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Initiative freedom roads!: Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformance in Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne

P R E S S E M I T T E I L U N G
15.12.2011

 

 

Die Begehung “Kasernenechos: Widerstand und Widerhall”, die am 9.12. anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in Hamburg-Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot abgebrochen.

Den Veranstaltern droht nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und wegen einer “unangemeldeten Demonstration”.

Im so genannten „Tansania-Park“ und auf dem Gelände der heute frei zugänglichen ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeld hatten sich ca. 40 Menschen, unter ihnen Politiker aus Bezirk und Stadt, zu einer performativen Begehung in 14 Szenen eingefunden. Die veranstaltende Initiative freedom roads! wollte kritisch an den deutschen Kolonialismus erinnern und den Widerstand der afrikanischen Bevölkerung würdigen.

Mit Wasser und Asche, Verhüllung und Offenlegung, Flüsterung und Aufforderung, mit lebenden Skulpturen und „weißen Flecken der Erinnerung“ rückten sie den NS-Kolonialdenkmälern zu Leibe und kreierten Momentaufnahmen einer würdevollen postkolonialen Erinnerungskultur. Die gemeinsame Kunstaktion von Tansaniern und Deutschen forderte die Stadt Hamburg, seit dem letzten Jahr Partnerstadt von Dar es Salaam in Tansania, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem kolonialen Erbe auf.

“Wer einen umzäunten Kleingarten mit Nazi-Kolonialdenkmälern als ‚Tansania-Park’ bezeichnet“, so der Tansanier M.S. Mboro, „ist respektlos und verhöhnt die zahlreichen Opfer des deutschen Kolonialregimes. Ich bin schockiert darüber, dass bis heute Häuser nach Kriegs- und Kolonialverbrechern wie Lettow-Vorbeck, Wissmann und Trotha benannt sind.

Wie kann es sein, dass die ‚Schutztruppen-kommandeure’ ‚Deutsch-Ostafrikas’ hier noch immer mit wuchtigen Terrakotta-Porträts geehrt werden?”

Erst 2003 wurde der „Tansania-Park“ mit den zwei Reliefs des „Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmals“ angelegt und inszeniert. Aus dem Beirat, der ein erinnerungskulturelles Konzept erarbeiten sollte, traten mehrere kolonialkritische ExpertInnen unter Protesten aus. Der kleine Rest des fachlich überforderten Beirats hat nun ein fragwürdiges Tafeltext-Exposé erarbeitet, das der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial kürzlich kritisierte. Der Arbeitskreis reagierte mit einer Reihe von Alternativvorschlägen, die postkoloniales Erinnern und Globales Lernen in Hamburg-Jenfeld ermöglichen sollen. „Das vom Beirat vorgelegte Exposé“ so die bildende Künstlerin HMJokinen, „kann dies jedenfalls nicht leisten, denn es ist eurozentrisch und lässt zudem das Denkmal- und Bauensemble als Ganzes außen vor.“

Der Historiker Christian Kopp fügt an: “Stadt und Bezirk sollten nun endlich allen interessierten Fachleuten – vor allem aus Tansania und aus Hamburgs Black Community – ermöglichen, an einem umfassenden postkolonialen Konzept für das denkmalgeschützte Bauensemble mitzuwirken.“

Während der Performance benannten die Teilnehmenden den „Kleinen Exerzierplatz“ symbolisch in „Mohamed-Husen-Platz“ um – in Erinnerung an den Kindersoldaten der deutschen „Schutztruppe“ in Ostafrika, der später nach Deutschland kam und von den NS-Rassisten im KZ Sachsenhausen ermordet wurde. Gerade bei dieser temporären „Umbenennung“ wurde die Performance von der Polizei jäh unterbrochen. Die Einsatzkräfte waren von Studierenden der benachbarten Bundeswehrhochschule – den heutigen Bewohnern der Gebäude – herbeigerufen worden. Die gleich mit mehreren Fahrzeugen anrückende Polizei drohte den Veranstaltern ein Strafverfahren an.

Kontakt:
Christian Kopp
Initiative freedom roads!
info@freedom-roads.de
Tel.: 01799100976


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AUFRUF ZUR DEMO: Bündnis gegen Rassismus, 10. Dezember 2011, Berlin

AUFRUF ZUR DEMO: Bündnis gegen Rassismus

•    Termin: Samstag, den 10. Dezember 2011 (Internationaler Tag der Menschenrechte)
•    Auftakt: 11 Uhr, Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz –  Marx-Engels Forum
•    Ende: 13:30 Uhr, Platz des 18. März

Jetzt auf die Straße gehen!

Enver Şimsek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat wurden zwischen 2000 und 2006 von Neofaschisten kaltblütig ermordet.

Es ist an der Zeit Tacheles zu reden!

Die Tatsache, dass hinter den Morden die „rechtsextremistische“ Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) stand, wird von Politiker_innen dazu genutzt, das Problem des Rassismus einmal mehr auf extremrechte Randgruppen zu verweisen.

Eine mörderische Verflechtung aus Neonazis und Sicherheitsorgane konnte ungestört ihr Unheil treiben, ohne dass es nach rechtsextremen und rassistischen Hintergründen ermittelt wurde.
Um Rassismus als Alltagsphänomen zu erkennen, muss sich mit den Strukturen auseinandergesetzt werden, die dieses ermöglichen und still schweigend auf Kosten von Anderen ausgelebt werden.

Während die Bundes- und Landesregierung anhand der Extremismusklausel, Maßnahmen gegen den vermeintlichen linken oder islamistischen Terror verabschiedet, werden Menschen in Deutschland aus rassistischen Gründen ermordet. Aus diesem Hintergrund dient die angemahnte Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gegen „Extremisten“ dazu, Rassismus zu einem Problem von Einzeltätern abzustufen.

Wir wollen Gegenwehr gegen diese Politik!

Nicht nur die Politiker_innen haben versagt, sondern der Staat und sein ganzer Apparat. Der institutionelle Rassismus herrscht in den Fluren der Verwaltungen, der alltägliche Rassismus drückt sich in unserer Sprache und unseren Denkstrukturen aus. Rassismus hat nicht erst mit den Morden der NSU begonnen, seine Wurzeln sind tief in den Köpfen verankert.

Es besteht Handlungsbedarf!

Wir wehren uns gegen Entsolidarisierung und Spaltung, gemeinsam können wir uns organisieren!

NEIN zu RASSISMUS und  SOLIDARITÄT mit den Opfern!

Schluss mit dem institutionellen Rassismus! Schluss mit dem alltäglichen Rassismus!

Mischen Sie sich ein, denn Rassismus geht uns alle an!

Beteiligt euch auch an der Demo!

Wir werden als Symbol für Trauer und Widerstand eine weiße Armbinde tragen.

Ansprechpartnerin: Sanchita Basu

Andere Veranstaltungen am Internationalen Tag der Menschenrechte:

Internationale EU-Roma-Konferenz im Abgeordnetenhaus, 09:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Demonstration zum Abschiebeknast Berlin-Grünau, 15 Uhr, S-Bhf Spindlersfeld
Demonstration gegen die Menschenrechtsverletzungen in Iran, 15 Uhr am Brandenburger Tor


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Abschiebehaft auf dem Flughafen BBI verhindern! Abschiebeknast Grünau schließen! – Demonstration zum Abschiebeknast Grünau am 10. Dezember 2011

Abschiebehaft auf dem Flughafen BBI verhindern! Abschiebeknast Grünau schließen! – Demonstration zum Abschiebeknast Grünau am 10. Dezember 2011

Seit 1993 ist das Recht auf Asyl in Deutschland praktisch abgeschafft. Um 10.000 Abschiebungen pro Jahr sicherzustellen, wird massenhaft „polizeiliche Abschiebehaft“ angeordnet. Neben dem Abschiebeknast Berlin-Grünau, der 1994 eingerichtet wurde, soll nun im Transitbereich des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) in Schönefeld eine weitere Haftanstalt gebaut werden. Unsere Demonstration am 10. Dezember richtet sich gegen das System der Abschiebehaft und gegen den Neubau auf dem BBI. Wir wollen uns mit einer großen Kundgebung vor dem Abschiebegefängnis Grünau mit den Inhaftierten solidarisieren.

:: Das System Abschiebehaft ::
In der Abschiebehaft werden Menschen eingesperrt, die keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland besitzen. Die Haftanträge der Ausländerbehörden werden von den Amtsgerichten routiniert bestätigt – ein Recht auf anwaltliche Unterstützung gibt es nicht. Die Haft kann auf bis zu 18 Monate verlängert werden, wenn die Häftlinge den Behörden nicht helfen ihre eigene Abschiebung zu befördern. Faktisch handelt es sich bei der Abschiebehaft um eine Inhaftierung ohne Strafverfahren – um Haft ohne Straftat.
Abschiebehaft ist die konsequente Fortführung des gesellschaftlichen Ausschlusses von Migrant_innen und Flüchtlingen. Durch rassistische Sondergesetze werden Beschränkungen in allen Lebensbereichen auferlegt: Ein undurchsichtiges Netz von Gesetzen und Länderverordnungen, die durch Willkür und Entrechtung Migrant_innen abschrecken und ihren Zuzug verhindern sollen. Nach den Pogromen gegen Flüchtlingsunterkünfte vor 20 Jahren wurde dem Standortnationalismus mit der Grundgesetzänderung 1993 (dem sog. Asylkompromiss) in Richtung „Bedarfsorientierte Zuwanderung“ Rechnung getragen. Nicht mehr das Recht auf Asyl, sondern die Verwertbarkeit für die deutsche Wirtschaft steht im Vordergrund. Durch die EU-Osterweiterung, eine damit einhergehende europäisierte Abschottungspolitik und die sog. „Drittstaatenregelung“ wird es für Flüchtlinge immer schwieriger, die Bundesrepublik zu erreichen. So konnten letztes Jahr mit 41.332 Asylanträgen gerade einmal ein Zehntel derer von 1992 gestellt werden.

:: Berlin und Brandenburg bauen einen neuen Abschiebeknast ::
Großbaustelle Flughafen BBI: Was für viele das neue Tor in den Urlaub ist, soll für andere zum exterritorialen Endpunkt ihrer Flucht werden. Denn wie erst im Oktober bekannt wurde, soll auf dem neuen Großflughafen ein Abschiebeknast mit 30 Haftplätzen gebaut werden. Dieser ist eine späte Folge des Gesetzespakets von 1993, das beschleunigte Asylverfahren für fünf internationale Flughäfen vorsah und nun von Berlin und Brandenburg umgesetzt wird. Im sog. Flughafenverfahren werden über die Asylanträge von ankommenden Flüchtlingen bereits im Transitbereich entschieden. Nach einem außergerichtlichen Schnellverfahren soll ein Großteil der Flüchtlinge wieder abgeschoben werden. Als „hastig, unfair, mangelhaft“ bezeichnet Pro Asyl die jährlich rund 300 Flughafenverfahren auf dem Flughafen Frankfurt am Main.
Hand in Hand mit der Bundesregierung forcieren Berlin und Brandenburg auf dem BBI nicht nur den Ausbau des rechtlich umstrittenen Flughafenverfahren, sondern außerdem auch die Teilprivatisierung von Knästen. Denn mit der Versorgung und Betreuung wurde die Sicherheitsfirma B.O.S.S. beauftragt, die schon für den Abschiebeknast und die Zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (ZAST) in Eisenhüttenstadt zuständig ist.

:: Abschiebeknast Grünau ::
Wie das System Abschiebehaft in Berlin umgesetzt wird, kann man im Abschiebeknast Grünau beobachten: Enge Zellen, miserable Versorgung, kaum Beschäftigung, stattdessen verordnetes Nichtstun. Zwar dürfen Handys benutzt werden, doch es fehlt an Geld für Telefongespräche, für die notwendigen Anwält_innen oder für Bücher und Anderes, um die erdrückende Langweile zu überbrücken. Besonders perfide hieran ist, dass jeder Tag im Knast die Häftlinge 65,26 Euro kostet. Dieser Betrag – zusammen mit den Kosten für die Abschiebung – ist von den ehemaligen Häftlingen zu begleichen, sollten sie noch einmal in die BRD einreisen. Ist eine erneute legale Einreise ohnehin nahezu unmöglich, wird sie so auch noch unbezahlbar.
Skandalös ist auch die medizinische Versorgung in der Berliner Abschiebehaft: Schwerkranke werden erst nach langen Verzögerungen behandelt, Menschen mit gefährlichen Infektionskrankheiten teilen Zellen mit gesunden Häftlingen und Suizidgefährdete werden in Einzelzellen isoliert, was die Suizidgefahr deutlich erhöht. Was auf den ersten Blick nach bedauerlichen Mängeln aussieht, hat Methode: Im Knast gibt es kein unabhängiges medizinisches Personal, sondern lediglich den polizeiärztlichen Dienst, dessen Hauptaugenmerk nicht auf der Gesundheit der Häftlinge, sondern auf deren „Reise- und Verwahrfähigkeit“ liegt.
Viele der hier genannten Punkte bemängelte auch die Länderkommission zur Verhütung von Folter im Oktober 2011. Das Ziel kann jedoch nicht die graduelle „Verbesserung“ oder die „Humanisierung“ des menschenverachtenden Systems der Abschiebehaft sein, sondern nur dessen ersatzlose Abschaffung. Statt sich für die Abschaffung der Abschiebehaft im Bund einzusetzen und bis dahin zumindest auf Landesebene nach Regelungslücken zu suchen (wie es in Rheinland Pfalz von rot-grün zumindest diskutiert wird) lässt sich Berlin die Haft was kosten: In Grünau werden gerade 18 Personen festgehalten, bei einer Gesamtzahl von 214 Haftplätzen und 192 Mitarbeiter_innen.

:: Widerstand im Knast::
Immer wieder gibt es Widerstand von Inhaftierten in Grünau. Zuletzt in die Öffentlichkeit geriet der Fall von Victor Atoe. Wie er treten immer wieder Abschiebehäftlinge in Hungerstreik oder sehen sich dazu gezwungen, sich selbst zu verletzen, um eventuell aus der Haft entlassen zu werden. Im Sommer 2005 kam es zu kollektiven Widerstandsaktionen, zeitweise verweigerten mehr als 60 Insassen das Essen in der Haftanstalt. Die Antirassistische Initiative Berlin dokumentierte innerhalb dieses dreimonatigen Streiks 44 Selbstverletzungen, darunter Suizidversuche. Der Haftalltag ging regulär weiter, Häftlinge kamen in Isolierzellen und wurden abgeschoben.

:: Solidarität!::

Mit der Demonstration richten wir uns gegen Abschiebehaft und den Ausbau des Flughafenverfahrens. Solidarisch sein kann neben der Demo auch heißen, den Inhaftierten den Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, die sie für ein schnelles Rauskommen benötigen: Geld für Anwält_innen, Handy und Gesprächsguthaben, aber auch Bücher und DVD’s, um die Langweile zu überbrücken und nicht an den Bedingungen kaputt zu gehen. Wir rufen deshalb auf, regelmäßig Geld oder Sachspenden (funktionsfähige Handys, Telefonkarten, Bücher, DVD’s in den Sprachen der Inhaftierten) bei der Initiative gegen Abschiebehaft abzugeben. Mit unserem Protest reihen wir uns auch in den gegen weitere migrations- und sicherheitspolitische Verschärfungen ein, wie sie am 8. und 9. Dezember in Wiesbaden auf der 193. Innenministerkonferenz in die Wege geleitet werden sollen. Auch Silvester wollen wir mit einer Kundgebung vor dem Abschiebeknast ziehen, um unserer Wut und Solidarität Ausdruck zu verleihen.

 

Infoveranstaltung: Freitag, 2. Dezember 2011, 18 Uhr, K9 (Kinzigstr. 9) Veranstaltung zur Abschiebehaft und dem neuen Abschiebeknast auf dem BBI

Demonstration zum Abschiebeknast Grünau: Samstag, 10. Dezember 2011, 15 Uhr S-Bhf Spindlersfeld:
Mit: Krach und Musik gegen den Abschiebeknast, Grüße nach Drinnen und Draußen, Wunschdisco und Polit-Projektionen, Vokü und Getränke, Aktionen und Infos, Live-Act.

Geldspenden können überwiesen werden werden an:
Name: Flüchtlingsrat Berlin
Verwendungszweck: „In den Knast“

Kto. Nr.: 311 68 03
BLZ: 100 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft)


Anarchist Black Cross Berlin

Antifa Friedrichshain
Antirassistische Initiative Berlin >> DokumentationsStelle < <
Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost (ABSO)

Autonome Antifa Berlin (A2B)
Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal!
Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg
Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG)
FelS
Initiative gegen Abschiebehaft
Initiative ausbrechen
Initiative gegen das Chipkartensystem
Kampagne Zusammen Handeln

Naturfreundejugend Berlin
Refugees Emancipation
die Sozialistische Jugend – die Falken LV Berlin
Wolf-Dieter Narr


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Es reicht! Breites Bündnis gegen Rassismus gegründet.

INFORMATIONEN FÜR PRESSE,FUNK UND FERNSEHEN

Es reicht! Breites Bündnis gegen Rassismus gegründet.

Berlin, den 30.11.2011: Der Migrationsrat lud am 29.11.2011 verschiedene Organisationen und Einzelpersonen zur Gründung eines Bündnisses gegen Rassismus ein. Es kamen über 100 Vereine und Einzelpersonen zusammen und beschlossen eine Demonstration am 10.12. zum internationalen Tag der Menschenrechte zu organisieren (Auftakt: 11:00 Uhr Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz).

Anlass war die Mordserie an Menschen mit türkischem und griechischem Migrationshintergrund in Deutschland, die durch die Medien mit entmenschlichenden und rassistischen Begriffen wie z.B. „Döner-Morden“ bekannt wurden.

Der Umgang mit diesen Morden zeigt, wie sehr Rassismus in der Mitte der Gesellschaft vorherrscht und geduldet wird. Die Tatsache, dass hinter den Morden die „rechtsextremistische“ Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) stand, wird von Politiker_innen dazu genutzt, das Problem des Rassismus einmal mehr auf extremrechte Randgruppen zu verweisen. Um Rassismus als Alltagsphänomen zu erkennen, muss sich mit den Strukturen auseinandergesetzt werden, die dieses ermöglichen und still schweigend auf Kosten von Anderen ausgelebt werden.

Während die Bundes- und Landesregierung aus Angst heraus anhand der Extremismusklausel, Maßnahmen gegen den vermeintlichen linken oder islamistischen Terror verabschiedet, werden Menschen in Deutschland aus rassistischen Gründen ermordet.

„Der demütigende Umgang mit den Opfern, das Versagen der Polizei, die ungeklärten Verstrickungen des Verfassungsschutzes und der NPD, die Überheblichkeit der Wissenschaft und die Art und Weise der Berichterstattung wurden vom Bündnis angeprangert“, berichtete Frau Sanchita Basu, Mitglied des Vorstandes des mrbb.

Das Bündnis organisierte sich in verschiedenen Arbeitsgruppen zur Planung der Demonstration und weiterer Aktivitäten im Jahr 2012.

Der Migrationsrat fordert eine breite gesellschaftliche Debatte über institutionellen und alltäglichen Rassismus und seine verschiedenen Manifestationen.

Ansprechpartnerin: Sanchita Basu


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NaturFreunde Internationale: „Gemeinsam Natur (er)leben“: Neues „Migrationshandbuch“ der Naturfreunde erschienen

Presseaussendung | Naturfreunde Internationale

Das Nachmachen und Kopieren ist ausdrücklich erwünscht: Das Handbuch „Gemeinsam Natur (er)leben“ der Naturfreunde Internationale (NFI) stellt nicht nur Integrationsprojekte der Naturfreundebewegung und anderer Vereine aus insgesamt fünf Ländern vor, sondern möchte generell zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ermutigen, MigrantInnen aktiv anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.

Präsentiert wurde die Broschüre im Rahmen des Naturfreunde-Kongresses in Graz. Es geht darin um Grundsätze und Beispiele für interkulturelles Arbeiten im Umweltbereich. Sowohl die Nord-Süd-Partnerschaften der NFI als auch solidarisches Handeln in Europa werden vorgestellt.

„Dieses Handbuch soll Naturfreundinnen und Naturfreunde motivieren, über Zusammenhänge von Klimawandel und Migration zu diskutieren und sich aktiv für Integration zu engagieren. Deshalb haben wir Aktivitäten und Projekte ausgesucht, von denen man sich etwas abschauen kann“, erklärt Dr. Christian Baumgartner, Generalsekretär der NFI. „Wir stellen vor, wie Naturfreunde bereits in ihren Ortsgruppen Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen und gemeinsam Projekte verwirklichen“, so Dr. Margit Leuthold vom ExpertInnenbeirat.

