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Initiative freedom roads!: Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformance in Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne
P R E S S E M I T T E I L U N G
15.12.2011

Die Begehung “Kasernenechos: Widerstand und Widerhall”, die am 9.12.
anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in
Hamburg-Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot
abgebrochen.
Den Veranstaltern droht nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und wegen einer “unangemeldeten Demonstration”.
Im so genannten „Tansania-Park“ und auf dem Gelände der heute frei
zugänglichen ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeld hatten
sich ca. 40 Menschen, unter ihnen Politiker aus Bezirk und Stadt, zu
einer performativen Begehung in 14 Szenen eingefunden. Die
veranstaltende Initiative freedom roads! wollte kritisch an den
deutschen Kolonialismus erinnern und den Widerstand der afrikanischen
Bevölkerung würdigen.
Mit Wasser und Asche, Verhüllung und Offenlegung, Flüsterung und
Aufforderung, mit lebenden Skulpturen und „weißen Flecken der
Erinnerung“ rückten sie den NS-Kolonialdenkmälern zu Leibe und kreierten
Momentaufnahmen einer würdevollen postkolonialen Erinnerungskultur. Die
gemeinsame Kunstaktion von Tansaniern und Deutschen forderte die Stadt
Hamburg, seit dem letzten Jahr Partnerstadt von Dar es Salaam in
Tansania, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem kolonialen
Erbe auf.
“Wer einen umzäunten Kleingarten mit Nazi-Kolonialdenkmälern als
‚Tansania-Park’ bezeichnet“, so der Tansanier M.S. Mboro, „ist
respektlos und verhöhnt die zahlreichen Opfer des deutschen
Kolonialregimes. Ich bin schockiert darüber, dass bis heute Häuser nach
Kriegs- und Kolonialverbrechern wie Lettow-Vorbeck, Wissmann und Trotha
benannt sind.
Wie kann es sein, dass die ‚Schutztruppen-kommandeure’
‚Deutsch-Ostafrikas’ hier noch immer mit wuchtigen Terrakotta-Porträts
geehrt werden?”
Erst 2003 wurde der „Tansania-Park“ mit den zwei Reliefs des
„Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmals“ angelegt und inszeniert. Aus dem
Beirat, der ein erinnerungskulturelles Konzept erarbeiten sollte, traten
mehrere kolonialkritische ExpertInnen unter Protesten aus. Der kleine
Rest des fachlich überforderten Beirats hat nun ein fragwürdiges
Tafeltext-Exposé erarbeitet, das der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
kürzlich kritisierte. Der Arbeitskreis reagierte mit einer Reihe von
Alternativvorschlägen, die postkoloniales Erinnern und Globales Lernen
in Hamburg-Jenfeld ermöglichen sollen. „Das vom Beirat vorgelegte
Exposé“ so die bildende Künstlerin HMJokinen, „kann dies jedenfalls
nicht leisten, denn es ist eurozentrisch und lässt zudem das Denkmal-
und Bauensemble als Ganzes außen vor.“
Der Historiker Christian Kopp fügt an: “Stadt und Bezirk sollten nun
endlich allen interessierten Fachleuten – vor allem aus Tansania und aus
Hamburgs Black Community – ermöglichen, an einem umfassenden
postkolonialen Konzept für das denkmalgeschützte Bauensemble
mitzuwirken.“
Während der Performance benannten die Teilnehmenden den „Kleinen
Exerzierplatz“ symbolisch in „Mohamed-Husen-Platz“ um – in Erinnerung an
den Kindersoldaten der deutschen „Schutztruppe“ in Ostafrika, der
später nach Deutschland kam und von den NS-Rassisten im KZ Sachsenhausen
ermordet wurde. Gerade bei dieser temporären „Umbenennung“ wurde die
Performance von der Polizei jäh unterbrochen. Die Einsatzkräfte waren
von Studierenden der benachbarten Bundeswehrhochschule – den heutigen
Bewohnern der Gebäude – herbeigerufen worden. Die gleich mit mehreren
Fahrzeugen anrückende Polizei drohte den Veranstaltern ein
Strafverfahren an.
Kontakt:
Christian Kopp
Initiative freedom roads!
info@freedom-roads.de
Tel.: 01799100976
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AUFRUF ZUR DEMO: Bündnis gegen Rassismus, 10. Dezember 2011, Berlin
AUFRUF ZUR DEMO: Bündnis gegen Rassismus
• Termin: Samstag, den 10. Dezember 2011 (Internationaler Tag der Menschenrechte)
• Auftakt: 11 Uhr, Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz – Marx-Engels Forum
• Ende: 13:30 Uhr, Platz des 18. März
Jetzt auf die Straße gehen!
Enver
Şimsek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus
Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit
Yozgat wurden zwischen 2000 und 2006 von Neofaschisten kaltblütig
ermordet.
Es ist an der Zeit Tacheles zu reden!
Die Tatsache, dass hinter den Morden die „rechtsextremistische“
Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) stand, wird von
Politiker_innen dazu genutzt, das Problem des Rassismus einmal mehr auf
extremrechte Randgruppen zu verweisen.
Eine mörderische Verflechtung aus Neonazis und Sicherheitsorgane
konnte ungestört ihr Unheil treiben, ohne dass es nach rechtsextremen
und rassistischen Hintergründen ermittelt wurde.
Um Rassismus als Alltagsphänomen zu erkennen, muss sich mit den
Strukturen auseinandergesetzt werden, die dieses ermöglichen und still
schweigend auf Kosten von Anderen ausgelebt werden.
Während die Bundes- und Landesregierung anhand der
Extremismusklausel, Maßnahmen gegen den vermeintlichen linken oder
islamistischen Terror verabschiedet, werden Menschen in Deutschland aus
rassistischen Gründen ermordet. Aus diesem Hintergrund dient die
angemahnte Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung
gegen „Extremisten“ dazu, Rassismus zu einem Problem von Einzeltätern
abzustufen.
Wir wollen Gegenwehr gegen diese Politik!
Nicht nur die Politiker_innen haben versagt, sondern der Staat und
sein ganzer Apparat. Der institutionelle Rassismus herrscht in den
Fluren der Verwaltungen, der alltägliche Rassismus drückt sich in
unserer Sprache und unseren Denkstrukturen aus. Rassismus hat nicht erst
mit den Morden der NSU begonnen, seine Wurzeln sind tief in den Köpfen
verankert.
Es besteht Handlungsbedarf!
Wir wehren uns gegen Entsolidarisierung und Spaltung, gemeinsam können wir uns organisieren!
NEIN zu RASSISMUS und SOLIDARITÄT mit den Opfern!
Schluss mit dem institutionellen Rassismus! Schluss mit dem alltäglichen Rassismus!
Mischen Sie sich ein, denn Rassismus geht uns alle an!
Beteiligt euch auch an der Demo!
Wir werden als Symbol für Trauer und Widerstand eine weiße Armbinde tragen.
Ansprechpartnerin: Sanchita Basu
Andere Veranstaltungen am Internationalen Tag der Menschenrechte:
Internationale EU-Roma-Konferenz im Abgeordnetenhaus, 09:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Demonstration zum Abschiebeknast Berlin-Grünau, 15 Uhr, S-Bhf Spindlersfeld
Demonstration gegen die Menschenrechtsverletzungen in Iran, 15 Uhr am Brandenburger Tor
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Abschiebehaft auf dem Flughafen BBI verhindern!
Abschiebeknast Grünau schließen! – Demonstration zum Abschiebeknast
Grünau am 10. Dezember 2011
Abschiebehaft auf dem Flughafen BBI verhindern!
Abschiebeknast Grünau schließen! – Demonstration zum Abschiebeknast
Grünau am 10. Dezember 2011
Seit
1993 ist das Recht auf Asyl in Deutschland praktisch abgeschafft. Um
10.000 Abschiebungen pro Jahr sicherzustellen, wird massenhaft
„polizeiliche Abschiebehaft“ angeordnet. Neben dem Abschiebeknast
Berlin-Grünau, der 1994 eingerichtet wurde, soll nun im Transitbereich
des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) in
Schönefeld eine weitere Haftanstalt gebaut werden. Unsere Demonstration
am 10. Dezember richtet sich gegen das System der Abschiebehaft und
gegen den Neubau auf dem BBI. Wir wollen uns mit einer großen Kundgebung
vor dem Abschiebegefängnis Grünau mit den Inhaftierten solidarisieren.
:: Das System Abschiebehaft ::
In der Abschiebehaft werden Menschen eingesperrt, die keine
Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland besitzen. Die Haftanträge der
Ausländerbehörden werden von den Amtsgerichten routiniert bestätigt –
ein Recht auf anwaltliche Unterstützung gibt es nicht. Die Haft kann auf
bis zu 18 Monate verlängert werden, wenn die Häftlinge den Behörden
nicht helfen ihre eigene Abschiebung zu befördern. Faktisch handelt es
sich bei der Abschiebehaft um eine Inhaftierung ohne Strafverfahren – um
Haft ohne Straftat.
Abschiebehaft ist die konsequente Fortführung des gesellschaftlichen
Ausschlusses von Migrant_innen und Flüchtlingen. Durch rassistische
Sondergesetze werden Beschränkungen in allen Lebensbereichen auferlegt:
Ein undurchsichtiges Netz von Gesetzen und Länderverordnungen, die durch
Willkür und Entrechtung Migrant_innen abschrecken und ihren Zuzug
verhindern sollen. Nach den Pogromen gegen Flüchtlingsunterkünfte vor 20
Jahren wurde dem Standortnationalismus mit der Grundgesetzänderung 1993
(dem sog. Asylkompromiss) in Richtung „Bedarfsorientierte Zuwanderung“
Rechnung getragen. Nicht mehr das Recht auf Asyl, sondern die
Verwertbarkeit für die deutsche Wirtschaft steht im Vordergrund. Durch
die EU-Osterweiterung, eine damit einhergehende europäisierte
Abschottungspolitik und die sog. „Drittstaatenregelung“ wird es für
Flüchtlinge immer schwieriger, die Bundesrepublik zu erreichen. So
konnten letztes Jahr mit 41.332 Asylanträgen gerade einmal ein Zehntel
derer von 1992 gestellt werden.
:: Berlin und Brandenburg bauen einen neuen Abschiebeknast ::
Großbaustelle Flughafen BBI: Was für viele das neue Tor in den Urlaub
ist, soll für andere zum exterritorialen Endpunkt ihrer Flucht werden.
Denn wie erst im Oktober bekannt wurde, soll auf dem neuen Großflughafen
ein Abschiebeknast mit 30 Haftplätzen gebaut werden. Dieser ist eine
späte Folge des Gesetzespakets von 1993, das beschleunigte Asylverfahren
für fünf internationale Flughäfen vorsah und nun von Berlin und
Brandenburg umgesetzt wird. Im sog. Flughafenverfahren werden über die
Asylanträge von ankommenden Flüchtlingen bereits im Transitbereich
entschieden. Nach einem außergerichtlichen Schnellverfahren soll ein
Großteil der Flüchtlinge wieder abgeschoben werden. Als „hastig, unfair,
mangelhaft“ bezeichnet Pro Asyl die jährlich rund 300
Flughafenverfahren auf dem Flughafen Frankfurt am Main.
Hand in Hand mit der Bundesregierung forcieren Berlin und Brandenburg
auf dem BBI nicht nur den Ausbau des rechtlich umstrittenen
Flughafenverfahren, sondern außerdem auch die Teilprivatisierung von
Knästen. Denn mit der Versorgung und Betreuung wurde die
Sicherheitsfirma B.O.S.S. beauftragt, die schon für den Abschiebeknast
und die Zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (ZAST) in
Eisenhüttenstadt zuständig ist.
:: Abschiebeknast Grünau ::
Wie das System Abschiebehaft in Berlin umgesetzt wird, kann man im
Abschiebeknast Grünau beobachten: Enge Zellen, miserable Versorgung,
kaum Beschäftigung, stattdessen verordnetes Nichtstun. Zwar dürfen
Handys benutzt werden, doch es fehlt an Geld für Telefongespräche, für
die notwendigen Anwält_innen oder für Bücher und Anderes, um die
erdrückende Langweile zu überbrücken. Besonders perfide hieran ist, dass
jeder Tag im Knast die Häftlinge 65,26 Euro kostet. Dieser Betrag –
zusammen mit den Kosten für die Abschiebung – ist von den ehemaligen
Häftlingen zu begleichen, sollten sie noch einmal in die BRD einreisen.
Ist eine erneute legale Einreise ohnehin nahezu unmöglich, wird sie so
auch noch unbezahlbar.
Skandalös ist auch die medizinische Versorgung in der Berliner
Abschiebehaft: Schwerkranke werden erst nach langen Verzögerungen
behandelt, Menschen mit gefährlichen Infektionskrankheiten teilen Zellen
mit gesunden Häftlingen und Suizidgefährdete werden in Einzelzellen
isoliert, was die Suizidgefahr deutlich erhöht. Was auf den ersten Blick
nach bedauerlichen Mängeln aussieht, hat Methode: Im Knast gibt es kein
unabhängiges medizinisches Personal, sondern lediglich den
polizeiärztlichen Dienst, dessen Hauptaugenmerk nicht auf der Gesundheit
der Häftlinge, sondern auf deren „Reise- und Verwahrfähigkeit“ liegt.
Viele der hier genannten Punkte bemängelte auch die Länderkommission zur
Verhütung von Folter im Oktober 2011. Das Ziel kann jedoch nicht die
graduelle „Verbesserung“ oder die „Humanisierung“ des
menschenverachtenden Systems der Abschiebehaft sein, sondern nur dessen
ersatzlose Abschaffung. Statt sich für die Abschaffung der Abschiebehaft
im Bund einzusetzen und bis dahin zumindest auf Landesebene nach
Regelungslücken zu suchen (wie es in Rheinland Pfalz von rot-grün
zumindest diskutiert wird) lässt sich Berlin die Haft was kosten: In
Grünau werden gerade 18 Personen festgehalten, bei einer Gesamtzahl von
214 Haftplätzen und 192 Mitarbeiter_innen.
:: Widerstand im Knast::
Immer wieder gibt es Widerstand von Inhaftierten in Grünau. Zuletzt in
die Öffentlichkeit geriet der Fall von Victor Atoe. Wie er treten immer
wieder Abschiebehäftlinge in Hungerstreik oder sehen sich dazu
gezwungen, sich selbst zu verletzen, um eventuell aus der Haft entlassen
zu werden. Im Sommer 2005 kam es zu kollektiven Widerstandsaktionen,
zeitweise verweigerten mehr als 60 Insassen das Essen in der
Haftanstalt. Die Antirassistische Initiative Berlin dokumentierte
innerhalb dieses dreimonatigen Streiks 44 Selbstverletzungen, darunter
Suizidversuche. Der Haftalltag ging regulär weiter, Häftlinge kamen in
Isolierzellen und wurden abgeschoben.
:: Solidarität!::
Mit der Demonstration richten wir uns gegen Abschiebehaft und den
Ausbau des Flughafenverfahrens. Solidarisch sein kann neben der Demo
auch heißen, den Inhaftierten den Zugang zu Ressourcen zu verschaffen,
die sie für ein schnelles Rauskommen benötigen: Geld für Anwält_innen,
Handy und Gesprächsguthaben, aber auch Bücher und DVD’s, um die
Langweile zu überbrücken und nicht an den Bedingungen kaputt zu gehen.
Wir rufen deshalb auf, regelmäßig Geld oder Sachspenden (funktionsfähige
Handys, Telefonkarten, Bücher, DVD’s in den Sprachen der Inhaftierten)
bei der Initiative gegen Abschiebehaft abzugeben. Mit unserem Protest
reihen wir uns auch in den gegen weitere migrations- und
sicherheitspolitische Verschärfungen ein, wie sie am 8. und 9. Dezember
in Wiesbaden auf der 193. Innenministerkonferenz in die Wege geleitet
werden sollen. Auch Silvester wollen wir mit einer Kundgebung vor dem
Abschiebeknast ziehen, um unserer Wut und Solidarität Ausdruck zu
verleihen.
Infoveranstaltung: Freitag, 2. Dezember 2011, 18 Uhr, K9
(Kinzigstr. 9) Veranstaltung zur Abschiebehaft und dem neuen
Abschiebeknast auf dem BBI
Demonstration zum Abschiebeknast Grünau: Samstag, 10. Dezember 2011, 15 Uhr S-Bhf Spindlersfeld:
Mit: Krach und Musik gegen den Abschiebeknast, Grüße nach Drinnen und
Draußen, Wunschdisco und Polit-Projektionen, Vokü und Getränke, Aktionen
und Infos, Live-Act.
Geldspenden können überwiesen werden werden an:
Name: Flüchtlingsrat Berlin
Verwendungszweck: „In den Knast“
Kto. Nr.: 311 68 03
BLZ: 100 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft)
Anarchist Black Cross Berlin
Antifa Friedrichshain
Antirassistische Initiative Berlin >> DokumentationsStelle < <
Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost (ABSO)
Autonome Antifa Berlin (A2B)
Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal!
Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg
Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG)
FelS
Initiative gegen Abschiebehaft
Initiative ausbrechen
Initiative gegen das Chipkartensystem
Kampagne Zusammen Handeln
Naturfreundejugend Berlin
Refugees Emancipation
die Sozialistische Jugend – die Falken LV Berlin
Wolf-Dieter Narr
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Es reicht! Breites Bündnis gegen Rassismus gegründet.
INFORMATIONEN FÜR PRESSE,FUNK UND FERNSEHEN
Es reicht! Breites Bündnis gegen Rassismus gegründet.
Berlin,
den 30.11.2011: Der Migrationsrat lud am 29.11.2011 verschiedene
Organisationen und Einzelpersonen zur Gründung eines Bündnisses gegen
Rassismus ein. Es kamen über 100 Vereine und Einzelpersonen zusammen und
beschlossen eine Demonstration am 10.12. zum internationalen Tag der
Menschenrechte zu organisieren (Auftakt: 11:00 Uhr
Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz).
Anlass war die Mordserie an Menschen mit türkischem und griechischem
Migrationshintergrund in Deutschland, die durch die Medien mit
entmenschlichenden und rassistischen Begriffen wie z.B. „Döner-Morden“
bekannt wurden.
Der Umgang mit diesen Morden zeigt, wie sehr Rassismus in der Mitte
der Gesellschaft vorherrscht und geduldet wird. Die Tatsache, dass
hinter den Morden die „rechtsextremistische“ Gruppe
„Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) stand, wird von
Politiker_innen dazu genutzt, das Problem des Rassismus einmal mehr auf
extremrechte Randgruppen zu verweisen. Um Rassismus als Alltagsphänomen
zu erkennen, muss sich mit den Strukturen auseinandergesetzt werden, die
dieses ermöglichen und still schweigend auf Kosten von Anderen
ausgelebt werden.
Während die Bundes- und Landesregierung aus Angst heraus anhand der
Extremismusklausel, Maßnahmen gegen den vermeintlichen linken oder
islamistischen Terror verabschiedet, werden Menschen in Deutschland aus
rassistischen Gründen ermordet.
„Der demütigende Umgang mit den Opfern, das Versagen der Polizei, die
ungeklärten Verstrickungen des Verfassungsschutzes und der NPD, die
Überheblichkeit der Wissenschaft und die Art und Weise der
Berichterstattung wurden vom Bündnis angeprangert“, berichtete Frau
Sanchita Basu, Mitglied des Vorstandes des mrbb.
Das Bündnis organisierte sich in verschiedenen Arbeitsgruppen zur
Planung der Demonstration und weiterer Aktivitäten im Jahr 2012.
Der Migrationsrat fordert eine breite gesellschaftliche Debatte über
institutionellen und alltäglichen Rassismus und seine verschiedenen
Manifestationen.
Ansprechpartnerin: Sanchita Basu
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NaturFreunde Internationale: „Gemeinsam Natur (er)leben“: Neues „Migrationshandbuch“ der Naturfreunde erschienen
Presseaussendung | Naturfreunde Internationale
Das
Nachmachen und Kopieren ist ausdrücklich erwünscht: Das Handbuch
„Gemeinsam Natur (er)leben“ der Naturfreunde Internationale (NFI) stellt
nicht nur Integrationsprojekte der Naturfreundebewegung und anderer
Vereine aus insgesamt fünf Ländern vor, sondern möchte generell
zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ermutigen, MigrantInnen aktiv
anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.
Präsentiert wurde die Broschüre im Rahmen des Naturfreunde-Kongresses
in Graz. Es geht darin um Grundsätze und Beispiele für interkulturelles
Arbeiten im Umweltbereich. Sowohl die Nord-Süd-Partnerschaften der NFI
als auch solidarisches Handeln in Europa werden vorgestellt.
„Dieses Handbuch soll Naturfreundinnen und Naturfreunde motivieren,
über Zusammenhänge von Klimawandel und Migration zu diskutieren und sich
aktiv für Integration zu engagieren. Deshalb haben wir Aktivitäten und
Projekte ausgesucht, von denen man sich etwas abschauen kann“, erklärt
Dr. Christian Baumgartner, Generalsekretär der NFI. „Wir stellen vor,
wie Naturfreunde bereits in ihren Ortsgruppen Menschen mit
Migrationshintergrund ansprechen und gemeinsam Projekte verwirklichen“,
so Dr. Margit Leuthold vom ExpertInnenbeirat.
