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Protestkundgebung vor Bundestag: „Heute Griechenland, morgen wir – Nein, zu Merkels Spardiktat!“
„Heute Griechenland, morgen wir – Nein, zu Merkels Spardiktat!“
KOMMT ALLE am 27.02.2012 um 14.30 Uhr zu der Protestkundgebung an der Ebertstr/Scheidemannstr. – (direkt
vor dem Bundestag) – gegen die Verabschiedung der so genannten
Griechenlandhilfe in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages
Die NaturFreunde, das Berliner Krisenbündnis und viele andere Gruppen
rufen dazu auf, sich mit der griechischen Bevölkerung zu solidarisieren
und direkt am Bundestag gegen die Politik der Bundesregierung gegenüber
Griechenland zu protestieren. Verabschiedet werden soll dort ein so
genanntes “Hilfspaket” in einer Sondersitzung – es geht um 130 Mrd. Euro
insgesamt, dem der Deutsche Bundestag zustimmen muss.
Teil dieses Sparpaket ist die massive Einschränkung von
ArbeitneherInnenrechten, die Entlassung von 150 000 Beschäftigten aus
dem Öffentlichen Dienst, die Senkung des Mindestlohns und die
Zerschlagung des Sozialstaates. Die Tarifautonomie und die Demokratie in
Griechenland wird faktisch ausgehebelt.
Der Sozialstaat in Griechenland wird durch das “Hilfspaket” zerstört.
Das Paket wird Griechenland nicht aus der Krise helfen. Im Gegenteil:
Spardiktate, die Aushebelung demokratischer (Haushalts-) Rechte, die
massive weitere Verarmung der griechischen Bevölkerung – so sieht die
bundesdeutsche Politik gegenüber Griechenland aus. Die so genannte
Griechenlandhilfe dient der Stabilisierung der Banken und der Sicherung
der deutschen Exportoffensive. Die Massenarmut immer größerer Teile der
griechischen Bevölkerung wird hierfür bewusst in Kauf genommen.
Wir wollen unseren Protest und unsere Solidarität mit den kämpfenden
Griechinnen und Griechen vor dem Deutschen Bundestag zeigen und damit
deutlich machen: Wir wissen, dass die Verantwortlichen für die Krise in
Griechenland vor allem in Berlin und Brüssel sitzen!
Kommt deswegen Alle zum Protest am 27.2. um 14.30 Uhr gegen das Merkel‘sche Spardiktat.
Solidarität mit der griechischen Bevölkerung statt Spardiktate und Bankenrettung
Gebt diese Info weiter!
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VENRO: EU-Flüchtlingspolitik: Statt Grenzblockaden Flüchtlingen Asyl gewähren
PRESSEMELDUNG
4/2011
EU-Flüchtlingspolitik: Statt Grenzblockaden Flüchtlingen Asyl gewähren
Bonn, 8. April 2011 – Die Europäische Union (EU) muss ihren
Dauerstreit in der Flüchtlingspolitik beenden und endlich Verantwortung
für schutzbedürftige Menschen übernehmen. Angesichts der aktuellen
Entwicklungen in Nordafrika und der Tragödien, die sich im Mittelmeer
abspielen, ist es eine humanitäre Pflicht, Flüchtlinge in Europa und
seinen Mitgliedsstaaten aufzunehmen. Dies fordert der Verband
Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
anlässlich des Treffens der EU-Innenminister am kommenden Montag in
Luxemburg.
„ Es ist ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn EU-Staaten
sich weigern, Menschen Asyl zu gewähren, die vor Gewalt und Elend
fliehen. Deutschland gibt in dieser Hinsicht ein beschämendes Bild ab.
Die Begründung, dass die meisten Flüchtlinge aus Nordafrika
Wirtschaftsflüchtlinge seien, ist abwegig“, so der stellvertretende
VENRO-Vorsitzende Jürgen Lieser.
EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström beabsichtigt, schutzbedürftige
Flüchtlinge aus Afrika auf die 27 Mitgliedstaaten zu verteilen. Dieses
Vorhaben möchte sie den EU-Innenministern am Montag in Luxemburg
vorschlagen. Deutschland und Österreich haben bisher solche Ersuchen
abgelehnt mit der Begründung, die meisten tunesischen Einwanderer seien
Wirtschaftsflüchtlinge und erfüllten damit keine Schutzkriterien.
Länder wie Schweden haben sich dagegen bereit erklärt, einige
hundert Flüchtlinge aufzunehmen. Nach Angaben von Malmström befinden
sich inzwischen rund 20.000 Einwanderer in der EU – ein Großteil kommt
aus Tunesien. Die meisten sind auf der Insel Lampedusa oder Malta
gestrandet.
Voraussetzung für eine neue Migrationspolitik sei auch ein
gesellschaftliches Umdenken, so Lieser. „Wir denken immer noch in
Migrationsmustern, die völlig veraltet sind. Wir müssen aufhören,
Migrantinnen und Migranten als Störenfriede und Bedrohung zu sehen.
Erfahrungen zeigen, dass Migration sowohl für die Herkunftsländer als
auch für die Aufnahmeländer bereichernd ist und Entwicklung fördert.“
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NEIN zur Ratifizierung der Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Zentralamerikas, Kolumbien und Peru
Keine weiteren Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten
NEIN zur Ratifizierung der Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Zentralamerikas, Kolumbien und Peru
Erklärung der Organisationen, Netzwerke und sozialen Bewegungen aus Zentralamerika, der Andenregion und Europa
Der sechste EU-Lateinamerikagipfel von Staats- und Regierungschefs
fand in Madrid (Spanien) am 18. Mai 2010 statt. Während dieses Treffens
wurden die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU
und Zentralamerika und ein Multi-Parteien-Handelsabkommen zwischen der
EU und Kolumbien und Peru abgeschlossen.
Die verschiedenen Netzwerke und sozialen Bewegungen aus den drei
Regionen, die die Gelegenheit hatten, im Rahmen des Alternativengipfels
der Völker in Madrid zu sein, diskutierten die Reichweite und die
möglichen Auswirkungen der Abkommen und vereinbarten die Koordinierung
von Aktivitäten, um die Öffentlichkeit über deren Auswirkungen und die
in den Abkommen enthaltenen Gefahren zu informieren und sie dafür zu
sensibilisieren.