Die Broschüre „Gemeinsam Natur (er)leben“ ist dreisprachig (D/E/F) erschienen und steht auf der NFI-Website als Download bereit: www.nf-int.org/migrationshandbuch

Rückfragen und Kontakt:

Karin Chladek

Naturfreunde Internationale (NFI)


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Pro Asyl: Für eine neue Bleiberechtsregelung

Noch immer leben hierzulande 75.000 Menschen, die auch nach sechs Jahren in Deutschland keine gesicherte Aufenthaltsperspektive haben – Menschen, die gezwungen sind, ein Leben auf Abruf zu führen – und das trotz mehrerer Bleiberechtsregelungen.

PRO ASYL wendet sich deshalb mit einer E-Mail-Aktion an alle zuständigen Landesministerien und fordert die Verantwortlichen Politikerinnen und Politiker auf, sich zur Innenministerkonferenz am 8. und 9.Dezember für eine neue, wirksame und dauerhafte Bleiberechtsregelung einzusetzen. Machen Sie mit! Fordern sie die Ministerien auf, den vielen in Deutschland nur geduldeten Menschen endlich eine Zukunftsperspektive zu bieten! 


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The VOICE Refugee Forum Jena: Tod von Michael Kelley in Gerstungen – Lager gefährden Leben

Pressemitteilung von The VOICE Refugee Forum Jena & Break Isolation!‐Bündnis
Jena, 12.10.2011

Tod von Michael Kelley in Gerstungen – Lager gefährden Leben

Vor rund drei Wochen ist im Isolationslager Gerstungen ein 37‐jähriger, vermutlich aus Liberia stammender Flüchtling in seinem Zimmer gestorben. Erst Tage nach seinem Tod wurde die Leiche aufgrund des Verwesungsgeruchs gefunden. Flüchtlinge berichten, dass sie beim Eintreffen gerufener Ärzte ohne hygienische Vorsichtsmaßnahmen die Leiche aus dem Zimmer ins Freie tragen mussten. Die Menschen im Lager sind schwer traumatisiert und leiden zudem oft selber unter chronischen Erkrankungen aufgrund der schlechten Bedingungen in dem vom Landratsamt Wartburgkreis betriebenen Lager. Es gab von Seiten der Lagerleitung oder Behörden keinerlei Antworten auf Fragen der Flüchtlinge. Manche Flüchtlinge, die psychologische Betreuung aufsuchten, wollten nicht mehr in das Lager zurückkehren.

Auf tragische Weise wurde hiermit einmal mehr bewiesen, wie dringlich die Schließung der Isolationslager ist. Menschen werden von nötiger medizinischer und psychologischer Betreuung ferngehalten, von grundlegenden Elementen gesellschaftlicher Teilhabe isoliert und sie werden in Abhängigkeit von der Information oder Nicht‐Information durch die Lagerleitung bzw. Sozialbetreuung gehalten, was große Unsicherheit und oft Einschüchterung erzeugt. In Gerstungen traut sich aufgrund der einschüchternden Atmosphäre kein einziger Flüchtling mehr, vor der Kamera von Fernsehteams zu sprechen. Die Anwesenheit des Hausmeisters bei Gesprächen mit BesucherInnen sorgt meist für ängstliches Schweigen. (http://thevoiceforum.org/node/2279)

BREAK ISOLATION!

Alle Flüchtlingslager schließen! Residenzpflicht abschaffen!
Kundgebung & Demonstration am 22. Oktober 2011 in Erfurt

Das The VOICE Refugee Forum Jena veranstaltet zusammen mit dem Break Isolation!‐Bündnis am 22.Oktober 2011 einen Aktionstag in der Erfurter Innenstadt. Es wird ab 10 Uhr auf dem Anger eine Kundgebung stattfinden und im Anschluss eine Demonstration, die um 14 Uhr am Erfurter Hauptbahnhof startet.
Als selbstorganisiertes Flüchtlingsnetzwerk ist The VOICE seit mittlerweile 17 Jahren erfolgreich aktiv gegen Entrechtung, Isolation und Freiheitsberaubung durch die deutschen Behörden. Der Mittelpunkt der Arbeit bleibt stets der Kampf um Selbstbestimmung und die kontinuierliche öffentliche Präsenz der Stimme der Flüchtlinge. Hierdurch konnten allein in Thüringen viele Isolationslager geschlossen, Abschiebungen verhindert und Strafandrohungen wegen Verstößen gegen die Residenzpflicht durchkreuzt werden.

Am 22.10.2011 in Erfurt gemeinsam gegen Ausgrenzung und Unterdrückung!
Es werden FlüchtlingsaktivistInnen aus allen Lagern Thüringens gemeinsam mit Karawane‐AktivistInnen aus dem bundesweiten Netzwerk sowie vielen weiteren UnterstützerInnen auf die Straße gehen.
Wir rufen alle auf, den Widerstand der Flüchtlinge zu unterstützen!

Wir fordern die sofortige Schließung der Lager in Gerstungen, Breitenworbis und Zella‐Mehlis!
Residenzpflicht und Isolationslager müssen weg! Überall!

22. Oktober 2011, Erfurt
‐ ab 10 Uhr Dauerkundgebung, Ausstellung und Informationsmaterial auf dem Anger
‐ 14 Uhr Demonstration ab Hauptbahnhof

Kontakt/Info: +49 (0) 174 8474694
Pressesprecher: Miloud L Cherif, Flüchtlingsgemeinschaft Zella‐Mehlis, +49 (0) 176 99334119
The VOICE Refugee Forum Jena: Schillergäßchen 5 | 07745 Jena | thevoiceforum@gmx.de | thevoiceforum.org

Break Isolation!‐Bündnis: breakisolation.blogsport.de


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Petition an EU und Europarat gegen Antiziganismus

Forderungen an die Europäische Kommission zur Übergabe an den Europarat, das europäische Parlament, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen.
Petition: Die Pogrome, Übergriffe, Abschiebungen, Räumungen sowie Diskriminierungen und Kriminalisierungen von Minderheiten wie der Roma und Sinti in Europa endlich stoppen! Absichtsbekundungen nun Taten folgen lassen!

 

Immer wieder hat es in der Vergangenheit rassistisch motivierte Übergriffe und antiziganistische Hetze gegen Roma und Sinti in Europa gegeben. Nicht nur in den ärmeren Ländern Osteuropas, sondern auch in so genannten westlichen Demokratien wie Italien, Frankreich und Deutschland. Pogromartige Ausschreitungen hat es sowohl in Rumänien, Ungarn, der Slowakei oder derzeit in Bulgarien und in Tschechien gegeben. Aber auch Übergriffe in westeuropäischen Staaten sind keine Seltenheit. Dazu kommen Abschiebungen oder Räumungen, Repressionen und Zwangsmaßnahmen, die ebenfalls rassistisch motiviert sind und gegen universelle Menschenrechte aber auch die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU verstoßen. Konsequenzen oder Maßnahmen gegen Mitgliedsländer der EU die über Ankündigungen und Absichtserklärungen hinaus gingen, gab es dagegen aber kaum. Stattdessen hat sich die Situation weiter verschlechtert.

Nach wie vor lebt ein großer Teil der zehn bis zwölf Millionen Roma in Europa ausgegrenzt, ghettoisiert, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie im Bildungsbereich diskriminiert oder ausgeschlossen unter denkbar ungünstigsten sozioökonomischen Bedingungen. Diskriminierung, soziale Ausgrenzung und Segregation, denen die Roma ausgesetzt sind, verstärken sich dazu auch gegenseitig. Daraus resultieren ein niedriges Einkommensniveau, ein schlechtes Bildungsniveau und ein schlechter Gesundheitszustand, was wiederum eine höhere Sterblichkeit und eine geringere Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen zur Folge hat. Das alles ist nicht neu.

Trotzdem verschärft sich, wie immer in besonderen Krisenzeiten, der Ton der in Politik, Medien und Gesellschaft die propagandistische Begleitmusik für Ausgrenzung und Rassismus ist, weiter. Soziale Ungerechtigkeit und Armut werden manifestiert und Menschen auf ihre Nützlichkeit im Sinne ökonomischer Verwertbarkeit reduziert. Auch durch Institutionen der EU. Wer nicht mitspielen will oder kann, sich nicht anpasst oder unterordnet, wird stigmatisiert, diskriminiert und kriminalisiert. Die Suche nach Sündenböcken für alle gesellschaftlichen Probleme läuft gerade wieder auf Hochtouren. So können Ursachen von sozialen Problemen verschleiert, die Verantwortung für Fehlentwicklungen den Betroffen selbst zur Last gelegt und ein erhöhter Anpassungsdruck, Repressionen, Ausgrenzung und Zwangsmaßnahmen bis hin zu strukturellem und institutionellen Rassismus nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ legitimiert werden.

Bis heute haben weder europäische Regierungen noch die Europäische Union selbst wahrnehmbare, rechtlich verbindliche Konzepte, Strategien oder Handlungsoptionen gegen Rassismus und Antiziganismus vorgelegt. Lediglich Symbolpolitik, Absichtserklärungen und wirkungslose Programme wechseln sich mit dem Hin- und Herschieben politischer Zuständigkeiten ab. An der Umsetzung fehlt es zumeist ganz. Mehr noch: VertreterInnen aus Politik, Medien und Gesellschaft stellen Roma und Sinti mit ihren Äußerungen ebenfalls pauschal in eine kriminelle Ecke und tragen damit zur Stigmatisierung dieser Gruppe bei. Rassistisch motivierte Bilder, Klischees und Stereotype werden ungeniert transportiert und dankend von Neonazis, Rassisten und Rechtspopulisten übernommen. Dazu werden in historischer Kontinuität „Eigenschaften“ wie Kriminalität, Betteln, fehlende Hygiene, Kinderreichtum, Parallelgesellschaft oder
Wanderschaft konstruiert und pauschal (teilweise mit biologistischen Bezügen) einer ganzen Bevölkerungsgruppe zugeschrieben, mit deren Hilfe die Ausgrenzung und Diskriminierung von Sinti und
Roma bis heute reproduziert und fortgesetzt werden. Gerade diese Stigmatisierung und Diskriminierung
über die Ethnisierung und Kulturalisierung von Straftaten bzw. Kriminalität bilden auch den Nährboden für die derzeitigen Pogrome in Tschechien und Bulgarien. Aber auch die Abschiebungen von Roma und Sinti in Krisenregionen oder in Länder, in denen sie einer ungewissen, nicht selten existenzbedrohenden Zukunft entgegen gehen müssen, sind keine Ausnahmen, sondern Normalität.

Deshalb fordern wir alle Institutionen und Gremien der Europäischen Union dazu auf, die UN-Charta für Menschenrechte sowie die Antidiskriminierungsrichtlinie in rechtlich verbindlicher Form selbst umzusetzen sowie dies von Mitgliedsstaaten nachhaltig, nachvollziehbar und notfalls verbunden mit Sanktionen einzufordern. Weiterhin fordern wir:

  • Das Begriffskonstrukt „Rasse“ nicht nur in Gesetzen und Richtlinien kritisch zu kommentieren, sondern einer weiteren Manifestierung dieses zu Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen erfundenen Konstruktes durch Streichung entgegenzuwirken. Als Ersatz kann „rassistisch“ verwendet werden.
  • Eine wissenschaftlich fundierte und politisch unabhängige, abschließende Definition des Rassismusbegriffes, die den existierenden Macht-, Herrschafts- und Dominanzverhältnissen Rechnung trägt und einer weiteren Aufweichung und Instrumentalisierung entgegen wirkt.
  • Die Antidiskriminierungsrichtlinie ist umgehend zu präzisieren, um Mehrdeutigkeiten und Interpretationsmöglichkeiten auszuschließen sowie eine detailliertere Umsetzung in nationales Recht zu gewährleisten. Transparente Kontroll-, Sanktions- und Dokumentationsmechanismen und –strukturen sind zu installieren bzw. zu sofortigen und zeitnahen Reaktionen auf Verstöße anzuhalten.
  • Die Übernahme politischer Verantwortung für die Aufrechterhaltung von Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und sozialer Ausgrenzung als Bausteine einer hierarchisierten, neoliberalen Wirtschafts- und Verwertungslogik durch die klare Benennung von Ursachen, VerursacherInnen und ProfiteurInnen gesellschaftlicher und sozialer Fehlentwicklungen. Einer Reduzierung des Menschen auf seine ökonomische Verwertbarkeit im Sinne von Erwerbstätigkeit egal zu welchem Preis ist umgehend entgegenzuwirken.
  • Auf staatliche Repressionen und Zwangsmaßnahmen gegen sowie Abschiebungen, Räumungen etc. von Roma ist zu verzichten. Rechtlich verbindliche Sanktionsmöglichkeiten für Verstöße sind zu schaffen oder auszuschöpfen und umgehend anzuwenden.
  • Einem völkischen Standortnationalismus sowie neonazistischen und rassistischen Organisationen und Gruppierungen auf allen Ebenen entschiedenen aktionsorientierten und inhaltlichen Widerstand entgegenzusetzen sowie antifaschistische und antirassistische Zivilcourage und Aktivitäten regional/ überregional aktiv zu fördern.
  • Gegen Ungleichwertigkeitsideologien sowie die weitere Manifestierung von ausgrenzenden Bildern, Klischees und Stereotypen inhaltlich und soweit rechtlich relevant auch gerichtlich vorzugehen sowie populistische und rassistisch motivierte Lösungs- und Erklärungsansätze bloßzustellen und ihnen argumentativ entgegenzutreten.
  • Alle rechtlichen und finanziellen Vorraussetzungen zu schaffen, die es jedem in der EU lebenden Menschen ermöglicht, gegen Diskriminierungen und Ausgrenzungen notfalls gerichtlich vorgehen zu können und Menschen zu befähigen, diese auch nutzen zu können.
  • Verjährungsfristen und Bestimmungen zur Prozesskostenhilfe für Betroffene von Diskriminierungen sind umgehend zu Gunsten von Betroffen zu verbessern bzw. anzupassen.
  • Vertretungen, Organisationen, Vereine und Gruppierungen von Minderheiten bei der Durchsetzung ihrer Rechte jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen sowie deren Arbeit finanziell nachhaltig abzusichern und soweit keine Strukturen vorhanden, deren Bildung anzuregen und zu unterstützen.
  • Eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe aller in der EU lebenden Menschen auf allen gesellschaftlichen Ebenen unabhängig zugeschriebener Merkmale wie Herkunft, Religion, dem sozialen Status oder der Lebensweise zu garantieren und rechtlich verbindlich festzuschreiben. Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen sind zu schaffen oder auszuschöpfen sowie zeitnah anzuwenden.
  • Gesetzliche Vorraussetzungen zu schaffen, umzusetzen und zu evaluieren, die Diskriminierungen sowohl auf kommunaler, Länder- und EU-Ebene nachvollziehbar und erkennbar machen (alle Bereiche, wie: Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, staatliche Institutionen und Strukturen etc.).
  • Die Verbesserung sowie eine nachvollziehbare Regelung der gleichberechtigten Zusammenarbeit von politischen und zivilgesellschaftlichen Strukturen und Instituatioen
  • Nationale Aktionspläne gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Homophobie sind EU-weit einzufordern und ihre rechtlich Relevanz sowie Umsetzung jährlich auf ihre Effizienz zu evaluieren und an aktuelle Entwicklungen wie z.B. die derzeit wachsende Hetze gegen MuslimInnen anzupassen.

 

Versenden an:
Vertretung der Europäischen
Kommission in Deutschland
Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Fax: 004930/ 22802222


Europarat
Avenue de l’Europe
F-67075 Strasbourg Cedex
Fax 0033/2 2309462


Europäisches Parlament
Allée du Printemps
F-67070 Straßburg Cedex
Fax: 0033/3 88256501


EU Wirtschafts- und Sozialausschuss
Rue Belliard, 99
B-1040 Brüssel
Fax: 0032/2 5134893


Ausschuss der Regionen
Bâtiment Jacques Delors
Rue Belliard 99-101
B – 1040 Brussels
Fax 0032/2 2822325


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Die Pogrome und die soziale Ausgrenzung von Roma in Bulgarien stoppen!


Forderungen an die bulgarischen Behörden

Redebeitrag / Petition: Gehalten und übergeben bei der Demo gegen die antiziganistischen Pogrome in Bulgarien und Tschechien
(6. Oktober 2011, Berlin-Mitte
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Seit Tagen kommt es zu schweren Ausschreitungen gegen Roma in Bulgarien. Die Geschehnisse nahmen ihren Lauf, nachdem ein Jugendlicher von einem Kleinbus überfahren wurde. Der Fahrer des Kleinbusses gehörte zum Kreis eines Roma-Anführers. Aufgebrachte Dorfbewohner brannten daraufhin drei Häuser des vermeintlichen „Roma-Bosses“ in Katuniza bei Plowdiw nieder. Nationalistische Gruppen nahmen diesen Vorfall zum Anlass, um in ganz Bulgarien rassistische Proteste gegen Roma zu organisieren. In mittlerweile 20 Städten ist es nun zu Aktionen gekommen. Ziele der aufgebrachten Mengen waren Roma-Viertel, in die sie versuchten einzudringen. Die Polizei konnte nur teilweise Übergriffe auf Roma verhindern und wurde häufig selbst Zielscheibe der Aggressionen.

Die Roma stellen etwa 8 Prozent der bulgarischen Bevölkerung. Es handelt sich dabei nicht um „Einwanderer“, sie gehören vielmehr zur so genannten Urbevölkerung in Bulgarien. Laut UNHCR beträgt die Arbeitslosenquote unter ihnen bis zu 80 Prozent.

Die Roma werden in Bulgarien gesellschaftlich ausgegrenzt, da antiziganistische Ressentiments gegen sie tief im Bewusstsein der Bevölkerung vorherrschen. Dazu gehört der eingeschränkte Zugang zu Bildung und den damit verbundenen Problemen auf dem Arbeitsmarkt. Vielfach kommt es zu Zerstörungen von Roma-Unterkünften und zur Vertreibung von Familien. Elternlose Roma-Kinder in Fürsorgeeinrichtungen sind verstärkt von Gewalt betroffen. In den letzten 10 Jahren starben in staatlichen Kinderheimen 283 Roma-Kinder an Hunger, Vernachlässigung oder Kälte.

Auf dem Papier erfahren die Roma in Bulgarien Schutz vor Diskriminierung. Die bulgarische Gesetzgebung regelt Antidiskriminierungsstandards unter anderem in seiner Verfassung. Darüber hinaus ratifizierte Bulgarien alle wichtigen internationalen und europäischen Übereinkommen zum Schutz der Menschen und Minderheiten. In der rechtlichen Praxis wurden diese Standards aber nie durchgesetzt.

Zudem lässt Bulgarien bereitstehende Gelder des EU-Struktur- und Sozialfonds zur Behebung dieser diskriminierenden Zustände ungenutzt. Im Jahr 2010 forderte die Europäische Kommission von den EU-Mitgliedsstaaten, die Gelder aus dem europäischen Strukturfonds besser für die Eingliederung der Roma zu nutzen.

Wir fordern daher die bulgarische Regierung dazu auf:

  • Eine öffentliche Stellungsnahme zu den antiziganistischen Unruhen in Bulgarien abzugeben, die auf Populismus verzichtet und ein klares politisches Statement gegen soziale und rassistische Ausgrenzung zu setzen.
  • Die Verantwortung für soziale Fehlentwicklung (z.B. Ghettoisierung) zu übernehmen und nicht den Betroffenen die Schuld zu geben.
  • Auf staatliche Repression und Zwangsmaßnahmen gegen Roma zu verzichten.
  • Mittel aus den Strukturfonds der Europäischen Kommission gezielt zu nutzen, um die größte ethnische Minderheit der EU in die Gesellschaft zu integrieren.
  • Eine spezielle schulische und akademische Förderung von Roma-Kindern zu beschließen.
  • Eine Quote für den Arbeitsmarkt einzuführen, dass Betriebe bestimmter Regionen eine gewisse Anzahl von Romas einzustellen haben.
  • Demokratisierungsprozesse zu fördern, bei der es um die Auseinandersetzung und Bekämpfung von Antiziganismus geht.
  • Neonazistischen Organisationen konsequent entgegenzutreten. In der Schule im Fach Geschichte einen Pflichtblock einrichten zu lassen, der die Verfolgung der Roma durch Nazis thematisiert und die Mechanismen von gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzeigt.

Kampagne „Zusammen handeln- gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung“
Stendaler Straße 4
10559 Berlin
Presse AG
Mail: kampagne_zusammen_handeln@gmx.de

Botschaft der Republik Bulgarien
Mauerstraße 11, 10117 Berlin
Fax 004930/ 2086838

Berlin, 06. 10. 2011

Mehr Infos bei der Kampagne “Zusammen handeln”

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Die Pogrome und soziale Ausgrenzung von Roma in Tschechien stoppen!

