus?

Volksbefragung soll über Sinn von Megaprojekten entscheiden

Berlin, 12. Oktober 2010 – Bei Stuttgart21 muss es weniger um ein Schlichten, sondern vielmehr um ein echtes Verstehen der Haupt- und Nebenmotive des Protestes gehen. „Eine Volksbefragung würde die Auseinandersetzung auf eine politische und keine parteipolitische Ebene heben“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller und fragt: „Wann soll denn sonst das Volk befragt werden, wenn nicht in schwierigen Situationen?“

Trickser und Selbstdarsteller sind ungeeignet zur Lösung schwieriger Sachverhalte. Diese simple Weisheit wird leider auch bei Stuttgart21 ignoriert – kein Wunder bei den Akteuren.

Da ist der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus, der erst den „starken Mann“ markierte und sich jetzt nur noch über die Runden retten will. Da ist Bahnchef Rüdiger Grube, der unverändert „große Fernbahnhöfe“ schaffen möchte, aber dabei den Nah- und Regionalverkehr vernachlässigt. Da ist Heiner Geißler, der zu ökologischen Fragen noch nie etwas Bemerkenswertes geäußert hat und jetzt – von Mappus als „Schlichter“ eingesetzt – unverhofft wieder im Scheinwerferlicht steht.

Die Sache ist aber zu wichtig für eine gigantische Inszenierung von Unverständnis oder Unkenntnis, von Festhalten oder Neuanfang, von Unbehagen oder Entschlossenheit, von Sturheit oder Verzweiflung. Bei Stuttgart21 muss es weniger um ein Schlichten, sondern vielmehr um ein echtes Verstehen der Haupt- und Nebenmotive des Protestes gehen. Bisher war aber von einer ernsthaften Analyse nichts zu hören und Heiner Geißler ist als Schlichter einfach überfordert. Dabei bräuchten die Auseinandersetzungen um Stuttgart21 tatsächlich einen Schlichter – aber einen, der zwischen Geißler und Mappus/Grube schlichtet.

Vielmehr ist statt eines Schlichters ein Mediator notwendig, der die unterschiedlichen Denkweisen und Perspektiven herausarbeitet, Vertrauen durch Verstehen schafft und erst dann gemeinsam prüft, ob es tragfähige Varianten gibt. Das erfordert eine Person, die hohe fachliche Kompetenz und Empathie hat. Ein Schlichter kann nicht zwischen zwei sich ausschließenden Positionen entscheiden.


Die weit bessere Lösung für die Diskussionen um Stuttgart21 aber ist eine Volksbefragung. Sie würde die Auseinandersetzungen auf eine politische und keine parteipolitische Ebene heben. Denn die Gegner von Stuttgart21 fragen zu Recht auch nach der Sinnhaftigkeit von Großprojekten, die längst nicht mehr zeitgemäß sind. Warum das „schneller, höher und weiter“ noch richtig ist und es dazu keine Alternative gibt, müssen allein die Befürworter des Megaprojektes begründen.

Dass gerade die Bild-Zeitung gegen diesen Vorschlag polemisiert, ist für ein Medium, das wie kein anderes am Puls des Populismus hängt, nicht überzeugend. Wie die große Mehrheit der Bevölkerung betrachten auch die NaturFreunde Deutschlands eine Volksbefragung zu Stuttgart21 als guten Schritt zur Stärkung der Demokratie.

Wann soll denn sonst das Volk befragt werden, wenn nicht in schwierigen Situationen?

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NaturFreunde Deutschlands

Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

Michael Müller

(0172) 246 21 25

mueller@naturfreunde.de

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NaturFreunde: Hunderttausende Menschen weltweit fordern echten Klimaschutz von der Politik

Pressemitteilung der NaturFreunde Deutschlands vom 10. Oktober 2010:


10|10|10: Heute ist globaler Klimaaktionstag

Hunderttausende Menschen weltweit fordern echten Klimaschutz von der Politik

Berlin, 10. Oktober 2010 – Heute packen viele Menschen die globale Klimakrise an – bei über 7.350 Veranstaltungen der Klimaschutzkampagne 350.org. Öffentlichkeitswirksam werden in rund 190 Ländern zum Beispiel Solaranlagen installiert, Bäume gepflanzt, Stromwechselpartys gefeiert, Kohle- und Atomproteste organisiert, autofreie Tage veranstaltet, Gemeinschaftsgärten gebaut oder Klima-Informations-Spaziergänge angeboten. Alle lokalen Aktionen vereint eine globale Botschaft: Wenn einfache Bürger die Klimakrise anpacken können, können Politiker das auch! Lassen Sie uns die globale Klimakrise endlich anpacken! Heute!

Weltweit haben sehr viele Menschen das Gefühl, dass nichts passiert, um den Klimawandel ernsthaft zu stoppen. Sie wollen nicht akzeptieren, dass die Regierungen weiterhin auf einer Energiepolitik beharren, die klima- und menschenfeindlich ist. Schließlich hat spätestens das Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen gezeigt, dass wir nicht auf unsere Politiker warten können. Zwar hat die Verbrennung von fossilen Energien unserer und vergangenen Generationen Wohlstand und Fortschritt gebracht. Dieser Weg hat sich jedoch als eine Sackgasse erwiesen, die zukünftigen Generationen ihre Lebensgrundlagen raubt.