Naturfreunde Internationale (NFI)
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Pro Asyl: Für eine neue Bleiberechtsregelung
Noch immer leben hierzulande 75.000 Menschen, die auch nach
sechs Jahren in Deutschland keine gesicherte Aufenthaltsperspektive
haben – Menschen, die gezwungen sind, ein Leben auf Abruf zu führen –
und das trotz mehrerer Bleiberechtsregelungen.
PRO ASYL wendet sich deshalb mit einer E-Mail-Aktion an alle
zuständigen Landesministerien und fordert die Verantwortlichen
Politikerinnen und Politiker auf, sich zur Innenministerkonferenz am 8.
und 9.Dezember für eine neue, wirksame und dauerhafte
Bleiberechtsregelung einzusetzen. Machen
Sie mit! Fordern sie die Ministerien auf, den vielen in Deutschland nur
geduldeten Menschen endlich eine Zukunftsperspektive zu bieten!
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The VOICE Refugee Forum Jena: Tod von Michael Kelley in Gerstungen – Lager gefährden Leben
Pressemitteilung von The VOICE Refugee Forum Jena & Break Isolation!‐Bündnis
Jena, 12.10.2011
Tod von Michael Kelley in Gerstungen – Lager gefährden Leben
Vor
rund drei Wochen ist im Isolationslager Gerstungen ein 37‐jähriger,
vermutlich aus Liberia stammender Flüchtling in seinem Zimmer gestorben.
Erst Tage nach seinem Tod wurde die Leiche aufgrund des
Verwesungsgeruchs gefunden. Flüchtlinge berichten, dass sie beim
Eintreffen gerufener Ärzte ohne hygienische Vorsichtsmaßnahmen die
Leiche aus dem Zimmer ins Freie tragen mussten. Die Menschen im Lager
sind schwer traumatisiert und leiden zudem oft selber unter chronischen
Erkrankungen aufgrund der schlechten Bedingungen in dem vom Landratsamt
Wartburgkreis betriebenen Lager. Es gab von Seiten der Lagerleitung oder
Behörden keinerlei Antworten auf Fragen der Flüchtlinge. Manche
Flüchtlinge, die psychologische Betreuung aufsuchten, wollten nicht mehr
in das Lager zurückkehren.
Auf tragische Weise wurde hiermit einmal mehr bewiesen, wie dringlich
die Schließung der Isolationslager ist. Menschen werden von nötiger
medizinischer und psychologischer Betreuung ferngehalten, von
grundlegenden Elementen gesellschaftlicher Teilhabe isoliert und sie
werden in Abhängigkeit von der Information oder Nicht‐Information durch
die Lagerleitung bzw. Sozialbetreuung gehalten, was große Unsicherheit
und oft Einschüchterung erzeugt. In Gerstungen traut sich aufgrund der
einschüchternden Atmosphäre kein einziger Flüchtling mehr, vor der
Kamera von Fernsehteams zu sprechen. Die Anwesenheit des Hausmeisters
bei Gesprächen mit BesucherInnen sorgt meist für ängstliches Schweigen. (http://thevoiceforum.org/node/2279)
BREAK ISOLATION!
Alle Flüchtlingslager schließen! Residenzpflicht abschaffen!
Kundgebung & Demonstration am 22. Oktober 2011 in Erfurt
Das The VOICE Refugee Forum Jena veranstaltet zusammen mit dem Break
Isolation!‐Bündnis am 22.Oktober 2011 einen Aktionstag in der Erfurter
Innenstadt. Es wird ab 10 Uhr auf dem Anger eine Kundgebung stattfinden
und im Anschluss eine Demonstration, die um 14 Uhr am Erfurter
Hauptbahnhof startet.
Als selbstorganisiertes Flüchtlingsnetzwerk ist The VOICE seit
mittlerweile 17 Jahren erfolgreich aktiv gegen Entrechtung, Isolation
und Freiheitsberaubung durch die deutschen Behörden. Der Mittelpunkt der
Arbeit bleibt stets der Kampf um Selbstbestimmung und die
kontinuierliche öffentliche Präsenz der Stimme der Flüchtlinge.
Hierdurch konnten allein in Thüringen viele Isolationslager geschlossen,
Abschiebungen verhindert und Strafandrohungen wegen Verstößen gegen die
Residenzpflicht durchkreuzt werden.
Am 22.10.2011 in Erfurt gemeinsam gegen Ausgrenzung und Unterdrückung!
Es werden FlüchtlingsaktivistInnen aus allen Lagern Thüringens gemeinsam
mit Karawane‐AktivistInnen aus dem bundesweiten Netzwerk sowie vielen
weiteren UnterstützerInnen auf die Straße gehen.
Wir rufen alle auf, den Widerstand der Flüchtlinge zu unterstützen!
Wir fordern die sofortige Schließung der Lager in Gerstungen, Breitenworbis und Zella‐Mehlis!
Residenzpflicht und Isolationslager müssen weg! Überall!
22. Oktober 2011, Erfurt
‐ ab 10 Uhr Dauerkundgebung, Ausstellung und Informationsmaterial auf dem Anger
‐ 14 Uhr Demonstration ab Hauptbahnhof
Kontakt/Info: +49 (0) 174 8474694
Pressesprecher: Miloud L Cherif, Flüchtlingsgemeinschaft Zella‐Mehlis, +49 (0) 176 99334119
The VOICE Refugee Forum Jena: Schillergäßchen 5 | 07745 Jena | thevoiceforum@gmx.de | thevoiceforum.org
Break Isolation!‐Bündnis: breakisolation.blogsport.de
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Petition an EU und Europarat gegen Antiziganismus
Forderungen an die Europäische Kommission zur Übergabe
an den Europarat, das europäische Parlament, den europäischen
Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen.
Petition: Die Pogrome, Übergriffe, Abschiebungen, Räumungen sowie
Diskriminierungen und Kriminalisierungen von Minderheiten wie der Roma
und Sinti in Europa endlich stoppen! Absichtsbekundungen nun Taten
folgen lassen!
Immer
wieder hat es in der Vergangenheit rassistisch motivierte Übergriffe
und antiziganistische Hetze gegen Roma und Sinti in Europa gegeben.
Nicht nur in den ärmeren Ländern Osteuropas, sondern auch in so
genannten westlichen Demokratien wie Italien, Frankreich und
Deutschland. Pogromartige Ausschreitungen hat es sowohl in Rumänien,
Ungarn, der Slowakei oder derzeit in Bulgarien und in Tschechien
gegeben. Aber auch Übergriffe in westeuropäischen Staaten sind keine
Seltenheit. Dazu kommen Abschiebungen oder Räumungen, Repressionen und
Zwangsmaßnahmen, die ebenfalls rassistisch motiviert sind und gegen
universelle Menschenrechte aber auch die Antidiskriminierungsrichtlinien
der EU verstoßen. Konsequenzen oder Maßnahmen gegen Mitgliedsländer der
EU die über Ankündigungen und Absichtserklärungen hinaus gingen, gab es
dagegen aber kaum. Stattdessen hat sich die Situation weiter
verschlechtert.
Nach wie vor lebt ein großer Teil der zehn bis zwölf Millionen Roma
in Europa ausgegrenzt, ghettoisiert, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt
sowie im Bildungsbereich diskriminiert oder ausgeschlossen unter denkbar
ungünstigsten sozioökonomischen Bedingungen. Diskriminierung, soziale
Ausgrenzung und Segregation, denen die Roma ausgesetzt sind, verstärken
sich dazu auch gegenseitig. Daraus resultieren ein niedriges
Einkommensniveau, ein schlechtes Bildungsniveau und ein schlechter
Gesundheitszustand, was wiederum eine höhere Sterblichkeit und eine
geringere Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen
zur Folge hat. Das alles ist nicht neu.
Trotzdem verschärft sich, wie immer in besonderen Krisenzeiten, der
Ton der in Politik, Medien und Gesellschaft die propagandistische
Begleitmusik für Ausgrenzung und Rassismus ist, weiter. Soziale
Ungerechtigkeit und Armut werden manifestiert und Menschen auf ihre
Nützlichkeit im Sinne ökonomischer Verwertbarkeit reduziert. Auch durch
Institutionen der EU. Wer nicht mitspielen will oder kann, sich nicht
anpasst oder unterordnet, wird stigmatisiert, diskriminiert und
kriminalisiert. Die Suche nach Sündenböcken für alle gesellschaftlichen
Probleme läuft gerade wieder auf Hochtouren. So können Ursachen von
sozialen Problemen verschleiert, die Verantwortung für Fehlentwicklungen
den Betroffen selbst zur Last gelegt und ein erhöhter Anpassungsdruck,
Repressionen, Ausgrenzung und Zwangsmaßnahmen bis hin zu strukturellem
und institutionellen Rassismus nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“
legitimiert werden.
Bis heute haben weder europäische Regierungen noch die Europäische
Union selbst wahrnehmbare, rechtlich verbindliche Konzepte, Strategien
oder Handlungsoptionen gegen Rassismus und Antiziganismus vorgelegt.
Lediglich Symbolpolitik, Absichtserklärungen und wirkungslose Programme
wechseln sich mit dem Hin- und Herschieben politischer Zuständigkeiten
ab. An der Umsetzung fehlt es zumeist ganz. Mehr noch: VertreterInnen
aus Politik, Medien und Gesellschaft stellen Roma und Sinti mit ihren
Äußerungen ebenfalls pauschal in eine kriminelle Ecke und tragen damit
zur Stigmatisierung dieser Gruppe bei. Rassistisch motivierte Bilder,
Klischees und Stereotype werden ungeniert transportiert und dankend von
Neonazis, Rassisten und Rechtspopulisten übernommen. Dazu werden in
historischer Kontinuität „Eigenschaften“ wie Kriminalität, Betteln,
fehlende Hygiene, Kinderreichtum, Parallelgesellschaft oder
Wanderschaft konstruiert und pauschal (teilweise mit biologistischen
Bezügen) einer ganzen Bevölkerungsgruppe zugeschrieben, mit deren Hilfe
die Ausgrenzung und Diskriminierung von Sinti und
Roma bis heute reproduziert und fortgesetzt werden. Gerade diese Stigmatisierung und Diskriminierung
über die Ethnisierung und Kulturalisierung von Straftaten bzw.
Kriminalität bilden auch den Nährboden für die derzeitigen Pogrome in
Tschechien und Bulgarien. Aber auch die Abschiebungen von Roma und Sinti
in Krisenregionen oder in Länder, in denen sie einer ungewissen, nicht
selten existenzbedrohenden Zukunft entgegen gehen müssen, sind keine
Ausnahmen, sondern Normalität.
Deshalb fordern wir alle Institutionen und Gremien der Europäischen
Union dazu auf, die UN-Charta für Menschenrechte sowie die
Antidiskriminierungsrichtlinie in rechtlich verbindlicher Form selbst
umzusetzen sowie dies von Mitgliedsstaaten nachhaltig, nachvollziehbar
und notfalls verbunden mit Sanktionen einzufordern. Weiterhin fordern
wir:
- Das Begriffskonstrukt „Rasse“ nicht nur in Gesetzen und Richtlinien
kritisch zu kommentieren, sondern einer weiteren Manifestierung dieses
zu Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen erfundenen Konstruktes
durch Streichung entgegenzuwirken. Als Ersatz kann „rassistisch“
verwendet werden.
- Eine wissenschaftlich fundierte und politisch unabhängige,
abschließende Definition des Rassismusbegriffes, die den existierenden
Macht-, Herrschafts- und Dominanzverhältnissen Rechnung trägt und einer
weiteren Aufweichung und Instrumentalisierung entgegen wirkt.
- Die Antidiskriminierungsrichtlinie ist umgehend zu präzisieren, um
Mehrdeutigkeiten und Interpretationsmöglichkeiten auszuschließen sowie
eine detailliertere Umsetzung in nationales Recht zu gewährleisten.
Transparente Kontroll-, Sanktions- und Dokumentationsmechanismen und
–strukturen sind zu installieren bzw. zu sofortigen und zeitnahen
Reaktionen auf Verstöße anzuhalten.
- Die Übernahme politischer Verantwortung für die Aufrechterhaltung
von Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und sozialer
Ausgrenzung als Bausteine einer hierarchisierten, neoliberalen
Wirtschafts- und Verwertungslogik durch die klare Benennung von
Ursachen, VerursacherInnen und ProfiteurInnen gesellschaftlicher und
sozialer Fehlentwicklungen. Einer Reduzierung des Menschen auf seine
ökonomische Verwertbarkeit im Sinne von Erwerbstätigkeit egal zu welchem
Preis ist umgehend entgegenzuwirken.
- Auf staatliche Repressionen und Zwangsmaßnahmen gegen sowie
Abschiebungen, Räumungen etc. von Roma ist zu verzichten. Rechtlich
verbindliche Sanktionsmöglichkeiten für Verstöße sind zu schaffen oder
auszuschöpfen und umgehend anzuwenden.
- Einem völkischen Standortnationalismus sowie neonazistischen und
rassistischen Organisationen und Gruppierungen auf allen Ebenen
entschiedenen aktionsorientierten und inhaltlichen Widerstand
entgegenzusetzen sowie antifaschistische und antirassistische
Zivilcourage und Aktivitäten regional/ überregional aktiv zu fördern.
- Gegen Ungleichwertigkeitsideologien sowie die weitere Manifestierung
von ausgrenzenden Bildern, Klischees und Stereotypen inhaltlich und
soweit rechtlich relevant auch gerichtlich vorzugehen sowie
populistische und rassistisch motivierte Lösungs- und Erklärungsansätze
bloßzustellen und ihnen argumentativ entgegenzutreten.
- Alle rechtlichen und finanziellen Vorraussetzungen zu schaffen, die
es jedem in der EU lebenden Menschen ermöglicht, gegen Diskriminierungen
und Ausgrenzungen notfalls gerichtlich vorgehen zu können und Menschen
zu befähigen, diese auch nutzen zu können.
- Verjährungsfristen und Bestimmungen zur Prozesskostenhilfe für
Betroffene von Diskriminierungen sind umgehend zu Gunsten von Betroffen
zu verbessern bzw. anzupassen.
- Vertretungen, Organisationen, Vereine und Gruppierungen von
Minderheiten bei der Durchsetzung ihrer Rechte jede erdenkliche
Unterstützung zukommen zu lassen sowie deren Arbeit finanziell
nachhaltig abzusichern und soweit keine Strukturen vorhanden, deren
Bildung anzuregen und zu unterstützen.
- Eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe aller in der EU
lebenden Menschen auf allen gesellschaftlichen Ebenen unabhängig
zugeschriebener Merkmale wie Herkunft, Religion, dem sozialen Status
oder der Lebensweise zu garantieren und rechtlich verbindlich
festzuschreiben. Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen sind zu schaffen
oder auszuschöpfen sowie zeitnah anzuwenden.
- Gesetzliche Vorraussetzungen zu schaffen, umzusetzen und zu
evaluieren, die Diskriminierungen sowohl auf kommunaler, Länder- und
EU-Ebene nachvollziehbar und erkennbar machen (alle Bereiche, wie:
Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, staatliche Institutionen und Strukturen
etc.).
- Die Verbesserung sowie eine nachvollziehbare Regelung der
gleichberechtigten Zusammenarbeit von politischen und
zivilgesellschaftlichen Strukturen und Instituatioen
- Nationale Aktionspläne gegen Rassismus, Antisemitismus,
Antiziganismus und Homophobie sind EU-weit einzufordern und ihre
rechtlich Relevanz sowie Umsetzung jährlich auf ihre Effizienz zu
evaluieren und an aktuelle Entwicklungen wie z.B. die derzeit wachsende
Hetze gegen MuslimInnen anzupassen.
Versenden an:
Vertretung der Europäischen
Kommission in Deutschland
Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Fax: 004930/ 22802222
Europarat
Avenue de l’Europe
F-67075 Strasbourg Cedex
Fax 0033/2 2309462
Europäisches Parlament
Allée du Printemps
F-67070 Straßburg Cedex
Fax: 0033/3 88256501
EU Wirtschafts- und Sozialausschuss
Rue Belliard, 99
B-1040 Brüssel
Fax: 0032/2 5134893
Ausschuss der Regionen
Bâtiment Jacques Delors
Rue Belliard 99-101
B – 1040 Brussels
Fax 0032/2 2822325
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Die Pogrome und die soziale Ausgrenzung von Roma in Bulgarien stoppen!
Forderungen an die bulgarischen Behörden
Redebeitrag / Petition: Gehalten und übergeben bei der Demo gegen die antiziganistischen Pogrome in Bulgarien und Tschechien
(6. Oktober 2011, Berlin-Mitte)
Seit
Tagen kommt es zu schweren Ausschreitungen gegen Roma in Bulgarien. Die
Geschehnisse nahmen ihren Lauf, nachdem ein Jugendlicher von einem
Kleinbus überfahren wurde. Der Fahrer des Kleinbusses gehörte zum Kreis
eines Roma-Anführers. Aufgebrachte Dorfbewohner brannten daraufhin drei
Häuser des vermeintlichen „Roma-Bosses“ in Katuniza bei Plowdiw nieder.
Nationalistische Gruppen nahmen diesen Vorfall zum Anlass, um in ganz
Bulgarien rassistische Proteste gegen Roma zu organisieren. In
mittlerweile 20 Städten ist es nun zu Aktionen gekommen. Ziele der
aufgebrachten Mengen waren Roma-Viertel, in die sie versuchten
einzudringen. Die Polizei konnte nur teilweise Übergriffe auf Roma
verhindern und wurde häufig selbst Zielscheibe der Aggressionen.
Die Roma stellen etwa 8 Prozent der bulgarischen Bevölkerung. Es
handelt sich dabei nicht um „Einwanderer“, sie gehören vielmehr zur so
genannten Urbevölkerung in Bulgarien. Laut UNHCR beträgt die
Arbeitslosenquote unter ihnen bis zu 80 Prozent.
Die Roma werden in Bulgarien gesellschaftlich ausgegrenzt, da
antiziganistische Ressentiments gegen sie tief im Bewusstsein der
Bevölkerung vorherrschen. Dazu gehört der eingeschränkte Zugang zu
Bildung und den damit verbundenen Problemen auf dem Arbeitsmarkt.
Vielfach kommt es zu Zerstörungen von Roma-Unterkünften und zur
Vertreibung von Familien. Elternlose Roma-Kinder in
Fürsorgeeinrichtungen sind verstärkt von Gewalt betroffen. In den
letzten 10 Jahren starben in staatlichen Kinderheimen 283 Roma-Kinder an
Hunger, Vernachlässigung oder Kälte.
Auf dem Papier erfahren die Roma in Bulgarien Schutz vor
Diskriminierung. Die bulgarische Gesetzgebung regelt
Antidiskriminierungsstandards unter anderem in seiner Verfassung.
Darüber hinaus ratifizierte Bulgarien alle wichtigen internationalen und
europäischen Übereinkommen zum Schutz der Menschen und Minderheiten. In
der rechtlichen Praxis wurden diese Standards aber nie durchgesetzt.
Zudem lässt Bulgarien bereitstehende Gelder des EU-Struktur- und
Sozialfonds zur Behebung dieser diskriminierenden Zustände ungenutzt. Im
Jahr 2010 forderte die Europäische Kommission von den
EU-Mitgliedsstaaten, die Gelder aus dem europäischen Strukturfonds
besser für die Eingliederung der Roma zu nutzen.
Wir fordern daher die bulgarische Regierung dazu auf:
- Eine öffentliche Stellungsnahme zu den antiziganistischen Unruhen in
Bulgarien abzugeben, die auf Populismus verzichtet und ein klares
politisches Statement gegen soziale und rassistische Ausgrenzung zu
setzen.
- Die Verantwortung für soziale Fehlentwicklung (z.B. Ghettoisierung) zu übernehmen und nicht den Betroffenen die Schuld zu geben.
- Auf staatliche Repression und Zwangsmaßnahmen gegen Roma zu verzichten.
- Mittel aus den Strukturfonds der Europäischen Kommission gezielt zu
nutzen, um die größte ethnische Minderheit der EU in die Gesellschaft zu
integrieren.
- Eine spezielle schulische und akademische Förderung von Roma-Kindern zu beschließen.
- Eine Quote für den Arbeitsmarkt einzuführen, dass Betriebe bestimmter Regionen eine gewisse Anzahl von Romas einzustellen haben.
- Demokratisierungsprozesse zu fördern, bei der es um die Auseinandersetzung und Bekämpfung von Antiziganismus geht.
- Neonazistischen Organisationen konsequent entgegenzutreten. In der
Schule im Fach Geschichte einen Pflichtblock einrichten zu lassen, der
die Verfolgung der Roma durch Nazis thematisiert und die Mechanismen von
gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzeigt.
Kampagne „Zusammen handeln- gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung“
Stendaler Straße 4
10559 Berlin
Presse AG
Mail: kampagne_zusammen_handeln@gmx.de
Botschaft der Republik Bulgarien
Mauerstraße 11, 10117 Berlin
Fax 004930/ 2086838
Berlin, 06. 10. 2011
Mehr Infos bei der Kampagne “Zusammen handeln”
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Die Pogrome und soziale Ausgrenzung von Roma in Tschechien stoppen!
Die Pogrome und soziale Ausgrenzung von Roma in Tschechien stoppen!