Die Pogrome und soziale Ausgrenzung von Roma in Tschechien stoppen!
Forderungen an die tschechischen Behörden

In den letzten Wochen kam es in Tschechien (insbesondere Nový Bor, Varnsdorf und Rumburk) zu progromartigen Erhebungen von der tschechischen Mehrheitsgesellschaft gegen Roma. Die Tschechische Regierung setzte bei den Unruhen Polizeikräfte ein, die lediglich die Aufgabe hatten, die „Streitparteien“ voneinander zu trennen, um schwerwiegende Folgen zu verhindern. Eine politische Erkenntnis, dass die antiziganistischen Unruhen das Ergebnis einer jahrelangen systematischen Ausgrenzungs- und Diskriminierungspolitik sind, stellte sich weder bei Regierung noch in der breiten Öffentlichkeit ein. Überwiegend wird die Meinung vertreten, die Roma trügen selbst die Schuld an den Ausschreitungen gegen sie.

Geschätzte 300.000 Roma leben heute in der Tschechischen Republik. Die Arbeitslosigkeit unter diesen liegt bei rund 90 Prozent. Die strukturelle Ausgrenzung der Roma beginnt bereits im Schulalter. Etwa 50 Prozent der Roma-Kinder kommen automatisch auf eine Sonderschule für Lernbehinderte. Die restlichen 50 Prozent werden aufgrund ihrer Herkunft in den staatlichen Schulen diskriminiert, sind Anfeindungen ausgesetzt und haben so verminderte Bildungschancen.

Die weitverbreitete Lösung, der antiziganistischen Stimmung in der tschechischen Mehrheitsbevölkerung entgegenzuwirken, ist die zwangsweise Umsiedlung von Roma in strukturschwache Regionen außerhalb der Großstädte. Gab es 1989 nur wenige solcher Roma-Viertel, so gibt es 2011 über 300 reine Roma-Ghettos. Die Roma werden sozial isoliert und quasi in die Arbeitslosigkeit gezwungen – ein Teufelskreis, aus dem es nur wenigen gelingt auszubrechen.

Das Land Tschechien verstößt mit seiner Politik gegen universelle Menschenrechte, UN-Konventionen und EU-Antidiskriminierungsstandards. EU-Mitgliedsländer haben die Grundsätze der Freiheit und der Demokratie, die Menschenrechte und die Grundfreiheiten sowie die Rechtsstaatlichkeit zu achten (Art. 6, 49 EU-Vertrag).

Wir fordern daher die tschechische Regierung dazu auf:

  • Eine öffentliche Stellungsnahme zu den antiziganistischen Unruhen in Tschechien abzugeben, die auf Populismus verzichtet und ein klares politisches Statement gegen soziale und rassistische Ausgrenzung zu setzen.
  • Die Verantwortung für soziale Fehlentwicklung (z.B. Ghettoisierung) zu übernehmen und nicht den Betroffenen die Schuld zu geben.
  • Auf staatliche Repression und Zwangsmaßnahmen gegen Roma zu verzichten.
  • EU-Gelder zweckgemäß zur Umstrukturierung der Roma-Ghettos und zur Verbesserung der Wohnsituation zu verwenden (Tschechien erhält von der EU noch bis 2013 insgesamt 200 Millionen Euro zur Restrukturierung von Roma-Ghettos).
  • Eine spezielle schulische und akademische Förderung von Roma-Kindern zu beschließen.
  • Eine Quote für den Arbeitsmarkt einzuführen, dass Betriebe bestimmter Regionen eine gewisse Anzahl von Romas einzustellen haben.
  • Zivilgesellschaftliche Demokratisierungsprozesse zu fördern, bei der es um die Auseinandersetzung und Bekämpfung von Antiziganismus geht.
  • Neonazistischen Organisationen konsequent entgegenzutreten.
  • In der Schule im Fach Geschichte einen Pflichtblock einrichten zu lassen, der die Verfolgung der Roma durch Nazis thematisiert und die Mechanismen von gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzeigt.

Kampagne „Zusammen handeln- gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung“
Stendaler Straße 4
10559 Berlin
Presse AG
Mail: kampagne_zusammen_handeln@gmx.de

Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin,
Wilhelmstrasse 44, 10 117 Berlin
Fax 004930/2294033

Berlin, 06. 10. 2011

 

Mehr Infos bei der “Kampagne Zusammen handeln!”


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Manifest – Keine Grenzen für Menschenrechte

Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 1674 Flüchtlinge im Kanal von Sizilien ertrunken. Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verschärft sich – und Europa schaut zu. Wir wollen ein anderes Europa. Ein Europa, das wirklich für die Ideen der Humanität und Freiheit aller Menschen steht.

Erstunterzeichner: medico international | Pro Asyl | Amnesty International | Brot für die Welt | borderline-europe | Komitee für Grundrechte und Demokratie | Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten | MIGREUROP | BUKO – Bundeskoordination Internationalismus | Afrique Europe Interact | Netzwerk MiRA

Mit dieser öffentlichen Aktion wollen wir Druck auf die Politik ausüben und einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen. Über die Aktion und ihr Engagement wird in der taz – und sicherlich auch in anderen Medien – berichtet werden. Bis zur Herbstkonferenz der Innenminister im Dezember in Frankfurt am Main kann das Manifest unterzeichnet werden. Die gesammelten Unterschriften werden an die Innenminister übergeben.

> Mach mit unterzeichne das Manifest

 

Das Manifest für ein Europa der Humanität und Solidarität

Sechs Einsprüche gegen das Grenzregime

I.  Das Mittelmeer wird zum Massengrab der namenlosen Flüchtlinge. Die Zahl der Ertrunkenen steigt. Die EU verschließt den Schutzsuchenden aus Nordafrika den Zugang, überlässt sie in unwirtlichen Wüstenlagern entlang der tunesisch-libyschen Grenze sich selbst. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 1674 Flüchtlinge im Kanal von Sizilien ertrunken. Berichte über unterlassene Hilfeleistung durch Militärverbände oder kommerzielle Schiffe mehren sich. Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verschärft sich – und Europa schaut zu. Menschen, die ihnen in Seenot helfen, werden angeklagt. Selbst eine spanische NATO-Fregatte, die im Meer vor Libyen Bootsfl üchtlinge vor dem Ertrinken rettete, durfte keinen europäischen Hafen anlaufen und wurde gezwungen, die unerwünschten Passagiere in Tunesien von Bord zu bringen. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex steht für den Ausbau eines tödlichen Grenzregimes, das unsere »Welt der Freiheit und Demokratie« vor dem Begehren der globalen Armen »schützen« will. Dieses Grenzregime ist eine der größten direkten Menschenrechtsverletzungen, die im Namen der EU begangen wird. Der tägliche Tod an den europäischen Außengrenzen ist eine Folge davon. Sechzig Jahre nach dem Ja zur Genfer Flüchtlingskonvention ist es höchste Zeit, die Solidarität mit den Schutzsuchenden zu erbringen, zu der sie uns verpflichtet. Das Sterben an den Außengrenzen muss aufhören.

Wir wollen ein anderes Europa. Ein Europa, das wirklich für die Ideen der Humanität und Freiheit aller Menschen steht.

 

II.  Staatschefs, die gestern noch Partner der EU waren, werden heute als Kriegsverbrecher und Folterer angeklagt. Als »Gendarmen Europas« und »Garanten der Stabilität« wurden sie hofiert, bezahlt und gestützt, ungeachtet ihrer längst offensichtlichen Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung. Die neu entstehenden Strukturen sollen diese Komplizenschaft fortsetzen: Vor der diplomatischen Anerkennung des libyschen Übergangsrates in Bengasi durch die EU-Staaten stellten italienische Unterhändler sicher, dass die Rebellen das schon unter Gaddafi bewährte Abkommen zur Abwehr von Flüchtlingen erneuern. Dieses Vorgehen hat Tradition. Schon 1999 beschloss die EU, sich eine gemeinsame Asyl- und Zuwanderungspolitik zu geben. Vereinheitlicht hat sie dabei vor allem ihre Bemühungen, sich abzuschotten. Länder weit jenseits ihrer Grenzen werden dabei zu Erfüllungsgehilfen gemacht; Entwicklungshilfe wird an die Bereitschaft gekoppelt, Flüchtlinge und (Transit-)MigrantInnen zu stoppen.

Die EU nimmt mit den sogenannten Drittstaatenabkommen zur gemeinsamen Flüchtlingsabwehr Einfl uss auf die Ausgestaltung der dortigen Innenpolitik. Durch den Aufbau einer Überwachungslogistik und den Verkauf modernster Sicherheitstechnik werden die repressiven Systeme (Polizei, Armee, Geheimdienste) dieser Staaten und deren Vertreter gestärkt. In Libyen und Tunesien zeigt sich, wie diese Hochtechnologie zur Flüchtlingsabwehr in Krisen gegen demokratische Bewegungen eingesetzt wird. Aber auch Grundrechte wie die Ausreise- und Bewegungsfreiheit werden durch erzwungene neue gesetzliche Regelungen in den »Partnerländern« eingeschränkt und Verstöße hart bestraft. Beharrlich hält die EU an solchen Komplizenschaften fest. Das muss aufhören.

 

III.  Nur ein Bruchteil der Flüchtlinge der Welt kommt nach Europa; die übergroße Mehrheit bleibt in den Ländern des Südens. Daher sind die Bilder aus Lampedusa, aus dem griechischen Grenzgebiet oder aus Malta ein künstlich geschaffener Notstand. Populistische Politiker und Teile der Medien überhöhen die zur »Bedrohung« von Sicherheit und Wohlstand dramatisierte »Massenfl ucht« von Flüchtlingen und MigrantInnen weiter und schüren vorhandene Rassismen. So werden Ausgrenzungen und Aufrüstung legitimiert. Doch Flucht und Migration lässt sich nicht stoppen. Nicht sie sind ein Verbrechen, sondern wirtschaftliche und politische Verhältnisse, die die Menschen zwingen, sich durch Flucht über das Meer vor Not und Gewalt zu retten, sowie das Fehlen von legalen Einreiseperspektiven.

Schutzsuchende dürfen nicht instrumentalisiert werden, um künstliche Bedrohungsszenarien zu schaffen. Die EU muss ihre Grenzen abrüsten und den legalen und gefahrenfreien Zugang für Flüchtlinge ermöglichen.

 

IV.  Die sogenannte Dublin-II-Verordnung regelt die Verantwortung für die Asylverfahren unter den Mitgliedsstaaten. Dieses europäische Gesetz hat die Verantwortung für die Aufnahme von Asylsuchenden extrem ungleich verteilt – zum Nutzen der Staaten ohne EU-Außengrenze, allen voran Deutschland. Diese Ungleichbehandlung trifft zuletzt die Flüchtlinge selbst, denen das Recht genommen wird, sich als Schutzsuchende ihren Aufenthaltsort selbst zu wählen. Die Dubliner Zuständigkeitsregelungen führen zu einer doppelten Verantwortungsverlagerung. Während sich die Kernländer der EU auf bequeme Art ihrer Verantwortung für eine humane Flüchtlingspolitik entziehen, wehren die EU-Mitglieder an den Außengrenzen vermehrt Flüchtlinge brutal ab.

Die unfaire und unsolidarische Dublin-Regelung muss aufgehoben werden. Alle EU-Staaten müssen ihren gerechten Beitrag zum Flüchtlingsschutz leisten.

 

V.  Flüchtlinge und MigrantInnen suchen nicht nur Schutz. Sie kämpfen um ein besseres Leben, für gleiche Rechte, für Autonomie und Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum. Die Bewegungen der Flucht und Migration innerhalb des afrikanischen Kontinents und entlang der südlichen Grenzregionen der Europäischen Union sind der Preis einer Globalisierung, die an den Ressourcen und Märkten des afrikanischen Kontinents, nicht an seinen Menschen interessiert ist. Dabei muss gerechte Entwicklung den Menschen des Südens auf der einen Seite das Recht auf Ausreise garantieren, gleichzeitig die sozialen, ökonomischen und politischen Bedingungen schaffen, dass diese Menschen in ihren Herkunftsländern bleiben können.

Entwicklungszusammenarbeit darf nicht zum Hilfsdienst für einen ausgelagerten Grenzschutz gemacht werden. Die Politik der EU und ihrer Mitgliedsländer muss kohärent auf eine global gerechte Entwicklung und die Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen weltweitausgerichtet werden.

 

VI.  Europa beansprucht, ein »Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts« zu sein und beruft sich dazu auf seine Geschichte, auf Humanismus, Aufklärung, auf seine Revolutionen. Europäische Regierungschefs aber schämen sich nicht, Flüchtlinge als »menschlichen Tsunami« zu diffamieren. Mit Enthusiasmus verfolgen wir die zivilgesellschaftlichen Aufstände in Nordafrika und in den Ländern des Nahen Ostens, vor allem das Streben der Menschen nach Freiheit und Gerechtigkeit. Die EU aber weigert sich, mit den neu errungenen Freiheitsrechten auch die Freiheit der Mobilität anzuerkennen. Doch muss sich eine Welt, die sich der Demokratie verpfl ichtet, daran messen lassen, wie sie mit der Migration umgeht. Die Aufhebung von restriktiven Visabestimmungen, die Unterstützung von Schutzsuchenden und eine reale Perspektive für sie, innerhalb der EU eine neue Heimat zu fi nden, wären Ausdruck der in der Charta der Grundrechte und in vielen Verfassungen der Mitgliedsländer übernommenen humanitären und demokratischen Verpfl ichtungen.

Statt diese Freiheiten bei Bedarf populistisch wieder in Frage zu stellen, ist es höchste Zeit, dass sie für die EU auch außerhalb ihrer Grenzen Gültigkeit haben.

Das Manifest als PDF: download.pdf

 

Informationen zu den UnterzeichnerInnen

medico international | Frankfurt am Main
Die Hilfsorganisation medico international arbeitet unter dem Motto »Gesundheit – Soziales – Menschenrechte«. Sie wurde 1968 in Frankfurt gegründet, um für das Menschenrecht auf den bestmöglichen Zugang zu Gesundheit zu kämpfen. Die Organisation setzt auf einen partnerorientierten Ansatz, auf kritische Öffentlichkeitsarbeit und auf den Kampf für Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Es geht medico nicht um kurzfristige »interventionistische Hilfsmissionen«, sondern um eine solidarische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Menschen, die für uns eigenständige Partner, keinesfalls aber bloße Hilfsempfänger sind. Die Mitarbeiter unterstützen Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. http://www.medico.de

Pro Asyl | Frankfurt am Main
Pro Asyl wurde 1986 gegründet, um eine Stimme für die Rechte von Flüchtlingen in Deutschland zu etablieren. Das Motto der Organisation ist: »Der Einzelfall zählt.« Als unabhängige Stimme, die für schutzsuchende Menschen eintritt, will Pro Asyl dafür sorgen, dass Menschen, die unter Krieg, Verfolgung und Folter leiden, Schutz und eine humane Lebensperspektive fi nden. In der Arbeitsgemeinschaft Pro Asyl sind Mitarbeiter landesweiter Flüchtlingsräte, Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Menschenrechtsorganisationen vertreten. Neben Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, Recherchen und der Unterstützung bundesweiter Initiativgruppen leistet der Verein Flüchtlingen in ihrem Asylverfahren konkrete Hilfe. http://www.proasyl.de

Amnesty International | Berlin
Amnesty International ist eine der größten weltweit tätigen Menschenrechtsorganisationen. Grundlage ihrer Arbeit sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und andere Menschenrechtsdokumente. Die Organisation recherchiert Menschenrechtsverletzungen, betreibt Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und organisiert Aktionen in Fällen von Folter oder drohender Todesstrafe. Amnesty International recherchiert fortlaufend zur Menschenrechtssituation weltweit und führt Aktionen gegen spezifi sche Menschenrechtsverletzungen durch. Der Jahresbericht der Organisation (Amnesty International Report) enthält einen Überblick über die Lage der Menschenrechte in fast allen Ländern der Erde. http://www.amnesty.de

Brot für die Welt | Stuttgart
Brot für die Welt wurde 1959 in Berlin gegründet und ist eine Hilfsaktion der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland. In einer globalisierten Welt macht Brot für die Welt sich stark für die Rechte der Armen, Benachteiligten und sozial Ausgegrenzten, um ihnen zu helfen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und so ein Leben in Würde zu ermöglichen. Ihr Motto lautet: »Es ist genug für alle da.« Mit Unterstützung von kirchlichen, kirchennahen und säkularen Partnerorganisationen in mehr als 1000 Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa leistet Brot für die Welt Hilfe zur Selbsthilfe. Schwerpunkte der Arbeit sind Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit, Frieden und Menschenrechte sowie HIV/Aids. http://www.brot-fuer-die-welt.de

borderline-europe – menschenrechte ohne grenzen | Potsdam
borderline-europe ist angetreten, um das Massensterben an den Außengrenzen der Europäischen Union bekannt zu machen. Die EU setzt ebenso wie die meisten nationalen Regierungen ungeachtet Tausender Opfer weiterhin vor allem auf die nach militärischen Prinzipien organisierte Abschottung. Das wahre Ausmaß der daraus folgenden Tragödie wird verschwiegen. Die BürgerInnen Europas sollen nicht erfahren, was sich an den Außengrenzen der EU tatsächlich abspielt. borderline-europe will die Vertuschungsversuche der Behörden mit präzisen Recherchen in den Grenzregionen durchkreuzen. Mit Öffentlichkeit und auf Basis zuverlässiger Informationen soll den tödlichen Konsequenzen der Abschottungspolitik entgegengewirkt werden. http://www.borderline-europe.de

Komitee für Grundrechte und Demokratie | Köln
Das Komitee für Grundrechte und Demokratie ist eine unabhängige deutsche Bürgerrechtsorganisation, die sich seit 1980 für die Einhaltung der Grund- und Freiheitsrechte in Deutschland und weltweit einsetzt. Aktiv, streitbar, couragiert und – wenn menschenrechtlich geboten – zivil ungehorsam engagiert sich das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Es versteht sich als Teil der außerparlamentarischen Opposition und Mitgestalter bürgerlichen Protestes. Mit Öffentlichkeitsarbeit, Demonstrationsbeobachtungen, aber auch konkreter Hilfe für Gefangene oder der »Aktion Ferien vom Krieg« interveniert das Komitee gegen die Erosion von Grund- und Freiheitsrechten. http://www.grundrechtekomitee.de

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Das in elf deutschen Städten und vielen Flüchtlingslagern vertretene Netzwerk versteht sich als Selbstorganisation von Flüchtlingen. Ihr Motto lautet: »Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört.« Für die Karawane sind Flüchtlinge die Stimmen und Repräsentanten der Opfer weltweiter, postkolonialer Ausbeutungsverhältnisse. Seit einer Tour vor der Bundestagswahl 1998 macht die Karawane auf die Lebensrealität der Flüchtlinge in Deutschland und die Beschneidung ihrer Rechte aufmerksam. Sie kämpft gegen Abschiebungen, die Residenzpflicht, die Lagerisolation, das Asylbewerberleistungsgesetz oder rassistische Polizeigewalt – mit Kampagnen, Demonstrationen oder Aktionen zivilen Ungehorsams. http://www.thecaravan.org

Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) | Hamburg
Die Bundeskoordination Internationalismus ist ein unabhängiger, entwicklungspolitischer Dachverband von über hundert aktiven Gruppen. Sie steht für emanzipatorische Politik, radikale Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse und für eine internationalistische Bewegung. Sie versteht sich als loses Netzwerk für Debatten und Aktionen, die sich aus der Kapitalismus- und Globalisierungskritik ergeben. 1977 gegründet ist die BUKO eines der ältesten Basisnetzwerke in Deutschland. Ihr Ursprung lag in den Solidaritätsbewegungen mit den Befreiungskämpfen im Süden, wobei sie den offenen Dialog mit anderen Bewegungen und NGOs sucht, um für eine Welt ohne entwürdigende Lebens- und Arbeitsbedingungen, Armut, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus oder Zerstörung der Lebensgrundlagen zu kämpfen. http://www.buko.info

Afrique Europe Interact
Afrique-Europe-Interact ist ein aktivistisches, transnational organisiertes Netzwerk, das im Oktober 2009 gegründet wurde. Beteiligt sind AktivistInnen aus Mali, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. In Mali haben sich dem Netzwerk rund 40 Gruppen angeschlossen, die meisten sind in der praktischen Unterstützung von Abgeschobenen aktiv, mehrere der Gruppen wurden von Abgeschobenen selbst gegründet. Entwicklungspolitische Zielsetzungen spielen eine zentrale Rolle für AEI. Aus Deutschland sind in erster Linie antirassistische Basisinitiativen und selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen beteiligt. Anfang 2011 organisierte AEI eine »Karawane für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung« von Bamako zum Weltsozialforum in Dakar.
http://www.afrique-europe-interact.net

MiRA – kritische Migrationsforschung & Aktion | Berlin
Das Netzwerk MiRA versteht sich als Plattform für Migrationsforschung und politische Aktionen. Es soll ein Zusammentreffen und einen Austausch zwischen kritischer Wissenschaft und Praxis ermöglicht werden. Im Vorfeld der Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin etwa ist MiRA an der Organisation von symbolischen Wahlen für die 460 000 Berlinerinnen und Berliner ohne deutschen Pass beteiligt.
http://www.netzwerk-mira.de

MIGREUROP | Paris
Das transnationale Menschenrechts-Netzwerk MIGREUROP ist der größte migrationspolitische Dachverband in Europa und Afrika. 42 Organisationen aus 12 Ländern sind Teil des 2005 gebildeten Zusammenschlusses. Durch die koordinierte Zusammenarbeit der NGOs auf europäischer Ebene soll das « Europa der Lager » öffentlich gemacht und politisch verändert werden. http://www.migreurop.org


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Die Pogrome gegen Roma und Sinti stoppen! Antiziganistischer Hetze entgegentreten!