Zahlreiche Klimastudien belegen, dass eine anhaltende Kohlendioxid-Konzentration von über 350 ppm (parts per million / Teile einer Million) in der Atmosphäre zu einem dauerhaften Klimawandel führen wird – mit unkontrollierbaren ökologischen und humanitären Katastrophen. Aber schon jetzt liegt die Kohlendioxid-Konzentration bei rund 390 ppm! Deshalb muss die Menschheit dringend weniger Kohlendioxid produzieren! In der Praxis stehen die nötigen Klimaschutzinstrumente auch längst zur Verfügung. Allein der politische Wille fehlt für die Umsetzung.

Die niedersächsische NaturFreunde-Ortsgruppe in Göttingen beispielsweise hat heute zum informativen „Klima-Spaziergang“ mit einem „Klima-Frühstück“ im Naturfreundehaus Auf dem Hagen eingeladen – ein vereinseigenes Niedrigenergiehaus (www.E1.naturfreundehaus.de). Die Göttinger NaturFreunde werden nicht nur allgemein über den Klimawandel berichten, sondern auch Tipps für klimafreundliches Einkaufen geben, bei einem Spaziergang zu den Göttinger Energietagen über lokales Klimaschutzpotenzial informieren und danach in einem Vortrag über das nahe Atomlager „Asse“ und die damit zusammenhängende Sicherheitsproblematik aufklären.


350.org: eine globale Klimaschutzkampagne

Der weltweite Klimaaktionstag wird organisiert von 350.org, einer internationalen Graswurzelkampagne, die Menschen und Organisationen weltweit zur Lösung der Klimakrise und für Klimagerechtigkeit zusammenbringt. Die NaturFreunde Deutschlands sind Partner von 350.org.


NaturFreunde Deutschlands: aktiv im Klimaschutz

Die NaturFreunde Deutschlands führen Menschen in die Natur, in der sie sich erholen und weiterbilden, um besser an der Gesellschaft teilhaben und diese selbst mitgestalten zu können. Traditionell orientieren sich die NaturFreunde am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen es in der Praxis um. Der Klimaschutz ist ein zentrales Arbeitsfeld auf mehreren Ebenen: energetische Sanierung, Energieeinsparung, regionaltypische Verpflegung und möglichst autofreier Verkehr.

In Deutschland gibt es in allen Bundesländern NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf regionaler Ebene koordinieren. In den rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen engagieren sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene Stätten der Begegnung.

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern in über 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.

NaturFreunde Deutschlands: www.naturfreunde.de

Globale Klimaschutzkampagne 350.org: www.350.org

Klimaschutzaktion der NaturFreunde Göttingen: www.350.org/de/node/23742

Internet-Seite der NaturFreunde Adelante, Berlin: www.naturfreunde-adelante.de

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NaturFreunde: Stuttgart21 hat kein Kommunikationsproblem

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 8. Oktober 2010:

Stuttgart21 hat kein Kommunikationsproblem – Das Megaprojekt ist vielmehr Ausdruck einer überholten Zeit


Berlin, 8. Oktober 2010 – Die zunehmenden Auseinandersetzungen um Stuttgart21 seien nicht primär die Folgen eines Kommunikationsproblems, mahnt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. Stuttgart21 sei mittlerweile ein Symbol für den gesellschaftlichen Zweifel an einem Fortschritt geworden, der nur Größe und Geschwindigkeit kenne. „Die Kathedralen der Moderne leeren sich. (…) Der Vorschlag einer Volksbefragung ist richtig“, so Müller.

Ob Stefan Mappus oder Angela Merkel, ob Rüdiger Grube oder die Kommentatoren großer Zeitungen: Sie alle haben für das Desaster um Stuttgart21 eine falsche Erklärung. Denn dass das Milliardenprojekt falsch vermittelt worden sei, ist – Pardon – großer Unsinn. Der Konflikt ist nicht nur ein Ausdruck der Folgen von Macht und Arroganz, das eigentliche Problem liegt tiefer.

Die zunehmenden Auseinandersetzungen folgen aus der Unvereinbarkeit zweier unterschiedlicher Denkweisen: Die Führungsspitze der Deutschen Bahn AG, die baden-württembergische Landesregierung und auch die Bundesregierung hängen einem untergehenden Verständnis von Fortschritt an, das nur Größe und Geschwindigkeit kennt. Doch die Menschen zweifeln an den Heilsbotschaften dieses Fortschritts – und wenden sich ab: Die Kathedralen der Moderne leeren sich.

Das ist die eigentliche Frage, um die es geht, das ist der eigentliche Grund für das wachsende gesellschaftliche Unbehagen, das bei wechselnden Anlässen und unterschiedlichen Themen immer wieder aufbricht: Ist die herrschende Philosophie des „schneller, höher, weiter“ noch zeitgemäß oder führt uns dieser Größenwahn nicht direkt in die Krise?

Die Menschen haben kein Vertrauen mehr in diese Denkweise, zumal die Globalisierung sie aus den gewohnten und vertrauten Zusammenhängen gerissen hat. Sie sehnen sich zurück ins Vertraute und Gefestigte. Das ist die Reaktion auf drei Jahrzehnte Beschleunigungswahn des Finanzkapitalismus, dessen Ergebnisse nicht überzeugen können.