Forderungen an die tschechischen Behörden
In
den letzten Wochen kam es in Tschechien (insbesondere Nový Bor,
Varnsdorf und Rumburk) zu progromartigen Erhebungen von der
tschechischen Mehrheitsgesellschaft gegen Roma. Die Tschechische
Regierung setzte bei den Unruhen Polizeikräfte ein, die lediglich die
Aufgabe hatten, die „Streitparteien“ voneinander zu trennen, um
schwerwiegende Folgen zu verhindern. Eine politische Erkenntnis, dass
die antiziganistischen Unruhen das Ergebnis einer jahrelangen
systematischen Ausgrenzungs- und Diskriminierungspolitik sind, stellte
sich weder bei Regierung noch in der breiten Öffentlichkeit ein.
Überwiegend wird die Meinung vertreten, die Roma trügen selbst die
Schuld an den Ausschreitungen gegen sie.
Geschätzte 300.000 Roma leben heute in der Tschechischen Republik.
Die Arbeitslosigkeit unter diesen liegt bei rund 90 Prozent. Die
strukturelle Ausgrenzung der Roma beginnt bereits im Schulalter. Etwa 50
Prozent der Roma-Kinder kommen automatisch auf eine Sonderschule für
Lernbehinderte. Die restlichen 50 Prozent werden aufgrund ihrer Herkunft
in den staatlichen Schulen diskriminiert, sind Anfeindungen ausgesetzt
und haben so verminderte Bildungschancen.
Die weitverbreitete Lösung, der antiziganistischen Stimmung in der
tschechischen Mehrheitsbevölkerung entgegenzuwirken, ist die zwangsweise
Umsiedlung von Roma in strukturschwache Regionen außerhalb der
Großstädte. Gab es 1989 nur wenige solcher Roma-Viertel, so gibt es 2011
über 300 reine Roma-Ghettos. Die Roma werden sozial isoliert und quasi
in die Arbeitslosigkeit gezwungen – ein Teufelskreis, aus dem es nur
wenigen gelingt auszubrechen.
Das Land Tschechien verstößt mit seiner Politik gegen universelle
Menschenrechte, UN-Konventionen und EU-Antidiskriminierungsstandards.
EU-Mitgliedsländer haben die Grundsätze der Freiheit und der Demokratie,
die Menschenrechte und die Grundfreiheiten sowie die
Rechtsstaatlichkeit zu achten (Art. 6, 49 EU-Vertrag).
Wir fordern daher die tschechische Regierung dazu auf:
- Eine öffentliche Stellungsnahme zu den antiziganistischen Unruhen in
Tschechien abzugeben, die auf Populismus verzichtet und ein klares
politisches Statement gegen soziale und rassistische Ausgrenzung zu
setzen.
- Die Verantwortung für soziale Fehlentwicklung (z.B. Ghettoisierung) zu übernehmen und nicht den Betroffenen die Schuld zu geben.
- Auf staatliche Repression und Zwangsmaßnahmen gegen Roma zu verzichten.
- EU-Gelder zweckgemäß zur Umstrukturierung der Roma-Ghettos und zur
Verbesserung der Wohnsituation zu verwenden (Tschechien erhält von der
EU noch bis 2013 insgesamt 200 Millionen Euro zur Restrukturierung von
Roma-Ghettos).
- Eine spezielle schulische und akademische Förderung von Roma-Kindern zu beschließen.
- Eine Quote für den Arbeitsmarkt einzuführen, dass Betriebe bestimmter Regionen eine gewisse Anzahl von Romas einzustellen haben.
- Zivilgesellschaftliche Demokratisierungsprozesse zu fördern, bei der
es um die Auseinandersetzung und Bekämpfung von Antiziganismus geht.
- Neonazistischen Organisationen konsequent entgegenzutreten.
- In der Schule im Fach Geschichte einen Pflichtblock einrichten zu
lassen, der die Verfolgung der Roma durch Nazis thematisiert und die
Mechanismen von gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzeigt.
Kampagne „Zusammen handeln- gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung“
Stendaler Straße 4
10559 Berlin
Presse AG
Mail: kampagne_zusammen_handeln@gmx.de
Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin,
Wilhelmstrasse 44, 10 117 Berlin
Fax 004930/2294033
Berlin, 06. 10. 2011
Mehr Infos bei der “Kampagne Zusammen handeln!”
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Manifest – Keine Grenzen für Menschenrechte
Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind
1674 Flüchtlinge im Kanal von Sizilien ertrunken. Das Flüchtlingsdrama
im Mittelmeer verschärft sich – und Europa schaut zu. Wir wollen ein
anderes Europa. Ein Europa, das wirklich für die Ideen der Humanität und
Freiheit aller Menschen steht.
Erstunterzeichner: medico international | Pro Asyl | Amnesty
International | Brot für die Welt | borderline-europe | Komitee für
Grundrechte und Demokratie | Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und
Migranten | MIGREUROP | BUKO – Bundeskoordination Internationalismus |
Afrique Europe Interact | Netzwerk MiRA
Mit dieser öffentlichen Aktion wollen wir Druck auf die Politik
ausüben und einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen. Über die Aktion
und ihr Engagement wird in der taz – und sicherlich auch in anderen
Medien – berichtet werden. Bis zur Herbstkonferenz der Innenminister im
Dezember in Frankfurt am Main kann das Manifest unterzeichnet werden.
Die gesammelten Unterschriften werden an die Innenminister übergeben.
> Mach mit unterzeichne das Manifest
Das Manifest für ein Europa der Humanität und Solidarität
Sechs Einsprüche gegen das Grenzregime
I. Das Mittelmeer wird zum Massengrab der
namenlosen Flüchtlinge. Die Zahl der Ertrunkenen steigt. Die EU
verschließt den Schutzsuchenden aus Nordafrika den Zugang, überlässt sie
in unwirtlichen Wüstenlagern entlang der tunesisch-libyschen Grenze
sich selbst. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 1674
Flüchtlinge im Kanal von Sizilien ertrunken. Berichte über unterlassene
Hilfeleistung durch Militärverbände oder kommerzielle Schiffe mehren
sich. Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verschärft sich – und Europa schaut zu.
Menschen, die ihnen in Seenot helfen, werden angeklagt. Selbst eine
spanische NATO-Fregatte, die im Meer vor Libyen Bootsfl üchtlinge vor
dem Ertrinken rettete, durfte keinen europäischen Hafen anlaufen und
wurde gezwungen, die unerwünschten Passagiere in Tunesien von Bord zu
bringen. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex steht für den Ausbau
eines tödlichen Grenzregimes, das unsere »Welt der Freiheit und
Demokratie« vor dem Begehren der globalen Armen »schützen« will. Dieses
Grenzregime ist eine der größten direkten Menschenrechtsverletzungen,
die im Namen der EU begangen wird. Der tägliche Tod an den europäischen
Außengrenzen ist eine Folge davon. Sechzig Jahre nach dem Ja zur Genfer
Flüchtlingskonvention ist es höchste Zeit, die Solidarität mit den
Schutzsuchenden zu erbringen, zu der sie uns verpflichtet. Das Sterben
an den Außengrenzen muss aufhören.
Wir wollen ein anderes Europa. Ein Europa, das wirklich für die Ideen der Humanität und Freiheit aller Menschen steht.
II. Staatschefs, die gestern noch Partner der EU
waren, werden heute als Kriegsverbrecher und Folterer angeklagt. Als
»Gendarmen Europas« und »Garanten der Stabilität« wurden sie hofiert,
bezahlt und gestützt, ungeachtet ihrer längst offensichtlichen
Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung. Die neu entstehenden Strukturen
sollen diese Komplizenschaft fortsetzen: Vor der diplomatischen
Anerkennung des libyschen Übergangsrates in Bengasi durch die EU-Staaten
stellten italienische Unterhändler sicher, dass die Rebellen das schon
unter Gaddafi bewährte Abkommen zur Abwehr von Flüchtlingen erneuern.
Dieses Vorgehen hat Tradition. Schon 1999 beschloss die EU, sich eine
gemeinsame Asyl- und Zuwanderungspolitik zu geben. Vereinheitlicht hat
sie dabei vor allem ihre Bemühungen, sich abzuschotten. Länder weit
jenseits ihrer Grenzen werden dabei zu Erfüllungsgehilfen gemacht;
Entwicklungshilfe wird an die Bereitschaft gekoppelt, Flüchtlinge und
(Transit-)MigrantInnen zu stoppen.
Die EU nimmt mit den sogenannten Drittstaatenabkommen zur
gemeinsamen Flüchtlingsabwehr Einfl uss auf die Ausgestaltung der
dortigen Innenpolitik. Durch den Aufbau einer Überwachungslogistik und
den Verkauf modernster Sicherheitstechnik werden die repressiven Systeme
(Polizei, Armee, Geheimdienste) dieser Staaten und deren Vertreter
gestärkt. In Libyen und Tunesien zeigt sich, wie diese Hochtechnologie
zur Flüchtlingsabwehr in Krisen gegen demokratische Bewegungen
eingesetzt wird. Aber auch Grundrechte wie die Ausreise- und
Bewegungsfreiheit werden durch erzwungene neue gesetzliche Regelungen in
den »Partnerländern« eingeschränkt und Verstöße hart bestraft.
Beharrlich hält die EU an solchen Komplizenschaften fest. Das muss
aufhören.
III. Nur ein Bruchteil der Flüchtlinge der Welt
kommt nach Europa; die übergroße Mehrheit bleibt in den Ländern des
Südens. Daher sind die Bilder aus Lampedusa, aus dem griechischen
Grenzgebiet oder aus Malta ein künstlich geschaffener Notstand.
Populistische Politiker und Teile der Medien überhöhen die zur
»Bedrohung« von Sicherheit und Wohlstand dramatisierte »Massenfl ucht«
von Flüchtlingen und MigrantInnen weiter und schüren vorhandene
Rassismen. So werden Ausgrenzungen und Aufrüstung legitimiert. Doch
Flucht und Migration lässt sich nicht stoppen. Nicht sie sind ein
Verbrechen, sondern wirtschaftliche und politische Verhältnisse, die die
Menschen zwingen, sich durch Flucht über das Meer vor Not und Gewalt zu
retten, sowie das Fehlen von legalen Einreiseperspektiven.
Schutzsuchende dürfen nicht instrumentalisiert werden, um
künstliche Bedrohungsszenarien zu schaffen. Die EU muss ihre Grenzen
abrüsten und den legalen und gefahrenfreien Zugang für Flüchtlinge
ermöglichen.
IV. Die sogenannte Dublin-II-Verordnung regelt die
Verantwortung für die Asylverfahren unter den Mitgliedsstaaten. Dieses
europäische Gesetz hat die Verantwortung für die Aufnahme von
Asylsuchenden extrem ungleich verteilt – zum Nutzen der Staaten ohne
EU-Außengrenze, allen voran Deutschland. Diese Ungleichbehandlung trifft
zuletzt die Flüchtlinge selbst, denen das Recht genommen wird, sich als
Schutzsuchende ihren Aufenthaltsort selbst zu wählen. Die Dubliner
Zuständigkeitsregelungen führen zu einer doppelten
Verantwortungsverlagerung. Während sich die Kernländer der EU auf
bequeme Art ihrer Verantwortung für eine humane Flüchtlingspolitik
entziehen, wehren die EU-Mitglieder an den Außengrenzen vermehrt
Flüchtlinge brutal ab.
Die unfaire und unsolidarische Dublin-Regelung muss
aufgehoben werden. Alle EU-Staaten müssen ihren gerechten Beitrag zum
Flüchtlingsschutz leisten.
V. Flüchtlinge und MigrantInnen suchen nicht nur
Schutz. Sie kämpfen um ein besseres Leben, für gleiche Rechte, für
Autonomie und Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum. Die Bewegungen
der Flucht und Migration innerhalb des afrikanischen Kontinents und
entlang der südlichen Grenzregionen der Europäischen Union sind der
Preis einer Globalisierung, die an den Ressourcen und Märkten des
afrikanischen Kontinents, nicht an seinen Menschen interessiert ist.
Dabei muss gerechte Entwicklung den Menschen des Südens auf der einen
Seite das Recht auf Ausreise garantieren, gleichzeitig die sozialen,
ökonomischen und politischen Bedingungen schaffen, dass diese Menschen
in ihren Herkunftsländern bleiben können.
Entwicklungszusammenarbeit darf nicht zum Hilfsdienst für
einen ausgelagerten Grenzschutz gemacht werden. Die Politik der EU und
ihrer Mitgliedsländer muss kohärent auf eine global gerechte Entwicklung
und die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen
weltweitausgerichtet werden.
VI. Europa beansprucht, ein »Raum der Freiheit, der
Sicherheit und des Rechts« zu sein und beruft sich dazu auf seine
Geschichte, auf Humanismus, Aufklärung, auf seine Revolutionen.
Europäische Regierungschefs aber schämen sich nicht, Flüchtlinge als
»menschlichen Tsunami« zu diffamieren. Mit Enthusiasmus verfolgen wir
die zivilgesellschaftlichen Aufstände in Nordafrika und in den Ländern
des Nahen Ostens, vor allem das Streben der Menschen nach Freiheit und
Gerechtigkeit. Die EU aber weigert sich, mit den neu errungenen
Freiheitsrechten auch die Freiheit der Mobilität anzuerkennen. Doch muss
sich eine Welt, die sich der Demokratie verpfl ichtet, daran messen
lassen, wie sie mit der Migration umgeht. Die Aufhebung von restriktiven
Visabestimmungen, die Unterstützung von Schutzsuchenden und eine reale
Perspektive für sie, innerhalb der EU eine neue Heimat zu fi nden, wären
Ausdruck der in der Charta der Grundrechte und in vielen Verfassungen
der Mitgliedsländer übernommenen humanitären und demokratischen Verpfl
ichtungen.
Statt diese Freiheiten bei Bedarf populistisch wieder in
Frage zu stellen, ist es höchste Zeit, dass sie für die EU auch
außerhalb ihrer Grenzen Gültigkeit haben.
Das Manifest als PDF: download.pdf
Informationen zu den UnterzeichnerInnen
medico international | Frankfurt am Main
Die Hilfsorganisation medico international arbeitet unter dem Motto
»Gesundheit – Soziales – Menschenrechte«. Sie wurde 1968 in Frankfurt
gegründet, um für das Menschenrecht auf den bestmöglichen Zugang zu
Gesundheit zu kämpfen. Die Organisation setzt auf einen
partnerorientierten Ansatz, auf kritische Öffentlichkeitsarbeit und auf
den Kampf für Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Es
geht medico nicht um kurzfristige »interventionistische Hilfsmissionen«,
sondern um eine solidarische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
Menschen, die für uns eigenständige Partner, keinesfalls aber bloße
Hilfsempfänger sind. Die Mitarbeiter unterstützen Projekte in Afrika,
Asien und Lateinamerika. http://www.medico.de
Pro Asyl | Frankfurt am Main
Pro Asyl wurde 1986 gegründet, um eine Stimme für die Rechte von
Flüchtlingen in Deutschland zu etablieren. Das Motto der Organisation
ist: »Der Einzelfall zählt.« Als unabhängige Stimme, die für
schutzsuchende Menschen eintritt, will Pro Asyl dafür sorgen, dass
Menschen, die unter Krieg, Verfolgung und Folter leiden, Schutz und eine
humane Lebensperspektive fi nden. In der Arbeitsgemeinschaft Pro Asyl
sind Mitarbeiter landesweiter Flüchtlingsräte, Kirchen, Gewerkschaften,
Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen vertreten. Neben
Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, Recherchen und der Unterstützung
bundesweiter Initiativgruppen leistet der Verein Flüchtlingen in ihrem
Asylverfahren konkrete Hilfe. http://www.proasyl.de
Amnesty International | Berlin
Amnesty International ist eine der größten weltweit tätigen
Menschenrechtsorganisationen. Grundlage ihrer Arbeit sind die Allgemeine
Erklärung der Menschenrechte und andere Menschenrechtsdokumente. Die
Organisation recherchiert Menschenrechtsverletzungen, betreibt
Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und organisiert Aktionen in Fällen von
Folter oder drohender Todesstrafe. Amnesty International recherchiert
fortlaufend zur Menschenrechtssituation weltweit und führt Aktionen
gegen spezifi sche Menschenrechtsverletzungen durch. Der Jahresbericht
der Organisation (Amnesty International Report) enthält einen Überblick
über die Lage der Menschenrechte in fast allen Ländern der Erde. http://www.amnesty.de
Brot für die Welt | Stuttgart
Brot für die Welt wurde 1959 in Berlin gegründet und ist eine
Hilfsaktion der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. In
einer globalisierten Welt macht Brot für die Welt sich stark für die
Rechte der Armen, Benachteiligten und sozial Ausgegrenzten, um ihnen zu
helfen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und so ein Leben in
Würde zu ermöglichen. Ihr Motto lautet: »Es ist genug für alle da.« Mit
Unterstützung von kirchlichen, kirchennahen und säkularen
Partnerorganisationen in mehr als 1000 Projekten in Afrika, Asien,
Lateinamerika und Osteuropa leistet Brot für die Welt Hilfe zur
Selbsthilfe. Schwerpunkte der Arbeit sind Ernährungssicherung, Bildung
und Gesundheit, Frieden und Menschenrechte sowie HIV/Aids. http://www.brot-fuer-die-welt.de
borderline-europe – menschenrechte ohne grenzen | Potsdam
borderline-europe ist angetreten, um das Massensterben an den
Außengrenzen der Europäischen Union bekannt zu machen. Die EU setzt
ebenso wie die meisten nationalen Regierungen ungeachtet Tausender Opfer
weiterhin vor allem auf die nach militärischen Prinzipien organisierte
Abschottung. Das wahre Ausmaß der daraus folgenden Tragödie wird
verschwiegen. Die BürgerInnen Europas sollen nicht erfahren, was sich an
den Außengrenzen der EU tatsächlich abspielt. borderline-europe will
die Vertuschungsversuche der Behörden mit präzisen Recherchen in den
Grenzregionen durchkreuzen. Mit Öffentlichkeit und auf Basis
zuverlässiger Informationen soll den tödlichen Konsequenzen der
Abschottungspolitik entgegengewirkt werden. http://www.borderline-europe.de
Komitee für Grundrechte und Demokratie | Köln
Das Komitee für Grundrechte und Demokratie ist eine unabhängige deutsche
Bürgerrechtsorganisation, die sich seit 1980 für die Einhaltung der
Grund- und Freiheitsrechte in Deutschland und weltweit einsetzt. Aktiv,
streitbar, couragiert und – wenn menschenrechtlich geboten – zivil
ungehorsam engagiert sich das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Es
versteht sich als Teil der außerparlamentarischen Opposition und
Mitgestalter bürgerlichen Protestes. Mit Öffentlichkeitsarbeit,
Demonstrationsbeobachtungen, aber auch konkreter Hilfe für Gefangene
oder der »Aktion Ferien vom Krieg« interveniert das Komitee gegen die
Erosion von Grund- und Freiheitsrechten. http://www.grundrechtekomitee.de
Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Das in elf deutschen Städten und vielen Flüchtlingslagern vertretene
Netzwerk versteht sich als Selbstorganisation von Flüchtlingen. Ihr
Motto lautet: »Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört.« Für die
Karawane sind Flüchtlinge die Stimmen und Repräsentanten der Opfer
weltweiter, postkolonialer Ausbeutungsverhältnisse. Seit einer Tour vor
der Bundestagswahl 1998 macht die Karawane auf die Lebensrealität der
Flüchtlinge in Deutschland und die Beschneidung ihrer Rechte aufmerksam.
Sie kämpft gegen Abschiebungen, die Residenzpflicht, die
Lagerisolation, das Asylbewerberleistungsgesetz oder rassistische
Polizeigewalt – mit Kampagnen, Demonstrationen oder Aktionen zivilen
Ungehorsams. http://www.thecaravan.org
Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) | Hamburg
Die Bundeskoordination Internationalismus ist ein unabhängiger,
entwicklungspolitischer Dachverband von über hundert aktiven Gruppen.
Sie steht für emanzipatorische Politik, radikale Kritik der
gesellschaftlichen Verhältnisse und für eine internationalistische
Bewegung. Sie versteht sich als loses Netzwerk für Debatten und
Aktionen, die sich aus der Kapitalismus- und Globalisierungskritik
ergeben. 1977 gegründet ist die BUKO eines der ältesten Basisnetzwerke
in Deutschland. Ihr Ursprung lag in den Solidaritätsbewegungen mit den
Befreiungskämpfen im Süden, wobei sie den offenen Dialog mit anderen
Bewegungen und NGOs sucht, um für eine Welt ohne entwürdigende Lebens-
und Arbeitsbedingungen, Armut, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus oder
Zerstörung der Lebensgrundlagen zu kämpfen. http://www.buko.info
Afrique Europe Interact
Afrique-Europe-Interact ist ein aktivistisches, transnational
organisiertes Netzwerk, das im Oktober 2009 gegründet wurde. Beteiligt
sind AktivistInnen aus Mali, Deutschland, Österreich und den
Niederlanden. In Mali haben sich dem Netzwerk rund 40 Gruppen
angeschlossen, die meisten sind in der praktischen Unterstützung von
Abgeschobenen aktiv, mehrere der Gruppen wurden von Abgeschobenen selbst
gegründet. Entwicklungspolitische Zielsetzungen spielen eine zentrale
Rolle für AEI. Aus Deutschland sind in erster Linie antirassistische
Basisinitiativen und selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen beteiligt.