Presseerklärung
Demonstration zu den Botschaften von Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sowie zur
Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin.

Termin: Donnerstag, 6.10.2011, 16 Uhr, Wilhelmstraße 44, Berlin-Mitte

Immer wieder hat es in der Vergangenheit rassistisch motivierte Übergriffe und antiziganistische Hetze gegen Roma und Sinti in Europa gegeben. Nicht nur in den ärmeren Ländern Osteuropas, sondern auch in so genannten westlichen Demokratien wie Italien, Frankreich und Deutschland.

Derzeit finden pogromartige Ausschreitungen in Bulgarien und in Tschechien statt. Dazu erklärt die Kampagne „Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung:

Wie immer in besonderen Krisenzeiten verschärft sich der Ton der in Politik, Medien und Gesellschaft die propagandistische Begleitmusik für Ausgrenzung und Rassismus ist. Soziale Ungerechtigkeit und Armut werden manifestiert und Menschen auf ihre Nützlichkeit im Sinne ökonomischer Verwertbarkeit reduziert. Wer nicht mitspielen will oder kann, sich nicht anpasst oder unterordnet, wird stigmatisiert, diskriminiert und kriminalisiert. Die Suche nach Sündenböcken für alle gesellschaftlichen Probleme läuft gerade wieder auf Hochtouren. So können Ursachen von sozialen Problemen verschleiert, die Verantwortung für Fehlentwicklungen den Betroffen selbst zur Last gelegt und Repressionen, Ausgrenzung und Zwangsmaßnahmen bis hin zu strukturellem und institutionellen Rassismus nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ legitimiert werden.

Bis heute haben weder europäische Regierungen noch die Europäische Union selbst rechtlich verbindliche Konzepte, Strategien oder Handlungsoptionen gegen Rassismus und Antiziganismus vorgelegt. Lediglich Symbolpolitik, Absichtserklärungen und wirkungslose Programme wechseln sich mit dem Hin- und Herschieben politischer Zuständigkeiten ab. Mehr noch: VertreterInnen aus Politik, Medien und Gesellschaft stellen Roma und Sinti mit ihren Äußerungen ebenfalls pauschal in eine kriminelle Ecke und tragen damit zur Stigmatisierung dieser Gruppe bei. Rassistisch motivierte Bilder, Klischees und Stereotype werden ungeniert transportiert und dankend von Neonazis, Rassisten und Rechtspopulisten übernommen. Dazu werden in historischer Kontinuität „Eigenschaften“ wie Kriminalität, Betteln, fehlende Hygiene, Kinderreichtum oder Wanderschaft konstruiert und pauschal (teilweise mit biologistischen Bezügen) einer ganzen Bevölkerungsgruppe zugeschrieben, mit deren Hilfe die Ausgrenzung und Diskriminierung von Sinti und Roma bis heute reproduziert und fortgesetzt werden. Gerade diese Stigmatisierung und Diskriminierung über die Ethnisierung und Kulturalisierung von Straftaten bzw. Kriminalität bilden auch den Nährboden für die derzeitigen Pogrome in Tschechien und Bulgarien. Aber auch die Abschiebungen von Roma und Sinti in Krisenregionen oder in Länder, in denen sie einer ungewissen, nicht selten existenzbedrohenden Zukunft entgegen gehen müssen, sind keine Ausnahmen, sondern Normalität.

Deshalb ruft die Kampagne „Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung“ zu einer Protestdemonstration am 06. Oktober gegen Rassismus und Antiziganismus auf. Nur öffentlicher Druck kann die politischen Eliten dazu zwingen, allen Menschen die Vorraussetzungen für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu schaffen. Neonazis, Rassisten und Rechtspopulisten wäre so der Nährboden entzogen und ein solidarisches Zusammenleben möglich. Beginn der Demonstration ist um 16.00 Uhr vor der Botschaft Tschechiens. Vorbei an den Botschaften Rumäniens und Ungarns sowie der Vertretung der Europäischen Kommission wird die Demonstration vor der Botschaft Bulgariens enden. Petitionen werden dabei aus aktuellem Anlass an die Botschaften Tschechiens und Bulgariens sowie der Vertretung der Europäischen Kommission übergeben.

Weitere Informationen unter http://zusammenhandeln.blogsport.eu und http://antizig.blogsport.de/
Kontakt:Dirk Stegemann, Tel. 0177/1768633


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Aktionstag gegen Hinrichtung von Troy Davis

 

aus indymedia:

Amnesty International hatte am vergangenen Freitag zum globalen Aktionstag gegen die Hinrichtung von Troy Davis im US Bundesstaat Georgia aufgerufen. Davis, dessen Hinrichtung bereits drei mal aufgrund von Massenprotesten verschoben wurde, hat für Mittwoch, den 21. September erneut einen Hinrichtungsbefehl erhalten. Der Tag begann mit zwei motivierenden Meldungen. In Atlanta übergaben Mitglieder des größten us-amerikanischen Bürgerrechtsvereins NAACP (1) und Amnesty International 663.000 Unterschriften (2) an den Begnadigungsausschuß. Dieser tagt am kommenden Montag und hat die Befugnis, das Todesurteil endgültig abzusetzen, oder aber die Hinrichtung durchführen zu lassen.

Annette Groth, MdB spricht in Berlin bei der Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis

Annette Groth, MdB spricht in Berlin bei der Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis

Zeitgleich kam aus dem nahegelegenden Texas die Nachricht, dass der High Court die für den Vortag angesetzte Hinrichtung von Duane Buck gestoppt hatte (3). In Bucks Verfahren war als strafverschärfender Grund für die Todesstrafe seine afroamerikanische Herkunft angegeben worden. Laut Gutachter in dem ursprünglichen Verfahren sei er “anfälliger” für Rückfälle. Während Texas Gouverneur Rick Perry mit seinen 234 unterzeichneten Hinrichtungsbefehlen in den Präsidentschaftswahlkampf gegen Obama startete, scheint ihm die Justiz dabei nicht bedingungslos folgen zu wollen.

Troy Davis war 1991 in einem lediglich auf Augenzeugen basierenden Verfahren des Mordes an einem Polizisten für schuldig befunden und zum Tod verurteilt worden. Sieben der neun Belastungszeugen zogen ihre Aussagen zurück und berichteten von massiven Polizeischikanen, die sie damals zu ihren Falschaussagen genötigt hatten. Forensische Beweise, eine Tatwaffe oder ein Motiv gibt es nicht. Davis selbst hat immer seine Unschuld beteuert, nachdem er sich 1991 sogar selbst gestellt hatte, um die Vorwürfe gegen ihn auszuräumen.

Über 300 Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen fanden überall in den USA und auch auch in manchen europäischen Städten statt (4). Die vermutlich größte Demonstration war in Georgias Hauptstadt Atlanta, wo sich zwischen 2 – 3000 Menschen versammelten und durch die Innenstadt liefen. Auf Fotos war sehr oft nicht nur die Forderung nach der Abschaffung der Todesstrafe sondern auch nach der Freilassung von Troy Davis zu sehen. Letzteres liegt durchaus in der Befugnis des Begnadigungsausschußes, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt natürlich die Verhinderung der Hinrichtung im Vordergrund steht.

Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde fordert: "Stop the Execution! - Nein zur Todesstrafe!"

Redner_innen machten deutlich, dass es den kommenden Tagen bis zur Sitzung des Ausschußes darauf ankomme, den öffentlichen Druck aufrecht zu erhalten. Online-, Fax- und Telefonproteste sollten unbedingt weitergeführt werden. Die Verteidigung von Davis kündigte an, drei der Jury Mitglieder als Zeugen aufzurufen, die 1991 für das Todesurteil gestimmt hatten. Alle dreisagen heute, dass sie mit dem jetzigen Wissensstand niemals für die Todesstrafe gestimmt hätten.

Troy Davis bedankte sich in einem Brief für die massive Unterstützung und wies darauf hin, dass er und alle anderen Gefangenen die Hoffnung haben, dass die Todesstrafe endlich abgeschafft wird. Ihm sei klar, dass es hier “um viel mehr” als ihn selbst ginge.

Auch in Berlin protestierten 70 Menschen auf einer kurzfristig mobilsierten Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis. Nach einer Mahnwache von Amnesty International erklang das Lied “Strange Fruits” von Billie Holiday (5), dass den Teilnehmer_innen deutlich machte, dass die heutige Todesstrafe die gesetzlich geregelte Fortführung der Lynchjustiz in den USA ist. Uwe Hiksch, Redner der NaturFreunde, wies auf die

Kundgebung in Berlin "Nein zur Todesstrafe: Stoppt die Hinrichtung von Troy Davis!"

Notwendigkeit zur Abschaffung der Todesstrafe hin, die unvereinbar mit der Einhaltung der Menschenrechte sei. Annette Groth (MdB) berichtete von ihrer Initiative im Menschenrechtsausschuß des Bundestages, in dem sich bis auf die LINKE alle Parteien geweigert hatten, einer Unterstützungsresolution für Troy Davis und zur Abschaffung der Todesstrafe zuzustimmen. Ein Sprecher des Berliner Free Mumia Bündnisses wies auf den Zusammenhang von rassistischer Justiz, der Gefängnisindustrie und der Todesstrafe hin, unter denen vor allem People of Color in den USA zu leiden haben. Auch auf die Schlüsselstellung des Landes wurde hingewiesen: solange es dort möglich sei, “legal” Gefangene zu ermorden, könne sich jede andere Regierung hinter der angeblich demokratisch legitimierten Methode verstecken. Vor allem us-amerikanische Tourist_innen unterhielten sich angeregt mit den Demonstrant_innen. Es zeigte sich, dass sich viele US Bürger_innen über den der Todesstrafe zu Grunde liegenden Rassismus sehr genau bewußt sind. Genau wie in Atlanta schallte die Parole “Stop The Execution – I Am Troy Davis” über den Pariser Platz vor der US Botschaft.

 

Den Artikel auf indymedia findet Ihr hier

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VENRO: Schluss mit europäischer Abschottung

PRESSEMELDUNG
5/2011


Schluss mit europäischer Abschottung
Umdenken in EU-Flüchtlingspolitik erforderlich

Bonn, 12. April 2011 – Europa muss seine Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge und Migranten beenden und endlich seine humanitäre Verantwortung wahrnehmen. Dies hat jetzt der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich des blamablen Ergebnisses des EU-Innenministertreffens in Luxemburg gefordert. Deutschland hat sich bereit erklärt, gerade mal 100 Bootsflüchtlinge aus Malta aufzunehmen.

„ Die Bundesregierung hat in der Flüchtlingsfrage ein beschämendes Bild abgegeben. Die zugesagte Aufnahme von 100 Flüchtlingen ist Augenwischerei und kein politisches Signal – es müssten deutlich mehr Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl gewährt werden“, so der stellvertretende VENRO-Vorsitzende Jürgen Lieser. Wenig hilfreich sei der Verweis, dass es sich überwiegend um Wirtschaftsflüchtlinge und arbeitsuchende Migranten handele und nicht um Asylsuchende.

„Auch für die normale Migration braucht Europa eine menschenwürdige Politik. Das Unwort vom „menschlichen Tsunami“ ist angesichts der vergleichsweise geringen Zahl von Flüchtlingen, die den Weg nach Europa suchen, völlig überzogen“, betont Lieser.

Das Vorgehen der EU zeige, dass ein generelles Umdenken in der EU-Flüchtlings- und Migrationspolitik erforderlich ist. „Die EU hat viel zu lange die Diktaturen in Nordafrika gestützt und hofiert. Jetzt kann sie sich in der Flüchtlingsfrage von einer anderen Seite zeigen“, so Lieser. Eine weitere Abschottung der Festung Europa, etwa durch die europäische Grenzschutzagentur Frontex, sei ein politisches Armutszeugnis.

Das Luxemburger EU-Innenministertreffen am vergangenen Montag hat bei allen Mitgliedstaaten für Ernüchterung gesorgt. Die EU-Staaten weigern sich, Italien Hilfe bei der Versorgung Tausender Flüchtlinge aus Nordafrika zu leisten. Es konnte keine Einigung zwischen den EU-Innenministern erzielt werden, insbesondere was die von Italien geforderte solidarische Verteilung der Flüchtlinge betrifft.

Die EU-Staaten wollen stattdessen mit Tunesien Verhandlungen über eine Rückführung von Flüchtlingen führen. Zudem soll der Einsatz der EU-Grenzschutzagentur Frontex direkt vor der tunesischen Küste verstärkt werden. Damit soll eine Überfahrt von Flüchtlingen nach Europa verhindert werden.


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Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus

Bunt und respektvoll

Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.

Am Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der Partei „Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im Rathaus Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die Kandidaten der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden. Der Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei Brinkmann für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.

Als Gast wird auch der Vorsitzende von “Pro Köln” erwartet. Im Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als „rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht integrierbar dargestellt hat.“

Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments, Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft. Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.

Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.

Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf

Die Kundgebung beginnt um 18:00 vor dem Rathaus Zehlendorf. Auch die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum Protest aufgerufen


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Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“: Berliner Polizei erteilt Platzverweise vor dem Tempodrom

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Berlin, 15. 02. 2011

Berliner Polizei erteilt Platzverweise vor dem Tempodrom

Reaktionen auf die Kritik des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ gab es weder von Vertreter_innen aus der Landespolitik, noch vom Berliner Wirtschaftsgespräche e. V. oder von Betreiber_innen des Tempodrom´s. Einzig die Polizei reagierte nach eigenen Aussagen auf Verlangen der Betreiber_innen des Tempodrom´s mit Platzverweisen auf die sich spontan versammelnden ca. 30 Protestierenden. Dazu erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

Heute Abend haben die Betreiber_innen des Tempodrom in Berlin bewiesen, was sie unter Meinungsfreiheit verstehen. Kritiker_innen von rassistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen waren nicht erwünscht und wurden durch die Hilfe der Berliner Polizei des Platzes verwiesen. Kein Wunder, scheint doch das Tempodrom durch alte „Verbindungen“ Thilo Sarrazin noch immer verbunden, ganz nach dem Motto: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ wird sich davon aber weder einschüchtern, noch in seinem Engagement gegen rassistische und sozialdarwinistische Stimmungsmache einschränken lassen. Wir danken allen Gegendemonstrant_innen, die sich trotz Kälte und ohne Mobilisierung zu Protesten eingefunden hatten.


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Heutiger Sarrazin – Rehabilitierungsversuch und das große „Schweigen“ in Berlin

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Heutiger Sarrazin – Rehabilitierungsversuch und das große „Schweigen“ in Berlin

Mit dem heutigen Auftritt von Thilo Sarrazin sowie dem Einladungstext zu dieser Veranstaltung ergreift der Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. Partei für Sarrazin und versucht ihn zu rehabilitieren. Das Tempodrom, einst Nutznießerin einer sieben Millionen Euro Bürgschaft von Sarrazin, die derzeit das Berliner Landgericht beschäftigt, stellt den Veranstaltungsort zur Verfügung. Dazu erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ ruft den Präsidenten des Abgeordnetenhauses und Vorstandsvorsitzenden des Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. dazu auf, seinen Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass Thilo Sarrazin heute Abend kein Podium für seine rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen geboten wird.

Wir fordern darüber hinaus die Mitglieder des Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. auf, nicht länger wegzusehen und eindeutig Position zu Sarrazin´s pseudowissenschaftlichen und menschenverachtenden Thesen und denen, die diesen ein Podium bieten wollen, zu beziehen. Auch Mitglieder eines Vereins stehen für dessen Inhalte ein, so sie sich von diesen nicht distanzieren. Jetzt haben sie das Wort!

Wer Sarrazin öffentlich vom Rassismusvorwurf freispricht, seinen Sozialdarwinismus und – chauvinismus unkommentiert lässt sowie die SPD auffordert, von angeblich „voreiligen Positionen und Angriffen zurückzurudern“, steht nicht für „Unparteilichkeit“ sondern redet der weiteren Spaltung der Gesellschaft das Wort.

Dass einige Mitglieder von Wirtschaftsverbänden kein Problem mit dem sarrazinschen „Elite-Rassismus“ und „Nützlichkeitsrassismus“ haben dürften, muss wenig verwundern. Dass aber weder die Mitglieder aus verschiedenen Parteien und Institutionen im Vorstand, noch die vielen Institutionen und Organisationen aus dem Mitgliederhandbuch eine öffentliche Reaktion auf diesen Rehabilitierungs- und Verharmlosungsversuch zeigen, ist das eigentliche Problem. Damit bekommt Sarrazin nicht nur ein Podium, sondern wird darüber hinaus auch noch weiter aufgewertet. Die Verklärung seiner kruden Thesen als wissenschaftlich und politisch legitimiert, findet so ebenfalls ihre Fortsetzung und Rassismus sowie Sozialdarwinismus werden weiter gesellschaftsfähig gemacht. Wer ein sachliches Gespräch mit einem bekannterweise diskussionsunwilligen Sarrazin mit einem solchen Einladungstext ankündigt, verkennt nicht nur die Realität, sondern kann auch kein Interesse an einer kritischen Aufarbeitung haben. Bleibt dies unbeantwortet, wäre es ein fatales Signal zu einer ohnehin oberflächlichen, einseitigen “Integrationsdebatte”, an der nichts mehr richtig ist.

Anhang:


Vorstandsmitglieder:

Walter Momper, Vorsitzender
Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses,

Kaufmann, Regierender Bürgermeister a. D., MdA

Dr. Holger Hatje, Stellvertretender Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstandes der Berliner Volksbank

Dr. Rudolf Steinke, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Historiker. Angestellter beim Land Berlin

Joachim Bovelet, Beisitzer , Vorsitzender der Geschäftsführung / Geschäftsführer Klinikmanagement bei Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

Dr. Klaus Eberhardt, Beisitzer, Vorstandsmitglied der Sparda-Bank Berlin e. G.

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Eberhardt, Beisitzer, Wissenschaftlicher Geschäftsführer Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Juliane Freifrau v. Friesen, Beisitzerin, Vorsitzende des Landesfrauenrates Berlin,Unternehmensberaterin und Personalmanagerin, Senatorin für Wirtschaft und Technologie des Landes Berlin a. D.

Dr. Annette Fugmann-Heesing, Beisitzerin , MdA, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Forschung, Senatorin für Finanzen des Landes Berlin a. D., Finanzministerin des Landes Hessen a. D.

Norbert Geyer, Beisitzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Geyer-Gruppe Industrieholding GmbH Berlin/Dessau.

Hans-Gerhard Husung, Beisitzer , Staatssekretär a.D.

Nikolaus Karsten, Finanzwart, Prokurist der MVV Energiedienstleistungen GmbH Berlin

Dr. Arno Krotzky, Beisitzer, Geschäftsführer Metanomics GmbH

Kerstin Lassnig, Beisitzerin, Marketing Vivico Real Estate GmbH, Dozentin an der ebs Immobilienakademie GmbH

Prof. Dr. Claudia Lux, Beisitzerin, Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Michael Müller, Beisitzer, MdA, Vorsitzender der SPD-Fraktion

Lisa Paus, Beisitzerin , MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Obfrau und Mitglied im Finanzausschuss, Stellv. Pol. Koordinatorin AK 1 Wirtschaft und Soziales

Dr. rer. nat. Günter Peine, Beisitzer , Stellvertretender Leiter BioTOP Berlin-Brandenburg,

Netzwerk-manager, Vorstand Deutsche Gesellschaft für Regenerative Medizin e. V.