Stuttgart21 ist mittlerweile auch ein Symbol für das Innehalten und das Überdenken, für die Frage, ob es wie bisher weitergehen darf. Insofern ist die Rolle des Schlichters Heiner Geißler von Anfang an falsch konstruiert: Im eigentlichen Konflikt kann es nämlich keinen Kompromiss geben, sondern nur ein Umdenken. Ein Vermittler kann – wenn überhaupt – nur den Konflikt offen legen und Wege finden, wie er rational ausgetragen werden kann.

Doch dieser grundsätzliche Konflikt ist mit Friedenspflicht oder Schlichtung leider nicht zu lösen. Ministerpräsident Stefan Mappus, aber auch der Schlichter Heiner Geißler haben die wahre Dimension dieses Konflikts nicht verstanden.


Deshalb ist der Vorschlag richtig, zu einer Volksbefragung zu kommen.


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NaturFreunde: Megaprojekte erhöhen nicht die Lebensqualität

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 7. Oktober 2010:


Die Ursachen für die zunehmenden Proteste müssen endlich diskutiert werden, statt wie in einem Hamsterrad immer weiter und weiter zu laufen

Berlin, 7. Oktober 2010 – Stuttgart21 und Anti-Atom, bald Nolympia und Sparzwänge: Die wachsenden Proteste bei wechselnden Themen sind nur ein Symptom für viel tiefer liegende Herausforderungen. „In der Mitte unserer Gesellschaft wächst das Unbehagen, dass unser heutiges wachstumsorientiertes Handeln nicht in eine gute Zukunft für alle Menschen führt“, mahnt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller und erklärt: „Wenn sich alle tief verschulden müssen, damit wenige Gewinne machen, wenn alle unkalkulierbare Risiken tragen, damit wenige Chancen haben, wenn die Menschen noch nicht mal mehr gefragt werden, sondern nur noch scheinbar unabänderliche Entscheidungen abnicken sollen, spielt die Mehrheit dieses Spiel irgendwann nicht mehr mit.“

Nur die aktuellen Proteste zu sehen, ohne die dahinter stehenden Ursachen zu analysieren, wäre nicht nur kurzsichtig, sondern auch verantwortungslos. Die große Wachstumsepoche, die auch den Aufstieg und die Stärke Europas begründet hat, ist vorbei. Deshalb schlittern beispielsweise die Sozialsysteme von Krise zu Krise, deshalb funktioniert das europäische Fortschrittsmodell nicht mehr, deshalb glauben die Menschen nicht mehr an die Verheißungen der Politik.

Viele fühlen, dass eine Epoche zu Ende geht. Unklar ist bisher noch, ob dieser Einschnitt nur die hohen Wachstumsraten der letzten Jahrzehnte beendet, auf denen auch Sozialsysteme und Beschäftigung aufbauen – oder gar die Ideengeschichte der europäischen Moderne mit ihrem Weg zu Fortschritt und Emanzipation.

Unsere Welt wird nicht nur global neu geordnet. Auch lokal merken die Menschen, dass zum Beispiel die milliardenschweren Megaprojekte ihre individuelle Lebensqualität nicht etwa erhöhen, sondern tatsächlich einschränken: Wenn sich all tief verschulden müssen, damit wenige Gewinne machen, wenn alle unkalkulierbare Risiken tragen, damit wenige Chancen haben, wenn die Menschen noch nicht mal mehr gefragt werden, sondern nur noch scheinbar unabänderliche Entscheidungen abnicken sollen, spielt die Mehrheit dieses Spiel irgendwann nicht mehr mit.

Wir müssen einen anderen, einen langfristigen Blick auf die Vorgänge unserer Zeit entwickeln und die gesellschaftlichen Debatten endlich repolitisieren. Denn die allgemeine Kurzfristigkeit im Denken und Handeln entspricht der heutigen Kurzsichtigkeit in der Politik. Die Demokratie braucht aber nicht nur die Abgrenzung der Parteien, nicht nur den Streit um die Tagespolitik. Sie braucht vor allem einen echten Zukunftsdiskurs, eine allgemein akzeptierte Vorstellung, wie wir alle ein gutes Leben erreichen und halten können.

Wohin die aktuellen Megatrends wie Instabilität, Spaltung und ökologische Zerstörung führen können, wissen wir aus der Geschichte. Deshalb muss es dringend zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des herrschenden Wachstumsbegriffs kommen. Diese Debatte muss sich dabei nicht nur mit unseren aktuellen Problemen beschäftigen, sondern auch mit unserer unbestreitbaren Verantwortung für die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen.

Die NaturFreunde debattieren bereits seit rund einem Jahr über Vor- und Nachteile der Wachstumsphilosophie: Sie ist nicht nur aus ökologischen Gründen indiskutabel, sondern ökonomisch auch immer weniger machbar. So verliert das Wachstum selbst sozialpolitisch seine Legitimation.