Als Teil dieses Prozesses veröffentlichen sie die folgende Erklärung:
Die Weltwirtschaftskrise hat das Freihandelsparadigma, auf dem die
Abkommen basieren, in Frage gestellt. Die Freihandelslogik, die in den
zwischen der EU und Zentralamerika sowie zwischen der EU und Kolumbien
und Peru vereinbarten Abkommen vorherrscht, befindet sich an einem
kritischen Punkt. Obendrein schränkt dieses Modell die Autonomie der
beteiligten Staaten ein, die eigentlich die regionale und nationale
Entwicklungspolitik im Sinne der Mehrheit ihrer Bevölkerung fördern
sollten. Zudem werden diese Abkommen im Kontext der multiplen Krise von
Ökonomie, Klima, Energie und Lebensmittelversorgung abgeschlossen, die
die Länder des Südens, insbesondere die Länder Zentralamerikas und der
Andenregion, aufgrund ihrer teilweise empfindlichen Umwelt stark trifft.
1. Vom Assoziierungsabkommen zum Freihandelsabkommen
Die Abkommen dienen in erster Linie den kommerziellen Interessen der EU
im Hinblick auf den Zugang zu Märkten, in Bezug auf Dienstleistungen,
Investitionen, Staatseigentum, intellektuellem Eigentum und anderem. Im
Gegenzug erhielten die zentralamerikanischen Länder sowie Kolumbien und
Peru eine „gewisse Bevorzugung“ beim Marktzugang. Diese Vorteile
festigen letztlich aber nur den gegenwärtigen Zugang dieser Länder zum
allgemeinen Präferenzsystem (GSPplus – General System of Preferences
plus) und schreiben auf diese Weise ihre Rolle als Rohstofflieferanten
und damit ihre verwundbare Position auf den internationalen Märkten
weiter fest.
2. Weitgehend asymmetrische Abkommen
Was Entwicklung, Wohlbefinden und Lebensstandards anbetrifft, gibt es
große Unterschiede zwischen der EU auf der einen und Zentralamerika,
Kolumbien und Peru auf der anderen Seite. Die Reduzierung dieser
Unterschiede innerhalb und zwischen den Regionen hätte eine vorrangige
Rolle in den Verhandlungen spielen müssen. Die Abkommen beinhalten aber
keine wirklich effektiven Mechanismen, die dazu beitragen könnten, die
Asymmetrien zu verringern. Im Gegenteil, die Verhandlungen verschärfen
diese Ungleichheiten sogar.
Die Ergebnisse der Verhandlungen im Milchsektor sind ein Beispiel dieser
Ungleichheit. Die Einfuhr hoch subventionierter europäischer
Milchprodukte wird eine Verzerrung der Märkte Zentralamerikas und der
Andenländer zur Folge haben und damit lokale Produzenten und die
regionale Ernährungssouveränität gefährden. Dies ist umso gravierender,
da Milch in diesen Regionen für die Ernährung der Familien unerlässlich
ist.
3. Die Abkommen fördern nicht, sondern behindern den regionalen Integrationsprozess
Der erklärten Absicht der EU zufolge war es eines der fundamentalen
Verhandlungsziele, die subregionalen Integrationsprozesse in
Zentralamerika und im Andenraum zu stärken. Dieses Ziel war eines der
Merkmale, durch die sich die Verhandlungen von denen mit den USA über
Freihandelsabkommen unterscheiden sollten. Der Verlauf der Verhandlungen
zeigte dann aber, wie wenig Bedeutung man diesen Absichtserklärungen
letztlich beimaß. Was die Integration des Andenraums anbetrifft, wurden
die Spannungen zwischen den Ländern der Andengemeinschaft eher
verschärft, indem die Europäische Union die Verhandlungen ab 2009 nur
noch mit Kolumbien und Peru fortsetzte.
Ähnlich ist die institutionelle Integration Zentralamerikas dadurch
betroffen, dass Panama dem Abkommen beitrat, ohne Mitglied des
zentralamerikanischen Integrationssystems zu sein (Sistema de
Integracion Economico Centroamericano ), nachdem es seinen Rückzug aus
dem zentralamerikanischen Parlament (PARLACEN) angekündigt hatte.
Die ecuadorianische Regierung hat ihre Bereitschaft erklärt, über ein
„Handelsabkommen für Entwicklung“ mit der EU zu verhandeln. Die
mangelnde Flexibilität, die die EU in vorangegangenen Gesprächen zeigte,
lässt es aber unwahrscheinlich erscheinen, dass die Verhandlungen unter
diesen Vorzeichen erfolgreich zu Ende geführt werden. Nichtsdestotrotz
fordern die unterzeichnenden Organisationen bei dieser Sachlage, dass
dieser Prozess nicht nur in Abstimmung und Übereinstimmung mit der
Bevölkerung geführt wird, sondern dabei auch die ecuadorianische
Verfassung und Prinzipien des Buen Vivir respektiert werden. Wir, die
Organisationen, Netzwerke und sozialen Bewegungen werden aufmerksam
verfolgen, wie diese Gespräche geführt werden.
4. Die Liberalisierung der natürlichen Ressourcen und
strategischen Sektoren beschränkt die Möglichkeiten der Entwicklung und
die Souveränität der Staaten
Natürliche Ressourcen, die Biodiversität, das überlieferte Wissen der
Völker, die öffentlichen Dienste, die Wasserversorgung und mineralische
und energetische Ressourcen Zentralamerikas und der Andenregion sind bei
den europäischen und amerikanischen multinationale Konzernen begehrt.
Die ausgehandelten Abkommen begünstigen die Interessen der Konzerne in
diesen Bereichen.
Diese für die Entwicklung der Regionen strategisch bedeutsamen Sektoren
dem Gewinnstreben europäischer Unternehmen dienstbar zu machen, berührt
die Möglichkeiten einer zukünftigen wirtschaftlichen Integration ebenso
wie die Souveränität der einzelnen Staaten. Zudem trägt es dazu bei, das
bedenkliche Paradigma des Freihandels zu stärken, während die
Konsequenzen dieses Modells unterschlagen werden.
5. Die Abkommen sind geeignet, die aktuellen Konflikte in Kolumbien, Peru und der Anden-Region zu verschärfen
Die derzeitige Praxis der Erschließung und des Abbaus von Rohstoffen in
Mittelamerika und der Andenregion provoziert Widerstand in der
Bevölkerung und mobilisieren soziale Bewegungen – vor allem Indigene und
Nachkommen von Afrikanern – Land und natürliche Ressourcen zu
verteidigen. Die Abkommen mit der EU fördern diese Praxis und tragen so
dazu bei, bestehende sozio-ökologische Konflikte zu schüren.