Prof. Dr. Bernd Reissert, Revisor, Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Arbeitsmarkt

Michael Sandrock, Beisitzer
Vorstandsvorsitzender Telematics PRO e.V. – European TelematicsFactory

Dr. Frank Schiemann, Revisor
Geschäftsführer am Institut für Sozialökonomische Struktur- analysen, Berlin (SÖSTRA
Forschungs-GmbH)

Gabriele Thöne, SchriftführerinRechtsanwältin, kfm. Vorstand der Zoologischer Garten Berlin AG und kfm. Geschäftsführerin Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH

Wolf Burkhard Wenkel, Beisitzer
Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e. V.

Stefan Zackenfels, Beisitzer,


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Presseerklärung: Antisemitismusvorwurf bleibt nicht unwidersprochen!

Der Sprecher des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“, Dirk Stegemann, erstattet mit Bezug auf den Artikel „Friedrich-Ebert-Stiftung bietet Extremisten Forum“, veröffentlicht auf dem rassistischen Webportal „politically incorrect“, Anzeige gegen Unbekannt sowie den Autor wegen aller strafrechtlich in Betracht kommenden Delikte und erklärt dazu:

Autor dieses Artikels ist Conny Axel Meier von der selbsternannten Bürgerbewegung “Pax Europa”, deren Bundesvorstandsmitglied und Landesvorsitzender Herr Stadtkewitz von der Partei „Die Freiheit“ ist. Er schreibt: “Auf der am gleichen Tag stattfindenden Diskussionsveranstaltung “Stop the Wilders Show” im Schöneberger Rathaus erklärte Stegemann vor ca. 25 Getreuen, anscheinend ohne dass jemand widersprochen hätte, seinen Misserfolg damit, dass wohl das “internationale Finanzjudentum” dahinterstecke, wie mir Augenzeugen glaubhaft noch am gleichen Abend versicherten.”

Weder den Vorwurf des Antisemitismus noch den Vorwurf der Duldung antisemitischer Äußerungen gegen die Teilnehmer_innen an der Veranstaltung der SPD Tempelhof–Schöneberg dreieinhalb Monate später durch anonyme „Augenzeug_innen“ werden wir unwidersprochen hinnehmen. Die Hetzkampagne gegen Bündnispartner_innen und Unterstützer_innen des Bündnisses auf „politically incorrect“ sowie den Versuch diese in die „extremistische“ Ecke zu stellen offenbart lediglich, dass unser Engagement gegen Rassist_innen und „Rechtspopulist_innen“ Wirkung zeigt. Das ist gut so. Wir werden uns deshalb auch durch keine noch so unsinnige und haltlose Verleumdung einschüchtern lassen, sondern unser gemeinsames Engagement weiter verstärken.


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Griechenland: Aufruf der Vollversammlung der Hungerstreikenden

Wir sind Migrantinnen und Migranten aus ganz Griechenland. Wir kamen hierher, vertrieben von Armut, Arbeitslosigkeit, Kriegen, Diktaturen. Die multinationalen Konzerne des Westens und ihre politischen Handlanger in unseren Heimatländern haben uns keine andere Wahl gelassen, als -zig mal unser Leben zu riskieren, um an Europas Pforte zu gelangen. Der Westen, der unsere Länder ausplündert, mit seinem unvergleichlich höheren Lebensstandard ist für uns die einzige Hoffnung, wie Menschen zu leben. Wir kamen nach Griechenland (mit regulärer Einreise oder ohne), um zu arbeiten und um uns und unsere Kinder zu ernähren. Wir befinden uns in unwürdigen Zuständen und im Dunkel der Illegalität, damit die Arbeitgeber und die staatlichen Institutionen von der brutalen Ausbeutung unserer Arbeit profitieren. Wir leben von unserem Schweiß und mit dem Traum, eines Tages gleiche Rechte mit unseren griechischen Kollegen zu bekommen.

In der letzten Zeit ist die Situation für uns sehr schwierig geworden. Je mehr Löhne und Renten gekürzt werden, je teurer alles wird, desto mehr wird der Migrant als der Schuldige vorgeführt, als der Verantwortliche für die Verelendung und die brutale Ausbeutung der griechischen Erwerbstätigen und Kleinunternehmer. Die Propaganda faschistischer und rassistischer Parteien und Organisationen ist inzwischen die offizielle Sprache des Staates zum Thema Migration geworden. Ihre Phraseologie wird mittlerweile unverändert von den Medien wiedergegeben, wenn sie von uns sprechen. Ihre “Vorschläge” werden heute als Regierungspolitik verkündet. Mauer am Evros, Lagerhaft auf Schiffen und Euromilitär in der Ägäis, Pogrome und Überfallkommandos in den Städten, Massenabschiebungen. Sie versuchen die arbeitenden Griechen zu überzeugen, daß wir plötzlich eine Gefahr für sie darstellen, daß wir an dem beispiellosen Angriff, dem sie seitens ihrer eigenen Regierungen ausgesetzt sind, schuld sind.

Die Antwort auf diese Lügen und diese Barbarei muß jetzt gegeben werden und wir, die Migranten und Migrantinnen, werden sie geben. Wir setzen unser Leben aufs Spiel, um jetzt die Ungerechtigkeit zu unseren Lasten zu stoppen. Wir fordern die Legalisierung aller MigrantInnen, wir fordern gleiche politische und soziale Rechte und Pflichten mit den arbeitenden Griechen. Wir fordern von unseren griechischen arbeitenden Kollegen, von jedem Menschen, dem es jetzt wegen der Ausbeutung seines Schweißes schlecht geht, an unserer Seite zu stehen. Er soll an unserer Seite stehen, um nicht in seiner eigenen Heimat der Lüge und der Ungerechtigkeit, dem Faschismus und der absoluten Herrschaft der politischen und wirtschaftlichen Eliten das Feld zu überlassen. Dem also, was in unseren Heimatländern die Oberhand bekommen und uns zur Migration gezwungen hat, um in Würde leben zu können, wir und unsere Kinder.

Wir haben keine andere Wahl, unsere Stimme hörbar zu machen, damit Ihr von unserem gerechten Anliegen erfahrt. Dreihundert (300) von uns beginnen am 25. Januar in Athen und Thessaloniki einen gesamtgriechischen Hungerstreik. Wir bringen unser Leben in Gefahr, weil so oder so dieses Leben für einen Menschen mit Würde kein Leben ist. Wir ziehen es vor, hier zu sterben, als daß unsere Kinder das leben, was wir durchmachen mußten.

Januar 2011 auf der Webseite von Thomas Trueten

Die Vollversammlung der Hungerstreikenden

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Protest über den Wolken: Flugzeug muss aufgrund einer Abschiebung umdrehen

Pressemitteilung des Afrique-Europe-Interact Netzwerks

Protest über den Wolken: Flugzeug muss aufgrund einer Abschiebung umdrehen

Air France lässt deutsche und französische Passagiere nach Aktion gegen eine Abschiebung festnehmen

Paris, 20.1.2011 – Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Karawane von Mali zum Weltsozialforum 2011 und andere Passagiere protestierten am Donnerstag Nachmittag an Bord einer Air France Maschine gegen eine brutale Abschiebung. Auf Grund der Proteste wurde der Flug AF 3096 von Paris nach Bamako (Mali) abgebrochen und die Maschine kehrte zum Flughafen Charles-de-Gaulle (Paris) zurück. Auf dem Rollfeld nahm die Polizei 17 Passagiere, davon acht aus Deutschland, in Gewahrsam. Der Passagier Michael Hackert beschrieb die Ereignisse an Bord des Flugzeuges: „Nachdem ein Mann, gefesselt und von mehreren Polizisten begleitet, sich gegen seine gewaltsame Abschiebung wehrte, solidarisierten sich andere Reisende mit ihm und standen von ihren Sitzplätzen auf.“

Obwohl der Protest friedlich blieb, ließ Air France nach der Rückkehr nach Paris 17 Passagiere, darunter 3 Kinder, von der Polizei abführen. Ein zweiter Versuch, den Mann gewaltsam abzuschieben, wurde unternommen, konnte aber nach Angaben von malischen Aktivistinnen und Aktivisten aus Bamako nicht durchgeführt werden. „Air France macht sich zum wiederholten Mal zum Handlanger der europäischen Abschiebemaschinerie“, kommentiert Marion Bayer von Afrique-Europe-Interact, einem Netzwerk malischer und europäischer AktivistInnen. Acht der Festgenommenen sind Teil des Netzwerks. Sie wollten in Mali und Senegal mit einer Karawane für Bewegungsfreiheit und für globale Rechte kämpfen.

Bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche starteten Flüge ab Paris verspätet, weil es zu Protesten gegen Abschiebungen kam: Am vergangenen Freitag standen im Flug AF946 nach Douala/Kamerun Passagiere gegen eine Abschiebung auf – vier von ihnen wurden in der Folge aus dem Flugzeug abgeführt und die Personalien festgestellt. Und Mittwoch morgen weigerten sich mehrere Passagiere, bei einem Flug der Royal Air Maroc ihre Sitzplätze einzunehmen, bis die Maschine eineinhalb Stunden später ohne die beiden Gefangenen abhob. Angestellte der Air France sprechen sich bereits seit 2007 gegen Abschiebeflüge der Airline aus – bislang ohne Erfolg.

Der couragierte Einsatz im Flieger wird für die AktivistInnen voraussichtlich ein juristisches Nachspiel in Frankreich haben, in Mali jedoch dürfte ihnen ein herzlicher Empfang sicher sein. An der Durchführung der Karawane ist maßgeblich eine Organisation selbstorganisierter Abgeschobener aus Mali beteiligt, die die Brutalität in den Fliegern aus eigener Erfahrung kennen.
Die TeilnehmerInnen der Karawane wollen nun schnellstmöglich ihre Reise nach Bamako fortsetzen, um dort rechtzeitig zum Auftakt der Tour am 25. Januar einzutreffen. Der Endpunkt ist Dakar, die Hauptstadt Senegals. Dort findet vom 6. bis 11. Februar 2011 das 11. Weltsozialforum statt.

Das Netzwerk Afrique Europe Interact ruft zu Spenden für neue Flugtickets und eventuelle Prozesskosten auf.

Für Rückfragen:
Michael Hacker in Paris (Augenzeuge) 0176-23569349
Marion Bayer – Netzwerk Afrique-Europe Interact 0176-25111738
Christoph Arndt – Netzwerk Afrique-Europe Interact 0176-82062808

http://www.afrique-europe-interact.net/


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Rassismus in (der) Mitte ? Was tun im Wedding!

Rassismus in (der) Mitte ?
Was tun im Wedding!

Diskussionsveranstaltung mit
● Sevim Dagdelen MdB (die LINKE) Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik
● Daniel Gollasch (Bündnis 90/Die Grünen) Sprecher der AG „Aktiv gegen Rechts”
● Dr. Christian Hanke (SPD) Bezirksbürgermeister, Berlin-Mitte
● Nina Mühe Herausgeberin der OSI Studie „Muslime in Berlin“

Montag, 24. Januar, 19.00 Uhr
Beuth Hochschule, Raum B501, Haus Gauß
Luxemburger Straße 10 (U9, Amrumerstraße)

Wedding ist Bunt Kein Ort für Nazis

Eine Veranstaltung des Bündnis Mitte Gegen Rechstextremismus


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Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“: Landesparteitag „Die Freiheit“ verlegt!

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann

Presseerklärung: Landesparteitag „Die Freiheit“ verlegt!

Als einen Erfolg angemeldeter Proteste gegen den ersten Landesparteitag der „rechtspopulistischen“ Stadtkewitz -Partei „Die Freiheit“ am 11. Januar sieht das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ die Auflösung des Mietvertrages durch das Hotel „Crowne Plaza Berlin City Centre“ (Nürnberger Straße 65) und erklärt dazu:

Zur Auflösung des Vertrages sowie deren Hintergründe gab es vom Hotel keine weiteren Auskünfte. Einzig, dass diese Auflösung im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt sein soll. Auch wenn wir es begrüßen, dass der Landesparteitag von „Die Freiheit“ daher kurzfristig verlegt werden muss, ist der bereitwillige Verzicht auf Rechtsmittel durch eine Partei die in diesem Jahr zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen antreten will, erstaunlich. Ob sie damit den Protesten und somit einer zu großen Aufmerksamkeit ausweichen will oder tatsächlich, die fehlenden personellen Kapazitäten und Unterstützungen in der Berliner Bevölkerung
kaschieren will, lässt sich nur vermuten. Auf den Parteitag selbst kann sie allerdings nicht verzichten, da sie eine Satzung für die Zulassung zu den Wahlen benötigt. Anders lässt sich das hektische, überstürzte und selbst bei einigen Anhänger_innen umstrittene intransparente Agieren seit ihrer Gründung auch nicht erklären.

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ will aber sicher gehen und wird auf ihre angemeldete Kundgebung auf dem Breitscheidplatz gegen „geistige Brandstifter_innen“ und Rassist_innen nicht verzichten. Es ist wichtig, nicht nur angesichts von sieben Brandanschlägen auf islamische Einrichtungen in Berlin Gesicht gegen den Versuch zu zeigen, die Gesellschaft zu polarisieren und Hetze gegen Migrant_innen insbesondere
Muslim_innen zu betreiben. Rassist_innen und ihrer Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen, die Ausgrenzung wegen ihrer Herkunft, Religion, dem sozialen Status oder ihrer Lebensweise legitimieren soll, muss entschiedener Widerstand entgegengesetzt werden. Egal, wo sich die Stadtkewitz-Partei morgen mit Unterstützung der selbsternannten rassistischen Bürgerbewegung „Pax Europa“ sowie ihrem Sprachrohr, dem Webportal „politically incorrect“ versammelt, wir werden da sein!

Treffpunkt bleibt um 17.00 Uhr der Breitscheidplatz, Höhe Gedächtniskirche, auf der Seite der Budapester Straße. Dort soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden.

DEMO: 11. JANUAR 2011 | 17 UHR | BREITSCHEIDPLATZ


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„Pro Deutschland“ will von „Terrorhysterie“ profitieren

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann

An die Leiter der Ressorts
Lokales / Berlin / Überregional Berlin, 26. 11. 2010

Presseerklärung:
„Pro Deutschland“ will von „Terrorhysterie“ profitieren

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ verurteilt den Versuch von „Pro Deutschland“ die derzeitig verschärfte Sicherheitslage für ihre rassistischen Propagandafeldzüge zu missbrauchen. Anschläge oder schon ihre Ankündigungen durch wen auch immer, treffen letztendlich immer Menschen und ihre Freiheiten, ohne dabei Rücksicht auf die Herkunft, Religion, den sozialen Status oder ihrer Lebensweise zu nehmen.

Ihre für den 28. November am Brandenburger Tor geplante Kundgebung „Gegen die Islamisierung Deutschlands“ habe „durch die verschärfte Sicherheitslage in Berlin ungeahnte Aktualität bekommen“ teilen die Rechtspopulist_innen und Rassist_innen mit scheinbarer Freude mit. Es reicht ihnen also nicht, vorhandene Ressentiments gegen Migrant_innen insbesondere gegen Muslim_innen auszunutzen bzw. zu verstärken und Ängste zu schüren. Darüber hinaus wollen sie aus der Panikmache durch einzelne Politiker_innen und sogenannter Sicherheitskreise Kapital schlagen. Wer mit der Terrorwarnung das Denunziantentum heraufbeschwört, seinen Sicherheitswahn wieder aufleben lässt und Bürger_innenrechte einschränken will, bereitet Rechtspopulist_innen den Boden.

Die größte Gefahr für diese Demokratie geht nicht von Migrant_innen oder Muslim_innen aus. Sie geht von der Mitte der Gesellschaft und von jenen aus, die die Bürger_innenrechte und die Demokratie bzw. deren Geltung insbesondere für Migrant_innen und vermeintliche Muslim_innen einschränken wollen. Die ständig gebetsmühlenartig wiederholten Demokratie- und Freiheitsbekenntnisse von Pro Deutschland sind nichts weiter als reine Staffage. Ihr einziges Ziel bleibt die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft, um daraus politischen Nutzen zu ziehen.

Den lächerlichen Versuch „politische Gegner_innen“ provozieren zu wollen, die auf Grund der vielfachen Reinfälle der letzten Veranstaltungen sowie der generellen Bedeutungslosigkeit von „Pro Deutschland“ in Berlin, keine Veranlassung für eine Gegenmobilisierung gesehen haben, lassen wir bewusst unkommentiert. Ein von vorneherein angemeldeter Infostand auf dem Platz des 18. März sowie die damit verbundene Flyerverteilaktion rund um das Brandenburger Tor, finden wie geplant ab 11.00 Uhr statt. Gegen eine zahlreiche Unterstützung bei der Verteilaktion auch rings um die nun von „Pro Deutschland“ geplante anschließende Demonstration hat das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ keinerlei Einwände – Im Gegenteil!

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Bürgermeister von Berlin-Neukölln ruft Ausnahmezustand im Rathaus aus

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann

Berlin, 27. 10. 2010

Presseerklärung:

Bürgermeister von Berlin-Neukölln ruft Ausnahmezustand im Rathaus aus

Wir teilen hiermit Herrn Buschkowsky, dem Bezirksamt Neukölln und der Berliner Polizei mit, dass wir Zivilcourage von niemandem weiter kriminalisieren lassen. Alle Bürger_innen von Berlin besonders aus Neukölln rufen wir deshalb dazu auf, sich von der Handlungsweise des Bezirksamtes und der Berliner Polizei nicht einschüchtern zu lassen und am kommenden Freitag ab 17.00 Uhr einen bunten und lautstarken Protest gegen „Pro Deutschland“ vor das Rathaus zu tragen.

Aus einem Schreiben des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Neukölln Heinz Buschkowsky an die Mitarbeiter_innen des Bezirksamtes sowie die BVV-Fraktionen geht hervor, wie er sich in Zukunft Demokratie und Zivilcourage in Neukölln vorstellt. In Erwartung der Proteste gegen die Gründung eines Ortsverbandes von „Pro Deutschland“ wird das Rathaus Neukölln zu einer von Polizei und Sicherheitskräften verbarrikadierten Festung umgebaut. Die Mitarbeiter_innen des Bezirksamtes werden aufgefordert ihren Dienst um 14.00 Uhr zu beenden und das Gebäude unverzüglich zu verlassen, da die Eingänge um 14.30 Uhr geschlossen werden. Geplante öffentliche Fraktionssitzungen von B 90/ Die Grünen und DIE LINKE sollen lediglich mit bis zu 15 Personen stattfinden dürfen. Das Treppenhaus und die Toiletten im Altbau dürfen nicht genutzt, Ausweise müssen von BVV-Mitglieder vorgezeigt und Bürgerdeputierten sollen dem Pförtner per Liste namentlich bekanntgegeben werden. Dies werde durch Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitspersonal auf allen Etagen gewährleistet, wurde mitgeteilt. Als Grund soll eine besondere Sicherheitslage herhalten. Ob hierbei die Anwesenheit von „Pro Deutschland“ im Rathaus als besonders gefährlich eingestuft wird oder die Proteste gegen diese Rassist_innen, bleibt offen.

Jedenfalls hatte die Mehrheit des Bezirksamtes kein Problem damit, angeblich geläuterten Neonazis bzw. Rassist_innen den Zugang zum Gedenkort „Widerstand in Neukölln 1933-1945“ zu ermöglichen.

Somit lässt sich daraus wohl der Schluss ziehen, dass die Menschen, die vor haben, gegen Neonazis und Rassist_innen Zivilcourage zu zeigen, für das Bezirksamt als Problem im und vor dem Rathaus Neukölln wahrgenommen werden und nicht die Anwesenheit von, „Pro Deutschland“. Das ist ein Skandal, nicht zuletzt auch wegen der letzten Anschläge gegen linke Projekte und Einzelpersonen.

Das wird uns aber nicht einschüchtern, sondern bestärken!

Kommt also zahlreich den „Abgesang auf „Pro Deutschland“ feiern!“. Gegen Nazis und
Rassit_innen! Ab 16.00 Uhr in Kooperation mit „Neukölln TV“ an „Neuköllner Sterne 2011“ vor dem Rathaus teilnehmen und im Anschluss unser Anliegen „Für ein gemeinsames,
gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Zusammenleben in Neukölln“ unterstützen!

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Rassismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Chauvinismus war nie ein Randproblem!

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann

Presseerklärung:

Rassismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Chauvinismus war nie ein Randproblem!

Die größte Gefahr für diese parlamentarische Demokratie geht weder von „linken Rändern“ noch von Migrant_innen oder Muslim_innen aus, sondern droht aus der Mitte der Gesellschaft, erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ anlässlich der gestrigen Veröffentlichung der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Die Mitte in der Krise“.