Tatsache ist: Die herrschende Wachstumsphilosophie führt uns an einen Abgrund, über den keine Brücke reicht. Tatsache ist aber auch: Die Funktionslogik des Wachstums prägt unsere Gesellschaft und Wirtschaft durch und durch: Wie in einem Hamsterrad laufen wir immer weiter. Solange die Menschen diese „neue Systemfrage“ nicht erkennen, kann es keine Lösung der zunehmenden wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Krisen geben – und damit auch kein gutes Leben für alle Menschen.

Die NaturFreunde Deutschlands: ein politischer Bildungsverein

Die NaturFreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur e.V. führen Menschen in die Natur, in der sie sich erholen und weiterbilden, um besser an der Gesellschaft teilhaben und diese selbst mitgestalten zu können sowie mehr Freiheit zu erleben. Dabei haben die NaturFreunde ein Freiheitsverständnis, das sich nicht nur auf den einzelnen Menschen, sondern auch auf die Gesellschaft und die Erhaltung der natürlichen Umwelt bezieht.

In Deutschland gibt es in allen Bundesländern NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf regionaler Ebene koordinieren. In den rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen engagieren sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene Stätten der Begegnung.

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern in über 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.


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NaturFreunde: Bundesregierung setzt auf Unkenntnis in der AKW-Laufzeitdebatte

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 1. Oktober 2010:



Berlin, 1. Oktober 2010 – Anlässlich der heutigen Bundestagsdebatte um die Verlängerungen der Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Union und FDP betreiben in der Energiepolitik ein Doppelspiel. Wenn die schwarz-gelbe Koalition behauptet, dass sie zuerst ein durchgängiges Energiekonzept vorgelegt habe und die Atomenergie als Brückentechnologie unverzichtbar sei, ist das nichts anderes als eine dreifache Lüge:

1. Alle heute vorliegenden Energieszenarien basieren auf den Szenarien der Klima-Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages von 1990. Damals waren die Vorschläge jedoch wesentlich umfangreicher und auch weitgehender als die heutige Vorlage des Kabinetts Merkel.

2. Noch in der Opposition stimmten CDU, CSU und FDP im Bundestag gegen alle Gesetze und Vorhaben, die auf eine Energiewende und mehr Umweltschutz abzielten.

3. Die Brücke in die Zukunft ist nicht die Atomtechnik, sondern die Energieeffizienz. Denn die Atomenergie benötigt nur schwierig zu regulierende Kraftwerke, deren wirtschaftliche Berechtigung der hohe Stromverbrauch ist, nicht aber das Energiesparen. Die NaturFreunde Deutschlands fordern auch deshalb die Verbindung von Solarenergie und 2.000-Watt-Gesellschaft.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen setzt auf Unkenntnis. Wenn er heute im Bundestag sagt, das oberste Ziel dieser Bundesregierung sei die Sicherheit, dann gibt es eigentlich nur eine schlüssige Konsequenz: mal richtig abschalten! Schließlich waren es die CDU-Umweltminister Töpfer und Merkel, die 1994/95 das Atomgesetz so änderten, dass AKW-Neubauten nur noch genehmigt werden dürfen, wenn die Folgen eines Atomunfalls auf die jeweilige Anlage begrenzt bleiben.

Gilt der Grundsatz „Sicherheit zuerst“ tatsächlich noch, muss diese Vorschrift für alle AKW gelten. Da Herr Röttgen aber mit der AKW-Laufzeitverlängerung auf das Gegenteil abzielt, ist er unglaubwürdig.



Die NaturFreunde Deutschlands: traditionell gegen die Atomkraft

Die NaturFreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur e.V. kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Nutzung der extrem gefährlichen Atomkraft, die ein unbeherrschbares Risiko für gegenwärtige und zukünftige Generationen darstellt. Die NaturFreunde sind parteipolitisch und religiös unabhängig, treten seit 1895 ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt und orientieren sich am Leitbild der Nachhaltigkeit.

In Deutschland gibt es in allen Bundesländern NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf regionaler Ebene koordinieren. In den rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen engagieren sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene Stätten der Begegnung.

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern in über 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.

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NaturFreunde: Ufer frei! Seen und Ufer müssen öffentlich bleiben

Pressemitteilung von Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Rüdiger Herzog, Landesvorsitzender der NaturFreunde Brandenburgs vom 29. September 2010:



Ufer frei! Seen und Ufer müssen öffentlich bleiben

An privaten Ufern können sich Bevölkerung und Natur nicht mehr erholen

Berlin, 29. September 2010 – Ursprünglich wollte heute der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Entscheidung über den Verkauf der bundeseigenen Uferflächen am Potsdamer Griebnitzsee fällen. Doch die „komplexe Sach- und Rechtslage“ erlaube eine abschließende Prüfung erst Mitte bis Ende Oktober, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Steffen Kampeter auf eine Anfrage der Potsdamer Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein (SPD).

Dabei nimmt der Druck auf die Ufer von vielen Seiten zu: Zunehmend werden Uferbereiche und ganze Seen privatisiert, eingezäunt und schließlich verbaut. „Getrieben wird diese Entwicklung durch kapitalorientierte Einzelinteressen zulasten des Allgemeinwohls“, erklären Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Rüdiger Herzog, Landesvorsitzender der NaturFreunde Brandenburgs, und verweisen auf die Folgen der Privatisierungen für Mensch und Natur.