Anfang 2011 organisierte AEI eine »Karawane für Bewegungsfreiheit und
gerechte Entwicklung« von Bamako zum Weltsozialforum in Dakar.
http://www.afrique-europe-interact.net
MiRA – kritische Migrationsforschung & Aktion | Berlin
Das Netzwerk MiRA versteht sich als Plattform für Migrationsforschung
und politische Aktionen. Es soll ein Zusammentreffen und einen Austausch
zwischen kritischer Wissenschaft und Praxis ermöglicht werden. Im
Vorfeld der Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin etwa ist MiRA an der
Organisation von symbolischen Wahlen für die 460 000 Berlinerinnen und
Berliner ohne deutschen Pass beteiligt.
http://www.netzwerk-mira.de
MIGREUROP | Paris
Das transnationale Menschenrechts-Netzwerk MIGREUROP ist der größte
migrationspolitische Dachverband in Europa und Afrika. 42 Organisationen
aus 12 Ländern sind Teil des 2005 gebildeten Zusammenschlusses. Durch
die koordinierte Zusammenarbeit der NGOs auf europäischer Ebene soll das
« Europa der Lager » öffentlich gemacht und politisch verändert werden.
http://www.migreurop.org
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Die Pogrome gegen Roma und Sinti stoppen! Antiziganistischer Hetze entgegentreten!
Presseerklärung
Demonstration zu den Botschaften von Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sowie zur
Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin.
Termin: Donnerstag, 6.10.2011, 16 Uhr, Wilhelmstraße 44, Berlin-Mitte
Immer
wieder hat es in der Vergangenheit rassistisch motivierte Übergriffe
und antiziganistische Hetze gegen Roma und Sinti in Europa gegeben.
Nicht nur in den ärmeren Ländern Osteuropas, sondern auch in so
genannten westlichen Demokratien wie Italien, Frankreich und
Deutschland.
Derzeit finden pogromartige Ausschreitungen in Bulgarien und in
Tschechien statt. Dazu erklärt die Kampagne „Zusammen handeln! Gegen
rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung:
Wie immer in besonderen Krisenzeiten verschärft sich der Ton der in
Politik, Medien und Gesellschaft die propagandistische Begleitmusik für
Ausgrenzung und Rassismus ist. Soziale Ungerechtigkeit und Armut werden
manifestiert und Menschen auf ihre Nützlichkeit im Sinne ökonomischer
Verwertbarkeit reduziert. Wer nicht mitspielen will oder kann, sich
nicht anpasst oder unterordnet, wird stigmatisiert, diskriminiert und
kriminalisiert. Die Suche nach Sündenböcken für alle gesellschaftlichen
Probleme läuft gerade wieder auf Hochtouren. So können Ursachen von
sozialen Problemen verschleiert, die Verantwortung für Fehlentwicklungen
den Betroffen selbst zur Last gelegt und Repressionen, Ausgrenzung und
Zwangsmaßnahmen bis hin zu strukturellem und institutionellen Rassismus
nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ legitimiert werden.
Bis heute haben weder europäische Regierungen noch die Europäische
Union selbst rechtlich verbindliche Konzepte, Strategien oder
Handlungsoptionen gegen Rassismus und Antiziganismus vorgelegt.
Lediglich Symbolpolitik, Absichtserklärungen und wirkungslose Programme
wechseln sich mit dem Hin- und Herschieben politischer Zuständigkeiten
ab. Mehr noch: VertreterInnen aus Politik, Medien und Gesellschaft
stellen Roma und Sinti mit ihren Äußerungen ebenfalls pauschal in eine
kriminelle Ecke und tragen damit zur Stigmatisierung dieser Gruppe bei.
Rassistisch motivierte Bilder, Klischees und Stereotype werden ungeniert
transportiert und dankend von Neonazis, Rassisten und Rechtspopulisten
übernommen. Dazu werden in historischer Kontinuität „Eigenschaften“ wie
Kriminalität, Betteln, fehlende Hygiene, Kinderreichtum oder
Wanderschaft konstruiert und pauschal (teilweise mit biologistischen
Bezügen) einer ganzen Bevölkerungsgruppe zugeschrieben, mit deren Hilfe
die Ausgrenzung und Diskriminierung von Sinti und Roma bis heute
reproduziert und fortgesetzt werden. Gerade diese Stigmatisierung und
Diskriminierung über die Ethnisierung und Kulturalisierung von
Straftaten bzw. Kriminalität bilden auch den Nährboden für die
derzeitigen Pogrome in Tschechien und Bulgarien. Aber auch die
Abschiebungen von Roma und Sinti in Krisenregionen oder in Länder, in
denen sie einer ungewissen, nicht selten existenzbedrohenden Zukunft
entgegen gehen müssen, sind keine Ausnahmen, sondern Normalität.
Deshalb ruft die Kampagne „Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze
und soziale Ausgrenzung“ zu einer Protestdemonstration am 06. Oktober
gegen Rassismus und Antiziganismus auf. Nur öffentlicher Druck kann die
politischen Eliten dazu zwingen, allen Menschen die Vorraussetzungen für
eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe in allen Bereichen
des gesellschaftlichen Lebens zu schaffen. Neonazis, Rassisten und
Rechtspopulisten wäre so der Nährboden entzogen und ein solidarisches
Zusammenleben möglich. Beginn der Demonstration ist um 16.00 Uhr vor der
Botschaft Tschechiens. Vorbei an den Botschaften Rumäniens und Ungarns
sowie der Vertretung der Europäischen Kommission wird die Demonstration
vor der Botschaft Bulgariens enden. Petitionen werden dabei aus
aktuellem Anlass an die Botschaften Tschechiens und Bulgariens sowie der
Vertretung der Europäischen Kommission übergeben.
Weitere Informationen unter http://zusammenhandeln.blogsport.eu und http://antizig.blogsport.de/
Kontakt:Dirk Stegemann, Tel. 0177/1768633
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Aktionstag gegen Hinrichtung von Troy Davis

aus indymedia:
Amnesty International hatte am vergangenen Freitag zum globalen
Aktionstag gegen die Hinrichtung von Troy Davis im US Bundesstaat
Georgia aufgerufen. Davis, dessen Hinrichtung bereits drei mal aufgrund
von Massenprotesten verschoben wurde, hat für Mittwoch, den 21.
September erneut einen Hinrichtungsbefehl erhalten. Der Tag begann mit
zwei motivierenden Meldungen. In Atlanta übergaben Mitglieder des
größten us-amerikanischen Bürgerrechtsvereins NAACP (1) und Amnesty
International 663.000 Unterschriften (2) an den Begnadigungsausschuß.
Dieser tagt am kommenden Montag und hat die Befugnis, das Todesurteil
endgültig abzusetzen, oder aber die Hinrichtung durchführen zu lassen.

Annette Groth, MdB spricht in Berlin bei der Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis
Zeitgleich kam aus dem nahegelegenden Texas die Nachricht, dass der
High Court die für den Vortag angesetzte Hinrichtung von Duane Buck
gestoppt hatte (3). In Bucks Verfahren war als strafverschärfender Grund
für die Todesstrafe seine afroamerikanische Herkunft angegeben worden.
Laut Gutachter in dem ursprünglichen Verfahren sei er “anfälliger” für
Rückfälle. Während Texas Gouverneur Rick Perry mit seinen 234
unterzeichneten Hinrichtungsbefehlen in den Präsidentschaftswahlkampf
gegen Obama startete, scheint ihm die Justiz dabei nicht bedingungslos
folgen zu wollen.
Troy Davis war 1991 in einem lediglich auf Augenzeugen basierenden
Verfahren des Mordes an einem Polizisten für schuldig befunden und zum
Tod verurteilt worden. Sieben der neun Belastungszeugen zogen ihre
Aussagen zurück und berichteten von massiven Polizeischikanen, die sie
damals zu ihren Falschaussagen genötigt hatten. Forensische Beweise,
eine Tatwaffe oder ein Motiv gibt es nicht. Davis selbst hat immer seine
Unschuld beteuert, nachdem er sich 1991 sogar selbst gestellt hatte, um
die Vorwürfe gegen ihn auszuräumen.
Über 300 Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen fanden überall in
den USA und auch auch in manchen europäischen Städten statt (4). Die
vermutlich größte Demonstration war in Georgias Hauptstadt Atlanta, wo
sich zwischen 2 – 3000 Menschen versammelten und durch die Innenstadt
liefen. Auf Fotos war sehr oft nicht nur die Forderung nach der
Abschaffung der Todesstrafe sondern auch nach der Freilassung von Troy
Davis zu sehen. Letzteres liegt durchaus in der Befugnis des
Begnadigungsausschußes, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt natürlich die
Verhinderung der Hinrichtung im Vordergrund steht.

Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde fordert: "Stop the Execution! - Nein zur Todesstrafe!"
Redner_innen machten deutlich, dass es den kommenden Tagen bis zur
Sitzung des Ausschußes darauf ankomme, den öffentlichen Druck aufrecht
zu erhalten. Online-, Fax- und Telefonproteste sollten unbedingt
weitergeführt werden. Die Verteidigung von Davis kündigte an, drei der
Jury Mitglieder als Zeugen aufzurufen, die 1991 für das Todesurteil
gestimmt hatten. Alle dreisagen heute, dass sie mit dem jetzigen
Wissensstand niemals für die Todesstrafe gestimmt hätten.
Troy Davis bedankte sich in einem Brief für die massive Unterstützung
und wies darauf hin, dass er und alle anderen Gefangenen die Hoffnung
haben, dass die Todesstrafe endlich abgeschafft wird. Ihm sei klar, dass
es hier “um viel mehr” als ihn selbst ginge.
Auch in Berlin protestierten 70 Menschen auf einer kurzfristig
mobilsierten Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis. Nach einer
Mahnwache von Amnesty International erklang das Lied “Strange Fruits”
von Billie Holiday (5), dass den Teilnehmer_innen deutlich machte, dass
die heutige Todesstrafe die gesetzlich geregelte Fortführung der
Lynchjustiz in den USA ist. Uwe Hiksch, Redner der NaturFreunde, wies
auf die

Kundgebung in Berlin "Nein zur Todesstrafe: Stoppt die Hinrichtung von Troy Davis!"
Notwendigkeit zur Abschaffung der Todesstrafe hin, die unvereinbar
mit der Einhaltung der Menschenrechte sei. Annette Groth (MdB)
berichtete von ihrer Initiative im Menschenrechtsausschuß des
Bundestages, in dem sich bis auf die LINKE alle Parteien geweigert
hatten, einer Unterstützungsresolution für Troy Davis und zur
Abschaffung der Todesstrafe zuzustimmen. Ein Sprecher des Berliner Free
Mumia Bündnisses wies auf den Zusammenhang von rassistischer Justiz, der
Gefängnisindustrie und der Todesstrafe hin, unter denen vor allem
People of Color in den USA zu leiden haben. Auch auf die
Schlüsselstellung des Landes wurde hingewiesen: solange es dort möglich
sei, “legal” Gefangene zu ermorden, könne sich jede andere Regierung
hinter der angeblich demokratisch legitimierten Methode verstecken. Vor
allem us-amerikanische Tourist_innen unterhielten sich angeregt mit den
Demonstrant_innen. Es zeigte sich, dass sich viele US Bürger_innen über
den der Todesstrafe zu Grunde liegenden Rassismus sehr genau bewußt
sind. Genau wie in Atlanta schallte die Parole “Stop The Execution – I
Am Troy Davis” über den Pariser Platz vor der US Botschaft.
Den Artikel auf indymedia findet Ihr hier
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VENRO: Schluss mit europäischer Abschottung
PRESSEMELDUNG
5/2011
Schluss mit europäischer Abschottung
Umdenken in EU-Flüchtlingspolitik erforderlich
Bonn, 12. April 2011 – Europa muss seine Abschottungspolitik gegen
Flüchtlinge und Migranten beenden und endlich seine humanitäre
Verantwortung wahrnehmen. Dies hat jetzt der Verband Entwicklungspolitik
deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich des
blamablen Ergebnisses des EU-Innenministertreffens in Luxemburg
gefordert. Deutschland hat sich bereit erklärt, gerade mal 100
Bootsflüchtlinge aus Malta aufzunehmen.
„ Die Bundesregierung hat in der Flüchtlingsfrage ein beschämendes
Bild abgegeben. Die zugesagte Aufnahme von 100 Flüchtlingen ist
Augenwischerei und kein politisches Signal – es müssten deutlich mehr
Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl gewährt werden“, so der
stellvertretende VENRO-Vorsitzende Jürgen Lieser. Wenig hilfreich sei
der Verweis, dass es sich überwiegend um Wirtschaftsflüchtlinge und
arbeitsuchende Migranten handele und nicht um Asylsuchende.
„Auch für die normale Migration braucht Europa eine menschenwürdige
Politik. Das Unwort vom „menschlichen Tsunami“ ist angesichts der
vergleichsweise geringen Zahl von Flüchtlingen, die den Weg nach Europa
suchen, völlig überzogen“, betont Lieser.
Das Vorgehen der EU zeige, dass ein generelles Umdenken in der
EU-Flüchtlings- und Migrationspolitik erforderlich ist. „Die EU hat viel
zu lange die Diktaturen in Nordafrika gestützt und hofiert. Jetzt kann
sie sich in der Flüchtlingsfrage von einer anderen Seite zeigen“, so
Lieser. Eine weitere Abschottung der Festung Europa, etwa durch die
europäische Grenzschutzagentur Frontex, sei ein politisches
Armutszeugnis.
Das Luxemburger EU-Innenministertreffen am vergangenen Montag hat
bei allen Mitgliedstaaten für Ernüchterung gesorgt. Die EU-Staaten
weigern sich, Italien Hilfe bei der Versorgung Tausender Flüchtlinge aus
Nordafrika zu leisten. Es konnte keine Einigung zwischen den
EU-Innenministern erzielt werden, insbesondere was die von Italien
geforderte solidarische Verteilung der Flüchtlinge betrifft.
Die EU-Staaten wollen stattdessen mit Tunesien Verhandlungen über
eine Rückführung von Flüchtlingen führen. Zudem soll der Einsatz der
EU-Grenzschutzagentur Frontex direkt vor der tunesischen Küste
verstärkt werden. Damit soll eine Überfahrt von Flüchtlingen nach Europa
verhindert werden.
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Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus
Bunt und respektvoll
Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.
Am
Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der Partei
„Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im Rathaus
Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die Kandidaten
der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden. Der
Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch
zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie
durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die
Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die
Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei Brinkmann
für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.
Als Gast wird auch der Vorsitzende von “Pro Köln” erwartet. Im
Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als
„rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen
Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder
Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht
integrierbar dargestellt hat.“
Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren
gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments,
Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was
sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes
Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft.
Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger
ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein
und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.
Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf
und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde
schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer
Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro
Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.
Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf
Die Kundgebung beginnt um 18:00 vor dem Rathaus Zehlendorf. Auch die
Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum
Protest aufgerufen
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Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“: Berliner Polizei erteilt Platzverweise vor dem Tempodrom
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Berlin, 15. 02. 2011
Berliner Polizei erteilt Platzverweise vor dem Tempodrom
Reaktionen
auf die Kritik des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ gab es weder
von Vertreter_innen aus der Landespolitik, noch vom Berliner
Wirtschaftsgespräche e. V. oder von Betreiber_innen des Tempodrom´s.
Einzig die Polizei reagierte nach eigenen Aussagen auf Verlangen der
Betreiber_innen des Tempodrom´s mit Platzverweisen auf die sich spontan
versammelnden ca. 30 Protestierenden. Dazu erklärt das Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“:
Heute Abend haben die Betreiber_innen des Tempodrom in Berlin
bewiesen, was sie unter Meinungsfreiheit verstehen. Kritiker_innen von
rassistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen waren nicht erwünscht
und wurden durch die Hilfe der Berliner Polizei des Platzes verwiesen.
Kein Wunder, scheint doch das Tempodrom durch alte „Verbindungen“ Thilo
Sarrazin noch immer verbunden, ganz nach dem Motto: Eine Krähe hackt
der anderen kein Auge aus.
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ wird sich davon aber weder
einschüchtern, noch in seinem Engagement gegen rassistische und
sozialdarwinistische Stimmungsmache einschränken lassen. Wir danken
allen Gegendemonstrant_innen, die sich trotz Kälte und ohne
Mobilisierung zu Protesten eingefunden hatten.
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Heutiger Sarrazin – Rehabilitierungsversuch und das große „Schweigen“ in Berlin
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Heutiger Sarrazin – Rehabilitierungsversuch und das große „Schweigen“ in Berlin
Mit dem heutigen Auftritt von Thilo Sarrazin sowie dem Einladungstext
zu dieser Veranstaltung ergreift der Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.
Partei für Sarrazin und versucht ihn zu rehabilitieren. Das Tempodrom,
einst Nutznießerin einer sieben Millionen Euro Bürgschaft von Sarrazin,
die derzeit das Berliner Landgericht beschäftigt, stellt den
Veranstaltungsort zur Verfügung. Dazu erklärt das Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“:
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ ruft den Präsidenten des
Abgeordnetenhauses und Vorstandsvorsitzenden des Berliner
Wirtschaftsgespräche e.V. dazu auf, seinen Einfluss dahingehend geltend
zu machen, dass Thilo Sarrazin heute Abend kein Podium für seine
rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen geboten wird.
Wir fordern darüber hinaus die Mitglieder des Berliner
Wirtschaftsgespräche e.V. auf, nicht länger wegzusehen und eindeutig
Position zu Sarrazin´s pseudowissenschaftlichen und menschenverachtenden
Thesen und denen, die diesen ein Podium bieten wollen, zu beziehen.
Auch Mitglieder eines Vereins stehen für dessen Inhalte ein, so sie sich
von diesen nicht distanzieren. Jetzt haben sie das Wort!
Wer Sarrazin öffentlich vom Rassismusvorwurf freispricht, seinen
Sozialdarwinismus und – chauvinismus unkommentiert lässt sowie die SPD
auffordert, von angeblich „voreiligen Positionen und Angriffen
zurückzurudern“, steht nicht für „Unparteilichkeit“ sondern redet der
weiteren Spaltung der Gesellschaft das Wort.
Dass einige Mitglieder von Wirtschaftsverbänden kein Problem mit dem
sarrazinschen „Elite-Rassismus“ und „Nützlichkeitsrassismus“ haben
dürften, muss wenig verwundern. Dass aber weder die Mitglieder aus
verschiedenen Parteien und Institutionen im Vorstand, noch die vielen
Institutionen und Organisationen aus dem Mitgliederhandbuch eine
öffentliche Reaktion auf diesen Rehabilitierungs- und
Verharmlosungsversuch zeigen, ist das eigentliche Problem. Damit bekommt
Sarrazin nicht nur ein Podium, sondern wird darüber hinaus auch noch
weiter aufgewertet. Die Verklärung seiner kruden Thesen als
wissenschaftlich und politisch legitimiert, findet so ebenfalls ihre
Fortsetzung und Rassismus sowie Sozialdarwinismus werden weiter
gesellschaftsfähig gemacht. Wer ein sachliches Gespräch mit einem
bekannterweise diskussionsunwilligen Sarrazin mit einem solchen
Einladungstext ankündigt, verkennt nicht nur die Realität, sondern kann
auch kein Interesse an einer kritischen Aufarbeitung haben. Bleibt dies
unbeantwortet, wäre es ein fatales Signal zu einer ohnehin
oberflächlichen, einseitigen “Integrationsdebatte”, an der nichts mehr
richtig ist.
Anhang:
Vorstandsmitglieder:
Walter Momper, Vorsitzender
Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses,
Kaufmann, Regierender Bürgermeister a. D., MdA
Dr. Holger Hatje, Stellvertretender Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstandes der Berliner Volksbank
Dr. Rudolf Steinke, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Historiker. Angestellter beim Land Berlin
Joachim Bovelet, Beisitzer , Vorsitzender der Geschäftsführung /
Geschäftsführer Klinikmanagement bei Vivantes Netzwerk für Gesundheit
GmbH
Dr. Klaus Eberhardt, Beisitzer, Vorstandsmitglied der Sparda-Bank Berlin e. G.
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Eberhardt, Beisitzer, Wissenschaftlicher
Geschäftsführer Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
GmbH
Juliane Freifrau v. Friesen, Beisitzerin, Vorsitzende des
Landesfrauenrates Berlin,Unternehmensberaterin und Personalmanagerin,
Senatorin für Wirtschaft und Technologie des Landes Berlin a. D.
Dr. Annette Fugmann-Heesing, Beisitzerin , MdA, Vorsitzende des
Ausschusses für Wirtschaft und Forschung, Senatorin für Finanzen des
Landes Berlin a. D., Finanzministerin des Landes Hessen a. D.
Norbert Geyer, Beisitzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Geyer-Gruppe Industrieholding GmbH Berlin/Dessau.
Hans-Gerhard Husung, Beisitzer , Staatssekretär a.D.
Nikolaus Karsten, Finanzwart, Prokurist der MVV Energiedienstleistungen GmbH Berlin
Dr. Arno Krotzky, Beisitzer, Geschäftsführer Metanomics GmbH
Kerstin Lassnig, Beisitzerin, Marketing Vivico Real Estate GmbH, Dozentin an der ebs Immobilienakademie GmbH
Prof. Dr. Claudia Lux, Beisitzerin, Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Michael Müller, Beisitzer, MdA, Vorsitzender der SPD-Fraktion
Lisa Paus, Beisitzerin , MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Obfrau und
Mitglied im Finanzausschuss, Stellv. Pol. Koordinatorin AK 1 Wirtschaft
und Soziales
Dr. rer. nat. Günter Peine, Beisitzer , Stellvertretender Leiter BioTOP Berlin-Brandenburg,
Netzwerk-manager, Vorstand Deutsche Gesellschaft für Regenerative Medizin e. V.