Diejenigen, die die Grundgesetzestreue gebetsmühlenartig von Migrant_innen einfordern, erweisen sich nun teilweise selbst als Gegner_innen von in der Verfassung verankerten Grundrechten. Was hier als „Extremismus oder Radikalisierung der Mitte“ bezeichnet wird, ist von antirassistischen und antifaschistischen Gruppen schon lange thematisiert und von einem Großteil der Vertreter_innen aus Politik, Medien und Gesellschaft nicht erst zuletzt in der Sarrazin-Debatte ignoriert oder verharmlost worden. Sie tragen eine Mitverantwortung dafür, dass soziale Probleme wieder in großem Maße ethnisiert und kulturalisiert werden und Migrant_innen im Allgemeinen und Muslim_innen im Besonderen zu Sündenböcken abzustempeln. Die Politik schafft den idealen Nährboden für den derzeitigen Rechtsruck auch in Deutschland. Dieser Entwicklung scheinen viele Vertreter_innen aus Politik, Medien und Gesellschaft nicht nur hilflos gegenüber zu stehen, sondern sie aktiv zu befördern.

Das jetzt mit der Veröffentlichung der Studie einsetzende Wehklagen durch Vertreter_innen aus Politik, Medien und Gesellschaft ist heuchlerisch. In der Sarrazin-Debatte, deren Einfluss auf den Rechtsruck in Deutschland noch keinen Eingang in die Studie fand, sind erneut Vorurteile und Ressentiments geschürt worden, die ein gesellschaftliches Klima des Generalverdachts gegen Migrant_innen und Muslim_innen weiter befördert haben. Statt darauf zu reagieren, wurden sich hinter einer „Meinungsfreiheits- und Integrationsdebatte“ versteckt und Ursachen sowie Verursacher sozialer Probleme verschleiert.

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ fordert hier von den Verantwortlichen endlich sichtbare und konkrete Konsequenzen. Wir brauchen nicht immer neue Aktionspläne als Papiertiger ohne Wirkungsmacht oder öffentlichkeitswirksame Wettbewerbe zur Selbstdarstellung von Politiker_innen. Wir brauchen den Erhalt und Ausbau alternativer, antirassistischer und antifaschistischer Projekte. Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechts muss erweitert statt immer weiter eingeschränkt oder gar kriminalisiert zu werden. Zeigen sie endlich Verantwortungsbewusstsein!

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Hotel Berlin (Lützowplatz) macht sich zum Komplizen von Rassist_innen und Rechtspopulist_innen

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
Sprecher des Bündnisses: Dirk Stegemann

Hotel Berlin, Berlin
Lützowplatz 17
10785 Berlin, Germany

z. Hd. Cornelia Kausch (Managing Director, Berlin)
CC: Anders Nissen (Pandox AB, Sitz Schweden, Eigentümer)
Berlin, 12. 10. 2010
Per Fax: 08-506 205 70/ 030 260 539 30 05

Offener Brief:

Hotel Berlin (Lützowplatz) macht sich zum Komplizen von Rassist_innen und Rechtspopulist_innen

Sehr geehrter Herr Anders Nissen,
Sehr geehrte Frau Cornelia Kausch,

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ wendet sich mit diesem Offenen Brief an Sie. Wir kritisieren, dass Sie mit Hilfe Ihres des Hotels Berlin am 2. Oktober 2010 dem Rassisten und Rechtspopulisten Geert Wilders ein Podium geboten haben, auf dem er erneut demagogisch gegen Muslim_innen Stimmung machen konnte. Egal, wie es gedreht und gewendet wird, es bleibt Rassismus, wenn Menschen – in diesem Falle Musliminnen und Muslime – kollektive Eigenschaften zugeschrieben werden, die als faktisch unabänderlich gelten sollen. Da hilft es auch nicht, wenn die dumpfen Vorurteile und Ressentiments als „Angst, die man ernst nehmen muss“, getarnt werden. Und es ändert auch nichts, dass dieser Rassismus unter dem Deckmantel des Liberalismus und der Verteidigung von Frauenrechten, Homosexuellen oder gar der Aufklärung gegen den Islam in Stellung gebracht wird.

Die europäische Idee der Aufklärung, der Säkularisierung, der Toleranz und der Rechte des Individuums scheinen in Europa tatsächlich in Gefahr. Doch die Gefahr für das Erbe der Aufklärung geht weniger von den Musliminnen und Muslimen aus, als vielmehr von jenen Ideolog_innen, die politische oder soziale Fragen in religiöse oder ethnische umdeuten. Denn der entscheidende Unterschied zwischen Aufklärung und Rassismus besteht darin, dass bei ersterem diskriminierende Praktiken und Verbrechen angeklagt werden und nicht wie bei Rassismus eine ganze Bevölkerungsgruppe. Die Gefahr für die Aufklärung geht aber auch von jenen aus, die aus purem ökonomischem Interesse Rechtspopulist_innen und Rassist_innen eine Bühne geben.

Wir nehmen mit Sorge zur Kenntnis, dass in den letzten Wochen zunehmend ein gesellschaftliches Klima erzeugt wurde, in dem der Generalverdacht gegen Migrant_innen im Allgemeinen und Muslim_innen im Besonderen geschürt wird. Zu diesem Klima haben Sie wissentlich beigetragen. Sie haben in Ihrem Hotel mit dem Auftritt des Rassisten Geert Wilders ein Klima geschaffen, das offenbar Leute wie Uwe Meenen, Landesvorsitzender der Berliner NPD und den Holocaustleugner Gert Walters unbehelligt zu dieser für Sie sicher einträglichen Veranstaltung gezogen hat. Sie haben sich damit zu Kompliz_innen von Rassist_innen und Rechtspopulist_innen gemacht.

In diesem Zusammenhang ist es einfach unglaubwürdig, wenn Sie in Ihrer Entgegnung auf die Kritik an dem durch Sie ermöglichten Auftritt von Geert Wilders in Berlin auf Ihrer Seite im Netzwerk Facebook behaupten: „Berlins einzigartiges Talent [zu teilen], unterschiedliche Menschen und Ideen zusammenzubringen – auch, wenn wir anders denken. Unsere Werte: Ehrlichkeit im Umgang miteinander, Respekt füreinander, Kommunikation miteinander und Lernen voneinander. Wir zensieren nicht, sagen ‚ja’ zur freien Meinungsäußerung…, einer öffentlichen Meinungsbildung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Eure Reaktionen werden uns aber sicher künftig differenzierter handeln lassen.“

Es ist schon verwunderlich, dass sich ausgerechnet jene, die wissentlich rassistische Hetze gegen andere Menschen betreiben bzw. diese befördern, sich auffallend häufig auf die freie Meinungsäußerung berufen. Wer den Islam mit dem Faschismus und den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ gleichsetzt, betreibt Geschichtsrevisionismus und verharmlost die faschistischen Verbrechen. Und wer indirekt suggeriert, dass alle Muslime Ehrenmorde und Genitalverstümmelung praktizieren und im Übrigen Kriminelle, „unproduktive Gemüsehändler“ und „Kopftuchmädchen produzierende“, “ unintegrierbare“ bzw. „integrationsunwillige“ Menschen seien, während Christen und Juden beten – dem geht es nicht um das Benennen von Problemen oder eine freie Meinungsäußerung, sondern um Hetze. Wir teilen die Auffassung der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die den Auftritt des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders in Berlin kritisierte: “Rechtspopulistische Angriffe auf Teile unserer Bevölkerung spalten dagegen unsere Gesellschaft.” Genau das tun auch die, die wie René Stadtkewitz mit seiner Partei „Die Freiheit“, die selbsternannte Bürgerbewegung „Pax Europa“ sowie der Betreiber des rassistischen Internetportals „politically incorrect“ Steffen Herre im rassistischen Windschatten von Geert Wilders Rassismus und Hass hoffähig machen wollen oder dies begünstigen. Und es grenzt schon an Verhöhnung, wenn Sie in ihrer Verteidigung suggerieren, eine geschlossene, nicht öffentliche, von Staatsschutz und Sicherheitskräften abgeschottete Veranstaltung habe etwas mit „Kommunikation miteinander und Lernen voneinander“ zu tun.

Wir werden uns entsprechend an die in Berlin befindlichen diplomatischen Vertretungen anderer Staaten wenden und sie auf Ihre Geschäftspraxis hinweisen. Insbesondere Ländern mit muslimischen Bevölkerungsteilen dürfte es kaum zumutbar sein, weiterhin Ihre Staatsangehörigen zu Gast in ein Hotel zu empfehlen, dass auch gezielt und bewusst Rassist_innen ein Podium für Hetze und Diskriminierung bietet. Ebenso werden wird uns an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages wenden und diese, sollte es zutreffend sein, dass das Hotel Berlin Vertragspartner des Deutschen Bundestages ist, auffordern, ihre Besuchsgruppen aus Wahlkreisen etc. nicht mehr bei Ihnen unterzubringen.

Mit antirassistischen Grüßen
Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/
Mail: rechtspopulismusstoppen@gmx.com
c/o Dirk Stegemann (Sprecher)

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Demo: Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen

Demonstrationsroute


Es sind zwei entgegengesetzt laufende Demonstrationen rund um den Breitscheidplatz
geplant. Start- und Endpunkt beider Routen ist der Olof-Palme-Platz. Auf Höhe der von
„Pro Deutschland“ angemeldeten Kundgebung (auf dem Breitscheidplatz) findet
parallel eine Zwischenkundgebung statt.

Strecke: Olof-Palme-Platz – Nürnberger Straße – Tauentzienstraße – Kurfürstendamm –
Budapester Straße – Olof-Palme-Platz (und umgekehrte Richtung).

Hier findet Ihr die Demo-Route


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Keine Kriminalisierung von Zivilcourage im Vorfeld des Wilders-Besuches durch die Polizei!

Presseerklärung:

Zum erneuten Versuch der Berliner Polizei das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ im Auflagenbescheid für die angemeldeten Proteste am 03. Oktober gegen die Rechtspopulist_innen und Rassist_innen der selbsternannten Bürgerbewegung „Pro Deutschland“ zu kriminalisieren, erklärt das Bündnis:


Wenn der Berliner Senat schon nicht die Zivilcourage gegen die Aktivitäten rechtspopulistischer und rassistischer Organisationen am kommenden Wochenende sowie gegen den Besuch des Rassisten Geert
Wilders im Rahmen derselben in Berlin zu unterstützen, soll er wenigstens die vom Bündnis „Rechtspopulisten stoppen“ angemeldeten Proteste nicht behindern und kriminalisieren. Bis heute sind noch nicht
einmal die in unserem Offenen Brief an den Innensenator bzw. den Senat erhobenen Vorwürfe und Fragen an die Berliner Polizei betreffs der Proteste gegen den Bundesparteitag von „Pro Deutschland“ beantwortet worden. Das betrifft auch die bisher unbewiesenen Behauptungen der Berliner Polizei zu Übergriffen von
Demonstrationsteilnehmer_innen auf Polizeibeamt_innen oder die im erwähnten Auflagenbescheid für den 03. Oktober unterstellten „körperlichen Angriffe auf Teilnehmer_innen des Bundesparteitages und massiven akustischen Störungen“. Den von uns eingeforderten Beweis für diese kriminalisierenden Unterstellungen blieben Senat wie auch Polizei bis heute schuldig. Anzeigen gegen Teilnehmer_innen der Proteste wegen solcher Straftaten sind dem Bündnis nicht bekannt.

Statt die Kriminalisierung der ständig von der Politik eingeforderte Zivilcourage gegen Neonazis, Rechtspopulist_innen und Rassist-innen zu dulden, zu unterstützen oder für eigene Profilierungsversuche zu
nutzen, sollten die Verantwortlichen in der Politik endlich selbst aktiv werden. Angesichts des derzeitigen Rechtsrucks in Europa sowie der in Deutschland offensichtlich zu Tage tretenden und von Rechtspopulist_innen ausgenutzten und geschürten Ressentiments und Vorurteile gegen ganze Bevölkerungsgruppen u.a. wegen ihrer Herkunft, Religion, dem sozialen Status oder ihrer Lebensweise, ist dies
dringend geboten. Es reicht nicht aus, sich hinter einer „Meinungsfreiheits- und Integrationsdebatte“ zu verstecken und einer Auseinandersetzung mit latent vorhandenem Rassismus aus dem Weg zu gehen.

Rechtspopulist_innen mit ähnlichen eigenen Integrationsforderungen und damit verbundenen Sanktionen in
vermeintlich abgeschwächter Form gegen so schon benachteiligte bzw. diskriminierte Menschen indirekt Recht zu geben, um entweder eigene Ressentiment zu bedienen oder um ihnen angeblich das Wasser abgraben und Wähler_innen abjagen zu wollen, ist der falsche Weg. Die Regierungsbildung in den Niederlanden hat bewiesen, dass diese Strategie nicht aufgeht und eher eine Radikalisierung von Rechtspopulist_innen und Rassist_innen nach sich zieht, um sich von der Politik weiterhin abzugrenzen.

Wir fordern darüber hinaus einen grundsätzlichen Politikwechsel sowie eine damit verbundene tiefgreifende Gesellschaftskritik.

Rassismus ist keine Meinung! Widerstand gegen Rassismus ist legitim, wenn nötig auch mit zivilem Ungehorsam! Für ein gleichberechtigtes, diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Zusammenleben aller
Menschen auf die Straße gehen! Am 02. Und 03. Oktober in Berlin!

Infos unter: http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/


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Elsässer mit Rassisten und Rechtspopulisten gegen das Finanzkapital!

Presseerklärung:

Elsässer mit Rassisten und Rechtspopulisten gegen das Finanzkapital!

Zur am 25. September stattfindenden Elsässer-Konferenz in Berlin mit dem Thema “Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr” erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

Ein Bündnis mit der NPD ging Elsässer bisher noch zu weit. Kein Problem hat er aber damit, mit Rassisten und Rechtspopulisten, die er extra aus dem Ausland eingeladen hat, unter eine Decke zu kriechen. Scheinbar ist dies sein Beitrag zur europaweiten Vernetzung sowie Etablierung rechter Kräfte und zur Legitimierung von Rassismus. Und so rührt er ganz im Sinne seiner bräunlichen „Volksinitiative“ am 25. September in Berlin eine illustre Mischung reichlich gewürzt mit Rassisten, Rechtspopulisten, und Rechtsökologen zu einer Konferenz mit dem Thema “Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr” zusammen.

Dass Elsässer mit Nigel Farage, Europaabgeordneter der rechtspopulistischen United Kingdom Independent Party (UKIP), den braunen Schulterschluss sucht, wird niemanden verwundern. Doch dass sich selbst als linksdefinierende ehemalige Funktionsträger der DDR wie Klaus Blessing, ehemaliger Staatssekretär im DDR-Wirtschaftsministerium dafür hergeben, Rassisten und Rechtspopulisten mit ihrer Teilnahme salonfähig zu machen, hinterlässt mehr als einen faden Beigeschmack. Würden sie sich auch mit der NPD an einen Tisch setzen? Denn die UKIP, die die heutige EU mit der Sowjetunion vergleicht, der angeblich ein Europa der „freien Völker“ entgegensetzt werden muss, tarnen ihren Rassismus gegen Migranten analog zu Wilders und Sarrazin hinter den Floskeln wie der „schleichenden Islamisierung“ und „Kolonisierung durch die Geburtenraten der Muslime“.

Wer sich mit Farage an einen Tisch setzt, lässt sich auch auf die rassistische „Lega Nord“ aus Italien, die rechtsextreme griechische Partei LAOS, die „Dansk Folkeparti“, die „Wahren Finnen“ und die „Slowakische Nationalpartei“ ein. Allesamt bekannt durch ihre Hetze gegen Roma, Migranten sowie Homo und Trans. Denn diese Parteien gehören der Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“ im Europaparlament an. Und dessen Fraktionsvorsitzende sind Nigel Farage und Francesco Speroni (Lega Nord).



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Bundesregierung entzieht sich ihrer Mitverantwortung bei Wilders-Besuch

Presseerklärung:


Bundesregierung entzieht sich ihrer Mitverantwortung bei Wilders-Besuch

Dazu erklärt das Bündnis:

Mit Desinteresse begegnet die Bundesregierung der Gefahr zu erwartender Straftaten wie Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass oder anderer Belange der öffentlichen Sicherheit beim Besuch von Geert Wilders in Berlin am 2. Oktober 2010. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (DIE LINKE) hervor.

Der Versuch, rechtspopulistische, rassistische Organisationen wie die selbsternannte Bürgerbewegung „Pax Europa“ oder das rassistische Webportal „politically incorrect“ als irgendeine beliebige private Vereinigung und den Rassisten Geert Wilders als irgend einen unbekannten Dritten darzustellen und zu verharmlosen, konterkariert sämtliche Bemühungen antirassistischer, antifaschistischer Gruppen und Initiativen der Hetze und europaweiten Vernetzung von Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen entgegenzutreten. Das wird vom Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ aufs entschiedenste kritisiert.

Damit setzt die Bundesregierung ihre „Vogel-Strauß-Strategie“ im Umgang mit Rechtspopulismus und Rassismus, die sie schon bei der Debatte um Sarrazin gezeigt hat, weiter fort. Wiederholt hat die Bundesregierung deutlich gemacht, dass für sie Rassismus kein gesamtgesellschaftliches Problem ist, sondern lediglich eines rechtsextremer Gruppen. Kein Wunder, dass es bis heute kein wirksames Konzept für die Bekämpfung von Rassismus gibt.

Auch versteckt sich die Bundesregierung hinter ihrer vermeintlichen Nichtzuständigkeit. Sie sieht die Verantwortung zur Prüfung der Voraussetzungen für ein Einreiseverbot von Geert Wilders auf Grund der zu erwartenden Straftaten -einhergehend mit seiner rassistischen Propaganda gegen Muslima und Muslime- einzig beim Berliner Senat und der Berliner Ausländerbehörde. Entsprechende Gespräche mit diesen plant die Bundesregierung offensichtlich nicht. Der Berliner Senat dagegen scheint den Wilders-Besuch ebenfalls aussitzen zu wollen. Eine Reaktion auf unseren Offenen Brief vom 7. September zum Einreiseverbot für Wilders sowie den Aufruf zu Protesten gegen den Wilders-Besuch am 2. Oktober und das „Sarrazin-Soli-Event“ von „Pro Deutschland“ am 3. Oktober gibt es jedenfalls bis heute nicht. Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ wird aber weder die Bundesregierung noch den Berliner Senat aus ihrer politischen Verantwortung wenigstens zu einer klaren Positionierung entlassen.


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Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen!

Berlin wehrt sich gegen Rassist_innen!
Am 2. Oktober: Geert Wilders nach Hause schicken!!


In Berlin tobt derzeit ein makaber anmutender Wettlauf unter Rechtspopulist_innen, wer unter dem Deckmantel „Islamkritik“ die meisten Vorurteile und Ressentiments besetzen sowie die Ängste von Menschen am besten auszunutzen versteht. Neben dem Berliner Ableger von „Pro Deutschland“ und dem rassistischen Stichwortgeber Thilo Sarrazin wollen nun auch das Noch-CDU-Fraktionsmitglied René Stadtkewitz, gleichzeitig Vorstandsmitglied der selbsternannten Bürgerbewegung „Pax Europa“ und das rassistische Internetportal „Politically Incorrect“ mit der öffentlich inszenierten Einladung des Niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders ihr Stück vom Kuchen abholen.

Rechtspopulismus und rassistische Hetze haben, versteckt hinter einer „Meinungsfreiheits- und Zensurdebatte“, Konjunktur. Zeit dagegen aktiv zu werden!

Wilders ist derzeit europaweit der auffälligste Rechtspopulist und Rassist. Als Vorsitzender seiner Ein-Mann-Partei , der Niederländischen „Partij voor de Vrijheid“ (PVV), ist Stimmungsmache gegen Muslima und Muslime der Hauptbestandteil seiner Agitation und verbindet ihn mit René Stadtkewitz (noch CDU-Fraktionsmitglied im Berliner Abgeordnetenhaus) und dem rassistischen Internetportal „Politically Incorrect“, die für seine Einladung für den 02. Oktober nach Berlin verantwortlich sind.

Stadtkewitz und „Politically Incorrect“ setzen dabei auf die von Wilders verfolgte Strategie, den Islam mit dem Faschismus gleichzusetzen und über eine Verharmlosung von Nazis eine Kriminalisierung von Muslima und Muslime zu erreichen. Vorurteile und Ressentiments sollen geweckt bzw. verstärkt werden. Die Einladung von Wilders ist aber auch als Zeichen der zunehmenden Vernetzung von Rechtspopulist_innen und Rassist_innen, ganz im Sinne der von Wilders international unter dem Namen „Geert Wilders Allianz für die Freiheit“ angestrebten Organisation, zu verstehen. Diese soll rechtspopulistische und rassistische Organisationen aus Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada und Deutschland im Kampf gegen eine angebliche „Überfremdung“ einen. Schon hier braucht es unseren entschiedenen Widerstand!