6. Die Abkommen benachteiligen die Verteidigung und Förderung der Menschenrechte gegenüber dem freien Handel
Die Abkommen betreffen Maßnahmen, die die wirtschaftlichen, sozialen und
kulturellen Rechte der zentralamerikanischen, peruanischen und
kolumbianischen Völker berühren und enthalten darüber hinaus keine
wirksamen Mechanismen, um die wirtschaftlichen Zielsetzungen mit einer
befriedigenden Umsetzung der Menschenrechte in Einklang zu bringen, oder
kommerzielle Sanktionen, um Verletzungen vorzubeugen
Darüber hinaus ist zu unterstreichen, dass der Abschluss der
Verhandlungen die Grundsätze guter Regierungsführung und der
Menschenrechte nicht berücksichtigt hat. Weder die Krise der Demokratie
in Honduras in Folge des dortigen Putsches, noch die schweren Verstöße
gegen die Gewerkschaftsfreiheit in Kolumbien, Guatemala und Panama
während der Verhandlungen konnten deren Verlauf ändern. Diese Situation
beweist die Unaufrichtigkeit der Europäischen Union, der es vorrangig um
den Fortgang und den Abschluss der Abkommen ging, und legt das Fehlen
wirksamer Schutzmaßnahmen offen.
7. Die Abkommen beschränken die Beteiligungsmöglichkeiten der Zivilbevölkerung bei der Umsetzung
Während der Verhandlungen wurden die Vorschläge und Empfehlungen
verschiedener Organisationen und sozialer Bewegungen der drei Regionen
nicht berücksichtigt. Das Abkommen schließt die allgemeine, konzertierte
und breite Beteiligung dieser Gruppen nicht ein. Die eingerichteten
Foren stellen eine unzureichende Form der Partizipation dar und bieten
keine Garantie für die Transparenz oder den demokratischen Charakter des
Abkommens.
8. Die Abkommen ignorieren Umweltverträglichkeitsprüfungen
Studien zu den Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft – von der
Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und vor dem Ende der
Verhandlungen unvollständig veröffentlicht – wiesen dennoch auf
Auswirkungen in bestimmten empfindlichen Bereichen hin. Diese Warnungen
wurden bei der Festlegung des Wortlauts der Abkommen vollständig
ignoriert, was zeigt, dass nicht versucht wurde, Korrekturen im Hinblick
auf diese möglichen Auswirkungen vorzunehmen.
Angesichts dieser Umstände und unter Berücksichtigung der Tatsache,
dass die Wirtschaftskrise weiterhin andauert, dass die Vereinbarungen
die kommerziellen Interessen der EU begünstigen, dass sie die
strategischen Ressourcen der Staaten untergraben, sie die regionalen
Integrationsprozesse schwächen und dass sie weder eine materielle
Verbesserung im Hinblick auf die Situation der Menschenrechte oder deren
Schutz festlegen noch den Lebensstandard verbessern oder soziale
Ungerechtigkeiten abbauen,
rufen die unten unterzeichnenden Organisationen aus den drei Regionen,
die von diesen Verhandlungen betroffen sind, alle bei der Ratifizierung
der Abkommen beteiligten Parlamente dazu auf, die Diskussion über diese
Vereinbarungen unter Berücksichtigung der folgenden Punkte zu führen:
• Die Lehren aus den globalen Krisen zu ziehen, die auf das
gescheiterte neoliberale Modell zurückzuführen sind, auf dem diese
Vereinbarungen basieren und internationalen Verträgen und Übereinkünften
zu Menschenrechten und Umweltschutz Priorität gegenüber
wirtschaftlichen Interessen einzuräumen
• Dem vorrangigen Ziel der Verringerung der bestehenden Asymmetrie
zwischen den Parteien Geltung zu verschaffen. Diese Priorität wurde bei
den Verhandlungen nicht berücksichtigt, was zu ungerechten Ergebnissen
geführt hat.
• Eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Absicht, zur Stärkung der
regionalen Integrationsprozesse beizutragen und das Eingeständnis, dass
die Ergebnisse der Abkommen in die entgegen gesetzte Richtung tendieren.
In Anbetracht der oben genannten Punkte fordern wir alle betroffenen
Parlamentsmitglieder auf, gegen die Ratifizierung der Abkommen zu
stimmen, um die Diskussion über die Beziehungen zwischen der EU und
Zentralamerika und der Andengemeinschaft neu zu eröffnen. Eine solche
Diskussion muss auf neuen Prämissen und der grundsätzlichen
Gleichberechtigung der Verhandlungsparteien basieren und eine Agenda
beinhalten, die die Organisationen der Zivilgesellschaft einschließt.
NEIN zur Ratifizierung der ausgehandelten Vereinbarungen
Wir treten für die Förderung wahrer Gerechtigkeit und Gleichheit zwischen unseren Regionen ein.
November 2010
Unterzeichner_innen:
Europe: CIFCA, Grupo SUR, Oficina Internacional de derechos Humanos
Acción Colombia OIDHACO, Oxfam, Red birregional Enlazando Alternativas,.
Germany: Attac Deutschland, FDCL e.V., Informationsbüro Nicaragua,
Informationsstelle Peru (Freiburg), Peru-Gruppe München, PowerShift
e.V., WEED e.V. Spain: Asociación Entrepueblos, ATTAC-España,
Ecologistas en Acción, HUACAL (ONG de Solidaridad con El Salvador),
PlasPaz. Plataforma Asturiana Paz y DDHH para Colombia, Plataforma
Justicia por Colombia España, Plataforma Rural/Alianzas por un mundo
rural vivo, Red de Semillas “Resembrando e Intercambiando”, Red de
Solidaridad para la Transformación Social REDS, Secretaria
d’Organització Intersindical CSC, SETEM, SODePAZ, Soldepaz.Pachakuti.
France: Comité Pérou. The Netherlands: Transnational Institute TNI,
Ireland: Grupo Raíces (Grúpa Freamhacha), Latin American Solidarity
Centre (LASC). Italy: A Sud- Italia, Annalisa Melandri activista por los
derechos humanos. Latin America: Alianza Social Continental, ALOP,
Asociación Latinoamericana de Micro, Pequeños y Medianos Empresarios, A.