Prof. Dr. Bernd Reissert, Revisor, Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Arbeitsmarkt
Michael Sandrock, Beisitzer
Vorstandsvorsitzender Telematics PRO e.V. – European TelematicsFactory
Dr. Frank Schiemann, Revisor
Geschäftsführer am Institut für Sozialökonomische Struktur- analysen, Berlin (SÖSTRA
Forschungs-GmbH)
Gabriele Thöne, SchriftführerinRechtsanwältin, kfm. Vorstand der
Zoologischer Garten Berlin AG und kfm. Geschäftsführerin Tierpark
Berlin-Friedrichsfelde GmbH
Wolf Burkhard Wenkel, Beisitzer
Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e. V.
Stefan Zackenfels, Beisitzer,
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Presseerklärung: Antisemitismusvorwurf bleibt nicht unwidersprochen!
Der
Sprecher des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“, Dirk Stegemann,
erstattet mit Bezug auf den Artikel „Friedrich-Ebert-Stiftung bietet
Extremisten Forum“, veröffentlicht auf dem rassistischen Webportal
„politically incorrect“, Anzeige gegen Unbekannt sowie den Autor wegen
aller strafrechtlich in Betracht kommenden Delikte und erklärt dazu:
Autor dieses Artikels ist Conny Axel Meier von der selbsternannten
Bürgerbewegung “Pax Europa”, deren Bundesvorstandsmitglied und
Landesvorsitzender Herr Stadtkewitz von der Partei „Die Freiheit“ ist.
Er schreibt: “Auf der am gleichen Tag stattfindenden
Diskussionsveranstaltung “Stop the Wilders Show” im Schöneberger Rathaus
erklärte Stegemann vor ca. 25 Getreuen, anscheinend ohne dass jemand
widersprochen hätte, seinen Misserfolg damit, dass wohl das
“internationale Finanzjudentum” dahinterstecke, wie mir Augenzeugen
glaubhaft noch am gleichen Abend versicherten.”
Weder den Vorwurf des Antisemitismus noch den Vorwurf der Duldung
antisemitischer Äußerungen gegen die Teilnehmer_innen an der
Veranstaltung der SPD Tempelhof–Schöneberg dreieinhalb Monate später
durch anonyme „Augenzeug_innen“ werden wir unwidersprochen hinnehmen.
Die Hetzkampagne gegen Bündnispartner_innen und Unterstützer_innen des
Bündnisses auf „politically incorrect“ sowie den Versuch diese in die
„extremistische“ Ecke zu stellen offenbart lediglich, dass unser
Engagement gegen Rassist_innen und „Rechtspopulist_innen“ Wirkung zeigt.
Das ist gut so. Wir werden uns deshalb auch durch keine noch so
unsinnige und haltlose Verleumdung einschüchtern lassen, sondern unser
gemeinsames Engagement weiter verstärken.
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Griechenland: Aufruf der Vollversammlung der Hungerstreikenden
Wir
sind Migrantinnen und Migranten aus ganz Griechenland. Wir kamen
hierher, vertrieben von Armut, Arbeitslosigkeit, Kriegen, Diktaturen.
Die multinationalen Konzerne des Westens und ihre politischen Handlanger
in unseren Heimatländern haben uns keine andere Wahl gelassen, als -zig
mal unser Leben zu riskieren, um an Europas Pforte zu gelangen. Der
Westen, der unsere Länder ausplündert, mit seinem unvergleichlich
höheren Lebensstandard ist für uns die einzige Hoffnung, wie Menschen zu
leben. Wir kamen nach Griechenland (mit regulärer Einreise oder ohne),
um zu arbeiten und um uns und unsere Kinder zu ernähren. Wir befinden
uns in unwürdigen Zuständen und im Dunkel der Illegalität, damit die
Arbeitgeber und die staatlichen Institutionen von der brutalen
Ausbeutung unserer Arbeit profitieren. Wir leben von unserem Schweiß und
mit dem Traum, eines Tages gleiche Rechte mit unseren griechischen
Kollegen zu bekommen.
In der letzten Zeit ist die Situation für uns sehr schwierig
geworden. Je mehr Löhne und Renten gekürzt werden, je teurer alles wird,
desto mehr wird der Migrant als der Schuldige vorgeführt, als der
Verantwortliche für die Verelendung und die brutale Ausbeutung der
griechischen Erwerbstätigen und Kleinunternehmer. Die Propaganda
faschistischer und rassistischer Parteien und Organisationen ist
inzwischen die offizielle Sprache des Staates zum Thema Migration
geworden. Ihre Phraseologie wird mittlerweile unverändert von den Medien
wiedergegeben, wenn sie von uns sprechen. Ihre “Vorschläge” werden
heute als Regierungspolitik verkündet. Mauer am Evros, Lagerhaft auf
Schiffen und Euromilitär in der Ägäis, Pogrome und Überfallkommandos in
den Städten, Massenabschiebungen. Sie versuchen die arbeitenden Griechen
zu überzeugen, daß wir plötzlich eine Gefahr für sie darstellen, daß
wir an dem beispiellosen Angriff, dem sie seitens ihrer eigenen
Regierungen ausgesetzt sind, schuld sind.
Die Antwort auf diese Lügen und diese Barbarei muß jetzt gegeben
werden und wir, die Migranten und Migrantinnen, werden sie geben. Wir
setzen unser Leben aufs Spiel, um jetzt die Ungerechtigkeit zu unseren
Lasten zu stoppen. Wir fordern die Legalisierung aller MigrantInnen, wir
fordern gleiche politische und soziale Rechte und Pflichten mit den
arbeitenden Griechen. Wir fordern von unseren griechischen arbeitenden
Kollegen, von jedem Menschen, dem es jetzt wegen der Ausbeutung seines
Schweißes schlecht geht, an unserer Seite zu stehen. Er soll an unserer
Seite stehen, um nicht in seiner eigenen Heimat der Lüge und der
Ungerechtigkeit, dem Faschismus und der absoluten Herrschaft der
politischen und wirtschaftlichen Eliten das Feld zu überlassen. Dem
also, was in unseren Heimatländern die Oberhand bekommen und uns zur
Migration gezwungen hat, um in Würde leben zu können, wir und unsere
Kinder.
Wir haben keine andere Wahl, unsere Stimme hörbar zu machen, damit
Ihr von unserem gerechten Anliegen erfahrt. Dreihundert (300) von uns
beginnen am 25. Januar in Athen und Thessaloniki einen
gesamtgriechischen Hungerstreik. Wir bringen unser Leben in Gefahr, weil
so oder so dieses Leben für einen Menschen mit Würde kein Leben ist.
Wir ziehen es vor, hier zu sterben, als daß unsere Kinder das leben, was
wir durchmachen mußten.
Januar 2011 auf der Webseite von Thomas Trueten
Die Vollversammlung der Hungerstreikenden
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Protest über den Wolken: Flugzeug muss aufgrund einer Abschiebung umdrehen
Pressemitteilung des Afrique-Europe-Interact Netzwerks
Protest über den Wolken: Flugzeug muss aufgrund einer Abschiebung umdrehen
Air France lässt deutsche und französische Passagiere nach Aktion gegen eine Abschiebung festnehmen
Paris, 20.1.2011 – Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Karawane von
Mali zum Weltsozialforum 2011 und andere Passagiere protestierten am
Donnerstag Nachmittag an Bord einer Air France Maschine gegen eine
brutale Abschiebung. Auf Grund der Proteste wurde der Flug AF 3096 von
Paris nach Bamako (Mali) abgebrochen und die Maschine kehrte zum
Flughafen Charles-de-Gaulle (Paris) zurück. Auf dem Rollfeld nahm die
Polizei 17 Passagiere, davon acht aus Deutschland, in Gewahrsam. Der
Passagier Michael Hackert beschrieb die Ereignisse an Bord des
Flugzeuges: „Nachdem ein Mann, gefesselt und von mehreren Polizisten
begleitet, sich gegen seine gewaltsame Abschiebung wehrte,
solidarisierten sich andere Reisende mit ihm und standen von ihren
Sitzplätzen auf.“
Obwohl der Protest friedlich blieb, ließ Air France nach der Rückkehr
nach Paris 17 Passagiere, darunter 3 Kinder, von der Polizei abführen.
Ein zweiter Versuch, den Mann gewaltsam abzuschieben, wurde unternommen,
konnte aber nach Angaben von malischen Aktivistinnen und Aktivisten aus
Bamako nicht durchgeführt werden. „Air France macht sich zum
wiederholten Mal zum Handlanger der europäischen Abschiebemaschinerie“,
kommentiert Marion Bayer von Afrique-Europe-Interact, einem Netzwerk
malischer und europäischer AktivistInnen. Acht der Festgenommenen sind
Teil des Netzwerks. Sie wollten in Mali und Senegal mit einer Karawane
für Bewegungsfreiheit und für globale Rechte kämpfen.
Bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche starteten Flüge ab
Paris verspätet, weil es zu Protesten gegen Abschiebungen kam: Am
vergangenen Freitag standen im Flug AF946 nach Douala/Kamerun Passagiere
gegen eine Abschiebung auf – vier von ihnen wurden in der Folge aus dem
Flugzeug abgeführt und die Personalien festgestellt. Und Mittwoch
morgen weigerten sich mehrere Passagiere, bei einem Flug der Royal Air
Maroc ihre Sitzplätze einzunehmen, bis die Maschine eineinhalb Stunden
später ohne die beiden Gefangenen abhob. Angestellte der Air France
sprechen sich bereits seit 2007 gegen Abschiebeflüge der Airline aus –
bislang ohne Erfolg.
Der couragierte Einsatz im Flieger wird für die AktivistInnen
voraussichtlich ein juristisches Nachspiel in Frankreich haben, in Mali
jedoch dürfte ihnen ein herzlicher Empfang sicher sein. An der
Durchführung der Karawane ist maßgeblich eine Organisation
selbstorganisierter Abgeschobener aus Mali beteiligt, die die Brutalität
in den Fliegern aus eigener Erfahrung kennen.
Die TeilnehmerInnen der Karawane wollen nun schnellstmöglich ihre Reise
nach Bamako fortsetzen, um dort rechtzeitig zum Auftakt der Tour am 25.
Januar einzutreffen. Der Endpunkt ist Dakar, die Hauptstadt Senegals.
Dort findet vom 6. bis 11. Februar 2011 das 11. Weltsozialforum statt.
Das Netzwerk Afrique Europe Interact ruft zu Spenden für neue Flugtickets und eventuelle Prozesskosten auf.
Für Rückfragen:
Michael Hacker in Paris (Augenzeuge) 0176-23569349
Marion Bayer – Netzwerk Afrique-Europe Interact 0176-25111738
Christoph Arndt – Netzwerk Afrique-Europe Interact 0176-82062808
http://www.afrique-europe-interact.net/
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Rassismus in (der) Mitte ? Was tun im Wedding!
Rassismus in (der) Mitte ?
Was tun im Wedding!
Diskussionsveranstaltung mit
● Sevim Dagdelen MdB (die LINKE) Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik
● Daniel Gollasch (Bündnis 90/Die Grünen) Sprecher der AG „Aktiv gegen Rechts”
● Dr. Christian Hanke (SPD) Bezirksbürgermeister, Berlin-Mitte
● Nina Mühe Herausgeberin der OSI Studie „Muslime in Berlin“
Montag, 24. Januar, 19.00 Uhr
Beuth Hochschule, Raum B501, Haus Gauß
Luxemburger Straße 10 (U9, Amrumerstraße)
Wedding ist Bunt Kein Ort für Nazis
Eine Veranstaltung des Bündnis Mitte Gegen Rechstextremismus
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Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“: Landesparteitag „Die Freiheit“ verlegt!
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann
Presseerklärung: Landesparteitag „Die Freiheit“ verlegt!
Als
einen Erfolg angemeldeter Proteste gegen den ersten Landesparteitag der
„rechtspopulistischen“ Stadtkewitz -Partei „Die Freiheit“ am 11. Januar
sieht das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ die Auflösung des
Mietvertrages durch das Hotel „Crowne Plaza Berlin City Centre“
(Nürnberger Straße 65) und erklärt dazu:
Zur Auflösung des Vertrages sowie deren Hintergründe gab es vom Hotel
keine weiteren Auskünfte. Einzig, dass diese Auflösung im gegenseitigen
Einvernehmen erfolgt sein soll. Auch wenn wir es begrüßen, dass der
Landesparteitag von „Die Freiheit“ daher kurzfristig verlegt werden
muss, ist der bereitwillige Verzicht auf Rechtsmittel durch eine Partei
die in diesem Jahr zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen antreten will,
erstaunlich. Ob sie damit den Protesten und somit einer zu großen
Aufmerksamkeit ausweichen will oder tatsächlich, die fehlenden
personellen Kapazitäten und Unterstützungen in der Berliner Bevölkerung
kaschieren will, lässt sich nur vermuten. Auf den Parteitag selbst kann
sie allerdings nicht verzichten, da sie eine Satzung für die Zulassung
zu den Wahlen benötigt. Anders lässt sich das hektische, überstürzte und
selbst bei einigen Anhänger_innen umstrittene intransparente Agieren
seit ihrer Gründung auch nicht erklären.
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ will aber sicher gehen und
wird auf ihre angemeldete Kundgebung auf dem Breitscheidplatz gegen
„geistige Brandstifter_innen“ und Rassist_innen nicht verzichten. Es ist
wichtig, nicht nur angesichts von sieben Brandanschlägen auf islamische
Einrichtungen in Berlin Gesicht gegen den Versuch zu zeigen, die
Gesellschaft zu polarisieren und Hetze gegen Migrant_innen insbesondere
Muslim_innen zu betreiben. Rassist_innen und ihrer Ideologie der
Ungleichwertigkeit von Menschen, die Ausgrenzung wegen ihrer Herkunft,
Religion, dem sozialen Status oder ihrer Lebensweise legitimieren soll,
muss entschiedener Widerstand entgegengesetzt werden. Egal, wo sich die
Stadtkewitz-Partei morgen mit Unterstützung der selbsternannten
rassistischen Bürgerbewegung „Pax Europa“ sowie ihrem Sprachrohr, dem
Webportal „politically incorrect“ versammelt, wir werden da sein!
Treffpunkt bleibt um 17.00 Uhr der Breitscheidplatz, Höhe
Gedächtniskirche, auf der Seite der Budapester Straße. Dort soll das
weitere Vorgehen abgestimmt werden.
DEMO: 11. JANUAR 2011 | 17 UHR | BREITSCHEIDPLATZ
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„Pro Deutschland“ will von „Terrorhysterie“ profitieren
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann
An die Leiter der Ressorts
Lokales / Berlin / Überregional Berlin, 26. 11. 2010
Presseerklärung:
„Pro Deutschland“ will von „Terrorhysterie“ profitieren
Das
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ verurteilt den Versuch von „Pro
Deutschland“ die derzeitig verschärfte Sicherheitslage für ihre
rassistischen Propagandafeldzüge zu missbrauchen. Anschläge oder schon
ihre Ankündigungen durch wen auch immer, treffen letztendlich immer
Menschen und ihre Freiheiten, ohne dabei Rücksicht auf die Herkunft,
Religion, den sozialen Status oder ihrer Lebensweise zu nehmen.
Ihre für den 28. November am Brandenburger Tor geplante Kundgebung
„Gegen die Islamisierung Deutschlands“ habe „durch die verschärfte
Sicherheitslage in Berlin ungeahnte Aktualität bekommen“ teilen die
Rechtspopulist_innen und Rassist_innen mit scheinbarer Freude mit. Es
reicht ihnen also nicht, vorhandene Ressentiments gegen Migrant_innen
insbesondere gegen Muslim_innen auszunutzen bzw. zu verstärken und
Ängste zu schüren. Darüber hinaus wollen sie aus der Panikmache durch
einzelne Politiker_innen und sogenannter Sicherheitskreise Kapital
schlagen. Wer mit der Terrorwarnung das Denunziantentum heraufbeschwört,
seinen Sicherheitswahn wieder aufleben lässt und Bürger_innenrechte
einschränken will, bereitet Rechtspopulist_innen den Boden.
Die größte Gefahr für diese Demokratie geht nicht von Migrant_innen
oder Muslim_innen aus. Sie geht von der Mitte der Gesellschaft und von
jenen aus, die die Bürger_innenrechte und die Demokratie bzw. deren
Geltung insbesondere für Migrant_innen und vermeintliche Muslim_innen
einschränken wollen. Die ständig gebetsmühlenartig wiederholten
Demokratie- und Freiheitsbekenntnisse von Pro Deutschland sind nichts
weiter als reine Staffage. Ihr einziges Ziel bleibt die Spaltung und
Polarisierung der Gesellschaft, um daraus politischen Nutzen zu ziehen.
Den lächerlichen Versuch „politische Gegner_innen“ provozieren zu
wollen, die auf Grund der vielfachen Reinfälle der letzten
Veranstaltungen sowie der generellen Bedeutungslosigkeit von „Pro
Deutschland“ in Berlin, keine Veranlassung für eine Gegenmobilisierung
gesehen haben, lassen wir bewusst unkommentiert. Ein von vorneherein
angemeldeter Infostand auf dem Platz des 18. März sowie die damit
verbundene Flyerverteilaktion rund um das Brandenburger Tor, finden wie
geplant ab 11.00 Uhr statt. Gegen eine zahlreiche Unterstützung bei der
Verteilaktion auch rings um die nun von „Pro Deutschland“ geplante
anschließende Demonstration hat das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
keinerlei Einwände – Im Gegenteil!
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Bürgermeister von Berlin-Neukölln ruft Ausnahmezustand im Rathaus
aus
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann
Berlin, 27. 10. 2010
Presseerklärung:
Bürgermeister von Berlin-Neukölln ruft Ausnahmezustand im Rathaus aus
Wir teilen hiermit Herrn Buschkowsky, dem
Bezirksamt Neukölln und der Berliner Polizei mit, dass wir Zivilcourage
von niemandem weiter kriminalisieren lassen. Alle Bürger_innen von
Berlin besonders aus Neukölln rufen wir deshalb dazu auf, sich von der
Handlungsweise des Bezirksamtes und der Berliner Polizei nicht
einschüchtern zu lassen und am kommenden Freitag ab 17.00 Uhr einen
bunten und lautstarken Protest gegen „Pro Deutschland“ vor das Rathaus
zu tragen.
Aus einem Schreiben des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Neukölln
Heinz Buschkowsky an die Mitarbeiter_innen des Bezirksamtes sowie die
BVV-Fraktionen geht hervor, wie er sich in Zukunft Demokratie und
Zivilcourage in Neukölln vorstellt. In Erwartung der Proteste gegen die
Gründung eines Ortsverbandes von „Pro Deutschland“ wird das Rathaus
Neukölln zu einer von Polizei und Sicherheitskräften verbarrikadierten
Festung umgebaut. Die Mitarbeiter_innen des Bezirksamtes werden
aufgefordert ihren Dienst um 14.00 Uhr zu beenden und das Gebäude
unverzüglich zu verlassen, da die Eingänge um 14.30 Uhr geschlossen
werden. Geplante öffentliche Fraktionssitzungen von B 90/ Die Grünen und
DIE LINKE sollen lediglich mit bis zu 15 Personen stattfinden dürfen.
Das Treppenhaus und die Toiletten im Altbau dürfen nicht genutzt,
Ausweise müssen von BVV-Mitglieder vorgezeigt und Bürgerdeputierten
sollen dem Pförtner per Liste namentlich bekanntgegeben werden. Dies
werde durch Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitspersonal auf allen
Etagen gewährleistet, wurde mitgeteilt. Als Grund soll eine besondere
Sicherheitslage herhalten. Ob hierbei die Anwesenheit von „Pro
Deutschland“ im Rathaus als besonders gefährlich eingestuft wird oder
die Proteste gegen diese Rassist_innen, bleibt offen.
Jedenfalls hatte die Mehrheit des Bezirksamtes kein Problem damit,
angeblich geläuterten Neonazis bzw. Rassist_innen den Zugang zum
Gedenkort „Widerstand in Neukölln 1933-1945“ zu ermöglichen.
Somit lässt sich daraus wohl der Schluss ziehen, dass die Menschen,
die vor haben, gegen Neonazis und Rassist_innen Zivilcourage zu zeigen,
für das Bezirksamt als Problem im und vor dem Rathaus Neukölln
wahrgenommen werden und nicht die Anwesenheit von, „Pro Deutschland“.
Das ist ein Skandal, nicht zuletzt auch wegen der letzten Anschläge
gegen linke Projekte und Einzelpersonen.
Das wird uns aber nicht einschüchtern, sondern bestärken!
Kommt also zahlreich den „Abgesang auf „Pro Deutschland“
feiern!“. Gegen Nazis und
Rassit_innen! Ab 16.00 Uhr in Kooperation mit „Neukölln TV“ an
„Neuköllner Sterne 2011“ vor dem Rathaus teilnehmen und im Anschluss
unser Anliegen „Für ein gemeinsames,
gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Zusammenleben in Neukölln“
unterstützen!
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Rassismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Chauvinismus war
nie ein Randproblem!
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann
Presseerklärung:
Rassismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Chauvinismus war nie
ein Randproblem!
Die größte Gefahr für diese parlamentarische
Demokratie geht weder von „linken Rändern“ noch von Migrant_innen oder
Muslim_innen aus, sondern droht aus der Mitte der Gesellschaft, erklärt
das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ anlässlich der gestrigen
Veröffentlichung der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Die Mitte in
der Krise“.