Auch die Einladenden sind in der rechtspopulistischen und rassistischen Szenerie keine Unbekannten. Das Berliner Abgeordnetenhausmitglied René Stadtkewitz und das Internetportal „Politically Incorrect“ haben sich in den letzten Jahren durch rassistische Polemik gegen Muslima und Muslime einen Namen gemacht. Während Stadtkewitz einer der Köpfe der rassistischen Mobilisierung gegen den Bau einer Moschee in Pankow-Heinersdorf war, ist „Politically Incorrect“ der derzeit aktivste rassistische und anti-muslimische Internet-Blog. Die politische „Betätigung“ Stadtkewitz‘ gegen Muslima und Muslime und ihre Moscheen führte inzwischen zu seinem Ausschluss aus der Berliner CDU. Seine rassistische, antimuslismische Mobilisierung, die er in Pankow-Heinersdorf begann, versucht er nun überregional mit der „Bürgerbewegung Pax Europa“ fortzusetzen. René Stadtkewitz und „Politically Incorrect“ sind demnach geradezu prädestiniert dafür, dem europaweit berüchtigtsten Rechtspopulisten ein Podium für seine rassistischen Thesen zu bieten.

Der Termin des 2. Oktober ist daher auch nicht zufällig gewählt. Bereits im letzten Jahr stießen sich die Rechtspopulist_innen von „Pax Europa“ daran, dass der „Tag der offenen Moschee“ zeitgleich mit dem „Tag der deutschen Einheit“ stattfand. Mit einer Kundgebung sollte gegen die „Okkupation“ dieses Tages durch muslimische Verbände demonstriert werden. Auch die diesjährige Veranstaltung mit Wilders ist demnach ein Protest gegen etwas, was nach Ansicht der Rassist_innen nicht sein kann: Dass Muslima und Muslime das Recht auf einen Platz in dieser Gesellschaft haben und einfordern.

Während Wilders, Stadtkewitz, Sarrazin und ihre Anhänger_innen gegen Migrant_innen rassistisch polemisieren und den Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei fantasieren, setzen wir uns für ein solidarisches und friedliches Zusammenleben aller, unabhängig von Kultur, Religion, sozialem Status und sexueller Identität ein und stellen uns gegen jegliche Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitswahn.

Da bisher von den Veranstalter_innen weder Ort noch Zeit der Veranstaltung bekannt gegeben wurden, ist unsere Losung:

Egal wo Rechtspopulist_innen ihre rassistische Propaganda verbreiten, wir werden uns ihnen entgegenstellen und unseren Protest auf die Straße tragen!
Für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes Zusammenleben! Gegen die Spaltung unserer Gesellschaft! Gegen Ausgrenzung!

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“
http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/


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Innensenator Ehrhardt Körting nicht an Aufklärung der Vorwürfe seitens des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ interessiert

Presseerklärung:


Innensenator Ehrhardt Körting nicht an Aufklärung der Vorwürfe seitens des Bündnisses
„Rechtspopulismus stoppen“ interessiert

Zur heutigen Innenauschusssitzung des Berliner Senats erklärt das Bündnis:

Fast zwei Monate nach den Protesten gegen den Bundesparteitag der rechtspopulistischen
Organisation „Pro Deutschland“ und den Vorwürfen wegen des unkooperativen, chaotisch
anmutenden und von unverhältnismäßiger Gewaltanwendung geprägten Polizeieinsatzes gegen die Proteste war von Aufklärung unserer Vorwürfe kaum die Rede. Mit Vorwürfen zum Rechtsverständnis des Bündnisses versuchte der Innensenator vom eigentlichen Thema abzulenken.

Zu den Vorwürfen gegen den Polizeieinsatz legte er lieber den Mantel des Schweigens. Am Rande wurde lediglich in für die Polizei relevanten Fällen auf Ermittlungen verwiesen.
Das Bündnis verbittet sich Belehrungen eines Innensenators, der offenbar wenig Interesse an Transparenz und Aufklärung hinsichtlich polizeilichen Fehlverhaltens und unverhältnismäßiger Polizeigewalt zeigt. Gleichzeitig zeigt sich das Bündnis zutiefst enttäuscht darüber, dass eine Reihe von Politiker_innen, die sich dem Bündnis anschlossen und selbst Kritik geäußert hatten, ihre Versprechungen zur Aufklärung der von uns erhobenen Vorwürfe beizutragen, bisher nicht eingehalten haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass diese Vorwürfe, die wir schon am 19. Juli in einer Stellungnahme und auf Nachbereitungstreffen geäußert hatten, nicht auf der Tagesordnung standen und erst durch den Offenen Brief unter „Besondere Vorkommnisse“ überhaupt Erwähnung
fanden.

Wir fordern alle Abgeordnetenhausfraktionen in Berlin dazu auf, unseren Offenen Brief und die darin erhobenen Vorwürfe umfassend in der nächsten Innenausschusssitzung zu diskutieren.


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Pro Asyl fordert Beendigung der widerlichen Kooperation mit Libyen

Frankfurt (Pro Asyl Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge e.V.) 31.08.2010: Anlässlich seines Besuches in Italien präsentierte der libysche Diktator der Europäischen Union gestern Abend seine Rechnung für die Zusammenarbeit bei der Flüchtlingsabwehr: Er fordert fünf Milliarden als Gegenleistung dafür, dass er Schutzsuchende bereits an den libyschen Außengrenzen oder auf seinem Territorium stoppt. Die EU will bis Ende 2010 ein „Kooperations- und Partnerschaftsabkommen“ mit Libyen abschließen, um u. a die Zusammenarbeit im Politikfeld Migration und Flucht zu intensivieren.

Nach Auffassung von PRO ASYL darf es keine Partnerschaft mit einem Regime geben, das die Menschenrechte mit den Füssen tritt. „Das Anbiedern an Gaddafi, die Millionenbeträge aus Brüssel, die bereits für die Fluchtabwehr nach Libyen geflossen sind, und die Tatenlosigkeit der EU angesichts der Völkerrechtsbrüche Italiens gehören zu den widerlichsten Aspekten europäischer Flüchtlingspolitik“, so Karl Kopp, Europareferent von PRO ASYL. Die italienische Küstenwache hat allein zwischen Mai und Dezember 2009 über 1.400 Bootsflüchtlinge in die Haftlager von Gaddafi zurückverfrachtet.

Europa muss sich entscheiden: Für die Fortsetzung der fatalen Allianz mit Gaddafi oder für die Rückkehr zu Humanität und Völkerrecht.

Der libysche Diktator will mehr Geld für Internierungslager, Abschiebeflüge und die technologische Hochrüstung seiner südlichen Außengrenzen. Geplant ist beispielsweise ein Grenzkontrollsystem, das Radar- und Satellitenüberwachung kombiniert, entlang der 400 Kilometer langen libyschen Landgrenze zum Niger und zum Tschad. Die Kosten von circa 300 Millionen Euro sollen zu 50 % von Italien und zur anderen Hälfte von der EU getragen werden.

PRO ASYL fordert von der EU den Stopp aller Zahlungen und das Ende jeglicher Kooperationen in Sachen Flüchtlingspolitik mit Libyen. Die angestrebte Polizeikooperation zwischen der EU-Grenzagentur Frontex und Libyen darf nicht zu Stande kommen. Das Abdrängen und Zurückweisen von Bootsflüchtlingen nach Libyen muss aufhören.

Hinweis: Die STIFTUNG PRO ASYL verleiht am Samstag, den 4. September ihren Menschenrechtspreis 2010 an den italienischen Journalisten Gabriele del Grande. Del Grande dokumentiert die dramatischen Folgen der Kooperation Italiens mit dem Diktator Gaddafi. Die Laudatio hält Ilija Trojanow, ein Schlusswort spricht Tom Koenigs, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Die Preisverleihung findet um 14.00 Uhr im Ka Eins/Ökohaus, Kasseler Str. 1a in Frankfurt statt.


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Bayerische Flüchtlingsrat: LAGERINVENTOUR 2010

LAGERINVENTOUR 2010
Aufruf zur Unterstützung und Begleitung

Im Herbst (Oktober / November) wird der Bayerische Flüchtlingsrat wieder eine LagerInventour, diesmal unter dem (Arbeits-)Titel “Schmutziger Donnerstag” veranstalten. Nachdem wir im letzten Jahr damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben, möchten wir Euch diesmal bitten, uns bei der Planung zu unterstützen.
Wir streben an, jeden Donnerstag ein Lager unter einem besonderen Themenschwerpunkt zu besuchen. Diese Lagerbesuche sollen dann medial begleitet werden.

Wir haben mal ein paar Fragen zusammengestellt, die wir mit Euch über die Sommerpause abklären wollen:

- Welches Lager besuchen wir vor Ort?
- Themenvorschläge/-präferenz
- Welche Aktionen könnte man damit verbinden?
- Wer macht mit? Wer könnte sich in nächster Zeit darum kümmern? Wer könnte Ansprechpartner für uns sein und zum Netzwerktreffen (voraussichtlich am 18.09.) kommen?
- Gibt es einen bevorzugten Donnerstags-Termin im Oktober / November für den Besuch / die Aktion?
- Wo könnte eine Veranstaltung stattfinden? (Raumbuchung)
- Welche Kulturveranstaltung wäre drum herum möglich? Gibt es bereits eine in Planung, die man mit unserer Aktion verbinden kann?
- Wer muss wann informiert werden? Wer kümmert sich um Plakate / Aushänge / Flyer?
- Welche Kontakte zu Presse und weiteren Netzwerken gibt es vor Ort?
- Außerdem wäre für uns speziell Straubing interessant, da hier die Ausländerbehörde hinsichtlich der Verweigerung von Residenzpflichtbefreiungen sehr restriktiv ist.

Es wäre super, wenn Ihr Euch zu diesen Fragen schon mal ein paar Gedanken machen könntet. Wir werden zusätzlich versuchen, zeitnah dazu mit Euch ins Gespräch zu kommen.

Natürlich freuen wir uns auch über Eure Anrufe (089-762234)und E-Mails (kontakt@fluechtlingsrat-bayern.de)!


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“Putzaktion gegen braunen Dreck und Gestank”

Liebe Bündnispartner_innen, Unterstützer_innen und Teilnehmer_innen der Proteste am 17. Juli vor dem Rathaus Schöneberg,

Zum heutigen Tag, dem 19. Juli ab 09.00 Uhr hatte der Integrationszentrum Harmonie e.V. am Samstag auf der Kundgebung gemeinsam mit anderen Vereinen und dem Bündnis zu einer Putzaktion im und um das Rathaus Schöneberg aufgerufen. Ziel war die symbolische Beseitigung des zurückgelassen „braunen Drecks und Gestanks“ durch die selbsternannte Bürgerbewegung Pro Deutschland. Bedauerlicher Weise hat der derzeitig den Bürgermeister vertretende Stadtrat Bernd Krömer (CDU) nach der untersagten Veranstaltung des Bündnisses, dass auf Einladung der SPDFraktion in der BVV am Samstag im Rathaus stattfinden sollte, auch den Zutritt zum BVV-Saal für diese symbolische Putzaktion blockiert. Wir kritisieren das erneut für uns politisch fragwürdige
Agieren des Stadtrates und sehen darin eine deutliche Entsolidarisierung vom Anliegen des Bündnisses.

Nach den erfolgreichen Blockaden in Dresden und am 1. Mai in Berlin ist es den Berliner_innen zum wiederholten Male gelungen, einen deutlich sichtbaren Protest gegen Nazis und Rassist_innen auf die Straße zu tragen. Das Bündnis dankt allen Mitorganisator_innen und Unterstützer_innen sowie den insgesamt ca. 2500 Berliner_innen, die sich von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr den ca. 50 Teilnehmer_innen des Bundesparteitages der rassistsichen Organisation Pro Deutschland rund um das Rathaus Schöneberg entgegen gestellt haben. Ihr wart einfach großartig! Ausdrücklich Danke
auch an die Musikgruppen, die sich mit ihrem unbezahlten und unbezahlbaren Engagement dem Anliegen verbunden zeigten und natürlich an unsere super Moderator_innen, allen voran Serpil Pak.


Nur das Zusammenwirken aller hat ermöglicht, dass der Bundesparteitag von Pro Deutschland mit Verspätung und reduzierter Teilnehmer_innenzahl stattfinden konnte. Eine gute Ausgangsposition also für das Bündnis den Widerstand gegen den Einzug von Pro Berlin 2011 in das Parlament wirkungsvoll fortzusetzen.

Erheblich Vorwürfe richten wir gegen die massive Behinderungstaktik und unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Polizei sowie die dafür Verantwortlichen.

Schon zu Beginn der Veranstaltung zeigte sich die Einsatzleitung der Polizei kompromisslos. Einigten sich die Veranstalter_innen noch bei den  Kooperationsgesprächen mit der Polizei, an denen nur der Abschnitt 42 ein Interesse zu haben schien und anwesend war, auf die Formalien ohne Festlegung weiterer Auflagen – folgten diese dann unangekündigt und massiv direkt mit Beginn der Veranstaltung vom Einsatzleiter vor Ort – verbunden mit der Androhung einer Strafanzeige bei
Nichteinhaltung. Auch der scheinbare Wechsel der Verantwortlichkeiten vom Abschnitt 42 auf einen Einsatzleiter namens Herr Mey(i)er wurde weder angekündigt, noch kommuniziert. Offensichtlich war dies Ergebnis der in den letzten Tagen zunehmenden Unterstützungsaufrufe weiterer Organisationen wie dem DGB. Leider sorgte dies von Anfang an für eine unnötige Spannung vor Ort und die schon mehrfach gestellte Frage, ob durch Kooperationsgespräche lediglich Einschränkungen der Versammlungsfreiheit durch Auflagen einen demokratischen Anstrich erhalten und dem Abschöpfen von Informationen durch die Polizei dienen sollen.

Von einer friedlich „ausgestreckten Hand“ der Einsatzkräfte war genau so wenig zu spüren, wie von einer einheitlichen Strategie und Handlungsweise vor Ort. Scheinbar selektive, nicht angekündigte überzogene Vorkontrollen mitten in der Veranstaltung, unsensible Polizeibeamt_innen mitten zwischen den Trödelmarktkunden oder unhöfliche teils hämische bzw. gar keine Antworten auf Anfragen an Beamte waren an der Tagesordnung.

Weiterhin wurden die Veranstaltungen außer der vor dem Rathaus, eigenmächtig und ohne
Absprachen mit den Verantsalter_innen aber mit Verweis auf dieselben durch Polizeibeamte beendet und erst auf Nachfrage wieder zugelassen. Vorher versuchten Einsatzkräfte den Weg für ca. 10 Teilnehmer_innen des Bundesparteitages gegen mehrere hundert friedlich sitzende und stehende Protestierende in der Salzburger Straße freizuprügeln. Schläge ins Gesicht, Schmerzgriffe sowie gezielter Peffersprayeinsatz waren keine Einzelfälle. Hier stellt sich nicht zum ersten Mal die Frage, ob Einsatzkräfte und deren Verantwortliche Verletzungen bei Gegendemonstrant_innen billigend in Kauf nehmen, obwohl von Anfang an keinerlei Aussicht auf Erfolg für diese Polizeiaktion bestand.
Letztendlich wurden die Pro-Deutschland-Anhänger_innen und das ist mindestens genauso kritisch zu hinterfragen, per „Taxitransport“ durch einen Einsatzwagen der Polizei vor das Rathaus transportiert.

Eine andere Gruppe von Pro Deutschland-Anhänger_innen soll Hinweisen zufolge von Einsatzkräften der Polizei durch den Eingang zum Standesamt geschleust worden sein. Das würde erklären, warum unbeteiligte Brautpaare und Hochzeitsgäste, die nicht eindeutig von Pro Deutschland-Anhänger_innen zu unterscheiden waren, versehentlich verbal von Protestierenden angegriffen wurden. Dieser Umstand sollte aufgeklärt werden, da solch eine Taktik der Polizei nicht nachvollziehbar wäre. Die Benutzung von Brautpaaren und ihren Hochzeitsgästen als Deckungsmasse und ihre damit verbundene Gefährdung, halten wir für untragbar. Wir entschuldigen uns gegenüber diesen Brautpaaren und ihren Hochzeitsgästen für diese versehentlichen Verwechslungen und wünschen Ihnen stattdessen viel Glück auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg.

Unerwähnt sollten aber auch nicht die Festnahmen wegen Aufrufens zu einer Straftat bleiben. Immer wieder werden Personen, weil sie zu friedlichen Sitzblockaden aufrufen, kriminalisiert und festgenommen. Wir verweisen noch einmal darauf, dass Blockieren unser Recht und keinesfalls eine Straftat darstellt. Unsere Solidarität gehört daher den Festgenommenen Und Verletzten.

Wir würden uns freuen, wenn die im Bündnis vertretenen Parteien entsprechende Anfragen an die zuständigen Stellen des Innenministeriums sowie des Rathauses Schöneberg stellen würden.


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Bündnis gegen den Parteitag von „Pro-Deutschland“ erfolgreich

Bündnis gegen den Parteitag von
„Pro-Deutschland“

Pressemitteilung

Aufgrund der Entschlossenheit der Proteste von bis zu 2.500 antifaschistischen Bürgerinnen und Bürgern gelangten lediglich etwa 50 Anhänger von „Pro-Deutschland“ in ihren Versammlungsraum im Rathaus-Schöneberg. Durch wiederholte Blockaden wurde der Ablauf so verzögert, dass bereits eine große Anzahl von Pro-Deutschland-Mitgliedern den Parteitag frühzeitig wieder verließ.

„Es war ein harter Kampf heute”,so Dirk Stegemann, der Sprecher des Bündnisses. “Mein Dank gilt allen Protestierenden, die sich heute über einen so langen Zeitraum entschlossen den Rassistinnen und Rassisten von Pro Deutschland entgegen gestellt haben und sich trotz der teils massiven Gewalt durch die Polizeibeamten nicht haben einschüchtern lassen.“

Der Tag begann vielversprechend und ließ hoffen, dass der Bundesparteitag gänzlich verhindert werden könne. Bereits um 13.30 Uhr formierte sich die erste Sitzblockade in der Salzburger Straße /Badensche Straße, als ca. zehn Mitglieder von „Pro Deutschland“ geschützt durch Polizeibeamte aus einem nahegelegenen Cafe ins Rathaus gebracht werden sollten. Die Polizei versuchte die Blockade erfolglos durch den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt zu räumen. Bei dieser Polizeiaktion wurde auch der Sprecher des Bündnisses durch den gezielten Einsatz von Pfefferspray in die Augen aus kürzester Distanz im Gesicht verletzt. Ein Vorstandsmitglied des türkischen schwul-lesbischen
Vereins Gladt e.V. wurde in den Bauchraum getreten und erlitt dabei Prellungen.

Nachdem die Polizei den Weg für die Mitglieder von Pro Deutschland nicht freigeprügelt bekam, mussten diese letztlich in einem Einsatzwagen zum Veranstaltungsort oder andere durch einen Nebeneingang, dem Zugang zum Standesamt gebracht werden. Auf diesem Wege flüchteten sie nach Ende der Veranstaltung auch wieder.

Im Verlauf folgten weitere Blockaden vor den vier Eingängen des Rathauses. Der zivile Ungehorsam konnte aber nicht verhindern, dass schließlich doch etwa dreißig weitere Anhänger_innen von Pro Deutschland in den Versammlungsraum gelangten, da die Polizei diesen immer wieder mit brachialer Gewalt den Weg frei räumte. Trotzallem begann der Bundesparteitag in Anwesenheit des Vorsitzenden Markus Rohs, Lars Seidensticker und Patrick Brinkmann wegen dieser Proteste mit großer Verspätung.

Wie schon bei ähnlichen Kundgebungen zur Verhinderung von Naziveranstaltungen wurden auch hier Personen wegen des Aufrufes zu friedlichen Blockaden von der Polizei rigoros festgenommen. So auch das Mitglied des Landesvorstandes der Berliner VVN-BdA, Markus Tervooren. Ihnen und den zahlreichen Verletzten gehört unsere Solidarität.

„Der Polizeieinsatz heute wird auch noch ein juristisches Nachspiel haben”“, so eine

Mitorganisatorin.

Im Laufe des Tages wurden ca. 5-6 Personen festgenommen. Drei davon befanden sich zur Zeit des Verfassens der Pressemitteilung wieder auf freiem Fuß. Zur Zahl der Verletzten
lagen noch keine Informationen vor.

Wir werden uns aber auch nicht von der Polizei davon abhalten lassen, uns Pro Deutschland und seinen rassistischen Ablegern weiterhin entgegenzustellen.