C. ALAMPYME, Plataforma Interamericana de Derechos Humanos, Democracia y
Desarrollo PIDHDD, SERPAJ América Latina. Central America: Capítulo
centroamericano ASC, Centro América por el Diálogo CAD-. Costa Rica:
Comisión Nacional de Enlace CNE. El Salvador: CEICOM, CORDES, Red de
Acción Ciudadana Frente al Libre Comercio e Inversión SINTI TECHAN,
Unidad Ecológica Salvadoreña UNES. Guatemala: Colectivo de
Organizaciones Sociales COS, Consejo de Investigaciones e Información en
Desarrollo CIID, Movimiento Tzuk Kim-pop (Altiplano Occidental de
Guatemala). Honduras: CHAAC. Nicaragua: Coordinadora Civil/ CAD Capítulo
Nicaragua, FUMEDNIC, Movimiento Social Nicaragüense Otro Mundo es
Posible. Mexico: Alianza Internacional de Habitantes, Liga Mexicana por
la Defensa de los Derechos Humanos LIMEDDH, Red de Mujeres Líderes por
la Equidad y una Vida Libre de Violencia A.C. – D.F, Red Mexicana de
Acción frente al Libre Comercio RMALC. South America: Coordinadora
Andina de Organizaciones Indígenas CAOI. Argentina: ATTAC Argentina,
Movimiento por la Paz, la Soberanía y la Solidaridad entre los Pueblos
MOPASSOL, Organización de Naciones y Pueblos Indígenas en Argentina
ONPIA-. Bolivia: Consejo Nacional de Ayllus y Markas del Qullasuyu
CONAMAQ. Colombia: Asociación de Cabildos Indígenas del Norte del Cauca –
ACIN, Asociación Salud al Derecho, Coalición de Movimientos y
Organizaciones Sociales de Colombia COMOSOC, CODIEPSIR, Colectivo
Informativo Susurro, Comisión Colombiana de Juristas, Comisión de
Protección y Seguimiento del Paramo El Almorzadero, Entre Redes,
FUNCOP-CAUCA, Fundación Rostros y Huellas del Sentir Humano “Garifuna”,
Marcha Mundial de Mujeres – Colombia, Mesa de Trabajo Mujeres y
Economía, Movimiento Afrodescendiente Huellas Africanas, Movimiento
Franciscano por la Paz MOFRAPAZ, Movimiento de Cristianos/as por la Paz
con Justicia y Dignidad MCPJD, Movimiento Nacional por la Salud y la
Seguridad Social MNSSS, Organización Nacional Indígena de Colombia
ONIC,Plataforma Colombiana de Derechos Humanos, Democracia y Desarrollo
PCDHDD, Red Colombiana de Acción frente al Libre Comercio RECALCA, Red
Nacional de Mujeres Afrocolombianas Kambirí, Roberto Achito: Autoridad
Tradicional Emberá, SINTRAFEC, SURCULTURA, Ecuador: Acción Vital, Centro
de Derechos Económicos y Sociales CDES, Colectivo de Mujeres Acción
Política por la Equidad APE, Colectivo para las Alternativas Humanas,
Confederación de Pueblos de la Nacionalidad Kichwa del Ecuador
ECUARUNARI, Democracia Socialista, Ecuador Decide. Peru: Confederación
Nacional de Comunidades del Perú Afectadas por la Minería CONACAMI,
Marcha Mundial de las Mujeres de Perú, Red Peruana por una Globalización
con Equidad RedGE. Venezuela: Central Socialista de Trabajadores y
Trabajadoras de Venezuela CST, Federación de Obreros Universitarios,
Federación de Sindicatos de Profesores Universitarios FENASINPRES,
Federación de Trabajadores de la Harina FETRAHARINA, Federación de
Trabajadores de la Industria Gráfica FETRAIG, Federación de Trabajadores
de Telecomunicaciones FETRATELECOMUNICACIONES, Federación de
Trabajadores del Sector Eléctrico FETRAELEC, Federación de Trabajadores
Universitarios FETRAUVE, Federación Nacional de Sindicatos de
Trabajadores de la Salud FENASIRTRASALUD, Federación Nacional de
trabajadores del Sector Público FENTRASEP, Federación Unitaria de
Trabajadores de Petróleo y Gas FUTEP, Fuerza Socialista Bolivariana de
Trabajadores, Sindicato Nacional Fuerza Unitaria Magisterial SINAFUM,
Sindicato Unitario de la Construcción SUTAC.
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Hungerstreik in Griechenland: Es ist Zeit zu handeln
E-Mail/Faxkampagne für die Hungerstreikenden in Griechenland (deutsch)
Hungerstreik
in Griechenland: Es ist Zeit zu handeln„…Jetzt stehen in Athen und
Thessaloniki die entscheidenden Tage an: denn zum einen sind die
Hungerstreikenden kurz vor dem 30. Tag, ihre gesundheitliche Situation
wird deshalb sehr kritisch, 8 von ihnen sind zur Zeit im Krankenhaus.
Zum zweiten gibt es Verhandlungen mit der Regierung, die durchaus zu
einem gewissen Erfolg führen könnten, wenn sich noch etwas mehr Druck
aufbaut, gerade auch international. Deshalb die dringende Bitte aus
Griechenland um Beteiligung an einer konzertierten internationalen Fax-
und Emailkampagne. Ein Textentwurf in sowie die entsprechenden Adressen
finden sich unten…“
Hungerstreik in Griechenland: Es ist Zeit zu handeln
+++ Da sich der Hungerstreik der 300 seinem 30. Tag nähert,
benötigen die Streikenden dringend transnationale Unterstützung! +++ Es
ist JETZT Zeit zu HANDELN! +++ Schickt Faxe und E-Mails die griechischen
Behörden oder ruft dort an und fordert JETZT die sofortige
Legalisierung +++
Ich möchte wie ein Mensch behandelt werden – wie die Griechen. Wenn
wir Papiere bekommen, werde ich keine Angst mehr vor der Polizei haben
und ich kann legal mit Versicherung arbeiten. Aber den größten Teil der
Zeit denke ich nun: Was wird passieren, wenn der Staat keine Antwort
gibt? (Arqal, einer der Hungerstreikenden in Athen)
Seit dem 25. Januar sind 300 Migrant_innen in Athen und Thessaloníki
im Hungerstreik. Viele von ihnen leben seit über sechs Jahren in
Griechenland. Die meisten haben bei der Ernte gearbeitet – alle von
ihnen unter extrem problembehafteten Bedingungen. Ohne Papiere zu sein
bedeutet: keine Krankenversicherung, nicht ausgezahlte Löhne, keine
Möglichkeit zu reisen…
Sie haben sich entschieden, einen Hungerstreik zu beginnen, um die
bedingungslose Legalisierung aller Migrant_innen in Griechenland zu
fordern. Eine große Gruppe von Hungerstreikenden kam mit dem Schiff aus
Kreta. Unterstützer_innengruppen nahmen die Migrant_innen am Hafen
Piräus in Empfang und alle zusammen zogen dann zu einem leeren Gebäude
der Universität im Zentrum Athens. Es wurde ein Universitätsgebäude
ausgewählt, weil es seit dem Ende der Militärdiktatur, als Soldaten mit
Gewalt in die polytechnische Universität eindrangen, der Polizei
verboten ist, Universitätsgelände zu betreten (Universitätsasyl) – aber
im Fall der protestierenden Migrant_innen wurde das Universitätsasyl
nicht respektiert. Nach Verhandlungen zogen die Hungerstreikenden dann
in ein Gebäude in der Nähe der Universität um.
Aber die Regierung hat sich bisher nicht bewegt. Der Hungerstreik
befindet sich an einem entscheidenden Punkt. Jeden Tag werden die
Hungerstreikenden schwächer. Jeder Tag bringt dramatischere
Entwicklungen. Am Freitag brach Hassan, einer der Hungerstreikenden,
während einer Pressekonferenz zusammen:
Wie Sie genau wissen, ist heute der 25. Tag des Hungerstreiks.