Diejenigen, die die Grundgesetzestreue gebetsmühlenartig von
Migrant_innen einfordern, erweisen sich nun teilweise selbst als
Gegner_innen von in der Verfassung verankerten Grundrechten. Was hier
als „Extremismus oder Radikalisierung der Mitte“ bezeichnet wird, ist
von antirassistischen und antifaschistischen Gruppen schon lange
thematisiert und von einem Großteil der Vertreter_innen aus Politik,
Medien und Gesellschaft nicht erst zuletzt in der Sarrazin-Debatte
ignoriert oder verharmlost worden. Sie tragen eine Mitverantwortung
dafür, dass soziale Probleme wieder in großem Maße ethnisiert und
kulturalisiert werden und Migrant_innen im Allgemeinen und Muslim_innen
im Besonderen zu Sündenböcken abzustempeln. Die Politik schafft den
idealen Nährboden für den derzeitigen Rechtsruck auch in Deutschland.
Dieser Entwicklung scheinen viele Vertreter_innen aus Politik, Medien
und Gesellschaft nicht nur hilflos gegenüber zu stehen, sondern sie
aktiv zu befördern.
Das jetzt mit der Veröffentlichung der Studie einsetzende Wehklagen
durch Vertreter_innen aus Politik, Medien und Gesellschaft ist
heuchlerisch. In der Sarrazin-Debatte, deren Einfluss auf den Rechtsruck
in Deutschland noch keinen Eingang in die Studie fand, sind erneut
Vorurteile und Ressentiments geschürt worden, die ein gesellschaftliches
Klima des Generalverdachts gegen Migrant_innen und Muslim_innen weiter
befördert haben. Statt darauf zu reagieren, wurden sich hinter einer
„Meinungsfreiheits- und Integrationsdebatte“ versteckt und Ursachen
sowie Verursacher sozialer Probleme verschleiert.
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ fordert hier von den
Verantwortlichen endlich sichtbare und konkrete Konsequenzen. Wir
brauchen nicht immer neue Aktionspläne als Papiertiger ohne
Wirkungsmacht oder öffentlichkeitswirksame Wettbewerbe zur
Selbstdarstellung von Politiker_innen. Wir brauchen den Erhalt und
Ausbau alternativer, antirassistischer und antifaschistischer Projekte.
Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechts muss erweitert statt
immer weiter eingeschränkt oder gar kriminalisiert zu werden. Zeigen sie
endlich Verantwortungsbewusstsein!
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Hotel Berlin (Lützowplatz) macht sich zum Komplizen von
Rassist_innen und Rechtspopulist_innen
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann
Hotel Berlin, Berlin
Lützowplatz 17
10785 Berlin, Germany
z. Hd. Cornelia Kausch (Managing Director, Berlin)
CC: Anders Nissen (Pandox AB, Sitz Schweden, Eigentümer)
Berlin, 12. 10. 2010
Per Fax: 08-506 205 70/ 030 260 539 30 05
Offener Brief:
Hotel Berlin (Lützowplatz) macht sich zum Komplizen von Rassist_innen
und Rechtspopulist_innen
Sehr geehrter Herr Anders Nissen,
Sehr geehrte Frau Cornelia Kausch,
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ wendet
sich mit diesem Offenen Brief an Sie. Wir kritisieren, dass Sie mit
Hilfe Ihres des Hotels Berlin am 2. Oktober 2010 dem Rassisten und
Rechtspopulisten Geert Wilders ein Podium geboten haben, auf dem er
erneut demagogisch gegen Muslim_innen Stimmung machen konnte. Egal, wie
es gedreht und gewendet wird, es bleibt Rassismus, wenn Menschen – in
diesem Falle Musliminnen und Muslime – kollektive Eigenschaften
zugeschrieben werden, die als faktisch unabänderlich gelten sollen. Da
hilft es auch nicht, wenn die dumpfen Vorurteile und Ressentiments als
„Angst, die man ernst nehmen muss“, getarnt werden. Und es ändert auch
nichts, dass dieser Rassismus unter dem Deckmantel des Liberalismus und
der Verteidigung von Frauenrechten, Homosexuellen oder gar der
Aufklärung gegen den Islam in Stellung gebracht wird.
Die europäische Idee der Aufklärung, der Säkularisierung, der
Toleranz und der Rechte des Individuums scheinen in Europa tatsächlich
in Gefahr. Doch die Gefahr für das Erbe der Aufklärung geht weniger von
den Musliminnen und Muslimen aus, als vielmehr von jenen Ideolog_innen,
die politische oder soziale Fragen in religiöse oder ethnische umdeuten.
Denn der entscheidende Unterschied zwischen Aufklärung und Rassismus
besteht darin, dass bei ersterem diskriminierende Praktiken und
Verbrechen angeklagt werden und nicht wie bei Rassismus eine ganze
Bevölkerungsgruppe. Die Gefahr für die Aufklärung geht aber auch von
jenen aus, die aus purem ökonomischem Interesse Rechtspopulist_innen und
Rassist_innen eine Bühne geben.
Wir nehmen mit Sorge zur Kenntnis, dass in den letzten Wochen
zunehmend ein gesellschaftliches Klima erzeugt wurde, in dem der
Generalverdacht gegen Migrant_innen im Allgemeinen und Muslim_innen im
Besonderen geschürt wird. Zu diesem Klima haben Sie wissentlich
beigetragen. Sie haben in Ihrem Hotel mit dem Auftritt des Rassisten
Geert Wilders ein Klima geschaffen, das offenbar Leute wie Uwe Meenen,
Landesvorsitzender der Berliner NPD und den Holocaustleugner Gert
Walters unbehelligt zu dieser für Sie sicher einträglichen Veranstaltung
gezogen hat. Sie haben sich damit zu Kompliz_innen von Rassist_innen
und Rechtspopulist_innen gemacht.
In diesem Zusammenhang ist es einfach unglaubwürdig, wenn Sie in
Ihrer Entgegnung auf die Kritik an dem durch Sie ermöglichten Auftritt
von Geert Wilders in Berlin auf Ihrer Seite im Netzwerk Facebook
behaupten: „Berlins einzigartiges Talent [zu teilen], unterschiedliche
Menschen und Ideen zusammenzubringen – auch, wenn wir anders denken.
Unsere Werte: Ehrlichkeit im Umgang miteinander, Respekt füreinander,
Kommunikation miteinander und Lernen voneinander. Wir zensieren nicht,
sagen ‚ja’ zur freien Meinungsäußerung…, einer öffentlichen
Meinungsbildung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Eure
Reaktionen werden uns aber sicher künftig differenzierter handeln
lassen.“
Es ist schon verwunderlich, dass sich ausgerechnet jene, die
wissentlich rassistische Hetze gegen andere Menschen betreiben bzw.
diese befördern, sich auffallend häufig auf die freie Meinungsäußerung
berufen. Wer den Islam mit dem Faschismus und den Koran mit Hitlers
„Mein Kampf“ gleichsetzt, betreibt Geschichtsrevisionismus und
verharmlost die faschistischen Verbrechen. Und wer indirekt suggeriert,
dass alle Muslime Ehrenmorde und Genitalverstümmelung praktizieren und
im Übrigen Kriminelle, „unproduktive Gemüsehändler“ und „Kopftuchmädchen
produzierende“, “ unintegrierbare“ bzw. „integrationsunwillige“
Menschen seien, während Christen und Juden beten – dem geht es nicht um
das Benennen von Problemen oder eine freie Meinungsäußerung, sondern um
Hetze. Wir teilen die Auffassung der Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger, die den Auftritt des niederländischen
Rechtspopulisten Geert Wilders in Berlin kritisierte:
“Rechtspopulistische Angriffe auf Teile unserer Bevölkerung spalten
dagegen unsere Gesellschaft.” Genau das tun auch die, die wie René
Stadtkewitz mit seiner Partei „Die Freiheit“, die selbsternannte
Bürgerbewegung „Pax Europa“ sowie der Betreiber des rassistischen
Internetportals „politically incorrect“ Steffen Herre im rassistischen
Windschatten von Geert Wilders Rassismus und Hass hoffähig machen wollen
oder dies begünstigen. Und es grenzt schon an Verhöhnung, wenn Sie in
ihrer Verteidigung suggerieren, eine geschlossene, nicht öffentliche,
von Staatsschutz und Sicherheitskräften abgeschottete Veranstaltung habe
etwas mit „Kommunikation miteinander und Lernen voneinander“ zu tun.
Wir werden uns entsprechend an die in Berlin befindlichen
diplomatischen Vertretungen anderer Staaten wenden und sie auf Ihre
Geschäftspraxis hinweisen. Insbesondere Ländern mit muslimischen
Bevölkerungsteilen dürfte es kaum zumutbar sein, weiterhin Ihre
Staatsangehörigen zu Gast in ein Hotel zu empfehlen, dass auch gezielt
und bewusst Rassist_innen ein Podium für Hetze und Diskriminierung
bietet. Ebenso werden wird uns an die Abgeordneten des Deutschen
Bundestages wenden und diese, sollte es zutreffend sein, dass das Hotel
Berlin Vertragspartner des Deutschen Bundestages ist, auffordern, ihre
Besuchsgruppen aus Wahlkreisen etc. nicht mehr bei Ihnen unterzubringen.
Mit antirassistischen Grüßen
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/
Mail: rechtspopulismusstoppen@gmx.com
c/o Dirk Stegemann (Sprecher)
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Demo: Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen
Demonstrationsroute
Es sind zwei entgegengesetzt laufende Demonstrationen rund um den
Breitscheidplatz
geplant. Start- und Endpunkt beider Routen ist der Olof-Palme-Platz. Auf
Höhe der von
„Pro Deutschland“ angemeldeten Kundgebung (auf dem Breitscheidplatz)
findet
parallel eine Zwischenkundgebung statt.
Strecke: Olof-Palme-Platz – Nürnberger Straße – Tauentzienstraße –
Kurfürstendamm –
Budapester Straße – Olof-Palme-Platz (und umgekehrte Richtung).
Hier
findet Ihr die Demo-Route
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Keine Kriminalisierung von Zivilcourage im Vorfeld des
Wilders-Besuches durch die Polizei!
Presseerklärung:
Zum erneuten Versuch der Berliner Polizei das Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“ im Auflagenbescheid für die angemeldeten
Proteste am 03. Oktober gegen die Rechtspopulist_innen und Rassist_innen
der selbsternannten Bürgerbewegung „Pro Deutschland“ zu
kriminalisieren, erklärt das Bündnis:
Wenn der Berliner Senat schon nicht die Zivilcourage gegen die
Aktivitäten rechtspopulistischer und rassistischer Organisationen am
kommenden Wochenende sowie gegen den Besuch des Rassisten Geert
Wilders im Rahmen derselben in Berlin zu unterstützen, soll er
wenigstens die vom Bündnis „Rechtspopulisten stoppen“ angemeldeten
Proteste nicht behindern und kriminalisieren. Bis heute sind noch nicht
einmal die in unserem Offenen Brief an den Innensenator bzw. den Senat
erhobenen Vorwürfe und Fragen an die Berliner Polizei betreffs der
Proteste gegen den Bundesparteitag von „Pro Deutschland“ beantwortet
worden. Das betrifft auch die bisher unbewiesenen Behauptungen der
Berliner Polizei zu Übergriffen von
Demonstrationsteilnehmer_innen auf Polizeibeamt_innen oder die im
erwähnten Auflagenbescheid für den 03. Oktober unterstellten
„körperlichen Angriffe auf Teilnehmer_innen des Bundesparteitages und
massiven akustischen Störungen“. Den von uns eingeforderten Beweis für
diese kriminalisierenden Unterstellungen blieben Senat wie auch Polizei
bis heute schuldig. Anzeigen gegen Teilnehmer_innen der Proteste wegen
solcher Straftaten sind dem Bündnis nicht bekannt.
Statt die Kriminalisierung der ständig von der
Politik eingeforderte Zivilcourage gegen Neonazis, Rechtspopulist_innen
und Rassist-innen zu dulden, zu unterstützen oder für eigene
Profilierungsversuche zu
nutzen, sollten die Verantwortlichen in der Politik endlich selbst aktiv
werden. Angesichts des derzeitigen Rechtsrucks in Europa sowie der in
Deutschland offensichtlich zu Tage tretenden und von
Rechtspopulist_innen ausgenutzten und geschürten Ressentiments und
Vorurteile gegen ganze Bevölkerungsgruppen u.a. wegen ihrer Herkunft,
Religion, dem sozialen Status oder ihrer Lebensweise, ist dies
dringend geboten. Es reicht nicht aus, sich hinter einer
„Meinungsfreiheits- und Integrationsdebatte“ zu verstecken und einer
Auseinandersetzung mit latent vorhandenem Rassismus aus dem Weg zu
gehen.
Rechtspopulist_innen mit ähnlichen eigenen Integrationsforderungen
und damit verbundenen Sanktionen in
vermeintlich abgeschwächter Form gegen so schon benachteiligte bzw.
diskriminierte Menschen indirekt Recht zu geben, um entweder eigene
Ressentiment zu bedienen oder um ihnen angeblich das Wasser abgraben und
Wähler_innen abjagen zu wollen, ist der falsche Weg. Die
Regierungsbildung in den Niederlanden hat bewiesen, dass diese Strategie
nicht aufgeht und eher eine Radikalisierung von Rechtspopulist_innen
und Rassist_innen nach sich zieht, um sich von der Politik weiterhin
abzugrenzen.
Wir fordern darüber hinaus einen grundsätzlichen Politikwechsel sowie
eine damit verbundene tiefgreifende Gesellschaftskritik.
Rassismus ist keine Meinung! Widerstand gegen Rassismus ist legitim,
wenn nötig auch mit zivilem Ungehorsam! Für ein gleichberechtigtes,
diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Zusammenleben aller
Menschen auf die Straße gehen! Am 02. Und 03. Oktober in Berlin!
Infos unter: http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/
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Elsässer mit Rassisten und Rechtspopulisten gegen das Finanzkapital!
Presseerklärung:
Elsässer mit Rassisten und Rechtspopulisten gegen das Finanzkapital!
Zur am 25. September stattfindenden Elsässer-Konferenz in Berlin mit
dem Thema “Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr” erklärt
das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:
Ein Bündnis mit der NPD ging Elsässer bisher noch zu weit. Kein
Problem hat er aber damit, mit Rassisten und Rechtspopulisten, die er
extra aus dem Ausland eingeladen hat, unter eine Decke zu kriechen.
Scheinbar ist dies sein Beitrag zur europaweiten Vernetzung sowie
Etablierung rechter Kräfte und zur Legitimierung von Rassismus. Und so
rührt er ganz im Sinne seiner bräunlichen „Volksinitiative“ am 25.
September in Berlin eine illustre Mischung reichlich gewürzt mit
Rassisten, Rechtspopulisten, und Rechtsökologen zu einer Konferenz mit
dem Thema “Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr”
zusammen.
Dass Elsässer mit Nigel Farage, Europaabgeordneter der
rechtspopulistischen United Kingdom Independent Party (UKIP), den
braunen Schulterschluss sucht, wird niemanden verwundern. Doch dass sich
selbst als linksdefinierende ehemalige Funktionsträger der DDR wie
Klaus Blessing, ehemaliger Staatssekretär im DDR-Wirtschaftsministerium
dafür hergeben, Rassisten und Rechtspopulisten mit ihrer Teilnahme
salonfähig zu machen, hinterlässt mehr als einen faden Beigeschmack.
Würden sie sich auch mit der NPD an einen Tisch setzen? Denn die UKIP,
die die heutige EU mit der Sowjetunion vergleicht, der angeblich ein
Europa der „freien Völker“ entgegensetzt werden muss, tarnen ihren
Rassismus gegen Migranten analog zu Wilders und Sarrazin hinter den
Floskeln wie der „schleichenden Islamisierung“ und „Kolonisierung durch
die Geburtenraten der Muslime“.
Wer sich mit Farage an einen Tisch setzt, lässt sich auch auf die
rassistische „Lega Nord“ aus Italien, die rechtsextreme griechische
Partei LAOS, die „Dansk Folkeparti“, die „Wahren Finnen“ und die
„Slowakische Nationalpartei“ ein. Allesamt bekannt durch ihre Hetze
gegen Roma, Migranten sowie Homo und Trans. Denn diese Parteien gehören
der Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“ im Europaparlament
an. Und dessen Fraktionsvorsitzende sind Nigel Farage und Francesco
Speroni (Lega Nord).
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Bundesregierung entzieht sich ihrer Mitverantwortung bei
Wilders-Besuch
Presseerklärung:
Bundesregierung entzieht sich ihrer Mitverantwortung bei
Wilders-Besuch
Dazu erklärt das Bündnis:
Mit Desinteresse begegnet die Bundesregierung der Gefahr zu
erwartender Straftaten wie Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass
oder anderer Belange der öffentlichen Sicherheit beim Besuch von Geert
Wilders in Berlin am 2. Oktober 2010. Das geht aus der Antwort der
Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten
Sevim Dagdelen (DIE LINKE) hervor.
Der Versuch, rechtspopulistische, rassistische Organisationen wie die
selbsternannte Bürgerbewegung „Pax Europa“ oder das rassistische
Webportal „politically incorrect“ als irgendeine beliebige private
Vereinigung und den Rassisten Geert Wilders als irgend einen unbekannten
Dritten darzustellen und zu verharmlosen, konterkariert sämtliche
Bemühungen antirassistischer, antifaschistischer Gruppen und Initiativen
der Hetze und europaweiten Vernetzung von Nazis, Rassist_innen und
Rechtspopulist_innen entgegenzutreten. Das wird vom Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“ aufs entschiedenste kritisiert.
Damit setzt die Bundesregierung ihre „Vogel-Strauß-Strategie“ im
Umgang mit Rechtspopulismus und Rassismus, die sie schon bei der Debatte
um Sarrazin gezeigt hat, weiter fort. Wiederholt hat die
Bundesregierung deutlich gemacht, dass für sie Rassismus kein
gesamtgesellschaftliches Problem ist, sondern lediglich eines
rechtsextremer Gruppen. Kein Wunder, dass es bis heute kein wirksames
Konzept für die Bekämpfung von Rassismus gibt.
Auch versteckt sich die Bundesregierung hinter ihrer vermeintlichen
Nichtzuständigkeit. Sie sieht die Verantwortung zur Prüfung der
Voraussetzungen für ein Einreiseverbot von Geert Wilders auf Grund der
zu erwartenden Straftaten -einhergehend mit seiner rassistischen
Propaganda gegen Muslima und Muslime- einzig beim Berliner Senat und der
Berliner Ausländerbehörde. Entsprechende Gespräche mit diesen plant die
Bundesregierung offensichtlich nicht. Der Berliner Senat dagegen
scheint den Wilders-Besuch ebenfalls aussitzen zu wollen. Eine Reaktion
auf unseren Offenen Brief vom 7. September zum Einreiseverbot für
Wilders sowie den Aufruf zu Protesten gegen den Wilders-Besuch am 2.
Oktober und das „Sarrazin-Soli-Event“ von „Pro Deutschland“ am 3.
Oktober gibt es jedenfalls bis heute nicht. Das Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen“ wird aber weder die Bundesregierung noch den
Berliner Senat aus ihrer politischen Verantwortung wenigstens zu einer
klaren Positionierung entlassen.
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Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen!
Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen!
Am 2. Oktober: Geert Wilders nach Hause schicken!!
In Berlin tobt derzeit ein makaber anmutender Wettlauf unter
Rechtspopulist_innen, wer unter dem Deckmantel „Islamkritik“ die meisten
Vorurteile und Ressentiments besetzen sowie die Ängste von Menschen am
besten auszunutzen versteht. Neben dem Berliner Ableger von „Pro
Deutschland“ und dem rassistischen Stichwortgeber Thilo Sarrazin wollen
nun auch das Noch-CDU-Fraktionsmitglied René Stadtkewitz, gleichzeitig
Vorstandsmitglied der selbsternannten Bürgerbewegung „Pax Europa“ und
das rassistische Internetportal „Politically Incorrect“ mit der
öffentlich inszenierten Einladung des Niederländischen Rechtspopulisten
Geert Wilders ihr Stück vom Kuchen abholen.
Rechtspopulismus und rassistische Hetze haben, versteckt hinter einer
„Meinungsfreiheits- und Zensurdebatte“, Konjunktur. Zeit dagegen aktiv
zu werden!
Wilders ist derzeit europaweit der auffälligste Rechtspopulist und
Rassist. Als Vorsitzender seiner Ein-Mann-Partei , der Niederländischen
„Partij voor de Vrijheid“ (PVV), ist Stimmungsmache gegen Muslima und
Muslime der Hauptbestandteil seiner Agitation und verbindet ihn mit René
Stadtkewitz (noch CDU-Fraktionsmitglied im Berliner Abgeordnetenhaus)
und dem rassistischen Internetportal „Politically Incorrect“, die für
seine Einladung für den 02. Oktober nach Berlin verantwortlich sind.