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17.07.2010, Rathaus Schöneberg: Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“


17.07.2010, ab 12:00, Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz)
„Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!“
Kundgebungen am Rathaus


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Padua (Italien): Polizisten zwingen Roma-Frauen sich auf der Straße zu entkleiden


In Padua haben Ende April Polizisten eine Gruppe Roma angehalten, da sie ihnen unterstellten, sie könnten Hehler sein und hätten Kokain dabei. Die Polizisten zwangen die Roma-Frauen, sich mitten auf der Straße völlig zu entkleiden. Doch der Skandal ging weiter. Mitten auf der Straße begannen die männlichen Polizisten mit einer körperlichen Untersuchung der Roma-Frauen. Diese Tat, die von einer Studentin zufällig gesehen wurde und mit dem Handy fotografiert wurde, meldete diese an einen linken Radiosender im Ort. Dieser machte den Skandal öffentlich.


Ob die Polizisten mit einer Strafe rechnen müssen ist aufgrund der antiziganistischen Grundstimmung in der Region völlig offen!

Uwe

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Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!


Kundgebung:

17.07.2010, ab 12:00, Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz)

„Kein Fußbreit den RassistInnen – Kein Bundesparteitag von „pro Deutschland“ im Rathaus Schöneberg!“

Kundgebungen am Rathaus

infos gibt es hier

UnterstützerInnen

Erstunterzeichner_innen:


Einzelpersonen:

Hans Coppi, Vorsitzender Berliner VVN-BdA e.V.
Salih Alexander Wolter, Journalist, Berlin
Dirk Stegemann, Berliner VVN-BdA, AK „Marginalisierte-gestern und heute“
Gina Pietsch, Sängerin, Schauspielerin und Brecht-Interpretin, Berlin
Uwe Hiksch, Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands
Anja Schillhaneck, MdA Berlin, BÜNDNIS 90/ Die Grünen
Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, MdB Fraktion DIE LINKE
Volkmar Lucius, Diplomsportlehrer, Berlin
Tobias Pflüger, Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung, Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE
Lutz Bucklitsch, Berlin, Sprecher Bündnis Mitte gegen Rechts
Evrim Baba, MdA Berlin, DIE LINKE
Sebastian Friedrich, Redaktion stattweb.de
Tülin Duman, Geschäftsführerin GLADT e.V.
Yasemin Aktay, DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg
Katayun Pirdawari M.A., Berlin
Dagci Tacettin, DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg
Wolfgang Klose, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Berlin
Clara Herrmann, MdA Berlin, BÜNDNIS 90/ Die Grünen
Kati Ziemer, ver.di-Berlin
Peter Schrott, Stellv. Vorsitzender ver.di Bezirk Berlin
Carsten Becker, Vorsitzender ver.di Betriebsgruppe Charité
Ulrich Maurer, MdB Fraktion DIE LINKE
Dr. Serge Embacher, Mitglied des Kreisvorstandes der SPD Tempelhof-Schöneberg
Dr. Heinz-Jürgen Voß, Hannover
Barbara Seid, Fraktion DIE LINKE in Friedrichshain-Kreuzberg
Susan Navissi, Berlin
Lars Oberg, MdA Berlin, SPD
Niema Movassat, MdB Fraktion DIE LINKE
Michael Grunst, Mitglied Landesvorstand Die Linke Berlin
Beate Winzer, Berlin
Carola Scheibe-Köster, Bündnis 90/Die Grünen Neukölln
Dr. Diether Dehm, MdB Fraktion DIE LINKE
Prof. Dr. Carmen Gransee, Hamburg
Alexander Frehse, Vorsitzender BO Drewitz DIE LINKE
Daniel Gollasch, Koordinator AG Aktiv gegen Rechts; Bündnis 90/Die Grünen Berlin
Mechthild Rawert, MdB, SPD
Monika Lazar, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Kadriye Karci, MdA Berlin DIE LINKE
Dr.Sohela Jandi, Ärztin Berlin
Ulla Jelpke, MdB Fraktion DIE LINKE
Christian Kopp, Berlin Postkolonial e.V.
Ricardo Cristof Remmert-Fontes, Vorsitzender von Aktion Freiheit statt Angst e.V.
Halina Wawzyniak, MdB Fraktion DIE LINKE
Ramona D`Aurelio, Berlin
Dr. Gisela Notz, Berlin
Nadine Müller, Sozialwissenschaftlerin, Berlin
Udo Böhlefeld, stv. Kreisvorsitzender Die Linke.Potsdam-Mittelmark
Dipl.Ing. Dipl.Soz. Andreas Heilmann, HU Berlin
Sascha Schlenzig, Die LINKE.Pankow
Prof. Dr. Dr. Jochen Fuchs, HS Magdeburg
Ulli Schneeweiß, Rechtssekretär / stv. Geschäftsführer ver.di Bezirk Mittelfranken
Antje Schwarzer, Vorsitzende der SPD Friedenau
Ralf Buchterkirchen, Hannover, Sprecher_in DFG-VK Hannover
Manfred Schulz-Neues, Berlin
Carsten Schulz, Vorsitzender des Bezirksvorstandes DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg
Human Hafezi, Berlin
Yilmaz Arslan, IG-Metall Berlin, Mitglied der Migrationsausschusses
Ines Pohl, Integrationspolitische Sprecherin Linksfraktion Pankow/ AG Antifaschismus und Antirassismus der Linkspartei Pankow
Georg Dorn, Berlin
Dimitrios Koios, Arzt, Berlin
Patrick Technau, Linksfraktion BVV-Pankow
Lars Rauchfuß, Vorsitzender SPD Mariendorf, Vorsitzender Stolpersteine an der B 96 e.V.
Dr.Hans Erxleben, Die Linke Treptow-Köpenick
Martina Hartleib, Beisitzerin AsF-Landesvorstand
Dilek Kolat, MdA Berlin, SPD
Celal Altun, Berlin, Türkische Gesellschaft e.V.
Gerlinde Schermer, SPD Abteilungsvorsitzende
Silke Fischer, Berlin
Lars Buchholz, Bezirkssekretär IG Metall Jugend Berlin-Brandenburg-Sachsen
Christoph Limbach
Harald Gindra, Bezirksverordneter Tempelhof-Schöneberg (DIE LINKE)
Prof. Dr. Detlef Joseph und Dr. Ursula Joseph
Inge Höger, MdB, DIE LINKE
Carsten Albrecht, aktiv bei der Linken in Berlin-Neukölln
Lotar Küpper, Aktion Freiheit statt Angst e.V.
Hans Canjé, Journalist, Berlin
dr. motte, Berlin
Sevim Dagdelen, MdB DIE LINKE
Ramin Agha Kazem Schirazi, Berlin
Paul Grasse, LAG Frieden und internationale Politik (LAG_FiP) der Partei DIE LINKE, Berlin
Andrej Hunko, MdB DIE LINKE
Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung Tübingen
Matthias Geisthardt, SPD Friedenau
Tamara Siebenmorgen-Koch, Berlin

Organisationen, Vereine …:

bunte-liga-berlin e.V., AK „Marginalisierte – gestern und heute“, Bundesausschuss Friedensratschlag, Kassel,
DIDF-Berlin, Antifaschsistisches Bündnis Süd-Ost (ABSO), Jusos Berlin, Bezirksverband DIE LINKE Steglitz-Zehlendorf, Alternative Europa Liga e.V., DIE LINKE. Berlin, Verband für interkulturelle Arbeit Berlin/Brandenburg, Antifaschistische Initiative Moabit (AIM), Jusos Tempelberg, VVN-BdA Berlin-Pankow e.V.,
Bezirksvorstand DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg, Antifa Hohenschönhausen (AH), NaturFreunde Berlin,
AKL – Antikapitalistische Linke Berlin, Grüne Jugend Berlin, Interkultureller Arbeitskreis der Evangelischen Kirche Neukölln, Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG), SJ – Die Falken LV Berlin, LAG Antifaschismus DIE LINKE Berlin, Berliner arbeits-obdachlosen-mitmachzeitung querkopf e.v., Plattform gegen Rassismus
Allmende e.V. -Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur, Humanistischer Verband Deutschlands / Landesverband Berlin e.V., Antifa Friedrichshain (AFH), IG Metall Jugend Berlin-Brandenburg, Netzwerk Selbsthilfe e.V., Berlin, AG Migration der Berliner SPD, Türkische Gesellschaft e.V., VVN-BdA Lichtenberg,
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., DIE LINKE. Neukölln, Die Linke BO-Gesundbrunnen, Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal, ver.di, Bezirk Berlin, ReachOut, Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin, DIE LINKE. Potsdam-Mittelmark, Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V.
Daad, Band, Berlin, Aktion Freiheit statt Angst e. V., SPD Tempelhof-Schöneberg, CLOF e.V., Projektleitung United Nation Festival – Friedensfestival, Flüchtlingsrat Berlin e.V., Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz, VVN-VdA e.V. (ehem. Westberlin), Autonome Neuköllner Antifa, VVN-BdA Brandenburg, Avanti – Projekt undogmatische Linke, Gruppen der Friedenskoordination Berlin, Kreisverband Potsdam DIE LINKE, BO Drewitz DIE LINKE, DKP queer, MLPD Berlin, Interkulturelles Haus Schöneberg, dielinke. SDS, internationale sozialistische linke (isl) Berlin, Landesvorstand der Partei DIE LINKE in Bremen, Migrationsausschuss der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, AG Schwusos Berlin, ZAKA in Deutschland e.V., HaSfO e.V., DGB Jugend


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Kundgebung 26.06.10 vor dem Landesparteitag der SPD: Residenzpflicht abschaffen! Bewegungsfreiheit – Für Alle!

Die Residenzpflicht für Flüchtlinge in der Bundesrepublik stellt eine der weitreichendsten Schikanen im Rahmen des Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetzes dar. Sie besagt, dass sich Flüchtlinge nur in ihren Landkreis aufhalten dürfen. Diese Verpflichtung wird mit der angeblichen Notwendigkeit begründet, jederzeit für die involvierten Behörden greifbar sein zu müssen. Defacto bedeutet sie für Flüchtlinge, über Jahre an Bewegungsfreiheit gehindert zu werden und sich immer wieder der demütigenden Prozedur der Beantragung eines sogenannten „Urlaubsscheines“ unterwerfen zu müssen, wenn sie ihren Landkreis verlassen wollen. Die Bewilligung ist völlig von der Willkür der zuständigen Ausländerbehörde abhängig.

Wer sich das Recht auf spontane Ausflüge, auf unkontrollierte Besuche bei AnwältInnen und Beratungsstellen, auf freie politische Betätigung bundesweit und überhaupt auf Bewegung ohne Genehmigung nicht nehmen lassen will, oder wer keine Verlassenserlaubnis bekommt, aber trotzdem fährt, lebt in ständiger Angst vor Polizeikontrollen und der anschließenden strafrechtlichen Verfolgung. Keine andere Ordnungswidrigkeit wird bei Wiederholung eine Straftat – keine Straftat könnte gesamtgesellschaftlich lächerlicher, individuell aber verheerender sein. Flüchtlinge haben kein Bargeld für Geldbußen und dürfen nicht „kriminell“ sein, wenn sie einen dauerhaften Aufenthalt wollen. Durch die Residenzpflicht schafft sich der Staat seine Abschiebegründe und rassistisch interpretierbare Kriminalitätsstatistiken selbst!

Rot-Rot in die Hacken treten!

In Berlin und Brandenburg brüsteten sich SPD und Linkspartei 2009 in ihren Koalitionsverträgen mit einer antirassistischen Ausrichtung rot-roter Bündnisse: Die Residenzpflicht werde abgeschafft, zumindest zwischen beiden Bundesländern, hieß es vollmundig. Ein halbes Jahr später wird zurückgerudert. Brandenburg hat angekündigt, landesintern die Residenzpflicht für asylsuchende Ausländer aufzuheben, die sich ab Juli hoffentlich von Kunersdorf bis Potsdam frei bewegen können.

Berlins Innensenator Körting hat eine Bundesratsinitiative zur Residenzpflicht angekündigt. Für Asylsuchende soll eine rechtliche Möglichkeit geschaffen werden, einen Residenzpflichtbezirk auch zwischen zwei Bundesländern einzurichten. Im Grundsatz halten Berlin und Brandenburg jedoch an der Residenzpflicht für Asylsuchende fest.

Kommt am 26. Juni um 8.30 Uhr zur Kundgebung vor dem Landesparteitag der SPD im Berliner Kongresszentrum am Alexanderplatz und fordert mit uns die

Beendigung der Kriminalisierung von Flüchtlingen!
Abschaffung der Residenzpflicht – nicht nur zwischen Berlin und Brandenburg – sondern auch bundesweit – und für alle Betroffenen!

Initiative gegen das Chipkartensystem

UnterstützerInnen:
Antifa Friedrichshain
Bündnis gegen Lager
FelS (Für eine linke Strömung)
Flüchtlingsrat Brandenburg
Flüchtlingsrat Berlin
JUSO Hochschulgruppe Berlin
Flüchtlingsinitiative Berlin/Brandenburg


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Bayern: CSU und FDP setzen empörenden Kompromiss durch

Nach langen Verhandlungen hat die Regierungskoalition aus CSU und FDP einen Kompromiss zur Zukunft der rigiden bayerischen Lagerpflicht für Flüchtlinge beschlossen.

Demnach sollen Flüchtlinge 4 Jahre nach Abschluss des Asylerstverfahrens aus den Flüchtlingslagern ausziehen dürfen. Daraus werden inklusive der Zeit des Asylerstverfahrens regelmäßig 6 bis 8 Jahre. Zwar dauern die Asylerstverfahren laut Angaben des Innenministeriums in Bayern durchschnittlich nur 7,1 Monate. Dies resultiert jedoch daraus, dass besonders Flüchtlinge aus Somalia oder ChristInnen aus dem Irak innerhalb weniger Wochen als Asylberechtigte anerkannt werden. Bei allen anderen dauern die Verfahren zwischen 2 und 4 Jahren.

Besonders zu kritisieren ist der Kompromiss für seine Ausschlussklauseln:

*Vorstrafen: Flüchtlinge mit Vorstrafen von mehr als 90 Tagessätzen unterliegen weiterhin ohne zeitliche Begrenzung der Lagerpflicht. Solche Vorstrafen haben sehr viele Flüchtlinge durch die Verletzung der Residenzpflicht, die es ihnen bei Strafandrohung von bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe verbietet, ihren Landkreis zu verlassen. Auch der Aufenthalt in Deutschland ohne Reisepass wird mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft, obwohl es in vielen Staaten der Welt (z.B. China, Iran oder Äthiopien) kein individuelles Recht auf einen Reisepass gibt.
*Identitätsprüfung: Flüchtlinge, die nicht hinreichend an der Klärung ihrer Identität mitgewirkt haben, müssen ebenso in den Flüchtlingslagern bleiben. Die große Mehrheit der geduldeten Flüchtlinge hat in ihrer Duldung den Vermerk „Die Personalangaben beruhen auf den eigenen Angaben der Inhaberin/des Inhabers“. Da sie keinen Pass vorlegen konnten, wird ihnen unterstellt, nicht hinreichend an der Klärung ihrer Identität mitgewirkt zu haben.

Mit disem mangelhaften Kompromiss werden lediglich die die Probleme der Koalition, nicht aber die Probleme der Flüchtlinge gelöst.Er steht im vollen Widerspruch zu den Ergebnissen der ExpertInnenanhörung im Bayerischen Landtag und ändert kaum etwas an der jahrelangen menschenunwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern. Die Mehrheit der Flüchtlinge wird weiterhin ohne jegliche Perspektive in den Flüchtlingslagern untergebracht, nur eine verschwindende Minderheit darf nach langen Jahren ausziehen. Dieser Koalitionskompromiss ist in unseren Augen einfach empörend. Gerade darum heißt es jetzt: weiterkämpfen für ein Bayern ohne Lager.

Weitere Informationen unter: www.fluechtlingsrat-bayern.de. Dort finden Sie, unter anderem, den vollständigen Antrag der Koalition, sowie die Leitlinien für Mindeststandards für Flüchtlingslager in Bayer

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ABSCHIEBUNGEN NACH SYRIEN STOPPEN!


Syrien-Kampagne 2010

Bayerischer Flüchtlingsrat:


Durch das Abschiebeabkommen, welches die deutsch Bundesregierung 2008 mit der Arabischen Republik Syrien geschlossen hat und das Anfang 2009 in Kraft getreten ist, muss in diesem Jahr mit zahlreichen Abschiebungen nach Syrien gerechnet werden. Es ist das erste Abkommen, das Deutschland mit einem dezidierten Folterstaat geschlossen und als solches ein Skandal. 7000 Menschen sind von diesem Abkommen in Deutschland potenziell betroffen und leben seither in Angst vor der Abschiebung in einen Unrechtsstaat.

Wir können und dürfen dem nicht tatenlos zusehen. Wir fordern einen sofortigen Stopp der Abschiebungen, eine sofortige Aussetzung des Abkommens und Bleiberecht für die Betroffenen. Daher starten wir in diesem Jahr eine große Syrien-Kapagne. Dabei arbeiten wir mit vielen Menschrechtsorganisationen und AktivistInnen in ganz Deutschland zusammen und haben bereits erste Aktionen durchgeführt. So fand am 27.01. eine erste Protestaktion im Berliner Regierungsviertel mit rund 100 Beteiligten statt. Außerdem rufen wir noch immer dazu auf, sich an unserer Mailaktion gegen Syrien-Abschiebungen zu beteiligen. Natürlich können wir jedes weitere Engagement brauchen und freuen uns immer über neue AktivistInnen.

Weitere Informationen unter: http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/start.html

Zum Hintergrund:
Am 03.01.2009 ist das „Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Arabischen Republik Syrien über die Rückführung von illegal aufhältigen Personen“ in Kraft getreten. Syrische Staatsangehörige, Staatenlose und Drittstaatenangehörige, die einst in die Bundesrepublik Deutschland kamen, um Zuflucht vor Verfolgung, Haft und Folter zu finden, müssen seither mit der Angst vor der Abschiebung in den syrischen Folterstaat leben.

Rund 7000 „Geduldete“ sind in Deutschland von diesem Abkommen potentiell betroffen. Sie alle müssen mit ihrer Abschiebung rechnen. Diese würde sie zwingen, in einen Staat zurückzukehren, der für sie vor allem eines bedeutet: Angst um das eigene Leben. Diese Angst ist bei Weitem nicht unbegründet oder übertrieben. Bisher sind bereits drei Fälle offiziell bekannt geworden, in denen Personen unmittelbar oder kurz nach ihrer Abschiebung in Syrien inhaftiert wurden. Der Kurde Khalid Kenjo befindet sich seit seiner Abschiebung am 1.September 2009 bis heute in Haft. Ihm soll nun wegen angeblicher Verbreitung "falscher Nachrichten über den syrischen Staat im Ausland" ein Prozess gemacht werden. Um die körperliche und psychische Unversehrtheit dieser Menschen herrscht nun große Sorge, denn der Umgang des Folterstaates mit seinen Gefangenen ist inhuman und entspricht in keiner Weise dem eines Rechtsstaates. Auch die Lebenssituation von Staatenlosen in Syrien ist prekär, denn keine der beiden UN-Konventionen zum Schutz von Staatenlosen wurden von diesem Staat ratifiziert.

Die Folgen, die dieses Abkommen für betroffene Flüchtlinge hat, sind also drastisch und nicht wegzudiskutieren. Auch das Bundesinnenministerium hat dies mittlerweile erkannt. Es hat das Bundesamt für Migration und Flucht in einer Stellungnahme gebeten, vorläufig keine Asylanträge syrischer Flüchtlinge als "offensichtlich unbegründet" abzulehnen und die Entscheidung über Asylfolgeanträge von syrischen Asylsuchenden vorerst auf Eis zu legen. Einen offiziellen Abschiebestopp gibt es jedoch noch immer nicht. Auch die dementsprechenden Anträge der Grünen-, LINKEN- und SPD-Fraktionen im Bundestag wurden bisher abgelehnt. Für die Flüchtlinge bedeutet dies auch weiterhin keine Sicherheit und belässt sie in dem unsäglichen Zustand der Angst.

Die meisten Betroffenen leben bereits seit vielen Jahren in Deutschland. Ihre Kinder sind hier geboren, sind hier aufgewachsen und gehen hier zur Schule. Nun müssen sie damit leben, jederzeit nach Syrien und damit in eine unsichere Zukunft abgeschoben zu werden. Die Bundesrepublik Deutschland muss sich dafür verantworten, möglicherweise tausenden Menschen ein Leben in Sicherheit und Würde zu verwehren und sie stattdessen in einen Folterstaat abzuschieben.