Bislang haben wir keine Antwort von der Regierung erhalten. Niemand hat
gesprochen. Worauf wartet die Regierung? Wartet sie darauf, dass wir
sterben?
Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, erlitt Hassan einen
hypoglykämischen Schock und wurde bewusstlos. Der Vorfall verdeutlicht
die extreme Situation der Streikenden, die sich mittlerweile seit über
25 Tagen in einem strikten Hungerstreik befinden und nur Wasser, Zucker
und Salz zu sich nehmen. Acht Hungerstreikende sind zurzeit im
Krankenhaus (26. Tag), Dutzende mehr stehen vor schweren
Gesundheitsproblemen. Aber bisher bewegen sich die Behörden nicht, um
die Forderung nach Legalisierung zu erfüllen.
Wir schicken eine Botschaft an den Premierminister, der gesagt hat,
dass er eine Reinigungskraft in Schweden war und Rassismus erlebt hat.
Es ist Zeit, zu intervenieren, ehe es zu spät ist. Damit es keine Toten
gibt.
Die Welle der Unterstützung für die Hungerstreikenden ist enorm
geworden: Von Angehörigen von Institutionen bis zu Gewerkschaften,
Hunderten von Künstler_innen und Intellektuellen – Tausende von
Unterstützer_innen in Griechenland und im Ausland stellen sich
solidarisch an ihre Seite. Aber offensichtlich benötigt die Regierung
mehr Druck – daher liegt es nun ebenfalls an euch. Es ist Zeit zu
handeln!
Ich glaube, dass der Widerstand von Migrant_innen gegen Abschiebung,
Schikanierung, Diskriminierung und Ausbeutung, die für ihre Rechte und
ihr Überleben kämpfen, ein einschneidendes menschliches Anliegen unserer
Zeit ist. Zusätzlich oder vielmehr untrennbar stellt er ein
wesentliches Element einer gesellschaftlichen Demokratiebewegung in
Europa dar, die Grenzen überschreitet und aus diesem Grund eine
verstärkte Xenophobie hervorruft. Die Solidarität mit den Migrant_innen
muss nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auf der kontinentalen Ebene
eine Form annehmen. (Etienne Balibar)
+++ WAS IHR TUN KÖNNT +++
Schickt Protestschreiben, -faxe und E-Mails an die griechischen
Ministerien für Inneres, für Bürgerschutz und für Gesundheit und an die
lokale griechische Botschaft und die griechischen Konsulate! (hier
findet ihr eine Kontaktliste und hier einen Entwurf für einen
Protestbrief) Kontaktliste: http://www.learn4good.com/travel/greece_embassies.htm
Musterschreiben: http://w2eu.net/2011/02/20/300-it-is-time-to-act-now/#faxsample
Unterstützt die Verbreitung in den Medien und schickt
Presseerklärungen an die lokalen, regionalen, überregionalen und
europäischen Medien. (hier findet ihr die Presseerklärung, die wir
verschickt haben) press release:
http://w2eu.net/2011/02/20/300-it-is-time-to-act-now/#pressrelease
Schickt Kopien eurer Presse- und Solidaritätserklärungen an: hungerstrike300@espiv.net
Leitet diese Nachricht in euren Netzwerken weiter und fordert andere auf, ebenfalls zu handeln.
http://www.labournet.de/internationales/gr/hungerstreik_kampagne.html
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Offenlegung der grenzüberschreitenden Spitzeltätigenkeiten in linken Bewegungen
13.1.2011
Offenlegung der grenzüberschreitenden Spitzeltätigenkeiten in linken Bewegungen!
„Der
im Oktober enttarnte britische Polizeispitzel Mark Kennedy hat sich
auch in Deutschland an der Grenze zur Illegalität bewegt. Wir wissen
jetzt von mindestens einem Vorfall, in dem Kennedy seine ‚Hilfe‘ gegen
Nazi-Strukturen anbot“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko.
Kennedy hatte einem in Deutschland lebenden Aktivisten angeboten, wenn
es „Nazi-Probleme“ gebe, diese „mit Freunden“ zu lösen. Er solle hierfür
lediglich Hinweise geben.
„Kennedy wollte also AntifaschistInnen infiltrieren und als Agent
Provocateur gemeinsame Aktionen anregen. Ich gehe davon aus, dass es
nicht das Scotland Yard war, das sich für die ‚Hot Spots‘ deutscher
AntifaschistInnen interessierte. Ich sehe darin im Gegenteil den Beleg,
dass deutsche Polizeien in die britische Spitzeltätigkeit involviert
waren. Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort auf meine Kleine Anfrage
abgelehnt, hierzu Auskunft zu geben. Angesichts der immer zahlreicher
werdenden Hinweise auf illegale Praktiken fordere ich, den Einsatz von
Kennedy in Deutschland aufzuklären“, kritisiert Hunko.
In Großbritannien ist diese Woche ein Verfahren gegen
KlimaaktivstInnen umgehend eingestellt worden, nachdem bekannt wurde,
dass Kennedy die Beschuldigten zu Aktionen angestiftet hatte. Jetzt wird
gefordert, auch alle anderen Urteile zu überprüfen, die auf Grundlage
seiner Aussagen zustande kamen. Die Enthüllungen waren gestern Thema im
britischen und dem irischen Parlament: Abgeordnete fordern die
Aufklärung des fragwürdigen Einsatzes von Kennedy.
„Die Bundesregierung muss lückenlos offenlegen, in welchen
Zusammenhängen Kennedy in Deutschland eingesetzt war, welche Aktionen er
initiierte und welche Informationen er über AktivistInnen lieferte. Nur
so können fragwürdige Strafverfolgungsmaßnahmen im Nachhinein überprüft
werden“, fordert Hunko.
„Ich gehe allerdings davon aus, dass der Einsatz ohnehin rechtlich
bedenklich, wenn nicht sogar illegal war. Kein Polizist darf über
mehrere Jahre AktivistInnen ausforschen, ohne dass es ein konkretes
Ermittlungsziel gibt“.
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Neue Richtervereinigung kritisiert Rechtsschutz für Asylsuchende
Neue Richtervereinigung e.V.
- Bundesbüro-
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
*Presseerklärung vom 01.Dezember 2010:
Wie weiter in Griechenland, Herr de Maizière ?