Zum einen verbleiben dem Durchschnittsverdiener durch die Privatisierung von Ufergrundstücken immer weniger Möglichkeiten für die Naherholung am See, vielerorts ist ein Zugang gar nicht mehr möglich. Aus dem Gleichgewicht gebracht wird aber auch das sensible Ökosystem Seeufer: Wenn Neubauten Uferflächen versiegeln und neue Stege Schilfgürtel zerschneiden, sinkt erst die Wasserqualität, dann der Artenreichtum. Wenn gleich ganze Seen verkauft werden, wird außerdem deren Bewirtschaftung für angestammte Fischer schwieriger: Diese fürchten zunehmend um ihre Pachtverträge, weil private Seebesitzer ihre Fischereirechte oft versilbern wollen.

Problematisch an dieser Entwicklung ist, dass sie an den Gemeinden vorbeigeht. Werden Immobilien in Uferbereichen verkauft (häufig durch den Bund), bleiben die klammen Kommunen meist außen vor. Der Bund aber ist gesetzlich dazu verpflichtet, wirtschaftlich zu veräußern. Privatleute, die den Zuschlag erhalten, setzen sich dann nicht selten über naturschutzrechtliche Bestimmungen hinweg, im besten Fall aus Unwissenheit.

Im gewässerreichen Bundesland Brandenburg wurde bei vielen Privatisierungen der vorgeschriebene Mindestabstand für Neubauten von 50 Metern zum Ufer unterschritten – und dadurch geschützte Biotope wie Feuchtwiesen oder ökologisch wertvolle Gehölzgruppen zerstört. Selbst ausgewiesene Uferwanderwege werden plötzlich von privaten Zäunen unterbrochen, obwohl das brandenburgische Landesnaturschutzgesetz derartige Sperrungen nur im Interesse der Allgemeinheit erlaubt. Zwar geben juristische Auseinandersetzungen den Naturschutzbehörden in der Regel recht. Doch die neuen Eigentümer schaffen bis zu einem endgültigen Urteil zumeist schon entsprechende Tatsachen.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch die personelle Unterbesetzung der Naturschutzbehörden, die sich nicht ausreichend um die vielen Brennpunkte kümmern können. Dabei gäbe es zahlreiche wasser- und naturschutzrechtliche Bestimmungen sowohl im Bundes- wie auch im Landesrecht. Sie müssten nur angewendet werden: Bauverbote in Gewässernähe, Gewässerschutzstreifen, selbst Enteignungen werden vom Gesetz nicht ausgeschlossen.

Die NaturFreunde schlagen folgende Lösungsansätze vor
:

    · Alle Bundesländer müssen ihre Gewässeruferstrukturen einschließlich der Bebauung systematisch erfassen und analysieren.· Die meistbietende Privatisierung von Seen und Ufergrundstücken durch Bund und Land muss gestoppt werden. Verpachtungen bieten sich an. Mindestens fünf Meter Gewässer und Ufergrundstücke müssen in öffentlicher Hand bleiben.

    · Kommunen müssen ihre Uferbereiche baurechtlich beplanen und dabei die öffentliche Zugänglichkeit von Uferbereichen sicherstellen.

    · Gesetzliche Grundlagen zum Uferschutz müssen gesichert und gegebenenfalls ausgebaut werden. Gewässerschutzstreifen sollten häufiger Anwendung finden, um Verhaltensnormen in unmittelbarer Ufernähe zu definieren.

    · Landesnaturschutzgesetze sollten wie in Baden-Württemberg die Möglichkeit bieten, Zugang und Durchgängigkeit von Uferwegen im Einzelfall anzuordnen.

    · Naturschutz- und Wasserrecht müssen konsequenter zum Schutz der Ufer für Natur und Bevölkerung angewendet werden. Dafür brauchen insbesondere Untere Naturschutzbehörden mehr Personal. Selbst Enteignungen dürfen kein Tabu sein, sondern sollten als präventives Argument verstanden werden, um Verhandlungen zu fördern.


Die NaturFreunde: traditionell für ein freies Betretungsrecht der Natur

Seit 1895 treten die NaturFreunde ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt. Schon die Gründergeneration der NaturFreunde musste für einen freien Zugang der arbeitenden Bevölkerung zur Natur kämpfen, weil diese von Großgrundbesitzern und Adligen gesperrt wurde. Die NaturFreunde schützen und nutzen die Natur und verstehen sie traditionell als Erholungs- und als Bildungsort.

In Deutschland gibt es in allen Bundesländern NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf regionaler Ebene koordinieren. In den rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen engagieren sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene Stätten der Begegnung.

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern in über 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGOs weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.


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NaturFreunde: Politik muss sich gegen Nahrungsmittelspekulation wehren

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 27. September 2010:


Berlin, 27. September 2010 – Vor dem Hintergrund der Rekordpreise für Nahrungsmittel erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Politik auf, unverzüglich gegen die Spekulationen auf Nahrungsmittelpreise vorzugehen. Nachdem die Gelddealer schon zur Finanzkrise im Jahr 2008 die Welt fast in den Abgrund gestoßen hatten, setzen sie jetzt auf die Spekulation mit Energie, Metallen – und auch Nahrungsmitteln. So haben die Weltmarktpreise für Getreide den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Schon damals hatten Lebensmittel-Zocker für Hungerkrisen in den ärmsten Ländern der Welt gesorgt.