Stadtkewitz und „Politically Incorrect“ setzen dabei auf die von
Wilders verfolgte Strategie, den Islam mit dem Faschismus gleichzusetzen
und über eine Verharmlosung von Nazis eine Kriminalisierung von Muslima
und Muslime zu erreichen. Vorurteile und Ressentiments sollen geweckt
bzw. verstärkt werden. Die Einladung von Wilders ist aber auch als
Zeichen der zunehmenden Vernetzung von Rechtspopulist_innen und
Rassist_innen, ganz im Sinne der von Wilders international unter dem
Namen „Geert Wilders Allianz für die Freiheit“ angestrebten
Organisation, zu verstehen. Diese soll rechtspopulistische und
rassistische Organisationen aus Frankreich, Großbritannien, den USA,
Kanada und Deutschland im Kampf gegen eine angebliche „Überfremdung“
einen. Schon hier braucht es unseren entschiedenen Widerstand!
Auch die Einladenden sind in der rechtspopulistischen und
rassistischen Szenerie keine Unbekannten. Das Berliner
Abgeordnetenhausmitglied René Stadtkewitz und das Internetportal
„Politically Incorrect“ haben sich in den letzten Jahren durch
rassistische Polemik gegen Muslima und Muslime einen Namen gemacht.
Während Stadtkewitz einer der Köpfe der rassistischen Mobilisierung
gegen den Bau einer Moschee in Pankow-Heinersdorf war, ist „Politically
Incorrect“ der derzeit aktivste rassistische und anti-muslimische
Internet-Blog. Die politische „Betätigung“ Stadtkewitz‘ gegen Muslima
und Muslime und ihre Moscheen führte inzwischen zu seinem Ausschluss aus
der Berliner CDU. Seine rassistische, antimuslismische Mobilisierung,
die er in Pankow-Heinersdorf begann, versucht er nun überregional mit
der „Bürgerbewegung Pax Europa“ fortzusetzen. René Stadtkewitz und
„Politically Incorrect“ sind demnach geradezu prädestiniert dafür, dem
europaweit berüchtigtsten Rechtspopulisten ein Podium für seine
rassistischen Thesen zu bieten.
Der Termin des 2. Oktober ist daher auch nicht zufällig gewählt.
Bereits im letzten Jahr stießen sich die Rechtspopulist_innen von „Pax
Europa“ daran, dass der „Tag der offenen Moschee“ zeitgleich mit dem
„Tag der deutschen Einheit“ stattfand. Mit einer Kundgebung sollte gegen
die „Okkupation“ dieses Tages durch muslimische Verbände demonstriert
werden. Auch die diesjährige Veranstaltung mit Wilders ist demnach ein
Protest gegen etwas, was nach Ansicht der Rassist_innen nicht sein kann:
Dass Muslima und Muslime das Recht auf einen Platz in dieser
Gesellschaft haben und einfordern.
Während Wilders, Stadtkewitz, Sarrazin und ihre Anhänger_innen gegen
Migrant_innen rassistisch polemisieren und den Untergang des
„christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende
Islamisierung“ Europas herbei fantasieren, setzen wir uns für ein
solidarisches und friedliches Zusammenleben aller, unabhängig von
Kultur, Religion, sozialem Status und sexueller Identität ein und
stellen uns gegen jegliche Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und
Sicherheitswahn.
Da bisher von den Veranstalter_innen weder Ort noch Zeit der
Veranstaltung bekannt gegeben wurden, ist unsere Losung:
Egal wo Rechtspopulist_innen ihre rassistische Propaganda
verbreiten, wir werden uns ihnen entgegenstellen und unseren Protest auf
die Straße tragen!
Für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes Zusammenleben! Gegen die
Spaltung unserer Gesellschaft! Gegen Ausgrenzung!
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/
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Innensenator Ehrhardt Körting nicht an Aufklärung der Vorwürfe
seitens des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ interessiert
Presseerklärung:
Innensenator Ehrhardt Körting nicht an Aufklärung der Vorwürfe
seitens des Bündnisses
„Rechtspopulismus stoppen“ interessiert
Zur heutigen Innenauschusssitzung des Berliner Senats erklärt
das Bündnis:
Fast zwei Monate nach den Protesten gegen den Bundesparteitag der
rechtspopulistischen
Organisation „Pro Deutschland“ und den Vorwürfen wegen des
unkooperativen, chaotisch
anmutenden und von unverhältnismäßiger Gewaltanwendung geprägten
Polizeieinsatzes gegen die Proteste war von Aufklärung unserer Vorwürfe
kaum die Rede. Mit Vorwürfen zum Rechtsverständnis des Bündnisses
versuchte der Innensenator vom eigentlichen Thema abzulenken.
Zu den Vorwürfen gegen den Polizeieinsatz legte er lieber den Mantel
des Schweigens. Am Rande wurde lediglich in für die Polizei relevanten
Fällen auf Ermittlungen verwiesen.
Das Bündnis verbittet sich Belehrungen eines Innensenators, der offenbar
wenig Interesse an Transparenz und Aufklärung hinsichtlich
polizeilichen Fehlverhaltens und unverhältnismäßiger Polizeigewalt
zeigt. Gleichzeitig zeigt sich das Bündnis zutiefst enttäuscht darüber,
dass eine Reihe von Politiker_innen, die sich dem Bündnis anschlossen
und selbst Kritik geäußert hatten, ihre Versprechungen zur Aufklärung
der von uns erhobenen Vorwürfe beizutragen, bisher nicht eingehalten
haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass diese Vorwürfe, die wir
schon am 19. Juli in einer Stellungnahme und auf Nachbereitungstreffen
geäußert hatten, nicht auf der Tagesordnung standen und erst durch den
Offenen Brief unter „Besondere Vorkommnisse“ überhaupt Erwähnung
fanden.
Wir fordern alle Abgeordnetenhausfraktionen in Berlin dazu auf,
unseren Offenen Brief und die darin erhobenen Vorwürfe umfassend in der
nächsten Innenausschusssitzung zu diskutieren.
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Pro Asyl fordert Beendigung der widerlichen Kooperation mit Libyen
Frankfurt (Pro Asyl Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für
Flüchtlinge e.V.) 31.08.2010: Anlässlich seines Besuches in Italien
präsentierte der libysche Diktator der Europäischen Union gestern Abend
seine Rechnung für die Zusammenarbeit bei der Flüchtlingsabwehr: Er
fordert fünf Milliarden als Gegenleistung dafür, dass er Schutzsuchende
bereits an den libyschen Außengrenzen oder auf seinem Territorium
stoppt. Die EU will bis Ende 2010 ein „Kooperations- und
Partnerschaftsabkommen“ mit Libyen abschließen, um u. a die
Zusammenarbeit im Politikfeld Migration und Flucht zu intensivieren.
Nach Auffassung von PRO ASYL darf es keine Partnerschaft mit einem
Regime geben, das die Menschenrechte mit den Füssen tritt. „Das
Anbiedern an Gaddafi, die Millionenbeträge aus Brüssel, die bereits für
die Fluchtabwehr nach Libyen geflossen sind, und die Tatenlosigkeit der
EU angesichts der Völkerrechtsbrüche Italiens gehören zu den
widerlichsten Aspekten europäischer Flüchtlingspolitik“, so Karl Kopp,
Europareferent von PRO ASYL. Die italienische Küstenwache hat allein
zwischen Mai und Dezember 2009 über 1.400 Bootsflüchtlinge in die
Haftlager von Gaddafi zurückverfrachtet.
Europa muss sich entscheiden: Für die Fortsetzung der fatalen Allianz
mit Gaddafi oder für die Rückkehr zu Humanität und Völkerrecht.
Der libysche Diktator will mehr Geld für Internierungslager,
Abschiebeflüge und die technologische Hochrüstung seiner südlichen
Außengrenzen. Geplant ist beispielsweise ein Grenzkontrollsystem, das
Radar- und Satellitenüberwachung kombiniert, entlang der 400 Kilometer
langen libyschen Landgrenze zum Niger und zum Tschad. Die Kosten von
circa 300 Millionen Euro sollen zu 50 % von Italien und zur anderen
Hälfte von der EU getragen werden.
PRO ASYL fordert von der EU den Stopp aller Zahlungen und das Ende
jeglicher Kooperationen in Sachen Flüchtlingspolitik mit Libyen. Die
angestrebte Polizeikooperation zwischen der EU-Grenzagentur Frontex und
Libyen darf nicht zu Stande kommen. Das Abdrängen und Zurückweisen von
Bootsflüchtlingen nach Libyen muss aufhören.
Hinweis: Die STIFTUNG PRO ASYL verleiht am Samstag, den 4. September
ihren Menschenrechtspreis 2010 an den italienischen Journalisten
Gabriele del Grande. Del Grande dokumentiert die dramatischen Folgen der
Kooperation Italiens mit dem Diktator Gaddafi. Die Laudatio hält Ilija
Trojanow, ein Schlusswort spricht Tom Koenigs, Vorsitzender des
Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Die
Preisverleihung findet um 14.00 Uhr im Ka Eins/Ökohaus, Kasseler Str. 1a
in Frankfurt statt.
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Bayerische Flüchtlingsrat: LAGERINVENTOUR 2010
LAGERINVENTOUR 2010
Aufruf zur Unterstützung und Begleitung
Im Herbst (Oktober / November) wird der Bayerische Flüchtlingsrat
wieder eine LagerInventour, diesmal unter dem (Arbeits-)Titel
“Schmutziger Donnerstag” veranstalten. Nachdem wir im letzten Jahr
damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben, möchten wir Euch diesmal
bitten, uns bei der Planung zu unterstützen.
Wir streben an, jeden Donnerstag ein Lager unter einem besonderen
Themenschwerpunkt zu besuchen. Diese Lagerbesuche sollen dann medial
begleitet werden.
Wir haben mal ein paar Fragen zusammengestellt, die wir mit Euch über
die Sommerpause abklären wollen:
- Welches Lager besuchen wir vor Ort?
- Themenvorschläge/-präferenz
- Welche Aktionen könnte man damit verbinden?
- Wer macht mit? Wer könnte sich in nächster Zeit darum kümmern? Wer
könnte Ansprechpartner für uns sein und zum Netzwerktreffen
(voraussichtlich am 18.09.) kommen?
- Gibt es einen bevorzugten Donnerstags-Termin im Oktober / November für
den Besuch / die Aktion?
- Wo könnte eine Veranstaltung stattfinden? (Raumbuchung)
- Welche Kulturveranstaltung wäre drum herum möglich? Gibt es bereits
eine in Planung, die man mit unserer Aktion verbinden kann?
- Wer muss wann informiert werden? Wer kümmert sich um Plakate /
Aushänge / Flyer?
- Welche Kontakte zu Presse und weiteren Netzwerken gibt es vor Ort?
- Außerdem wäre für uns speziell Straubing interessant, da hier die
Ausländerbehörde hinsichtlich der Verweigerung von
Residenzpflichtbefreiungen sehr restriktiv ist.
Es wäre super, wenn Ihr Euch zu diesen Fragen schon mal ein paar
Gedanken machen könntet. Wir werden zusätzlich versuchen, zeitnah dazu
mit Euch ins Gespräch zu kommen.
Natürlich freuen wir uns auch über Eure Anrufe (089-762234)und
E-Mails (kontakt@fluechtlingsrat-bayern.de)!
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“Putzaktion gegen braunen Dreck und Gestank”
Liebe Bündnispartner_innen, Unterstützer_innen und
Teilnehmer_innen der Proteste am 17. Juli vor dem Rathaus Schöneberg,
Zum heutigen Tag, dem 19. Juli ab 09.00 Uhr hatte der
Integrationszentrum Harmonie e.V. am Samstag auf der Kundgebung gemeinsam mit anderen Vereinen und dem
Bündnis zu einer Putzaktion im und um das Rathaus Schöneberg aufgerufen. Ziel war die
symbolische Beseitigung des zurückgelassen „braunen Drecks und Gestanks“ durch die selbsternannte
Bürgerbewegung Pro Deutschland. Bedauerlicher Weise hat der derzeitig den Bürgermeister
vertretende Stadtrat Bernd Krömer (CDU) nach der untersagten Veranstaltung des Bündnisses, dass auf
Einladung der SPDFraktion in der BVV am Samstag im Rathaus stattfinden sollte, auch den Zutritt
zum BVV-Saal für diese symbolische Putzaktion blockiert. Wir kritisieren das erneut für
uns politisch fragwürdige
Agieren des Stadtrates und sehen darin eine deutliche Entsolidarisierung
vom Anliegen des Bündnisses.
Nach den erfolgreichen Blockaden in Dresden und am 1. Mai in Berlin
ist es den Berliner_innen zum wiederholten Male gelungen, einen deutlich sichtbaren Protest gegen
Nazis und Rassist_innen auf die Straße zu tragen. Das Bündnis dankt allen Mitorganisator_innen und
Unterstützer_innen sowie den insgesamt ca. 2500 Berliner_innen, die sich von 12.00 Uhr bis 19.00
Uhr den ca. 50 Teilnehmer_innen des Bundesparteitages der rassistsichen Organisation
Pro Deutschland rund um das Rathaus Schöneberg entgegen gestellt haben. Ihr wart einfach
großartig! Ausdrücklich Danke
auch an die Musikgruppen, die sich mit ihrem unbezahlten und
unbezahlbaren Engagement dem Anliegen verbunden zeigten und natürlich an unsere super
Moderator_innen, allen voran Serpil Pak.
Nur das Zusammenwirken aller hat ermöglicht, dass der Bundesparteitag
von Pro Deutschland mit Verspätung und reduzierter Teilnehmer_innenzahl stattfinden konnte. Eine
gute Ausgangsposition also für das Bündnis den Widerstand gegen den Einzug von Pro Berlin 2011
in das Parlament wirkungsvoll fortzusetzen.
Erheblich Vorwürfe richten wir gegen die massive Behinderungstaktik
und unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Polizei sowie die dafür Verantwortlichen.
Schon zu Beginn der Veranstaltung zeigte sich die Einsatzleitung der
Polizei kompromisslos. Einigten sich die Veranstalter_innen noch bei den Kooperationsgesprächen mit der
Polizei, an denen nur der Abschnitt 42 ein Interesse zu haben schien und anwesend war, auf die
Formalien ohne Festlegung weiterer Auflagen – folgten diese dann unangekündigt und massiv direkt
mit Beginn der Veranstaltung vom Einsatzleiter vor Ort – verbunden mit der Androhung
einer Strafanzeige bei
Nichteinhaltung. Auch der scheinbare Wechsel der Verantwortlichkeiten
vom Abschnitt 42 auf einen Einsatzleiter namens Herr Mey(i)er wurde weder angekündigt, noch
kommuniziert. Offensichtlich war dies Ergebnis der in den letzten Tagen zunehmenden
Unterstützungsaufrufe weiterer Organisationen wie dem DGB. Leider sorgte dies von Anfang an für eine
unnötige Spannung vor Ort und die schon mehrfach gestellte Frage, ob durch Kooperationsgespräche
lediglich Einschränkungen der Versammlungsfreiheit durch Auflagen einen demokratischen Anstrich
erhalten und dem Abschöpfen von Informationen durch die Polizei dienen sollen.
Von einer friedlich „ausgestreckten Hand“ der Einsatzkräfte war genau
so wenig zu spüren, wie von einer einheitlichen Strategie und Handlungsweise vor Ort. Scheinbar
selektive, nicht angekündigte überzogene Vorkontrollen mitten in der Veranstaltung, unsensible
Polizeibeamt_innen mitten zwischen den Trödelmarktkunden oder unhöfliche teils hämische bzw. gar
keine Antworten auf Anfragen an Beamte waren an der Tagesordnung.
Weiterhin wurden die Veranstaltungen außer der vor dem Rathaus,
eigenmächtig und ohne
Absprachen mit den Verantsalter_innen aber mit Verweis auf dieselben
durch Polizeibeamte beendet und erst auf Nachfrage wieder zugelassen. Vorher versuchten
Einsatzkräfte den Weg für ca. 10 Teilnehmer_innen des Bundesparteitages gegen mehrere hundert
friedlich sitzende und stehende Protestierende in der Salzburger Straße freizuprügeln. Schläge ins
Gesicht, Schmerzgriffe sowie gezielter Peffersprayeinsatz waren keine Einzelfälle. Hier stellt sich
nicht zum ersten Mal die Frage, ob Einsatzkräfte und deren Verantwortliche Verletzungen bei
Gegendemonstrant_innen billigend in Kauf nehmen, obwohl von Anfang an keinerlei Aussicht auf Erfolg für
diese Polizeiaktion bestand.
Letztendlich wurden die Pro-Deutschland-Anhänger_innen und das ist
mindestens genauso kritisch zu hinterfragen, per „Taxitransport“ durch einen Einsatzwagen der
Polizei vor das Rathaus transportiert.
Eine andere Gruppe von Pro Deutschland-Anhänger_innen soll Hinweisen
zufolge von Einsatzkräften der Polizei durch den Eingang zum Standesamt geschleust worden sein. Das
würde erklären, warum unbeteiligte Brautpaare und Hochzeitsgäste, die nicht eindeutig von Pro
Deutschland-Anhänger_innen zu unterscheiden waren, versehentlich verbal von
Protestierenden angegriffen wurden. Dieser Umstand sollte aufgeklärt werden, da solch eine Taktik
der Polizei nicht nachvollziehbar wäre. Die Benutzung von Brautpaaren und ihren
Hochzeitsgästen als Deckungsmasse und ihre damit verbundene Gefährdung, halten wir für untragbar. Wir
entschuldigen uns gegenüber diesen Brautpaaren und ihren Hochzeitsgästen für diese versehentlichen
Verwechslungen und wünschen Ihnen stattdessen viel Glück auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg.
Unerwähnt sollten aber auch nicht die Festnahmen wegen Aufrufens zu
einer Straftat bleiben. Immer wieder werden Personen, weil sie zu friedlichen Sitzblockaden aufrufen,
kriminalisiert und festgenommen. Wir verweisen noch einmal darauf, dass Blockieren unser
Recht und keinesfalls eine Straftat darstellt. Unsere Solidarität gehört daher den Festgenommenen
Und Verletzten.
Wir würden uns freuen, wenn die im Bündnis vertretenen Parteien
entsprechende Anfragen an die zuständigen Stellen des Innenministeriums sowie des Rathauses Schöneberg
stellen würden.
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Bündnis gegen den Parteitag von „Pro-Deutschland“ erfolgreich
Bündnis gegen den Parteitag von
„Pro-Deutschland“
Pressemitteilung
Aufgrund der Entschlossenheit der Proteste von bis zu 2.500
antifaschistischen Bürgerinnen und Bürgern gelangten lediglich etwa 50
Anhänger von „Pro-Deutschland“ in ihren Versammlungsraum im
Rathaus-Schöneberg. Durch wiederholte Blockaden wurde der Ablauf so
verzögert, dass bereits eine große Anzahl von
Pro-Deutschland-Mitgliedern den Parteitag frühzeitig wieder verließ.
„Es war ein harter Kampf heute”,so Dirk Stegemann, der Sprecher des
Bündnisses. “Mein Dank gilt allen Protestierenden, die sich heute über
einen so langen Zeitraum entschlossen den Rassistinnen und Rassisten von
Pro Deutschland entgegen gestellt haben und sich trotz der teils
massiven Gewalt durch die Polizeibeamten nicht haben einschüchtern
lassen.“
Der Tag begann vielversprechend und ließ hoffen, dass der
Bundesparteitag gänzlich verhindert werden könne. Bereits um 13.30 Uhr
formierte sich die erste Sitzblockade in der Salzburger Straße
/Badensche Straße, als ca. zehn Mitglieder von „Pro Deutschland“
geschützt durch Polizeibeamte aus einem nahegelegenen Cafe ins Rathaus
gebracht werden sollten. Die Polizei versuchte die Blockade erfolglos
durch den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt zu räumen. Bei dieser
Polizeiaktion wurde auch der Sprecher des Bündnisses durch den gezielten
Einsatz von Pfefferspray in die Augen aus kürzester Distanz im Gesicht
verletzt. Ein Vorstandsmitglied des türkischen schwul-lesbischen
Vereins Gladt e.V. wurde in den Bauchraum getreten und erlitt dabei
Prellungen.
Nachdem die Polizei den Weg für die Mitglieder von Pro Deutschland
nicht freigeprügelt bekam, mussten diese letztlich in einem Einsatzwagen
zum Veranstaltungsort oder andere durch einen Nebeneingang, dem Zugang
zum Standesamt gebracht werden. Auf diesem Wege flüchteten sie nach Ende
der Veranstaltung auch wieder.
Im Verlauf folgten weitere Blockaden vor den vier Eingängen des
Rathauses. Der zivile Ungehorsam konnte aber nicht verhindern, dass
schließlich doch etwa dreißig weitere Anhänger_innen von Pro Deutschland
in den Versammlungsraum gelangten, da die Polizei diesen immer wieder
mit brachialer Gewalt den Weg frei räumte. Trotzallem begann der
Bundesparteitag in Anwesenheit des Vorsitzenden Markus Rohs, Lars
Seidensticker und Patrick Brinkmann wegen dieser Proteste mit großer
Verspätung.
Wie schon bei ähnlichen Kundgebungen zur Verhinderung von
Naziveranstaltungen wurden auch hier Personen wegen des Aufrufes zu
friedlichen Blockaden von der Polizei rigoros festgenommen. So auch das
Mitglied des Landesvorstandes der Berliner VVN-BdA, Markus Tervooren.
Ihnen und den zahlreichen Verletzten gehört unsere Solidarität.
„Der Polizeieinsatz heute wird auch noch ein juristisches Nachspiel
haben”“, so eine
Mitorganisatorin.