Die Neue Richtervereinigung unterstützt die Forderung nach
einer solidarischen Lastenteilung bei der Aufnahme von Flüchtlingen in
der EU
Ende Oktober hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über die
Praxis der Bundesrepublik Deutschland verhandelt, Asylbewerber unter
Berufung auf innereuropäisch vereinbarte Zuständig-keiten (Dublin II -
Verordnung) schematisch und ohne Gewährung gerichtlichen Rechtsschutzes
nach Griechenland zurückzuschieben. Obwohl lange bekannt ist, dass
Griechenland mit der Aufnahme der dort ankommenden, in Europa Schutz
suchenden Flüchtlinge vollständig überfordert ist und obwohl das
Bundesverfassungsgericht seit über einem Jahr zahlreiche Rückschiebungen
dorthin vorläufig gestoppt hat, fährt das dem Bundesinnenminister
unterstehende Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bislang unbeirrt
in dieser Praxis fort.
Anfang November schickt der Bundesinnenminister Angehörige der
Bundespolizei mit der “schnellen Eingreiftruppe” der
EU-Grenzschutzagentur Frontex an den griechischen Grenzfluss Evros.
Unter dem Kommando griechischer Behörden sollen sie helfen, dem aus der
Türkei kommenden Flüchtlingsstrom Herr zu werden. Während die
Bundesregierung auf eine diesbezügliche Anfrage der Fraktion Die Linke
zur Tätigkeit deutscher Beamten nur ausweichend antwortet (BT-Drs.
17/3620 Frage 21, 22), benennen die jüngst veröffentlichten
Reiseberichte von Günter Burkhardt (Pro Asyl) und Tom Koenigs (MdB,
Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte) beklagenswerte Fakten.
Sinn des Einsatzes sei es, die Grenzen besser abzuschotten.
Aufgegriffene Flüchtlinge landeten in Haftlagern, ohne über den Grund
oder die Länge der Inhaftierung oder über das rechtliche Verfahren
informiert zu werden. Selbst Familien mit Kindern und minderjährige
Flüchtlinge hätten unter unmenschlichen Bedingungen zu leiden. Die
Behandlung sei erniedrigend und inhuman. Bei der gemeinsam
durchgeführten Identitätsfeststellung komme es aufgrund der fehlenden
Kommunikation vielfach zu Fehlein-schätzungen, die gefährliche
Konsequenzen haben könnten. Die registrierte Staatsangehörigkeit
entscheide darüber, ob ein Flüchtling weiter in Haft bleibe oder in die
Türkei zurückgeschoben werde.
Christine Nordmann, Sprecherin der Neuen Richtervereinigung: “Die
anderen EU-Staaten dürfen die Verantwortung für ein menschenwürdiges
Asylverfahren nicht auf das völlig überforderte Griechenland abwälzen.
Auch unser Innenminister sollte sich zur Mitverantwortung der
Bundesrepublik bekennen. Dies bedeutet, dass die Rücküberstellungen nach
Griechenland endlich beendet werden und die Rechte der Flüchtlinge an
den europäischen Außengrenzen nicht länger ignoriert werden.”
Wir unterstützen daher die Forderungen, die Burkhardt und Koenigs
aufgrund ihrer Recherchen formulieren (Frontex in Griechenland –
Deutsche Beamte im “moralischen Loch”, www.proasyl.de). Die Dublin
II-Verordnung muss neu verhandelt werden, damit es zu einer gerechten
Lastenverteilung innerhalb Europas kommt. Statt die europäischen Grenzen
mit polizeilichen Kräften abzuschotten, bedarf es der Unterstützung
Griechenlands auf humanitärer Ebene, um den Flüchtlingen ein den
europäischen Standards entsprechendes und würdiges Asylverfahren zu
bieten.
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Andrej Hunko: EU-Sicherheitsforschung deeskalieren

„Die sogenannten ‚Sicherheitsforschungsprojekte‘ der Europäischen
Union müssen transparent gestaltet werden und am Grundsatz von
Datenschutz und Datensparsamkeit ausgerichtet werden“, kommentiert
Andrej Hunko die Pläne des INDECT-Konsortiums zur geplanten zukünftigen
Geheimhaltung kritikwürdiger Forschungsergebnisse. Das Projekt INDECT
will bis 2012 eine Plattform entwickeln, die Videokameras biometrisch
auswertet und ihre Bilder mit Auffälligkeiten in Datenbanken abgleicht.
Gleichzeitig soll das Internet nach „Risiken“ abgesucht werden. Auch
fliegende Kameras sollen zum Einsatz kommen, die autonom „verdächtiges
Verhalten“ erkennen und entsprechende Personen verfolgen sollen. Durch
Verhaltensanalysen sollen Prognosen für erwartete Straftaten möglich
werden. Das Projekt wird deswegen von Datenschützer/-innen als
„Bevölkerungsscanner“ bezeichnet und abgelehnt. Nach Medienberichten
wollen die INDECT-Macher als Konsequenz kritischer Berichterstattung die
Offenlegung heikler Projektergebnisse fortan unterbinden. Neben der
Universität Wuppertal forschen auch zwei deutsche Softwarefirmen am
INDECT-Projekt. Nach Angaben des Wuppertaler Studierendenausschuss ist
auch das Bundeskriminalamt beteiligt.
Andrej Hunko, Mitglied des EU-Ausschusses des Bundestages und der
Parlamentarischen Versammlung des Europarats, erklärt weiter:
„Ein derartig weitgehendes Überwachungsprojekt muss sich öffentlicher
Kritik stellen. Treffen Presseberichte zu, nach denen die Plattform
erstmals 2012 beim UEFA-Cup in Polen getestet werden soll, besteht
dringender Handlungsbedarf. Ich unterstütze deshalb ausdrücklich die
Nominierung des INDECT-Projekts für den deutschen Big Brother Award. Der
Preis wird von Datenschützer/-innen und Bürgerrechtsorganisationen
jährlich verliehen. Angesichts der zunehmenden überwachungsstaatlichen
Antwort auf komplexe soziale Phänomene fordere ich die Einstellung von
EU-Projekten, die auf anlassunabhängiger Überwachung und Ausforschung
basieren. Die INDECT-Macher können sich gegenüber öffentlicher Kritik
nicht auf ihren Forschungsauftrag zurückziehen, sondern müssen
anerkennen, dass sie ein uferloses Kontrollinstrument entwickeln“.
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Pro Asyl fordert Beendigung der widerlichen Kooperation mit Libyen
Frankfurt (Pro Asyl Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für
Flüchtlinge e.V.) 31.08.2010: Anlässlich seines Besuches in Italien
präsentierte der libysche Diktator der Europäischen Union gestern Abend
seine Rechnung für die Zusammenarbeit bei der Flüchtlingsabwehr: Er
fordert fünf Milliarden als Gegenleistung dafür, dass er Schutzsuchende
bereits an den libyschen Außengrenzen oder auf seinem Territorium
stoppt. Die EU will bis Ende 2010 ein „Kooperations- und
Partnerschaftsabkommen“ mit Libyen abschließen, um u. a die
Zusammenarbeit im Politikfeld Migration und Flucht zu intensivieren.