Die großen Fonds haben seit der Finanzkrise nichts gelernt, sondern nur ihre Tätigkeit auf andere Felder verlagert. Die Politik muss dringend mehr Transparenz schaffen und das menschenverachtende Spekulanten-Handwerk stoppen. Dazu gehört auch, ein Verbot für Warenterminbörsen zu prüfen.

Die Bundesregierung darf nicht noch einmal so tun, als würde sie von einer Entwicklung im Finanzsektor überrascht. Auch dieses Mal steckt dasselbe menschenverachtende System dahinter.

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NaturFreunde: Zum Welttourismustag: Unser Naturerbe ist die Grundlage für Wohlstand und Lebensqualität

Pressemitteilung der NaturFreunde Internationale (NFI) und der NaturFreunde Deutschlands (NFD) vom 24. September 2010:


Wien/Berlin, 24. September 2010 – Der diesjährige Welttourismustag am 27. September wird vor dem Hintergrund des Internationalen Jahres der Biodiversität den wechselseitigen Nutzen von touristischer Entwicklung und Naturschutz thematisieren. Die NaturFreunde Internationale (NFI) und die NaturFreunde Deutschlands (NFD) rufen zu einer ambitionierten Tourismuspolitik auf, die das Leitziel zur nachhaltigen Entwicklung endlich ernst nimmt.

„Der alleinige Fokus auf steigende Besucherzahlen um jeden Preis ist ein sehr kurzsichtiger Ansatz“, warnt Dr. Christian Baumgartner, NFI-Generalsekretär und Mitglied der EU-Tourism-Sustainability-Group. „Wir müssen einen qualitativen Tourismus entwickeln, der uns unser kulturelles und natürliches Erbe zugänglich macht, ohne immer auch die Umwelt zu belasten.“ Ökologische, soziale und wirtschaftliche Belange müssten sorgfältig im Gleichgewicht gehalten werden, um auch langfristig den Wohlstand einer Region zu garantieren.

Dass der für den Tourismus zuständige EU-Industriekommissar Antonio Tajani Europas Naturerbe als wichtigste Ressource für eine gemeinsame EU-Tourismuspolitik identifiziert hat, wird von den NaturFreunden begrüßt. Nur ein sorgfältig geplanter nachhaltiger Tourismus kann zum Erhalt und Schutz des Naturerbes beitragen und dabei vielen Menschen ermöglichen, die weltweite Artenvielfalt nicht nur zu erleben, sondern auch zu genießen.


Touristen leiden unter der Naturzerstörung – und verursachen sie

Doch die gegenwärtige Ausbeutung der Natur untergräbt die langfristige Grundlage dafür. Denn immer noch sterben rund 150 Arten aus – täglich, für immer und trotz des lange währenden politischen Engagements für den Naturschutz. Urlauber sind davon nicht nur betroffen – eine intakte Natur steht bei der Reiseentscheidung ganz hoch im Kurs – tatsächlich sind sie dafür auch verantwortlich.

Schließlich leidet die Natur nicht nur unter Umweltverschmutzung und Flächenfraß, weil der Mensch auch in seiner Freizeit immer öfter in sensible Ökosysteme vordringt, diese mit Beton versiegelt und deren Wasser verbraucht. Die Natur kämpft auch mit dem fortschreitenden Klimawandel, an den sich die zurückgedrängten und geschwächten Ökosysteme nicht schnell genug anpassen können. Auch hier ist der Tourist beteiligt.

Allein Dreiviertel aller klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen eines Urlaubs entfallen auf die An- und Abreise. Die deutschen „Reiseweltmeister“ unternehmen beispielsweise die Hälfte ihrer Urlaubsreisen im Auto, schon bei circa 34 Prozent aber liegt das besonders klimaschädliche Flugzeug. Wer etwa zum Welttourismustag in die südchinesische Gastgeberregion Guangdong fliegen will, wird allein durch Hin- und Rückflug rund sechs Tonnen Kohlendioxid verursachen. Zum klimaneutralen Ausgleich müsste er sein Auto eigentlich gut drei Jahre stehen lassen.


Eine ambitionierte Tourismuspolitik für die nachhaltige Entwicklung von Regionen

Doch das Bewusstsein für diese Zusammenhänge fehlt oft noch: Im sogenannten „Innsbrucker Manifest“ hatten sich vergangene Woche die Alpenländer für eine gemeinsame Tourismusstrategie ausgesprochen. Denn die einseitige Fokussierung auf die Steigerung der Anteile einer Region am internationalen Tourismusmarkt ignoriert weitgehend die natürlichen Grenzen der Alpen. So fordern auch die NaturFreunde eine systematische Integration von ökologischen und sozialen Aspekten in die Tourismusentwicklung. Zwar hat die EU die Nachhaltigkeit bereits als eine tragende Säule ihrer Tourismuspolitik identifiziert. Doch diese Erkenntnis muss nun konsequent in praktischen Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Umwelt mit veränderten Reisegewohnheiten schützen

Jeder ernsthafte Versuch, die Natur zu schützen, muss die zentrale Bedeutung des Klimawandels anerkennen. Schätzungen gehen davon aus, dass Verkehr, Beherbergung und Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Tourismus zusammen für bis zu 12,5 Prozent des vom Menschen verursachten Klimawandels verantwortlich sind.