Im Laufe des Tages wurden ca. 5-6 Personen festgenommen. Drei davon
befanden sich zur Zeit des Verfassens der Pressemitteilung wieder auf
freiem Fuß. Zur Zahl der Verletzten
lagen noch keine Informationen vor.
Wir werden uns aber auch nicht von der Polizei davon abhalten lassen,
uns Pro Deutschland und seinen rassistischen Ablegern weiterhin
entgegenzustellen.
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17.07.2010, Rathaus Schöneberg: Kein Fußbreit den RassistInnen –
Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“
17.07.2010, ab 12:00, Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz)
„Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro
Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!“
Kundgebungen am Rathaus
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Padua (Italien): Polizisten zwingen Roma-Frauen sich auf der Straße zu entkleiden
In Padua haben Ende April Polizisten eine Gruppe Roma angehalten, da
sie ihnen unterstellten, sie könnten Hehler sein und hätten Kokain dabei.
Die Polizisten zwangen die Roma-Frauen, sich mitten auf der Straße
völlig zu entkleiden. Doch der Skandal ging weiter. Mitten auf der
Straße begannen die männlichen Polizisten mit einer körperlichen
Untersuchung der Roma-Frauen. Diese Tat, die von einer Studentin
zufällig gesehen wurde und mit dem Handy fotografiert wurde, meldete
diese an einen linken Radiosender im Ort. Dieser machte den Skandal
öffentlich.
Ob die Polizisten mit einer Strafe rechnen müssen ist aufgrund der antiziganistischen Grundstimmung in der Region völlig offen!
Uwe
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Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro
Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!
Kundgebung:
17.07.2010, ab 12:00, Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz)
„Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro
Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!“
Kundgebungen am Rathaus
infos gibt es
hier
UnterstützerInnen
Erstunterzeichner_innen:
Einzelpersonen:
Hans Coppi, Vorsitzender Berliner VVN-BdA e.V.
Salih Alexander Wolter, Journalist, Berlin
Dirk Stegemann, Berliner VVN-BdA, AK „Marginalisierte-gestern und heute“
Gina Pietsch, Sängerin, Schauspielerin und Brecht-Interpretin, Berlin
Uwe Hiksch, Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands
Anja Schillhaneck, MdA Berlin, BÜNDNIS 90/ Die Grünen
Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, MdB Fraktion DIE
LINKE
Volkmar Lucius, Diplomsportlehrer, Berlin
Tobias Pflüger, Vorstandsmitglied der Informationsstelle
Militarisierung, Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE
Lutz Bucklitsch, Berlin, Sprecher Bündnis Mitte gegen Rechts
Evrim Baba, MdA Berlin, DIE LINKE
Sebastian Friedrich, Redaktion stattweb.de
Tülin Duman, Geschäftsführerin GLADT e.V.
Yasemin Aktay, DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg
Katayun Pirdawari M.A., Berlin
Dagci Tacettin, DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg
Wolfgang Klose, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im
Erzbistum Berlin
Clara Herrmann, MdA Berlin, BÜNDNIS 90/ Die Grünen
Kati Ziemer, ver.di-Berlin
Peter Schrott, Stellv. Vorsitzender ver.di Bezirk Berlin
Carsten Becker, Vorsitzender ver.di Betriebsgruppe Charité
Ulrich Maurer, MdB Fraktion DIE LINKE
Dr. Serge Embacher, Mitglied des Kreisvorstandes der SPD
Tempelhof-Schöneberg
Dr. Heinz-Jürgen Voß, Hannover
Barbara Seid, Fraktion DIE LINKE in Friedrichshain-Kreuzberg
Susan Navissi, Berlin
Lars Oberg, MdA Berlin, SPD
Niema Movassat, MdB Fraktion DIE LINKE
Michael Grunst, Mitglied Landesvorstand Die Linke Berlin
Beate Winzer, Berlin
Carola Scheibe-Köster, Bündnis 90/Die Grünen Neukölln
Dr. Diether Dehm, MdB Fraktion DIE LINKE
Prof. Dr. Carmen Gransee, Hamburg
Alexander Frehse, Vorsitzender BO Drewitz DIE LINKE
Daniel Gollasch, Koordinator AG Aktiv gegen Rechts; Bündnis 90/Die
Grünen Berlin
Mechthild Rawert, MdB, SPD
Monika Lazar, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Kadriye Karci, MdA Berlin DIE LINKE
Dr.Sohela Jandi, Ärztin Berlin
Ulla Jelpke, MdB Fraktion DIE LINKE
Christian Kopp, Berlin Postkolonial e.V.
Ricardo Cristof Remmert-Fontes, Vorsitzender von Aktion Freiheit statt
Angst e.V.
Halina Wawzyniak, MdB Fraktion DIE LINKE
Ramona D`Aurelio, Berlin
Dr. Gisela Notz, Berlin
Nadine Müller, Sozialwissenschaftlerin, Berlin
Udo Böhlefeld, stv. Kreisvorsitzender Die Linke.Potsdam-Mittelmark
Dipl.Ing. Dipl.Soz. Andreas Heilmann, HU Berlin
Sascha Schlenzig, Die LINKE.Pankow
Prof. Dr. Dr. Jochen Fuchs, HS Magdeburg
Ulli Schneeweiß, Rechtssekretär / stv. Geschäftsführer ver.di Bezirk
Mittelfranken
Antje Schwarzer, Vorsitzende der SPD Friedenau
Ralf Buchterkirchen, Hannover, Sprecher_in DFG-VK Hannover
Manfred Schulz-Neues, Berlin
Carsten Schulz, Vorsitzender des Bezirksvorstandes DIE LINKE
Tempelhof-Schöneberg
Human Hafezi, Berlin
Yilmaz Arslan, IG-Metall Berlin, Mitglied der Migrationsausschusses
Ines Pohl, Integrationspolitische Sprecherin Linksfraktion Pankow/ AG
Antifaschismus und Antirassismus der Linkspartei Pankow
Georg Dorn, Berlin
Dimitrios Koios, Arzt, Berlin
Patrick Technau, Linksfraktion BVV-Pankow
Lars Rauchfuß, Vorsitzender SPD Mariendorf, Vorsitzender Stolpersteine
an der B 96 e.V.
Dr.Hans Erxleben, Die Linke Treptow-Köpenick
Martina Hartleib, Beisitzerin AsF-Landesvorstand
Dilek Kolat, MdA Berlin, SPD
Celal Altun, Berlin, Türkische Gesellschaft e.V.
Gerlinde Schermer, SPD Abteilungsvorsitzende
Silke Fischer, Berlin
Lars Buchholz, Bezirkssekretär IG Metall Jugend
Berlin-Brandenburg-Sachsen
Christoph Limbach
Harald Gindra, Bezirksverordneter Tempelhof-Schöneberg (DIE LINKE)
Prof. Dr. Detlef Joseph und Dr. Ursula Joseph
Inge Höger, MdB, DIE LINKE
Carsten Albrecht, aktiv bei der Linken in Berlin-Neukölln
Lotar Küpper, Aktion Freiheit statt Angst e.V.
Hans Canjé, Journalist, Berlin
dr. motte, Berlin
Sevim Dagdelen, MdB DIE LINKE
Ramin Agha Kazem Schirazi, Berlin
Paul Grasse, LAG Frieden und internationale Politik (LAG_FiP) der Partei
DIE LINKE, Berlin
Andrej Hunko, MdB DIE LINKE
Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung Tübingen
Matthias Geisthardt, SPD Friedenau
Tamara Siebenmorgen-Koch, Berlin
Organisationen, Vereine …:
bunte-liga-berlin e.V., AK „Marginalisierte – gestern und heute“,
Bundesausschuss Friedensratschlag, Kassel,
DIDF-Berlin, Antifaschsistisches Bündnis Süd-Ost (ABSO), Jusos Berlin,
Bezirksverband DIE LINKE Steglitz-Zehlendorf, Alternative Europa Liga
e.V., DIE LINKE. Berlin, Verband für interkulturelle Arbeit
Berlin/Brandenburg, Antifaschistische Initiative Moabit (AIM), Jusos
Tempelberg, VVN-BdA Berlin-Pankow e.V.,
Bezirksvorstand DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg, Antifa Hohenschönhausen
(AH), NaturFreunde Berlin,
AKL – Antikapitalistische Linke Berlin, Grüne Jugend Berlin,
Interkultureller Arbeitskreis der Evangelischen Kirche Neukölln,
Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG), SJ – Die Falken LV Berlin,
LAG Antifaschismus DIE LINKE Berlin, Berliner
arbeits-obdachlosen-mitmachzeitung querkopf e.v., Plattform gegen
Rassismus
Allmende e.V. -Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur,
Humanistischer Verband Deutschlands / Landesverband Berlin e.V., Antifa
Friedrichshain (AFH), IG Metall Jugend Berlin-Brandenburg, Netzwerk
Selbsthilfe e.V., Berlin, AG Migration der Berliner SPD, Türkische
Gesellschaft e.V., VVN-BdA Lichtenberg,
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., DIE LINKE. Neukölln, Die Linke
BO-Gesundbrunnen, Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal, ver.di,
Bezirk Berlin, ReachOut, Beratungsstelle für Opfer rechter,
rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin, DIE LINKE.
Potsdam-Mittelmark, Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V.
Daad, Band, Berlin, Aktion Freiheit statt Angst e. V., SPD
Tempelhof-Schöneberg, CLOF e.V., Projektleitung United Nation Festival –
Friedensfestival, Flüchtlingsrat Berlin e.V., Lichtenberger Bündnis für
Demokratie und Toleranz, VVN-VdA e.V. (ehem. Westberlin), Autonome
Neuköllner Antifa, VVN-BdA Brandenburg, Avanti – Projekt undogmatische
Linke, Gruppen der Friedenskoordination Berlin, Kreisverband Potsdam DIE
LINKE, BO Drewitz DIE LINKE, DKP queer, MLPD Berlin, Interkulturelles
Haus Schöneberg, dielinke. SDS, internationale sozialistische linke
(isl) Berlin, Landesvorstand der Partei DIE LINKE in Bremen,
Migrationsausschuss der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, AG
Schwusos Berlin, ZAKA in Deutschland e.V., HaSfO e.V., DGB Jugend
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Kundgebung 26.06.10 vor dem Landesparteitag der SPD: Residenzpflicht
abschaffen! Bewegungsfreiheit – Für Alle!
Die Residenzpflicht für Flüchtlinge in der Bundesrepublik
stellt eine der weitreichendsten Schikanen im Rahmen des Aufenthalts-
und Asylverfahrensgesetzes dar. Sie besagt, dass sich Flüchtlinge nur in
ihren Landkreis aufhalten dürfen. Diese Verpflichtung wird mit der
angeblichen Notwendigkeit begründet, jederzeit für die involvierten
Behörden greifbar sein zu müssen. Defacto bedeutet sie für Flüchtlinge,
über Jahre an Bewegungsfreiheit gehindert zu werden und sich immer
wieder der demütigenden Prozedur der Beantragung eines sogenannten
„Urlaubsscheines“ unterwerfen zu müssen, wenn sie ihren Landkreis
verlassen wollen. Die Bewilligung ist völlig von der Willkür der
zuständigen Ausländerbehörde abhängig.
Wer sich das Recht auf spontane Ausflüge, auf unkontrollierte Besuche
bei AnwältInnen und Beratungsstellen, auf freie politische Betätigung
bundesweit und überhaupt auf Bewegung ohne Genehmigung nicht nehmen
lassen will, oder wer keine Verlassenserlaubnis bekommt, aber trotzdem
fährt, lebt in ständiger Angst vor Polizeikontrollen und der
anschließenden strafrechtlichen Verfolgung. Keine andere
Ordnungswidrigkeit wird bei Wiederholung eine Straftat – keine Straftat
könnte gesamtgesellschaftlich lächerlicher, individuell aber
verheerender sein. Flüchtlinge haben kein Bargeld für Geldbußen und
dürfen nicht „kriminell“ sein, wenn sie einen dauerhaften Aufenthalt
wollen. Durch die Residenzpflicht schafft sich der Staat seine
Abschiebegründe und rassistisch interpretierbare
Kriminalitätsstatistiken selbst!
Rot-Rot in die Hacken treten!
In Berlin und Brandenburg brüsteten sich SPD und Linkspartei 2009 in
ihren Koalitionsverträgen mit einer antirassistischen Ausrichtung
rot-roter Bündnisse: Die Residenzpflicht werde abgeschafft, zumindest
zwischen beiden Bundesländern, hieß es vollmundig. Ein halbes Jahr
später wird zurückgerudert. Brandenburg hat angekündigt, landesintern
die Residenzpflicht für asylsuchende Ausländer aufzuheben, die sich ab
Juli hoffentlich von Kunersdorf bis Potsdam frei bewegen können.
Berlins Innensenator Körting hat eine Bundesratsinitiative zur
Residenzpflicht angekündigt. Für Asylsuchende soll eine rechtliche
Möglichkeit geschaffen werden, einen Residenzpflichtbezirk auch zwischen
zwei Bundesländern einzurichten. Im Grundsatz halten Berlin und
Brandenburg jedoch an der Residenzpflicht für Asylsuchende fest.
Kommt am 26. Juni um 8.30 Uhr zur Kundgebung vor dem
Landesparteitag der SPD im Berliner Kongresszentrum am Alexanderplatz
und fordert mit uns die
Beendigung der Kriminalisierung von Flüchtlingen!
Abschaffung der Residenzpflicht – nicht nur zwischen Berlin und
Brandenburg – sondern auch bundesweit – und für alle Betroffenen!
Initiative gegen das Chipkartensystem
UnterstützerInnen:
Antifa Friedrichshain
Bündnis gegen Lager
FelS (Für eine linke Strömung)
Flüchtlingsrat Brandenburg
Flüchtlingsrat Berlin
JUSO Hochschulgruppe Berlin
Flüchtlingsinitiative Berlin/Brandenburg
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Bayern: CSU und FDP setzen empörenden Kompromiss durch
Nach langen Verhandlungen hat die Regierungskoalition aus CSU und FDP einen Kompromiss zur Zukunft der rigiden bayerischen Lagerpflicht für Flüchtlinge beschlossen.
Demnach sollen Flüchtlinge 4 Jahre nach Abschluss des Asylerstverfahrens aus den Flüchtlingslagern ausziehen dürfen. Daraus werden inklusive der Zeit des Asylerstverfahrens regelmäßig 6 bis 8 Jahre. Zwar dauern die Asylerstverfahren laut Angaben des Innenministeriums in Bayern durchschnittlich nur 7,1 Monate. Dies resultiert jedoch daraus, dass besonders Flüchtlinge aus Somalia oder ChristInnen aus dem Irak innerhalb weniger Wochen als Asylberechtigte anerkannt werden. Bei allen anderen dauern die Verfahren zwischen 2 und 4 Jahren.
Besonders zu kritisieren ist der Kompromiss für seine Ausschlussklauseln:
*Vorstrafen: Flüchtlinge mit Vorstrafen von mehr als 90 Tagessätzen unterliegen weiterhin ohne zeitliche Begrenzung der Lagerpflicht. Solche Vorstrafen haben sehr viele Flüchtlinge durch die Verletzung der Residenzpflicht, die es ihnen bei Strafandrohung von bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe verbietet, ihren Landkreis zu verlassen. Auch der Aufenthalt in Deutschland ohne Reisepass wird mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft, obwohl es in vielen Staaten der Welt (z.B. China, Iran oder Äthiopien) kein individuelles Recht auf einen Reisepass gibt.
*Identitätsprüfung: Flüchtlinge, die nicht hinreichend an der Klärung ihrer Identität mitgewirkt haben, müssen ebenso in den Flüchtlingslagern bleiben. Die große Mehrheit der geduldeten Flüchtlinge hat in ihrer Duldung den Vermerk „Die Personalangaben beruhen auf den eigenen Angaben der Inhaberin/des Inhabers“. Da sie keinen Pass vorlegen konnten, wird ihnen unterstellt, nicht hinreichend an der Klärung ihrer Identität mitgewirkt zu haben.
Mit disem mangelhaften Kompromiss werden lediglich die die Probleme der Koalition, nicht aber die Probleme der Flüchtlinge gelöst.Er steht im vollen Widerspruch zu den Ergebnissen der ExpertInnenanhörung im Bayerischen Landtag und ändert kaum etwas an der jahrelangen menschenunwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern. Die Mehrheit der Flüchtlinge wird weiterhin ohne jegliche Perspektive in den Flüchtlingslagern untergebracht, nur eine verschwindende Minderheit darf nach langen Jahren ausziehen. Dieser Koalitionskompromiss ist in unseren Augen einfach empörend. Gerade darum heißt es jetzt: weiterkämpfen für ein Bayern ohne Lager.
Weitere Informationen unter:
www.fluechtlingsrat-bayern.de. Dort finden Sie, unter anderem, den vollständigen Antrag der Koalition, sowie die Leitlinien für Mindeststandards für Flüchtlingslager in Bayer
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ABSCHIEBUNGEN NACH SYRIEN STOPPEN!
Syrien-Kampagne 2010
Bayerischer Flüchtlingsrat:
Durch das Abschiebeabkommen, welches die deutsch Bundesregierung 2008 mit der Arabischen Republik Syrien geschlossen hat und das Anfang 2009 in Kraft getreten ist, muss in diesem Jahr mit zahlreichen Abschiebungen nach Syrien gerechnet werden. Es ist das erste Abkommen, das Deutschland mit einem dezidierten Folterstaat geschlossen und als solches ein Skandal. 7000 Menschen sind von diesem Abkommen in Deutschland potenziell betroffen und leben seither in Angst vor der Abschiebung in einen Unrechtsstaat.
Wir können und dürfen dem nicht tatenlos zusehen. Wir fordern einen sofortigen Stopp der Abschiebungen, eine sofortige Aussetzung des Abkommens und Bleiberecht für die Betroffenen. Daher starten wir in diesem Jahr eine große Syrien-Kapagne. Dabei arbeiten wir mit vielen Menschrechtsorganisationen und AktivistInnen in ganz Deutschland zusammen und haben bereits erste Aktionen durchgeführt. So fand am 27.01. eine erste Protestaktion im Berliner Regierungsviertel mit rund 100 Beteiligten statt. Außerdem rufen wir noch immer dazu auf, sich an unserer Mailaktion gegen Syrien-Abschiebungen zu beteiligen. Natürlich können wir jedes weitere Engagement brauchen und freuen uns immer über neue AktivistInnen.
Weitere Informationen unter: http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/start.html
Zum Hintergrund:
Am 03.01.2009 ist das „Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Arabischen Republik Syrien über die Rückführung von illegal aufhältigen Personen“ in Kraft getreten. Syrische Staatsangehörige, Staatenlose und Drittstaatenangehörige, die einst in die Bundesrepublik Deutschland kamen, um Zuflucht vor Verfolgung, Haft und Folter zu finden, müssen seither mit der Angst vor der Abschiebung in den syrischen Folterstaat leben.
Rund 7000 „Geduldete“ sind in Deutschland von diesem Abkommen potentiell betroffen. Sie alle müssen mit ihrer Abschiebung rechnen. Diese würde sie zwingen, in einen Staat zurückzukehren, der für sie vor allem eines bedeutet: Angst um das eigene Leben. Diese Angst ist bei Weitem nicht unbegründet oder übertrieben. Bisher sind bereits drei Fälle offiziell bekannt geworden, in denen Personen unmittelbar oder kurz nach ihrer Abschiebung in Syrien inhaftiert wurden. Der Kurde Khalid Kenjo befindet sich seit seiner Abschiebung am 1.September 2009 bis heute in Haft. Ihm soll nun wegen angeblicher Verbreitung "falscher Nachrichten über den syrischen Staat im Ausland" ein Prozess gemacht werden. Um die körperliche und psychische Unversehrtheit dieser Menschen herrscht nun große Sorge, denn der Umgang des Folterstaates mit seinen Gefangenen ist inhuman und entspricht in keiner Weise dem eines Rechtsstaates. Auch die Lebenssituation von Staatenlosen in Syrien ist prekär, denn keine der beiden UN-Konventionen zum Schutz von Staatenlosen wurden von diesem Staat ratifiziert.
Die Folgen, die dieses Abkommen für betroffene Flüchtlinge hat, sind also drastisch und nicht wegzudiskutieren. Auch das Bundesinnenministerium hat dies mittlerweile erkannt. Es hat das Bundesamt für Migration und Flucht in einer Stellungnahme gebeten, vorläufig keine Asylanträge syrischer Flüchtlinge als "offensichtlich unbegründet" abzulehnen und die Entscheidung über Asylfolgeanträge von syrischen Asylsuchenden vorerst auf Eis zu legen. Einen offiziellen Abschiebestopp gibt es jedoch noch immer nicht. Auch die dementsprechenden Anträge der Grünen-, LINKEN- und SPD-Fraktionen im Bundestag wurden bisher abgelehnt. Für die Flüchtlinge bedeutet dies auch weiterhin keine Sicherheit und belässt sie in dem unsäglichen Zustand der Angst.
Die meisten Betroffenen leben bereits seit vielen Jahren in Deutschland. Ihre Kinder sind hier geboren, sind hier aufgewachsen und gehen hier zur Schule. Nun müssen sie damit leben, jederzeit nach Syrien und damit in eine unsichere Zukunft abgeschoben zu werden. Die Bundesrepublik Deutschland muss sich dafür verantworten, möglicherweise tausenden Menschen ein Leben in Sicherheit und Würde zu verwehren und sie stattdessen in einen Folterstaat abzuschieben.