Nach Auffassung von PRO ASYL darf es keine Partnerschaft mit einem
Regime geben, das die Menschenrechte mit den Füssen tritt. „Das
Anbiedern an Gaddafi, die Millionenbeträge aus Brüssel, die bereits für
die Fluchtabwehr nach Libyen geflossen sind, und die Tatenlosigkeit der
EU angesichts der Völkerrechtsbrüche Italiens gehören zu den
widerlichsten Aspekten europäischer Flüchtlingspolitik“, so Karl Kopp,
Europareferent von PRO ASYL. Die italienische Küstenwache hat allein
zwischen Mai und Dezember 2009 über 1.400 Bootsflüchtlinge in die
Haftlager von Gaddafi zurückverfrachtet.
Europa muss sich entscheiden: Für die Fortsetzung der fatalen Allianz
mit Gaddafi oder für die Rückkehr zu Humanität und Völkerrecht.
Der libysche Diktator will mehr Geld für Internierungslager,
Abschiebeflüge und die technologische Hochrüstung seiner südlichen
Außengrenzen. Geplant ist beispielsweise ein Grenzkontrollsystem, das
Radar- und Satellitenüberwachung kombiniert, entlang der 400 Kilometer
langen libyschen Landgrenze zum Niger und zum Tschad. Die Kosten von
circa 300 Millionen Euro sollen zu 50 % von Italien und zur anderen
Hälfte von der EU getragen werden.
PRO ASYL fordert von der EU den Stopp aller Zahlungen und das Ende
jeglicher Kooperationen in Sachen Flüchtlingspolitik mit Libyen. Die
angestrebte Polizeikooperation zwischen der EU-Grenzagentur Frontex und
Libyen darf nicht zu Stande kommen. Das Abdrängen und Zurückweisen von
Bootsflüchtlingen nach Libyen muss aufhören.
Hinweis: Die STIFTUNG PRO ASYL verleiht am Samstag, den 4. September
ihren Menschenrechtspreis 2010 an den italienischen Journalisten
Gabriele del Grande. Del Grande dokumentiert die dramatischen Folgen der
Kooperation Italiens mit dem Diktator Gaddafi. Die Laudatio hält Ilija
Trojanow, ein Schlusswort spricht Tom Koenigs, Vorsitzender des
Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Die
Preisverleihung findet um 14.00 Uhr im Ka Eins/Ökohaus, Kasseler Str. 1a
in Frankfurt statt.
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Wieder Migranten vor Spanien ertrunken
Juli, 2010
Das Sterben vor den Küsten der Europäischen Union geht weiter. Etwa
40 Seemeilen vor Matril (Spanien) wurde ein kleines Boot mit 31 Personen
von der Spanischen Küstenwache aufgegriffen, auf dem sich vorher eine
menschliche Tragödie ereignet hatte.
Fünf Migrant_innen die sich auf diesem Boot befanden sind ertrunken,
nur weil sie versucht hatten mit Schlauchbooten in die Europäische Union
zu kommen. Die drei Erwachsenen und zwei Kleinkinder mussten sterben,
da die EU mit ihrer Politik der “Festung Europa” Menschen dazu zwingt,
mit seeuntauglichen Kleinbooten über das Mittelmeer zu fahren, um ihr
vermeintliches Glück zu finden. Auf dem Boot gab es vermutlich eine
Panik bei der mehrere Menschen ins Wasser gefallen sind.
Laut Informationen der Badischen Zeitung, sind auf den Kanaren 600
Tote, vor Gibraltar 6000, auf der italienischen Insel Lampedusa 1500
Tote, in der Adria 600 und in der Ägäis 400 Tote registriert worden.
Französische Berichte gehen davon aus, das jeder vierte Bootsflüchtling
auf dem Mittelmeer ums Leben kommt.
Jedes Jahr sterben hunderte von Menschen alleine im Mittelmeer bei
dem Versuch, mit kleinen Booten das Mittelmeer zu überqueren. Seit
vielen Jahren fordern Menschenrechtsorganisationen, die NaturFreunde
Deutschlands und Flüchtlingsorganisationen, dass die Abschottung der EU
durch eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik beendet werden muss.
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Oxfam kritisiert Diskussionsvorlage “Milch” des Agrar-Rats
Problem der Preisschwankungen auf Weltmarkt ungelöst
Berlin, 12.07.2010: Heute diskutiert der Agrar-Rat in Brüssel die
Empfehlungen der Expertengruppe “Milch”, die im Oktober 2009 von der
EU-Kommission eingesetzt wurde. Oxfam fordert, alles dafür zu tun,
Preiskrisen auf dem Milchmarkt wirksam einzudämmen. Die EU dürfe nicht
weiter vorschützen, die Verhandlungsmacht der Milchbauern zu stärken
und die Kennzeichnung zu verbessern, sondern muss endlich die
Überschüsse abbauen. Dies sei kein überzeugendes Konzept für die
Stabilisierung des Milchmarkts.
“Viele Milchbauern fallen durch das jetzige Sicherheitsnetz aus
Intervention, Lagerhaltung und Exportsubventionen”, sagt Oxfams
Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Statt Probleme zu lösen, würde das
Marktinstrument der Exportsubventionen nur neue Probleme schaffen. “Vor
allem die Milchbauern in armen Ländern wären gefährdet. Bricht ihre
Einkommensgrundlage durch billige Importkonkurrenz aus der EU weg,
stehen sie mit leeren Händen da”, so Wiggerthale. Nach Recherchen von
Oxfam seien im Zeitraum 2005-2008 die EU-Milchexporte in die AKP-Länder
um 39 Prozent angestiegen, nach Westafrika um 48 Prozent und in die am
wenigsten entwickelten Länder um 45 Prozent.
Innerhalb der hochrangigen Expertengruppe sei eine der Empfehlungen,
die Prüfung der Einführung eines Terminhandels für Butter und
Milchpulver, zu Recht umstritten gewesen. Denn der Weltmilchmarkt zähle
zu den am stärksten schwankenden Märkten in der Landwirtschaft.
“Derartige Preisschwankungen locken Spekulanten an”, warnt Wiggerthale.
Marktbeobachter befürchten aktuell einen erneuten Einbruch der globalen
Nachfrage und sinkende Weltmarktpreise.
Aber: “Preisschwankungen und Preiskrisen sind nicht Naturgesetz”,
erklärt Wiggerthale. Sie würden zu großen Teilen durch die Politik
ausgelöst. Wesentliche Einflussfaktoren seien der Klimawandel, der
Rückzug des Staates aus der Regulierung, zunehmende
Weltmarktorientierung und die Instabilität des Finanzsystems. “Die
Politik sitzt am Steuer, weigert sich aber, ihre Verantwortung für die
Fahrtrichtung zu übernehmen”, moniert Wiggerthale. Der Staat muss durch
sinnvolle Regulierungen der Agrar-, Welt- und Finanzmärkte die
notwendigen Weichen stellen.