Eine signifikante Reduktion der Umweltauswirkungen des Tourismus wird deshalb ohne eine wesentliche Änderung der Reisegewohnheiten nicht möglich sein: Längere Aufenthalte statt vieler Kurztrips, Naherholung statt Fernreisen und eine konsequente Nutzung und Ausbau umweltfreundlicher Verkehrsträger sind hier die zentralen Ansätze.

Regierungen wie auch Tourismusanbieter müssen aktiv entsprechende Angebote und adäquate Infrastrukturen entwickeln – schon allein aus Eigeninteresse, wenn sie ihre natürliche Grundlage für Wohlstand und Lebensqualität langfristig erhalten wollen.

Doch auch die Touristen selbst sind gefordert: Ihre konsequente Nachfrage nach umweltfreundlichen und sozial gerechten Freizeitangeboten wird die Anbieter unter Druck setzen, entsprechende Angebote bereitzustellen.

Weitere Informationen

Positionen und Publikationen der NaturFreunde Internationale zum nachhaltigen Tourismus:

http://www.nfi.at/index.php?option=com_docman&task=cat_view&gid=14&Itemid=50

Weiterführender Artikel zum Welttourismustag in der NATURFREUNDiN 3-10 (S. 24):

http://www.naturfreundin.naturfreunde.de

Internetseite des Welttourismustages:

http://www.unwto.org/worldtourismday/index.php?lang=E

Innsbrucker Manifest:

http://www.promedia.cc/presse/2010/alps/2010-09-13_alps_politischesgipfeltreffen_e.php


Über die NaturFreunde

Die NaturFreunde sind parteipolitisch und religiös unabhängig und treten seit 1895 ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt. Sie orientieren sich traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in ihrer Projektarbeit wie auch in ihren Reise- und Freizeitangeboten um.

In Deutschland gibt es in allen Bundesländern NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf regionaler Ebene koordinieren. In den rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen engagieren sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene Stätten der Begegnung.

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern in über 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGOs weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.

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NaturFreunde: Termine für einen heißen Herbst gegen die Atomenergie

Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands, vom 23. September 2010:


Termine für einen heißen Herbst gegen die Atomenergie

Berlin, 23. September 2010 – Der Widerstand gegen die Atomenergie geht weiter. Nach der großen Anti-Atom-Demonstration mit mehr als 100.000 Menschen im Berliner Regierungsviertel wird sich der Protest in den nächsten Wochen auch bundesweit in vielen Regionen zeigen. „Wir werden unseren Widerstand so lange fortführen, bis das letzte Atomkraftwerk vom Netz gegangen ist“, erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. Hiksch hatte die Anti-Atom-Demonstration am 18. September in Berlin bei den Ordnungsbehörden angemeldet und nennt nun weitere wichtige Termine für einen „heißen Herbst des Widerstands“.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung und die Atomlobby werden sich auf einen „heißen Herbst des Widerstands“ einstellen müssen. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Standortinitiativen, Organisationen und Anti-Atom-Parteien fordern die NaturFreunde Deutschlands weiterhin den sofortigen Ausstieg aus der menschenverachtenden Atomenergie.

„Es ist absolut inakzeptabel, dass für die Profite einiger Energiekonzerne das Leben und die Gesundheit von Millionen von Menschen aufs Spiel gesetzt werden“, so Uwe Hiksch. „Deshalb werden die Proteste der Anti-Atom-Bewegung jetzt mit zentralen und dezentralen Aktionen weiter intensiviert.“

Die nächsten Termine sind:

· 28.9.2010: Die NaturFreunde Berlin werden sich an der Campact-Aktion vor dem Kanzleramt beteiligen und den Protest wieder in das Regierungsviertel tragen.

· 6.10.2010: NaturFreunde aus Stuttgart und Baden-Württemberg werden sich an der Umzingelung des Stuttgarter Landtags beteiligen.

· 9.10.2010: NaturFreunde aus München und Bayern werden sich an der Aktions- und Menschenkette gegen die Atomenergie unter dem Motto „Atomkraftwerke abschalten!“ beteiligen.

· 23.10.2010: NaturFreunde werden sich in verschiedenen Regionen aktiv am Castor-Streckenaktionstag beteiligen und den Anti-Atom-Protest unter dem Motto „Der Castor kommt zu dir – komm ihm zuvor!“ in die Regionen tragen.

· 29.10.2010: NaturFreunde werden am Tag der Abstimmung im Deutschen Bundestag über die geplante AKW-Laufzeitverlängerung aktiv ihren Protest zeigen. Kreative Aktionen werden den Abgeordneten verdeutlichen, dass die Regierungskoalition nicht die Mehrheit der Bevölkerung repräsentiert.

· 6.11.2010 (oder 13.11.2010): Die NaturFreunde werden auch auf der Großkundgebung gegen die Castortransporte im niedersächsischen Dannenberg präsent sein.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung wird den massiven Widerstand der Bevölkerung bis zur endgültigen Abschaltung der Atomkraftwerke spüren. Die NaturFreunde Deutschlands werden auch aktiv dafür werben, dass bei den nächsten Wahlen keine Stimme an eine Partei vergeben wird, die sich für die menschenverachtende Atomenergie einsetzt.