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Lybien – Mauer gegen Flüchtlinge geplant
Lybien
plant in Absprache mit der Europäischen Union eine Mauer, die
Migrantinnen und Migranten davon abhalten soll, nach Lybien zu kommen.
Die Mauer soll verhindern, das Menschen aus dem Tschad, Niger oder dem
Sudan durch die Sahara nach Libyen kommen können.
Nach bisherigen Schätzungen würde eine solche Mauer etwa 300
Millionen Euro kosten. Die Kosten sollen zu 50 Prozent von der EU und
zu 50 Prozent von Italien übernommen werden. Die Sicherheitsfirma Selex
soll für diese Mauer die elektronischen Sicherheitssysteme liefern.
Selex gehört zum Finmeccania-Konzern, dem größten Rüstungs- und
Sicherheitstechnologiekonzern Italiens.
Die jetzigen Planugen zeigen, dass die Strategie der Herrschenden in
der EU, die Außengrenze der Europäischen Union immer weiter nach Osten
und Süden zu verlagern, eine neue Dimmension bekommt. Die EU wird immer
weiter zur menschenverachtenden Festung ausgebaut, mit dem Ziel, alle
Flüchtlinge an den unüberwindbaren, – von der EU selbst definierten -,
Grenzen durch hochtechnisierte, menschenverachtende Maßnahmen
aufzuhalten.
Alle offiziellen Statements der Repräsentant_innen der EU erweisen
sich immer mehr als propagandistische Ablenkung von einem
unmenschlichen Grenzsystem, dass Tode und Verletzte ganz bewußt in Kauf
nimmt.
Uwe
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Was bringt Lissabon?
von Uwe Hiksch
Die europäische Verfassung wird hinter dem Rücken der Völker eingeführt
Die im Augenblick laufende Verabschiedung des Vertrages von Lissabon ist von einer zunehmenden Entparlamentarisierung begleitet. Die Regierungen handeln untereinander internationale Verträge aus und die jeweiligen Parlamente können lediglich dem gesamten Vertrag zustimmen oder ihn ablehnen. Durch die Europäischen Verträge wird intensiv in die legislativen Entscheidungsprozesse der Mitgliedsstaaten eingegriffen. "Europa" hat dazu geführt, dass immer mehr Entscheidungen aus dem Parlament in die Regierungsebene verlagert wurden.
Nach den Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden - die bereits zur Substanz des europäischen Verfassungsvertrages "Nein" gesagt hatten -, fürchten die Regierungen der Mitgliedsstaaten nichts mehr als ihre eigene Bevölkerung. So haben sich alle Staaten der EU, auch Spanien, Frankreich, die Niederlande und Dänemark - Staaten in denen Volksabstimmungen zugesagt waren -, auf einen rein parlamentarischen Ratifizierungsweg festgelegt. Lediglich in Irland wird ein Referendum stattfinden, da dies in der Irischen Verfassung vorgeschrieben ist.
Auch in Deutschland wird der Deutsche Bundestag in wenigen Wochen den Vertrag von Lissabon ratifizieren. Alle im Bundestag vertretenen Parteien - mit Ausnahme der Fraktion DIE LINKE. - haben sich auf die Zustimmung zu diesem Vertrag festgelegt. Die Europäische Union wird damit einen weiteren Schritt in Richtung eines international agierenden Machtbündnisses gehen.
Der Lissaboner Vertrag im einzelnen
Oberstes Prinzip bleibt der "Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb" als Grundlage von noch mehr Deregulierung und Privatisierung, Lohn-, Steuer- und Sozialdumping. Im Vertrag von Lissabon werden die Grundrechte bewusst auf die bürgerlichen Freiheitsrechte reduziert. Forderungen von Gewerkschaften, Sozialverbänden attac und linken Parteien, auch die sozialen Menschenrechte festzuschreiben, wurden durch die etablierten Parteien in fast allen Mitgliedsstaaten abgelehnt. Gleichzeitig schreibt der neue Vertrag einseitig eine "offene Marktwirtschaft" fest. Damit fällt er weit hinter die Kompromisse des Bundesdeutschen Grundgesetzes zurück.
Durch den neuen Vertrag werden vor allem die großen Mitgliedsstaaten gestärkt und mit dem Instrument der "strukturierten Zusammenarbeit" die Tendenz zu einem Kerneuropa weiter verfestigt. Der Bereich der Innen- und Justizpolitik wird "vergemeinschaftet". Europa wird weiter zur Festung ausgebaut. Die "Schengen-Grenzen" werden für alle unerwünschten Menschen dicht gemacht. Dies führt schon heute dazu, dass jedes Jahr mehr als 5000 Menschen aus Afrika im Mittelmeer ertrinken da sich die Mitgliedsstaaten der Union weigern ein Rettungssystem für Flüchtlinge aufzubauen.
Mit der gegenseitigen Anerkennung von Strafsachen wird eine Nivellierung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger auf dem niedrigsten Level festgeschrieben. Europäische Strafverteidiger, Richtervereinigungen und Juristenverbände haben dieser Entwicklung massiv widersprochen und auf die Nachteile für die Menschen in Europa hingewiesen.
Durch den neuen Vertrag wird die Militarisierung der Europäischen Union weiter vorangetrieben. Seit dem Vertrag von Amsterdam hatte der Umbau der EU auch zu einer Militärunion begonnen. Mit dem Festschreiben der sogenannten"Petersberg-Aufgaben" wurden bereits 1992 "friedenserhaltende Aufgaben" sowie Kampfeinsätze bei der Krisenbewältigung einschließlich "friedensschaffender Maßnahmen" ermöglicht. Der Vertrag von Lissabon führt nun eine "Europäische Verteidigungsagentur" als ein nächsten Schritt der Militarisierung ein. Die "Mitgliedstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern." Durch die Militarisierung der Europäischen Union wird eine dramatische Entparlamentarisierung der Militärpolitik forciert. Militär- und Aufrüstungspolitik wird immer mehr Regierungsaufgabe, ohne eine Kontrolle durch die Parlamente. Eine der wichtigsten Errungenschaften seit der 1848 Revolution - die demokratische Kontrolle von Militär- und Verteidigungsaufgaben - wird so schrittweise abgeschafft.
Aus diesen Gründen rufen viele Initiativen die Bürgerinnen und Bürger Europas zu einem "Nein" auch zum neuen Lissaboner Vertrag auf. Er wird der großen Idee eines vereinten, friedlichen, demokratischen und sozialen Europas nicht gerecht.
aus: antifa 03-04-2008