Die NaturFreunde Deutschlands: traditionell gegen die Atomkraft

Die NaturFreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur e.V. kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Nutzung der Atomenergie. Dabei sind die NaturFreunde parteipolitisch und religiös unabhängig und treten seit 1895 ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt. Wir orientieren uns traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in unserer Projektarbeit wie auch in unseren Reise- und Freizeitangeboten um.

In Deutschland gibt es in allen Bundesländern NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf regionaler Ebene koordinieren. In den 680 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen engagieren sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene Stätten der Begegnung. Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit mehr als 500.000 Mitgliedern in 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien.

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NaturFreunde: Die Politisierung der Protestbewegung nährt die Hoffnung auf einen Kurswechsel

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 22. September 2010:



Die Politisierung der Protestbewegung nährt die Hoffnung auf einen Kurswechsel

Berlin, 22. September 2010 – Anti-Atomkraft, Stuttgart 21, Schulproteste: Die Medien spekulieren über eine bundesweite Neubelebung der Protestbewegung und ziehen Vergleiche mit dem Entstehen der Grünen in den 70er Jahren. Doch auch wenn das gesellschaftliche Unbehagen bis tief in die Mitte des Bürgertums reiche, sei bisher noch keine klare Linie erkennbar, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Unsere Gesellschaft ist in einer kritischen Phase, weil der Protest noch keine programmatischen Stützpfeiler hat, welche die Demokratie stärken könnten“, so Müller weiter.

Die Medien spekulieren über eine Neubelebung der Protestbewegung und ziehen Vergleiche mit dem Entstehen der Grünen in den 70er Jahren. Scheinbar kehrt das Alte zurück, auch der Aufschwung der Grünen in den Meinungsumfragen wird dahin gehend interpretiert.

Doch das Unbehagen in der Bevölkerung ist zum großen Teil ein Unbehagen des traditionellen Bürgertums. Auch die Grünen sind längst konventionalisiert in den Denkweisen der 80er Jahre und haben keine echte Antwort auf die große Frage, wie ein neuer Fortschritt heute aussehen könnte. Ansonsten würde innerhalb der grünen Partei nicht über eine schwarz-grüne Koalition spekuliert. Schließlich wird unsere Zukunft von erbitterten Verteilungskämpfen bestimmt werden – angesichts knapper werdender Rohstoffe, sinkender Wachstumsraten und einer immer stärker zusammenwachsenden Welt. Eine zukunftsfähige Politik kann aber nicht auf machttaktischen Spekulationen basieren, sondern muss die Themen soziale Gerechtigkeit und ökologische Verträglichkeit miteinander verbinden.

Die gesellschaftliche Verunsicherung reicht tief bis in die Mitte des Bürgertums, doch ist bisher keine klare Linie erkennbar. Stuttgart 21, Anti-Atomkraft, Schulproteste: Das Unbehagen wächst, kennt aber noch keine Antwort. Von daher ist die Gefahr des Populismus sehr groß. Die Folgen sind nicht nur Vertrauensverluste bei den großen Volksparteien, insbesondere wenn sie Regierungsverantwortung tragen, sondern – weit mehr – eine Erschütterung der Demokratie.

Offenkundig sind alle Parteien fixiert auf ihre traditionellen Rollen, sodass es wieder einmal einer „außerparlamentarischen Opposition“ bedarf. Die Parteien müssen lernen, in der Dimension eines neuen Fortschritts Politik zu machen, statt sich mit alten Denkweisen und taktischem Kalkül durchzumauscheln.

Unsere Gesellschaft ist in einer kritischen Phase, weil der Protest noch keine programmatischen Stützpfeiler hat, welche die Demokratie stärken könnten. Es ist eine Suchbewegung, in der die Parteien in der Regel nicht über ein kurzfristiges Taktieren hinauskommen. So zieht das Politikverständnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel unser Land ebenso nach unten wie auch die erschreckende Verengung auf ökonomische Interessen.

Die größte Hoffnung auf einen Kurswechsel ist die Politisierung der Protestbewegung. Wir NaturFreunde Deutschlands als Verband der Nachhaltigkeit werden unseren Beitrag dazu leisten, dass die Protestbewegung mehr als modische Anti-Stimmung ist und sich politisch weiter engagiert für die zukunftsfähige Verbindung von sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit.

Ohne eine Regulierung der Finanzmärkte, ohne eine Stärkung des öffentlichen Sektors und ohne eine Demokratisierung der Wirtschaft wird dieses Ziel nicht erreicht werden können. Und auch nicht ohne eine Repolitisierung der Gesellschaft.


Die NaturFreunde Deutschlands: ein politischer Bildungsverein

Die NaturFreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur e.V. führen Menschen in die Natur, in der sie sich erholen und weiterbilden, um besser an der Gesellschaft teilhaben und diese selbst mitgestalten zu können sowie mehr Freiheit zu erleben. Dabei haben die NaturFreunde ein Freiheitsverständnis, das sich nicht